Nr. 372
Bericht über die Verhandlungen von Andreas Karlstadt und Simon Grynaeus mit Straßburger Predigern, die Wittenberger Konkordie betreffend
Basel, 1536, 2. August

Text
Bearbeitet von Harald Bollbuck

Buchsymbol fehltaWas Doctor Andreas Carolstatt unnd M.
Simon Gryneus by den Herren Predi-
canten
zu Strasbürg gehandelt1
unnd geschrifftlich mitt sich
pracht haben, die artickell
so zu Wyttemperg
vonb wegen gemeiner
Concordi2 gestellta.

Buchsymbol fehlt

Es sindt zů unns cgen Strasspurgc kommen,3 Die
dErwůrdigenn, Hoch und Wolgelertend, unsere
lieben Herren und Bruͤder, D. Andreas Carol-
statt und M. Simon gryneus4, unse uss brůderlicher
lieb zůbesůchen unnd Ir gesprech im Herren
mitt uns zehaltennf.

gDo hat unns fůr gůt unnd den kilchenhiin gemeini fur besser-
lich
j angesechenn, Unnser handlung inn der
versamlung zů Wittenperg, kin diser unnser
versamlung alhiel inenk der lenge nach zů erzellen
sampt derm articklen,g5 daruff die kilchen im H.n
Rich furhaben, die Concordiopinnq Cristenlicher
leer und huszhalltung der kilchen ein mal
zůschliessenn, solichs zur erzellen haben si
von unns zů danck angenommenn unnds
guͤtigklich verhortt.
Und alls wir inen alle handlung erzellt unnd
die artickell erklärt, haben wir sieu gepettenn,
was si vernemmenv6, das unnserer handlung
oder articklen by den Oberlendischen7 kilchenn
entgegen geworffen werden mochte oder was
si vermerckenn by yemandt nit in rechtem
verstandt8 uffgenommen werden, Alsw so si
Buchsymbol fehlt fůr sich selbs ettwas inredx9 hetten, oder wyters bericht
dieser sachenn begertden. Si wolten unns solliches
frůndtlich anzoůgen10, wäreny wir pzinen bereytz
uff alles frůndtlichen und grůndtlichen bescheid
zůgeben, so vil unns das Gott verlichen11 wollteaa.
Wollten oůch abvon inen gernab verbesserůng inn
disem handell annemmen, warinn wir die von
inen vernemmen kondten. acIn diesem sind si
unns gůtlich zewillen wordenn.ac372t_226mws372t_226mw
Erstlichad habend si unns fůrgehallten, wie sich
ettlich am hoůptstuck des artickells vom H.
Sacrament stossen, in dem das wir bekennen,
das der Lyb des herrenn im H. Abentmal mit
dem prott warhafftig unnd wäsenlich gegeben
und empfangen werde.12 Dann sollicheae mey-
nen
wollenn, wir hefften den Lyb des herren
etwas naturlicher wyß an das prott und setzen
ein andre wyß an unseren Herren Jesum
an in selb zů gereichenn. Denn důrch dasaf gloůbig
gemůt.13

Wie der Lyb im Prott by
dem Nachtmal sey.

Daruff haben wirag geantwůrt, das es nit die
Buchsymbol fehlt meynung sey, sonder das wir alle irrdische vermisch-
ůng
14 des Herren oder inschliessenahaimitt oder in
das prot rumlichaj15 haben ußgeschlossen.ai Unnd
erstlichen, mit dem, das wir glich anfangs desak
artickels gesetzt haben, Das imal Sacrament zwey
ding syen, Ein irrdischs, welchs die zeychen sind,
amwein und prottam, unnd ein himmelischs, das ist
deran Lyb und plůt des Herren,16 Ja der herr selbs.
Denn sindt da zweyg ding, so sind sie nitt zů einem
ding vermyschet. Blybtao der Herr ein himmlisch
ding, so wirt er mit dem irrdischen prot aberap we-
der
vermyscht oderaq darin ingeschlossenar. Zům
anndern haben wir solchs gedencken ussgeschlossen
mit dem, das wir die transsubstantiationas, unnd
dieat růmlicheau inschliessůngav, aůch plyblicheaw17 ver-
eynigůng
usser dem průch18 des H.ax Sacraments
mitt namen verneindt habenn.19

Wilay aber deraz Herr mitt dem prott und wyn ye sinen
lyb, unnd den er fur uns gegeben20, und sin plůt,
das er fůr uns vergossenn.21 Das ist sich selbs
dargibt, unnd bawir inba da důrch das gloůbig gmůt22,
so wir die wortt des Herren unnd zeichen recht
vernemmen, warlich und selbs zůgegen an-
sechenn
, empfachenn unnd haben, so ist im
Buchsymbol fehlt Artickel gesetzt, so man das prott unnd denbb wyn dar-
reicht
unnd empfacht, das allsdann oůch der Lyb
unnd das plůt des Herren, das ist der herre
gantz,bc wär23 Gott unnd mensch,24 da sye, und em-
pfangen
werde, bdunnd dasbd warhafftig unnd
waͤsentlich, das ist selblich25, er an im26 selb, unnd
nit allein läre zeichenn bean sin stattbe.27

Wie der Lyb by den gloůbigen
im Nachtmal sey.28

Doch ist nyemandt, der nitt bekhen, das an den lyb
und an das plůt des herren an im29 selbs,
weder unnser synn noch vernůnfft gereychenbf,30
oder das der Herr an im selbs annders dann
von dem gloůbigen gmüt31 da vernommen,
befůnden bgunnd erreichtbg werde.32

Wie zůverston sey wann man sagt
Man empfoche den Lyb des Herrn
Lyblich mit handt unnd mundt.33

Wilbh aber derbi Herr sich da warlich unnd wesenlich,
das ist, sichbj selbs, unnd nitbk läre zeichen an sin
statt, der massen dargipt, das er die lyblichen
Buchsymbol fehlt wortt unnd zeichen dazů gebrůcht, mitt wellichen er
sich da důrch denbl dienst der kilchen, darstellt unnd
ubergipt,34 so sagend ettwann die H. Vaͤtter, oůch D'octor'
Lůther unnd anndere,35 das man den Lyb unnd
plůt Christi hie empfache lyblich in handt unnd
můndt. Aber dasselbig bmverklären unnd ver-
standt
sibm uff die wyss, wie die geschrifft sagt.
Das Johannes den H'eiligen' geyst gesehen habe, da er
die gstallt der Tůben36 sache.37 Das ist, das man
da empfache die Lyblichen zeichen, lÿblich, diebn
aber nitt läre zeichen sindt, sonder ubergeb
zeichen, mitt welchen der Herr sich selbs bodarstelletbp
unnd geebe, doch (wie gesagt istbq) an im selbsbo
weder mitt Synnen noch vernůnfft, sonder
allein mitt gloůbigen gmůt anzeschoůwen,
gegenwůrtig38 zů erkennen, unnd zůhalltennbr
alls den, von dem wir alles gůts39 empfachen.

Wie der Lyb von den Allten
empfangenn.40

Zůmbs anndern, haben si uns gefraget, was wir
dannbt den Allten Heyligen zůgeben41? Dasbu
si von Christo in iren Sacramenten empfan-
gen
habenn. Ist unser Antwurt mitt dem
Buchsymbol fehlt H. Augustino, da si eben denselbigen gantzen
Christům oůch wesentlichbv, das ist, innbw selb,
bxund nit lëre zeichen enpfangen haben,bx42
aber nit bymitt soby haͤler43 erkhandtnůs und so
crefftiger wůrkůng des geystes, alls wir inn
empfachenn, so wir ware Christen sindt.

Wie verstanden soll werden das
der Herr in unns natürlich
und lyblich läbe.44

Zům dritten, haben si unns gefragt, was die
reden uff imbz45 haben, das der Herr in unns
natůrlich unnd lyblich läbe. Haben wir ge-
antwůrt
, das dise reden der Allten H. Vaͤtter
sindt, Hylarii, Chrysostomi, Cyrilli, Augustini
unnd annderer,46 welche wir verstandt nach
dem, das der Herr selbs sagt, Joh. 6. Er plyb
in denen, so sin Fleisch essen, unnd sin plůt
trincken, unnd solche plyben in im.47 Nachdem
S. Paulus schribt, Eph. 5. Das wir glyder
Christi sindt, von sinem fleisch, von sinem ge-
peyn
.48 Die gemeinschafft der art unnd natůr
Christi, die er den sinen mitteyllt, ist hocher,
denn das si die geschrifft alleinca ein gmeyn-
schafft
nenne, der wůrkung, crafft oder
Buchsymbol fehlt geysts, sonder heyssts oůch cbein gmeynschafft des Lybs,cb
der natůr unnd descc läbens,49 welchscd wir nit annders
verstondt, Dence wiecf D'octor' Oecolampadiůs usslegt
in Dialogo k. 2.cg50

Wie der lyb von den unwůr-
digen
empfangen.

Zům Vierdten haben si unns gefragt von dem
empfachen der unwůrdigenn.51 Daruff wir ge-
antwort
, das wir in disen Articklench, reden von
solichen unwůrdigen, wie die Corinther waren, die
der H'eilige' Paulus straffte. i. Cor. 11.ci52 Weliche er noch
fůr Brůder erkennt, solche schouen cjoůch mitt
gloůbigem gemůt, unnd nemmendt an im H.
Sacramentck Christům, den herrencj, und nitt
allein die lären zeichencl. Wilcm si aber dise spyss
des ewigen labens nitt recht underscheidenn
unnd mitt warem andacht annemmen, sindt si
ja unwůrdige unnd empfachen den Lyb des
Herren unwůrdigklichenn.53 Der gar gotlosenn,
unnd ungloůbigen nemmen wir unns garcn nitt
an, solchs hat oůch D'octor' Oecolampadiůsco geleret
inn sinem Dialogo l.cp ultimoscq.54

Buchsymbol fehlt

Summa.

Plibt allsocr unser bekandtnůs yhmer incs dem,
das allein das gloůbig gmůt Christům, unnsren
Herren, zůgegen befindt unnd erreicht, ob er wol
sichct unns dafůrstellt, und dargipt mitt den
sichtbarn zeichen prot unnd wyn unnd dem lyb-
lichen
dienst der kilchen, Davon der H'eilige' Chrisosto-
mus, von D'octor' Oecolamp'adio' angezogenn. Allso
schribt,cu wenn dů unlyblich wärist, gäbe er dir die
unlyblichenn gaben ploss.55 Nun, so aber die
Seel mitt dem lyb verhafftet ist, so gibt er dir
cvcv>en a>isjhto=ic t'a noht'a56, cwBesiechcx f. 5cy im Dialogocw
Oecolamp'adii'.57

czAnderer Půncten halb.

Haben wir oůch geredt unnd unns gnůgsam
gegen ein anndern erklärt. Alls aber der
fůrnembste span58 dises Artickells halben ge-
wesen
ist vom H'eiligen' Sacrament, des aůbentsmalda
Christi, habenn wir wollen desselbigen halbcz
dendb hiedc vorgesetztendd Summarischen begriffde
Buchsymbol fehlt uffzeichnendf unnd unnsern lieben Herrn unnd
brůdern, dgD'octor'dh Carolstat unnd D'octor'di Gryneo, abscheidts
wyss gebendj, indk demselbigen unnsern lieben
Herrn und Brůderndg der Kilchen zů Basell
unnsern gloůben dester eygentlicher59 fůrzů-
pringenn
. dlDer anndern Articklen
halb hatt unns solche verzeichnůng nit so
von noten zůdm sin bedůcht. Darůmbdn wirs woll-
ten
pliben lassen by můndtlicher erzellůng
gedachter unnser lieben Herren und brůder,
Das si oůch on zwyffel getrůwlich thůn
werdenndl.

doAber dises alles haben sie unns ernstlich gepetten
unnd ermandt, selbst hinuff zekommen, unnd
den Oberkeyten, unnsern gnadigen Herren unnd
unnsern lieben Brudern unnd mitarbeytern
im wort, selb aller sachen bericht zethůn.60 Dann
dwil diese Disputation so wyt kommen, lige
einem das, dem anndern ein annders im wäg,
so můste aber in sollichen grůndtlich unnd
hertzlich gehandlet sin, Derhalben es vil be-
richtens
bedůrffenn wůrde. Darůff wir
Buchsymbol fehlt geantwurt, dasdp wir uns nitt wůssen zewäge-
ren
61, damitt wir derdq kilchendr dienen konden,
Derhalben mochten62 die kilchen by den Eydt-
gnossen
betrachten63, das wir inen in disen,
oder anndren sachen zůr besserung unnd recht
Christenlicher Concordia kondten dienstlich
sin, wolten wir unserthalb allemal willig sin
zů inen zekommen unnd inen unsern dienst
uffs getrůwlichest zeleysten. Achten oůch
wol unnsere Herren64, wůrden unns zů
sollichem gern erlaůben.

Also haben si dise unnsere Lieben Herren
unnd Brůder im Herren mitt uns frundt-
lichen
unnd wytloůffig erspracht65 von allen,
das zů Christenlicher verglichůng66 unnd
Concordia der kilchen dienet, etc. Unnd haben
sich darůff vernemmen lassen, das si gůter
Hoffnůng syen, es solle ein rechte bestendige
Concordia werdenn uff die Artickell zů
Wyttenperg gestellet. Nachdem si den
Brůdern in Oberlendischen kilchen
Buchsymbol fehlt recht erklärt werdenn, wie si deren erklärung
von unns genommen haben, si oůch darby
erpottenn, solche Concordia by dends irenn
getrůwlich befůrderenn.67

Der Herr gebdt sin gnad, das〈,〉 so andere Kilchen
sich in der warheytt Christi einhelig befinden
unnd halltenn,du niemandt by den
trůwen Kilchen der Eidt gnoschafftdv so gotselige
nottůrfftige Concordi verhindere.doDanndw
wirdx indy aller handlung diser Concordi yedz
keyn wortt nachea68 Synn habeneb angenommen,
die nitt die heylig geschrifft inn sich habeec,
unnd aller heyligen Vätter. Das auch Doctor
Oecolampadiůs sälig nitt selb geschriebenn,
unnd glerrted hab, unnd in der verantwůrtůng
M. Hůlrichen Zwinglius säligenee ann die
Tůtschen fůrsten69 begriffen sye. Desseef
erpieteneg wir unns einen yeglicheneh gots-
verstendigen
zů bewysen. eiDer Herr leer uns
sich reyn unnd einfelltigej suchen70. Amen.

eiekDises ist uff den 2. Aůgůsti des 36.el Jars vor
Buchsymbol fehlt gmeynen Brůdern der Kilchen dieneren zu
Basell Im Capitellhůss71 daselbst verlesenn
unnd sampt der Relation so genante zwen
Herrn unnd Brůder D. Carolstat unnd D.
Gryneůs gethon, angenommenn unnd
beschlossenn wordennek.

Die personen so sich underschriben.

Andreas Carolstatt. D.
Symon Gryneůs. M.
Wolfgangůs Capito. D.
em Martinůs Bůtzerůs, Inn
sinem unnd D. Caspar
Hedeonis 72 namen, oůch
In M. Zelli. etc. em
Jacobus Bedrotůs


en Jacobůs Trůckenprot 73
hec scripsit 3 Januarii Anno 58.en

eopetunt revocationem propter epistolarem, ut in quo nomen Buc'eri'74


sensum
hoc ad improbant75
intellectum

Columbam vidit Jo'annes' et dicit se vidisse spiritum s'anctum'.76 Sic de flatu de quo Christus accipite spiritum s'anctum'.77

Christus
Abraham nos78
Essentialiter

Qui edit carnem etc. in me manet etc. Jo. 6.79
Panis eis datur qui prius habent Christum. 80

Datores.
Pater et filius

per ministerium.81
Confessio fides edit.82
participacio naturalis hic seu communicatio.83

Tuumep
vivifica84
Caro unum idem?
efficax85

Christus dat corpus suum fidelibus mens sumit corpus Christi.86 eo


a-aUber sömlich gschrifftlich antwurt sind d. Andreas Carolstadius und M. Simon Gryneus vonn den xiii des radts zů Basel gen Straßpurg gesandt. Da habend sy mitt Capitone und Bucero uff viii tag conferieret. Unnd zuo letßt volgend gschrifftlichen abscheyd erlangt. Julii 17 1536 d; Erlüterung der Witembergischen Articklen durch die predicanten von Straßburg gegeben e; Diß ist unnser geliepten herren unnd bruͤdern zů Straßburg gschrifftliche ußleggung unnd erklaͤrung der Wittembergischen Artigklen. f; folgt betreffende, Anno 1537 c
bfehlt c
c-cher d, f; fehlt e
d-dwirdigen hochgelerten d, e, f
efehlt a, b, c
fzů haben der artigklen halb f
g-gfehlt f
hkirchen c, d
i-ifehlt a
jbesser b
k-kfehlt b
lfehlt d, e
mden d, e
nfehlt d, f
ofolgt unnd eynigkeyt zů beschliesßen. f
p-pfehlt f
qvon b
rfehlt d, e
sfolgt uns d, e
tverharet b
ufehlt d, e
vvernement d, e
woder d, e
xjetzundt b
yfehlt a
z-zbereit inen d, e
aafehlt d, e
ab-abgern von inen d, e
ac-acder ganze Satz zum nächsten Absatz gehörig d, e
adUnd erstlich d, e, f
aesaͤmliche e, f
affehlt a
agfolgt inen d, e
ahzuschliessen b; inschliessung d, e, f
ai-aifehlt b
ajtrulich d, e; trüwlich f
akfolgt ersten f
alfolgt helgen d, e; heyligen f
am-ambrot und win d, e, f
anfehlt f
aofolgt dann e, f
apfehlt e; weder f
aqnoch e, f
argeschlossen b; verschlossen e
asfolgt (das ist vergstaltung unnd verennderen deß wäßens) f
atfehlt b
aurümlicheit e; (localen) enndtliche f
avinschliessend d; ußschließend e; ynschliesßung f
awlibliche d; lybliche e; lyplich f
axfehlt f
ayDiewyl f; am Rand Christus opfer d
azfehlt b
ba-bawie b
bbfehlt a, b, c
bcfolgt gestrichen und b
bd-bdfehlt f
be-befehlt f
bfgreiffen b
bg-bgfehlt b
bhDiewyl f
biüber der Zeile eingefügt d
bjfehlt b
bkfolgt nur d, e, f
blkorrigiert aus denst a; fehlt b
bm-bmverstand sy unnd verklärens f
bnseie b
bo-bofehlt f
bpdar stelle d, e
bqfehlt d, e
brzů haben d, e, f
bsam linken Rand hinzugefügt 2 a
btfehlt b
buunnd was f
bvwensentlich a; waͤsenlich e
bwinen d
bx-bxfehlt a, b
by-byso mit d, e, f
bzinen d, e, f
cafehlt d, e, f
cb-cbfehlt b
ccfehlt a
cdfolgt alles d, e, f
cedann d, e, f
cffolgt das b
cgfolgt da er diese reden alle ouch annimmet. d, e; oder q. 8 a er dise reden auch alle annimmpt. f
chfehlt d, e, f
cifolgt unnd c; 1. Corint: 2 f
cj-cjnemmen auch Christum den Herren mit gleubigem gmut an im H. Sacrament c
ckfolgt den a, b; Nachtmal f
clfehlt d, e
cmDiewyl f
cnfehlt b, f
cofolgt selig d, e, f
cp3. a, b, c
cqoder q. 6 et 7 f
crfolgt diese d, e
cszu b
ctfolgt er b
cufolgt e>i m`en g`ar >as'wmatoc >=hc gumn`a m`en a>ut'a soi t`a >as'wmata par'edwke d=wra: >epe`idh d`e s'wmati sun'eplektai <h yuq'h, >en a>isjhto=ic t`a noht'a soi par'edwken c
cv-cv>en anal'h toic ta nohr'a a, b; am Rand korrigiert a; in entpfindtlichen dingen unentpfindtliche. c; durch die sichtbare ding die mit dem gmuͤt empfangen werdent. f
cw-cwO ii e
cxfolgt es c; Vide d, f
cy35 a, b,
cz-czfehlt f
daAbendtmals b, c; abentmäls d; des lybs und blůts e
dbfolgt vor d, e; Disen f
dcdie b; hievor f
ddgesetzten d, e, f
devergriff d, e, f; folgt habend wir f
dfuffzeychnet f
dg-dgfehlt f
dhfolgt Andresen e
diMeistern c; fehlt d; Simoni e
djgebet b
dkkorrigiert aus zu b
dl-dlfehlt f
dmfehlt a, b
dndarinnen d, e
do-dofehlt d, e, f
dpfehlt b
dqden – folgt gestrichen Christ c
drfolgt Christi c
dsfolgt gestrichen herren b
dtfolgt uns c
dufolgt das a, b
dvfolgt solche d, e
dwfolgt gestrichen kein wort b; fehlt d, e, f
dxfolgt haben d; habend e, f
dyzu b
dzfehlt d, e, f
eanoch c, d, e
ebfehlt c, d, e, f
echalte c
edgelehret c; gelert d, e, f
eefehlt d, e, f
efdeß c; diß d, e, f
egerbieten b; entbieten c; errbieten d; entbiettend e; erbyettend f
ehyedlichen b; jetlichen f
ei-eifehlt d – stattdessen folgen die Stichpunkte siehe KGK 372 (Textstelle); Diener der kilchen zu Straßburg W. Capito und M. Bucer e; fehlt f
ejeinhellig b
ek-ekDise Relation, so genante zwen Herren und brůder, Carolostadius und Grynaeus, den 2 Augusti, Anno 1537 vor gmeinen brudern und Kirchendienern zů Basel, im Capitel im Münster gethon/ soll also angenommen und beschlossen sein, als unserer Confession gemäß. Es wills aber nicht jedermann glauben. Bedenck vber dise Declaration, findest du hernach. c
el37. a, b – vom Editor verbessert
em-emMartinus Bucerus nomine suo, et D. Hedionis, et M. Zellii. c
en-enfehlt b, c, d, e, f
eo-eonur d, hinter bewysen – siehe KGK 372 (Textstelle)
epdavor unleserlich gestrichen d

1Karlstadt und Grynaeus waren nach Straßburg geschickt worden, da die Basler Kirche mit der am 5. Juli von den Straßburger Predigern verfassten Declaratio articulorum germanica, die den Oberdeutschen und Schweizern die Ergebnisse der Wittenberger Konkordie vermitteln sollte, nicht einverstanden war. Die Verhandlungen in Straßburg dauerten wohl acht Tage und endeten am 17. Juli in einer Abschlusserklärung. Siehe KGK 372 (Textstelle).
2Die Artikel der Wittenberger Konkordie, ediert in Bucer, Schriften 6.1, 114–134.
3Zu den Verhandlungen zwischen 9. und 17. Juli 1536.
5Die Artikel der Wittenberger Konkordie.
6vermeinen.
7oberdeutsch. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 3, 1300 s.v. oberländisch.
8Verständnis.
9Gegenrede.
10anzeigen.
11verleihen.
12Die Beschreibung der Präsenz Christi im Abendmahl in diesem Artikel ist eine Mischform aus der Schweizer Vorstellung der wahrhaftigen (Confessio Helvetica prior, Art. 22) und der Bucerschen der wesenhaften Gegenwart Christi. Vgl. hierzu Müller, Bekenntnisschriften, 107,13 und sowie die Nachweise bei Bucer hier KGK 372 (Anmerkung). Siehe auch die Aussagen in der Formula der Wittenberger Formula concordiae (Bucer, Schriften 6.1, 123,1).
13Konsens ist, dass allein der Glaube den Leib Christi im Zeichen des Brotes wahrhaft mache.
14Die Wandlung des Brotes in den Leib Christi im Abendmahl wird als »irrdische vermischung« bezeichnet. Die Declaratio schließt jede »natürliche vereinigung« von Brot und Leib aus. Vgl. Bucer, Schriften 6.1, 210,6–10; ebenso in der Wittenberger Formula concordiae, Bucer, Schriften 6.1, 123,3–5.
15räumlich.
16Die Declaratio articulorum germanica beginnt mit dem Satz: »Sie bekennen luts des wort Irenei, das inn disem Sacrament zwey ding sind, eines himelisch vnd eines irdisch.« (Bucer, Schriften 6.1, 209,7f.). Der Bezug bereits in der Konkordie (Bucer, Schriften 6.1, 121,3).
17Eine Abweisung der »bleiblichen« (bleibenden), natürlichen Verbindung von Leib Christi und Brot findet sich ebenso in der Formula concordiae (Bucer, Schriften 6.1, 123,4).
18Brauch.
19Zum expliziten Ausschluss von Transsubstantiation und leiblicher Vereinigung in der Declaratio articulorum germanica vgl. Bucer, Schriften 6.1, 211,1–21; in der Konkordie Bucer, Schriften 6.1, 123,3–5.
22Bezug auf die contemplatio fidei in Zwinglis Fidei ratio (Zwingli, Werke 6.2, 806,6f.). Eine wesenhafte Anwesenheit Christi im Mahl wird bestritten.
23wahrer.
24Vgl. DH, Nr. 301 u. 302.
25höchstselbst. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 7, 837 s.v. selblich Nr. 1b mit Verweis auf die Wittenberger Konkordie.
26ihm, zu verstehen als sich.
27Vgl. Bucer, Schriften 6.1, 220,11–221,3; 231,29–232,2 (Fürtrag der Diener des Worts zu Straßburg, September 1536). Die Vorstellung, dass Brot und Wein leere Zeichen seien, ist für Bucer das Gegenteil zur wahrhaften und wesenhaften Präsenz Christi im Mahl; vgl. Bucer, Schriften 6.1, 183,13 (Ermahnung an seine Gesellen, 22. Juni 1536); Bucer, Schriften 6.1, 204,15f. (Vortrag für den Straßburger Rat, 29. Juni 1536). Zur Vorstellung einer »wesenlichen« (»substantialiter«), »wahrlichen« und »selblichen« Gabe Christi im Abendmahl vgl. bereits Bucer, Schriften 6.1, 50,10–14; 73,1f.).
28Vermutlich eine von Karlstadt und Grynaeus gestellte Frage.
29sich. An sich (per se) als philosophische Kategorie, bezeichnet das, was einem Seienden seinem Wesen nach zukommt, vgl. Arist. Metaph. 6, 1032a5–6.
30Bucer, Schriften 6.1, 221 Anm. 26, vermutet eine Anspielung auf die Sakramentssequenz Lauda Sion: »quod non capis, quod non vides, animosa format fides praeter rerum ordinem […].«
32Die leibliche Nießung im Abendmahl ist keine Frage, die der menschliche Verstand zu erfassen vermag, sondern nur geglaubt werden kann. Zum Bezug dieser Passage auf die Declaratio vgl. Bucer, Schriften 6.1, 212,8–15.
33Diese Frage wurde vermutlich von Karlstadt und Grynaeus gestellt, sie bezieht sich nicht auf Aussagen der Konkordie und der Declaratio articulorum germanica.
34Bucer, Schriften 6.1, 210,11–16; 211,3–6.
35Vgl. WA 38, 302–320; CR 23, 733–752.
36Taube.
38wesentlich, präsent. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 16, 1618 s.v. gegenwärtig Nr. 1.
40Vermutlich als Frage von Karlstadt und Grynaeus gestellt.
41zuschreiben. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 2, 94 s.v. zuegeben Nr. 3.
42Für Augustinus war das Abendmahl als signum, similitudo bzw. figura im platonischen Sinn Abbild des Urbildes Christi, indem das signum auf die res verweist, doch sei Christus abgeschwächt in konsekrierten Zeichen im Mahl anwesend als sichtbares Zeichen einer unsichtbaren Gnade. Vgl. Aug. Ep 98,9: »Si […] sacramenta quandam similitudinem earum rerum, quarum sunt sacramenta sunt, non haberen, omnino sacramenta non essent.« (CSEL 34, 531,3–5); Aug. In Io. tr. 80,3, »accedit verbum ad elementum, et fit sacramentum, etiam ipsum visibile verbum.« (CCSL 36, 529; PL 35, 1840); Aug. In Io. tr. 26,12 (CCSL 36, 265f.). Vgl. Finkenzeller, Lehre, 38–46.
43klarer.
44Vermutlich als Frage von Karlstadt und Grynaeus gestellt.
45sich.
46Bezug auf die Interpretationen von Aussagen der Kirchenväter in Melanchthons Sententiae patrum de coena Domini von 1530. Vgl. CR 23, 733f.; 738; 741f. u. 744–746 mit Bezug auf Cyr. Jo. 15,1 (PG 74,342); Chrys. hom 82 (83) in Mt 26,26 (PG 58.1, 743f.); Hil. trin. 8,14 (PL 10, 246f.); Augustinzitat gemäß De cons. D. 2,46 (CICan 1, 1331). Oekolampad setzte sich mit Melanchthons Deutungen auseinander. Vgl. Oekolampad, Dialogus (1530), fol. C2v–3r; C6r–v; C7v–8v; D4v–8v. Zur Debatte Oekolampads mit Melanchthon vgl. Hoffmann, Kirchenväterzitate, 192–215.
49Vgl. 1. Kor 10,16; 2. Petr 1,4; Joh 6,54. Dieser Bezug auch in der Declaratio articulorum germanica, vgl. Bucer, Schriften 6.1, 212,3–5.
50Oekolampad, Dialogus (1530), fol. K2r–v mit Kritik an Melanchthons Kirchenväterdeutungen.
51In der Konkordie heißt es zur Frage der Teilnahme Unwürdiger am Sakrament: »Zum andern halten sie, das die Einsetzung dieses Sacraments, duch Christum geschehen, krefftig sey inn der Christenheit, Und das es nicht ligt an wirdigkeit oder unwirdigkeit des dieners, so das Sacrament reichet, oder des, der es empfehet.« (Bucer, Schriften 6.1,123,12–125,2). Vgl. auch Bucer, Schriften 6.1, 152,12f.; 189,5–13.
54Oekolampad, Dialogus (1530), fol. I8r–v stellt mit Bezug auf Bernhard von Clairvaux heraus, dass Ungläubige nur die species panis empfangen, nicht aber die veritas carnis.
55Oekolampad, Dialogus (1530), fol. F5v–6r: »Nam siquidem incorporeus esses, nuda haec tibi omnia tradidisset dona.« Bezug auf Chrys. hom 82 (83) in Mt 26 (PG 58, 743).
56Vgl. Chrys. hom. 82 (83) in Mt 26: »e>i m`en g`ar <`a >as'wmatoc e>=i, gumn`a >`an a>ut'a soi t`a >as'wmata par'edwke d=wra >epe`idh d`e s'wmati sump'eplektai <h yuq'h, >en a>isjhto=ic t`a noht'a soi parad'idwsi.« (PG 58, 743). Die Abschrift c gibt den gesamten Satz unter leichten Abwandlungen und Fehlern wieder. Die Phrase »>en a>isjhto=ic […] t`a noht'a« findet sich auch bei Orig. c. Celsum 7,37 (SC 150, 100,22–24; FC 5, 1254,14–16), der allerdings die Behauptung seines Gegners Celsus, dass geistige Dinge nur über die sinnliche Wahrnehmung erkannt werden könnten, an dieser Stelle widerlegt.
58Streit.
59gründlicher. Vgl. DWb 3, 102f. s.v. eigentlich.
60Karlstadt und Grynaeus hatten demnach auf Grund der Auseinandersetzungen Capito und Bucer aufgefordert, persönlich in Basel Bericht zu erstatten.
61sie würden sich nicht weigern.
62möchten.
63bedenken.
64Der Magistrat von Straßburg.
65ernsthaft besprechen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 10, 788 s.v. ersprechen Nr. 2.
66Ausgleich.
67Karlstadt nahm das Bekenntnis, die Konkordienbestrebungen zu befördern und die Straßburger Declaratio den Schweizern so zu erklären, wie sie ihm erklärt worden war, ernst. Vgl. KGK 371.
68noch.
69Bezug auf Zwinglis Schrift An die durchlüchtigern fürsten tütscher nation zu Ougspurg versammlet (1530), einer deutschen Übersetzung seines Traktat De convitiis Eckii (Zwingli, Werke 6.3, 247–291), mit dem er sich gegen Johannes Ecks Anwürfe in dessen Traktat Repulsio articulorum Zwinglii wandte. Eck wollte die Repulsio Kaiser Karl V. übergeben, um auch eine physische Auslöschung Zwinglis und der Zürcher Reformation zu erreichen, doch fiel der Druck einem neuen kaiserlichen Zensuredikt, das die Veröffentlichung ehrenrühriger Schriften verbot, zum Opfer. Vgl. hierzu Zwingli, Werke 6.3, 231–235. Es liegen eine Reihe von begrifflichen Anleihen des edierten Textes an die Schrift Zwinglis vor wie »totus Christus«, »corpus naturale« (»Herr in unns natůrlich unnd lyblich läbe«) und »contemplatio fidei« (»gloůbig gmůt«).
70sich rein und einfältig zu erforschen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 7, 214 s.v. suchen Nr. 2a.
71Die Verhandlungen fanden in dem 1594 zum »Auditorium Theologorum« umgewidmeten Kapitel- bzw. Münstersaal des Münsters in Basel statt. Ursprünglich Versammlungssaal der Domherren, wurde der Saal als Bibliothek genutzt und im Laufe der Reformation zum Versammlungsort der Geistlichkeit für Synoden und andere Anlässe, schließlich zum Hörsaal der Theologischen Fakultät. Hierzu vgl. die Einleitung zu KGK 394 mit KGK 394 (Anmerkung) und KGK 394 (Anmerkung) .
72Caspar Hedio (1494–1552), Münsterprediger in Straßburg.
73Jakob Truckenbrodt (1490–1564), gebürtig aus Konstanz, im Studienjahr 1539/40 an der Universität Basel als »concionator in cathedrali ecclesia Basiliensi«, also im Amt eines Münsterpredigers immatrikuliert; 1531–33 Pfarrer an St. Jakob in Basel, 1535–41 Hofprediger des Markgrafen Ernst von Baden-Durlach, 1541–64 Pfarrer an St. Theodor in Basel, Vgl. Matrikel Basel 2, 23. Zu ihm siehe auch KGK 392.
74Vermutlich Bezug auf die Veröffentlichung des Briefwechsels zwischen Zwingli und Oekolampad und die kompromittierende Beteiligung von Bucer, der im Vorwort, um die Differenzen zwischen den Schweizern und Luther zu nivellieren, Zwingli eine zu starke Abwertung der äußeren Zeichen vorwarf; vgl. Bucer, Schriften 6.1, 96–100 sowie 30 u. 142 Anm. 46. Zum Begriff epistolare vgl. Niermeyer, Lexicon 1, 496.
75Die Notiz drückt eine Zustimmung zu dem, was zum sinnlichen und intellektuellen Begreifen gesagt wird, aus.
76Joh 1,32; siehe oben KGK 372 (Anmerkung). Vgl. auch Mt 3,16.
78Bezug zur obigen zweiten Frage. Siehe KGK 372 (Textstelle). Die Verbindungsstriche zeigen direkte Bezüge von Abraham als Vertreter des Alten Bundes zu Christus sowie wesentliche (essentialier) Verbindungen zwischen Abraham, Vertretern des alten Bundes und des neuen (nos). Vgl. Gal 3,29.
79Vgl. Joh 6,54.56. Siehe oben KGK 372 (Anmerkung) zur dritten Frage.
80Möglicherweise ist diese Vorordnung des Glaubens vor dem Sakrament als Einwand der Basler zu verstehen. Bezug auf Zwingli, Fidei ratio: »Ergo fides adfuit antequam baptismum reciperet. […] sacramentum esse sacrae rei, hoc est factae gratiae, signum […] Ut enim gratiam facere non possunt, ecclesiae tamen nos visibiliter sociant […].« (Zwingli, Werke 6.2, 804f.).
81Eine Heilswirkung der Externa wird verneint. Vgl. Bucers Retractationes (Bucer, Schriften 6.1, 307 Anm. 20).
82Als Version des »crede, et manducasti« (Aug. In Io. ev. tract. 25,12 = CCSL 36, 254,9) in zwinglischer Interpretation von Joh 6.
83Hier handelt es sich um den Einwand der Schweizer, dass die Abendmahlsformulierungen der Wittenberger Konkordie einer communicatio naturalis entsprechen würden; vgl. hierzu Myconius, Briefwechsel 1, 402 Nr. 408).
84Die Interpretation des »caro vivifica« geht auf Cyr. Jo. 6,54 (PG 73, 577), hier aber v.a. auf die zwölf Anathemismata in Cyr. Nest. 3 (PG 77, 105–121) zurück, vgl. die Diskussion in Oekolampad, Dialogus (1530), fol. H1r–H5v.
85Wohl Ausdruck der Vorstellung, dass nur die geistige Wirksamkeit (efficacia) des Leibes Christi im Abendmahl präsent sei. Vgl. den Brief von Grynaeus und Myconius an den Basler Rat: »die frucht und bruch des libs […] empfangen werd vom glauben« (StA Zürich, EE II 337, fol. 159r); Myconius an Bullinger, 19. Juli 1536: »[…] praesentiam Christi veram et substantialem illos agnoscere in coena ea ratione, quam Lutherus perpetuo voluit iam ab annis decem, non efficaciam corporis Christi, ut nos sensimus hactenus […].« (HBBW 6, 367,13–16 Nr. 866). Ähnlich äußerte sich Vadian in seiner Abhandlung zum Abendmahl vom 17. September 1536. Demnach können Leib und Blut Christi von den Gläubigen nicht anders als wesenhaft empfangen werden, nicht auf fleischliche, sondern auf geistliche Weise, wobei nicht auf die Zeichen, sondern auf die Sache selbst zu schauen sei: »[…] dominus Iesus, verus deus et verus homo, plenus omni virtute et efficatia, in quo thesaurus scientiae et sapientiae dei et gratiarum omnium inest, per hoc, quod naturali carnis suae communicatione ecclesiae suae de proximo est coniunctus in sacrę coenae ritu et visibili illa symbolorum contestatione vere, substantialiter atque etiam corporaliter adesse et eo modo, quo se ipsum exhibuit, sumi a fidelibus dicatur et credatur.« (HBBW 6, 426,29–34 Nr. 894). Dabei ist das Wort »coniunctus« mit folgender Randbemerkung versehen: »adderem: vi et efficatia vivifica«.
86Erneut Ausdruck der Schweizer Vorstellung vom Vorrang der geistigen Nießung des Leibs Christi.

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