fehltaAnna Mechin D'octoris'
Andresen Bottnsteins
gelassner
wittib Abscheid oůch Irens unnd
gemelts Irs gemahels seligen wolhalten.a
Wir Theodor Brannd1, Burgermeister undb Rhat der Statt Basell.
Thůnd khůnd, und bekhennen offenlich mit disem brieff
Das an
hůt2 dato vor unns erschinen ist
diec Ehrenrych3
frou Anna Mechin4 vonn Wittemburg wyland des Ehrwůr-
digend
hochgeleerten herren Andresen Bottensteins,
von Carelstatt
doctor der heiligen schrifft seliger gedechtnůse, gelaßne eeliche
Hußfrau. Mit dem
Ehresamen unserm fgetruwen liebenf
Rathsfrůnd Jacoben Ruede5 irem mit Recht gegebenen vogt6.
Unnd hatt unns angezeigt, wie sy irer hohen nothůrfft
nach sich mit
iren kleinen kinden, gdern sy one Adamen
Carlstatt7, der in unserem Stipendio erhalten,8 noch viere9
hatt, die sy alle by irem herrn Carlstatt seligen eelich er-
poreng10, zu erheben11 und widerumb in ir vatterland zů-
reisen inn willen khommen.12 Unnd darůffh das wir
iren,
gesagten irs herren und gemahls, und iren selbs
wolhaltens13, unnd eerlichen abscheidens, glaůbwůrdigen
schin
unnd urkhůndt, mittheilen wolten, iunderthenig
gebetten.i Dwyll nůn
dises begern ganntz zimblich14.
jwie oůch die warheit zefůrdern nit minder geneigt
dann
schůldig.j
Habenk wir unns dis beder
Eegemechtens15 halb ires
haltens16 erinnert. Unnd
befindend17. Demnach
Doctor Carlstatt seliger vergangner jarn
durch die herrn
Depůtaten18, sol die geschefft der Kilchen unnd schůlen zůverwahrenm〈,〉
verordnet
nuff unserm bevelch erstlichn an die Predicatůr
ins Thůmbstifft.19 Oůch zum ordenlichen leser ino der heiligen
schrifft,20 berůefft, unndp nachmals in Sant Peters
Stifft
zům Pfarherren ordenlich erwelt worden.21 Das sich
der genannt doctor Carlstadt, an des beden der Kilchen
fehlt unnd schulen diensten, wie sich einem fromen Gotsforcht-
igen Cristenlichen Predicantenq unnd Kilchendienner ge-
burt,r ayns Cristenlichent
leeren, unnd erbarem leben Ehr-
lich, unnd redlich gehalten hatt,
bys inu syn end. Wellicherv
am dienst des pfarr ampts by Sant Peter
Cristen-
lich und seligklich im herren geendet und beschlossen.
Da
wir im, wo es Gott gefallenn gern lenger haben mögen.
Es hat sich auch die gedachte
Anna meuchin by zyt irs
herren unnd
gemahels seligen zustender22 Ee
unnd
nachmals als der herr irn Eewirt23 uß dem zyt dis
Jammerthals zu den froůden ewiger seligkeit
berůefft,
in wyttwen stand so Cristenlich eerlich und wol-
gehalten, das wir iren alle eer unnd gůts erwiesen〈,〉
auch aller warheit wie einer fromen unversproch-
nen24 person, vertrůwen und gloůben. Sy ist
auch
mit unserm gutten gůnst, wissen und willen red-
lich unnd
eerlich von unnts abgescheiden. Das
alles geredenn und sagen wir by unsern
Raths-
pflichten, niemand zů lieb noch zů leid, sonder
allein
umb blosser warheit willen. Das alles zů
warem urkhůndt, haben wir
gesagter Anna
meuchin uff ir dienstlichs
bitten disern Abscheidbrieff
mit unser Statt anhangendem Secret Insygell
vertruth〈?〉 zegeben erkannth, uff montag den xvi
tag Mertzens
A'nn'o 1545.
KGK 399
Einleitung
