fehlt Erklerunga1
wie Carlstat sein
lere von dem
hoch-
wirdigen Sacra-
ment und andere
achtet und geacht
haben
wil.
b⁌ Wittemberg 1525.
b
fehlt
Mart'in' Luther.
Allen lieben
Christen
gnad und fride ynn Christo
unserm heyland.
Es hat myr Doctor Carlstat aber eyn
buchlin2
zu-
gefertiget3/ darynn er sich und seyne schrifft verkleret4/ son-
derlich die/ so er vom hochwirdigen
Sacrament hat
lassen ausgehen.5
Und bin des hochlich erfreuet/ das erc
frey offentlich bezeuget/ er wolle solche seyne lere/
nicht als
fur eyne gewisse und beschlossene warheyt gehalten ha-
ben/ wie er auch selbst noch nicht hallte noch halten
kan/ sondern habe
seyne meynung und synn/ dfrage weyse d
an den tag geben/ zu horen und erfaren/ wol man die war-
heyt můge grundlich und statlich erweysene und bekreff-
tigen. Und zwar wenn ich hynder mich gedenck6 und
mich umbsehe/ so ist myr selbst wol bewust/ das fast
al-
ler seyner buchlinf Titel odder oberschrifft/ dermassen lau-
ten und gestellet sind/ das er gleich eynen wahng7 und dis-
putation
furgebe/ und nichts endlichs/ als artickel des
glaubens/ schliesse/8 denn so lauten gemeyniglich9 seyne
titel/ Ob man aus der schrifft dis
odder das beweren10
můge〈.〉11
Dazuh seyner vorrede auch ettliche
bedingen12/ das er
frage
und forsche/ und andern ursache/ mit zu fragen
gebe und mit zuforschen
reytze.13
Aber14 weyl er so mit trefflichen
hefftigen worten ynn
seym schreyben die sache handelte/ und ich sahe/ das so
viel leute drauff fielen und sich dran hingen/15 vergas ich
seyner titel undi vorrhede/ und meynet selbs
furwarj nicht
anders/ denn es
were seyne ernste meynunge/ und also ist
villeicht allen andern auch geschehen/ der
halben yhm
warlich wol von noͤtten ist/ und er auch schuldig war/
solche
verklerungek16 aus zulassen17. Und wie wol es ferlich18
ist/ ynn sachen und artickeln des glaubens/ wancken/
fehlt zweyffeln odder allererst19 disputirn/ so yemand endlich
drynnen beharret/ so sind wyr/
so da gewis sind/ doch
schuͤldig/ den selbigenlmwanckenden und fragenden m
her-
tzen zu helffen/ und ynn solcher ferlickeyt20 die hand zurey-
chen/ yhre frage und forschen/ ursachen und bewegungen
freundlich zu hoͤren/ und mit der schrifft
zuverlegen21/ und
yhnen
herauso zuhelffen. Denn es ja
nicht zuverzweyffeln
ist an denen/ die da wancken und umb rechten grundt22
fragen und bitten/ als die noch
nicht verstockt23 und ver-
suncken sind/ sondern noch auff schiessen24 und schwym-
men und gerne zum
uffer wolten.
Denn das las yhm25 eyn iglicher
gesagt seyn/ Was
aus dem heyligen geyst gelert odder verstanden wird/
das hat
dise zwo tugent an sich/ Erstlich/ das es ge-
wis und sicher macht/
denenp der es hat/ wie Johannes
spricht 1. Johan. 2. Wie euch
die salbung leret/ so ists
war/ und ist keyne luͤgen.26 Zum andern/ das es mutig/
freydig27/ und getrost macht/ solchs auch
zubekennen wid-
der tod und teuffel〈.〉28 Darumb heyst er auch Spiritus ve-
ritatis/ Eyn geyst der warheyt29/ Geyst/ das er mutig
und getrost macht/ Warheyt/ das er sicher und
gewis
macht/ das nicht anders sey noch seyn kan. Weyl nu
D'octor'
Carlstadq/ Zwingli und auch alle ander/ so diesen ar-
tickel30 handeln/ aus eym wahnr31 und fragen davon reden/
wie sie selbs bekennen/
ists gewis/ das sie den geyst ynn
dem stuck32 noch nicht haben/ auch aus menschlichem
dunckel33 und nicht aus dem geyst
reden〈.〉 Drumb sich eyn
iglicher fur yhrer meynunge also
huͤten und halten soll/
das er nicht drauff falle und dran hange/ sondern so
er
auch mit yhnen zweyffelt und wehnet/ harren34 und verzi-
hen35/ bis er auch gewis und sicher werde/ oder wird
seyne
seele ynn ferlickeyt36
geben/ Denn was wyr gleuben sollen/
das mus nicht wahns noch dunckel37/ sondern gewisse
warheyt seyn/ darůber wyr
tausent helsse lassen38
moͤch-
ten. Gottes gnadet sey mit unsu.v AMEN.
fehltWeyl ich wAndres Boten-
stein von Carlstadw/ verneme/ das etliche auff meine buch-
er/ wilche
ich von dem hochwirdigen Sacrament ge-
schriben/ als auff ein
bewerte gotliche lere fallen39/
und
das nu fur gewis halten/ das der leyb Christi in dem
Sacrament
nicht leyplich sein kanx/mus ich mich besser
erkleren40/ und was yderman von meyner schrifft
halten
soll/ vermelden.
Wie wol ich gemeint/ das niemand eyneny solichen ernst-
lichen synn aus meynen buchern schepffen
mocht/ den er
fur eynen gewissen gotlichen grund41 achten wurd/ die
weil ich mit klaren worten
schreib/ das ich Christliche
weisung annemen wolle42/ domit ich mich ye heymlich43
schuldig gebez und bekenn/ das ich selbs noch
ungewiß
bin. Item/
weylaa ich auch
schreib/ das ich kein schrifft
hab/ wilche mich zu dem alten oder anderm
verstand44
dreyb/ und meyn
schreiben alßo gestelt hab (als mich
dunckt) das ye draus verstanden sal werden/
das
mich
kein schrifft fahe45/
noch unter disen gehorsam werff/
das ich sagen muͤstab/ Der leyb Christi muß leyblich yn
des Hern
brot seyn etc.
Denn das red und
schreib ich von meynem kopff und
von meyner vermogenheit46 und verlihener gnad/ und ni-
cht
von aller menschen verstand und gnad47/ Wenn48 bey
solcher schrifft oder rede steht auch/ das alles unaußge-
schlossen/ das viel tausent zu finden seind/ wilche viel ge-
schickter augen und oren von Gott haben entpfangen/
denn ich/ die Gottis
wort grundtlicher vernemen kuͤnden
denn ich/ die einen verstand gottis49 finden/ an dem ort/ da
ich
nichts finden mag/ Denn ich weiß es wol/ das ich
durch naturliche krefften50/ den synn heyliger schrifft
nicht
vermag ergrunden noch außgraben. Das alles solten
die leser meyner
bucher bedacht haben/ und nichts fur be-
werdt51 und gotlich52 halten/ ehe sie sich auß der heyligen
schrifft
Gottes versicherten/ acDie weylsac aber nicht gesche-
en ist/ und noch nicht viel
geschicht/ sollen das soliche
fehlt Junger53/ ßo allein fassen werdo54
schreibet/ wissen.55
Das ich wol willens bin gewest/ ein gotliche und
bewerte lere zu geben/ Aber nicht
ehe/ auch nicht weyter/
denn so wir56 die schrifft genugsam erforschet und durch-
wuͤelt
hetten. Alßo das wir eigentlich wisseten und nicht
meyneten/ gewiß wurden/ und
nichts mehr zweifelten/
Ehe das geschicht/ wilchs nochad ungescheen ist/ solt mein
lere nichts
besserae geacht werden/ denn als
eyn wahnaf und
gutdunckel57.
Und die leuthe58 solten die zeyt
nachforschen und erken-
nen und keyn volkoͤmlichs odder
schlislichs59 urteyl aus
meyner schrifft schepffen/ sonder still stehn60. Als Paulus
leret/ Eyner
odder zween sollen reden/ die andere urteylen
oder erkennen/ So aber eynem eyn
offenbarung geschicht/
soll der redner schweigen.61Des solten sich meyne leser be-
fleissenag/ nemlich
erkennen/ und nicht schlissen
noch ge-
wis machen/ ehe die offenbarungah kommen wehr/ odder
ehe sie von
Gottes wort uberwunden und gefangen
und ynn eynem gehorsam Goͤttlicher warheyt
getrieben
weren.62
Aber derai
meinsteaj63 teyl/ verlest die
heylige schrifft/ak
und
wenig achten was ynn der schrifft gegruͤndt ist/ aber vil64
rhuͤmen personen65/ und haben keynen andern trost
odder
grundt/ denn diesen sandichten66/ Der oder yhener hats ge-
schrieben/ der lernet67 das/ ich halts mit yhm. Also
suchen
sie nicht den bornal68
der lebendigen und unbedriglichen69
wasser70/ sondern
cistern71/ aus welchen
natuͤrlich nicht
guts und keyn warheyt flyssen kan/ sondern torheyt/ be-
drug etc. Nemlich/ Sie verlassen Gott/ und sehen men-
schen an/ von welchen steht geschrieben/ Was aus ihren
hertzen
gehet/ das befleckt sie/ Matthei 15.72 Item/ Alle
menschen seind luͤgner Psal. 17am.73 keyner achtet Gott Psal.
an20. 3.an74
Wissend yhr nicht was die schrifft redt?75
Spri-
cht nicht aoGott alsoao? Verflucht ist der auff menschen
vertrauet?76 Item/ Alles was fleisch und blut
offenbart/
das ist Satanisch und nicht Goͤtlich/77 verfuͤrisch und
nicht warhafftig/ verechtlich
und nicht loͤblich/ Ist
fehlt das nicht erschrecklich/ das menschliche weyssheyt eyn
feyndtschafft kegen Gott ist?78
Und das unser weyss-
heyt Gott nicht kan wolgefallen?79Daraus solt yhr yhe
allesampt klug und
gewis seyn/ das nicht gut ist/ noch
Goͤttlich geseyn80 kan/ was das fleysch und das blut des
Carolstatsap81 erfindt/ versteht und furlegt odder lernetaq82. Nu
aber ist es nicht gut
noch83 unferlich84? Ey so solt yhr bil-
lich85 yns Carlstats buͤchern fuͤrchten/ das yhr
etwas fur
Gottis86
erhaschenar moͤcht/
das Carlstats ist/ Etwas fur
gut/
das boͤs ist/ moͤchtet erwischen.87 Nu thut augen
und
hyrn88 auff und bittend Gott/
das er euch fur89
fal-
scher lere beware/ so offt yhr der menschen buͤcher
lesend.
Warlich myr ist es
yhe widderas90 gewest/ das etliche auff
die
person zufallen und drauff behafften.91 Wiltu aber
nach personen rhuͤmen Zwinglium odder Carlstat/ so
wuͤrdestu nichts gewinnen/ als itzt
gesagt ist/ und dich
ynn ferlickeyt setzen/92 als93 ich
dich itzt gewarnet hab. Uber
das94 weyssestu fast wol95/
das viel heyligen sind gewest/
und noch sind96/ welche disse lere/ Der leyb Christi ist leyb-
lich
ynn dem Sacramentat
und wird leyblich genossen/
fur Goͤttlich halten. Wie viel mertererau97 sind ynn disem
glauben verstorben/ Wie viel der ander heyligen?
Wiltu
von hochgelerten reden? wilcher ist gelerter denn Augus-
tinusav? gelten dyr Cyprianus und Jeronymusaw nichts
nit? was gilt Ambrosius? was Bernhardus?ax98 Wiltu
den hauffen99 auch ruͤmen/ so hats der ander teylay weyt be-
sser/ wie wol das verbotten ist/ dennoch
plappen100 etliche
daher/
yn den neuen verstand/ und wissen von keynem
andern grund zu reden/ denn von armen
personen.
Das bekenn ich fur Got/ one schimpff101/ sondern aus her-
tzen/ Alles was ich ye aus meinem
eygenthumb102
geschri-
ben/ geredt/ oder auch geleret hab/ oder aus mir selbs
hab
gefunden/ das ist menschlich/ falsch/ unloblich/ verfuͤ-
risch/
satanisch/ zu forchten und zu flihen/ yn di das mus ich
der warheyt zu ehren und zum preis gottis
bekennen yn
gotlichen sachen oderaz leren. Rhůme nun des Carlstats
schrifft odder bucher one verstand
gottlicher warheit?
fehlt Darffstu noch die lere eines armen menschensba
ausbla-
senbb103/ und dich mit der selben erheben? Nicht
allein yn disem artickel104 von dem hochwirdigen Sacra-
ment/105 wil
ich das gesagt und von meyner lere gehalten
haben/ Sondern yn aller materienbc/ wilche ich ausge-
schriben hab/ von der Mess/ von Gotzen und von an-
dern
artickeln/106 Nemlich das wil ich
haben. Keyner sal
dencken/ das meyne lere/ gut/ gerecht/ warhafftig/ gott-
lich oder heylsam sey/ er sey denn des gewis worden aus
dem
heylsamen wort Gottis/ denn mein schrifft wil ich
nach gottis und aus gottis wort
gericht107 haben. Aus108
der heyligen schrifft
sal109 der leser mein lere
loben odder
schelten. Aber viel fallen uber yr gewissen und fuͤessen110 yn
meine bucher/ als111 hungerichte seuenbd112 ynn dreck/ und als
der seuenbe art ist schlappen sie den kat
hinneyn/113 und
das
edel perlinbf/ Gottis
wort/ dretten114 sie unther
sich/ in denn
mist/ und lenckenbg115
Gottis wort nach meyner lere/ alles
widersins und verkeert und wider meynen
willen.
Was ist die ursach? Das ist die ursach/ das der mein-
stebh116 teyl nicht grund und warheit/ sonder
fuͤrwitzebi117 und
neuheit suchen.118 Wenn119 mich dunckt/ das nicht wenig in
meinem
wahnbj oder
gutdunckelbk120 lauter neuheit und sel-
tzamkeit121
halben fallen/ und nichts anders furhaben/ denn
das sie etwas neues/ fur122 andern/ in tabern123 und im quast124
reden wissen. Sind aber
soliche nicht rechte lustgreber125/
arme und nerrische leuthe? Mochte nicht eynem aller lust
zu schreiben
verleschen126 ym angesichte
solicher eersuchti-
ger gleisner127? Seind das nicht die lose/ rauche128/ und un-
gleubige leuthe/ die nichts denn eere und rum suchen?
Wilche/ gleich denn129 Gottis
wort am hochsten unehren
und schmehen/ wenn sie sein gotlichs wort zu eigem
rum
blumbher
tragen bl und
ausbreittenbm.
Warlich bey solchen ist nichts/ denn eyn auswendige130
farb/ und ynnwendig eytel schelm und
oeßbn131. Sie pauen132 und
troͤsten sich auchbo auff nichts denn auff eyn roer133
odder senffts windlein134 der person/ Das sind
die sauen/
welchen man keyn perlinbp furtragen135
soltbq.136
fehlt
Damit aber wil ich nicht137
alle menschen straffen138/
noch die frumen Christen von der lection139 Christlicher
schreyber abschrecken odder abhalten. Denn Paulus
schreybt also/ Ihr solt alle ding
pruͤfen/ was gut ist/ be-
halten/ 1. Thess. ult'imo'140〈.〉 Wil auch
nyemand vom brauch
der Prophecienbr141 abzihen/ Noch den
kleynistem ynn dem
hyndern/ das er hoͤr und richte/ syntemal142 ich wol weys/
das Paulus schreibt/ Ich wil das yhr alle propheceyet/143
und erkennen odderbs richten moͤcht/ 1. Corin.
14.
Ich wil auch nyemand ynn seyn Goͤtliche offenba-
rung reden/
dieweyl ich weys/ was Matthei 11144 steht ge-
schrieben/ und Joannis 5145. Noch Gottes geyst dempffen
oder austilgen/ denn die schrifft sagt/ Ihr solt den geyst
nicht austilgen/ 1.
Thessa. 5.bt146 sondern pruͤfen/ ob er aus
Gott ist.147
Was gut und Goͤttlich ist/ das ist heylsam und
warhafftig und anzunemen/ bey
welchem mans findtbu/
er sey alt odder jung/ man odder kind/ hoch odder ni-
der/
was auch ynn meynen bůchern Goͤttlich ist/ das
selb widdersprech ich nicht/ Mich
dringt auch niemand
zum widderspruch Goͤttlicher warheyt/ vernym mich148.
Aber das kan ich nicht leyden/ das sauenbv ynn meyne
lere portzeln/ die Christen seyn wollen/
und nichts fressen/
denn nur das/ was sie fur menschlich achten/ Die lere
aber
Gottes richenbw149 sie an/ als hunde ym
furlauff150/ und
fragen
nichts nach Got/151 und nach
yhrer seligkeyt. Mer-
ckendbx mich152/ was nicht Goͤttlich ist/ das verwerff ich/
und wil das yederman frey
hyn werff.153
Wes du aber noch ungewis bist/ des soltu dich bey-
leyb nicht
durch meyn schrifftby
gewis machen. War-
heyt/ warheyt Gottes durch Gottes gnad erkant/
die kan
und soll dich alleyn/ von allem yrthumb und mangel/
frey/ sicher und
gewis machen.154 Joann. 8.
Wilche du an
dem ort suchenbz must/ da sie ligt/ oder in der gassen steht
und
schreyhet/ Kumpt her zu mir etcca.155
Ich habs muͤssen lassen gescheen/ das mein bucher
zum druck gekommen156/ das ich nicht anders gemeynt
fehlt hab/ noch auch heut anders verstehn/ denn das mein
dunckel wol erweißlich/ gut/ recht/ gotlich/ und heylsam
sey.157 Ich bin aber des nicht gewis/
drumb darff mich
keyner grosser machen/ denn ich bin/ noch hochercb
anzi-
hen158/ denn ich mich aus geb. Meine bucher kuͤnden auch
nichts schaden/ noch ymands
verfuͤren/ wenn sie gelesen
und geacht werden/ als ich sie wil gelesen und
geacht
haben/ wie oben159
beschribencc/ Denn
zwar so wenig schaden
sie/ das etliche ym glauben fester und gewisser worden
sein/ denncd
vor160. Darumb hab ich auch
nicht grossen un-
danck verdient.
Wie wol ich gern wolt/ das keins161 in die welt geschri-
ben wer/ der gesellen halben/ die
nichts nach gottlicher
warheit fragen/ oder das fur gewis und bewerdt halten/
des sie kein andere urkund162
haben/ denn eyner armen per-
son namen/ Und warlich wenn ich mich
diser ferlichen163
zeiten
hette besorgt/ es solt keyner mein bucherce von mir
mit einer holtz axte gebracht haben/164 Denn ich hab drumb
im elende
umbher muͤssen lauffen165/ und
hab allen meynen
feinden an den enden166 seyn muͤssen/ do sie mich cfhin ge-
wunschtcf odder hin gelogen/ Das
ist auch der ursachen
eine/ die mich bey den koͤstlichen Christen/ wilchecg ehe ver-
thuͤmench167/ denn sie erkennen/ in verdacht
des auffrurs ge-
worffen.168
Und
furwar/ ich hatt mein lere vom Sacrament etc.
nicht weiter/ noch in mehr personen/
außgestrauet169/ denn
yn
die/ ßo mich muͤndlich hoͤreten/170 und wenn einer gethan
hett171/ so weren soliche bucher noch yn der dinten und fed-
tern172.
Mich bat ein guter freund173/ ich solt yhm doch fur
sein person solichen verstand schrifftlich stellen und ley-
hen174/ der selb
bracht175 soliche lere vom
Sacrament mit freunt-
lichen viel worten und anhebiger bit176 von mir/ Darnachci
kamen meine buͤchlincj yn den druck/ und auß dem druck
in die weite welt/177 und ich armer bin alßo in armůtt ge-
fehltkommen und bey vielen ein eckel und greuel worden/ die
fehlt
mich nicht fur einen feind/ sondern als einen irrigen178 mit
seufftzen/ aus Christlicher liebe solten
gesucht und her-
wider bracht haben/ Syntemal179 ich ye und ye das liecht
begeertck180/ mich zu recht und verhoͤr181 erbotten/ und mich ey-
nes bessern hab woͤllen/ lassen weisen wo ich ye gewest
bin.182
Hirauß versteht menigklicher183/ wie er mein schreiben
urteyln und halten sall/ und das ich selbs nicht
schweren
darff184/ das
alßo185 sein muß.
Schrifften186 aber hab ich
ge-
braucht/ eingefůert/ und furgelegt/ auff wilche ich
meine
lere gegruͤndt undcl auffgericht/ Wenn ich nu die selbige
schrifften (das warlich aus
unwissenheit gescheen und
mir leyd wer) mißbrauchtcm und verkeert hab/ So ist ge-
wißlich mein lere nicht gut noch gottlich noch anzu-
nemen.
Ich hoͤre auch/ das Doctor Zwinglius in
einem buͤ-
chlin schreiben sall/ das mein lere recht sey/ aber doch
ni-
cht aus den heyligen schrifften volg/ wilche ich
einge-
fuͤert hab.187 Wo das alßo were/ hett der gut man188 yhm189
und mir/ einen herten stoß geben/ Denn ich hab diese
sch-
rifft190/ das fleisch ist nichtscn nutz191/ auch fur einen grund an-
gezeigt/192 Den selben
aber achtet Zwinglius fur den
besten
und aller sterckisten grund/ als ich auch hoͤer193/ Darumb
weis ich nicht/ was er selbs meynt/
und wie ers cowil
ver-
standenco haben/ oder wie gewiß er in seynem hertzen ist/
oder
ob er meinercp person
halben ein solichs urteyl gespro-
chen.cq Das aber wil ich haben von meinen lesern/
das
alle die jene/ ßo wissen/ das meine gruͤnde undienlich oder
untuglich
seind oder ubel gelegt seind/ auch mein gebeu194/
wilchs ich drauff gesetzt hab/ fur unrecht halten
sollen/
denn es gilt uns mehr denn ecker undcr wesen195/ leyb oder tod/
es gilt196 uns das ewig leben oder das ewig
feuer/ Der we-
gen soll ein jeder auff den rechten grund gottes
sehen/
wissen und nicht wenen197/ auch nichts schlissen198/ bis er ge-
fehltwis werde/ denn
wir sollen nicht in einem erdichten
fehlt199
glau-
ben einher faren/ der kein wort gottis weis.
Aber mich soltcs drumb keyner
feynden200 oder
vervolgen/
das uns ßo viel dran gelegen/ ist er ein Christ/ ßo hab
ich danck
verdient/ denn ungezweyfelt ists/ das viel tau-
sent in disem und
andernct artickel
nichts mehr gewist201
ha-
ben/ denn von plosser202 alter gewonheit zu sagen/ die war-
lich
nicht einen buchstaben/ des worts des glaubens
wisten/ auß wilchem der glaub kompt/
und itzt bewegt
werden/ die schrifft und das wort Gottis selbs und in
vleis
anzusehen/ wilchs yhnen zu grossem heyl wird ge-
rathen/ denn wir
ye sonst von keyner weißheit/ noch von
gotlichem geheymnis rhumen dorffen/ als Deu.
4. und
29cu. und
in viel episteln Pauli203 steht geschriben.
Denn warumb/ sie dorffen nicht dencken/ das sie einencv
rechten glauben oder selige
augen haben (als die Apostel
des Herrn hetten/204 und wir alle haben muͤssen/ so furcw Got
gerecht und unstrefflich seyn
wollen)cxwenn sie nicht
von
Gott geleert205/ und
vom wort des glaubens nichts wissen
zu zeugen206/ sondern allein von diser geigen207/ Ich habs al-
ßo
gehoert. Mein eltern habens auch alßo gegleubt/
Denn Christus spricht alßo/ Wilcher
aus Gott ist/ der
hoͤret Gottis wort. Johannis .8.208 Mein schefflin horen
meyn stymm/ der frembden
stym horen sie nicht/ Joan.10.209
Bewaret cyeuch fur cy210 den falschen propheten/ Sie reden
die
geschichtecz211 ires hertzens/
Hie.23.212 Item/
dein mutter ist ein
Cetea213/ dein vater ein Amoroer/214
wie die mutter ist also ist
die dochter/ und derda son als der vater/ Ezech. 10.215 Darumb
ist der
rum und trost falsch und zu forchten/ in wilchem
die welt ist anher gelegen216/ und nichts anders gewist217 hat/
denn von dem glauben der
eltern/ und vom geschrey der
wulffendb/ wilche scheffen peltz antragen.218
Fur219 Gott freu ich mich des/ das ich in
allemdc
mey-
fehltnem schreyben/ diesen
fehltgrund gesucht/ gemeint/ und gelegt
hab/ Dasdd Christus durch seynen gehorsam/ ynn seynem
tode am creutz/ unser
gerechtickeyt furde220 Gott/ und unser
volkoͤmliche
und ewiger erloͤser ist worden. Also/ das
wyr volkoͤmliche vergebung aller sunden
durch seyn ley-
den haben/ als Paulus221 wol hundert
mal schreybt/ und
Esaias und Christus zuvor gelernetdf haben.222 Item/ das
wyr disse vergebung
unser sunden nicht aus eyteler gnad
haben/ sondern aus gerechtickeyt/ das ist/ wyr
haben eyn
rechte redliche bezalung unser sunden/ das ist/ Christus
hat so viel
und mehr geliden/ denn wyr alle gesundigt
haben/ und er hat die handschrifft unser
schuldt mit sey-
nem leyden gelost223 und alles bezalt/ das ynn der hand-
schrifft beschrieben224/ und hat unser handschrifft ans creu-
tze
gehefft225/ Die handschrifft
unser schuldedg ist
das gesetze
Mosi/ welches Moses zu eynem gezeugknis unser sun-
den/ schuld/ und
boßheyt und torheyt geschrieben hat/
als Moses
selbs sagt odder Gott durch Mosen/ Deut.
31.226 das selb gesetz Gottes
offenbart unser sunden/
Ro.6.7.227 und so offt wyrs ansehen/ so offt finden wyr
denn unser schuldtdh/ und yhe tieffer wyr
hyneyn komen/
yhe mehr sunde finden wyr/ Und zu dem/ unser verfluch-
ung und Gottes zorn wider uns. Aber Christus hat
das selb
gesetz odder handschrifft hynweg genomen/ wie
gesagt ist/ und ans creutze
gehefft/228 Ephe. 2. und so
gar
auff gehaben229/ das
keyn gewissen mehr da ist/ sondern ge-
wissen und gesetze der
sunden auffgehaben ist/230
Hebre. 9.
Also/ das wyr widerdi231 klag noch schulddj/ noch zorn Got-
tes/ noch den teuffel (dem wyr unser schuld halben wa-
ren gegeben) mehr furchten dorffen232/ und frolich233 also
fragen und antworten muͤgen/ Wer wil uns
lasterhal-
bendk verklagen? Gott ist der uns rechtfertiget/ wehr wil
uns verthůmendl? Christus ist
dmda derdm fur uns gestorben
ist.234 Was? Gott ist auff
unser seyten/ so nu Gott fur
uns ist/ welcher kan widder uns seyn? Gott hat
seynes
eygen sons nicht verschondt/ sondern yhn fur uns gege-
fehltben/ wie kuͤndts geseyn
fehlt235/ das er uns nicht alle sund
verge-
ben hette? Ro.8.236 dem nach haben wyr gerechtigkeyt/ und
mit rechte seynd wyr
ledig237 worden und unser
schuldt ist
bezalt und nichtsdn dran geschenckt/ denn Gott hat sey-
nen son fur unser schuld hyn geben/ und der son selbs hat
sich als eyn
erloͤsedo gelt fur
uns gegeben/ 1. Timoth.2.238
und
hat unsere schaden teurerdp/ denn mit sylber und golt/ be-
zalt/
denn er hat uns mit seynem fleysch und blut/ leyb
und leben erloͤst/239 und alle schuld aller welt
reychlich/ vol-
koͤmlich/ gantz und gar abgelegt/ und dqgar uberauffdq240 eyn
mal bezalt/ und er ist nicht eyn
scherfflin schuͤldig blie-
ben/ Darumb sind wyr mit rechte vom
teuffel komen241
durch
Christum/ und nicht aus lauter gnad. War ist es/
so wyr Got und die gerechtickeyt
Christi zu uns halten
und vergleychen/ so haben wyr nichts denn lauter gnad/
Wenn draber
wyrdr die erloͤsung
Christi kegen242 unser
schuldt
vergleychen/ so haben wyrds mehr denn gnaddt/ denn Chri-
stus hat uns seyn leyden
geschenckt/ das ist/ Christus
hat uns das gelt geschenckt und zueygen gemacht/
da-
mit wyr alle schuld bezalen. Wenn myr eyner zehen243
gul-
den schenckt/ mit welchen ich meinem schuldiger bezalet/
das geschenck wer eytel244 gunst
oder gnaddu/ aber die abloͤ-
sung stund ynn der gerechtickeyt. Wenn er auch das
gelt selbs
gebe und machet mych selbs ledig/ so het ich denn
nach245 gnaddv und gerechtickeyt/ und ich wer der erloͤsung
sicher und
gewis. ¶ Also246 hab ich die
vergebung unser sun-
den geleertdw und dissen grund hab ich gelegt/ und
die gleu-
bige dazu beruffen/ das sie lerneten/ wie Christus
gar
unser gerechter ist/ als er von247 propheten verheischen248/ Hie-
remie 23〈/〉 Esa.
53〈/〉 Luce 2.249 und wie uns Christus durch
seyn leyden rechtfertigt/ und wilcher weyse
wyr vergebung
der sunden yn dem vergossen blut Christi haben erlangt/
auff das
sie vergebung yhrer sunden nicht also suchten/
noch also verstunden/ als wenn eynem
eyn priester sund
vergibt/ oder als Christus auff erden sprach/ Stehe auff/
deyn sund seynd dyr vergeben/250
sondern von der gerechtig-
fehltkeyt unser
erloͤsung zu reden wisten/ und die gerechtickeyt
fehlt
unsers
glaubens verstunden/ und wie Gott unser hertz
durch den glauben an Christum
rechtfertiget. Das aber
ist yhe der recht grund/ nemlich/ Jhesus Christus der
ge-
creutzigt/ und keyner mag eynen andern grund legen251/ des
freu ich mich.
Hab ich nu aus unwissenheyt auff disen grund heu
odder stoppelndx gebauhet/252 so hab ichs aus unverstandt
gethan/ es ist
myr auch noch gar unbewust/ hett ich
aber wie itzt gesagt/ eynem253 eyffer Gottis und keyn kunst
gehabt/ und etwas drauff gebauet/ das durchs feur
soll verzeert werden/ hoff ich fur
mich/ ich hab feurs
gnug erlyden/ und den schaden uberwunden.254
Wehr aber yemand durch solchs heu/ holtz odder
stoppelndy betrogen/ der solte sich/ und nicht
mich/ beschuͤl-
digen. Erstlich/ das ich nyemand gebotten odder
ge-
noͤttigt hab/ meyn lere anzunhemen. Zu dem andern/
das
ich die leuthe von myr zu der warheyt/ und zudz
Chri-
sto geweyst255 hab. Zu dem dritten/ das eyn iglicher
Christ aus der lere Christi
wissen sol/ das er eynfeldig
alsea eyn taub/ und witzig256 alseb eyn schlang seyn/257
und die
geyster pruͤfen sol/ ob sie aus Gott seynd odder nicht258/ als259
ich oben vermelt hab/ Der wegen ist die
schuld der ner-
rischen leser (ist yrgent eyner verfuͤret/ das myr
nicht be-
wust ist) von welchem ich oben geredt und geklagt/
das sie menschen thand eynec
schlappen260 und Gottis
wort
nicht ergruͤnden.
Drumb hoff
ich untherdeniglich zu allen Christli-
chen Fuͤrsten und
herrn261/ und wil mich des zu
allen an-
dern Christen freuntlich versehen262/ das sie mich nicht zu
hoch beschuͤldigen
werden nach dieser leuterung263/ Noch
myr die schuld
gar geben/ das etliche eynen solichen/ et-
liche eynen andern synn
von dem hochwirdigen Sa-
fehltcrament halten/
odder anders
fehlted verstehnd/ dens264
gemeynig-
lich gepredigt wird/ Was Gott pflantzt/ das bleybt
furee265
wind und gewesser. Was Gott nicht
pflantztef/ das
wird ausgerodt und vergeen266/
da hilfft keyn wehreg. Dordeh
tut keyn
gewalt.267
Bitt untherdeniglich alle Christliche F'ürsten'ei und herrn/
und alle die Gott
lieben/ wollen diese leuterung
ynn
gnaden und freuntschafft ermessen/ myr nicht verkeren268/
das ich nicht so geplumbte wort269 schreib/ als ich gern
schriebej/ wenn ich
kondtek. Mich
unverhortten270 nicht
wei-
der271 bedrengen noch vervolgenel/ nach272 gestatten/ das ich
bedrengt odder vervolgt werd/ ehe ich emuberzeugt byn.em273
Und so man meyneren yhe nicht
wolt verschonen/ das
sie doch yhres eygen heyls schoneten/ denn Gott wird
allen menschen/ mit der eln274
und mit demeo mas
messen/
mit welchen sie messen275/ Welcher aber den aller geringsten
beleydigt/ der Gott zu steht276/ der hat den augapffel Got-
tes beleydigt/ Zacha. 2.277 Gott wird auch nicht alleyn
tetliche vervolgunge straffen/
sonder die auch/ so aus
dem munde gescheen/ als geschrieben steht/ Welcher
sey-
nem bruder sagt/ Narr/ der ist des feurs wirdig/ Wel-
cher auff seynen bruder zornetep/ der ist des gerichts schuͤl-
dig Matt.
5.278 Welcher seynen bruder
hasset/ der ist eyn
moͤrder/ 1. Johan.3.279 das seynd erschrecklich wort/ zube-
dencken
ym hertzen von allen denen die Gottes straff
fuͤrchten odder die wissen/ das Gott
seyn straff/ welche
er aus seyner Goͤttlichen langmuͤttigkeyt verzeugteq280/ mit
der grosse und schwere281 vergleychen282 wuͤrd/ Ro. 2.283
Wel-
cher nu meyner nicht schonen wil/ der schone doch
seynerer
selbs/ denn es
bleybt nichts unvergolten/284
das hat Gott
gesagt der nicht leuget285. Ich byn yhe aller Christen glid/286
denn ich weys und beken/ das mich Christus
durch sey-
nen todt erloͤst/ ynn das reych seynes vaters gefuert/
und
des hymelischen erbs teylhafftig gemacht hat/ So nu
fehlt mich der glaub/ welchen ich zu der287 volkomene gerechtig-
keyt
Christi und unser erloͤsung hab/ verursacht hat zu
dieser lere/ bit ich mich nicht
fur eynen frembden zu hal-
ten/ und mich nicht zuverderben/ dieweyl
mich Christus
erlost und fur mich gestorben ist.
Wollen esaber
miches etliche
nicht fur eynen Christen
halten/ so muͤssenet sie mich fur eynen frembdling288 halten/
und mich mit dem rechte Gottes
richten/ als Gottis ge-
pott laut289/ Wenn nu F'ürsten'eu und herrn/ buͤrger und
pau-
ren abermals meynerev nicht wolten schonen/ solten sie
aber des gerichteew Gottes/ und yhr selbs schonen/
Das
gerichteex ist yhe
Gottes/ Deut.1.290 und nicht der
leuthe/ wel-
chs gebeut291/ das man keynen verthuͤmeney292 soll
auff eynes
mans gezeucknis293/ Sagt auch ezunheymlich dasez
dem er-
geen werd/294 der falsch gezeugt oder mutwilliglichfa falsch
richtet/ als295 dem/ den sie verkuͤrtzen296/ den sie beschweren/
odder
mit unrecht verletzen.297 Nu byn
ich widderfb298fcvon
zweyen zeugen/ noch von eynem
uberwundtenfc/ und
werd
dennocht von yederman schier299/ als wer ich der aller erg-
ste/ beschweert. Eyner wil
mich nicht sehen/ der ander
stelt nach myhr300/ mich zufangenfd und zuermordten. Der
drittfe verbeut myr essen und trincken zuverkeuffen/ der
vierd
scheubtff301 sonst zu/ und ist des
drengknis so viel/ das mich
duncket/ das es ordenlicher ynnfg
Tuͤrkey zu gehe.
Christus
hat den obersten bevolhen/ das sie die yrrigen302
ynn barmhertzickeyt suchen/ und wider brengen/ und
99.fh
schaff die weyl gehen
lassen sollen/ bis sie eyn yrrigs wi-
der zu recht brengen.303 Wie das itzt aber ynn der Christen-
heyt gehalten/ ist kleglich zu hoͤren und nicht grosse ehre/
wird aber seynen lohn erlangen/ wenn nu der gerecht
richterfi seyn gericht fjsitzen wird fj/ und denn eben die unbarm-
hertzigen mit unbarmhertzickeyt richten und straffen
wird.304
Liebefk Christen gleubt mit
massen das ubel/ denckt
fehlt doch eyns/ das disse bosheyt/ der neyd und has nichts
guts erdichten/ noch reden/ Das ich neyd und haß durch
meyn lere vom Sacrament
erlangt/ des byn ich mit un-
verwindlichenfl305 schaden ynnen worden. Setze es aber/
das306 solcher neyd und haß Goͤttlich
gewest sey ynn etli-
chen/ So sind yhr dennoch viel mehr/ die nicht
mehr
von Gott wissen/ denn307 des fmmuͤllers
eseln fm/ an dem
meynfn308
und das leyden Christi nicht
weyter verstehen odder lie-
ben denn Cayphas309/ die mich aus gifftigem neyd und
haß vervolgt haben/ und auch erwuͤrgt hetten/
wenn ich
nicht von Gott wehr geschuͤtzt und beschickt310. Die mich
one ordenung/ und on grundt gehast/
die allerley luͤgen
auff mich erdacht und uber mich aus geworffen/ und
andere
ynn yhren haß wider mich gezogen haben/ Soll
es aberfo drumbfp alles war seyn/ was soliche boßhafftige
zungen auff mich liegen311?fq wie kan ich aber yhn
weren312?fr
Ich soll der pauren heubtman oder anreger313 gewest
seyn/ der ich wenig ruw/ viel ferlickeyt314/ grossen spott und
gewalt von
den pauren gelitten hab/ solichen erlitten ge-
walt kan ich
erweysen/315 Sie
aber můgen yhre luͤgen nicht
erweysen/ Das sie fsaber michfs aus haß solicher lere also be-
ruͤchtigen316/ dem kan
ich nicht thun317/ Gott hat mich
doch
dahyn ynn soliche lere gefuert/ dem ich nicht wider stehnft
kondt/ noch seyne wege zuvor ersehen mocht/
durch wel-
che er mich nu gefuert hat.
Kuͤrtzlich/ das bit ich/ die so myr gewalt thun ver-
muͤgen/ das
sie yhr selbs schonen und Gottis ordenung
halten.
Welche nu gern neue zeyttungen318 umbher tragen/ den
sey das gesagt/ das sie sich widder319fu meyner buͤcher/ noch
meyner lere getroͤsten320 sollen.
Den andern aber/ so eynen warhafftigen verstand hey-
fehltliger schrifft begern/ rad ich/ das sie sich selbs auff
fehltGot-
tes wort legen/321 und Gott umb verstand und weyßheyt
bitten/
der mildiglich begabt/ alle/ so ynn der warheyt
suchen.322
Welchefv aber leuthe
wollenfw haben/ als323 wyr war-
lich
leuthe/ umb des wercks willen (als Paulus
lernetfx324
1. Thessa.5.325) haben und preysen sollen/fy Die finden wol
bequemere/ denn ich byn/ die
eynes hochenfz326 geystes seynd/
denn ich byn/
die kuͤnstreycher seynd/ denn ich byn/ die der
zungen327 erfarner und gewisser seynd/ denn ich. Das
schreib
ich aus warheyt und pflichtega/ denn wyr sollen eyner vom
andern mehr halten/ denn von sich selbs/
Phil. 2.328
Meyn sele
lebt Gott/ und rechtfertiget seyne weeg/ und
gilt yhr gleych/ wie es Gott macht/ Er
werff mich hyn-
ab odder heb mich auff329/ so ferngb das er myr seynen guten
frid/ goͤttlichen willen und
sterck geb und eynpflantz/
ym zu gehorsamen/330 und er meyn herr und meyn Gott
ewiglich bleyb. Amen.
Datt'um'gc Jacobi
gdAnnoge
xxv.301t_656mws331
Nach dem
eyner ist myr nicht unbekandt/ der das
seyn ynn meyne buͤcher pflegt klicken332. Der wegen ich zu
fuͤrchten hab/ das myrs nu mehr/ denn vor333/ gescheen
mocht/ und das myr eyn solicher oder andere
muͤßgen-
gergf/ nicht alleyn etliche wort und sententzengg/ sondern
gantze bůcher hynder
meynen rucken zu messen334/ ynn
wel-
chengh soliche freveler mich odder andere leuthe/ unter mey-
nemgi namen/ mit abmalung meyner
diction/335 das sie ver-
muͤgen/ angreyffen und schmehen mochten. Dennoch
sey desgj yederman hie mit verstendigt/
treulich gewarnet/
und freuntlich gebetten/ keyn neu buch unther meynem
titel336 zu keuffen/ odder fur
das meyn zu halten/ wasserley337
materien es ynnhelt/ wensgk nicht vorn ym ersten blad
disse buchstabengl338 H. G. U. B. M. hat/ das ist/
helff
Got und bewar mich/ und zu Wittemberggm
gedruckt ist.gn339
KGK 300
Einleitung
