1. Überlieferung
Es handelt sich um einen Autographen; fol. 33v enthält eine Siegelspur.
Es handelt sich um eine Nachschrift aus der Sammlung Johann Jakob Simlers.
Editionen:
- Barge, Karlstadt 2, 600.
- HBBW 4, 328f. Nr. 444.
Literatur:
- Barge, Karlstadt 2, 462f. mit Anm. 172.
- Bubenheimer, Consonantia, 254–257.
2. Entstehung und Inhalt
In diesem kurzen Brief vom 27. September 1534 bedankt sich Karlstadt bei Bullinger für einige ihm zugesandte – und heute nicht mehr genau bestimmbare – Geschenke. Anschließend äußert er seine Bedenken über einige Gerüchte, wonach Bullinger Ambrosius Blarer bzw. dessen Unterzeichnung der Württemberger Abendmahlskonkordie mit dem lutherischen Theologen Erhard Schnepf am 2. August zuvor1 gutgeheißen habe und ähnliche Gedanken in seinen Predigten zu äußern gewillt sei.2 Obwohl Karlstadt versichert, dass er das nicht glaube, bittet er Bullinger, ihm eine kurze schriftliche Stellungnahme zukommen zu lassen, damit er besser auf die gegen Bullinger erhobenen Vorwürfe reagieren könne.3 Auch wenn er nur die Ehre seines Korrespondenten wahren wolle, entschuldige sich Karlstadt für den Fall, sollte er Bullinger durch seinen Brief beleidigt haben und bittet ihn, ein Exemplar seiner neuen Schrift zu schicken.4 Es handelte sich dabei um die Assertio utriusque in Christo naturae, in der Bullinger den alten mit dem neuen Zustand der Kirche vergleicht und das Festhalten der reformierten Kirchen am chalkedonischen Dogma bekräftigte.5 Ein Exemplar der Anfang Oktober bei Froschauer gedruckten Schrift wurde Karlstadt daraufhin umgehend zugesandt.6
KGK 357
Transkription
