1. Überlieferung
Frühdruck:
Endſchuldigung ∥ D. Andres Carlſtads des ∥ falſchen namens der auff⸗∥ruͤr/ ſo yhm iſt mit ∥ vnrecht auffge⸗∥legt. ∥ Mit eyner vor⸗∥rhede Doct. Martini ∥ Luthers. ∥ wittemberg. ∥ 1525. ∥ [TE]
Wittenberg: [Johann Rhau-Grunenberg], 1525.
4°, 8 Bl., A1–4, B1–4, (fol. B4v leer) --- TE.
Editionsvorlage:
ULB Halle, Pon Vg 696.Weitere Exemplare: HAB Wolfenbüttel 146.10 Theol. (6). –- HAB Wolfenbüttel Yv 1741.8 Helmst. –- HAB Wolfenbüttel 98.2 Theol. (4). –- RFB Wittenberg, Ag 4 234 alpha g 4. — UL Yale, Me45 K149 E5.
Bibliographische Nachweise:
- VD 16 B 6152.
- Freys/Barge, Verzeichnis, Nr. 146.
- Zorzin, Flugschriftenautor, Nr. 76A.
- Köhler, Bibliographie, Nr. 1877.
- Pegg, Copenhagen, 24, 167.
- Benzing, Lutherbibliographie, Nr. 2188.
Die Titeleinfassung ist geprägt von floralen Elementen, rechts und links befinden sich zwei männliche Figuren – die eine mit einem Rosenkranz, die andere mit angesetztem Weinschlauch. Am oberen und unteren Rand befinden sich zwei Wappenschilde, das obere ist leer, das untere beinhaltet das Wittenberger Stadtwappen.
Frühdruck:
Entſchuldigung D. Andꝛes Carl⸗∥ſtats des falſchen namens der auffrůr/ ∥ ſo jm iſt mit vnrecht auff⸗∥gelegt. ∥ Mit ainer voꝛred D. Mar. Luth. ∥ Erklerung wie Carlſtat ſein ler von ∥ dem hochwirdigen Sacrament ∥ vnd andere achtet vnd ∥ geachtet haben ∥ will. ∥ M. D. XXV. ∥
[Augsburg]: [Simprecht Ruff], 1525.
4°, 8 Bl., A1r–B4r.
Editionsvorlage:
RFB Wittenberg, EKU 626.Weitere Exemplare: BSB München, 4 Polem. 543 (mit Lesespuren). — UB München, 4 Theol 5463(1:12. — ÖNB Wien, 20.Dd.361. — ZB Zürich, III O 173: b,2. (aus dem Besitz Zwinglis).
Bibliographische Nachweise:
- VD 16 B 6151.
- VD 16 B 6158.
- Freys/Barge, Verzeichnis, Nr. 147.
- Zorzin, Flugschriftenautor, Nr. 76B.
- Köhler, Bibliographie, Nr. 1877.
- Pegg, Belgium and Netherlands, Nr. 284.
- Pegg, Great Britain, Nr. 222.
- Benzing, Lutherbibliographie, Nr. 2189.
Die vorliegende Schrift ist datiert auf den 24. Juni (»Dat'um' Joannes Baptiste. Anno xxv.«),1 erschien aber wohl erst Ende August / Anfang September 1525 im Erstdruck bei Rhau-Grunenberg in Wittenberg und scheint zunächst nur auf geringe Nachfrage gestoßen zu sein. Größere Verbreitung fand der Text dann mit dem von Ruff in Augsburg vorgenommenen Nachdruck als Sammelausgabe zusammen mit der Erklärung zur Lehre vom Sakrament (KGK 301).2 Wahrscheinlich im Zusammenhang mit diesem Nachdruck scheint auch eine redaktionelle Bearbeitung des Textes durch die Drucker vorgenommen worden zu sein, die zwar keine inhaltlichen, aber zahlreiche orthografische Veränderungen bzw. Korrekturen am Text beinhaltete (ey/ai; eh/ee; ye/je; nicht/nit, fur/vor; nu/nun; jdoch/jedoch; wo/wa; denn/dann; und/unnd), die möglicherweise auch der Angleichung an den Text der der Sammelausgabe zugrundeliegenden Ausgabe der Erklärung zur Lehre vom Sakrament geschuldet sind.3
Editionen:
- Karlstadt, Schriften (Hertzsch) 2, 105–118.
- Furcha, Essential Carlstadt, 378–386 Nr. 14 (Text Karlstadts); 395–398 Appendix A (Vorrede Luthers).
- WA 18, 436–445.
Literatur:
- Barge, Karlstadt 2, 355f.
- WA 18, 431–435.
- Kaufmann, Bauernkrieg, 223–226.
2. Entstehung und Inhalt
Die hier edierte Entschuldigung des falschen Namens des Aufruhrs ist eine der wenigen Quellen, die über Karlstadts Aufenthalt und Wirken in Rothenburg ob der Tauber Aufschluss geben. Auch wenn zu berücksichtigen ist, dass Karlstadt seine Aussagen in apologetischer Absicht und in der Hoffnung traf, seinen Ruf wiederherzustellen, decken sie sich doch durchaus mit den anderen bekannten Quellen, so dass sie als glaubwürdig einzuschätzen sind.4 Der Aufenthaltsort Karlstadts zum Zeitpunkt der Entstehung der hier edierten Schrift dagegen ist unbekannt. Ende Mai hatte er mit seiner Familie Rothenburg verlassen und sich auf verschlungenen Wegen und in ständiger Angst vor Überfällen über seine Heimatstadt Karlstadt am Main nach Frankfurt begeben. Hier hoffte er, Zuflucht bei seinem Schwager Gerhard Westerburg zu finden, der die Stadt zu diesem Zeitpunkt jedoch aufgrund seiner Beteiligung am innerstädtischen Aufruhr jedoch bereits wieder hatte verlassen müssen.5 Er sah sich daher gezwungen, sich am 12. Juni noch von Frankfurt aus hilfesuchend an Luther zu wenden und ihn um Unterstützung bei der Wiederaufnahme in Sachsen zu bitten (KGK 296). Da er in Frankfurt keine Unterstützer hatte, brach Karlstadt wohl noch am selben Tag oder kurze Zeit später mit seiner Familie in Richtung Sachsen auf, so dass er sich zum angegebenen Abfassungsdatum der Entschuldigung des falschen Namens des Aufruhrs, also dem 24. Juni 1525, in der Nähe der sächsischen Grenze etwa eine Tagesreise entfernt von Wittenberg aufgehalten haben dürfte.6
Ob die Schrift tatsächlich um den 24. Juni – wie am Ende derselben behauptet7 – verfasst wurde oder ob es sich um eine nachträglich vorgenommene Datierung handelt, ist ebenso ungewiss wie der Ort ihrer Entstehung. Mit Blick auf die Entfernung zwischen Frankfurt und Wittenberg kann der eingangs erwähnte Brief Karlstadts vom 12. Juni Luther erst um den 26. Juni erreicht haben,8 Karlstadt müsste also in der Hoffnung auf Luthers Hilfe gleichsam im vorauseilendem Gehorsam eine apologetische Schrift verfasst haben, um die kurfürstlichen Bedenken wegen seiner angeblichen Verstrickung in den bäuerlichen Aufruhr und damit gegen seine Rückkehr nach Sachsen zu zerstreuen. Dies ist angesichts der Rahmenbedingungen zwar durchaus möglich, ebenso plausibel erscheint es jedoch, dass Karlstadt mit der Abfassung der Entschuldigung des falschen Namens des Aufruhrs einer Forderung Luthers nachkam, der als Bedingung für seine Hilfestellung und mit Blick auf ein mögliches Prüfungsverfahren vor dem Kurfürsten und seinen Räten von Karlstadt eine Distanzierung sowohl vom bäuerlichen Aufruhr als auch – in einem zweiten Schritt – von seiner Abendmahlstheologie verlangt haben könnte.9 Damit wäre von einer Abfassung der Entschuldigung des falschen Namens des Aufruhrs nach dem 24. Juni auszugehen; Karlstadt könnte die Schrift also auch erst zu Beginn seines Aufenthalt im »Schwarzen Kloster« oder auf dem Weg dorthin verfasst haben. Hierfür spricht auch, dass Karlstadt gegenüber Luther in seinem Schreiben vom 12. Juni angekündigt hatte, nichts mehr schreiben zu wollen.10 Während die Abfassung der Entschuldigung des falschen Namens des Aufruhrs also spätestens Mitte Juli 1525 abgeschlossen gewesen sein dürfte, da Karlstadt sicherlich auf eine zügige Veröffentlichung mit dem Ziel einer schnellen Erlaubnis seiner Rückkehr nach Sachsen und der Niederlassung ebendort durch den Kurfürsten hoffte, wird die Drucklegung – anders als in der bisherigen Forschung aufgrund der Datierung zumeist angenommen – nicht bereits für Anfang Juli, also kurz nach Karlstadts Ankunft im »Schwarzen Kloster«, sondern erst für Ende August / Anfang September anzusetzen sein. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass die Entschuldigung des falschen Namens des Aufruhrs dem Kurfürsten erst am 12. September 1525 durch Luther überschickt wurde.11 Johann scheint sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht gekannt zu haben; auch eine frühere Rezeption im Wittenberger Umfeld ist anhand der Quellen nicht nachweisbar.12 Warum sich die Drucklegung so lange hinauszögerte, ist nicht bekannt, plausibel erscheint, dass Luther an die Veröffentlichung der Entschuldigung des falschen Namens des Aufruhrs zunächst die Fertigstellung der Erklärung zur Lehre vom Sakrament (KGK 301) knüpfte, die zwar auf den 25. Juli 1525 datiert ist, aber wohl erst nach dem 17. September im Druck erschien.13
Die Drucklegung der Entschuldigung des falschen Namens des Aufruhrs wurde von Luther besorgt, der damit nach eigener Aussage einer Bitte Karlstadts nachkam, wie er in seiner der Schrift vorangestellten Vorrede deutlich macht, in der er zunächst die Beweggründe für die Unterstützung Karlstadts erläutert: Auch wenn er diesen weiterhin »der lehre halben« als Feind betrachte, könne er es in der momentanen Situation schon allein aus Gründen der gebotenen Feindesliebe (Röm 12,20) nicht zulassen, dass Karlstadt der Gefahr an Leib und Leben ausgesetzt sei.14 Unabhängig davon verleiht er seiner Hoffnung Ausdruck, Karlstadt möge sich von seinen Irrlehren v.a. das Sakrament betreffend, abwenden, von denen sich Luther an dieser Stelle noch einmal deutlich distanziert.15 Kritik an seinem Vorgehen begegnet er mit Verweis auf 1. Kor 13, dem Gebot der Liebe, dem er solange folgen möchte, wie Karlstadt bereit sei, zu den gegen ihn vorgebrachten Vorwürfen ehrlich Stellung zu beziehen und etwaige Strafen zu erdulden. Allgemein mahnt er Bischöfe und Fürsten zu sorgfältiger Prüfung der individuellen Schuld statt willkürlicher Bestrafung, wie sie gerüchteweise vorgenommen worden sei16 und postuliert eine Mitschuld der altgläubigen Fürsten und Bischöfe an den jüngsten Ereignissen, da sie nicht, wie von ihren Untertanen gewünscht, für eine adäquate seelsorgerische Betreuung gesorgt, sondern stattdessen »grobe eselsköpffe, die nichts kundten« eingesetzt hätten, so dass Gott gleichsam als Strafe »auffrürische prediger unter das volck« geschickt habe. Diese Entwicklung werde sich so lange fortsetzen, bis die Fürsten und Bischöfe ihr Verhalten so änderten, dass das Volk sie liebe.17 Vor diesem Hintergrund bittet er die (sächsischen) Fürsten und jedermann, Karlstadt die Möglichkeit einer Entschuldigung (in Form dieses Buches) zu geben, um den Unmut Gottes und des Volkes nicht weiter zu schüren.18 Mit der scharfen, polemischen Kritik an den Obrigkeiten nutzte Luther seine Vorrede, um auf der einen Seite »dem durch seine letzten Schriften entstandenen Eindruck, er sei ein bedingungsloser Gefolgsmann der Fürsten und Herren, entgegenzuwirken«, auf der anderen Seite aber auch, um »die gegen ihn gerichteten Schuldzuweisungen wegen des Bauernkriegs auf die altgläubigen Herrschaften umzulenken.«19
Dieser Vorrede schließt sich der eigentliche Text Karlstadts an, mit dem er den weit verbreiteten Vorwurf, er sei einer der Initiatoren bzw. Anführer des Allstedtischen und anderer, hier der bäuerlichen, Aufstände gewesen, zu entkräften versucht. Hierzu identifiziert er zunächst drei Gründe, die aus seiner Sicht dazu geführt hätten, dass er in einen solchen Verdacht geraten sei: 1. die Beherbergung späterer Aufrührer20, 2. die Schriften Luthers, die ihn in eine Reihe mit Müntzer und anderen Aufrührern gestellt hätten21, und 3. die Tatsache, dass er aufgrund der Verfolgungssituation nach seiner Ausweisung aus Sachsen über weite Strecken gezwungen gewesen sei, sich im Verborgenen zu halten, was die genannten Gerüchte zusätzlich befördert habe.22 Diese versucht er in der Folge sukzessive anhand von konkreten Beispielen zu entkräften und fordert gleichzeitig eine rechtmäßige Anhörung und Beurteilung der gegen sich erhobenen Vorwürfe.
Zunächst distanziert sich Karlstadt von Müntzers Lehre und den Vorgängen in Allstedt.23 Hierzu verweist er auf die zwischen ihm und Müntzer bzw. zwischen den Gemeinden in Allstedt und Orlamünde im Juli 1524 geführte und zum Teil im Druck verbreitete Korrespondenz, die beweise, dass er von Beginn an versucht habe, den »Muͤntzerischen auffrur« zu verhindern. Als Zeugen hierfür zieht er Bonifatius von Rhoda aus Heilingen und die Mitglieder der Orlamünder Gemeinde als Zeugen heran.24 Von Müntzer als Person dagegen distanziert er sich nicht, sondern attestiert dem inzwischen hingerichteten ehemaligen Weggefährten, dass auch er Karlstadts Absage an ein Defensivbündnis, sofern er denn ordentlich befragt worden sei, sicherlich bestätigt habe.25
Danach geht er auf die Ereignisse in Rothenburg und den fränkischen Gebieten ein und weist die Vorwürfe, er sei einer der Anführer des Bauernaufstandes gewesen, deutlich von sich. In diesem Zusammenhang verweist er zunächst darauf, dass er sich geraume Zeit heimlich, ohne Wissen der Bauern und der meisten Bürger, in Rothenburg aufgehalten habe und seine Anwesenheit in der Stadt erst nach Beginn des Aufstandes durch den Ratsherren Ehrenfried Kumpf auf dem Rathaus öffentlich gemacht worden sei.26 Er könne also nicht ihr Anführer oder Hauptmann gewesen sein, zumal er von den »Bauern und baurischen Bürgern« auch nach seinem Schritt in die Öffentlichkeit nicht so hoch angesehen gewesen sei, dass sie ihn als Anführer akzeptiert hätten. Vielmehr seien er, aber auch seine Familie mehrfach von den Aufständischen verleumdet und gar mit dem Tod bedroht worden, wie er an einigen Beispielen fast schon sarkastisch illustriert.27 Daher habe er versucht, sich aus dem Gebiet der Aufständischen zu entfernen und sich wieder nach Sachsen zu wenden, habe aber immer wieder wegen der Gefahr durch die Bauern umkehren müssen, wie er mit weiteren Beispielen untermauert. Auch seiner Heimatstadt Karlstadt am Main, wo er Zuflucht bei seiner Mutter gefunden hatte, musste er nach kurzer Zeit wieder den Rücken kehren – nach einer Predigt wurde ihm nahegelegt, die Stadt zu verlassen28 – und sich und seine Familie erneut großen Gefahren auszusetzen, wie er nochmals an konkreten Beispielen untermauert. Angesichts dieser Tatsachen sieht er den Vorwurf, er sei einer der Anführer der Aufständischen gewesen, endgültig als entkräftet an. Abschließend weist er – gleichsam zur Untermauerung dieser Aussage – darauf hin, dass er in Rothenburg nur vom Sakrament, nicht aber vom Aufruhr gepredigt habe und auch nicht Mitglied des Ausschusses oder des Rates gewesen sei.29 Zugleich gibt er zu, kurze Zeit im Lager der Bauern Aufnahme gefunden und sich mit ihnen gemein gemacht zu haben, betont allerdings, dies nur getan zu haben, um den für eine sichere Weiterreise notwendigen Geleitbrief von ihnen zu erlangen.30
Karlstadts beispielhafte Beschreibungen seiner Begegnungen mit den Bauern bieten, da er sie zumeist mit Ortsnamen verknüpft, gleichzeitig die Möglichkeit seinen Reiseweg von Rothenburg bis nach Frankfurt einigermaßen sicher nachzuvollziehen: Demnach begab er sich von Rothenburg aus zunächst zum Bauernlandtag am 1. Juni nach Schweinfurt. Nach dessen Auflösung nach der verlorenen Schlacht von Königshofen wandte er sich dann nach Heidingsfeld zur Erlangung des oben genannten Geleitbriefs. Sein Weg führte ihn daraufhin zunächst den Main entlang in Richtung Thüngersheim, von dort aus über das nordöstlich gelegene Thüngen und Stetten nach Karlstadt. Anschließend begaben sich Karlstadt und seine Familie dann über Framersbach im Spessart nach Frankfurt am Main. Wie sie von dort aus wieder nach Sachsen gelangten, ist nicht bekannt.31
Nach der Schilderung seines Verhältnisses zu den einfachen Bauern geht Karlstadt näher auf sein Verhältnis zu ihren Anführern ein, die er für seinen schlechten Ruf bei den Bauern, aber auch bei den Bürgern der Stadt Rothenburg verantwortlich macht. In diesem Zusammenhang hebt er – ohne ihn namentlich zu nennen – besonders den Hauptmann Florian Geyer32 hervor, den er verdächtigt, dafür gesorgt zu haben, dass sich ein großer Teil der Rothenburger Bevölkerung an den Rat gewandt und seine Ausweisung gefordert habe, wodurch er in große Gefahr geraten sei und Rothenburg habe verlassen müssen.33 Den Grund für die ablehnende, feindliche Haltung der Bauern und ihrer Anführer ihm gegenüber vermutet Karlstadt in einem Brief, den er nach eigener Aussage zu Beginn des Aufstandes an die Bauern im Feldlager in Heidingsfeld geschrieben (KGK 294) und sie anhand alttestamentlicher »historien« über Nebukadnezar, Moab und Assur vor dem Zorn Gottes wegen des Verstoßes gegen den göttlichen Willen gewarnt hatte. Dieser Brief sei von einem Mitglied des Bauernrates unterdrückt und Karlstadt dann von diesem bei den Bauern in den Ruf gebracht worden, ihrer Sache ablehnend, wenn nicht gar feindlich gegenüber zu stehen.34
Abschließend verleiht Karlstadt seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Fürsten den Verdacht gegen ihn aufgrund seiner Ausführungen fallen lassen und signalisiert zugleich die Bereitschaft, sich einer Anhörung zu stellen und – falls nötig – weitere Nachweise seiner Unschuld zu erbringen. Für den Fall, dass dies nicht ausreichen sollte, verweist er auf das Jüngste Gericht.35
KGK 296
Transkription
