fehlt
hern Philippo Lantgraffen zu Hessen Graffe zů Katzen-
Ellenbogen zů Dietz Zegenhein und Nidda etc. mynen
Gnedigesten Herrn.
fehlt
Gottes des hymelischen Vaters ewige barmhertzikeit und libe wůnsch ich E'uer' f'urstlich'
G'naden' durch
unsern hern Jesum christum der uns durch sein blut am
Creitze ausgegossen von unsern
sunden gewaschen/ der gelobt und gebenedeit ist von
ewikeit inn ewikeit. Amen.
Durleuchtigister hochgeborner furste Gnedigister herr/ Von E'uer' f'urstlich' G'naden' ist ein
Christlich und
loblich gerucht weit und fern erschollen/ das E'uer' f'urstlich' G'naden' ein
gemein verhor uber den
tzweidracht und span1 des herrn Nachtmal belangend bedacht haben zu halten/ Derwe-
ghen E'uer' f'urstlich' G'naden'
einen tag/ als S. Michaelis2
bestimpt unda ernent/ zusampt eine
Stadt/
als nemlich Margborg3 angetzeigt/ und zů den selbigen den achtparn
und hochgelerten
Ern Doctor Martinum
Luther/ und die jene ßo seiner lere seindt4/ für einen/ und die
achtparen hochverstendigen Ern Hulrichen Zwinli5〈/〉
Joan Oecolampaden/ Wolfgangum
Fabrum6/ Martinum Butzer/
undb ihre zugedane
anderteils7/ solen haben
beschreiben und
fordern lassen/ Den selben och ein sicherheit8 tzugeschickt/ und och allen/ ßo lüst
hetten
bey gedochten gesprech und Collation zu sein/ sich daruf ihrer selikeit zu
erinneren/
ein frei erlich geleid wy man sagt an etliche kirch thüren zu
schlahen9 bevelen oder
tzugelassen.10
Des erfreuwen sich alle frumen Christenleutt/ sonderlich in disem ortt11/ und wünschen
E'uer' f'urstlich'
G'naden' zu solichen vernemen das lebendig Gotlich und waraftich
erkentnisse Gottes
des Vaters aller gnaden/ und seins Suns Jesu christi unsers
heylandes/ sampt des
heiligen geistes/ one welchs nichts in minschen den finsternis
und verdumnis sein mag/
Wir bedanken uns och alle/ und ein jder in sonderheit/ solicher furstlicher und
Christlicher
wolmeinung/ und wollen den lebentigen Gott anhebiglich12 bitten/ das sein gotliche
barmhertzickeit E'uer'
f'urstlich' G'naden' in langwiriger gesuntheit/ und myt gnedigen
frid erhalten/
uff das solicher furstlicher und Christlicher raeth ins werck kum/
und vollendt wird/
damyt Gottes preis und reich sich weitern und gemein/ und die
arme bedrengte
Christenheit/ in Gott uff dem fels des lebens uff wachsen/ tzunemen
und ihrec
selickeit erlangen.
Ja och in ein rechte einigkeit komen meg. Wie sich denn warlich
getzimett/ das wyr
in der warheit und ungeferbter13
libe einig und fridtsam sein
sollten/ Sintemal wir einen Gott bekennen/ einen Vater
eren/ einen hern fürchten/ eines
erloßers rhumen/ Eines geistes erfreuwen/ myt
eynerlei scrifft betzugen/ Einen glauben/
ein hoffenung/ und ein tauff haben/ Ein
leib/ Ein haus/ Ein volck/ und ein Bristertumb
seindt/ umb eines willen leben und
sterben sollen〈.〉
Wir hoffen und vertruwen tzu Gott/ das durchs bandte14 erkantter warheit/ ganße Teutsche
Nation in
rechtem fridt tzusamen verfast/ und Gottes tzorn/ der sich leider ereignn
tut/
abgewendt werden soll. datzu der lebendig Gott sein Gnade verlihen/ und E'uer' f'urstlich'
G'naden'
alle muh und unkost alhie hundertfeltiglich vergeben/ und
nach disem Jammertahl
Ins ewig leben myt freuden furen/
amen〈.〉
Gnedigster furste und herr〈/〉 Ich armer Bruder und pilgeram in
Christo15/ geb E'uer'
f'urstlich' G'naden'
unterdeniglich tzu erkennen/ das ich och einer
bin/ und von wegen mynes gewissens/
welchs myt vil hellen scrifften gefangen
ist16/ ein solcher sein müss/
der die leiblich neisung
des leibs und blutes christi wie sie gepredigt/ dem
verdinst und der crafft des leidens
fehlt und des todes Christi nachteilig und abbruchig achten
tut17/ und der
fast18 gern einen
claren
unbedriglichen grundt heiliger scrifft horen oder sehen welt/ das sulche niesüng
bey dem todtte Christi kunth bestehen/ Denn mich dunckt19/ Ich werde ehr bewysen/ das
sulche lerer20 Christum myt Christo verdunckeln/ und
wegnemen21/ Wie och die
Werck-
heiligen22 durch ihre wercke christum zerucke setzen/ verfinstern und unnutz
machen/
denn bewist werden magh/ das soliche niesung der scrifft gemeß und gotlich
sey.23 Jdoch
wellt ich von
hertzen gern dorch heilsame scriffte bericht eins besseren empfahen/
ob vileicht
ich/ myt gutem gewissen gotlicher warheit/ mich meines schweren elends
kennth24 entlestigen25/ des ich warlich von hertzen gerne
missend wolt/ wo ich nicht ein
herters
und ewigs tzekunfftig Elend und Jamer forchtet.
Demnach E'uer' f'urstlich'
G'naden' Ich armer umbgejagter man26/ durchs blut Jh'es'um christi
unterdeniglich
und demutiglich bitt/ E'uer' f'urstlich' G'naden' geruchen27 mich tzu obgedachter disputation oder
gesprech
gnedichlich tzulassen/ die rekentschaff28 meines glaubens och horen/ und ßo ich/ als ich
trostlich hoff/ in gueden grunt erfunden/ der warheit und gerechtigheit Gottes nit
lassen entgelten.29Oder zoe ich irig erkant/ durch
gotliche warheit/ die allein auss irsall/
durch den heilligen geist/ bringt/
unterwisen/ Wird/ ich dem Gotlicher warheit nicht gehor-
samen/
oder fuer her mein meynung nicht mit redlichen schein der scriffte pförtragen30/ oder
dem der meich fragen
wurdt/ one scrifft antworten/ Wil ich E'uer' f'urstlich' G'naden' straff williglich
laden31/ und uber das/ nicht
allein in disem fahl von E'uer'
f'urstlich' G'naden' weisung annemen/ sondern
in allem/ was
D'octor' M'artin' luther
oder sonst jmandt vormeinte wider mich tzusprechen haben.
E'uer' f'urstlich' G'naden' umb Gottes willen umb ein
velichs32 und sicher geleidt fur
gewalt/ und
uff rechte33/ das
kein straff kegen mir furgenommen werden soll/ ehe ich verhort und
uberwunnen etc.
unterteiniglich bit myt dissen boten zeschicken/ des ich mich hie-
mit fellig34 und verlustig
mache/ Wo ich mich nicht lass der billickeit nach weisen
und lencken/ Das umb
E'uer' f'urstlich' G'naden' tzu verdinen werdt ich alletzeit in
aller
dinstperkeit/ als ein gutwilliger und bereitter nach mynen hochsten
vermegen
gefunden/ Der lebendig Gott der herr alles trostes und alles verstandes
erfull
E'uer' f'urstlich' G'naden' begirden in christo
Jh'es'um unsern erloßer/ und sei ewiglich mith E'uer' f'urstlich'
G'naden'
Dat'um' tzu Olderßum
in Ostfreslant inn dem
19〈.〉 dag des Augstmans35 Anno etc. xxix36
KGK 319
Einleitung
