1. Überlieferung
Handschrift:
Editionen:
- Barge, Karlstadt 2, 609 Nr. 54d.
- Amerbachkorrespondenz 5, 320f. Nr. 2436.
Literatur:
- Barge, Karlstadt 2, 497 mit Anm. 269.
2. Entstehung und Inhalt
In dieser kurzen Mitteilung entschuldigt sich Karlstadt dafür, dass er an der an jenem Tag – dem 1. Mai – einberufenen Versammlung zur Wahl eines neuen Rektors nicht teilnehmen könne, weil er zwei Ehen schließen müsse.1 Für den Fall, dass seine Stimme erforderlich sei, erklärt er jedoch, dass er entweder seinen Korrespondenten Bonifacius Amerbach oder Wolfgang Wissenburg zum Rektor wählen würde.
Der hier edierte Brief lässt die Nachwirkung des langen Streits spüren, der Anfang 1535 begann und – nach einem vorläufigen Kompromiss – 1538/39 zu offener Feindschaft zwischen Karlstadt auf der einen und Myconius und Grynaeus auf der anderen Seite geführt hatte.2 Mit der Absicht, entweder Bonifacius Amerbach – dessen Amtszeit an jenem Tag endete und dessen Wiederwahl unwahrscheinlich war3 – oder Wolfgang Wissenburg – den ersten in Basel nach der Studienreform und unter dem Dekanat Karlstadts promovierten Doktor der Theologie4 – zum Rektor zu wählen, wollte Karlstadt vermutlich einen ihm wohlgesonnenen Kollegen bei der Wahl zum Rektor unterstützen. Stattdessen wurde Simon Grynaeus gewählt.
KGK 388
Transkription
