Nr. 350
Andreas Karlstadt an Oswald Myconius
Zürich, 1534, 11. Juni

Einleitung
Bearbeitet von Stefania Salvadori

1. Überlieferung

[a:] Zürich ZB, Ms. F 80, fol. 356r–v

Ein Autograph; Notizen von unbekannter Hand am Rand, die den Inhalt des Briefes in Stichworten zusammenfassen; fol. 356v Adresse und Siegelspur.

[b:] ZB Zürich, S 36, 8

Eine Nachschrift aus der Sammlung Johann Jakob Simlers.

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2. Entstehung und Inhalt

Nur drei Tage nach seinem vorangegangenen Brief (KGK 349) schreibt Karlstadt am 11. Juni erneut an Myconius und fügt einen Brief bei, den er im Auftrag des Stadtschreibers verfasst hatte und aufgrund von Planänderungen des Boten offenbar nicht früher hatte abschicken können.1 Er entschuldigt sich auch für einige Passagen in seinen früheren Briefen, insbesondere für seine übereilte Bitte, ihm eine Wohnung in Basel zu besorgen, die ihm von seinem Exilschmerz diktiert worden sei. Schließlich teilt er mit, dass der Zürcher Rat am Vortag, dem 10. Juni, seine Entlassung mit einem Schreiben für den Basler Rat bewilligt habe,2 das an die noch an der Tagsatzung in Baden befindlichen Basler Legaten weitergeleitet worden sei. Nachdem er seine Dankbarkeit gegenüber den Theologen der beiden Städte zum Ausdruck gebracht hat, geht Karlstadt noch näher auf die Planungen für seine Abreise ein: Er müsse sich traditionsgemäß von seinen Kollegen verabschieden, seine Frau und seine Kinder würden daher wahrscheinlich vor ihm in Basel eintreffen.3 Abschließend verleiht er seiner Hoffnung Ausdruck, dass Markus Bertschi4 ihm dort eine Wohnung besorgen könne.


1Welcher Brief hier gemeint ist, bleibt offen; siehe KGK 350 (Anmerkung).
2Zur Berufung Karlstadts nach Basel siehe KGK 347.
3Vgl. hier auch Karlstadts Zürcher Abschiedspredigt, ediert in KGK 353.
4Zu ihm siehe KGK 346 (Anmerkung).

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