Nr. 388
Hauptverschreibung über einen Zinskauf über 109 Pfund Basler Währung an Balthasar Schoulin und Elsbeth Marx
Basel, 1540, 26. April

Text
Bearbeitet von Harald Bollbuck
Buchsymbol fehlt

aÖl und Spend ampt1
Cwyl2a

bi. lbb3

cNo. 23c

d〈[…]〉e funff pfůnd Neun schilling.4 Ist aber abgelost 4 lb 9 ß5 Rest 〈[…]〉f lb

〈[…]〉g uff tag sant Mathis inn hornung6 unangesehen des inwen〈dig〉 inn

brieff staͤts uff martin. Bit 〈l[…]〉h dess brieffs 〈lin7 〈[…]〉i

jetzt hans hodel8 〈von〉 Wyl. Er kaufft von der Carolst〈adin〉9 〈[…]154?〉

〈[…]〉j 124 〈[…]plat?〉 〈[…]〉k

brieff costen i lb xii ß10 hat der 〈[…]〉l

der Carolstadin11 betzalt

Item 〈het〉 geben den hennden〈?〉 findet imb brieff 〈[…]〉m
〈[…]〉nd

oZinsbrieff herrn Andreas Bodenstein von Karolstat der heilgen
geschriftt doctors uber v lb gellts12 uff Balthasar schouli13 von wilo

pDiser brieff zu schriben und versiglen costet i lb v ß zuvertigen vii ß
hatt der herr kauffer zaltp14

qrAnno xvr xliii uff Samstag noch Sant Jacobs tag15

hat Hans Hodel16 von Wyl17 uff inwendig Sinn in

abloßung wyß zalt Sibentzig pfünd Baßler warungs

bezug18 ich petrus Keßler19 mit mine eygen

handschrifft in gegenwertikeyt der mutter20 und

adams21〈.〉r

ttAber hat heine Hodel22 abgeloßt x lb sint sampt

der margkzal23 uff frittag noch valentin 4424〈.〉

uAber hat heine meyer25 von Bettiken26 abgelost

von inwendigs guttern iiii pfundt

bezug ich petrus Keßler27 im Jar 44.uq

Buchsymbol fehlt

Ichv fridlin schoni28 Vogt zu weil29, Richter, An statt und Innamen30 des durchluchtigen Hochgebornen fürsten und herren, herrn Ernsten marggraven zu Baden und Hochberg, Landgraven zu Dusenberg, Herrn zu Röteln und Badenweiler etc.31 Meins gnedigen Herrn, Thun kunt menig-
lichen
mit dissem brieff, Das uff hut datum fur mich und das offen verbannen gericht32 komen und erschinen sind die Erbern Balthassar Schoůlin33 von weil, und mit ime Elsbeth marxin34 sein eliche husfrau, Bekennendt dass sie umb irs bessern nutz und notturfft
willen merern irn infallenden35 schaden damit zufürsehend36, Eins〈?〉 steten vesten37 kaůffs verkaůfft und zukaůffen geben hette, und gaben auch hiemit dem würdigen Hochgelerten hern Andreas Bodenstein von Karolstatt, der heiligen geschrifft doctor, zu Basel, Der
auch ime selbs, seinen erben, und sonderlich einer jeden person, so dissen brieff mit irm wissen, willen oder sonst Rechtem Tittel inhaben wurt, uffrecht38 und Redlich kaufft hat, Namlich Funff pfund und Nun schilling stebler39 guter Baßler werung, Rechts järlichs
Zins,40 den sie verkeůffen oder ir erben. Ime keůffen oder seinen erben, oder der person als absteet41, Nun hinfur jarlichen und eins jeden jars besonder uff Sant Martins des heiligen Bischoffs tag,42 gen Basel in iren sichern habenden gewalt, Für alles. Entwören43
verhefften44 verbieten, Aucht45 krieg46 und Anleitin47 sonder auch on allen iren costen und schaden, Richten wern und antwurten48 sollen und wellen, Von uff usser und ab nachgeschriebnen gutern und underpfendern49, Erstlich hus und hof mit allen zůgehord zu weil
einseit neben hans lotter50, anderseit neben Steffan Schoůli51 des verkeůffers bruder, stosst hinden und vornen uff die strass oder almend, steet in einer versatzung52 fůr ein soum53 wins und zween schilling der frůmess54 zu weil, mit zwölff pfůnden ablosig55
und der garten vier pfennig, heini Reinharten, Aber ein pfund dry Schilling der Stifft zu Sant peter, Ablosig mit Zwentzig und drii pfůnden, Item einem Zweithel56 Reben im Schliff57 einseit neben fridli Kremerlin anderseit neben wolff etenwalden
stosst oben nider uff peter böglin, und heini walter〈,〉 zinst ein Rappen gen Riehen58, Item ein thauen matten59 uff den Landsfeldern einseit neben fridli kremerlin〈,〉 anderseit neben Melchior Kleinman60, stosst unden an die frauen von clingen thal,61 oben an grůnt-
matters
erben, gibt Zins vier Schilling und zwei huner gen clingenthal, Item ein Jůchart62 Reben in des Abbts acker einseit neben Steffan schouli anderseit neben Elss schöchlin63〈,〉 stosst oben abher uff lienhart wengen, Unden uffhin an ötlicker weg64 zinst Sechs pfennig
einem Lůtpriester65 zu weil, Item ein halben fiertel66 Reben an der landgassen, einseit neben Elss Margin anderseit neben Enneli Ernis67, stosst oben an lux meiger unden an fridlin weber〈,〉 ist eigen, Item ein halben Zweithel68 garten hinder den höfen, einseit neben
heini schoůlin anderseit neben hans negellin, stosst unden an michel hütter69, oben an almend weg, zinst ein schilling vier pfennig hans soder von halltingen70, Item ein platz71 garten ist ein halber fiertel72 in den bůnden73 beiderseits neben heini schouli, stosst unden uff Steffan
schoůli sein brůder, oben an Conrat Knip, ist eigen, Item ein halben zweithel74 Reben am Menweg, einseit neben Lienhart schönig, anderseit neben Fridli kesselin dem Jungen, stosst an obern menweg stosst unden uff hans mergen, zinst vier schilling in ein
gůldin gellts75 hans schuri zu Neuenburg76, Item ein halbe Jůchart77 Reben und hanffbundi78 im Rebgarten, einsyt neben Elss schochlin79 anderseit an peter bögli, stosst oben auch an in, unden an claus schoůli80〈,〉 zinst fůnff schilling gen wertingen81, Item ein halbe Jůchart hanffland
und bundi82 vor dem berg einsyt neben Jorg mellingen, andersyt neben Jorg Marxen erben, zur obern seite an vogt schůchmachers erben, zinsst ein schilling werlin Erni von halltingenwund zinsen dise zwei stůck vierzehen schilling ablösig heinrich friessen83Baselw, Item ein Jůchart84 Reben an der thorgassen in halltingen85 B〈[…]?〉, neben Melchior schoůli86
andersyt neben der thorgassen, stosst oben an frily hůfnagel87 unden an fridli vogtli88, zinst zween omen89 wins dem Bůwhern90Basel, Item ein Jůchart Reben in des Jůnckhern acker einsyt neben hans Rheiner andersyt neben michel hütter zůr obern syten an claus Koger91
zůr undern seiten an claus becker, gibt den viertentheil92 wins gen Sant Blesii93, Item ein Jůchart im Menweg einsyt Blesii Siplin, andersyt neben Caspar hodel, zůr obern syten am Menweg, zůr undern syten an frantz Kůfer gibt den fůnfften theil ge〈n〉 Sant Blesii, Sonst
ledig eigen, Behielten die verkeůffer by gůten treuen an eids statt/ Und ist disser kaůff beschehen umb Hundert und Nün pfund stebler94, gůter Basler werůng, deren sich die verkeůffer also bar bezalt sein offen bekanten,95 daran sie und ir erben Nůn hinfur
ewig benůgen sollt, Gelopten hierůff by vorgemellten treuen an eids statt dissen kaůff und verkaůff und was vor und nach an dissem brieff geschriben, war, steet, und vest zůhalten den zins jarlichen als oblut96 zůrichten, dem keůffer und seinen erben gut
sicher Redlich werschafft verantwurtung und vertrettung zuthůnd, inn und uswendig gerichts, wo, wenn, wie offt, und an allen orten da sie deren notturfftig als Recht ist, Were aber〈,〉 das der zins einichs oder mer Jarn nit gericht, die underpfender in missbuw97
gelegt oder was andern mangels dem keůffer, seinen erben, oder der person als obstet98, hierinn begegnen, damit sie irs zins und haůptgůts in mangel sten wůrden, Alsdan sollen und mogen sie die verkeůffer ader ir erben mit oder one gericht geistlichem oder
weltlichem wol fürnemen99, oder auch die underpfenden und wo daran abgieng, andere ire ligende und farende gůter angriffen, pfenden, heben100, hefften101, ufbieten102, verganten103, verkaůffen oder selbs behalten, Alles so lang und vil, Bis inen umb zins haůptgůts
und anderm mangel, sampt costen und schaden ein vermůgen beschehen, Vor solchem allem die verkeůffer noch ir erben nit sol fryen104〈,〉 friden105, fristen, schůtzen und schirmen einich geistlich noch weltlich fryheit, gnad, Recht noch gericht, deren sie sich aller und sonderlich die frau
des Rechts velleiani106 wird verzigen107, sampt dem Rechten gemeiner verzyhung108 widersprechende, Das ist den verkeůfern hierin frůntlich zůgelassen, das sie oder ire erben wan Inen geliept den vilgemellten zins, samenthafft109 mit obbestimpter haůptsumma und werung adertheilsamlich110
je mit zwentzig pfůnden haůptguts ein pfůnd zins, doch mit vorbezalung versessner111 und nach marzal112 ergangener zinsen sampt costen und schaden wol widerkaůffen und ablösen mögen, Es ist aůch hierin bedingt und von den verkeůffern versprochen, wan sie uber kůrtz oder
lang einich stuck von obgeschribnen underpfendern verkaůffen wůrden, das alsdan mergemellter her keůffer, den vorkaůff haben sol, on all geferd113, Und diewyl diser kaůf und verkaůff Nach lands und dis dorffs brůch114 zůgangen und gwertigt115, Ist er zů Recht krefftig116 erkannt
důrch die Ersamen hans vogelbach〈,〉 fridli hütter117, hans hodel118〈,〉 claus Koger119〈,〉 Jorg Konig, Steffan Zimerman und ander des gerichts, Des zů warem urkůnd ist von mein des Richters bitt wegen des Landtgerichts Insigel doch hochgemelltem meinem gnedigen hern An herlich
ober und gerechtigkeiten Auch sturen120 und gefellen121 in allweg one schaden offenlich gehenckt an disen brieff, Der geben ist uff Montag nach Sant Marci des heiligen Evangelisten tag Als man zalt nach christi unsers lieben hern gepurt fůnffzehůndert und viertzig Jar,122

xP. Gebwiler123 l'egum' Doctor
in Absentia subsc'ribit'.x


a-amarginal auf der Rückseite, in äußerster Faltung als Außenschutz
b-bdarunter, von anderer Hand
c-cmittig von anderer Hand als Urkundennummerierung gesetzt
d-drechts neben den Eintragungen des Öl- und Spendamts in äußerster Faltung
eabgeschabt
fabgeschabt
gTintenfleck mit Ausriss
hausgeblichen
iabgeschabt
jabgeschabt
kabgeschabt
labgeschabt
mabgeschabt
nzwei Zeilen unleserlich abgeschabt durch äußere Faltung
o-oals Urkundentitel über dem Siegel, quer zu den anderen Aufschriften der Urkundenrückseite, durch äußere Faltung geschützt, Hand des Urkundentextes
p-punmittelbar daruntergesetzt, von anderer Hand
q-qAufschriften der chronologisch eingetragenen Ablösungen des Zinsbriefes auf der innersten Faltung der Urkundenrückseite
r-rvon derselben Hand wie KGK 388 (Textstelle)
srechts daneben mit Abstand auf anderer Faltung und von anderer Hand Wyl.
t-tvon derselben Hand wie KGK 388 (Textstelle), späterer Eintrag mit anderer Tinte als KGK 388 (Textstelle)
u-uvon derselben Hand wie KGK 388 (Textstelle), späterer Eintrag mit anderer Tinte als KGK 388 (Textstelle)
vHandwechsel, Schreiber identisch mit dem des Urkundentitels in KGK 388 (Textstelle)
w-wam Rand mit Einschaltzeichen eingefügt
x-xvon anderer Hand, auf der Rückseite in unterer Faltung, die bei Ausfaltung der Urkunde nach innen geklappt bleibt und daher unter der Urkunde neben dem Siegel als Beglaubigung beim Lesen sichtbar ist

1Einen bestimmten Teil der Einnahmen, Ausgaben und Zinsen des St.-Peter-Stifts verwaltete das Öl- und Spendamt. Dessen zeitgenössische Akten sind im StA Basel-Stadt, BBB 1–6 überliefert.
2Weil am Rhein. Es ist nicht der Ausstellungsort der Urkunde, sondern ihr zinsrechtlicher Bezug, da die Unterpfänder des Leihnehmers Balthasar Schoulin in diesen Ortsgemarkungen lagen.
31 Pfund, vermutlich Notiz über die Kosten der Ausstellung der Urkunde. Siehe u. KGK 388 (Anmerkung).
4Der zu zahlende Zins; vgl. auch die Angabe im Zinsverkauf vom 2. März 1545 (KGK 399 (Textstelle)).
5Vermutlich Bezug auf eine neue Ablöse durch Hans Hodel (siehe KGK 388 (Anmerkung) und KGK 388 (Anmerkung)), wie sie im Zinsverkauf vom 2. März 1545 festgehalten wurde. Siehe KGK 399 (Textstelle).
624. Februar. Den Zins für die letzte Restschuld in Höhe von 20 Pfund, die Hans Hodel Anna von Mochau auszahlte, sollte der Leihnehmer Schoulin künftig am 24. Februar begleichen. Vgl. hierzu KGK 388 (Anmerkung) und KGK 399 (Textstelle).
7Balthasar Schoulin (auch Schölli) aus Weil, der Leihnehmer. Zu ihm vgl. KGK 388 (Anmerkung).
8Hans Hodel, vermutlich aus Kaiseraugst, kaufte Anna von Mochau den Zinsbrief in drei Vertragsstufen zwischen 28. Juli 1543 und 2. März 1545 ab. Siehe KGK 388 (Textstelle), KGK 388 (Textstelle) und KGK 388 (Textstelle).
10Ein Pfund und 12 Schilling, die Kosten für Ausstellung und Ausfertigung des Briefes (siehe KGK 388 (Anmerkung)), übernahm nun Hans Hodel, als er Anna von Mochau den vorliegenden Brief abkaufte.
12Im Sinne von Schuldbrief. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 2, 290 s.v. Gülten Nr. 1.
13Zu ihm siehe KGK 388 (Anmerkung).
14Die Kosten für die Niederschrift und Siegelung (1 Pfund und 5 Schilling) sowie Ausfertigung (7 Schilling) des Briefes übernahm der Käufer Karlstadt; diese Kosten wurden später auf den Käufer des Zinsbriefes, Hans Hodel, übertragen (siehe KGK 388 (Anmerkung)).
1528. Juli 1543 (St. Jakobstag ist der 25. Juli).
18bezeuge.
19Petrus Keßler, Kaplan und Schaffner von St. Peter. Siehe KGK 388 (Anmerkung).
21Der zu diesem Zeitpunkt etwa fünfzehnjährige Sohn Adam Bodenstein (1528–1577). Zu ihm vgl. KGK VII, Nr. 301, S. 339 Anm. 338.
22Heine (Heinrich) Hodel, höchstwahrscheinlich ein Verwandter des obengenannten Käufers Hans Hodel.
23Markzahl, Verhältniszahl (Proportion) zur Berechnung von Zinsen und Abgaben. Vgl. DWb 12, 1657 s.v. Markzahl; FWB s.v. markzal. In Basel gab es zudem eine Markzahlsteuer. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 11, 1351f. s.v. Marchzalstur; DRW 9, 300 s.v. Markzahl II.1.
2415. Februar 1544 (St. Valentinstag ist der 14. Februar).
26Bettingen. Ort östlich von Basel.
27Erneut Petrus Keßler als Zeuge (zu ihm siehe KGK 388 (Anmerkung)).
28Fridlin Schöne hat 1531 als Vogt in Weil ein Leihgeschäft rechtlich bestätigt (StA Basel-Stadt, Regest St. Peter 1419).
29Weil am Rhein, auf der Kleinbaseler Rheinseite.
30in Kenntnisnahme.
32Banngericht. Vgl. DRW 1, 1213.
33Der Leihnehmer Balthasar (Bartlin) Schoulin, ebenfalls aus Weil; zu ihm siehe KGK 388 (Anmerkung).
35eintretend. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 754 s.v. infallen Nr. 2.
36vorsorgen, versehen.
37unerschütterlich. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 1118 s.v. fest Nr. 1.
38rechtmäßig. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 6, 221 Nr. B.a.
39Stäbler, eine geringhaltige silberne Pfennigmünze, oft dem kleinen Pfennig bzw. Hälbling gleichgesetzt; entsprach einem halben Rappen Vgl. Schweizerisches Idiotikon 10, 1060 s.v. Stäbler.
40Jährliche Zinsrückzahlung festgelegt auf 5 Pfund und 9 Schilling, was bei einem Zinssatz von 5% eine Leihsumme von 109 Pfund vermuten lässt.
41Die Person, der der Zins abgetreten wurde. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 11, 576f. abstan Nr. 2.4.
42Als Zinstag diente, wie häufig, der 11. November.
43fernhalten, entgegenwirken. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 16, 946 s.v. entweren.
44verhindern, dass der Schuldner über die Güter verfügen kann. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 2, 1062 s.v. verheften Nr. 3a.
45Acht. Vgl. Schwäbisches Wörterbuch 1, 355f.
46Eine übliche Formel in alemannischen Rechtstexten: »aucht Krieg und Bann/ anleitin und o[h]n[e] allen i[h]ren Costen und Schaden«.
47»meist mit der Acht verbundene exekutorische Maßnahme«, vgl. Schweizerisches Idiotikon 3, 1496 s.v. Anleiti Nr. 3.
48verantworten.
49Liegenschaft. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 5, 1142f. s.v. Unterpfand. Im Folgenden werden als Unterpfand für die Kapitalienleihe die Güter und Liegenschaften des Ehepaars Schoulin/Marx angeführt.
50Möglicherweise der Weber Hans Lotter, der 1521 einen Zins verkaufte (StA Basel-Stadt, Urkunde St. Ulrich Nr. 29).
51Bruder des Verkäufers Balthasar Schoulin; siehe KGK 388 (Anmerkung).
52Verpfändung, Pfandverschreibung. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 7, 1582 s.v. Satzing Nr. 2a und 7, 1590 s.v. Versatzung.
53Saum, Raummaß, entspricht 150 Liter. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 7, 944 s.v. Saum Nr. 2aα.
54Frühmesse.
55Augenscheinlich waren Haus und Hof in Weil mit einer Hypothek für 150 Liter Wein und zwei Schilling Einkommen aus der Frühmesse belegt, ablösbar mit 12 Pfund.
56Feldmaß, etwa 15 Ar. Vgl. DWb 32, 1077 s.v. Zweitel Nr. 1.
57Der Schlipf sind die Weinberge östlich von Weil am Rhein.
58Ort südöstlich von Weil. Ob sich der Zins eines Rappens auf die 15 Ar Weingarten (siehe KGK 388 (Anmerkung) und KGK 388 (Anmerkung)) bezieht, ist nicht eindeutig.
59feuchte Wiese. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 13, 2226 s.v. daw, tauwen IV u. 4, 548 s.v. Matt II.
60Als Bürger von Weil kaufte Melchior Kleinman am 4. Dezember 1554 einen Zins (StA Basel-Stadt, Spital 996).
61Das 1274 gegründete Dominikanerinnenkloster Klingental in Kleinbasel war bereits aufgehoben worden.
62Landmaß, entspricht dem deutschen »Morgen«. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 3, 8 s.v. Juchert.
63Eine Familie Schöchlin ist in Basel nachweisbar. Hans Schöchlin erscheint am 3. Mai 1520 als Zinsverkäufer (StA Basel-Stadt, Urkunde St. Peter 1368); 1552 wird eine verstorbene Anna Schöchlin erwähnt (StA Basel-Stadt, Ratsbücher D 2, fol. 171v).
64Der Weg in Richtung des nordöstlich gelegenen Nachbarortes Ötlingen.
65Leutpriester.
66Ein Viertelanteil an einer Fläche oder vom Ertrag, hier eines Weingartens. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 12, 1486 s.v. Vierteil Nr. 1b.δ.1.
671453 wird eine gleichnamige Ennelin Ernis als Müllerin von Hüningen erwähnt (StA Basel-Stadt, St. Urk. 1533). Hüningen (heute Huningue) ist ein unmittelbarer Nachbarort Basels, allerdings auf der anderen Rheinseite gegenüber von Weil. Eine Verwandtschaft mit der hier erwähnten Person ist nicht nachweisbar.
691526 ist ein Fridlin Hütter als Vogt zu Weil erwähnt (siehe u. KGK 388 (Anmerkung)), 1523 ein Hans Jacob Hütter als Statthalter am Stein Rheinfelden (StA Basel-Stadt, Urkunde St. Peter 1397a und Regest St. 7. E 447). 1477 schwört der Zimmermann Hans Hütter der Stadt Basel Urfehde (StA Basel-Stadt, St. Urk. 2040).
70Haltingen, nördlich von Weil.
71Stück einer Fläche. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 5, 272 s.v. Bletz Nr. 2bδ.
73Ein Grundstück, das von der Allmende durch Einzäunung in Privatbesitz übergegangen und infolge der regelmäßigen Bewirtschaftung besonders ertragreich ist. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 4, 1401 s.v. Bünt Nr. 1.
75Schuldbriefe, wie Gülten. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 2, 290 s.v. Gülte Nr. 1. Der Schuldbrief ist demnach über eine Summe von einem Gulden ausgestellt, der einem Pfund und 5 Schilling Basler Währung entsprach (StA Basel-Stadt, Regest Domstift 536).
76Der nächstgelegene Ort gleichen Namens ist Neuenburg am Rhein, etwa 30 km rheinaufwärts.
78Das nahe der Wohnung gelegene, gut bearbeitete Land, das für Hanfanbau genutzt wurde, der starke Düngung benötigt. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 4, 1405 s.v. Hanfbünt.
79Siehe o. Anm. 61.
80Ein weiterer Verwandter des Verkäufers. Siehe KGK 388 (Anmerkung).
81Wertingen, ein Ort im weit entfernten nordschwäbischen Landkreis Dillingen.
83Heinrich Friess, Basler Bürger, 1533 und 1549 vom Rat als Vormund (Vogt) eingesetzt (StA Basel-Stadt,
St. Urk. 2977 und Urkundenbuch VII, fol. 105r).
86Erneut vermutlich ein Verwandter des Verkäufers. Siehe KGK 388 (Anmerkung).
871562 ist ein Heiny Hufnagel als Vogt zu Weil erwähnt (StA Basel-Stadt, Klingental Nr. 2689).
881506 sind Stefan Vogtli, Fridli Beseli und Peter Vogtli aus Weil als Zinsverkäufer urkundlich erfasst (StA Basel-Stadt, Klingental Nr. 2542).
89Weinfass. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 17, 143 s.v. Omzuber.
90Der Buw- oder Bauherr war ein Ratsamt in Basel und anderen Schweizer Städten. Vgl. Rechtsquellen Bern 1, 4,2,1103.
91Vermutlich aus der Familie von Rinach/Reinach, die im Elsass und Breisgau Vogtrechte und Sitze hatte. Vgl. HLS s.v. von Reinach. Einige Familienmitglieder trugen den Namenszusatz Koger. Ein Claus Koger ist nicht nachweisbar; ein Friedlin Koger erhält 1545 einige Güter vom Spital als Zins zu Erbrecht (StA Basel-Stadt, Spital 971a).
92Ein Viertel des Ertrags.
93Basel und die umgebenden Orte standen in enger Beziehung zur Benediktinerabtei St. Blasius in Waldshut im Südschwarzwald, die über 80 km entfernt war. Das Kloster besaß ausgedehnte Ländereien, u.a. den Wenkenhof, einen Fronhof im nahen Riehen am Hang des Dinkelsbergs; vgl. Bürgerhaus in der Schweiz, XIV. Der Basler Bürgermeister Jacob Meyer schrieb Gallus, dem Abt von St. Blasien, bzgl. Rechtsstreitigkeiten mit Untertanen in Riehen und rief ihn als Unterhändler in den Streitigkeiten zwischen dem Rat und den Domherren in Basel an (7. März 1533); vgl. Roth, Aktensammlung 6, 110 Nr. 147; 242 Nr. 242. Der Hochaltar der Galluskirche in Weil war dem Hl. Blasius gewidmet. Das Kloster St. Blasien war 1525/26 weitgehend zerstört worden und wurde erst ab 1541 unter Abt Caspar I. wieder aufgebaut.
95Schoulin und seine Ehefrau bezeugen die Barzahlung von 109 Pfund durch Karlstadt.
96wie oben gesagt. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 3, 1506 s.v. luten, obluten.
97schlechte Bebauung eines Feldes. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 4, 1952 s.v. Missbu(w) Nr. 1.
98die es betreibt; die verzeichnet ist. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 11, 583 s.v. obstan.
99gerichtlich belangen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 4, 746 s.v. fürnemen Nr. 4.
100erheben. Vgl. DWb 10, 730 s.v. heben Nr. 12.
101Güter Schulden halber mit Beschlag belegen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 2, 1060f. s.v. heften Nr. 2.
102auf eine Zwangsversteigerung bringen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 4, 1867 s.v. ufbieten Nr. 3.
103auf einer Aktion verkaufen; einen Zahlungsunfähigen zur Versteigerung drängen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 2, 380 s.v. verganten Nr. 1 u. 2.
104frei werden, hier: von Rechtsansprüchen anderer. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 1263 s.v. frie(n) Nr. 1.
105einen Streit (hier: eine Rechtssache) beilegen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 1283 s.v. fride(n) Nr. 1b.
106Das Senatus consultum Velleianum schützte Frauen vor Besitzansprüchen, die sich aus Verbindlichkeiten ihrer (verstorbenen) Ehemänner ergaben. vgl. KGK 388 (Anmerkung).
107verzichten. Damit verzichtete Elsbeth Marx/Märxin auf den sich aus dem Senatus consultum Velleianum ergebenden Schutz von Frauen vor Rechtsansprüchen aus Verbindlichkeiten ihres Mannes; d.h. sie hätte im Falle seines Ablebens alle rechtlichen Forderungen, die sich aus dem Zinsbrief und der Geldleihe ergaben, übernommen.
108Verzicht. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 17, 872 s.v. Verzihung Nr. 1a.
109zusammen, insgesamt. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 7, 916 s.v. samenthaft.
110gleichmäßig anteilig, den Anteil der/des anderen Teilhaberin/Teilhabers berücksichtigend. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 12, 1624 s.v. teilsam, unteilsamlich und Teilsami.
111ausstehend, fällig. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 7, 1771f. s.v. versessen Nr. 1.
112Siehe KGK 388 (Anmerkung). Hier vermutlich die Basler Marzahlsteuer.
113Gefahr.
114Brauch, Recht.
115erfolgt.
116gültig, in Kraft.
117Fridlin Hutter, 1526 als Vogt zu Weil bezeugt (StA Basel-Stadt, Regest St. Peter 1397a).
120Steuern. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 11, 1288–1307 s.v. Sture Nr. 3.
121Einkünfte. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 745f. s.v. G(e)fäll Nr. 1g.
12226. April 1540.
123Peter Sattler von Gebwiler, Bruder oder Sohn des Johannes Sellatoris (Sattler) von Gebwiler. Vertrat während seines Romaufenthalts im Jahr 1520 Wolfgang Capitos Interessen bezüglich einer Pfründe an St. Thomas in Straßburg (Capito, Correspondence 1, 87–89 Nr. 50; 99f. Nr. 55 und 104–106 Nr. 60). 1525 ist er Kaplan am Basler Münster; 1530 in Dōle, dann Rat der Markgrafen von Baden (Ernst und Bernhard), bezeugt durch Briefe an Bonifacius Amerbach (Amerbachkorrespondenz 3, 544f. Nr. 1476; Roth, Aktensammlung 6, 302 Nr. 315, Schreiben der Basler Kapitelherren an Mgf. Ernst von Baden-Durlach, 16. August 1533). Vgl. auch Staehelin, Wappenbuch, s.v. Gebwiler; Wackernagel, Geschichte Basel, 557 Anm. zu S. 98.

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