A1r Ursachen der halben An-
dres Carolstatt auß den landen
Zů
Sachsen vertryben.
fehlt
Meinem lieben brůder Phi-lipsen Eberbach1 Gottes huld
und hülff.
Lieber brůder/ dieweil ich alhie2 hin und er
wider erfar/ wie
etliche von den studenten
des predigers von hohen synnen3/ schůler
zů Wittemberg briefflin ußschicken/ und
anzeygen/ das mich die herrn von Sachsen
der Churfürst unnd hertzog Johans etc.
uß iren landen gestossen
etc.4 Hab ich dir
und
andern meynen gůten freünden mein
erbietung/ bitt/ und unthergebung (we-
liche die aller ergeriste ketzer biß anher geholffen unnd
errett)5 nit woͤllen bergen. Dem
nach schick ich dir ein
Copien meiner brieffen6/ und des brieffs/ den mir die Raͤ-
the zů Weynmar zůgeschickt.7 Auch wie mich der Rath
und gemeyn zů Orlamünde verbetten8/ wie ich auch ge-
meynt / das die
Christliche Fürsten zů Sachsen/ so got-
tes wort erhalten woͤllen/
und derhalben einen reymen
in iren ermeln fuͤren9/ meynes schwangern weybs
etc.10
sol-
ten verschoͤndt haben/ wirdestu alles auß eingelegten
Copien vernemen. Was ich in frembden landen ver-
merckt ist das/
Welche oberkeyt lang regieren und le-
ben wil/ die denck nur/ und
setze ir gentzlich für/ das sye
wol/ recht und Goͤtlich regiere. Welche das nit
thůt/
Die wirt das wasser fuͤlen/ das noch wachsen sol.11
Da-
von weyther ein anderzeyt.12 Ich hab wol so arge tag biß-
her gehabt/ als
sye D'oktor' M'artin'
L'uther' in seinem Patmos13 hett.14
Aber ich wil mich uff arbeyt geben/ und meiner
beruͤf-
fung besser warten.15 Was ich geschriben/ wirdestu kurtz-
fehltlich vernemen.16 Gott behuͤt dich und alle bruͤder17/ Amen
Datum. vi. Novembris. Anno. M D xxiiii.18
¶Die erste Copien19
herrn/ herrn Johansen Hertzogen zů Sachsen.
Landgraven in Düringen und Marg-
grafen zů Meyssen meinem gnedi-
gen herren.
Durchleüchtiger Hochgeborner Fürst G'nädiger' H'err':
Eüwern F'ürstlich' G'naden'
seind meyne underthenige dienst
noch meynem besten vermoͤgen allzeyt zů vorn
bereyt.
G'nädiger' F'ürst'
und H'err'. An den durchleüchtigsten hochgebornen
Fürsten und Herrn/
herr Fridrichen des.
H'eiligen' Roͤmisch-
en Reichs Ertzmarschalck und
Churfürsten/ Hertzo-
gen zů Sachsen etc. Eüwern F'ürstlich' G'naden' brůdern hab ich
untherde-
niglich geschriben/ unnd mich in übergebung
meines
Archidiaconats demuͤtiglich erbotten/ das ich Christ-
liche rechenschafft aller meiner lere und thetlicher hand-
lung gefordert gern wil geben/ unnd so mir gegruͤndte
schrifft mangeln wirt
alle die straffen/ so Gott uff über-
schreydter seiner gebott
gestellet williglich leyden und
tragen. Dermassen gegen E'üwer' F'ürstlich' G'naden' ich
mich hermit er-
biet unnd erbotten haben wil/ mit untherdeniger
bitt.
wo E'üwer'
F'ürstlich' G'naden' mich im glauben oder mißhandlung der
schrifften verdaͤchtig hielten/ das E'üwer' F'ürstlich' G'naden' mir solchen
verdacht
artickels weyß begreyffen/ zůkommen/ unnd
mich so die artickel mein und wider gott
sein/ nach Christ-
licher und Apostolischer lere weysen/ und auß
vermein-
tem irtumb in Gottes warheyt bringen lassen.
Dann
fehltE'üwer' F'ürstlich' G'naden' ye die menige der
schrifftverstendigen haben:
Wo aber E'üwer' F'ürstlich' G'naden' solcher muͤhe beschwert/
erbiet ich
mich zů offenlicher disputation/ Teütsch unnd Latey-
nisch / allen leüten jung und alt/ klein und groß/ die mich
verdencken/ mit
gůten gründen zů antworten. Oder so
ich (das ich nicht glaub) im irtumb erfunden/
Christ-
liche weysung an zůnemen/ welche ich beger/ forder
und
hoffe E'üwer'
F'ürstlich' G'naden' werd diese bitt und erbietung für
redlich
gnůgsam/ und goͤtlich halten. Verdachts artickel zů-
kommen/ und mir in keinem wege schimpff oder scha-
den
darüber zůfuͤgen lassen. Dann wie wol ich yetzund
zů Wittenberg wunder hab hoͤren muͤssen/ wie seer Eüwer
Fürstlich Gnaden uff mich ergrimmert und erbittert/ bin ich dan-
nest der untherdenigen zůversicht E'üwer' F'ürstlich' G'naden' werden nichts
Tyrannisch noch gewaldtes gegen mir/ ehe dann ich ver-
ho ͤrt und
überwunden/ fürnemen. Dann es je Goͤtlich/
menschlich/ unnd natürlich vor allem/
verhoͤr halten/
darnach urteylen. Das E'üwer' F'ürstlich' G'naden' an dise erinnerung gůt
wissen haben. Das wil ich umb E'üwer'
F'ürstlich' G'naden' in aller unther-
ungedenigkeit zůverdienen alzeyt bereyt sein/ und das alte
lob und preyß
E'üwer' F'ürstlich'
G'naden' mit fleyssigem bekentnüß auß-
breyten. Dem
lebendigen Gott befolhen/ Datum Or-
lam ünde Sontag noch Laurentij. Anno. etc. xxiiij.
A.'ndreas' B.'odenstein' C.'arlstadt'
Die ander Copien20
herr E'üwer' F'ürstlich' G'naden' seind meine untherdenige und ge-
horsame dienst noch meinem hoͤchsten vermoͤgen alzeit
zů voran bereit G'nädiger' f'urst' H'err' Wiewol ich mich
nicht demuͤ-
tiglicher kündt undergeben und erbieten/ dann ich
mich
durch mein jüngstes schreyben/ welches E'üwer' F'ürstlich' G'naden'
raͤthen
fehlt in abwesenn E'üwer' F'ürstlich' G'naden' am tag
Assumptionis Marie in
die hoffstuben zů Weymar
ob der malzeit überantwort/
erbotten/ und troͤstlich gehofft/ das mein und in
sonder-
heit aller meiner zůhoͤrer E'üwer' F'ürstlich' G'naden'
untherdanen besse-
rung / heyl/ unnd gedeyhen/ ja auch unser aller/
als der
aller unschaͤtzigsten unnd uneerlichsten gliedern unnd
verloren
schaffen/ sunderliche eer und widerbrengung
solt gesucht/ gemeindt/ und
fuͤrgenommen/ unnd mei-
ner schrifftlicher erbietung stadt gegeben.
So werd ich
so villfeltig geschmeht und belestiget/ das ich zweifel/
ob E'üwer' F'ürstlich'
G'naden' der brieff meiner erbietung/ des ich ein copi-
en hie mit schicke/ behendet/ oder nit. Denn D'octor' L'uther' ist in
vil enden und
orten auffgetretten/ da meine christliche〈/〉
goͤtliche/
erweyßliche/ und gegruͤndte leere eingepflantzt
mit E'üwer' F'ürstlich' G'naden' befell
(als er sagt) abgefertiget/ solliche
mein leere vernichtig/ irrig/ auffruͤrisch
außzůschreien
und als solt sie aus eynem schwermenden geyst entspros-
sen sein/ offenlich zů widerlegen/ unnd das volck darfür
zů
warnen. Mich auch mit dem auffrur zů Alstadt
luͤ-
genhafftiglich eingemengt/ und fuͤr allem volck so vil
er
vermocht/ auch villeicht bey E'üwer'
F'ürstlich' G'naden' verdaͤchtig ge-
macht /
Des ich mich dann nicht unbillig beschwerlich
gefunden/ und aus solchem gehoͤre/
für der grossen spal-
tung und ferligkeit/ so bey den armen
christen entsteen
moͤcht/ hertzlich entsatzt. Darauff obgemelter D'octor' L'uther'
zů Jhen/ da ich sein grundloße selbßeingebilte ungestu-
migkeit seyner predigt vormercket/ geschrieben/ unnd
darnach auch
personlich besucht/ anfaͤnglich freunnt-
licher / bruͤderlicher/
unnd Christlicher weyse angeredt
und gebetten dafuͤr zůsein und abzůstellen. Ab er
aber
an meiner person oder leere eynigenn feel oder mangel
hett/ mich zů vor
bruͤderlichenn/ nach Evanngelischer
fehlt satzung anzůreden/
irthumb zů verhuͤten/ woͤlt ich mich
zů aller billigkeit weysen lassen/ unnd
widerumb vom
unbillichen abdretten. Hab ich mich offenlich erbotten/
mit im zů
Wittemberg oder Erfurt eyn Disputation
aller meiner gepredigten artickeln darinnen ich
verdaͤch-
tig / zůhaltenn. oder Christliche weysung von im wo
er
wolt zu hoͤrenn/ so fern ich geleydt würd/ welches alles
von im
abgeschlagen und gewegert. Bin hieruber von
im durch zů werffung eynes floren/ den
ich genommen/
wider inen zů schreiben angereytzet/ das ich mich dann
gegen im
zůthun verpflicht und verstrickt/ unnd gern
halten wil. Damit aber mein gelimpff
unnd lindigkeit
allenthalben erkandt/ und ich nit ein polder geyst oder
hadderischer schwermer/ wie ich dan von im außgerufft
geacht werd. Wil ich mich des
schreybens ein zeitlang
so mir leydlich/ enthalten/ und uffs neu/ und aus
über-
flus zů gnediger verhoͤr erbotten haben. uff das Eüwer Fürstlich
Gnaden erkennenn/ das ich nichts hierinnen/ denn allein den
grund
goͤtlicher warheit suche. E'üwer'
F'ürstlich' G'naden'
untherdenig-
lich und umb Gottes willen bittend/ woͤlle mich zů
de-
mu ͤtiger antzeig meiner unschuld/ und gegründter lere
gnediglich lassen kommen/ unnd nicht allein genanten
D'octor' L'uther' und seinem anhang glauben
geben. Wo aber
solches E'üwer'
F'ürstlich' G'naden' beschwerlich/ als dann woͤllen E'üwer' F'ürstlich'
G'naden'
mir armen und aller geringsten diener Gottes gnedig-
lich vergünstigen unnd gestatten/ mein wolgegruͤndte
und rechte
Christliche leere/ an liechten tag wider D'octor' L'uther'
auff seine troͤtzige und feindliche
begerung durch offen-
baren truck zů bringen/ und zů keynem
ungnedigen ver-
hindern üs nach angefangner arbeit/ zů unnkost
unnd
nachteil geruchen lassen/ als mir dann vormals durch
die Wittenbergische universitet/ auch durch
heimlich
fehlt zůschůb D'octor' L'uthers' unnd seiner anhenger widerfaren.
Das werden E'üwer' F'ürstlich'
G'naden' von Gott dem lebendigen her-
renn one
zweyfel reychenn lon entpfahenn. So wil ichs
umb E'üwer' F'ürstlich' G'naden' zů
verdienen all zeit gehorsam/ beflies-
sen und bereidt sein. Die der
vatter unsers herren Je-
su Christi erhaltenn woͤll. Bit umb
gnedige antwort.
Datum zů Orlamünde am .xi.
tag des mondes Sep-
tembris . Anno etc. xxiiij.21
A'ndreas' B'odenstein' C'arlstadt'
Copien der Raͤthe zů Weymar.22
Unser freuntlich dienst zůvor/ wirdiger und hoch-
gelerter gůter
freund/ das schreyben so ir vor we-
nigen tagen an den
durchleuchten hochgebornenn fuͤr-
sten und herren/ hernn Johansen Hertzogen zů Sach-
sen etc. unsern gnedigen hern gethan/ haben sein fuͤrstlich
gnad hoͤren lesen/
und uns befolhen euch widerumb an-
z ůzeygenn/ das die universitet zů Wittemberg an sein
Fürstlich Gnaden geschrieben mit anzeyg. Nach dem sich die pfar
zu Orlamünde nach abziehen magistri Conradi Glitz
widerumb verlediget/ So hetten sie den
hochgelerten
Ern Casparn
Glatz〈/〉 der heyligen schrifft Doctor〈/〉
itzo an
sein stadt zů einem pfarnner da selbst gewelet. Derhal-
ben sie sein F'ürstlich'
G'naden' gebettenn/ dieweil ir euch verschiner
zeit understanden/
in die selb pfar an iren willen zů drin-
gen / das sein F'ürstlich' G'naden' dem
volck zů gůt mit euch ernstlich
fehlt verfuͤgenn woͤlte/ euch
anderßwo zůversehen unnd da
dannen zů wenden. Wan euch dan/ wie ir selb
zůachten
nit gebuͤrt die selb aus eygnem fürnemen/ und an willen
gemelter universitet zů haben. So ist seiner F'ürstlich' G'naden'
be-
ger unnd meinung/ das ir berurte pfar fürderlich reü-
met/ unnd das jenige〈/〉 was sich nach vermüge der
pfar
Inventarii gebuͤrt zů behůff des zůkuͤnfftigen Vicari-
en
alda unnd dainnen lassen. Euch auch da dannen/
und aus seiner F'ürstlich' G'naden' und derselbigen
bruders〈/〉 unsers
gnedigsten herren〈/〉 des
Chůrfůrsten zu Sachsen etc.
fuͤr-
stenthumb unnd landen sachen halben die seine F'ürstlich' G'naden'
darzu
bewegenn fürderlich wendet/ unnd das nit an-
ders haltet. Dan was
ir als dann wider D'octor'
Luternn
zůerhalten vermeynt/ oder mit schreyben nit zů unther-
lassen wisset/ daran werdet ir seiner
F'ürstlich' G'naden' halben unge-
hindert
sein. Das haben wir euch nit wissen unange-
zeigt zů lassen. Unnd
thut daran hochgedachtes unn-
sers gnedigen hern meynung. Datum
Sontags nach
Crucis exaltationis. Anno etc. xxiiii.
Unser gnedigst und gnediger hern von
Sachsen etc. Raͤthe itzo zů Weymar.
Copien eines briefes des Raths zů Orlamünde.23
Durchleüchter hochgeborner fürst und herr/ Euer
Fürstlich Gnaden seind unsere
underthenige und schuldige
dienst zů vorn G'nädiger' F'ürst' unnd
H'err'. der Christlich man An-
dres Bodenstein unser burger/ hat uns mit verlesung
des
brieffs so im E'uer' F'ürstlich'
G'naden' raͤthe uß fürstlichen befell zů-
geschickt24/ offenbart/
das er die pfarr auffs fürderlichst25
fehlt und hirneben E'uer' F'ürstlich' G'naden'
fürstenthumb reümen und sich da
dannen wenden solt etc. die selbige pfarr er als
bald ange-
sichts
a26 und unverweylich27/ hirmit er E'uer'
F'ürstlich' G'naden' gehorsam
leistet/ eylend undb nach seinem besten vermügen
ußzůreü-
men angefangen unnd nach28 thaͤtig auffs fürderlichst
reümet/ unnd das
Inventarium so er von Magistro
Conrado
Glitzsten29 entpfangen
neben uns einzůlegen30
er-
botten / und inen gegen E'uer' F'ürstlich' G'naden' zů
verschreyben31
gebet-
ten / E'uer' F'ürstlich' G'naden' woͤllen im/ biß so lang er
das seine zů gelt
gemacht32/
in E'uer' F'ürstlich'
G'naden' fürstenthumb zů wonen gnedige
frist erzeygen. Solchs wir
im auß pflicht/ noch dem er
unser bürger nicht wissen zů versagen/ mit
untherdeni-
ger bittc/ E'uer'
F'ürstlich' G'naden' woͤllen sein sehr schwanger weyb33/ sein
klein unmündig kind34/ unnd den herdringenden winter
ansehen/ in die ecker
und weinberg/ welche er zů seines
leybs erhaltung erkaufft35/ auch sein haußgered/ das er
hye36 und zů Wittemberg37 hat/ und auß E'uer' F'ürstlich'
G'naden' fürsten-
thumb an38 unverwindtlichen schaden mit nicht fuͤren
kan/
gnediglich verpfennigen39 unnd
verkauffen lassen/
hyemit er auch an40 schmach des Evangelii seine schul-
diger bezale/ und von
den jhenigen〈/〉 so im schuldig〈/〉 auch
wider
bezalt werde.41 Hocher
F'ürst' und H'err'. Nach dem uns
auch an Goͤttlicher warheit meer
dann an der gantzen
welt gelegen/ Ja〈/〉 wenn Got tausent welt
schůff/ Bitten
wir E'uer'
F'ürstlich' G'naden' untherdeniglich umb Gottes willen Euer Fürstlich
Gnaden woͤllen im als einem mittel von Gott berůffen/ uns
den sůn
des lebendigen Gottes Jesum Christum von
Nazareth/ noch eynest oder zwir42/ biß auff zůkunfft des
neüwen
pfarrers43 zů verkündigen und
predigen genedig-
lich vergoͤnnen/ Welcher/ so er kompt von Carolstatt
unverhindertd44 bleyben sol/ das verdienen wir umb Euer
Fürstlich Gnaden mit
untherdenigem gehorsam/ leybs unnd gůts
fehlt gantz willig.
Bitten E'uer' F'ürstlich'
G'naden' gnedige antwort. Da-
tum
e Freytag nach Mauricii. M. D.
xxiiii.45
Untherdenige
Der Rath zů Orlamünde.
Copien der Raͤthen zů Weymar dem
Rath zů Orlamünde.46
Das schreyben so ir an unsern G'nädigen' F'ürst' und H'errn'hertz-
og Johansen/
Hertzog zů Sachsen etc. gethan47/
haben sein fürstlich gnad hoͤren
lesen/ und uns befolhen
euch darauff zů vermelden/ das sein F'ürstlich' G'naden' nit wissen
was der48 bey euch eygens
habe49/ das im von noͤten zů
ver-
kauffen / des auch von euch kein anzeyg beschehen.
Aber
wie dem/ so er dennoch etwas aldo zů verkauffen hette/
haben sein F'ürstlich' G'naden' dem
schoͤsser50 im brieff hierneben
befol-
hen / darob zů sein/ solchs zůthůn.51 Dann sein F'ürstlich' G'naden' in
dem so
Carolstat geschriben52 kein verenderung zůthůn
geneyt/
wolten wir euch nit bergen. Datum Sontag
nach Mauricii.53 Anno. xxiiii.
Unserer gnedigsten und gnedigen herrn
zů Sachsen raͤthe zů Weymar
Indreyen artickeln ist. D'octor' L'uther'wider mich und die
warheyt/ einer ist von dem Sacrament/ der
ander
von der Tauff/ der dritt von der lebendigen stymm got-
tes
54/ In dem ersten hab ich
syben buͤchlin gemacht/ die
nu gar nah alle gedruckt.55In dem andern
ist ein schlech-
ter
56 dialogus unther der pressen/
unnd wirt das recht
bald hernach kommen.57 In dem dritten hatt D'octor' M'artin' L'uther'
so weybische und
nerrische lugen erdacht58/ das ich
mich
fehlt nit gnůg verwundern kundt/ binn auch willens
gewest/
nichts in den selben artickeln zů schreyben/ und gedacht
es wer gnůg/
das die sau in irem blůt erstickt59/ Jdoch
hab ich ein buͤchlin/ den Christen
zů gůtt gemacht/ al-
les darumb das mein wolgegründte unnd
erweyßlich
leere/ welche mir Gott geoffenbart hatt60/ an den hellen
tag komm/ unnd das man erfar/
welche rechte Christen
seind oder nit/ Ob sye alle Christen seind/ die Gottes
wort
mit büchsen verthedigen etc.61 Das ander wirdestu
auch erfaren. Ich binn selten muͤssig gewest/
wie
wol ich heymlich allen sachen in vil landen nach
gemerckt hab. Lieber Philips62 gruͤsse mir
unsere bruͤder63 mit fleyß. Ein
jeg-
licher wirt ein buͤchlin64
entpfa-
hen / Gott bevolhen/ Amen.
KGK 280
Einleitung
