A1r
Von abtuhunga der
Bylder/
Und das keyn Betdler
unther den Chri-
sten seyn sollb.
Carolstatt.c in der Christlichen
statt1
Wittenberg.
A1vDem Edeln und wolgeborn hern Wolff schlyck2Graven tzu Passau3 hern tzu der Weyssenkir-chen4/ Elenbogen5/ und falckenau6/ meynem
gnedigem hernn und patronn
Wunsch ich gottis gnad/
frid/ und froligkeit vor
anbietung meiner
willigen gehor-
samen und
unverdrossen dinsten.
Edeler wolgeborner/ gnediger her/ E'uer' g'naden' gebe ich tzuer-
kennen/ das der almechtig lebentig/ und starck gott/ un-
ßerer regenten7
hertze erweigt8/ und sein werck in
yenen ge-
wirckt hat. Alßo das sie freytags nach Sebastiani9/ eyn
nottliche reformation/ und ein alten loblichen
Christlichen
gebrauch/ vorgenhomen haben.10 Nemlich das hynfuͤro
die Messe einhelligerd weiß und form. in yrer pfarre. soll ge-
halten werden.11 Zum andern/ wollen sie die betruͤgliche
bilder und Olgetzen12 wegnhemen und abthun/ welche
lang
tzeit uff den altaren gestanden/ wende/ hohe/ lufft/ und vil
stell der
heußer gotis frevelich besessen und ingehabt haben.13
Darnach haben sie beschlossen (alles in beysein und
tzu-
thun unßer ettlicher)14 das hynfuͤro keiner alhie nach brot
darff
lauffen/ eß soll ouch kein bettler hye erhalten
werden.
Arme leuthe wollen sie williglich neren. Aber bettler mo-
gen sie nit mehr leyden.15 Sie hoffen ouch/ nach verfa-
hung16 gemelter dreyer artickell/ noch mehr
Christliche stu-
cke furtzunhemen/ und das beste auff tzebrengen/
unther
welchen/ diser/ hoch von noten ist/ das Christliche obir-
keit/ auß eygner Christlicher pflicht und bewegnis/ ernst-
lich und emsig auff sehen sollen haben/ uff Witwen/ Weßen/
und andere
uberdrenckte17 personen.18 Sie vor gewalt und un-
recht zu verhuͤten/ und wu yhn etwas schadens/ von ymands
an
leib oder gut tzugebracht/ die yene/ gestrenglich zustra-
ffen/ ßo
den bedrengten injuriert haben.19
Disser artickell
A2r wirt (gotwil) auch fuͤrgenomen/ alß eyner/ der warhaff-
tige und Christliche ordenung erhelt/ on welchen gott kein
gebeth/ ader
vermeint gut werck ye gefallen hatt.
Gnediger her/ die weil aller welt ougen/ uff uns
sehen/
unnd unßere werck unnd leben betrachten. Etliche vor-
bild und exempel tzehaben. Etliche nach reed tzu erden-
cken/ wie gottliche sachen ye und ye nach reed gehort haben.
Demnach/ wyl ich E'uer' g'naden' von den tzweyen letzten arti-
ckeln Christliche ursachen (auß gottlicher und unbetryg-
licher schriffte genhummen) furlegen. Und antzeigen das
des
Erbarn und achtbarn raths fuͤrnhemen eherlich/ und
gottlich ist/ dem alle Christen
sollen nachvolgig werden/
ehere/ und lobe/ nachsagen. Den ersten artickell wie ehr
mir gefelt/ hab ich/ ym buchlin
von dem Herlichen abend-
essen/ tzum teyll endeckt.20 Drumb wil ich nicht von der
Evangelischen Messe ytzo schreiben. Und hoff die Christen
werden nit ein klein
frucht aus diesen beyden artickeln scho-
pffen/ und das
E'uer' g'naden' mein bereit und gewertig gemuͤth
E'uer'
g'naden' nach meynem hochsten vormogen tzu dienen auch
durch diß
tzuschreiben werden vermercken. Da tzu ich E'uer'
g'naden' geboten
mich hiemit erbiet tzu unthergeben. Meinem
g'nädigen' hern Christoffelf21 wunsch ich alles gut durch Chri-
stum amen.
Datum Wittenberg Montags nach
Conversionis Pauli22 ym xxii.
Jar.
E'uer' G'naden' diener Andres Boden-
stein von Carolstatt.
Von abthuhung der Olgotzen.
i Das wir bilder in Kirchen und gots heußern haben/
ist unrecht/ und wider das
erste gebot. Du solst nicht
frombde gotter haben.23
ii Das geschnitzte und gemalthe Olgotzen uff den al-
tarien stehnd
ist noch schadelicher und Teuffellischer.
iii Drumb ists gut/ notlich/ loblich/ und gottlich/ das
wir sie abthun/ und
ire24 recht und urteyl der
schrifft geben.25
A2v Gots heuser/ seind heußer/ daryn got allein geeherete/
angeruffen/ und angebet soll werden. Alß
Christus spricht.
Mein hauß ist ein hauß des gebets/ und ir macht ein gruben
der morder daraus.f26 Betruͤgliche bilder ermorden alle ire
an-
beter und breyßer27/ alß geschrieben steht. Sie seind got fre-
mbd/ und voller schand beschutt/ und greuͤlich geworden
wie die ding/
welche sie gelibt haben/ Osee. ix.28 Wir kon-
den ye nit leucken/ das wir die genante heyligen in die
kir-
chen. auß lieb/ gestelt haben/ hetten wir sie nit
geliebet/ ßo
hetten wir sie nit dahyn gesetztg/ do gott allein soll wonen
und herßen29. Weren wir yhn feind gewest/ wir hetten sie mehr
geflogen30 dan angenumen. Unser
tath ubertzeuget uns/ das
wir bylder geliebt/ haben wir nit yhn die ehere
ertzeigth/
die wir grossen
hern ertzeygen und tzu messen? War umb
haben wir sie mit Sammot31? mit damast? mit silberin? mit
guldin kleydern lassen malen und ferben? warumb behencken
wir sie mit gulden
kronen? mit edeln gesteynen?32 und
tuhn
yhn das tzu ehren und lieb/ das wir unßern kindern/ wei-
bern/ eltern/ obirsten/ fursten unnd hern nit gern tetehni?
wehr kan uns nur glauben/ ßo wir sagen. Wir
haben die
Olgotzen/ geschnitzte und gemalte bilder/ nit lieb? ßo uns
unßere
geberde uberwyndten? Got hasset und neydet
bildnis/ wie ich sagen werd/ und achtet
sie fur einen grauell.
und spricht/ das alle menschen in seynen ougen sollen
sein/
wie die ding/ welche sie lieben.33 Byldnis seind greulich.
volget/ das wir auch greulich werden/
ßo wir sie lieben.
Also wurgen sie yre anbeter oder eher
geber.34 Drumb
mogen
unßere tempell billich morderß gruben genenth
werden/ das unßer geyst in yenen
ertodt und erschlagen
wirt. Der Teuffell lone den Bepsten/ die uns alßo tot-
ten und wurgen. Ehs wer tausent mall besser/ sie stunden
yn der
hell/ oder feurichten offen/35 dan
in gotis heußern.
Nhu hore furth eygenschafft und ursprungk des er-
bauten gottis
hauß. Salomon sagt alßo. Dein hauß/
o gott/
ist allein derhalben gemacht/ auff dastu ansehest
A3r das gebeth deynes knechts/ und annhemst die bitth/ ßo
ehr vor dir
außschutt/ und thuest deyne ougen tag unnd
nach〈t〉 auff uber das
hauß/ darin deyn nham soll angerufft
werden. ii. Parali. vi. 3. Regum viii.36 der gleychen stuck
ertzelt Salomon vil/ die gott eyniglich sollen
tzugeaygt37
werden. Das ich
mich in sonderheit vast verwunder.
Wie got unser grosse boßheit hat gedult und erliden biß her.
Sih gottis hauß ist derwegen gemacht/ das got allein/
in dem selben soll herschen/
und seyne ougen alß ein helffer/
uff unß notdurfftigej auffthun sall. Item das got allein
angebett
soll werden. Item das gottis nham allein soll
angerufftt werden. Ich wolt gern
sehen/ was wir den
warhafftigen Christen konten antwurten/ oder den Juͤ-
den/ die verstand der Biblienn haben/ aber gott/ dero
uns seyne
laher durch den heiligen geyst geben hat/ wan
sie oder ehr fragten. Wie bistu ßo
durstigk38/ dastu bilder
und Olgotzen in mein hauß lassest stehn? Wie darffestu
ßo kun und keck gesein/
dastu dich in meynem hauß kegen
bildnis neygest und buckest? welche mensche hende
ge-
schaffen haben? Dieße ehere steht mir tzu. Du tzundest
yhn lichtlin an. Und du soldest mir das thun.k So du ye
licht wilt brennen oder bornen39. Du brengest yhn wich-
ßen40
opffer41/ in gestalt/ deiner
krancken bein/ arm/ ougen/
kopff/ fuͤeß/ hend/ kuͤh/ kelber/ ochßen/ schyff42/ hauß/ hoff/
ecker/ wißen/ und der gleichen/ gleich alß hetten dir solche
bildnis gesunde bein/
arm/ ougen/ kopff etc. gemacht/ oder
hetten dir ecker/ wißen/ heußer/ ehere/ gut
und hab bescheert.
Alßo bekent yr fromde gotter. Ich mach euch gesund.43
Item.l
Ich hab sie ernerth/ und in meinen henden
getragen/ und sie haben nit gewist/ das
ich sie gesund ge-
macht und yrer sorg ertragen hab. Osee.
xi.44 Ich hab
sie erlost/
und sie haben luͤgen wider mich gereht. Ich hab
sie gelereth und yre arm starck
gemacht/ und sie er-
dichten boßheyten wider mich. Osee.
vii.45 Ich hab
sie ernereht
und hochgemacht/ aber sie verachten mich.
A3v Ochsm erkand seinen
besitzern/ und der langsam Esell die
krippen seines hern. Aber Israhel (das ist
mein volck)
kond mich nicht/ und mein volck versteht nit was ich ym
guts
gethan hab. We dem sundige volck etc. Esai. i.46
Ich kan nit leucken/ ich muß bekennen/ das got in allem
rechten/ wider unßere
vermeinte Christen magk sagen/
das ehr tzu den Juͤden gesagt. Dan sie lauffen tzu
den Ol-
gotzen/ wie kreheln und raben nach einem Oße47/ und tzu einem
toden
schelmen48 flihen49. Sie suchen sie in sunderlichen
stellen.
alß in der Marck50/ ym Grymtalh51/
tzu Rom/ und der gley-
chen.
Brengen yhn schyff52/ silber/
golt/ wachß und gut/ alß
yren gottern/ die sie erloset haben/ die sie verhutt
haben/
und seind vil blinder den der Ochß tzu Leiptzig53/ oder
Esell
tzu n. n.54 die doch
erkennen was und von wem yhn
guts geschicht. So ruffen sie Olgotzen an/ in gotis
hauß
und suchen gesunheit/ hilff/ unnd rath/ von unsynnigen
narren. Und
schmehen got alßo in seinen haus/ dass ein
wichtige gnugsame ursach wer/ sie auß
den kirchen tzu
schleppen. Laß eß was sein/ das maniger sein kappen ab-
nimbt/ die ehr auffbehielt/ wan seyn geschaffner got nit
ym
weeg wer. Ich achts nit gering/ das sie knye bigen
vor den heiligen. darvon wirt
volgend gesagt.
Das. ehrliche halthung der bildnis. wider das erste gebot
ist/ sol keyner von mir/
sonder auß der schrifft lernen. Exo.
am xx〈.〉 steht alßo
geschriben. Du solt nit frombde gotter
haben.55 id est. Du solt gottis guͤtikeit/
hilff/ gnad/ barm-
hertzikeyt und endthaltung56/ nymand anderß/ dan dem
gerechten got tzu erkennen. Das lerne durch eyn exempell〈.〉
Got
hat die Juden aus Aegypten gefurt/ und aus
dem
kerker der dinsparkeitn
erloßet57/ die selbige gutheit
solten sie
keinem frombden got tzu gemessen haben. Aber sie machten
yen ein
kalp/ und sagten. Das seind die gotter Ißrahel/
welche dich aus Aegypten haben gefurt. Exo. xxxii.58
Das kalp waß ein frombder got/ das die Juden nit hett
erloßet/ und sie sprachen
doch. Eß hette sie aus egypto
gefurt〈.〉
A4r Szo machen alle menschen frombde gotter/ wan sie emp-
fangen woltath ymand anders tzurechnen/ dan dem war-
hafftigen got. Das ist/ des sich got yn der schrifft vil malß
beklagt/ wie
ich oben gesagt hab. Das ist das got Ißrael
furwurfft/ das sie yenen59 einen konig erwelten i. reg. 8. Osee.
13.60
¶ Eß kan ym eyner
eynen menschen tzu eynem frombden got
machen. Eß kan sich ym eyner selbst fur eynen
frombden
got auffwerffen/ alß geschriben steht. Vermaledeyheitt
ist dero/
welcher hoffenung yn eynen menschen setzet/ und
macht starck seinen arm. Widerumb
gebenedeyheit ist
dero in got hofft/ welches hoffenung der her ist. Hiere.
17o.61
Das ist eyn ursach das sich Propheten offtmalß
bedingen.
sagende. Ich werde kein hoffenung uff meinen bogen
setzen〈.〉
Mein schwert wirt mich nit selig machen.62 Ir solt nit
in die fursten
vertrauhen63/ das thun sie
derhalben das sie keynen
frombden got wellen machen/ das sie keyn bild yn yrem
hertz wollen haben/ sie wollen den allein bekennen/ der un-
verbildlich ist. Dan gott kanß nit leyden.
Der wegen saget got bald darnach (alß ehr das gebot
gab. Du solst nit fromde
gotter haben) Du solst kein ge-
schnitzte oder gehauben64 bild machen. Du solt kein
gleich-
nis machen/ das oben/ ym hyemel ist/ oder das
unthen
in der erden ist/ oder das ym wasser ist. Du solst sie nit
anbeten. Du
solst sie nit eheren. Ich byn dein gott/ ein
starcker und rachsamer gott/ ein
eufferer/ dero boßheiten
der vetter in yren Sonen strafft. Exo. xx.65
Sih/ wie got allerley bilder verbeut/ darumb das men-
schen
leychtfertig seind/ und gneigt/ sie antzubeten. Der
halben spricht got/ Du solt sie
nit anbetten/ du salt sie auch
nit eheren. Damit verbeut got alle ehererbittung/
und
bricht der Papisten schluffwinckell/ welche alletzeit durch
yre
behendigkeit/ der schriff gewalt thund/ und machen
schwartz/ das weiß ist/ boß das
gut ist.66 Ob einer dorfft
sagen. Ja ich bette die bilder nit an. Ich thun in nit ehere
von yren wegen/ sonder
von der heiligen wegen/ die sie be-
A4v deuten. Antwort gott kurtzlich und mit lichten worten.
Du salst sie nit anbetten. Du salst sie nit eheren. Gloßiers
wie du kanst/ du salt
sie stracks nit anbeten/ du salst kein
knye vor yhn byegen/ du solst kein licht vor
yhn antzun-
nen. Wan ichs haben wolt. spricht gott. dastu
mich/
oder meine heiligen/ solst in bildnis eheren/ ich wolt dirsp
nit verbotten haben/ bildnis und
gleichnis tzumachen.
Nhu wil ich beweißen/ das Christen bekennen mussen〈/〉
das sie
yren Olgotzen ehere geben. Ursach. das sie vor ye-
nen (von wegen/
der vorstorben heyligen menschen) sich
krumen und biegen/ damit wil ich vestiglich
beschlißen/
das sie/ den bilden ehere ertzeigen. Dan wan ich einem Mar-
schalck ehere geben teht/ von wegen seines fursten/ ßo eheretq
ich yhn und seinen fursten. Den
diener als einen furst-
lichen diener/ und den fursten tzuvor an.
Ehs kanr auch
keiner leucken/ das im/ alß einem diener/ eygen ehere beschicht.
Alßo wen ich ein
bild ehre von gottis wegen/ ßo ehere ichs
doch warhafftiglich.s Das got verbotten hat.
Nhu wil ich ferner fragen. Ist das ein kleine ehere/ das
wir bilder/ heyligen
nhennen? Wen wir uns recht endsin-
nen welten/ wurden wir befinden/
das wir/ der warhaff-
tigen heiligen/ ehere/ nyder biegen thun/ und
legen sie auff
yre betruͤglich bildnis/ darumb nhennen wir bilder/ heili-
gen/ und geben yhn alßo heiligkeit.
Ferner. Keiner kan verneynen/ dan das ein groß ehre
ist/ auff den altaren tzu
stehn. Ja der Babst achts fur ein
solche ehere/ das ehr keinen frumen Leyhen
gestatt/ uff einem
altar tzuligen oder stehn. Ehs ist warlich vil/ und hoch-
lich eheren/ wan du yemand do hin stellest/ da der leib Chri-
sti gehandelt ist/ da got allein soll angeruffen werden/ das
got tzu sonderlichem lob/ tzu eygner ehrerbittung auffge-
richt
ist.
Die altahr seind der halben erfunden/ das man uff yhn
gottis nhamen soll anruffen/
yme uff yhn allein opffer/ undt
B1r ehere geben soll. Szo hat Nohe seinen
altar gebauwett
gene. viii.67
Szo Abraham gene. xii.68 Szo Moyses.
Exo.
xvii.69 Szo hat got
ursachen der altharien angetzeigt. Exo.
xx.70 Das sein nhom gebreist/ und ym opffere sollen geben
werden/
die eyner ye opffern wolt. Disse ehere. geben wir
den olgotzen/ wan wir sie uff
althar stellen und vor yen71
lich-
tlin antzunnen. Wan wir sie anruffen/ umb irer heiligen
willen. Alles das wir uff altharien handeln/ sollen wir
gott thun. Deu.
xxvii.72 Drumb ists ye nit
muglich. das
wir sie uff den altharien haben/ und wollen leuken/ das wir
sie
nit eheren.
Die weill nhun altarien/ yn anruffung des nomen gottis
yn sonderheit auffgericht
seind/ ists vill teuffelischer/ das
man der heiligen bilder uff altharien stellett/
dan an meu-
ren73 nagelett/ wie der ander artickel74 ob meldet.
Gregorius der Bapst/ hat seiner bebstlicher
artt nit
vergessen/ und den bildern die ehere geben/ die got seinem
wort geben
hat/ und spricht/ das bildnis/ der Leyhen
bucher seind.75 Ist nit das eyn recht Bepstlich
laher.
und teuffelisch tzugebung? Das die schefflin Christi ver-
botten und betrugliche bucher oder exempel mogen
gebrauchen〈.〉
¶ Christus spricht〈.〉 Mein schefflin horen meine stuͤm.76
Ehr sagt nit. Sye sehen meine/
oder der heyligen/ bilder.
¶ Gott spricht. Meine schefflin/ seind schefflin mei-
ner
weyd/77 das ist meiner laher/
nit meiner bilder.
¶ Moyses spricht. Ihr solt eure kindern gotis
wort
von yugend auff leren.78
¶ Aber Gregorius spricht. Die
Leyhen
sollen bilder gebrauchen/ fur bucher.79 ¶ Sage
mhyr lieber Gregori/
oder laß mirs ymand sagen. Waß
kunden doch Leyhen auß bildern guts lernen? Du must
ye
sprechen/ das man eytel fleischlich leben und leyden darauß
lernet/ und das
sie nit weider furen dan yns fleisch/ ferner
mogen sie nit brengen. Exemplum/ Auß
dem bild des
gecreusigten Christi lernestu nicht/ dan das fleischlich ley-
den Christi. wie Christus seine heubt geneigt/80 und der-
B1v gleichen〈.〉 Nhu sagt Christus/ das sein eygen
fleisch nit nutz
sey/ sonder das der geist/ nutz sey und lebendig thun
machen.81
Szo
spricht auch Petrus. Das Christus/ worte
hat ge-
habt/ des ewigen lebens und gaistes.82 Dieweil nun dye
bilder stum/83 und taub seind/ konden weder sehen
noch ho-
ren.84 weder lernen oder leren. und deuten/ auff nichs anders
dan uff lauter und blos
fleisch/ das nicht nutz ist. Vol-
get vestiglich. das sie nicht
nutz seind. Aber das wortt
gottis ist geystlich/ und allein den glaubigen
nutze.
Drumb ists nit war/ das bilder/ der Leyhen bucher seind.
Dan sie mogen kein
seligkeit aus yhn lernen/ und gar nichts
aus bildern schepffen/ das tzu der
seligkeit dienet/ oder tzu
Christlichem leben notlich ist. Ich welt nit groß
nemen85
und den bildern
soliche ehere tzumessen/ die Gregorius
sey-
nen olgotzen tzulegt. Ich mercke aber/ warumb die Bebst
soliche bucher den Leyhen fur gelegt haben. Sye haben
vermerckt/ wan sie die
schefflein/ yhn die bucher furtten/
yhr grempell marckt wurd nichst tzunhemen. Und
man
wurt wellen wissen was gotlich oder ungotlich. recht oder
unrecht ist. Paulus spricht. Das wir yhn der laher
Christi
sollen bleiben86/ ßo rumett sich
Christus das er sei-
ne Jungern seines vaters sermon gelert hab.
Joan. xvii87
Sye haben keynes
bildes nye gedacht.
Christus spricht auch/ das die warheit letig macht und
seine Junger macht. Joan.
viii.88 Das kan kein bild
thun.
Drumb ists gleich ßo vil gesagt. Bildnis seind der Ley-
hen bucher/ alß hette er gesprochen: Die Leihen sollen kein
Junger Christi
sein/ sollen auch nymer frey werden vons
teuffels panden/ sollen auch nit in
gotlich und Christlich
weßen kumen. Paulus der
leret auch/ das wir kein ge-
meindschafft mit den solhen89 haben/ die bildnis eheren. i.
Cor.
v.90 und spricht noch
eines. Ir solt die bilder nit eheren. Ir
solt flihen vor ehererbietung der bildnis
.i. Cori. x.91 Sih wie
Paulus eere erbietung der bilder hasset/ und wie
wir nichts
gemeine mit denen sollen haben/ ßo bilder eheren/ ap sie die sel-
be gleich nit anbetten.
B2r Ja sagen sie. Paulus spricht/ das
bilder nicht seind .i.
Co. viii. Wir wissen auch wol das sie keine gotter seind/
und
das nur ein got ist.92
Antwort. Wolt got/ das/ das die ye-
ne hertzlich wisten/ die bilder
fur93 bucher gebrauchen/
das
ich nit glauben kan. Horestu aber ouch nit/ das Paulus
spricht das wir flihen sollen/ vor eher erbitung der bilder?94
Weistu nit/ das Paulus spricht/ die solche ding
thun/
die werden nit selig.95
Wie kanstu Leyhen selig machen/
wan du bildnis/ diße ehere gebst/ die got seynem
wort allein
hat geben? Wan du sie in der stell haldest/ darynne gott
allein
soll geeret und angeruffen werden? Ich wil dir
dein hertz/ o Pfaff/ o Monich/ bald
ruͤren/ und beschlissen.
dastu an bildern klebst/ und hast eynen warhafftigen
abt-
got an dem bild〈/〉 das menschen hende
gemacht haben.
Jetzo solstu endlich auch das eynnhemen. Das ich gar
nicht rhaten kan/ das sich
die tod krancken an geschnitzte
oder gemalt Crucifix haltenn. Ursach/ das sie
tzu96 nicht
dienen/ wie
gesagt/ und konden den krancken nicht weider
brengen/ dan an fleischlich leyden
Christi/ das tzu nicht nutz
ist/ als Christus selber spricht/ das fleysch ist nicht
nutz
Joan. vi.97 Daß gefelt
Paulo nicht〈/〉 dastu Christum
nach
dem fleisch erkennest. Drumb spricht ehr. wir kennen Chri-
stum nit nach dem fleisch.98 Aber unßer bildpreißer wellen
den leyhen Christum ym fleisch tzuerkennen geben/
das nicht
nutz ist. sie wellen lieber leren. wie Christus gehangen hat.
dan
warumb er gehenckt ist. Seinen leip/ bart und wunden
leren sie. Die krafft Christi
leren sie gar nit. On die krafftt
Christi wirtt nyemand selig. On leyplich gestaltt
Christi
werden vil taußent selig〈/〉 das fur eins. ¶ Fur das
ander
sag ich〈/〉 das bilder ingemein/ verboten/ und Propheten
wider
bildnis gepredigt haben/ Ab〈ak〉ucku .2. spricht got: Weh dem
dero tzu dem holtz
spricht. Wach auff. Und tzu dem
stilschweigenden stein sagt. surge. stehn uff. Wie
kahn
ein holtz oder stein lerenn? Ehr ist woll mit silber oder
golth getzyrtt/
aber keyn geyst ist yhn yhm. Abakuck ii.99
B2v Sih da/ wie got die yene/ mit we und we besprengt/ die tzu
eynem holtz
sagen.100 Wach uff. Das ist
bald101
gesagt〈/〉 wan du
andacht tzu eynem holtz hast. Auch spricht
got: We/ dem
dero spricht tzu eynem steyn. Steh uff/ das ist/ kum mir
tzu
hilff. Das sagen die narren tzu den todkrancken menschen〈/〉
wan
sie yn tods stricken tzappeln. Sagende: Sih da nim
den hern Jesum yn deine
hende.102 ¶ Abakuck spricht. eß
ist kein geyst in dem bildnis.103 Wan got auffgeht ßo fallen
alle
bildnis. Wa bilder sitzen/ da kan got nit sein. alß Michee
am .v.
geschriben steht. Ich werde eure bildnis/ in eu-
rem mitell
verderben/ yhr solt nicht mehr anbeten/ das
werck eurer henden.104 Czu dem dritten. wan ich
gleich
bekennet/ das bildnis erleubt weren/ das doch keyn Crist
kan bekennen.
Doch105 ist kein trost/
dan106 in dem wort gotis.
darin der gerecht lebendig gesund und selig wirt. Drumb
ists unvergleichlicher weiß
mer/ das du einem beide evangelien
fuͤrsagest/ welche der her tzur letzt/ und vor
seinem tod geben
hat. Nemlich dastu eynem krancken vorsagest inhalt und
meynung dißes trosts. Mein leip wirt fur euch gegeben〈/〉
Mein
bluth wirt fur euch yn vergebung der sunden ver-
gossen.107 Disse evangelia haben eynen
lebentigen geyst. Das
bild108 Christi hat nichts dan holtz/ stein/ silber oder gold
und der gleichen.109 Fur das viert muß ich den
Gregeri-
sten110/ Bischoffs Epiphanii111 tath furwerffen/ welcher vor-
tzeiten
Hieronymi/ ein tuch auß der kirchen genomen
hat〈/〉
Drumb das ein bild eines heiligen oder gecreutzigten
Christi
wider verbot der schrifften/ dar ein gemalt waß. Darab
ist wol tzu
mercken〈/〉 wie die frumen Christen bildnis vor tzei-
ten gehaßt haben/ und auß den gots heußern verweist haben.
¶ Epiphanius ist kumen gen Anablatha112 und do selbst in die
kirchen gangen/ und hatt eynen
furhanck in der thur gesehen〈/〉
geferbt und gemalett/ der eyn
bild gehabt hat gleich alß
Christi oder eynes heiligen. Ehr spricht das ehr nit
eygen-
lich wiß/ weß das selbige bilde gewest sey. Doch hat
erß
nit yn der kirchen wollen leyden/ drumb das wider die sch-
rifftt yn der kirchen hing/ derhalben tzuschneid er den
furhang〈.〉
B3r Das steht in buchern Hieronimi
geschriben Tomo .3. fol.
Lxx3. l'ite'ra c.113 Sih/ ap ich tzugobe/ das Leyhen ehtwaß
nutzes
und seligbarlichs aus bildern kondten lernen. Dorfft
ich doch das mit nicht114 gestaten/ wider verbot der
schrifft
und wider gotlichen willen. Die schrifft spricht
klarauß〈/〉
das got bilder hasset und neydet/ welche papisten/
bucher
nennen. Ich frage dich. Wan du eynem bilde aus hertzen
feynd werest/
und mogest eß weder sehen noch horen/ wie
wol wurd eß dir gefallen/ wan dich eyner
yn eynem solichen
hessigen115 und greulichem buch wolt lernen erkennen und dich
ehren? Du wurdest one
tzweiffel mich/ mit dem buchlin
oder bild/ hassen und flihen/ wan ich dich in dem
welt eren〈/〉116
dastu verbeutest/ dastu hassest/ dastu fleugest. Nu spricht
gott〈/〉 das ehr keyn bild mag leyden/ das wir machen/ und
das
ehr alle die yene neyde und haß/ die bilder lieb haben/
wie obberurt ist. Und Esaias schreibt .c. xl2. Sie sollen
mit schanden
geschmacht werden/ die dem bilde vertrauhen.117
Sih got ließ ein bild machen eynes brandes.118 oder schlan-
gen/ das waß ym nit gleich/
waß auch tzu nicht anders
auff gericht/ dan das die/ ßo von den schlangen
gebissen
oder verwunt waren/ das selbe bild solten ansehen/ auff das
sie
gesund wurden. Numeri .xxi.v119 Das bild gab got
selber
und waß nit von menschlichem hirn auffgericht/ ydoch lo-
bet die schrifft den konig Etzechiam .4.
reg. xviii. das ehr
die selbe schlangen abthett/ darumb das yhr/ die Juden
opfferten.120
Unßere bilder haben keynen ursprung von gott/ ya sie
seind von got verbotten.
noch121 wellen wir sie
verteydigen/
Unangesehen/ das sich vil arme menschen an yenen besche-
digen/ und verletzen/ die lichte122/ und pfenig opffern/ und
biegen sich/ und
thund yre heubter vor yhn endblossen.
Noch dorffen wir die olgotzen und bilder verteydigen/ yn
den kirchen behalten/ und
die arme einfeltige schefflin gotis
lassen verderben. in solichem greulichem
myßbrauch. Und
wellen sie ehren alsw bucher.
B3v Drumb muß ich weidersagen von unutzikeit der bil-
der/
Idoch alles wie die schrifft meldet/ dan ich beger nit〈/〉
das
yemandt auff mich bauhe/ oder mir gleube. Ja der
teuffell danck dirs/ wan du mir
gleubest/ oder auff mich
fussest. Kere dein oren und augen auff die schrifft.
welche
alßo saget. Die scheffner123 des bildes seind nicht/ und das
allerkostligist und allerliebstes ist
nicht nutz yn yhn.
Sie seind selber getzeugen yrer bilder/ das sie nicht sehen/
und nichts versteend.
Esaias .xliiii.124 Hye mercke
du
abgottyscher unchrist/ das der schaffner/ eynes byldes
nichts ist/ und das
ir allerbestes zu nicht nutz ist. Ja gewiß
seind sie nicht nutz zu der seligkeit.
Du must selber bekennen〈/〉
das du keynen bild macher wilt
fragen/ was dir tzu der seli-
keit nutz ist/ yhn
dem〈/〉 dass ehr eyn bildmacher ist. Wye
ist den der bapst Gregorius ßo kecke/ das er darff sprechen.
Bilder seind der Leyhen bucher?125 Wan yre meyster unß
nit konden leren. was uns nutz ist tzur seligkeit? Sih
yre
meistern sehen/ horen und versten/ und geben tzeugknis
das yhre bylder
weder sehen/ noch horen/ noch verstandt
haben. Und du wilt/ und solt/ die
bildmacher/ nit fur
bucher haben. Wie darffestu dan bilder fur bucher
halten?x
Wie konden dir
bilder nutz seyn alß bucher?
Wehr kan leucken/ das bucher nutz sein? nyemand. Wer
darff sagen/ das bilder nutz
seind. wan yre bildmacher
unnutz seind? nyemand. Nhu will ich kurtzlich
beweißen
das auch bilder yhn sich selber unutz seynd/ alles durch.
Esaiam
.xliiii. Der ein Ewangelischer Prophett ist.
Esaias spricht alßo. Wer hat got formirt oder
gemacht
und das geschnitzte bilde tzesamen geplaßen? das tzu nicht
nutz ist.
Nymb war126〈/〉 alle teylhafftige/ und gesellen der
bilder/ werden
beschempt. Sie werdenn alle sampt tzesa-
men komen/ und sich
forchten/ und ehrschutt127
werden etc.128
Und meldet fernery vast spottlich
und spitziglich/ wie
die Olgotzen gemacht werden/ und tzu nicht nutz seyn.
¶ Das kan ich auch nit verschweygen. Das gott knye
bigen/ kruͤmen/ und buͤcken/
nit kan leyden/ welchs wir
B4r den Olgotzen ertzeygen. Gott spricht alßo durch Esai.z
Der
bildmacher macht eyn bilde/ und kruͤmet sich vor
yme. Er kruͤmet sich vor yme und
bettet eß an/ und sa-
get. Mache mich letig/ erlose mich/ dan du
bist mein got.129
Alßo haben sie vergessen/ das die augen der bilder nicht
sehen/ und das sie in
yrem hertze nicht verstehnd/ und be-
dencken nicht/ das sie
vorgesagt haben. Ich hab die helffte
des holtzß verbrand/ davon ich dießen got
gemacht hab.
Und hab mit der selben helfft/ des baumeß/ mein fleisch
gekocht/
und den offen eyngeheytzt. Von dem andern teyll
hab ich dißen abtgot gemacht. Vor
dem klotz dißes holtzß/
wil ich nyder fallen.130 Am ende des selbe capitelß
spricht
gott. Ich bin der her/ welcher alle ding tueth/ und nye-
mand mit mir. Esai .xliiii.131
Hett ich weil und raum/ gern welt ich Esaiam
han-
deln/ aber kurtz halb/ wil ich vom ende anfahen/ und tzu
dem anfangk kumen/ und damit tzu angefangner mate-
rien wider
keren. ¶ Sih und mercke wol/ das bilder in
kirchen/ wider das erst gebott seind. ¶ Unnd das gott
mit nicht magk
dulden/ das wir eyne creatur nebent yen
stellen. Drumb beschleusset ehr alßo. Ich
byn der her/
welcher alle ding allein macht/ und keyner mit mir.
Das solt/ yhr heylige fresser/ eben mercken/ das got al-
lein alle
hylff tueth/ und keyner mit ym/ oder nebend ym.
Das muß ye war sein (soll anders
die warheit war sein)
das unß kein creatur/ nebend gott/ hylffet. Nhu sage
mir
du Olgotzischer anbeter oder eeregeber/ wan dir Hei-
ligen nit
konden helffen/ was konden dir yre betruͤgliche
bilder helffen? Du wilt den
heyligen ehere thun in bil-
dern/ und gleich die ehere/ die sie in
yrem leben geflogen
haben und verbotten. Sie haben ym leben nit mogen
leyden/
dastu yhn opffer gebest/ oder sie anruffest/ alß Pe-
trus spricht. Eß ist nur eyn nhom unther den
menschen/
in welchem yr must selig werden. Acto. iiii.132 Ist nur ein
nhom/ warumb machestu
(Olgeck133) vil nhomen
unther
den menschen/ in welchen du seligkeit verheischen thuest.
B4v Weystu nit das sie Petrum
ansahen und verwunderten
sich/ und Petrus sprach. Ihre menner. waß verwundertt
yhr euch? und warumb seht ir
uns an? alß hetten wir das
aus unßer krafft und macht getan/ das der lahm
wandelt.
Wir haben den selben/ durch vertrauhen yn den hern Jesum.
welchen der
got Abraham
Isaac und Jacob gesendt hat.
gesund gemacht. Acto. 3〈.〉134 Sih du kugilichster135 und veist-
er
bildemacher/ das Petrus ym leben verbotten
hat/ dastu
ym nach seinem tod darffest tzu messen. Weynstu136 das er
itzt unß ein andere laher wurd geben/
und wider die/ die
ehr uns ym leben hat geben? Du bekendest das ehr aus dem
heiligen geist alhie geredt und geleert hat/ war aus leret ehr
ym tod? Petrus spricht〈/〉 yhr solt
unß nit ansehen.137 Ja/ hie
antwerstu bald. Wir sollen bilder nit ansehen eß138 tetten sie
etwaß aus eygner krafft.
Aber hoer zu. Wolt got das du war sagest. und dastu nit
eynen eigen olgotzen
hettest/ welcher yn grosser macht bey
dir ist. Was wiltu aber tzu dem Pachantten
vers139
sagen〈.〉
Christoffore sancte virtutes sunt tibi
tante/ qui te mane
videt de nocte ridet oder vivet.140 Sage mihr wie vil tau-
ßent
menschen ein tzeitlang sanct Christoffels
bild/ der hal-
ben/ angsehen haben/ das sie vor dem gehen141 tod behut wur-
den? und auff den abend frolich mochten leben? Haben die
selbe
nit yn yrem ansehen des gemalten Christoffels grosse
hoffenung und trost gesetzt?
Du solst von des ergernis wegen/ im glauben/ rathen/
das
alle bilder tzu dem Teuffell geschlept weren. Sih nu/ ap
die
selbige/ sanct Christoffels bilde. nit fur
eynen got achten〈.〉
Du must mir auch tzugeben/ das vil Leihen/ der massen
yn andern bilder/ mit trost
und hoffenung hangen.
Heist nit solchs ansuchen/ anbeten? Lieber domine her. her.
ist nit das gesagt/
liebes bilde mach mich ledig? oder er-
loß mich? aber142 behuͤt mich vorm gehen143 tod?
Sih du lessest gescheen/ das Leyhen vor den bildern S'ancti'
Pauli. Petri und Barnabi144 .etc. licht antzunnen/ und ihn
opffer
furtragen/ die sie. wie Pestellentz. ym leben geflogen
C1r haben/ noch bystu der grob kluͤgell145. Bystu der hochge-
larthe gesellh/ ßo byt
ich frunthlich/ sag mir/ Ab Petrus
Paulus und Barnabas yhn eygner personen hetten mogen
dulden/ das wir sie uff altaren
stellen? Du must Neyn und
Neyn sagen.146 Warumb setzestu/aa yhre verbotten bilder uff
altaren? welch sie ouch nit
angenomen hetten. Mercke
auch lieber freund/ das kruͤmen und knihe biegen eere
seind/
die du wider gottis willen den bildern ertzeigest. Alß in
obangetzeigten .xliiii. c. Esaie berurt ist.147
Mercke ouch/ wie tolh/ nerrisch/ und unsinnig die seind.
die den bildern soliche
ehere geben. Dan Esaias spricht148.
Sie kruͤmen sich vor yren
gotten. und biegen sich/ und haben
vergessen und verstend nit/ das yre bilder nicht
sehen oder
horen. Sie verstend nit/ das sie spehn und holtzer von dem
klotz
gehauen haben (welches sie fur eynen heiligen hal-
ten) und haben
yre fleysch mit gekocht/ und yre dornitzen149
oder stuben warm gemacht/ das wellen sie nit
betrachten.
Drumb werden sie geschendt werden/ sich forchten/ und
bywen150 und tzerschutten. O Wye ubel wirt eß den/ in
tods
notten/ ergehn/ die an olgotzen also kleben/ die sich vor yn
kruͤmen und
biegen. Eß wirt sie gar nicht endschuldigen/
das sie das/ den heiligen thuen/ got
erkendt yre hertzen besser/
dan sie selber/ und wirt sie mit seinem wort
ubertzeugen das
sie den bildern ehere gethan haben/ nemlich mit dyßem. Du
solst sie nit eheren. Exo. xx〈.〉151
Nhu kum ich tzu dem anfangk/ und nheme Esaiam/
welcher spricht: Sie seind tzu nicht nutze/ Esa.
xliiii〈.〉152
Bucher seynd nutze den leßern/ Volget das bylder keyne
bucher seind der Leyhen.
Wider Gregorium und seyne
gantze
geselsschafft.
Horend yre Gregoristen und Papisten/ was Etzechiel
spri-
cht.ab Wan sich/ eyner von mir kerett/ und setzet olgotzen
yn seyne hertz/ und kumet tzu eynem Propheten/ und fraget
mich durch yhn/ Szo wil
ich yme durch mich selber anth-
worten/ und wil ihn tzu eynem
exempel und sprichwort machen
C1v und verderben/ vom mittell meynes volcks/ Etzech. am
xiiii.153 Sih da olgotzischer preyßer/ was
Etzechiel/ von
den bildern redet/ und
vergysse beleib nit/ wan du eynen
olgotzen oder bilde yn deyne hertze nymbst (wie
das vile
thund/ alß von sanct
Christoffels bilde gesagt ist) das
dich got verderben wil und verdammen. und
wil dir selbst
antworten. Jetzo antwort uns got durch seyne aygen
wort/ du
solst nit Propheten besuchen/ wil aber yemant
yn dyßen tzeiten Doctores/ Magistros
und Baccalaurios
umb soliche sachen anlangen/ und der stuͤm gotis nit wil
glauben one wanckell.154 der
hore was in xiiii. c. Etze. volget.ac
¶ Der Prophet/ dero irren wirt/ den hab/ ich got und herr/
irren
gemacht/ und wil yhn vom mittell meynes volcks
vertilgen.155 Sih/ wie got beyde vertilgt den Propheten/
der irret und irren macht/ und den rathfrager/ dero eynen
solichen Propheten
rathfraget/ darnach wisse dich tzerichten〈.〉
Wan eyner gottis verbott und willen weiß/ soll er stra-
cks dem
selben nach volgen/ und weder Engell/ noch heili-
gen/ noch
Propheten horen/ die yhn von gotlichem gebot
wellen tzihen/ ap sie gleich eynen
scheyn hetten/ guter mey-
nung. Das die historien. 3. reg. xiii.
mit lichten worten leret.156
Got schicket seiner diener einen tzu dem Konig Hiero-
boam/ und gebot ym/ das er weder essen noch
trincken solt.
Das verbot wisset/ der selbe Prophet oder man gotis Se-
meas.157
Aber er ließ sich durch eynen andern Propheten. ver-
furen. Welcher
sprach. Ich bin ein Prophet gleich wie du.
Und der engel gots hat mich angeret.
Sagende. Fuͤr yen
mit dir yn dein haus/ auff das er esse und trincke. Das
dett
Semeas/ und waß dem munde gotis ungehorßam.ad
Derhalben ließ yen got tzerreissen von eynem Lauhen158.
Sih wan wir wort des hern haben/ und wollen gotis
mund ungehorßam sein/ unnd uns
durch einen andern
lassen uberreden und betrigen/ ßo mussen wir sterben. Ab-
gleich der uberreder aber159 betrieger/ gestalt hat eines Pro-
pheten/
eynes engels/ eynes lerers/ eynes Christen/ welcher
dir Christliche woltat pflegen/
essen und drincken geben
C2r wil/ und seyne woltat verhindert dich an gottlichem ge-
bot und wort/ salstu ym mit nicht volgen/ ab er gleych
ein dicker/
starcker/ veisterae
Monich und doctor wer. Vol-
gestu aber yemand von wegen seynes
standes/ scheynes/
schoner wort/ und fruntlicher ertzeygung/ und felst alßo
aus gotlichem verbot/ mustu gewißlich sterben (wie Se-
meas) von
dem Lauhen/ dero die welt umbgeht/ eynen
tzu suchen/ den er verschlincken
mog.160
Alßo erwurget got die Sone Aaronis
Nadab und Abiu/
Drumb das sie frombde feur vor gott opfferten/ das yen
nit geboten
was. Levi. x.161
Sih/ wan einer ein feuer antzundet/ das dem feuer des
hern ym weßen und hitze
gleich was/ dannest wan eß fro-
mbd was/ straffet got/ die yene/
die solchs feur opfferten.
Demnach sag ich/ ab gleich bildnis antzeig hetten
eynes
guten dingks/ dannest sollen wir sie nit leiden in den kir-
chen/ und unther den glaubigen alß Balam hat mussen
bekennen.
Sagend. Eß ist keyn bildnis in Jaacob/ und
keyn olgotz in Israhel. Nume.
xxiii.162/ und Exo. xx.163
offen-
lich außgedruckt ist. Derwegen sol kein Christ oder
glau-
biger bilder annhemen/ dan er horet klerlich: Du salst
kein
bilder haben. Des worts sall der glaubig lebenaf/ und kei-
nen scheyn achten/
wie der selb gestalt oder nhamen haben
mogt.
Kumpt eyner und spricht/ bilder leren und untherwey-
ßen die
Leyhen/ gleich alß bucher die gelarten. Antwort
du. Got hat mir bilder verboten/
der wegen wil ich nichts
aus yenen lernen.
Kumpt eyn ander/ und saget/ Bilder vermanen und eryn-
nern uns des
hern leiden/ und machen offtmalß/ das einer ein
vater unßer betet/ und an got
gedenckt/ dero sonste weder
betet/ noch an got gedecht. Antworte du mein
Christe.
Got hat bilder verboten. Item. Christus spricht〈/〉 das
got ein
geist ist. Alle die got worhafftiglich anbeten/ die beten got
ym geist
an. Joan. iiii.164 Alle die got
in bildern anbeten/ die
beten jenag inah luͤgen an/ ym
schein und eusserlicher antzeig ge-
dencken sie an got.
C2v Das hertz ist aber fromde von got/ und macht ym ein eigen
olgotzen ym
hertzen/ und ist voller luͤgen/ Alß Esa. xliiii.
spricht. Ir nerrisch und tolh
hertze betet sie an/ und saget
nit. Ich hab ein luͤgen yhn meyner gerechten
hand.165
Eß kan auch kein Christ leucken/ das geistlich gebet/ eyn
gotlich werck ist/ das
got allein wircket/ alß Hieremie 33.
geschriben steht. Ich werde yhn offenbaren
gebett und
anbethung des frides/ und der warheit.166 Das got alleyn
wircket. das kan kein bild
wircken. Du darffest auch nit
sagen/ das dich das bild Christi/ tzu Christo breng.
Dan
das ist ye war. Keyner kumpt tzu mir/ eß sey dan/ das
yhn mein vater
tzihen thun.167 Sie mussen alle
gottis schu-
ler sein/ die tzu Christo kumenai. Joan. vi. und nit von bil-
dern vermant oder gelert werden tzu Christo tzekumenaj.
Laß alle bilder auff erden tzesamen tredten/ dannoch ver-
mogen
sie nit/ dir einen kleinen seufftzen tzu got tzegeben.
Wan ich ye eusserlich vermanung und erynnerung wolt
haben/ soltt ich die begern/
welche die schrifft antzeygt/
nicht die sie hasset und verbeutt. Alßo Ich solt vil
lieber
wollen〈/〉 das ich in anfechtung und betrubtnis/ mit
wagen
und pferde viell/168
dan das ich tzu eynem bild quem/ auß ym
selige vermanung tze schepffen/ dan Esaias leugt nit/ das
bilde tzu nicht nutz
seind/ Esa. am xliiii.169 Sye
muͤsszen aber
tzu etwaß nutz sein/ wan sie uns vermanen mochten/ und
yhn
warhafftige gedancken tzu gott fhuͤrenak. Das aber
betrubtnis eusserlich leret und vermand/ und macht das
wir got erkennen/ anruffen/ und anbeten. Leret die schrifft
sagend. Uberdrenghung
und vexation gibt verstand.
Esaias am. 〈x〉xviii.170 Dual hast mich gestrafft und ich byn
gelert
worden/ Hieremias am xxxi.171
Gott geysselt uns
und lerett uns/ alß eyn vatter seyneam Sone. Prover. 3.
Hebre. 12.172 Gott wil das wir/ tzu ym schreyhen
ym tag
unßers anfechten. Psal.173
Gott wil aber nit haben/ das wir tzu yhm ruffen/ wann
wir bilder sehen/ ehr wil
das wir sie hassen und fliehen.
C3r Ihn dem tag/ ßo der her erhocht wirt/ werden die menschen
yre bilder
weg werffen und sie fliehen. Esa. 2 und xxxi.174
Michee am v.175 Daraus volget/ das bilder ye nit bucher
seind/ auß welchen
wir lernen sollen.
Das bildnis keyne bucher sollen genant werden/ kan eyn
Christ alßo verstehn.
Bucher leren. Aber bilder konden
nicht leren/ alß Abakuck. am 2.
saget〈.〉 Ist eß muͤglich das
ehr leren kan?176 Das saget Abakuck von eynem
steynerin
Olgaffen.177
Daraus volget one wiederred/ das bilder keyne
bucher seind. Dan wan sie bucher
weren/ oder solten das
leren/ das bucher thund/ ßo musten sie leren und
unther-
weyßen. Darab kan meniglicher erkennen/ das Gregorius
der Bapst ye bepstlich/ das ist
unchristlich gelerth hatt/
wan er den Leyhen bildnis/ fur bucher gibt.
Dye schrifft vergleicht bilderan
und olgotzen/ den pubenao/
und
saget an vil enden/ das die gotloßen mit bildern bulen/ wie
huren mit
puben. Ich muß grob und unnuͤtz seyn. aber
scheme mich nicht tzu reden/ wye die
schrifft redet/ unver-
tzumpffen178. Ich hab yr hertz tzerbrochen/ welches von
mir ging. und yre ougen tzerriben/ welche mit den olgotzen
bultten und bubten.
Etzechiel am .vi.179 Item du
hast
dir bilder gemacht in mans gestalten/ und byst unkeusch
mit yhn
gewest.ap Das gold und das
silber/ ßo ich dir/ tzu
deyner tzyhr geben hab/aq hastu gebenn tzuar den bildernnas/
sie darauß tzu machen/ und hast mit yhn gebuelth. Du
hast deyn kleyder genumen/ und
hast sie mit den selben.
bekleydt und tzugedeckt etc. Etzechiel am .xvi.180 Das
thun wir den
narren/ die wir nit fur frombde gotter ach-
ten wollen. Wollen auch
nit horen/ dasat sie unßere
got-
ter seind. Wie wol uns alle welth uberwindet mit
unßer
reed und tath/ das wir sie alß gotter halten/ mit nhomen
und
ehrerbiethung. Dan das gecreutzigt bild nennen wir
eynen hergot/ und sagen
tzeiten181/ Das ist der herr
Jhesusau/
wir thund ym auch
soliche ehere/ alß wer Christus selber
da/ dartzu haben uns die heiloße Bepst/
unsinnige Mon-
C3v nichen gebracht. Wir sagen auch/ Das ist Sanct Sebasti'an'
das S'anct' Nicklas etc. und der gleichen. Alßo
nhennen wir
sie/ wie die ding/ ßo got liebet/ und uberweißen182 uns/ mit
unßer reed und tath/ das bilder
unser gotter seind/ das un-
ßere bildnis seind mit welchen/ unßere
augen bulen/ und
puben/ und ist ye war/ das sie alle sampt huren und ehepre-
cheryn sein/ die bilder eheren/ oder umb hylff ansuchen
aber183 anbeten. Osee .ii.
Etzech. am xvi.184
(Alhie wolte ich
eyn weib/ des Teuffels huren/ wol betzalen, ader ich hoff
sie
werde/ dem rathe des heiligen geyste volgig werden/
das ist eyn
parenthesis〈/〉 damit ich sie fur das ander mall wil
gewarnet
haben.)185 Die Teuffels huren
die yre silber und
gold/ tzu bildern geben (avund darumb/ das man bylder in
kirchen/ aus dem mache/ das
got yen tzu eigner tzirung geben
hat)aw seind gleich die huren/ von welchen. Etzech. am xvi.
capitell schreibet/ wie oben vermelt ist.186 Die manß bilder
machen/ und bulen mit yen/ bedecken sie mit
yren kleidern
und tragen yenen kostlichen geruch/ brot/ wein/ bier/ tzu/
huner/ genß/ und pferd. Ja dar tzu yre Kinder/ und ire
krancke frunde/ tzu welchen
got spricht. Meynestu/ das
disse buͤberey klein und gering ist?187 Der gleychen haben
wir/ nit
wenig schrifften/ welche die olgeckische anbeter
huren und eheprecheryn schelten/
und beschlyssen/ das
kirchen/ billich hurheußer sollen geacht werden/ ßo
bilder
in yenen gestelt und geert werden.
Wie wol auch alle bilder/ menlichax alß. S'anct' Sebalds und
weiblich/ alß S'ancta' Urßal und Otilien/ aber188 yr gleichen ver-
boten seind/
und sollen mit nicht eyngelassen werden/ wie
Deutro. am iiii. geschriben
stehtay189/ dannest nhenneth die
schrifft solige
ehergeber der bilder huren und ehebrecheraz/
und soliche betrugliche bilder menner/ uff das wir lernen.
wie
hoch und achtpar solich olgotzen sein/ in der hertzen/
die sie eheren und
anbeten.
Das ist auch die ursach/ das gott ym ersten verbot ge-
sagt hat.
Ich bin eyn eufferer. Exo. xx.190 Ehr wil un-
ßer lieber man allein sein/ und das wir yen/ alleyn/ umb
C4r hylff anlangen und biten sollen/ alßo Osee 2. vii.191 und an-
dere Propheten leren.
Esa. i. und xliiii.192 etc.
Gott weiß sehr wol/ wie ferlich193 unnd schedlich bilder
seind/ und wie wir in eynem augenblickba/ uns an yenen
vergreuffen/
darumb hat ehr vil malß bilder verbotten/
durch Moisen/ offtmalß durch seinen Propheten lassenn
verfluchen.
Eß hylfft dich keyn endschuldigung und außreedbb/ ap194
du tausent mall sprechest. Ich eherebc die genanten heiligen
nit in yrem nhamen/ sonder in der
nhamen welche sie an-
tzeygen.195 Ach du haylose hur/ meynestu das got dein her-
tze nit tiffer und mehr erkenn/ dan du? Wan got nit wisset
das ymand/ ßo
leichtlich eynen abtgot kond machen/ das
er selber kaum fuͤlet. ßo hett got lassen
geschehenbd/ das wir
bilder/ yn frombden nomen ehreten. Behilff dich/ decke
dich/ und verkrich dich yn
alle schlufflocher/ und glossirbe
deine tat/ wie du wilt und kanst/ du wirst dannoch gotlich-
em urteil/ und gericht nit endlauffen/ das bilder schlecht196
verbeutt/ und alle die
vermaledeyheit die bilder schnitzen
oder preissen/ oder sie bewaren und eheren.
Deu. xxvii.197
Nhun wil ich/ und sal den frumen Christen sagen/ das sie
alle abtgotter yn iren
hertzen haben/ die sich vor bildnis
forchten. Und wil mein heimlich gedancken/
gegen aller
welt/ mit seufftzen/ bekennen/ und geb mich schuldig/ das ich
kleinmutig byn/ und weiß das ich keyn bild forchten soll/
und bin gewiß das got von
den seinen fodert/ das sie sich
nit sollen vor olgotzen forchten/ alß geschriben
steht. Ir
solt frombde gotter nit forchten/ nit anbetten/ nit ehern/
und solt
yen nit opffern/ sonder allein got/ etc. Judicum vi.
iiii. reg. xvii.198
Und weiß/ das got bey/ mir ßo klein ist/ alß
gros mein forcht ist gegen den Olfratzen. Dan got wil eyn
gantz und voll hertz
inhaben/ und magk in keinen weeg ley-
den/ das ich eyn bildnis
vor meinen ougen hab. Item
wan ich gott mit gantzem hertzen vertrau. Szo
mueß
ich seyne feynde ye nit forchten.
C4v Drumb spricht got/ aber199 sein geist/ yn heiliger geschrifft.
Ir solt frombde goter nit forchten.
Ir solt sie nit anbeten.
Ir solt sie nit eheren. Und untherweißet uns/ das bey
sich
ein ding ist. Bilder tzu eheren. oder Bilder zu forchten. Der-
wegen soll ich kein bilde forchten/ gleich wie ich keynes soll
eheren. Aber
(got klag ichs) mein hertz ist von Jugend auff
yn eher erbiethung und wolachtung
der bildnis ertzogen
und auffgewachßen. und ist mir ein schedliche forcht
einge-
tragen/ der ich mich gern wolt endletigen/ und kan nit.
Alßo
stenbf ich in forcht/
dasbg ich keynen olgotzen dorfft
verbrennen.
Ich hette sorg der Teuffelsnarr mocht mich beleydigen200.
Wie wol ich die schrifft (an
einem teylhbh) hab/ und weiß.
das Bilder nicht201 vermogen/
haben auch weder leben/ bluth/
nach geist. Idoch helt mich forcht am andern teyll/
und
macht/ das ich mich vor eynem gemalten
teuffell/ vor eynem
schatwen202/ vor eynem gereusch eines leychten bletlins forcht/203
und flihe das/ das ich
menlich204 solt suchen.
Alßo magk ich sagen/ wan man eynen bey den horen tzeugt205.
ßo merckt man wie vest seine hare stehnd.
Hette ich den
geist gottis nit wyder die olgotzen horen schreyhen/ und
sein
wort geleßen. Szo hett ich alßo gedacht. Ich hab
kein bild lieb. Ich forcht kein
bilde. Aber itzt weiß ich/
wie ich yn dyßem vall/ kegen gott und den bildern
stehn/
und wie vest und tieff bilder yn meinem hertzen sitzen.
Got woll mir sein gnad verleihen/ das ich die teuffels kop-
ffer206 (ßo gemeinlich heiligen in der kirchen genant
seynd)
nit mehr/ dan stein und holtz/ forchten thun. Und got
geb/ das ich
stein und holtz nit/ ym scheyn und nhomen
der heiligen ehere.
Amen〈.〉207
biSih Hiere. am x. a.bi208
Auß obvermelten schrifften volget/ das Christen/ got-
lichem rath/
willen/ und gebott/ stracks nach volgen sollen/
und keyne bilder mher leyden.
Unangeßehen denbj althen
boßen gebrauch/ Pestilentzische laher der Pfaffen/ unnd
das sie bucher der Leyhen
mogen seyn. Dan gott hatt
machung und behaltung der bilder verboten.
D1r Und gott beklagt sichbk senlich und schmertzlich/ das wir
bilder besuchen/ in kleyner oder grosser
tzuversicht. Und
spricht/ das sie seyn gotßhauß unreyn machen und beflecken.
Hieremi. xxxii.209 Alßo haben
wir der ersten beyden artickell
glaubwirdige urkund/ und unbetruͤgliche
beweyßung/
nemlich getzeugknis des Heyligen geistes.
Der dritt artickell fleusset aus eyngefurten schrifften/
und steht in yren
grundenbl und felßen. Ich wil
aber des
dritten artickelß sonderlich getzeugknis aus der schriefft
auch
furenbm.
Alßo solt yr yen
thuen spricht gott. Deu. vii. Ire alta-
ren solt yr umbkeren/
und umbsturtzen. Ire bilder solt yr
tzebrechen. Ire linden210 solt ir abhauwen/ und ire
geschnitzte
bilder solt yr verbronnen.211 ¶ Wir haben keyne gottliche
altaren/ sonder
heidnische oder menschliche/ alß Exo. am
xx.212 tzu vermercken ist. Drumb
sollen Christen sie abthun/
nach inhalt der schrifften. Ungeacht das
eusserliche ding
seind. Dan wan du got eusserlich wilt eheren/ oder yn Ce-
remonien ansuchen/ solstu seine ceremonien und seinem ge-
setz nachvolgen. ¶ Bilder sollen die Obirste auch abthun
und tzu der peen213 richten
oder urteiln/ datzu sie die schrifft
urteilett.
Ich hette auch gehofft/ der lebentig got solt seine ein-
gegeben
werck/ das ist guten willen tzu abtuhung der bilder
voltzygen/ und yns eusserlich
werck gefurt haben. Aber
eß ist noch kein execution geschehen/ vileicht derhalben/
das
got seinen tzorn uber uns last treuffen/ yn meynung seinen
gantzen tzorn
außtzuschuͤden/ wu wir alßo blind bleiben/
und forchten unß vor dem/ das uns nicht
kan thun.
Das weiß ich das die Obirsten derhalben gestrafft werden.
Dan die schrifft leugt
ye nit.
Hetten aber unßere Obirste yren gotlichem rath und
beschluß volendet/bn und die pubische und verfurische
klotzer
auß den kirchen tzu geburlicher straffe/bo gejaget. Musten
wir sie loben/ wie der h'eilige'
geist Etzechiam214 lobet. Welcher
bilder tzerriben/ linden
abgehauben/ und das bild das got
D1v gegeben/ tzerbrochen hat alß am iiii. Reg. xviii.215 Welte
got/ das unßer hern weren/ wie die
weltliche frumen Konig
und hern gewest sein/ in der Judenschafft die der
h'eilige' geist
lobet. Sie haben ye in heiliger schrifft macht. yn
kirchen
tzehandeln/ und abtzethun/ das gleubige ergeret und ver-
hinderet. Sie mogen auch die pfaffen/ in gotlichem rechte/
dringen und
treiben/ betrugliche und schedliche ding auß-
tzefhuren. Das sihet
yderman .iiii. reg. xxiii. geschriben/
nemlich alßo. Der Konig Josias/ hat dem Obirste ponti-
fex/ und den
andern pfaffen geboten/ auff das sie alle vaß/
linden/ und der gleichen Baal auß
wurffen/ und er verbrandt
sie außwendig216 der statt Hierusalem.217 Darauß
sal yderman
mercken/ wie die pfaffen/ den konigen untherdenig sollen
sein/ auß
gotlichem rechten. Derwegen solten unßere
Magistraten nit erwarten/ biß die pfaffen
Baal/ ire geveß/
Klotzer218/ und verhindernis anfahen außtzufuͤren. Dan sie
werden niemer mher anfahen. Die
obirste weltliche hand
soll gebieten und schaffen. Leyden sie aber bilder/
mussen
sie horen/ das sie Judam irrenden und sunden machen/ wie
in gleichem
valh Manasses gehort hatt. iiii. reg.
xxi.219 Und
ßo sie wurden
sagen. unßere vorfarn haben sie eingesetzt/
wir wollen yrem weeg nach volgen. So
spricht die schrifft.
Ammon hat ubel gethan/ wie sein vater Manasses/ und
ist in dem weeg gangen/
darinne sein vater ging. reg. eodem〈.〉220
Wie die muter waß/ alßo ist die tochter. Eure
muter ist
ein Cethea. und euwer vater eyn Amorreus. Etzech.
xvi〈.〉221
Gott kan nit dulden/ das wir uns behelffen mit furwen-
dung. Wie unßere eltern gangen seind/ alßo wellen wir
auch gehn.
Etliche bildekusser sprechen. Das alhte gesetz verbeut
bilder/ und das neuwe nit.
Aber wir volgen dem neu-
wen/ nit dem alten gesetz.
Liebe bruͤder behut euch got/ vor diesem ketzerischen ser-
mon und
wort. und das ihr ye nit sprecht. Wir volgen
dem alten gesetze nit. ader nhemen eß
nit ahn/ dan das
D2r gehort den unchristen tzu. und bricht und verkleindt die
laher Christi.
Dan Christus beweyßet seyne laher aus
Moise/ und Propheten. Und spricht das ehr
nicht ko-
men sey/ das gesetz tzu brechen/ sonder tzu
erfullen.222 Ehr
hat auch
seyne Junger gelert/ wie das er hab mussen leben
und leyden/ auff das die
schrifften erfulth wurden223/
Chri-
stus hat ouch nicht den aller kleynsten buchstaben/
ym
Moyse verbrochen.224 Ehr
hat auch keynen tzusatz/ und
keynen abbruch dem gesetz Moysi gethan.225 Kuͤrtzlich〈/〉
Christus hat nichts nyder gelegt/ das
gott ym alten ge-
setz behagt hat. Christus ist im willen und
inhalt altes ge-
setzes bestanden. Wer disse tzwen spruͤch
tzesamen
fuͤgen kann. Nemlich. Fide legem antiquamus. Fide
vel gratia legem
stabilimus.226 Der versteht
Moysen
Pro-
pheten/ Christum/ und Paulum. In dem artickell. das.
alth gesetze unpundig227 ist. Itzo ists tzuvil/ das tzu er-
kleren so weyß ich auch〈/〉 das mich die gesetz feinde nit
versten
wurden. Drumb wil ich obgedachten kegenredenern/
alßo antworten.
Lieber gesell/ du sprichst/ das alte ge-
setz verbeutt bylder. Der
wegen wiltu yhn stadt gebenn
in gottis heußern/ und wilt soliches verbott gering
ach-
ten. Warumb sprichestu nicht auch/ das wir Vater
und
Muter nicht schuldig seyn tzu eheren/ weyl das ym
alten gesetz gebottenbp ist? Mher todschlagk/ unkeus-
cheyt/ dyeberey/ unnd der gleychen myssetath/ seynd yn
den
taffeln228 verbotten/ darynn
bylde verbotten seynd/
Und verbott der bylder statt oben ahn/ alß das
meynste229
und groste.
Verbott der unkeuscheyt und dyeberey etc.
steht unthen ahn/ alß das mynder unnd
kleynste.230
Warumb sprichestu nicht auch. Wir wollen. Ehe-
brecherey/
dyeberey/ morderey und der gleychen verhen-
cken/ und ynn kyrchen
dulden/ der halben das ym althen
gesetze verbotten seynd?
D2v Christus tzeiget dem das gesetz/ dero froget. Waß sol ich
thun/ auff
das ich/ yn das ewig leben gehn?231 Warumb
solt ich dich disses fals. auch nit in das gesetz Moisi
fhu-
ren? Du sprichst. Esaias
und Hieremias seind evange-
lische Propheten. und sie verbieten bilder/ warumb miß-
haget eß dir/ das sie bilde verbieten?
Ich sage dir das got bilder nit weniger/ noch mit kleyne-
rem
fleyß verbotten hat/ dan todschlahen/ stelen/ rauben/
ehebrechen/ und der
gleichen.
Endlich du must tzugeben/ das Paulus/ ein reicher
pre-
diger ist/ des Evangelien und neuen gesetzs. Der die tiffe
Moysi erreicht/ und tzu lichte gebracht hat. Der
Christ-
liche verheischung uber die massen trostlich
verkundiget.
Du must auch volgende sagen. wan Paulus bilder verbeut〈/〉
ßo wil ich sie flihen. Nhu
hoer. Paulus spricht. Sie ha-
ben/ des unsterblichen gotis/ glorien/ durch gleichnis nit
allein eynes
toden mensches/ sonder auch der vogeln/ der
vierfussichten und krichenden thirern
verwechßelt. Ro. i.232
Horestu nhun/ wie boeß und schedlich Paulus bilder
sch-
atzet? Ehr spricht. das bildepreißer gotis glorien
stelen/
und geben sie gleichnissen der creaturen. Alßo verkleynen
sie got und
honen yen. Drumb spricht Moises
offt-
malß〈/〉 das got unßer bilder/ und
gleichnis/ nit
kan leyden. Alßo stuͤmet Moises
mit Pau-
lo. Auch hab ich/ auß
den episteln
Pauli obangetzeigt/ das keyner/
zu got kumpt/
wan ehr
bilder eherett.
D3r
bqVonbr dem andern artickell
Betdler betreffend.
bq
Czu vil/ und tzu wenig/ hab ich von den Olgecken
geschrieben. Der halben muß ich
volgende/ dester kurtzer
schreiben. Und sage kurtzlich/ das ich ein gewiß
tzeichenbs
hab/ so ich/ yn
eyne stat kum/ das keyne/ ader ye233 blode234/ und
wenig Christen/ yn der statt seind/ darinn ich menschen
nach brot seh gehn oder
lauffen. Derwegen ist ein refor-
mation von noten/ das wir nit
thund (alß wie die heillo-
sen sophisten) die in letzten tzugen/
und eussersten noten/
erstlich ire hende auffthund/ und wellen dan helffen/
wan
der notdurfftig/ keyn hilff fulen/ und wan yen nicht etzen235
und laben kan. Die greuliche
menner sprechen/ das disse
schrifft. Beatus qui intelligit super egenum et
pauperem236/
alßo tzu
vernhemen sey. Selig ist dero/ welcher yn eusser-
stem und letztem
hunger/ auff den armen achthung hat/
wan er niemer237 hunger leyden kan. Gleich ap238 wir nicht sch-
uldig weren/ Betlerey mit guͤtiger handreichung tzu ver-
huten/ und schmertzlichen hunger tzuverkumen239.
Ich hab gesagt/ und werde es noch/bt on auffhorung sagen
das betler ein gewisse antzeig seind/ das keine
Christen/
oder wenig/ und vertzachte Christen/ in der statt seind/ in
welcher
betler gesehen werden. Das ist kurtzlich alßo tzu
begreuffen. Betdler seind/bu die nach brot umbher lau-
ffen/ oder auff den gassen/ vor den heußern/ oder sitzen vor
den kirchen/ und biten umb brot. Solichebv leute sollen wir
nit leyden/
sonder vertreiben/ nicht unvernufftiger und
tyrannischer weyß/ sonder mit
gutwilliger hylff/ alßo/
das wir Christen/ keinen/ in solich armut und nott
sollen
kumen lassen/ das er verursacht240 und bedrengt werd/ nach
brot zuschreihen und gehn.
Demnach sag ich/ das wir alle
tzeit arme bruͤdernbw und schwestern haben/ Matth. xxvi.241
Welche unßer hylff und steuer242 bedurffen. Aber wir sol-
D3v len fleyssig achten auff unßere nachpuren243 unnd mitchri-
sten/ und
irer not tzu hilff komen. ehr sie tzu uns schreyhen〈.〉
Thund wir das nit/ ßo seind wir auch nit Christen.
Dan Christus spricht tzu den/ ßo an der lincken hand stehn.
Geht von mir/ yr
vermaledeyten/ yn das ewig feur. Ich
bin hungerig gewest/ und yr habt mich nit
gespeisset. Ich
bin durstig gewest/ und yr habt mir keinen drunck geben.
Ich
bin bloeß und nackicht gewest/ und yr habt mich nit
bekleit. Ich bin eyn bilgerem
gewest/ und yr habt mich
nit tzu haus oder herberig genomehn etc. und
beschleusset
das ehr soliche gebresten tregt und leydet/ yn den seynen.
Matthei xxv.244 Disser text gibt
alle dem teuffell/ die hun-
gerige nit speissen. Durstige nit
trencken. etce. Und macht
sie frombde und unverwandte Christi. Daraus und an-
dern schrifften/ flechte ich/ und schließ/ das Christen key-
nen betler leyden sollen/ dan sie sollen/ den Hungerichten/
Durstigen/ und andern notdurfftigen helffen/ ehr sie nach
hilff lauffen/ und
bethlen von eyner thuͤr tzu der andern.
Dan die warheit kan nit felen und betriegen. welche alßo
spricht. Ich bin hungerig
gewest/ und yr habt mich nit
gespeißet. oder. Meyne verwandten haben hunger
gelieden.
und yr habt yenen nit essen geben. Drumb geht yns ewig
feur/ das dem
teuffell und seinen boten bereytt ist.
¶ Sollen sie tzu dem teuffell und seinem feur gehn. ßo seind
sie ye Christo
unverwand/ und seind keyne Christen.
Derwegen volget/ das die yene keyne Christen seind/ die
hungerichte nach broth
lassen lauffen/ dan sie solten soligen
fleiß auff hungerichte wendten/ das sie
gespeist wurden/
ehr sie durch hunger bedrengt wurden nach brot zuschreihen.
Kurtzhalben wil ich eynen schonen text einfuͤren/ dero
licht245 ist. Deu. xv. und laudet alßo.
Keyn betler soll tzwi-
schen euch sein/ auff das dich der herre/
dein got/ gebenedey
in der erden/ die er dir wurd geben/ tzu eyner
besitzung.246
¶ Sih wie got seinen gleubigen/ betler verboten hat/ und
wie er gebenedeyhung
verheyschet/ den/ die betler/ tzwi-
schen sich nit haben. ¶ Im text
volget ferner.
D4r ¶ Szo eyner/ von deinen brudern/ welche in den pforten/
deiner steten
wonen/247 tzu armut kumbt.
solstu dein hertz nit
verstopffen und hart machen. solst ouch deyne hand nit
tzu-
tzihen/ sonder sie dem armen auffthun/ und yme das
yenige
leyhen/ das er bedurffen248 ist.249
¶ Disse schrifft ist hell/ klar
und licht/ und
verstendiget uns alle/ das eyn yede statt/
auff yre einwoner soll/ achtung haben.
Alßo wu eyner
in armut fielh/ soll ein yeder/ und die obirsten in sonderheit
sich des armuts erbarmen/ und keyner sein hertz verstopfen/
sonder seine hende
auff thun/ und dem armen bruder/ das
leihen/ das er bedarff.
Demnach sollen
Christliche ma-
gistraten. yn sonderheit fleissig sein/ den
armen zu helffen/
die in iren steten wonen.250 Dan vor allen/ sollen wir den
unßern helffen. alß Paulus leret251/ und aller meinste252 sorg
haben/ wie die unßere
ernert werden. Nicht das wir
beschwerung und not selber leyden sollen/ und die
andere in
wollust leben. Sonder ßo wir essen und drincken haben/
und unßere
weiber/ kinder/ haußgesind/ und verwandte
auch alßo versehen seind/ sollen wir
genuͤgig sein und tzu-
friden. und unßern mitburgern und
nachpuren helffen/
Eyn yede statt sol ire burger versehen. Eyn
yedes dorff
sein bauren/ alßo das sie iren armen brudern. das leyhen/
des
sie bedurffen. Eß solten auch Fursten Amptleuthe.
Burgermeister/ Richter/
Schulteisen und ander magist-
raten/ bequeme253 mittell und weeg furnemen/
dadurch/ die
arme brudern und swestern/ yder nach seinem stand/ erhalten
wurden/ und das man keinen nach brot ließ lauffen.254
Derwegen gebuͤret yen/ die schuler zu iren eltern
tzeschicken.
dan sie leren/ in der betlerey vil mher buberey und unge-
schicklikeit/ dan tugent und laher. Eß ist vil besser sie
leren
yrer eltern handwerck/ dan das sie nach brot lauffen. Czu
nitzts255 anders dienen sie/
dan tzu papistischen/ ungelarten und
lugenhafftigen pfaffen.
Eß aiget256 sich ouch/ das obirste/ auff die starcke betler/
ßo
arbeiten mogen/ ire augen auffteten/ und tzwungen sie tzu
der arbeit/ sich domit
tzu nheren.
D4v
Doch alßo/ das sie yen steur und hilff geben/ ire
handwerck
ader arbeit antzefahen/ wolt eyner eyn Buchtrucker/ eyn
goldschmit/ becker/ schneider/ schuster sein oder der gleichenbx
handwerck leren/ oder anfahen tzebrauchen
und treiben/
solten sie yedem/ nach seyner erfoderung helffen. Dan
sie
sollen das yrenn bruͤdern leyhen/ des sie bedurffen.
Kom dan eyner dartzuby/ das ehr
one beschwerung/ seyne
empffangen hylff mocht wider geben/ solten sie die
selbe
nhemen/ und andern domit helffen.
Szo aber eyner beschwerth were/ das yene wider
tzuge-
ben/ das ym gelyhen/ sollen die wolteter nicht dafur
fo-
dern/ oder von den gewarten den sie wolgetann
haben.
257
Dan ym text volget alßo. Deu. xv. Huͤtte dich das
dir dießer ungutiger gedanck
nicht eynfall. Itzt neyget
sich das Jar/ der nachlassung aller schulden. Und dastu
der-
halben/ deyne augen/ von deynem armen bruder
abkerest/
und wollest yme derhalben nit leihen/ des ehr bedarff/
Beleyb huͤte
dich vor soligem unguͤtigen gedancken/ auff
das der arme/ nit wider dich tzu dem
hern schrey.258
Wir Christen haben259 alle tag fur eynen tag/ dan Chri-
stus hat keyn untherscheid tzwyschen tagen unnd tagen
gemacht. So seind ouch alle jar eyn jhar.260 Drumb haben
wir alle volkomenlicheit der tzeit. Und das
sybende Jar
ewiglich/ welchs Jhar/ eyn Jhar ist/ der remission und
nachlassung aller schulden/ das allen schuldigern/ quit/ le-
tig/
und loß macht von yren schulden.
Derwegen seynd
wir schuldig/ unsern armen
bruͤdern tzuleyhen/ das yene/
des sie bedurffen/ ane tzuspruch und hoffnung/ das
unsere
aus gegeben woltatt/ widerumb tzu uns kuem.
Wir dor-
ffen auch nit klagen/
oder vor den richtern handeln/ wie
uns Christus gelert hat. Derhalben haben wir das Si-
bende Jhar/
teglich und alle tag/ und konden nichts/ mittbz
recht/ von dem armen fodern.
War ists/ das sie schultig seind uns in noten
wider-
umb/ und auch sonste tzu helffen/ ßo sie vermoglich
seind.
Aber wir haben das sibende Jhar/ und konden nit fodern.
E1r Wir sollen auch unßere augen/ keyne tzeit/ von den ar-
men bruͤdern und schwestern abtzihen/ sonder sollen yenen
leyhen/ des sie
bedurffen.
Kur〈z〉lich wir sollen eynfaltiglich/ one alle geferde261 oder
liestigkeit den armen
tzu hylff komen. Deu. xv.262
Domit
verbeut die schrifft grosse disputation
tzemachen/ ab ye-
mands hilff wol bedarff oder nit. Das ist
war/ wir sollen
alle arbeiten/ und das brot unßers schweiß essen263/ und keiner
sich armuts
lassen mercken. Aber wan gott eynen arm
macht/ sollen die reichen wissen/ das sie
den armen neren
und erhalten mussen.
Das ist die ursach〈/〉 das gott eynem tzeiten/ das brot vor
dem
maul abschneitt/ und losset yen not leyden/ auff das der
reich/ dem armen hulff
thun soll/ und wissen〈/〉 das er helffen sal.
Derha〈l〉ben gebeut gott/ das keyner seinen kornacker/ gar/
und
biß auffs erdtrich sol abschneiden/ uff das/ der arme
und frombde/ mensche ehren
pflocken264 und samelen
kan.
Levi. xxiii.265
Im text (Deu. xv.266) volget. Ihr werdet stetz arme leu-
the haben/ in der erden
eurer besitzung. Drumb gebiet ich
dir/ dastu
deine hand/ deinem armen und notturfftigem
bruͤder solst auff thuen. Sih
das got spricht/ das wihr
stetz armen bruͤdern werden haben. Wir sollen aber doch
keyne
bethler haben. Daß ist der text und das gotlich gebot/ das
Christus
verneuwet hat/ wie obberurt ist. Das wir key-
nen bethler sollen
haben. Wie woll wir altzeit arme bruͤ-
dern haben. Gott wil unß
auch in allen dingen und tzei-
ten gebenedeyhen/ ßo wir mit
freywilligen hertzen/ den armen
dienen. Das ist das man sagt/ Almußen tilget sunden auß.
Im text volget/ So
dir ein glaubiger verkaufft ist/ und
das sibende jhar komen ist. solstu yen
frey geben und lassen.
und ome267 dartzu wegkostung/268 von deiner benedeihung. welche
dir got hat/ geben. nemlich von
deinen herten269 der
schaffen. etc.
von deinem solner270 oder boden do du getreid uff hast/ von dei-
ner weinkaltern oder keler/ da du wein und dranck liegen
hast. Deu.
xv.271
E1v Dißer text leret uns/ das wir unßere knecht mayd unnd
allerley gesinde
nit leere und letig von unß sollen gehn lassen〈/〉
sonder sollen
yenen gelthilff thuen.
War ists. das ym hebreischen steht. Szo dir ein hebreisch-
er
verkaufft ist.272 Jdoch hab ichs
alßo verteutzschet. So
dir ein gleubiger ist verkaufft. Dan die schrifft nennet
auch
die yene gleubig oder hebreisch/ ßo in dem hauffen der gleu-
bigen leben/ und ist tzeiten geschehen. das got/ von wegen
seiner glorien
und seines nhomens/ veinde vertilgt hatt/
welche/ das vermeinte volck gotis
geengstigett/ haben das
vor gotlichen augen nit ein gotlich und gleubig volck
war.
und hat das derhalben gethan/ das gott sein glorien hat
wollen erhalten.
Wie du in vil Propheten leßen magst.
Nemlich das got derhalben auffgestanden ist/
und rach-
ung umb sein vermeinde volck gethon hat/ das ym ver-
trißlich und beschwerlich war/ wan seine feinde sagten.
Sih das
volck Israhel ist ein volck gotis/ und wir jagen
eß/ wurgen eß/. Soliche wort mocht
Got nit lang dulden.
Dan wie wol ym/ sein genent volck nicht tzugehort/ dan-
nest wolt er seine glorien und seinen nhomen verteydigen
und
nit gestatten〈/〉 das yem seine gotheit solt angerurt und
berembt273 werden. Derhalben
spricht Moses/ oder gott
durch Mosen. Du solst nit yn deinem hertzen sagen. Got
hat unßer feinde vertilget/ von wegen unßerer oder mey-
ner
gerechtikeit/ und uns yn das guth verheischen land
eyngefurtt. Sonder du solst
wyssen/ das deyne feynde von
wegen yrer boßheiten flihen. Drumb solstu wissen (spricht
Moses) das dir got/ das reich und gut land nit hat
ge-
ben/ von wegen deyner gerechtikeit/ dan du bist ein
volck
des allerhertzten nackens oder halßes Deu. ix.274 Demnach
nenne ich die yene hebreisch oder
gleubig/ die nuh auff der
gesagten gleubige seiten gehn. Und hab Mosy gevolgt und
gesagt. So dir ein gleubiger verkaufft
ist.275 etc.
Nuh hoer auch/ wie disse verkeuffung geschicht. Vor
E2r tzeiten mochten sich die menschen/ eynnander verkauffen/ und
sich des
keuffers leib aygen machen. Unnd die keuffer/
dorfften yre erkauffte knecht weyder/
eynem andern verkeu-
ffen. Gleych wie eyner eynen Ochßen verkeufft/
unnd
dem keuffer/ leib/ eygen macht/ alß noch tzu Neapolis und
Rhom nicht ungewonlich noch frombd ist.276 Die selbe
verkauffte
menschen/ tzusampt yre kinder/ nentca mann
knecht. Von solichen knechten sagt unser text/ und spricht.cb
Szo sich ein hebreischer/ dir
verkeufft/ und das sibende
Jhar kombt/277 welches eyn jhar ist/ der nachlassung/ frey-
hung/ abhendung278 und
ablosung/ aller schulden. Alßo
das selbe jhar/
den schuldigern ein peremptorien exception279
gebar und gab/ das die/ ßo schuldig280 waren/ ire glaubiger
stil
sweigen und dempffen konten/ nicht weider tzuklagen.
Alß Deu. xv.281 geschriben steht. In
dem selben sibende
jhar/ tzukam allen hebreischen knechten und maygden eyn
freihet/ das sie/ ire herren letig geben musten. Nemlich oder282
Wan ein hebreischer knecht maygd einem
verkaufft waß/
und vi jhar dyenet. ßo must yen sein hebreischer her ym
sibende
jhar frey und letig geben. und yem dar tzu hilff
und steur
geben〈/〉 wie oben berurt.
Das solten der menschen verkeuffer zu Rom/ und in
allen Chri-
sten enden ouch thuen. und sie letig und frey geben/
und
solten sie nit letig machen/ und darnach widerumb yn dien-
sperkeit fordern oder treiben. Dan sie ertzornen got/ und
beflecken das
verbindtnis und den nhomen gottis/ dye
ßo betruglich und listiglich hebreische
knechte behalten/
oder sie wider ruffen/ ßo sie letig gegeben seind/ Aber sie
one hilff lassen weeg gehn. Dan gott achts gleych/ alß
wan eyner seynen nhomen/
glorien/ und gebott veracht
und befleckt/ wan eyner listiglich domit umbget.
Alß
Hieremias am xxxiiii.283 geschriben statt. Ließe Hieremi-
am durch das gedacht Capitell. ßo wyrdestu disse materi-
en auch finden.
E2v Alßo und demnach solten Ebte/ Vicarien/ Provencia-
len284/ und
Minister285/ und der gleichen
Muͤnichen〈/〉 yre ver-
kauffte bruͤdern auch
letig und frey geben/ Und nicht al-
lein/ auff ire begerung/ sie
letig und frey machen. sonder yen
gelt oder andere hilff dartzu geben. und tzu den
handwer-
cken helffen/ tzu welchen sie lust haben. Auff das sie
sich in
Christlicher weiß mochten neren und erhalten. Und (ob
sie nit gelt
hetten) solten sie vil lieber Kelch unnd Messe-
gewande verkauffen/
und ire hebraische. das ist. Christliche
knechte letig machen/ Dan Muͤnigisch
leben/ wie eß itzt
von den heiligisten (unßers bedunckens286) gelebt wirt/ ist
nicht nutz tzu der
selikeit/ eß behagt Got nicht/ Jha gott
hasset eß. Ursach. Ihre groste stucke/
darinne sie hangen.
stehend/ und arbeiten/ mißgevallen got. alß Esa'ia' und
an-
dere Propheten und Christus klar außtrucken. Eß wer
den armen Monichen vil nutzer/ sie dienten eynem schlech-
ten287 mann/ dan das sie
sich yn klostern neren und weyden.
Das ich von den Monichen gesagt hab/ das sag ich auch
von den Nonnen. Der selben
armen kinder erbarmet mich
auß der massen sehr/ Sie mochten/ und wurden one
tzeweiff-
ell gott besser/ yn der welt/ dienen/ dan yn yren
vergifften
klostern.288
Alßo nenne ich sie/ dan sie seind alle boeß unnd
schedlich. voller affters
glaubens289/ voller
abtgoterey/ voller
gottis lesterung/ voller unreynikeiten/ voller boßheyten/
Wie woll ire gifft/ mit solchem honig beschmiert ist/ das
sie yre boßheyten nyt
mogen erkennen. Aber eß ist des
endchristen schuld/ und des teuffels will und
meynung.
das sie also wie die blinden leben.
Soliche Monichen und Nonnen solten die Obirste/ jetz
ym sibende jhar letig geben
und frey machen. Solten yenen
auch steur und hilff verschaffen/ tzu elichem leben
unnd
tzeytlicher narung. nach vermogen. Dan sie werden alß
knecht und maigde
gehalten und genent/ und haben yhr
sibende jhar teglich.
Ihn sonderheit seind die bethler Kloster290 verbotten/
und sollen nicht mher sein. Dan betlen ist
verbotten.
E3r Eß hilfft sie gar nicht/ das sie willige291 bethler seind. Ihr
will und handell ist
unchristlich. Und betruglich. und
schedlich. Dan sie haben keynen schein292 ires betlen in der
heiligen
schrifft. Betrigen offtmalß arme und reiche umb
das ir.293 Und beschettigen294/ den armen man an foderung.295
der Keeße/ Korn/ Broth/ Byhr/ Wein/ Testament296 und
allerley. Reissen den armen kindern auß
irem maul/ das
sie selber bedurffen. Soliche knechte. ßo an dem bettelstab
gehn/ sollen die Obirste297 bald
lassen faren/ und yene tzu bess-
erm leben helffen.
Alhie hett man eynen loblichen weeg und mittel
furge-
schlagen/ wan got sein gnad geben hett/ soliche weeg
und
mittell tzu volbrengen. Und seind disse mittell furgeno-
men. Das man eynen gemeinen Beutell oder
Kasten solt
auffrichten298/ und dar eyn/ das eynkomen aller
bruderschaff-
ten brengen. Angesehen/ das
Bruderschafften wider
gotliche glorien und ehere streben. Das sie
tzerteylung
machen in Christlicher einikeit. Das sie/ ym fressen und
vollsauffen/ leben/ alß eyn fisch ym wasser/ und ein mauhr
auff eynem
felsche299 steht. Das sie
alle andere verachten/ voller
nachreden seind/ und haben unnutze und teuffelische
ho-
ffenung.
Eß sollen auch
tzinße der lehen300/
ßo vom rath alhie tzu lehen
gehn (wan sie sich durch abstehn301 oder abgehn302 der pfaffen
verlediget
haben) tzu obgedachtem kasten kumen.
In betrachtung〈/〉 das vil lehen alhie auff Messe gewidembt
und
gestifft seind. Das dan ein teuffelich dingk ist. Und
wider natur des heilige
sacraments. Angesehen auch das
tzuvil pfaffen seind/ die weder got nach dem nehsten
die-
nen mogen/ und wellen auch nicht lernen.
Den pfaffen/ welche jetz leben/ wellen sie weder heller
noch pfennig abbrechen
oder nhemen. Dan sie wissen
das unchristlich ist. ßo ymand betlerey weren wolt/
und
wolt neuwe betler/ machen.
Auch hette ich gern gesehn/ das der stenerin303 kirchen yer-
lich eynkomen/ tzu obvermeltem kasten und bruderlicher
hilff wer
gewand.
304
E3v Aber/ gott sey eß geklagt/ dem ichs/ in tiffen/ seufftzen
klagen thun/
ich forcht/ und merck/ das der Teuffell nit
ruhet/ verleuset305 auch seine muͤhe nit/ und machet/ das wir
unß
do forchten/ do keyn forcht ist/ und brengt tzu wegen
durch Pfaffen/ das er sonste
nit mocht tzu wegen brengen.
Dan ich forcht/ das ouch in diesem
notdurfftigem306 und
Christlichem artickell. nit werd gescheen/ das beschlossen
ist/ und solt
gescheen/ ßo wir anders307
Christen genent und
seyn wollen. Ich hab das meyn gethan. Sie werden
ire
belonung/ sonder tzweyffell bitterlich empffahen und fuͤlen/
ßo diesen
beyden artickeln endkegen seyn/ und verhyndern
den rath und willen/ des lebendige/
starcke/ warhafftige
und rachsame gottis. Der almechtig got welle yre steyne-
rin hertze erweychen.308 Auff das seyne gottliche glorien und
nhomen in unß groß werd.
Und gleych der selbe lebendig
und barmhertzig gott/ woll den Epten/ Monichen/
und
allen vermeinten geystlichen personen. Menliches unnd
Weybisch
geschlechts/ seyne gnad/ und erkentnis gottli-
ches willens
eyngeben. Domit sie sich endsynnen309/ und
yre geferbtes310 leben/ mit besserem und warhafftigem leben
verwechseln/ und yre arme/
betrogen/ verfurten/ und ver-
dorben/ gefangen. letig geben wolten.
Auff das nach yrem wol-
fischem311 und nerrischem leben eyn bruͤderlich/
Christlich/
freundtlich und weyß vernufftig leben/ mog endsprissen312
und gesehn werden.
In kurtzen/ wil gott/ werde ich den Ebten. tzu
Cze.313
und Czy.314 und andern/ Fur.315 klo〈stern〉
meynen dinst anbieten/ und sie/
umb yre verkauffte knechte/ ansuchen/ sie
letig/ tzugeben/
oder ire unchristlich und gleißnerisch316 leben/ in eyn ander
leben tzustellen/ das got
beheglicher317. und
Christlicher ge-
meindschafft einlicher318/ und den frunden gotis nutzer und
tzutreglicher ist. Wil yen das thema erkleren. Nescitis
quid est. Misericordiam
magis volo quam sacrificium etc.319
Ihr wisset nit (yr Patres) waß das gesagt ist.320
Barm-
hertzikeit wil ich vil mher und lieber haben/ dan opffer.
und
gotis erkentnis behagt mir hertzlicher/ dan gebrant opfer.321
E4r Euere lampeln und licht/ geheull und beten acht gott gar
kleyn. Aber
seyn laher322 und seyner
endkentnis323 preißet
gott
hoch. Eur insitzen324.
Euͤre ruden streichen325. Eur
stilschweigen.
Eure geruntzelte und traurige stirn. und eur eng ingehalten
leben veracht und verlacht got. Got wil haben/ das ir auff
anfechten/ not/ angst
eurer bruͤder. ya aller menschen/ solt se-
hen und alle betlerey
mit/ guͤtiger woltat solt vorkumen326.
Ihr helfft nymand besser dan eurem beutell.
¶ Auch bericht man mich/ das ir nicht lasset Predigen
yn euren klostern/327 Alßo gebt ir uns antzeig/ das ir
weder
got/ noch der welt dient/ Das. und andere dingk/ wil ich
euch nach der
weit und breit sagen. So ir mir nit werdet
verheischen/ das ir hinfuro gestatten
und verschaffen wolt
das bey euch/ das wort gottis reniglich328 und lauter werd
geprediget.
Die grohen329 Klotzerschlepper
tzu Lausigk330/ den die tzene
vor altem gifftigen otem331 schlappern332 und vor grossem wider-
pellen333/ wider
evangelische warheit außfallen/ wil ich tzu
seiner tzeit mit gewichtem334 wasser besprengen/ mit
welchem
etliche/ boße und mattichte335 wuͤrm auß den drinckwassern
verjagen.
tzum Heyn.337 muß ich eyn questen338 lassen pynden/ do mit
sie yre hundes flohe abstreychen/ werden sie
anders alßo mit yren mucken339/ und
pollern340/ wider gottliche laher
furtfaren tzu wuden341
und toben.
Gedruckt tzu Wittenberg Nickell Schyr-
lentz/ nach Christi geburt Tausent
funffhundert und tzway und
tzwentzigsten Jar.
Beilage: Eine löbliche Ordnung der
fürstlichen Stadt Wittemberg(1522, [zwischen 24.
Januar und Anfang Februar])
A1r
ccAin lobliche ordnung
der Fürstlichen
stat Wittemberg
Im tausent fünfhundert und zway und
zwaintzigsten jar
auffgericht.cc
A2r
cdOrdnungce der Stat Wittembergcf
cgAnno domini M.D.xxii. auffgericht.cgcd
〈1〉 Erstlichch ist einhelligklichci beschlossen/ das all
zinscj der gotzheüserck/
clalle
Bruderschefftcl342/ und
alle zins
der gewercken343/ soͤllen zů
hauffen344
ge-
schlagencm und incn ain
gemainen345 kasten
gebracht
werdenco/
dartzůcp seindcq verordnet zwencr des radts
zwen von der gemain/ csund aincs schreyber/ die
sollichct zinscu
ein-
nemen/ inhabencv346/
und darmitcw arm leütcx versehen soͤllen.
〈2〉 Itemcyczes soͤllen hinfürocz die zins der lehen347 der Priester/ wennda
diedb durch absterben ains priesters loß fallen348/ auch in dendc
sel-
bendd
gemainen kasten geschlagen/ und kainerde fürohin verlihendf
werdendg.349
〈3〉
dhItemdi es sol auch kain betler in unser stat gelitten werden/350
wel-
lich aberdj altersdk oder
kranckhait halben zů arbaiten nit geschickt351
seind/ sonder man sol diedl zů arbait treiben/ oder auß der stat
verweysen/ die aber auß zůfellen352 als kranckhait oder ander
zůfell halben vondm armut wegendn/ die soͤllen auß dem gemainendo
kasten durch die verordneten
zymlicher353 weyß
versehen354
wer-
dendh ec.
355
〈4〉 Item es dpsollen die Monchedp was ordens die
seinddq kain terminey bey
unns
haltendr.356
〈5〉 Item dses solds kainem münchdt in
unser stat zů bettlen gestat-
tetdu werden/ sonder sy mügen sich irer zins die sy yetzund ha-
ben/ und darzůdv mit dwiren hendendw auffhaltendx357 und
nerendy.358
〈6〉 Itemdz es
ist auch inventiert359 alles
eadas soea die kloͤster yetz-
und beyeb uns
habent/ ecals
kelchec /
patificalia360/
monstrantzen361/ Und
der
gleichened auch all ir einkommen
verzaychnet dasee sy besitzen
und jaͤrlich efauffzůhebenef362 habent.
A2v
〈7〉 Item kain frembder schüler soll in unser stat geliten wer-
den/eg wil
aber ainer ehoder
mereh bey uns
studieren/ei der mag sich
selb mit essen und trincken versehen/ dann wir kainem
woͤllen
gestaten zů betlen ejnoch zůej mendicieren.363
〈8〉 Item es soͤllen auch die Stacionierer364 noch kainerlay kir-
chenbitterek365 nit geduldet werden, in ansehungel das alleem kirchnen
berayt366 undeo mer dann zůvil epgebaut seindep. ec.367
〈9〉 Außeq demer gemainen kasten soll man auch armen handt-
werckßleüten die on das ir handtwerck nit vermügenes redelichet
zů treyben/ leyhen/ damiteu sy sich neren mügent/ evdoch dasselbev
auff ain gesetzteew zeit
exwiderumb zu
geltenex368/ on ainiche verzyn-
sung/369 welcheeyezaber unvermüglichez seinnd dasfa wider zůgeben/
den soll man des umb gots willen
erlassen.370
〈10〉 Item auß dem gemeinen kasten
soll man armen waysen
besonderfb junckfrauen zymlicherfc371 weyß beraten und
außgeben372
auch sunst
armer leüt kinder.
〈11〉 Item fdwa373 aber
sollichfd
zinß zů sollichen gůten wercken nit
gnügsam seindfe/ oder sich nitt ffals374
weytff
erstrecken wurdenfg/ so
sol
ain yeder/ er sey priesterfh
oder burger/ nach dem er hat/ jaͤrlich
ain summa gelts/ demfi armen hauffen zufj auffhaltungfk375
raichen.
〈12〉 Item die Priester die wir
yetzund haben/ die weyl ir zinß
auch in den gemainen kasten gezogen seindfl/ darvon sichfm yeder
jaͤrlichen fnvon denfn Vigilien die syfo haltenfp/ bey acht guldin ge-
habt
fqhaben/
soͤllenfq mit
sechs guldin jaͤrlich versehen werden/
frdieweyl dannfr die Meß unnd Vigilienfs vergeen/ mügent sy für
das selbig gelt arm
kranck leüt ersůchen376/
unndft in iren noͤten
troͤsten/ doch soͤllenfu sy
nyemant zů Testamentarienfv
bestellnfw
noch
halten.377
〈13〉 Item die bild und
altarien in der kirchen soͤllen auch ab-
A3r gethonfx
werden/ damit abgoͤttereyfy zů vermeyden/ dannfz drey
altaria on bild genůg seind.378
〈14〉
gaItem die messen soͤllen nit anderstgb gehalten werden/ dann
wie sy Christus am
abentessen379 hat
eingesetzt380/ga doch umb etli-
cher sachen umbs glauben willen/ lasset man singen/ de
tempore/381 und
nit de
sanctis/382 und singet Introitum/ kyrieleison/ gloria in ex-
celsis/ et in terra/ collecta383/ velgc preces384/ epistel/ gradualia385/
on
sequens386/ evangelium/
credo387/ offertorium388/ prefatio389/ Sanctus390/ on
Canonem maior unnd
minor/391 dieweil die
gschrifft nit gemeß392
seind/ darnach vacht393 an das Evangelisch mal/ sein communi-
canten dagd/
so consecriert der priester/ seind sy nit da/ so
consecriert
er und summiert394 esge/ hat er
anders andacht dartzů395/
darnach
concludiert396 er
mitt der Collecten/ on Ite missa est.397
Es mag
auch der communicant die consecrierten
Hostien in die hand
nemen/ und selbs in den mund schieben/398 dergleychen auch den
kelch/ und darauß
trinckn.
〈15〉
gfWoͤllengg auch hinfüro nit gestatten/ das unerlich399 personen
sich füro an bey uns soͤllen
enthalten400/ sonder
soͤllent zů der ee
greyffen/ woͤllen sy das nit thůn/ so sy seßhafft seind/ sol
man
sy vertreyben/ seynd sy aber unseßhafft/ sol in sonderhait der wirt
der
sy duldet/ hochlich gestrafft werden/ und über das soͤllen
die/ so sy aines
unerlichen wesen oder lebens befleyssend/ auß
der stat vertriben werden.
gf
401
gh
〈16〉
So402 auch unser mitburger und inwoner mit den zinsen zů
hoch
beschwert/ also/ das sy fünff oder sechs guldin vom hun-
dert
bißher gegeben/ oder mügen die ablegen403/ seind sy des ver-
mügens nit/ woͤllen
wir inengi die haubt summa auß
dem ge-
mainen kasten thůn/ also das sy vier guldin vom hundert
dem
gemainen kasten jaͤrlich biß sy die haubt summa ablegen404/ zin-
sen. Wir tragen aber zů der Gaystlichait bey uns dise zůver-
sicht/ sy werden sich hierinnen auch christenlicher liebe befleys-
sengj/ und
sich in dem sonderlichen gůtwillig finden lassen.
A3v
〈17〉 Auch sol man sonderlich auffsehen haben405/ so armer leüt kinder
als knaben/ die zů der
schůl und studia geschickt406
seind/ und doch
armůt halben darbey nit künden bleyben/ das man dengk
ver-
leggl407/ damit man altzeit
gelert leüt hab/ die das hailig Evan-
gelium und geschrifft
predigen/ und das auch in weltlichen re-
gimenten/ an geschickten
leüten nit mangel sey/ die aber nitt
geschickt seind/ sol man in zů handtwercken
oder zů arbayt
halten/ dann in sollichem sonderlichen auffsehens408 von noͤten
ist.
Finis.gh
KGK 218
Einleitung
