1.
Oswald Myconius aus Basel an Heinrich Bullinger in Zürich am 26. März 1535: »Rediit interea Capito ex Francfordia. Quid egerit, nescio. Scripsit doctoribus Paulo et Andreae. Mihi non scripsit; nihil sum enim.«1
2. Entstehung und Inhalt
Der Inhalt dieses heute verschollenen Briefes Capitos ist nicht bekannt, ebenso muss anhand der oben zitierten Formulierung offen bleiben, ob er sich in seinem Brief an Karlstadt und Phrygio gemeinsam wandte oder ob es sich um zwei Briefe handelte. Möglicherweise gab der Straßburger Theologe darin Auskunft über seinen Aufenthalt in Frankfurt, wo er sich zur Ordnung des kirchlichen Wesens der Stadt aufhielt.2 Die hier als Referenz angeführte Briefpassage deutet jedoch auf die wachsende Feindseligkeit des Myconius gegenüber dem Straßburger Theologen hin, der im vorangegangenen Januar den von Myconius kritisierten Beschluss des Basler Stadtrats zur Einführung akademischer Grade an der Universität der Stadt unterstützt hatte,3 könnte aber auch auf die Gegnerschaft gegen Karlstadt, der sich entschieden hatte, der Disputationsforderung des Stadtrates nachzukommen,4 und Phrygio hindeuten. Myconius vermutete wohl, Capito habe an die beiden Basler Theologen geschrieben, die einen Doktortitel besaßen,5 nicht aber an ihn, der als »Nichts« gelte, weil er nicht diesen Titel trage.6
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