fehlt
Frommen, Ersamena günstig Herren,
Alsdann U. E. W.1
bdas anligenb der universitetc, uff Sonntag den xxxviii
houwmonats2 dissd xxxviii Jars,3 durch unns von
mund4
vernommen, unde begert sollichs somlichsf inn gschrifft ver-
fassetgu. E.
w.g ze uberlyfren,
undh wiewoli vormols
vil und offt, in solichen sachenj gehandlet, und aberk diese
zit vil unsl leren mag, So fugen wir U. E. W.
hiemitt
zuvernemmen mein
solliche m meynung
insonders das
wir uss langwiriger erfarung, dessen so sich bisshar inn
unnser
universitet zutragen, ouch uss anderer
universi-
teten Exemplen augschinlichen befunden, das zu
uffnung
und erhaltung der universitet, ouchn zu
furderung ge-
meynen nutzes einer statt Basel, noch unnserm
gut beduncken, dise nochvolgenden puncten,
an die
hand zenemmeno, von
noten sin wellen.
Der erst Artickelp
qSo nun q ein Universitet ein
versamlung vieler, dess-
halben nit eins einzigen, oder zweyer
glerter men-
ner genant, und solliche on gut ordung, gesatz,
und regiment keins wegs bestendig sin mag,
ist von noten,rdas ire regenten gewalt
haben
alles anligen der hohen schul und kunsten anhengig
zuverwaltens,t desshalben auch die jenigenu so irer re-
gierung sin mussent hinfur billich von einer univer-
sitetv angenommen sollen
werden,
Der Anderw
Dwil manx sicht das inn allen
universiteten den lec-
toribus und professoribus, yey noch irem fliß oder unfliß
ouch
noch dem ire schůler und zuhorer, an der ler,
anz Kunst, aasoderab der menge und zalaa, zu, oder ab nemmen
also auch
denselben irac besoldung gebessert
oder ge-
mendert wirt, Damit nun die lectores zu
fehlt ernstlicherem und hocherem fliß zurad arbeit gereitzt
werden, Ouch nutz, eer,
undae wolfart afder univer-
sitetaf ouchag der studierenden inn
allweg gefürdert
So do inn der universitet angenommen werdent de-
sterah gehorsamen pliben,
und irer bevelh halb aiallein
uff einai universitet ir uffsehen
haben, diser
undaj
vorerzelten ursachen halb, were gut und
furderlich, das der universitet ein jerlichs in-
kummen gschopfftak,
undal uff ein jerliche
rechnung
U. E. W. zthundt, amzugstellt undam uberantwort
wurde, je noch den flisß und verdienst der
leseren, wie abstotan, ouch noch
glegenheit der pro-
fession, Zit, personen, zu nutz und frommen
derao
Universitet und Statt Baselap,
ußzotheilen,
Der dritt Artickelaq
Noch dem inn allen Communen und rechtgschaf-
nen pollicien, der
lendern, Stedten, Gwerben,
und handtierungen, von noten ist und sin will,
das
man gehorsami und denar gebotten
asund
verbottenas hohen und niderenat gehorchau,
Also und
glicher gstalt und noch vil mer will die not-
turfft und gmeine ruw5 erforderen, avdas awnit
alleinaw aller faculteten professoren und regenten,
oderax die so studierenshalb sich hie erhalten,
son-
dersay ouch die, so mit den frigen6
künstenaz,ba oder
bbinnbc heiliger geschrifft umbgandbd und sich doruß
ernerenbe wellen, der universitet mandaten ge-
horsamen,
dorumbbf hůlden, ouchbg solche ghorsami
zthund
angehalten werden, damit ein yeder siner
ler wie er die bruch, so er dorumb
ervordert rechen-
schafft zgeben, verbunden sigav,bb
fehlt
Der vierd artickelbh
Dennoch undbi gut ordnung und
fryheit, hoch und nyder
schulen underscheident Alß ouch inn allen Communen
und
Pollicien zu underhaltung und zunemmung, ettlichbj
bkEerenstend7 undbk gradus verordnet, on welche kein
Regiment
niemer inn die hare blbesten mag bl, Das
also inn diser universitet wider angericht werden
dieselben Erenstendbm und flissig doruber gehalten
bndomit zevorderist (sovernbo die gehaben mag) die lec-
tores, yeder inn siner facultet den gradum hab, oder
zum furderlichsten
entpfahebn, das die
so von einer
Ersamen oberkeit zu den Studiis verordnet, dieselben gra-
dus ze erlangen sich fürderlich schicken, und sust alle
andere
so von iren elteren, frunden, verwandten, oder
uss eigenen willen die gradus
zeerlangenbp sich inn
derbq
universitet enthalten mit ernst und fliß
zu den-
selben gefurdert werden, Item das ernstlich uffsehen
beschee, domit die Gradus nit missbrucht, und das
dorzu niemants promoviert noch
zugelossen werde,
so derselben nit vehig noch wurdig sin, erfunden,
Es sig
mangelhalb der ler, kunst, oder erberer sitten
domit der missbruch der gradum und
Eerenstenden
(wie dann bisshar zu ziten beschehen.) vermytten8 plib
und underlassen,br mit den gradibus und diserbs gstallt
werden die jungen bewegt
und angehalten, btdest flis-
siger den studiis bt obzeligen,bu der
ler,bv zucht, und guter
sitten, sichbw empsiger
zebeflissen, Zu dem so befinden
wir ussbx erfarung, das vormols vil der Jungen
von der gradum wegen,
mer glert und begriffen,
ouch by den schlechten und einfeltigen preceptoribus,
dann syby diser zit lernen und
fassen by den fast ge-
lerten preceptorn die sy doch zum
truwlichsten und
flissigsten underwisen, wiewol wir hie mussen
fehlt bekennen, das die gradus vielmol missbrucht, und
das sust
on die gradus vil glerte worden sind
Aber nütdestminder die gradus und
Eerenstend
Inn den faculteten zierend und machend eins
Eerlichs ansehen, nit
allein den hohen Schulenbz
undca communencb wie solichs U〈.〉
E〈.〉 W〈.〉cc magcd
be-
dencken und wol ceweist zeerwegence9,
Der funfft artickelcf
Damit nun uff satte fundament gebuwen, und ze
furkummen der Jugent torechte
meynung, als so
sy on federen understond cginn die hohecg zefliegen10
und zu unnsern ziten gar jung den hohen Schulen
zugsendt
werden, wirt nutzlich und von nöten
sin Ein Pedagogium zeverordnen, welches
dann
die mittel schul zwischen den minderen schulen,
und der universitet sin wirt, Inn dises peda-
gogium soll keiner uss den mindere schulen change-
nommen werdench, er hab dann
hevorci verstand und
gnugsamme fundament der latinischen Gramatic
domitt man nit leercj strow troͤsch, uff das auch
die frombd und
heimisch jugent jeck zit und
wil
cost und arbeit wol anlege, sollent die jungen
bevor examiniert und
verhort werden, Inn
disen Pedagogio soll ein oberister Preceptor oder
Regent
verordnet, welchem alle handlung bevol-
hen werden, derselb soll
gwalt haben sine mit-
helfer zeheissen,11 und derselbigen ein yeden ze-
ordnen12 zu dem jhenigen,
so den jungen allercl
nutzlichest, und zuvorderist von noten ist,
fehlt
Der sechst artickelcm
Der minderen schulen halb, dwil es gar heiter
am tage lytcn, das latinische sprach fast notwen-
dig und ein puren leyenco, der die welt brucht
zu zitencp nit wenig furstendig, Desshalben
ist es fast
nutz, will auch unns fur gut ansehen,
Das dieselbigen angericht und darzu
verordnet
zewerden, domit die jungen im grund flissig
geubt, welche mit der
zit zu eerenstenden13 inn
weltlichen regimenten zogen, und durch die tugent
gefurdert werdent und zu
sollichenn mer ursach
zu latinischen dann zu den tutschen schulen gwynnen,
wer
es nutz und furstendig, das etliche verordnet
ob den Schulmeistern flissig zu
halten,cq
Dwil dann dise artickel vil ursachen hand, die yetzt
Inn der kurtzi nit anzeigt
werden mogen, Socr
erbieten
sich die Herrn voncs gmeiner
Regentz verordnet
hienochgmelt mit u E W unter zehandlen
und inn allweg u E W
uff yeglichen ar-
tickel mundtlich oder gschrifftlich gnugsammen
be-
scheid zegeben, so u. E. W. sollichs wirt begern,
ctU. E. W. willigen
Hieronimus Artolff Rector14
Andreas Carolstad Doctor
Bonifatius Amerbach Doctor,15
cuOswaldus ber16 Doctorcu
Wolfgangus Wisenburg17 Artium Decanus
Nicolaus Brieffer18 licenciat und Dechan S. Peters stifft
A. Saltzmann eins dem universitaten
cvNotarius Juratus 〈propria manu〉cvct
KGK 378
Einleitung
