fehlt
Euren churfurstlich
Gnaden meyn untherdeinige und gehorsame dinste alletzeit tzuvor an
bereitt〈.〉
g'nedig'ster herr daß e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' mir gnediglich vertzihen alles ßo ich wider e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden'
getan/ und mich fur e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden'/ und fur alle diejene/ der e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' mechtig1
ec.
auß furstlicher milde gelaydt2/ und gnediglich vertrost daß ich mich kay-
nes argens
befaren.3 Auch kein straff mit e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' wissen und willen
kegen mir sola furgenommen werden/ es geschee denn nach
ordenung
und vermug der rechten/ daß mein antwort/ und andere meyn notturfft
gehoert. Und ich wie billich und recht uberwunden4/ E'uer'
ch'ur'f'urstlich' g'naden' ich
armer man gar
untherdeniglich und demuttiglich danck/ kan ichs mit
leib ader gut nitb verdinen/ ßo wil ich doch e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' lob und ere preisen/
und den lebendigen hern/ aller
gnaden/ bitten/ sein gotliche barmbher-
tzikeit wold e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' mit langwirigem gesunthem leben und gotli-
cher benedeyhung begaben und ewiglich erhaltten.
Daß e'uer'
ch'ur'f'urstlich' g'naden' mir och gnediglich
gegundt5 daß ich mich in e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' land underthuen6
und endthalten7 mug/
ßo fernc meyn widersprach
genugsam8/ E'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' wolmaynung und Christlichs eyffers bedanck ich mich gar
demuttiglich〈.〉
Weis och nicht anders denn e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' haben deß selben begerten widerspruchs
ein copien und genugd
entpfangen.9Wie aber ich wider meynen
willen gedriben, wider den Czwinglium und Oecolampadium tzu schreiben10
oder meyne
grunde und schrifften der halben ichd noch ve〈r〉hefft11/
in dem artickell daß sacrament belangendt tzu schreiben unvermoglich/
eynlegen/ und Christliche weisung horen solt.12 Und wie ich daß on13
Euer
churfurstlich gnaden furwissen und gnedige
bewilligung tzu thun ungesindt14/
E'uer'
ch'ur'f'urstlich' g'naden'
andere nachlassung/
die andere grunde/ ßo ym buch e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' ubersendt,
nicht beweist/ mit d'octor'
Martino und andern handeln mocht/ erlangt
hab/ etc. hoff ich e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' haben deß alles gnedig gedechtnus und
gut wissen.15
Darauff hab ich D'octor' M'artino' geschriben,
und tzwey buchlin ubergeben/16
So hat
er mich mit diser antwort ungeferlich also abgeferttigt.17So D'octor' Carlstad
Dedit und donec veniet
argument hett, damit er beweisen wil, daß der
leib und daß blut Christi nicht ym
brod und wein seind, och nit leiplich genossen
werden/ ßo dienenn ym och18 dise wort partes orationis quot
sunt.e19
Ob aber dise antwort Christlich/ und meyner demuth und seinem
ampt gemeß/ laß ich menigelichen erkennen und urteyln der
mein eingelegte
buchlin20 und soliche antwort
lesen wird〈.〉
fehlt
Gnedigister churf'urst' und her〈/〉
e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' wellen mein sach und rede in gnaden vernemen
daß sag ich/
daß mir mit solicher antwortt nichts geholffen/ glaub och nicht daß
ich
sie verdient/ und warlich/ daß ich D'octor' Mar'tini' opinion vom sacrament fmit gutem gewissen und von
hertzenf annem/
auß allein seynem schreiben/ ßo vil bißherg von ym geschriben/ ist mir ßo muglich
als daß ich ym lufft wie ein vogel
flih/ halt es och dafür/ das keyner anders
reden wird/ der unser beyde schrifft
tzusamen verglaichen wird.21
Was ich nun tun/ hweis Goth. Ich hab ye
die artickell deß glaubens/ tzusampt die
ordenung deß nachtmahls und deri reden Christi wie sie von vieren
beschriben22/
mit
eigenschafft der worter uff meynem teyl/ wie ich dem achtparn und
hochgelertem hern
Gregorio Bruck doctor und e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' Cantzler uffs kurtzte
endwerffen23/ und gern genugsam beweisen wil. Ich weis ye ßo
ein
Engell vom hymel kem/ und saget/ daß ein ander leip/ denn der naturlich leip
Christi
fur unß gegeben ader gebrochen/ und anderß wo denn am Creutze/24 der solt mir
und allen gleubigen
ein greul und maledeyhung seyn.25jWenn ich och
heut gefragt
welcher leip für uns gegeben/ must ich antworten der naturlich leip
Christi von
dem heyligen geist in Maria entpfangen. Ich weis och daß alle
propheten〈/〉 aposteln
und engeln keynen andern antzeigen
vermogenj. Und ßo e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' gefragt/ wurd/
antworten der leip Christi. Was kan man
mich tzeihen26? So ich die
ar-
tickell unsers glaubens/ die wort Christi/ die eigenschafft
der grammatices
und alles uff meyner seyden hab. Ich weis nicht wider Got und
meyn
gewissen tzu fechten.
E'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' ich armer man untherdeiniger dinstbarkeit gar demuttiglich und
umb
Gottis willen bit umb einen gnedigen rath und trost/ und ob der selb rath
mich eines abschiedes27 erinnern solt. So und als denn e'uer' ch'ur'f'urstlich' g'naden' denselben
abschied mir welten gnediglich und schrifftlich geben. Welt ich umb e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden'
an28
untherlaeß/ daß selbigen mit allem vermogen tzu verdienen mich befleissen
e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' guten namen und gerucht29 alletzeit preisen/ den almechtigen Got
fur e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' lang leben und selikeit inniglich biten. Bit e'uer' ch'ur'f'urstlich'
g'naden'
umb gnedige antwort〈.〉 Datum tzu kemberg in dem XII tag Augusti
anno im M D XX
VIII〈.〉
untherdeiniger
diener
Andres Carlstad
E'uer' Ch'ur'f'urstlich' G'naden'
Bit umb gnedige antwort〈.〉
KGK 315
Einleitung
