fehlt
hochgelerten hern
Doctori Martino Luther
meynem gelibten
und gunstigem hern
und gefatter tzu
Henden.
fehlt
Achtpar hochgelerter herr doctor gunstiger und liber gefatter1 mein gantz
willige dinste tzuvor und was ich guts
vermagk. Mein herr, E'uer'
achtbar'keit'2
seind ungetzweifeldt wol indechtig weß ich mich vilmals beclagt/ und
warumb ich daß
paurs gut zcu Bercktzaw3 muss gelassen.4 Weil denn
kein auffhoren ist deß abgangs5 meyner pferde. Sondern mir
kurtzlich
hievor ein grosser starcker wagen hengst/ tzusampt ein ander hengst
welche ich fur xv fl nicht gern verkaufft hett/ beyde in eyner wochen
abgestorben/
hab ich mich gefurdert6 und solichs
gut wolfeyl7 verkaufft/
uff daß
ich nit tzum betler wurd/ und der acker meyner halben wust
werden must. Hoff mich
kundte nymand verdencken/ noch eineß
wanckels8 der halben beschuldigen/ Weyl ich nun vii pferd verloren/
und
sonst grossen ungleublichen schaden erliden. Nu hab ich Got sey in
ewikeit lob ein wenig vih ertzeugt/ nemlich schaff/ schwein〈/〉
ochssen
und kuh. Och ein kleinsa halbjarigs Kind9
welche ich one ferlig-
keit nicht drau fern tzebrengen. In sonderheit vermocht
ich mein
futer〈/〉 heu/ strohe/ und holtz/ unkost der
furhalben10 mit mir nit
weyd
nemen. Sonder ich musts halb vergeben und tzu wasser machen11/ und
uber daß mit grossem
nachteil anders erkeuffen/ welchs mir alles/ alss〈?〉
eynem armen
man tzu untreglichem schaden mocht gereichen.
Ein anders pauers gut darff ich nit annemen.12 So wissen E'uer'
A'chtbarkeit' wie
ich mich tzu Grefenheinge13/ nach einer behausung/ hab den Somer
lang umbgesehn/ und doch
nichts erforscht.14
Kemberg aber/ welchs
an den fluer deß dorffs
Birckzaw15 stosset ist in der churfurstlichen ein-
nemung/ do ich auß gnaden eingelassen/ entschlossen/ doch mit gnediger
entlicher clausel biß anders wurd etc.16 aber da selbist17 kunth
ich
etliche heuser tzu miede oder kauffs bekommen/ und mein futer/
vih/ und
holtz/ mit gunstiger hilff am aller fuglichsten einbrengen
daß ich one furbite und
erleubnis nicht darff furnemen noch dencken.
weil ich mich denn ßo still gehalten
und in allerley arbeit alßo geubt/ welchs
ich nodt und nit ruemß halben melden
thun. bDaß man gleich nichts mehr
von der lere des Carlstats thut reden. bAuch nicht willens bin hinfuro
mich
in irgent eine sach der hochgelerten tzebegeben. Sondern meyner narung
tzu wartten.18 Welchs E'uer' A'chtbarkeit' nirgent
gewisser teglich erfaren mogen denn von
der neh her.19 So bit ich E'uer' A'chtbarkeit' umb Gottis willen/ E'uer' A'chtparkeit' welden mich an den
durchleuchtigisten und hochgebornen fursten und hern/ hern Johansenn
Hertzogen tzu Sachssen des
heyl'igen' Ro'mischen' Reichs Ertzmarschalken und
Churf'ursten'
landgrafen in Doringen und Marggrafn tzu Meissen etc. meynen
gnedigsten
hern verschreiben20〈/〉
S'eine' ch'ur'f'urstlich'
g'naden' umb furstlich milde und Christlich barmb-
hertzikeit bitten/ mich mit demjene tzu begnaden/ daß ir churf'urstlich' g'naden' nit
mit
eines hellerß werd abbricht/ als ichs verstehn. Mir ertzeigte gnedige ein-
lassung ferner erstrecken und erleuben/ Daß ich tzu Kemberg mog und
fehlt
und dorff einkommen Mich nebend andern burgern nerenc neren und meynen
armen
Kindern21/ wie ich pflichtig
futer und gewandt erwerb. Daß wil ich
umb E'uer' A'chtbarkeit' tzu verdienen alletzeit ungespartes leibes
und guts be〈reit〉
sein. Datum tzu Bercktzaw Sonabendt nach Martini anno in
dem xxvj
jhar22
KGK 303
Einleitung
