Nr. 370
Andreas Karlstadt an Heinrich Bullinger
Basel, 1536, [um 28.] März

Einleitung
Bearbeitet von Stefania Salvadori

1. Überlieferung

[a:] StA Zürich, E II 364, fol. 30r–v

Ein Autograph; fol. 30v Siegelspur.

[b:] ZB Zürich, S 40, 79

Eine Nachschrift aus der Sammlung Johann Jakob Simlers.

Editionen:

Literatur:

2. Entstehung und Inhalt

In dem hier edierten Brief – wahrscheinlich um den 28. März 1536 verfasst1 – teilt Karlstadt Bullinger mit, er habe seinen Sohn2 nach Zürich geschickt, damit er dort seine Studien fortsetze, während der Sohn von Werner Beyel3 mit demselben Ziel nach Basel gehe. Er versichert, beide besäßen guten Willen, sein Sohn habe grade erst begonnen, die drei Sprachen zu lernen; Karlstadt hoffe, dass er seine Kenntnisse in der Zürcher »Hohen Schule« vertiefen könne. Um das geringe Alter der beiden brauche man sich nicht zu sorgen, Karlstadt bitte vielmehr darum, seinen Sohn in die Vorlesungen von Theodor Bibliander und anderer Professoren aufzunehmen. Bullinger solle ihm verdeutlichen, dass er ihn beobachte, um ihn vor Faulheit zu bewahren und den Fleiß zu fördern. Zum Schluss folgen die üblichen Grüße an Freunde und Bekannte.


1Das Datum ergibt sich aus einem Brief von Capito aus Basel vom 28. März 1536, in dem der Straßburger Theologe an Bullinger schreibt, Werner Beyel habe sich wegen Stipendien für seine Söhne an ihn gewandt; siehe KGK 370 (Anmerkung). Der vorliegende Brief – ohnehin auf März datiert – muss um dieses Datum herum verfasst worden sein.
2Wahrscheinlich handelt es sich hier um das 1526 wohl in Seegrehna geborene Kind, dass Bubenheimer, Andreas Rudolff Bodenstein, 52 mit Jakob identifiziert, während Barge, Karlstadt 2, 418f. davon ausgeht, dass Jakob erst in der Schweiz geboren wurde. Zu Karlstadts Kindern siehe KGK 399. Adam wurde im Sommer 1541 ebenso nach Zürich zur Fortsetzung seiner Studien geschickt; vgl. KGK 390. Zu Karlstadts Familie siehe auch KGK 376 (Anmerkung).
3Zum Zürcher Stadtschreiber Werner Beyel siehe KGK 370 (Anmerkung).

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