1.
Theodor Bibliander an Oswald Myconius am 3. Oktober 1534: »Carolostadius cum honorifica tui mentione mihi perscripsit, te in certamine super voce Iehova, calentibus viris disputantibus et ad mei mentionem nescio quid immurmurantium[?] edixisse, me Literarum Hebr'aicarum' esse doctissimum.«1
2. Inhaltliche Hinweise
In einem Brief an Myconius vom 3. Oktober 1534 berichtet Theodor Bibliander, dass Karlstadt ihm – offenbar in einem heute verschollenen Brief – mitgeteilt habe, wie der Basler Antistes während einer Disputation über den Namen Jehovas Bibliander als einen in der hebräischen Sprache gelehrten Mann bezeichnet habe.2 Dieser Hinweis auf eine Korrespondenz zwischen Karlstadt und Bibliander überrascht nicht; die beiden hatten sich sicherlich während ihres gleichzeitigen Aufenthalts in Zürich zwischen 1531 und 1534 kennengelernt,3 und auch nach Karlstadts Wechsel nach Basel dürfte der Kontakt nie abgerissen sein, wie auch die über Myconius oder Bullinger ausgetauschten regelmäßigen Grüße bezeugen.4 Leider kann der Inhalt des hier dokumentierten Briefes anhand der bekannten Quellen nicht rekonstruiert werden; es lässt sich nur vermuten, dass die Korrespondenten darin Informationen über ihre Verpflichtungen und Studien austauschten. Es ist auch nicht auszuschließen, dass Karlstadt sich an Bibliander gewandt hatte, um die Vorlesung vorzubereiten, die er gerade in Basel über den hebräischen Text des Deuteronomiums hielt und von der er auch Bullinger berichtet hatte.5
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