A1r
Predig Andresen
Boden'stein'a
von Carolstatt tzub
Wittenbergc/
Von
emphahungd des hei-
ligene
Sacraments.
Wittenbergf
A1vDem Christlichen heufflyn tzu Witten-berg wunsch ich friedg/ frolickeit/
unnd wolleben〈.〉 amenh.
AndresiBodenstein. vonn
Carolstattj
Die weil ir/ aus gutter begirdk/
bewegt seyt/ das hoch-
wirdig sacrament tzu empfahen/ und
Evangelische Messe1
tzehaltenl geneigt/ wil ich euch
ein kurtze vermanungm/ form/
und weiß antzeigen/ wie irn soliches
sacrament empfahen
oder die Messe halten solt/ darnach die Evangelischeo
Messe
ferner〈/〉p wie
ich angefangen hab2/ endecken und
lernen.
Dan eure inbrunstige hitz/ und unmessige begird tzu der
h'eiligen'q
Messe/
dringet und treibt mich/ euch in fleiß und wollge-
fallen/
tzedienenr. ßo ich das konts thun. Der lebendig got ge-
rucht3 sein gnad/ welche er euch reichlich
gegeben/ alßo er-
halten und volstreckenu. Amen〈.〉v Datum tzu wittenberg am
Christag Annow xxi.4
i Welcher wissen und lernen will/ was ihnx disses hoch-
wirdigen sacraments unwirdig macht/ der muß ach-
tung
haben auff die historien/ geschicht/ und schrifftey altes/
gesetzesz/ und fleissig auff sehen/ was die Juden unwirdig
gemacht
hat gotlicher tzusagunghenaa/
unndab darnach das
Neu
testament kegenac dem alten
verglichen/ gleich alß wan
einer die Sonne kegen den sternad des hiemels stelletae. Szo
wirdaf er on tzeweiffellag mercken und einnhemen/ was/ ynen
unbegreufflichah macht disses
sacraments. Dan solche un-
geschicklickeitai konden wir nindert lernen/ dan in
gotlichen
gesetz/ wie Paulus sagt. Die sunde
hab ich nit erkant/ danaj
durch das gesetz. Roma. 3.5 Du
solstak tzu friden/
sicheral/ undam
gewiß sein/ das eitellan luͤgen und funde6 sein/ wan dir einer
sagt. Das
oder genesao macht dich
gottlicher gnaden un-
vehig ader unwirdig/ wanap er dir nitaq kan schrifftar tzeigen/
Derhalben spricht got das sie7 den leuthen erlogen vermale-
deihung predigeas. Osee
iiiiat.8 und das sie die leuth mit luͤ-
gen erschrecken/ machenau forcht/ doav kein forcht verhanden
A2r ist/ und betruͤben den gerechten da kein betrubtnisaw ist.
Alß Etzechiell .c'apitel'ax xiii. We euch Propheten/ ir fahtay9 die
selenaz meines volcks von wegen eyner hand
foll gersten.
und von wegen eines stuckeba brotsbb/
auff das ir/ die selen todt/ die
doch nit sterben/ und macht die selen lebendig/
die doch nit le-
ben. Ir beliget mein volck/ welches den luͤgen
glaubt. Ir
habt den gerechten/ mit luͤgen traurig gemacht/ den ich
nit hab
betruͤbt. Darumb solt ir nit mer dreumbc predigen/
und solche schnodickeitbd sehen. Danbe ich will mein volck
von euren henden nhemenbf.10
Dasbg ist ßo vill gesagt. Die
weil
ir/ Pubenbh/ die
lebendige selen dorfft toden/ und den ge-
rechten mit lugen
betruben/ den ich nit bedrubt hab/ der
wegen will ich euch mein schefflein aus
euren rachen11 und
henden
nemen/ das sie euch nit mer sollen horen. Hierebi. xxiii.
Euer stuͤm sollen sie forchten und flihen. Ir solt
sie nit mer
waiden und speißen. Etzechiel. xxxiiii.12 Mein stuͤm sollen
sie horen. Wan ir13 sie erschreckt/ und saget. Wer nit
fast/
der ißtbj des
sacraments unwirdig. Item. Welcher nit
wachet oder bk sich sonstebk engstiget/ der ist nit geschickt
tzu-
dießembl sacrament. Oder welcher nit beycht/ und seine
sund schmertzlich beweint
der sol bmsich abhalten von die-
ßem
Sacramentbm
etc.14 In der summ. Szo euch
jemand
wil sagen/ das bnoder genesbn macht dich ungeschickt und
unwirdig/ der sall dich das aus
heil'iger'bo schrifft
lernenbp/ danbq
ich speiße mein schefflein15 (spricht got Etzechiel 34) in
den bergen Israhel16/ und hab sie auß den tzenen falscher Pro-
pheten erloset17/ werden sie aber euren lugen/ gesicht/ dreumenbr
und schnottikeitenbs18
nachvolgenbt/ seind sie nicht
meine sche-
fflin. Got schlecht soliche tolhebu schefflin mit unsinni-
keit
und blindheit ires gemuͤtesbv/ das
sie ym mittag gre-
uffen/ wie ein blinder ym finsternis/ dasbw sie ire weeg nitt
mogen richten
Deu. xxviii.19 Das ist. du magst
nit thun/ was
recht ist/ wanbx du gottis wort verleusestby/
dubz magst auch
nit deine
weegca bereitencb und richten/ drumb ists umb
sunst
das eyner vil von ungeschicklikeitcc dißes sacramentes wilcd
sagen/ wence er nit gottliche form und lahercf vor augen hat.
A2v Kurtzlich das Sacrament ist gottlich und hiemelischcg.
Derhalben kan/ fleisch/ blut/ und erden/
nicht von geschi-
cklickeit oder
ungeschicklickeitch sagen.
Daraus volgett/
das die muͤtterlein inci gottlich wort sehen sollen/ gleich
wie sie einen heimlichen
spigellcj sehen. i. Corin.
xiii.20 Und
sich dar
abck erkunden/ wascl sie wirdig oder geschickt macht
tzu dießem Sacrament/ wiederumb was sie unwyrdig
und ungeschickt macht. Drumb
wollen wir in die schri-
fftcm sehen.
ii Dem nach wollen wir in die schrifftcn sehen/ und mer-
cken was die Juden gottliches trosts
unwirdig gemacht
hat. Und dar abco verstehn/ was den empffahercp dissescq
Sa-
craments unwirdig macht. Ich wil aber nit vil schriff-
tencr
gebrauchen. Sonder eine ader21
tzwu/ nemlich dissecs/
Welche
von geschicht der Juden sagen/ als sie aus Aegip-
toct
gefurth seind/ tzu dem verheischencu land.
Die schrifftcv meldet/ wie die
Juden in der wustnis/ Sinncw22
genant/ wandelten. do sie kein wasser hetten tzu
drincken.
Der halben leinten sie sich auff/ wider yrenn Heuptmancx
und furstency
Moysen/ sagend. Gieb uns wasser tzetrin-
cken. Das volck durstett sehr/ darumb sagten sie.
Hastu uns der
halbencz aus Aegiptoda
gefurt/ dastudb uns/
unsere
Kinder/ und Vihdc wilt durst
sterbendd? und erwurgen?23
Also versuchten sie got. Aber der gutig got gab Moi-
si bevelh/ das ehr den felschde
Oreb solt schlahen/ mit der
Ruthen/ mit welcher
Moyses das mheredf geschlagen hett.
Das thet Moyses/ und flueß wasser aus dem
felschdg/ da
von das volck
trincken mogtdh. Exo. xvii.24 Disse geschrey
der Juden kam auß
unglauben und wider spennigkeitdi.
Derhalben spricht Moyses. Horend ir unglau-
bige/ und yhr wider peller25? Konden wir nit aus dießem
felße wasser außbrengen?26 Darnach schlug Moyses den
selben felße tzwirnett27/ und flussen darab milde/ schone
wasser/ alßo
das volck und vihdj trancken.
Nume.dk xx.28
Nhun mercktdl gottis urteyl. Gott
spricht tzu
A3r
Moysen und Aaron. Weil yhr mir nit geglaubtdm habt
auff das yhr mich heylig macht/ vor den Kindern Isra-
hel. Drumb solt ihr das volck nit in daß erdtrich furen
welches
ich euch gerettdn hab.29Sihdo wie got saget/ das
Mosesdp und Aaron nit gegleubtdq haben/ das auch David
sagt psalmo cxl. sagend. Absorpti sunt iudices
apud
petram30/ hebreisch
ists/ Die fursten oder obyrstedr
haben ym
glauben abgenumen bey dem felß/ do sie wasser aus dem
felß brengen
wolten. waß saget aber got. Hor ehr
spricht. Ihr solt das volck nit in die erden
furen wel-
ches ich jenen wil geben. Sihds das ist die ungeschickli-
keitdt die sie gotlicher
verheischungdu unwirdig macht/
Sihdv
wie got spricht. Ir
habt mich nit geheiliget vor den
kindern Ißrahel〈.〉31 Sihdw wie alle unheilikeit/ alle unge-
schicklikeit auß dem unglauben endspreusset?
Sihdx wie ein greulich sund ist unglauben?
Sihdy wie der mensch an keiner
hilff soll tzweiffeln/ wandz
er
gotliche verheischungea
horett? Sieeb wie got Aaron
ge-
strafft hatt.
iii Numeri am xx32 saget got tzu
Mosen〈/〉 Laß Aaron
tzu seinem volck gehn/ danec er wird nicht gehn in das la-
nd/ welches ich den kindern Ißraheled geben hab.
Darumb das er meinem mund nit hat geglaubtee/ endkleite
Aaron/ dan er muß sterben etc. Alßo strafft got
den
unglauben Aaron/ und wolt ynemef sein verheischungeg
nicht halten. ¶ Mosen ließ der herreh auch abgehn/ und tzei-
get ym das verheischenei land/ auff dem berg Abarim33
sa-
gendt. Sihej das land welches ych den kindern Ißrael
werd geben. Wan du das selbige
gesehen hast/ sollstuek
ouch
tzu deinem volck gehn/ wie Aaron/ Drumb das
ihr
mich verletzt habt in der wustnis Sinnel34. ym murmeln
des volckes/ und habt mich nit wellen heilig
machen vor
dem volck.
A3v iiii Nuhn kan meniglicherem mit henden greuffen/ wie
ein greuliche sund der unglaubenen ist. daneo got acht den un-
glauben/
fur sein verletzung/ und spricht das der unglaubig〈/〉
got nit
mog heilig achten und machen/ vor dem volck〈.〉
Sondern das ehr
got uneer/ und ym seine eereep und
redlikeit
verkurtzt und abhaubteq. das ist. das got sagt. Ir habt mich
nit vor dem volck heilig gemacht/
Ir habt mich beleydigt
under
verletzt/ drumb soll mires keiner/
in das verheischenet
land
kumen. Got tett auch Moisen einen sunderlichen
honeu35
do ehr ym das land tzeigetev/ und lies yn doch
sterben〈.〉
v Das ist nit allein war von den heubternew des volcks
gesagt/ das sie sich gotlicher
verheischungex verlustig
und
fellig gemacht haben/ von wegen des unglaubens/ son-
derey auch von dem
gemeinen volck〈.〉ez
Wie wir. Nu〈.〉fa am xiiiifb36
lesen
und ichfc neulich
gepredigt hab.37 wie sie
nit wolten glauben
das/ das/ verheischen land lustig38/ reich/ voller honigs und
milich waß.39 Und das got tzu Moisi sagt. wie lang nach
redet mir das volck? Wie lang
verkurtzet es mir mein glori-
en/ lob/ und eere? Wie lang glauben
sie mir nit. in allen tzeich-
en? Ich wil sie mit pestellentzen
schlahenfd und vertzeren40/
Drumb verschafft gott/ das die
Juden .xl. jhar in der
wustung musten umbtzyhen/ auff das keyner lebendig
blieb/ und in das gelobt land mogt gehn/ dero uber .xx.
jhar alt war/ und
gottlicher tzusag nit geglaubt hett.41
¶ Ich bitt euch habt achtung/ auff eingefurtefe historien/
und vergesset ir beleib42 nit/ wie hoch gott/ den spott/
sch-
mach/ schympff/ und laster achtet/ das ym der unglau-
big beweist und tzufugtff. Gott spricht/ das die unglau-
bige ym
nachreden/ verhaubenfg43 ym sein glorien und red-
lickeit/ und spricht offenlich/ das sie yhnn verletzen und
verwundten/ und machen ihn unheilig.
¶ Eyn jeder soll auch achtung haben/ das der unglaub/
vil tausent menschen/ ich
dorst44 schyr rathen fhmehr danfh
et-
liche hundert tausent menner/ gottlicher tzusagfi/ und trostes
unwirdig/ und
unbegreufflich hatt gemacht und ertodt.
Alßo musten auch Aaron und Moyses sterben und ge-
A4r niß oder frucht/ gottlicher verheischungfj nit versuchen45.
vi Kurtz umb eß ist alles verloren/ und hylfft keynen
menschen das er Evangelische
reed horett/ oder gnedige
undfk gunstige bottschafften vernimbt/ wanfl er nit glau-
bet. Hebre. iiii.46 Eß kan der mensch ouch in keinen friedfm
und ruhefn kumen. alß geschrieben steht. Ich habs in
ge-
schworen/ wu eyner in mein ruhfo kumen wird47/ drumb
wan eyner gottis wort horet/ sollfp ehr sein hertz nit herttfq
machen/ das ist. Ehr sall nit unglaubig
sein/ danfr der
unglaub macht
unschicklickeit/ unwirdickeit/ ein hartfs
hertz und erlangt gottis tzorn und grymmen.
vii Derhalben soll niemand dencken wie er sich dieses
sacraments wirdig und
empffencklich konnft machenn/
durch Betten/ Fasten/ Beychten/ Casteyhen/ unnd der-
gleychen/
danfu ob du disse stuck alle
sampte/ und aller weltt
reu und gut ubung hettest/ und mangelt dir der glaub/
ßo bistu disses Sacraments unwirdig/ und mit nicht da-
tzu
geschickt.
viii Du darffest auch die sunde nit forchtenfv/ danfw
Chri-
stus ist der halben kumenn/ das ehr sein volck/ von sey-
nen sund erlosen und rein wil machen. Matthei .i.48
Chri-
stus beruffetfx auch keine gerechten/ sonder allein die sunder
Matthei .ix.49 Christus hatt ouch das sacrament
allein
den sundern eingesetzt. Der halben sollen dich sunden
antzunnenfy/ und treyben/ dastu tzu dießem
Sacrament
lauffen thuest.
ix Ab du gleich nit hettest gebeycht/ solstu doch frolich
in gutter tzuversicht/
hoffnung/ und glauben tzugehn/
und disses Sacrament empffahen/ dan eß muß jhe
war
sein/ das der glaub uns allein heilig und gerecht macht.
Das ist jhe war. Dein glaub hat dich selig gemacht.50
Item. Dem dero glaubt seind alle dinngfz muͤglich. Mar. ix.51
x Welcher wenig glaubt der erlangt wenig. Wel-
cher starck und
vill glaubt/ der erwirbet vil. Alß Chri-
stus saget. Dir widerfar/
wie du glaubst/ und wie du
wilt. Matth. viii. und xv.52
A4v xi Sunde solstu nit scheuhenga/ den Moses spricht. Ir
solt euch nit
forchten/ dan die Egyptierngb/
welche ir jtzogc
seht. werdet
ir nit mehr sehen. Got der arbeit und krigetgd fur
euch〈/〉 ir solt still stehn und
schweigen Exo. xiiii.53 Die
sunde
wirdestuge nit mehr
sehen und forchten wan du dißes sacra-
ment ym rechten glauben
nimbst. Dan ob dich dein ge-
wiessen bedrengtgf und beschuldigt/ ist doch got grosser und
mhergg/ dan dein hertz/ und er
weißgh alle ding i Joan.
3.54
xii Steh frey und menlichgi in
deinem glauben/ forchtgj
keine that undgk mißhandelung/ got
gibt allen/ ßo iengl/ ym
glauben/ anruffen/ und rucket keinem seine laster fur. Jacob .i.55
Du darffestgm nit dencken. Ich hab got offtmalß ertzornetgn
ader56 ich bin etlichego mal von yme abgefallen/ drumb wurd
er mir sagen. Solt ich dir helffen?
Solt ich dir gnedig
sein? Du hast das und das gethan/ wie die tzornige men-
schen tzeitengp tzu den reden/ die sie tzu tzorn bewegt haben.
Nein got ist gnedig/ guͤtig/
barmhertzig/ gedultig/ unnd
vergibt boßheiten. Jonegq .4.57 Und gedenckt ir nit mher
Esa. xliiigr.58 Undgs verweißet keinen
gleubigen seine schuld
und schalckheytt.
xiii Gedenck nur. dastu nit mit unglauben tzu gehst/ wan
du das sacrament wilt
empfahen/ dan got wirt dir sagen〈.〉
Drumb dastu nit glaubt hast59/
bistu meines trostes un-
wirdig/ und wirdest frucht und gedeyhen
nit sehengt.
Mercke wie Christus saget. tzugu
dem/ dero kein hochtzeittgv
kleit angelegt hett. Werffet ynengw/ in dasgx ausserst
finsternis〈.〉60
Du magst got in dißem sacrament keinen grossern hongy thun〈/〉gz
du kanst ien nit hefftiger beleydigen/ und
vorkleinen/ dan
wan du ym nit gleubest/ wieha oben angetzeit ist. ym 2.
3.
und iiii. und .v. artickeln.
xiiii Beschließlich. Christus spricht. welcherhb inn Son
gottis gleubt/ der wirt nit verdampt/
welcherhc aber nit
gleubt/
der ist bereit verdampt/ Drumb das ehr nit gleubt
hat in den namen deß eingeborn
Son gottis. Joan .3.61
Disser glaub begreufft die wort Christi/ Alßo das der
Christglaubig mensch/
Christlichen worten und tzusa-
B1r gunghen mit begreufft. Derhalben sagt er/ welcher mein
reed
horet/ und glaubet dem/ dero mich gesand hatt/ der
hat das ewig leben und kumpt nit
in verdamnis. Joan. v.62
Der
wegen sagt er. Welcher mein reed bewart/ der wirtt
den tod nit in ewigkeit sehen.
Joan. viii.63
xv Demnach steht geschicklikeithd
und wirdigkeit/ in
dem glauben allein/ alßo das ich den jenen/ so das sacra-
ment wollen empffahen/ nicht anders magk sagen/ dan
das Moises sagt. Furcht euch nit. Steht/ ßo werdet ir
große wunderwerck gottis sehen. Exo. xiiii.64 und Josa-
phat. ii. para'lipomenon'. xx.65 Steht allein in guttem vertrauhen/ ßo
werdethe ir sicher werden und
gottliche hulff empffinden.
xvi Nhuhf mogt einer sagen was
soll ich in diesem sacra-
ment glauben? Und war auff soll ich
stehn? Antwort.
Du solst den reden Christi glauben/ den tzweienhg
Evan-
gelien die Christus tzu seinen tysch gesellen gesagt
hatt.
Nemlich dissehh. Mein
leib wirt fur euch gegeben.66
unnd.
Mein bluth wirt fur euch in vergebung der sunden ver-
gossen67. Das seind die
tzwu tzusagunghenhi/ welche du
in
dein hertz solst nehmen/ und ynen glauben must. Dan der
mund des hern hatt
sie geredt/ glaubest ynen nit/ ßo mu-
stu sterben/ und bist
geystlich tod/ ehrhj du brot und
wein
des hern yssest/ gleich wie Aaron starb.
drumb das er got-
lichen mund nit hett glauben geben. Nume.
xx.68 Welcherhk
disse wort nit ym glauben ergreufft/ der ist
disses sacra-
ments gantz unwirdig/ und schneidet Christo/ seine
eere
ab/ er verletzt ihn/ und hlspot seinerhl/ ßo er tzu seinem tusch si-
tzet.
Und gedencket des hern/ wie seiner die Juden und Ju-
das Iscariota gedacht haben/ nit wie die Junger.
xvii Derhalben solt yr gewar nhemen/ wiehm Christus
tzu euch spricht/ undhn was er euch saget. Kurtzlich disse
tzusag. Mein leib wirt
fur euch tzerbrochen69 oder
geben/
verheischetho allen
menschen einen unschedlichen tod/ und
frolich auff erstehung.
B1v Dan Christus ist derhalben fur unß gestorben/ auff das
er den tod/
erwurget/ alß geschriben steht. O tod ich
werd dein tod werden. ich wil dich tod
beissen und schlahen.
Osee. 13.70 Christus macht unß gewiß das unß kein tod
tzu verdamnis wird furen/ wan
wir mogen gleuben/ das
er unßern tod ertodt hatt. Alßo wird der tod ein
pfordthp
und weg tzu einem
bessern leben71/ und furet uns nit
tzu
der hellehq ader72 verdamnis/ sunder tzu dem leben.
Welcher
nu das weißhr/ dem
wirt der tod ßuͤß und lustig73/
annem-
lich und lieplich. welcher im doch vor bitter und
greulich
war/ Disse frucht empfehestuhs auß disser tzusag. Mein leip
wirt fur euch gegeben.74 Du erlangest auch gewisse hoffe-
nung/ frolicher aufferstehung/ daht Christus sagt. Das sein
leip fur uns gegeben ist. Christus
todet unßern tod mitt
seinem tod/ und brengt uns dashu auffstehen/ mit seiner
aufferstehung75/ gleich wie wir mit Christo begraben
seind
und seines todes teilhafftig gewordenhv/ Alßo sein wir
mit ym aufferstanden/ in gewißer hoffenung/
und werden
ouch gewißlich auffstehn. Das hat uns Christus ange-
tzeigt. Joan. vi. sagend. Welcher in mich glaubt Der
hat das ewig leben/
und ich werd inen hwauff erwecken ymhw
jungsten tag.76 Item
welcherhx mein fleisch isset/
und mein
blut trincket der hat das ewig leben.77 Dyß/ und andere selig-
barliche fruchten
sollen wir in dißer tzusag Christi schopf-
en/ alß erfullung des
gesetz/ und teglich tragen deshy
creutz
Christi.78 In der
sum〈/〉 Allerleyhz woltatt .etc. Die ich jtzt
nit kan ertzelen.
xviii Das tzeichen brot wircket nicht anderß/ dania
ge-
wißheit und sicherheit gemelter tzusag/ alßo das der
mensch
in dem brot gewiß und sicher soll sein/ das ym got/ allesib
das gnediglich wil geben/ das er
verheischenic
hat〈/〉 Du solst
dencken/ nun bin ich gewiß und sicher/ das mir
Christus
gesagt hat/ mein leip ist fur dich gegeben79/ und bin gewiß
das mir der tod nit
schatetid80/ sunder tzu besserm und gewun-
stem81 leben furet/ Item
ich bin des tzukunfftige lebens ßo
gewiß und begirig/ das ich vor
begirlikeitie den tod nit
acht〈.〉
B2r Mir ist gleich alß einem der ein grossen schatz/ durch ey-
nen hartenif felß siht.
dero vor grossen freudenig/ sein
arbeit und
muͤhe nit fuletih/
da durch er den felß tzerspilt82.
Ich waiß
das ich tzu dem ewigen leben kumen werd/ durch den tod/ war-
umb solt ich mich dan vor der bitterkeit des tods83 forchten?
warumb solt ich nit
trostlich mit im kempffen? warumb
solt ich ynenii nit gern versuchen?
xix Das brot genossen macht dich ouch gewiß. Dastu/
durch Christum. dem tzorn und
vermaledeyhung des gesetz kanst
endweichen. Dieweil Christus fur alle gleubige ein
verma-
ledeyhung ist geworden gala. 3.ij84 Du must dencken unnd
sprechen. Ich waiß/ das ich in Christo
gebenedeyhett
bin/ unnd das mich das gesetz nitt mher magk todennik〈/〉
Dan
Christus macht mich aller seiner gerechtikeit/ unnd
erfullung des gesetz/
teylhafftig.
xx Alßo furtil soll ich gewiß
sein/ das mir der schaden
des Creutz nicht schaden wirt/ dan Christus steht for
mir
und tregt gleich das Creutz/ das er mir geben und auff
gelegt hat.85 In der summ. Ich muß sicher sein/ das
mir
kein teuffel/ kein hell/ kein boßheit schaden wirtt.
xxi Ob dir einfiel/ got strafft in gerechtigkeit/ und/ in
das vird
geschlegt.86 Solstuim widerum denckenin/ got wil vil
mer das leben/ denio den tod des menschen/ Laß dir
tzuip hertzen
gehn. Das Jonas gotis barmhertzikeit/ ßo sehr forcht/
das er
der statt Ninive/ yr verderben nit wolt
vorkundigeniq.
sagend. Ich
wystir dastu ein gutiger/
barmhertziger/ und
gedultiger got bist/ und vergibst bosßheiten. Drumb bin
ich
geflogen87 unnd hab dein
traywortis88nit wollen verkun-
digen. Jone .4.89
xxii Das Evangelium (welchem das drinck vaß90 oder
kelchit tzugeeignet ist) bringt dir vergebung der sunden/ ßo
du gleubest.
Daniu Christus spricht/ Mein
bluth wird
fur ouchiv
vergossen in vergebung der sunden91/ Disse reed
reiniget jeden/ dero sie gleubt/ dan der
glaub macht alleiniw
gotis
wort den jenen nutz/ die gotliche promission92 im glau-
ben annhemen. Hebre. iiii.93 Wan du gotis trostliche
B2v tzusagung mit glauben ein nymbst/ wirdestu reyn und
sauberix/ alß Christus betzeugt sprechend. Ihr
seyt jtzt rein
von wegen des sermon/ ßo ich euch gesagt hab. Joan. xv.94
Gottis wort reiniget und heiliget alle/ die eß ym glau-
ben
empffahen. Drumb spricht Christus. O vater.
mache sie heilig durch deine
warheit.95Sihiy wie Chri-
stus seinen vater flehetiz/ und bittet/ das ehr seine Junger
woll heilig machen durch
seine warheit. Und antwort
dem hertzen/ das fragen mocht. Was ist die
warheit?ja
sagend. Dein
reed oder wort ist die warheit/ die heilig
macht. Nuhn hore was Christus volgend
saget.
Ich mache mich selber furjb sie
heilig/ auff das sie auch
geheiligt werden durch die warheit.96 Hiemerckjc die grunt-
lose
frolickkeitjd/ welche Christus
seinen Jungern verkun-
diget. Was mocht ein Junger Christi
trostlicher horen.
dan das Christus spricht? Ich mach mich selber heilig von
meiner Junger wegen. Dan er spricht hie mit dießen wor-
ten
heimlich/ das er Joa. 3 und sunste offenlich sagt.
Eyn jeder/ dero in mich gleubt
der wirt selig.97 ab98 er wolt
sagen. Du bedarffest
keiner arbeit und muhe/ dir ist auff
erdtrich nichtje von noten/ dan das du mich ansihst und
glaubest/ das ich/ von meinem vatter geschickt bin/ diße
welt selig tzu machen.
Sihjf wie dichjg Christus seiner se-
ligkeit teylhafftig macht/ ßo du glaubest. Sihjh wie ehr
dich/ durch sein verheischungji heiliget und reiniget. Sihjj
noch mehr/ das Christus vor dir steht/ und
endhebt dich
aller deiner arbeit/ und nymbt allen tzweyffell von dir/
dastu je
gewißlich ßolst wissen/ das ehr dich durch seyne
wort selig macht. Nuhnjk muß gott je sund vergeben/
ßo er
heilig macht/ als geschriben. Selig seind die/ denjl
yre sunde vergeben seind.99 Welcherjm nhunjn
gottlicher war-
heit und gnad verkundigungjo glaubt/ der ist heilig/ und
ist unmuͤglich/
das ym Christus nit sage. Sthe auff/
dein glaub hatt dich selig gemacht. Sthe auff/
deine
sunde seind dir vergeben.100 Welcherjp aber dem
wort nitt
B3r glaubt/ der verletzt got/ der macht yhn unheilig/ der
verspott seyn
wort/ und ist das Schwein/ das das Berlin101
unther die fueß dritt102/ und der Hund dero wider
gottlich
reed pillet103/
und felt mit tzenen an den verkundigernjq.
Alhie sag mir/ du. ßo du sprichst. Solt oder dorfft ich
ungebeicht den kelch und
sein verheischungjr drincken/
ßo
ging ich frevelich und seuhischjs tzu dißem sacrament.
Antwort. Gemach liber gesell. Ich frag dich ab Chri-
stus
warhafftig spricht. Nembt hyn und trincket. das
drinck vaß/ ist das neu testament/
in meinem blut/ das vor-
gossen wird/ fur euch und vil/ in
vergebung der sunden.104
Item/ ap Christus recht spricht. Mache sie heilig durch
dein wort.105 Glaubestu das Christus disse reed
recht und
warhafftiglich gesagt hat. Szo mustu je glauben/ das
ehr die sunde
vergibt/ ßo du seine wort fassest/ denjt ehr denju
kelch
tzu hat gegebenjv. Furtjw/ wiltu vergebung der sun-
den tzuvor yn der beicht erlangen. Waß wiltu danjx mit
dem sacrament thuen?jy Furtjz. Wan du vergebung
der sunden/ vor wilt haben eher du das
sacrament empffestka
und
darnach deß sacrament gebrauchenkb. Szo mustu je
den worten Christi keinen glauben geben. Unnd wehrkc
dir nuͤtzer du thrunckest ein
Schwein suͤdenkd/ danke dastu
des hernn kelch trinckest.
oder wehr dir nutzer du eessest
eyn eselß feygen106dan dastu das brot Christi
yssest.
Furtkf. Wan eyner den worthen
Christi nit glaubt/ ßo
ist ehr gleich das Schwein/ welches das edell
steinlin
kgyhn kattkg oder
mysten dritt.107 Furttkh. Ap gleich verge-
bung heimlicher sunden/ in demki oren beichten ehrlangt
wurt
(das ich nit glaub108)
mustu jhe sunde mit dir tragen
welche dir das sacrament abnhemen mogt.
Dan die verheischungkj deut auff
vergebung der sunden/
die dyß wort nit kan vergeben wan sund nit sein.
Furtkk. Disse wort/ Alles das yhr
pindetkl/ soll gepun-
den seynn.
B3v Alles das ir loßet/ soll gelost werden109/ gehoren auff offenlichekm
sunde/ Und ap sie gleich andere sund begriffen/ kanstu
yekn
mir kein gewißer wort/
der absolutionko furlegen/ dan
diße
seind/ ßo ob110 vom
kelch gemelt seind. Du kanst auch keine
hertzlicher und deurere111 wort antzeigen/ dan wort des
kelchs.
Ursach〈/〉 Christus hat sye alß sein testament hinder
sichkp
ge-
lassen/ und sie uns bevolhen/ als seinen letzten willen/
und
uns furgesagt/ vor seinem bittern leiden/ Diße stuck mustu
allesampt klein
achten/ oder nit glauben/ wan dukq
verge-
bung der sunden/ nit darffest oder wilt suchen in dem
evan-
geliokr des kelches. Kurztlich ich wolt eynem rathen
das er fest vor dyßem
sacrament fliehen ßoll/ ßo er nitt
glauben kan/ das er durchs sacrament des
kelches/ nit
kan ader112
wil/ vergebung der sunden bekummen. Danks got
sprich alßo tzu Mosen. Drumb das
Aaron meinem mund
nit hat gegleubtkt wirt er nit eingehn in die erden/
welche
ich den kindern Ißrahel geben hab. Numeri〈.〉 xx.113 Damit
lernet uns got/ das
eyner in dem nun.114 und ougen
blickenku/ seiner
tzusag
unwirdig wird/ do er anfehtkv/ an
gotlicher tzusag
tzetzweyffelnkw. Got wil gleich sagen/ Weil du nit glau-
best/ das ich
tzu dir red/ und sag/ derhalben solstukx meynes
trost verlustig sein. Ja du must auch gestrafft werden/
wie
Aaron sterben must. Eß ist je ein jemerlich
und
greulich dingk/ das ich eynem pfaffen gleubeky/ ßo er mich
absolviert/ und kan im nit glauben/ ßo er das
wort Christi
in seiner art/ form/ und weiß spricht/ wie das Christus/ tzu
vergebung der sunden spricht/. Eß ist nichts dan des
Teuffelß spilh und Endchristis
laherkz das mir das wortt
des kelches nit ßo vil gelten soll/ alß eyn erdicht form115
eyn-
nes elenden pfaffen. Angesehen das sie116 allein form yrer
macht von Christo
verhort117/ Welche alßo
laudet. Waß
yr pindet/ das ist gepunden. Waß yr abloßetla/ das ist ge-
loset.118 Daß ist ein form und
wort〈/〉lb der
macht das sie119/ undlc
leyhen/ mogen und kuͤnden
absolviren und pinden.
Aber gern wolt ich sehen oder horen/ das sie mir form und
wort/ yrer absolution
tzeigten.
B4r Ich weiß wol welch form und wort paulusld gehalten hat
in außwerffung und absunderung des offenbare sondersle120
den
er dem teuffel gab zu verderbtnis seinis fleisch .i. Co. v.121
Pau-
lus hat ouch sein form
und wort von Christo genumen〈/〉
das wir Mat. xviii.122 geschriben haben. Dar auß
vol-
get das kein pfaff/ on einen Christlichen hauffen/ kan
bin-
den/ danlf
Paulus spricht. Congregatis vobis etlg spiritu
meo. i. Co. v.123 und Christus sagt. Dic ecclesie.
Si non
audierit ecclesiam etc.124 volget. Alles das ir pindet oder loßen
werdet/ das ist gepundenlh oder erlost. Matt.li xviii125〈.〉
Szolj hat Christus petrolk die schluͤssel geben/ alß er fur den
gantzen hauffen
antwurt126. Matt.
xv〈i〉ll.
xxiii Nu ob ich gleich gestuͤhnlm. Das die heymliche
beicht/ gotlich und gut wer/ Mustu mir doch auch beken-
nen/ das die wort des kelches/ sunden auch vergeben/ und
das
eyner nit minder vergebung der sunden erlangt im kelch.
danln in der beicht. Weil dem alßo/ acht ich/ das die
jene
so ire augen auff die beicht keren. das sie dißen worten des kelchs
ßo
wenig vertrauhen/ ßo vil sie der beicht getrauhen/ und
alß vil sie an der beicht
kleben/ ßo vil seind sie von dießem
sacrament frombdlo. Dan yr beicht thund sie darumb das
sie
vergebung der sunden nit inlp
empfahung des sacramen-
tes suchen/ das ist ferlich und schedlich/
wie wol das die
fleischliche menschen nit kunden begreuffen. Dan ir got
ist
der Bapst den forchten sie/ dem volgen sie. Wanlq aber
der heerlr/ ir got wer/ und wanls sie got furchten/ und nach-
volgten/ wer
ynlt das evangelium des
dranckes/ ein suͤß/
liplich/ frundlichlu/ und lebendig wort. Die Aposteln
seind sunder gewest wie
wir und haben nit gebeicht.
xxiiii Ich solt auffhorenlv/ ßo
muß ich von notenlw fernerlx
antzeigen/ das uns gotis wort/
ym glauben angenhomenly
reiniget/ Christus spricht alß〈o〉. Ir seit rein/ von wegen
des
sermon/ denlz ich euch gesagt hab.
Joa.ma xv.127 Das
wort gots ist rein/ drumb
muß eß denmb rein machen/ in
dem
eß begreufft/ ja das wort gotis gebirt und macht neuemc
Jacob .1. Er hat uns geborn ym wort seiner warheitt
B4v auff das wir anfengmd
seiner geistlichen creaturen.128
Sihme da
wie uns gott/ in
seinem wort gebirt und macht uns ein
geistlich creatur. Das sagt auch Petrus .i. c'apitel' i. Wir seind
aus einem unsterblichem samen/ durch die reed des leben-
digen
gotis geborn.129
xxv Welcher aber hartesmf hertzes
ist/ das ist/ der un-
glaubig ist/ der huttemg sich vor disem sacrament/ danmh ehr
sucht Christum wie Judas/ der den herren verrit/ unnd
die Juden/ die
Christum wolten fahen130/ unnd
filehnmi tzur
erden/ wan
ynen Christus sagt. Ich bin Jesus Nazarenus denmj
ir sucht131/ dan (gott behuͤttmk
uns) wan wir dem wort Chri-
sti nit glauben/ das eß in uns wircket/
das eß verkundigt.
Drumb spricht Joan. viii. Ihr sucht mich tzu toden.
drumb
kan mein wort kein statt in euch haben132/
Denml text und
andere/ wil ich mit der tzeiht
erkleren.133 Der fried sey mmmit euch amen.mm
mnGedruckt tzu Wittenberg
Nickell Schyr-
lentzssss im Jar M.D. xxii.
mn
KGK 209
Einleitung
