Nr. 380
Erläuterung dieser Rede Hiob 7,9f. Welcher hinunter ins Grab fährt, der kommt nicht wiederum herauf. Item: Von der künftigen und neuen Welt
1539, [Anfang]

Text
Bearbeitet von Harald Bollbuck und Niklas Henning

Buchsymbol fehlt Erlüterung dißer reed
IOB VII.
welcher hinunder insz grab faart
der kumpt nit widerumb heruff.1
Item
Von der künfftigen und
nüwena welt.
ANDREAS CAROLSTAT.
Basel by Lux Schouber
An.M.D.XXXIX.


Buchsymbol fehlt Vorreed.

Günstiger und geliebter in dem herrn
brůder/ Nach dem ein Christliche gewonheit allhie zů Ba-
sel ist/ das wenn yemands toͤdtlich verscheiden/ und des sel-
ben
verstorbnen fründschafft2/ den Lütbriester3 ersůcht/ und
begeret ein Volg4 mit Gottes wort zůhalten/ das man der
selbigen willfare/ und an statt der (gschrifftlosen) Maͤssen5/
Vigilien6/ Begengnussen7/ ein bessers/ namlich ein reed und
predig uß der gschrifft Gottes/ den laͤbendigen/ die unß ent-
pfolchen
8 sind/ zů guͤtem thuͤe/ ye nach gelegenheyt.9 Dem-
nach
und diewyl ich wißte/ das ein lieber Brůder do zümal
wurde gegenwaͤrtig syn/ welchen ich/ so vil an mir/ gern in
Gottes/ und syner Goͤttlichen warheyt verstand zůkommen/
von hertzen begaͤr. So han ich des standhafftigen und trü-
wen
Gottes diener Job/ rede/ die bald naher volget/ ußge-
gelegt
/ ein Predig thon/ uff die selbe predig ist ein gůter
fründ kommen/ begerend und bittende/ das ich soͤlliche ge-
thane
predig anderen lüten/ durch den Truck woͤlte mit-
teilen
.10 Dem ich statt gegeben/ doch mit meer worten/ und mit
schrifftlicher bewaͤrungen/ am rand/ angezeygt/11 Da-
mit
sich andere dester baaß12 hettent zůrichten/ und
inen und anderen dester nutzlicher
machtind. Datum zů Basel/
Anno M.D.XXXVIII
Decembr. 2

Buchsymbol fehlt Volget nun die reed des heiligen Job.

Wie ein wolcken verschwindet/ und
dahin faart. Also wer zu der hell
hinunnder faart/ der kumpt nit wi-
der
heruff/ und kumpt nit wider in syn
husz/ und er wird syn statt nit me kennen.13

Also hand wir disen sententz Job im sibenden capitel ver-
tolmescht
. Ich weiß/ lieben frommen Christen/ das dise lee-
re
by ettlichen seltzam lutet/ darumb woͤllent wir gemaͤhlich
thůn/ und eyns nach dem andern/ wie die ordnung di-
ser
reed gestelt/ ußstrichen14 und endecken15. Vor allem/ ist
zů wissen/ das die glichnussen und byspilen der gschrifft ma-
nifeltig
sind/ und das wir uß umbstaͤndigkeyt16 der gschriff-
ten
/ und art der personen/ und eygenschafft der dingen/ von
welchen sy schribent/ zum ersten ermaͤssen sollend/ ob die
glichnuß gantz und vollkummen sye/ oder ob sy uff etliche teyl
gestelt sye/17 und uff wie vil/ und uff welchem teyl die glich-
nuß
stande〈.〉 Denn welcher das nit achtet/ der wirt sich und an-
dere
übel letzen18/ das muͤssent unß kundschafft19 geben dise re-
den
. Der Sun des menschen/ oder der tag des herrn wird Matt. 24. 1. Thes. 5. 2. Pet. 3.kom-
men
wie ein dieb in der nacht.20 Item es was ein gottloser Ri-
chter
in eyner statt/ der waͤder vor Gott noch vor der weltt
sich beschempte21 ec. und andere diser art/ Derhalben menig-
lich
behůtsam syn soll/ und lůgen22 wie feer23 die glichnuß gan-
ge
. Wie vil sy teyl habe/ und das syn ynleitung24 andere heyttere25
sententzen Gottes nit braͤche26 noch zů nüt27 mache. Also ouch
in diser glichnuß/ und wie wol dis byspil nit ist so faͤrlich28 und
sorglich29 als yetzt firgelegte/ so stats doch laͤtz30 und übel wenn
man naͤbent uß schlegt/ und faͤlet da man sollt traͤffen.31 Man
kan aber die kunst recht zůbruchen32/ lernen. Als33 ist in disem
zůsaͤhen, das der fromm Job vom end/ und nit vom anfang der
wolcken redet. Er spricht ye nit/ wie die wolcken gmacht wer-
dint
Buchsymbol fehlt〈/〉 sunder wie sy verschwinden. Derglichen sagt er ouch
nit/ wie die wolcken da oben ynherfarend/ und was wun-
der
sy tribend/ sunder wie sy vergand, und zů nüt34 werdent/
Also gang es mit dem menschen/ wann er staͤrbe und inß
grab faare. Diewyl er nun nüt meldet/ wie die wolcken ge-
macht
werden/ so gebürt mir yetz ouch nit zü leeren/ wie
wol das die gschrifft leeret35/ wie die wolcken von der irdi-
schen
füchtigkeyt36 und nidersten dünsten uffgezogen/ ußfüch-
te
und stoub dort oben gemacht werdend im lufft/ der die
obristen wasser tregt/ und ein hymmel oder underschlacht37 ist/
der obersten und nidetsten wassern.38Psal. 148 und 134. Der heilig Job sagt ouch
nit wie die wolcken/ oben werdent zůsamen gfuͤgt: darumb
ists on not allhie zůmelden/ wie wol die gschrifft meister-
lich
leeret und Job selbs sagt: Wie der herr die wasser daIob. 29.
oben zůsamen binde in den wolcken/ uff das sy nit zůglich
ungestymiglich ußbrechend und huffetglich39 heraber fallend〈.〉40
Und ein ander/ Wie der herr die wasser in die wolcken/ alsProve. 30
in ein kleyd fasse und verbinde/41 und aber ein ander spricht:
Wie Gott der herr in dem obren ort des hymmels die wasserPsal. 103
so uffgezogen seind/ zůsamen taͤfle42/ wie uff einer büne eyn
braͤt zů dem andern stosse und lege/ und ein decke druß mache.43
Es spricht ouch nit Job yetz/ wie der herr da oben in denIob. 37.
wolcken inherfare grosse und erschrockenliche ding thuͤe/
und die wolcken jage das sy die erden befüchtigen.44 NochPsal. 134. und 104.
das/ Wie der herr da oben fücht und wasser zůsamen gselle
und mit führ unnd wasser straaffe syne fiend/ darumb soll
ich yetz nit da von reden/ wie wol die geschrifft traͤfflich da-
von
redet.45Exod. 9. Diewyl ouch der heylig Job nit sagt/ noch syn
glichnuß daruff grundfaͤstiget46/ wie Gott der herr syn hoheDeut. 33.
mayestet und maͤchtige stercke da oben in den wolcken derPsal. 67 und 88.
welt kundt thuͤe/47 und wie die wolcken syne kleyder seind/48 in
welchen der herr sich laßt saͤhen/ noch wie sy sine hütten/ und
wonung sind: darinnen er wandle/ rede/ antwurt gaͤbe.49 So
Buchsymbol fehlt waͤr es vergaͤbens so ich yetzdann das teyl woͤlt darzů naͤmen
unnd leren/ Wie der mensch hinweg gang unnd nit wider
kumm. Ja es waͤr eyn gespoͤt und narren stuck wiewol es eyn
grosse Goͤttliche wyßheit ist/ wissen warumb und wie der
herr soliche dinge geschaffen. Und der herr in dem ort des
hymmels da die wolcken louffend/ ein hütten und tempel hab
nit ungewisser noch minder denn er herniden gehebt. Kürtz-
lich
zů reden/ es sol meniglich des orts gůt sorg haben/ uff
welchen teyl die glychnuß und byspil gegründt/ und nit uß-
schlahen
/ sunst wirde er nüts buwen.50 Nicht meer denn wenn
ich yetz üch woͤlt leren/ das der herr etwann uß eynem wol-
cken
/ dunst/ führ51/ wasser/ und hagel steyn waͤrffe oder an-
dere
steyn/52 und das der dunst geschwinder und schnaͤller ab-
haͤr
53 kemme denn der blitz: und den menschen ehe toͤdte: denn er bli-
tzen
sicht/ wiewol die ougen in den hymmel gesehend/ und das
ist ye eyn Goͤtlichs und meisterlichs stuck/ Der halben ein red
ist. Welcher den blitzk gesicht/ der ist sicher vor dem straahl
und donder schlack54/ nüt deßmynder dienet es nit da haͤr.
Dise ding hab ich ußschweiffiglich geredt/ uff das wir uns
lassend recht wysen/ und zů wissen das darumm nit alles fuͤg-
lich
ist/ was die warheit ist/ und das wir alle ding zů syner
zyt in gebürlicher statt redend/ und nit alles mit allem über
birtzlend55 oder über waͤrffend oder zůsamen rasplend was
etwann nit zůsamen gehoͤret. So stat nun unser fürge-
stelte
glichnuß in dem verschwinden/ vergon/ und hingan
der wolcken/ da gebürt zů melden/ Wie sich die wolcken
vertzerend/ zerdünnent/ und ablüterend56. Das aber geschicht
uß vilfaͤltiger ursach/ diewyl die wolcken vilfeltige natur
hand/ etliche dragent wasser/ etliche führ57/ etliche steyn:
etliche wasser und führ vermischlet.58 Die wasser fuͤrend
sind ouch nit eynerley/ diewyl etlich raͤgen/ die andere schne
die driten hagel. Vom touw und ryffen59/ waͤr ouch zů sagen.

Alle dise wolcken vergand/ aͤben mit dem wasser das sy/
Buchsymbol fehlt aber gyessend/ denn wie das sprüch wort lutet/ so ists auch/
Nach dem raͤgen kumpt heytere.60 Also luterent61 sich die führ-
wolcken
/ und vergond wen sy redlich blitzgen/ wie geschri-
ben
stat. Vor dynem glaste62 oder schyn sind die wolcken Psal. 17ver-
gangen
/63 Wie aber vergand sy? Also das du ir statt64 nit baß
magst anzeygen/ wo sy gestanden oder gefaren sind/ dann
ich dir den waͤg in eynem grossen und wyten wasser mag
zeygen des schyffs/ welches durhin gefaren/ und den waͤg
im lufft durch welchen ein vogel gestern geflogen.65 Du kanst
auch mir weder end noch stuck66 der verschynen67 wolcken
wysen. In disem teyl und ort stat dise glichnus oben ange-
zeigt
/ Und wiewol die ursach und manigfaͤltigkeyt des ver-
schwindes
der wolcken ouch nit not ist alhie gesagt waͤr-
den
/ so ist sy doch dienstlich68/ und das naͤchste. Ich bekenn
ouch das es nit also stat/ wie/ eyn wolcken sonder schlaͤchts69
Eyn wolcken vergat ec. Also der mensch.70 Aber das ist die
art der Hebreyer/ das woͤrtlin/ wie/71 das ein glichnuß bedütet
etwan nit schryben unnd doch dem verstand ynbilden72/ der
halben ichs/ wie die andere uß getruckt/ in sonders wyl
das ander glichnuß woͤrtlin/ also/ hernachmals ußgetruckt
ist/ waͤr es nit da gschriben/ so hets ouch unß tütschen glich
golten/ denen es glich gyelt wenn ich sagte. Der ist eyn loͤw/
und das/ Der ist wie eyn loͤw.73 Nach disen allem volgt nun
die ußlegung des anderen stucks angezochner74 red des heyli-
gen
Job also: Waͤr hinunder zůr hell faart/ kumpt ouch nit
wider/75 ec. Wie die wolcken sich verzerind und vergond und
nüme mee wider kommend/ also stats mit dem menschen.
Stirbt eyner und kumpt in die grůb/ so faret er so gar und
gantz von uns das wir nit mee/ dann eyn verganges wolcken
haͤnd/ er kumpt ouch nit wider/ als eyn wolcken. Diewyl
aber ich anfencklich den sententz des heyligen Job mit soͤli-
chen
worten angezogen/ wie er vertütschet ist/ so forderet
die not/ das ich alles erlütere/ was in selben worten dunckel
Buchsymbol fehlt ist/ oder den anderen/ gschrifften widerig sin vermeyndt wird.
So aber nun da selbst geschriben/ welcher hinunder in die
hell76 faret/ ec. Und das woͤrtlin hell/ im Babstumb für eyn
ort und ende der verdamnus geprediget ist/77 unnd meniglich
die hell für die verdamnus verstat/ so gebürt mir anzůzey-
gen
/ das der heilig Job von eynem ort maͤlde/ an welches
er solt faren. Diewil aber offentlicher ist/ dann ich bewysen
muͤsse/ das der heilig Job nit verdampt/ ouch nit zů den
verdampten gesellet/ noch an das ort ewiger verdamnus ge-
schmeckt
habe. So ist/ ein haͤller falscher verstand/ Hell. In
sonders so doch durch das woͤrtlin Scheol78/ welchs im Job
staat/ die wonung ist anzeügt/ in welches Abraam Isaac und
JacobGen. 37. und 44. und vil andere heiligen genommen sindt. Denn Jacob
dick79 gesagt. Er werde in Scheol stigen.80 und David. Wird
ich in die hell stigen/ so bistu da.81 Scheol heysset eyn grab/Psal. 138
grůb und vergrebnus/ und obs schon eyn ort der verdam-
pten
an etlichen enden der gschrifft moͤcht heyssen/ so heysset
es doch an disem end und vil anderen/ ein grůb/ vergrebnus/
oder grab. Wie nun dise/ hell/ das ist grab oder grůb gestal-
tet
sey/ wil ich durch des heyligen Job erklerung darthůn.
Der also spricht. Der herr lasse doch von mir/ das ich michIob. 10.
eyn kleyn erkicke82/ ehe dann ich hingange und nit wider kum-
me
/ namlich ins land der finsternüß/ das eyn land ist/ des
liecht eyn dicke dunckele83 ist/ Da ouch keyn ordenungen sint/
da es schynet wie das tunckel.84 Da sagt der heilig Job das
er selbs in ein soͤliches land gon muͤsse/ und begaͤret eyn we-
nige
labung oder fristung ehe unnd es geschaͤhe. Er sagt
ouch mit haͤllen worten wie da oben gehoͤrt ist. Das er selbs
waͤrd hingan und nit wider kommen/ synen ernstlichen und un-
zwyfelten
glauben damit offenbarend/ dann die wider aͤfe-
rung
85 einen ernst bedüt und authoritet mitbrengt. Drumm ich
hernachmals vom selben/ nit wider kommen zreden/ verhoff.
Jetzt muͤssent wir die gstalt des grabs und grůben laͤrnen. Er
spricht/ es ist eyn erde der finsternus und ein schatten des tods.86Iob. 10.
Buchsymbol fehlt Das vertolmetschen/ etliche87 eyn erdtrich des abgangs/ des
elendes/ und arbeitseligkeit88/ das nit wunder/ das unsere Bi-
schoff
/ die sich nit fast89 der Goͤttlichen urteylen erkündigen
die ewige verdamnus verstandend/90 aber laͤtz91. Und ist ye war
das eyns uß dem andern volgt und wachßet: seytmal finster-
nuß
ellend und arbeitseligkeyt mit ir zügt/ und ist nit an das
Rabi Joseph92 ein ander ort verstadt: welches keyn Sonn ny-
mer
mee beschynet/ und achtet/ es sy eyn land am end etwann93
der erden/ aber ich soll und will in disen und allen faͤlen der
geschrifft nach reden/ und sy mynen meyster/ und ich ir leer-
knab
syn.94 Diewyls ouch fast nütz ist vor allem/ des leerers
ußlegung annemmen/ ob des worten wir zwiflend/ Derhal-
ben
wellend wir den Job selber hoͤren/ wie er syn grab oder
hell ußlege. Er spricht/ er muͤsse in eyn land der finsternusIob. 10.
gon/ des jamers/ des elends/ in eyn grüselichs und erschro-
ckelichs
land/ da das liecht glich der tunckele ist/ oder da die
finsternus fast dunckel/95 schier wie wir von der Aegypti-
schen
finsternuß laͤsend/ welche doch die diener Gottes gar
nüt latzte96 noch umbgriff/ noch betruͤbte. Unser alte Exo. 10.bLati-
nische
translation haltet also. cUbi perpetuus horror inha-
bitat
c97: Da eyn ewige/ schuderung98/ grüseliche/ erschrocken-
liche
gestalt ist. Es sind hie mangerley/ und im schyn wider-
waͤrtige
ußlegung/ Denn es duncket eynen das dise zwo re-
den
/ da das liecht glich der tunckele ist/99 und dise/ Da die fin-
sternuß
dunckel ist/ wider einander sind/ aber es hat yeglich
ußlegung iren grund/ diewyl das Hebreisch wort topha100 heis-
set
erlüchtet und verdunckelt syn. Derhalben eyner also tol-
metschet
. Da das erdtrich erlüchtet ist wie die dunckele.101
Der ander/ da das land dunckel ist wie finsternuß. Der drit-
te
/ da ewiger grüsen102 oder schuder inwonet/103 der letzte lůgt104
uff die anhangende art der finsternuß/ Mir gefalt die erste
ußlegung/ diewyl sie das glichnußzeichen/ wie/ erwaͤgen
hat/ mich duncket ye/ das nit am baaste lut105/ das dunckel ist
wie finsternuß/ und aber das baaß/ das liecht ist wie finster-
nus
Buchsymbol fehlt. In massen106 ouch der herr spricht. So dyn liecht Matth. 4finster-
nus
ist/ wie wirt die finsternus syn?107 und wir ouch sagend/ das
liecht glantzet/ wie eyn schwartzer khol108/ Ich named alle dry
ußlegungen an/ und sint mir/ mit eynander/ nit wider spen-
stig
. Was ist nun das grab/ in welchem der verstorben ligt
anders/ denn eyn aͤrde der finsternus und schatten des todes?
Denn alles liecht schinet in109/ als ein finstere tunckele. Da die
dunckele nüts anders dann eyn stockfinstere dunckele ist.
Volgt aber nit der finsternus nach drurigkeit/ kummernus/ er-
schrockenheyt
/ als widerumb dem liechte froͤligkeit und er-
getzligkeit
? Was froͤüwet aber das liecht der Sonnen des
Mons und der sternen die verstorbenen? Wenn aber wir aller
diser liechter mangelend/ was froͤüd hand wir?110 Wa ouch
kein liecht ist/ da ist kein trost und kein ordnung/ denn ob schon
alle ding so umb eynen stond/ ordenlich von Gott unnder-
scheidet
sind/ so weißt dannocht der in stockfinsternus ligt/
gar nüts von der dingen art und ordenungen. Er kan ye nit
spraͤchene. Das ist das/ und yens eyn anders/ er weißt ouch
nit wo ein yeglichs stande ob es oben oder under im/ zůrrechten
oder zůr lincken sie. Wie sich das eroͤugen111 thůt gegen denen
so in finsteren und unbekanten orten gond/ die nit wissend
wo die thür und wo andere ding sint. Als ouch der do by
singklicher nachte über faͤld wandlet/ der hoffet uff den
schyn des Mons/ mag er in nit han/ so lůgt er nach den
staͤrnen/ uff das er sinen schritt nach irem liecht anrichte. Hat
er gar kein liecht/ so ist er gantz trurig/ und hat ouch keyn or-
denung
/ waͤder der ding die by im ligend/ noch deren die
ob im schwaͤbend/ ja er hat ouch keyn ordenung der liechter
und staͤrnen am hymel/ und er mag nit reden/ das stadt vor/
mir/ das ander hinder mir/ denn im manglet des liechts
durch welches alles offenbar und underscheidet wirt/ wasEph. 5.
man erkennet.112 Also stadts by den todten koͤrpeln113/ welche
im grab/ als in der finsternus ligend. Sy moͤgend waͤder
Buchsymbol fehlt die ding so iren lyb anruͤrend/ als würm steyn und haͤrd114/
noch die ding so feer von in sind/ als Sonn/ Mon/ staͤrnen
noch andere ding erkennend. Denn wiewol die Son bym tag
schynet/ und der Mon und staͤrnen des nachts/ so hilfft es
und froͤuwet sy nit/ gesaͤhend ouch nit baaß/ dann by eynem
schwartzen kholen/ und ist in der schyn aller liechter grad als
eyn tunckele finsternus. Da selbs hand sy ougen und gesaͤ-
hend
nüts. Hend/ unnd gryffend nüts. Oren/ und hoͤrend
nüts. Mund und redend nüts/115 ec. Und ist eynem yeglichen
syn grůb/ die aͤrde der finsternus/ do keyn ordenungen ge-
spürt
waͤrdent/ dan das liecht ist in116 wie finsternus. Derhal-
ben
gar unnot/ eyn besonders ort erdichten/ als hinder Nor-
waͤgen/ oder anderschwo.117 Da die Sonn sechs Monet nit
schynet/ als obgemelter Rabi schribet.118 Der ouch in dem ir-
ret
/ das er von eym land schribet/ da die Sonn in sechs
Monaten nit schinet/ diewyl er das dran knüpfft/ das dar-
rumb
nümer mee da selbist schine. Denn die historien gaͤ-
bend
kundtschafft/ das die Sonn darnach sechs moneten
da selbst schyne/ und eyn langen tag mache/ wie die finster-
nus
eyn lange nacht.119 Moͤcht aber eyner sagen/ was ligt
dem Job und dem heiligen dran/ das ire körpel/ und lyb
im grab/ und in tuͤffer finsternus ligend? Antwort/ der hei-
lig
Job hat gar einen herrlichen verstand gehebt der schoͤpf-
fung
Gottes/ und wol gewüßt/ das die menschen durch
Adams faal und ungehorsame zů soͤlicher finsternus/ und in
die not des todtes kommen/ und das wir soͤliche finsternussen
nit haͤttend muͤssen schmecken/ noch die bitterkeit des todts
versůchen/ so Adam des hern verbott unverbroͤlich gehal-
ten
.120 Zů dem beduret sy/ diewyl sye wissend das ir lybe
Gottes tempel ist/121 das sy billich soltend bliben syn voller
liechts unnd froͤligkeyt. Unnd die glider ires lybes zů
dienst der gerechtigkeyt gaͤben soltend/122 als die oren/ dasRom. 6. und 10.
sy Gottes wort hoͤrtend/ dann durch die oren/123 der gloub in ir
Buchsymbol fehlt seele fiel/ ire zungen bruchtend zům lob und briß124 Gottes/ zůRom. 10.
reden Gottes warheit/ vom naͤchsten gůts und eer.125 Das Heb. 13.al-
les
aber manglet in/ wenn der lyb in der grůben ligt. Da-
rumb
bedurets den Job/ der im zyt syns laͤbens/ syn fleisch
syn koͤrpel und glider gezaͤmpt/ und unnder oͤgig126 gemacht
zům dienst Gottes/ und zůr hilff des naͤchsten geuͤbt hatt/
wie er selbs betzüget. Ich trost (sagt er) das hertz derIob. 29.
witwen/ Gerechtigkeit was myn kleid/ Ich was dem blin-
den
eyn oug/ des lamen fůß/ der armen vatter/ der vertru-
ckten
127 erloͤser/128 Und wenn schon soliche hilff nit haͤt stat gehan
im stande der unschuld/ so gibt das aber eyn gůt antzeyg/
das den gerechten Job draͤffenlich129 geletzt130 hat/ das er die
glider syns lybs im grab zů Gottes eer nit regen mag.

Also han ich durch des heiligen Jobs eygne wort/ die art
und form des grabs/ so etwan eyn hell genempt131/ offenba-
ret
/ das er aber hoffenung gehebt/ uß sollicher singklicher
nacht und groben finsternus/ und unordenungen zůkum-
men
/ bewysen dise syne wort: Ich weyß das myn erloͤserIob. 19.
laͤbt/ und er wirt mich uß der aͤrden uffwecken.132 Sind das
nit heyttere wort/ damit betzüget wirt/ das Job eynen
ungezwifleten glouben gehebt/ unnd gewißt habe/ das in
Gott würde erloͤsen uß dem land der finsternussen? unnd
merck das wort/ Uffwecken/ durch welches er rund usser133
sagt/ das in der Herr wurd erwecken/ das thüt er ouch mit
disem wort: Waͤr gibt mir das/ das du mich in der helleIob. 14
oder grab verdeckist/ biß dyn zorn übergaad?134 Denn er be-
kennet
/ das eyner sye/ der in schützen moͤge im grab/ biß
sich Goͤttlicher zorn lege/ welchem aber das zů schwaͤr ist/
der stütze sich uff das. Ich weyß das myn erlöser laͤbt/
und er wirt mich erwecken.135 Daruß volgt aber/ das der
heilig Job/ keyns wegs die hell der verdampten/ da keyn
erloͤsung syn wirt/ gemeynt habe/ da er spricht/ Waͤr
Buchsymbol fehlt zůr hell hinnunder faart/ der wirt nit widerkommen.136 So
bestat nun die glichnuß/ wie die wolcken verschwindent
unnd dahin gand/ also wenn der mensch hinab in die grůben
faart. Denn glicherwyß die wolcken zů nüt werdend/ wenn sy
sich ablüterend/ und oben aber fallind. Also wenn der mensch
stirbt unnd ins grab kumpt/ so verschwindt er/ das etwan
waͤder synes fleyschs noch gebeins über blibt/ diewyl er fu-
ler
haͤrd137 und stoub worden (wie denn das Gott der herr umb
der übertraͤttung willen erkennt hat)138 vor139 haͤt er fleisch/ beyn/Gen. 3.
blůt/ und eyns menschen gestald. Aber was gestald hatt er/
so er ist zů stoub und haͤrd worden? Du hast mir/ O GottIob. 10.
(spricht er) hut140 und fleisch angetzogen/141 mit aderen und beynen
hastu mich zůsamen gefuͤgt/ was bin aber ich so ich wider
zů haͤrd bin verwandlet?142 Die wolcken so sy aber gefallen uff
den haͤrd hand ouch eyn andere form. Also ist der mensch/
wenn er ins grab gelegt wirdt/ wie eyn stromm wassers derIob. 14.
ußloufft versiget und vertrocknet.143

¶ Volgt.Der kumpt nit wider heruff.

Das ist eyn seltzame reed/ nit alleyn by den Christgloͤubi-
gen
/ sonder by/ den Phariseern/ uß welchen Paulus/ ja by al-
len
so Gottes krafft und die geschrifft verstand.144 Denn istsPhil. 3.
waar/ das der mensch/ wider uß dem grab nitt kumpt/ so
wird er ouch nit ufferston. Nun straͤbend aber dise wort/
ufferston/ und nit ufferston/ gegen eynander/ und eyns zer-
gengt
145 das ander/ als ouch dise reden/ uß der grůben stigen/
und nit ußerstygen. Aber der heilig Job red/ das vilmals/
wir hands zwyret146 daoben gehoͤrt/ da stell ich das drit dar/
Wenn sich der mensch gelegt hat/ so wirt er nit uffston/ undIob. 14.
wirt nit uff wachen/ ja so lang der hymmel blibt/ wirt er nitt
erwachen von synem schlaaff.147 Heyßt das nit/ er wirt nit wi-
derkommen
/ so weiß ich gar nüts was es heißt. Aber es ligt
Buchsymbol fehlt am tag/ und lüchtet wie die Sonn/ das der fromm Job die
ufferstentnuß gloubt/ und er selbs druffgehofft habe/ diewyl
er saget. Ich weiß das myn erloͤser laͤbt/ und er wirt michIob 19.
haͤrnach in der aͤrden uffwecken/ unnd wird mich dar-
nach
mit myner hut148 umbgaͤben/ und ich wird in/ in mynem
fleisch gsaͤhen. Den selben wird ich mir gsaͤhen/ und myne
ougen waͤrdend in schouwen/ und keyns anderen.149 Was be-
gaͤrestu
schinbarlicher/ denn/ das der fromm Job hie sagt?
Sind das nit klare unnd offenbare wort: Myn herr laͤbt
der mich in der aͤrden oder stoub erwecken wird? Laß das
etlich also tolmaͤschen150. Der herr wirt ob mynem stoub uff-
ston
/ so sinds andere wort/ und ist aber doch eynerley sinn/
das nun etliche dise wort/ er wirt darnach mich mit myner
hut umbgeben/ also ußlegend/ wenn er myn hut zerknützschet151
hat/ so wirt er ouch. Das/ namlich myn gebeyn zerknütz-
schen
. So ist der anfang und das end diser reed also ange-
fengkt
und volendet/ das keyner anders verston kan/ dann
das Job die ufferstendtnus vom stoub und toden/ verjaͤhe152.
Lieber was ists gesagt. Myn erloͤser laͤbt der ob mynem
stoub wirt uffston. Denn aͤben das/ Er wirt mynen stoub/
in welchen myn fleisch verwaͤsen153 ist/ off wecken? Das end
lut154 also. Ich wird Gott uß oder in mynem fleisch gsaͤhen/
und den selben wird ich mir saͤhen/ und myne ougen waͤr-
dend
in schouwen/155 mit disen worten verstopfft er alle lucken
durch welche eyner dise red uff ein anderen waͤg moͤcht zye-
chen
. und sagt abermals. Schow uß disem fleisch/ wel-
ches
die würm/ vor156 waͤrdend fraͤssen/ wird ich Gott my-
nen
erloͤser anschowen/ und wirt in mir/ zů gůtem und zům
ewigen laͤben/ saͤhen. Denn das ist das ewig laͤben/ GottIoan. 17.
den vatter und synen Sun Jesumf Christum erkennen/157 nun
spricht er schinbarlich. Ich wirt in in mynem fleisch ge-
saͤhen
/ unnd der herr wirt mir myn fleisch wider gaͤben/ ob
ich schon verwaͤsen und die würm myn fleisch vertzert hand.
Buchsymbol fehlt Doben158 hat er antzeygt/ das er wysse/ das er staͤrben und
aͤschen waͤrden můß. Allhie sagt er. Ich weyß das mynIob. 10. 17. und 19.
erloͤser ob mynem fleisch ston/ und mirs wider schencken
wird.159 Doben schribt er also/ Wenn ichs schon lang verzüch/
so ist doch die grůb/ myn huß/ und in der finsternus ist myn
bett uß gespreydet/ zů der verwaͤsung/ sagen ich/ du bist
myn vatter/ zů den würmen/ myn můter/ und myne schwoͤ-
ster
/ was beyten und warten ich? Waͤr wirt myn warten er-
statten
? Ich můß hinunnder ins grab/ da waͤrdend wir im
stoub ligen/160 das stadt alles im bůch Job geschriben/ in wel-
chem
hernachmals ouch stadt/ Ich wirt Gott den hern uß
mynem fleisch und in disem/und nit in einem froͤmbden fleisch
saͤhen/ und laß mich nit verhinderen/ das mich die würm
fraͤssen werdend, und ich nit blibe der ich yetz bin.161 Das sind
nit würm/ wie in der hellen der verdampten/ deren würm
nit stirbt/ noch staͤrben vermag/162 Es ist ouch keyn Esa. 66.verwaͤ-
sung
in der verdamnus/ denn wie die straaff und peen ewig/
so ist ouch der lyb ewig/ der ewiglich gepyniget werden
soll.163 Ins heiligen Job hell/ ist die verwaͤsung syn vatter/
die würm syn můter/164 die richtend in dahin/ das im waͤder
adern noch fleisch noch gebein überig blibend. In der hell
der verdampten naget der wurm/ und toͤdet nit/ des bitte-
ren
tods angst/ not/ forcht und alle macht des todes entpfin-
dent
die verdampten/ und woͤlten gern/ und moͤgend nit
staͤrben/ das ewig führ brennt sy ewiglich/ und sy brennent/Matt. 22.
und verbrennent nit/ diewyl ir führ ewig ist.165 In der verdam-
pnus
ist ouch usserste finsternuß und yemerlich zaͤnklaffen166/
aber im grab unnd hell/ oder heyligen167/ ist die verwaͤsung.
Ouch staͤrbend ire würm/und ist der Job schon tod/ so em-
pfind
er nüt/ und waͤret alles eyn zyt/ was in yetz dann bedruͤ-
bet
/ und zwiflet nit/ das er Gott synen hern in synem fleysch
gsaͤhen wirt/ drumb laßt ers im nüt zůschaffen gaͤben/ das
die würm syn fleisch waͤrden anfallen unnd uff aͤssen/ ErIob. 12. 19
weißt das im der Got syn fleisch wider kann und wil uß stoub
Buchsymbol fehlt machen/ wie es der herr zům ersten gemacht hatt.168 Unnd
er underwyset und vermanet uns/ das wir gar nüts zwy-
flen
soͤllend an der krafft Gottes/ der alle menschen Dan: 12. Ioan. 5. 2. Thes. 1.wider-
umb
erwecken wirt/ etliche zům gericht und verdamnus/ die
anderen zům laͤben und ewiger herrligkeyt.169 Die boͤses thůnt
zů der understen hell/ die gůts thůnd zů dem hoͤchsten hy-
melischen
waͤsen.170 Die weder hoffnung hand der ufferstendt-
nuß
/ nach der krafft Gottes verdrüwend171/ das er sy moͤge
und welle uff wecken/ sind der boͤß boum/ an welchem keyn
gůte früchten wachsend/ und diewyl sy gloubloß/ und boͤß
sind/ ists unmüglich das sy gůts thuͤnd/ und dem herren ge-
falend
/ denn der herr hatz geredt.172 Welcher nit gloubt der ist
verdampt.173 und Gloubend ins liechte das eüch die Ioan. 3. 8.finsternus-
sen
nit erwitzschend/174 und Paulus: One glouben ists nit mü-
glich
dem herrn anmuͤtig syn/175 und Den ungloͤübigen sind
alle ding befleckt/176 ec. Demnach soltend wir glouben/ unnd
uns nit mit seltzamen zwifelstricken verwicklen/ als doch
etlich thůnt/ die ob diser materien versůchen ritter177 zwerden
sagende also. Wenn myn fleisch zů graß ist worden/ oder
mich eyn wolff/ oder gyher/ und vogel/ oder visch vertzeret
hat/ so verwandlet sich myn fleisch in natur und waͤsen des
graß/ des wolffs/ des gyhres/ vogels oder visches/ und bin
ich nimme der ich was/ und myn fleisch ist nit fleisch im graß:
aber im wolff/ ists wolff fleysch/ im gyher/ gyher fleysch/
und im visch/ visch fleisch. Darumb ists nit müglich/ das
mich der herr erwecke.178 Das ist der muͤssig genger subtile di-
spution
/ welche ghrad thůnt/ sam179 hettens sy erfunden/ und
der heilig Job nit hett vor langest geleert/ das die würme
syn fleisch zů irer narung naͤmen/ und in ir art unnd natur
wurdend verwandlen.180 Das aber leeret der fromm Job
grüntlicher denn sy/ wiewol sin leer by inen ein torheit ist/
Dunckt sye das nit naͤrrisch/ das er die würm syne mů-
ter
nennet? welche můter frysset ire kind? frysset aber keyn
můter ire kindt/ volgt/ deren eyns/ eyntwaͤder das die
Buchsymbol fehlt würm in der grůben das fleisch Job nit essint/ oder sin mů-
ter
nit sind. Gaͤlt das schmecket in181 torlich?182 Der fromm Job
aber hat mit solchen metaphorischen worten nit allein woͤl-
len
leeren/ das die würm sin fleisch werdend essen/ sonder das
er der urteyl Gottes gnůg183 wurde thůn/ welcher allen men-
schen
/ in Adamen/ gsagt. Das sy zů stoub und aͤrden soltend
werden.184 Also muͤssend alle menschen der würmen spyß wer-
den
/ on die/ so der herr gefryet hatt/ Das alles hatt der
geistrych Job kürtzlich185 verzelet/ da er spricht/ Der verwaͤ/-
sung
han ich gesaͤyt/ myn vatter/ den würmen/ myn vatter186Iob 17.
und schwoͤster/187 was ist die verwaͤsung? Sy ist das grab/
welches verderbet/ oder die verderbnus selber ist/ wie das der
inhalt des Hebreischen woͤrtlin Schahath188 vermag: Nun
spricht er aber zuͤ der verwaͤsung. Myn vatter/ und zeygt
an/ das er sich in aller gehorsame soll ergaͤben/ und da selbst
zů nüt waͤrden/ derhalben er die würm ouch syn můter
heysset/ damit antzeygend/ das er syne elteren/ das ist vat-
ter
und můter/ mit synem fleisch und blůt/ aderen und gebey-
nen
weiden sol/ Syttemal Gott gebotten/ das die kinder ireMatt. 15.
hungerige Eltereng mit spyß sollend versorgen/ und inen ire
notturfft zů tragen.189 Das wil er ouch thůn/ und uff das selbExo. 20.
gibt er sich der verwaͤsung/ als sinem vatter/ und syn fleisch
den würmen als syner můter. Aber den würmen ouch als
syner schwoͤster/ Warumm nennet der heilig Job die würme
syn můter und schwoͤster? Ist aber nit eyn grosser under-
scheid
zwischen schwoͤster und můter? Es ist. Diewyl aber
die würm/ wie gesagt/ zů letzte ouch in der grůben sterbend
und verwaͤsend/ in welcher der mensch verwaͤsen můß/ so
sind sy/ des menschen schwoͤster/ denn sy in eyner grůben wo-
nend
/ von eyner verwaͤsung zerstoͤrt werdend.190 Die ussere ge-
stald
ist glich/ aber das end unnd die ursach unglich. Der
mensch und würm hand eyn gliche verwaͤsung/ und also ey-
nen
vatter/ deßhalben sy bruͤder und schwoͤstern ouch ge-
achtet
Buchsymbol fehlt. Aber der mensch traͤit191 syne myssethat/ wenn er Eccle. 31.192verwaͤ-
set
/ die würm aber hand nit gesündiget. Das end des menschen
ist ouch unglich/ des geist obsich flügt193/ der würmen vergadt.194
Das alles leeret mich der heilig Job hüpschlich195/ und verjoch-
tzet
196 nit destminder klaͤrlich. Das er synem Gott (in dem selben
fleisch/ welches kranck was/ und die würm hernachmals fres-
sen
wurdend) waͤrd gesaͤhen. Der im syn verwaͤsens fleisch wi-
der
uß dem stoub ußher ziehen/ gebeyn/ adern/ blůt/ fleisch und
hut gaͤben waͤrd/ und gloubt das stiff und vest. Aber die dispu-
tierer
gloubend wol/ das er sie uß stoub gemacht/ wenn aber sie
wider sind stoub worden/ gloubend sie nit/ das sie widerumm uß
stoub zů menschen gestalten koͤn. Kan der Herr hymmel und erden
machen/ und hats gemacht/ so kan er ouch das/ warumb glou-
bestu
aber das groͤser/ und zwiflest am mynderen? Etlich werf-
fend
eyn andere frag übertzwaͤrig197 in waͤg/ sagend. Wie ist es
aber moͤglich/ das Gott eyns menschen zerstuckte glider/ so an
tusend oͤrten der waͤlt/ und wydt von eynander zerstroͤüwet li-
gend
/ widerumb zůsamen trage/ und eyn gleych zů dem ande-
ren
fuͤge? Als wie vermag der Herr der heyligen glider, die in
den vier enden der waͤlt getzeygt werdend/198 zůsammenh brin-
gen
? Item es kumpt dick199 das eyner eyn hand im Moͤr200 stryt
verlüret/ die andere über hundert myl201 vergraben wirt/ und ein
oug am dritten ort/ oder eyn finger uff eynem hohen berg/ den
anderen in einem anderen land/ den dritten im wasser/ wie kan
gott soͤliche wyt zerstroͤüwte glider samlen/ und an einander hen-
cken
? Nar/ fragstu so ungeschicklich202/ gedarestu203 Gotts mach-
te
und groͤsse uß dyner schwacheyt und kleyn fuͤgligkeyt maͤs-
sen
? Ich vernimm/ das du das erdrich gegen Gott verglichest/
wie es gegen dir ist/ ist aber das nit eyn grosse torheit und schan-
tlicher
ungloub? Wenestu das dem unentlichen und ewigen Gott
etwas feer und wydt stande oder sye? Ist er nit eyn Gott derHier. 23.
nah ist/204 Ist er nit an allen orten/205 da alle dise stuck ligend? Laß
eyns in der hell syn/ das ander im hymmel/ und so feer von eyn-
ander
verworffen syn/ das du in tusend jaren von eynem stuck
Buchsymbol fehlt zům andern nit kaͤmist/ waͤnestu das ouch also by dem Herrn
stande? Oder laß die stucke so kleyn syn/ oder in soͤlicher finster-
nuß
ligen/ das du sie nit vermoͤgest ersaͤhen/ ob du schon aller
menschen gesichte/ und ouch ougen als ein Adler haͤttest/ oder
wie der Lynceus206 gesaͤhist/ woltestu darumb dynem Got/ der
alle ougen gemacht/207 eyn soliche dunckele zůschryben/ und Iob. 39.dsa-
gen
/ er muͤste arbeyt und vil zyt zů setzen als du? O arbeytseli-
ger
208 mensch/ O groser ungloub. Ich foͤrchte du siest uß der
Gotlosen rott/ die iren rathschlag und wyßheyt in der finster-
nuß
bruchend, und spraͤchend. Der Herr gesichts nit.209 WeystuEsa. 29.
aber nit das Gott der Herr hymmel unnd erdtrich in syner hand
dreyt/ und umbgriffet/ und das alle ding dem Herr ja die Deut. 32.gros-
se
welt kleyn unnd so nah ist als eyn kleyner oͤpfell?210 Wie sind
vil stucke eyns oͤpfels in dyner hand? Muͤsestu aber feer und wyt
sůchen/ und vil zyt und grosse muͤh erlyden/ wenn du die stucke
des oͤpfels in dyner hand woltest zůsamen sůchen/ setzen/ oder
finden? Ich meyn nein. Nun aber hat Got der Herr alle hymm-
len
/ und alles erdrich/ alle thier und fische/ und alles was im
mehr und uff und in der erden ist/ in syner hand/211 und hats ge-
wisser
drynnen/ und baaß/ dann du des oͤpfels stucke in dyner
hand haͤst. So gsicht er schoͤrfer/ und thůt alles wie er wil
schnaͤll/ namlich durch synen willen/ dartzů dir arbeit und zyt
von noͤten waͤr. Es wenig ouch eyn mensch ußreysen unnd
feer wandlen můß/ damit er erlange/ was er in syner hand hat/
und weißt das ers hat/ und gesichts alles was er drinnen haͤt. So
wenig můß der Herr wandlen/ forschen/ und nach fragen/ so er
die wyteste ding der erden wil zůsamen brengen/ ja unver-
glicher
wyß ist das byspil gaͤben/ diewyl der Herr alles baas212
weyßt/ gewisser hat/ und in syner machte hat/ und naͤher hatt.
Denn wie der Herr die ding/ so nit sind/ wol erkennet/ und be-
namset
sie/ sam213 waͤrend sie.214 Und by im gegenwürtig ist/
was unnß zůkünfftig und nit gegenwürtig ist. So sind dem
Herren alle/ zerstroͤüwete glider nah unnd gegenwürtig/ in sy-
ner
hand. Also ouch die verwaͤsene und vergangne glider/ koͤr-
pel
und fleisch sind im gegenwürtig. Das han ich den fraͤve-
len
Buchsymbol fehlt fragen/ und toraͤchtigen fragern/ die vor geilheit und muͤs-
sigang
ire wyßheit nit anders moͤgend ertzeygen/ denn in soͤli-
chen
fragen/ woͤllen antworten. Ist aber yemands der also zwy-
flet
uß bloͤdigkeit215/ der leerne Gottes groͤsse/ krafft/ macht/ wyß-
heit
/ uß synem heiligen wort/ recht erkennen/ unnd so wirt er
hilff finden/ und verstand erlangen. Doch das er syn hertz zů
dem Herrn unnd brunnen aller wyßheit wende/216 unnd begaͤre/
durch syne Goͤtliche gnad/ und heiligen geist/ in gefuͤrt waͤr-
den
in die warheit der heiligkeit und Gotsaͤligkeit/217 So hoffen
ich der Herr waͤrde dem selbigen syne ougen erlüchten unnd
uffthůn/ das er die machte und krafft Gottes/ in soͤlichem ho-
hem
handel/ zů sampt syn Goͤtlichs wort/ zů welchen uns un-
ser
Herr Jesus Christus leytet und vermanet/ gründlich und
gewißlich verstan. So hand wir/ das der Herr unß wider-
umb
uß haͤrd218 machen kan/ wie er erstlich Adamen geschaffen/219
und gilt dem Herren glich/ uns widerumb zů buwen/ er fin-
de
etwas oder gar nüts me von uns/ es blibend ouch beyn oder
verschwindend in der verwaͤsung zů aͤschen/ wie deren von ye
welten haͤr vil zů aͤschen verbrennt sind. Denn dis eyn gewon-
heit
by vilen heyden ist gewesen/ der verstorbenen lyb zuͤ aͤschen
verbrennen/ und wir ettlichen umb straff willen zů aͤschen ver-
brennend
/ dise kan der Herr so schnell und wol uß irer aͤschen/ oder
was sie yetzt worden sind/ wider machen/ und uffwaͤcken/ als
haͤttends ir gebeyn im beynhüßlin/ oder uff eynem wyten faͤld
ligen/ und er spraͤche zů den thürren220 und wißlaͤchten221 beynen/
Lossend ir thürre beyn/ naͤmend waar/ ich wil mynen geist in
eüch senden/ eüch geaͤder und fleisch gaͤben/ mit einer hut Ezec. 3〈7〉iüber-
ziehen
/ ja ich wil eüch einen geist gaͤben/ das ir laͤbind/ und uff
das/ die beyn zůsamen lüffend/ ein yegliches zů synem geleich/
und noͤmend aderen und fleisch/ hut unnd geist/ und stündend
uff/ wie das dem Propheten Etzechiel/ in eyner gesichte ge-
offenbaret
.222 So dann der heilig Job dise reed. Welcher hinnun-
der
faart der kumpt nit wider heruff drymal/ und dise: Ich wirt
mynen Herrn in mynem fleisch gsaͤhen/ ec. eyn fart/ aber doch
mit so vil worten/ unnd ernst geredt/ das sie so vil giltet/ sam223
Buchsymbol fehlt hett er sie hundertmal geredt/ Volget das er gar nit dise mey-
nung
gaͤben wil: Welcher hinnunder inß grab oder hell faart/
der kumpt nit wider heruff/ sonder er můß ewiglich da selbist
blyben/ und er wirt in synem fleisch waͤder den Herren gsaͤhen/
noch in synem fleisch ein urteil empfahen/ synen wercken ge-
maͤß
. Denn sytemal er spricht/ das er Gott in synem fleisch waͤr-
de
gsaͤhen. So zeyget er an/ das er in synem fleisch waͤrd her-
fürgon
/ und den herren saͤhen〈.〉 Aber in der gstalt/ darynn der
Adam yn/ und unß alle durch syn ungehorsame gebracht/224 wirdGen. 3.
er nit ufferston/ sonder in soͤmlicher225 form/ krafft und herrliche
wie der Hymmelisch (der nit verwaͤsen/ ist/ ufferstanden) waͤrd
er uffston/ Vormals ist er staͤrblich gesin/ hatt einen schwaͤ-
ren
toͤdtlichen lyb/ staat aber uff in einem lichten untoͤdtlichen
lyb. Wie der heilig Paulus gar syn von der schoͤne und herlig-
keit
der lychnam/ so zům laͤben waͤrdend ufferston schribet/
sagend: Es wirt gesaͤyet verwaͤsenlich und wirt ufferston 1. Cor. 15.un-
verwaͤsenlich
: Es wirt gesaͤyet in der uneer/ unnd wirt uffer-
ston
in der herrligkeit: Es wirt gesaͤyet in der schwacheyt/ und
wirt ufferston in der krafft: Es wirt gesaͤyet eyn natürlicher
lyb/ und wirt ufferston eyn geistlicher lyb.226 Item der geistlich1. Cor. 15.
lyb ist nit der erste/ sonder der natürlich/ darnach der geyst-
lich
. Der erst mensch ist irdisch/ der ander himmelisch〈.〉227 Item diß
verwaͤsenlich můß anlegen die unverwaͤßlicheit/ und das staͤrb-
lich
/ die unstaͤrbligkeit. Und wenn das volbracht ist/ denn wirt er-
füllet
waͤrden das wort. Der todt ist verschlunden in dem sig/
O tod wo ist dyn stachel?228 O hell und O grab/ wo ist dyn sig? O
verwaͤsung was hastu geschafft? und ir würm was hand ir ge-
fraͤssen
? Da bin ich/ aber nit mit bloͤdigkeit/ nit mit verwaͤßlig-
keit
/ nit mit eynem vertzerlichem/ schwaͤren/ groben/ traͤgen/
fulen lyb/ sonder mit eynem herrlichen und krefftigen/ mit di-
ser
krafft/ an der ir nüts vermoͤgend/ hat mich myn erloͤser be-
kleydet
/ und mit soͤlicher herrligkeit vernüweret.229 Diewyls nun
das fleisch ist/ mit welchem Job ins grab hinnunder gefaren/
in welchem er den herren gesicht/und aber in nüw art verwan-
dlet
Buchsymbol fehlt ist/ so hat er nützit230 widerwertigs geredt/ und syn leer nit
vernütet231/ sondern krefftiglich angezeygt. Das der ußerwelten
lychnam ufferston wird/ aber mit Goͤttlicher krafft gezierd vil
mit hymmelischer herrligkeit bekleydet.232 So kompt er wider/ und
kompt nit wider: Er kompt wider diewyl er synen geist unnd
fleisch bringt/ so er vorhaͤtt. Und kompt aber nit wider diewyl
er in anderer art und gestalt kompt. Er kumpt vernüwert in-
wendig
und ußwendig. Er kompt nit in dem vorigen staat233/ wie
er ouch nit mit dem alten vorigen laͤben kumpt/ sonder mit ver-
nüwertem
coͤrpel und geist. Wenn einer von dir in frembde land
wandlete mit boͤsen sitten und krancken glidern/ als mit ussetzi-
gem
lyb/ und lamen glidern/und khem widerumb mit gůten sit-
ten
/ mit reinem lyb/ mit geheilten glidern/ so spraͤchestu zů im:
Wo hastu den alten menschen gelassen? Du bist nimme der du
vor warest/ und er waͤre doch der mensch/ welcher von dir ge-
gangen
. Nun gibt aber die ufferstentnus zům laͤben tusent-
mal
bessere tugenden unnd sitten/ und überschütt den lyb mit
hymmelischer reynigkeit/ und legt in an mit ewiger gesundheyt.
Das man wol sagen mag. Der Job wirt nit wider kommen/ oder
also widerkomen das syn widerkunfft so saͤlig syn wirt/ das
ers syn wirt/ und nit syn wirt. Also hatt ouch Christus nach
syner ufferstentnus mit synen jungern geredt/ und under ande-
rem
gesagt: Das sind die wort/ welche ich zů eüch gesagt/ doLuc. 22.
ich noch by eüch was.234 Myn Herr bistu do zůmal nie by dynen
lieben jüngeren gesyn? Hastu nit mit inen geredt? hastu mit inen
geredt/ so bistu gewyßlich by jnen? Welcher redt mit einem und
ist nit by im? Ist er schon feer/ so ist er doch so nah als die stimm
langen kan? Was reden ich von der stimm und gespraͤch? Drats
nit der Herr mitten under sie/ und sprach: Saͤhend myne hend
und fuͤß/ das ichs selber bin? Grifend mich unnd saͤhend mich.235
Sind das nit wort eynes der mitten under den jüngeren was?
Noch dannest spricht er. Das sind die ding welche ich eüch ge-
sagt
/ als ich noch by üch was.236 O myn Herr bistu nit by in? Ha-
stu
dich inen nit offenbaret? Bistu nit wider zů in kommen? Wie
Buchsymbol fehlt du es versprochen hast? Gewyßlich bistu wider zů in kommen.
Warumb sprichestu: da ich bey eüch was? Myn Herr du
warest by inen in der bloͤdigkeit/ unnd bist wider kommen in
der krafft. Das ist zweierley. Also spricht Job: ich wird nit wi-
derkommen
/ und ich wird den Herrn in mynem fleysch gesaͤ-
hen
. Wiltu O Job den Herrn in dynem fleisch gsaͤhen so müst
ye wider kommen. Aber diewyl dyn eygen fleysch in eynem nü-
wen
laͤben widerkommet/ so gilt es glich/ du sagest. Ich kumm
nit wider/ oder ich kumm wider/ und ist einerley/ darumm das du von
zweyerley redest. Du kumpst nit wider in der toͤdtlichen bloͤdig-
keit
/ in welcher du by unß warest. Und kumpst selber wider
das du mit nüwer gestald und form wider kummest. Namlich
in der herrligkeyt dynes erloͤsers. Dise ußlegung und vereynba-
rung
der gschrifften/ hatt uns der heilig Job mit disen woͤrt-
lin
. Ich wirt den Herrn in mynem fleisch gesaͤhen/237 verborgen-
lich
/ aber doch gewißlich dargelegt. Unnd wirt meniglich
spraͤchen/ das er sich selbs also wil verstanden han. Denn er es
wol gewißt hat/ das kein mensch Got in toͤdtlichen fleisch wür-
de
gsaͤhen/ wie das der Herr hernach durch Mosen klaͤrlich
ussergesagt hat: Welcher ouch Gott den Herrn im fleisch oderExo. 33.
vom fleisch gsaͤhen woͤlte/238 das der selb muͤßt eyn vernüwerts
fleisch han/ eynen geistlichen lyb/ eynen hymelischen und herrli-
chen
koͤrpell/ und in summa: Eyn soͤliche klarheit besitzen/ Dem1. Joan. 3.
nüts zů verglichen/ ouch keyn lyden der selbigen waͤrd und Rom. 8.wir-
dig
syn würde/239 Das alles bringt das wort. Ich wird in gesaͤ-
hen
/ ec. Und/ myn ougen waͤrdend in saͤhen: Denn welcher den
Herrn wird saͤhen/ der wirt im glich.240 Glichförmig/ das er 1. Ioan. 3.un-
staͤrblich
/ herlich/ geistlich und wie die Sonn am hymmel schinen
wirt:241 Also widerkummen/ fasset zwo muren242 zůsamen/ Matt. 13.wider-
kommen
und nit widerkommen und zů den synen kommen/ und nit
wider zů den synen kommen: Als ouch die eelichen personen inLuc. 20.
jehner welt zůsamen/ und nit zůsamen komend.243 Uff dise wyßMatt. 20.
kumpt eyn verstorbner zů den synen und kumpt nit zů den sy-
nen
. Das sagen ich nit darumb/ das ichs achte/ das eyner
Buchsymbol fehlt yetzt uß den todten ufferstande/ und in erklaͤrtem lyb sich den
synen oder anderen menschen erscheyne/ Sonder das soͤliche zů
der zůkünfftigen welt/ und nit zů diser vergencklichen welt ge-
hoͤrend
. Der aber zů der zůkünfftigen welt gehoͤrt oder kumpt/
der ist hinnab kummen/ und kumet nit wider/ da er vor was/244
denn er ist nümer der selbigen welt/ als eyn alter mensch nit der
jungen waͤlt ist/ Wiewol er aͤben das fleisch und beyn/ welche
er in der jugend gehebt/ und von můter lyb bracht/ denn zůmaal
hat. Darumm und also stat der verstorben wol an dem jüngsten
tag uff/ und kumpt wol in dem vorigen fleisch/ unnd kumpt
doch weder in die vorige welt/ noch zů den sinen/ umm synes nü-
wen
waͤsens halben kommet er nit wider/ und kumpt doch das
syn fleisch nüw worden ist/ darums hats gar nit die meynung/
das die todten yetzund widerkommend. Nun diewyl wir der
künfftigen welt sint ingedenck/ ists billich das wir eyn wenig
von ir redend. Die künfftige heysset die der gegenwürtigen
nachvolgt/ und hatt von diser eyn absonderung oder unnder-
scheyd
. Theylt sich bald in zwo art/ eyne ist der ußerwelten
die ander der verschůpten245. Also theylet der Herr die künfftige
welt uß/ und Daniel der also geschriben: Und es werdend vil/Dan. 12.
uß denen/ so im stoub der aͤrden schlaaffend/ ufferston. Etliche
zům laͤben/ eiliche zůr schmach und schand.246 Ioan. 5. Mat. 24Also spricht Chri-
stus
/ das die todten waͤrden uß den greberen uffston. Etliche
zům laͤben/ die andere zů dem gerichte.247 Item das die Englen
Gottes die ußerwelten Gottes waͤrdend samlen von den vier
winden/248 und ouch alles unkrut werden ußyetten/ und in bündilen
binden/ und mit fhür verbrennen.249 Das ouch der Sun des men-
schen
alle voͤlcker vor im versamlen/ und in zwey theyl von eyn
ander scheyden/ glich als eyn hird die schaaf von boͤcken schey-
det
. Und die schaaf zů syner rechten stellen/ unnd die boͤck zůr
lincken/ unnd den zůr raͤchten eyn froͤlichs/ denen zůr lincken
eyn erschrockelichs urteyl schoͤpffen waͤrde.250 Ouch sagt der2.Thes.
heylige Paulus: Wie der Herr gegen synen heyligen/ und ge-
gen
synen fienden251 sich waͤrd stellen.252

Buchsymbol fehlt Künfftigen welt.

Wie aber die künfftige und nüwe welt von diser gegenwir-
tigen
abgesunderet sye und waͤrde/ das erzeyget sich uß obinge-
leyter
gschrifft/ in welcher vermaͤldet/ mit was herrligkeit/ die
Gottes heiligen uffstond/ namlich mit einem untoͤdlichem lyb/
der in Gottes krafft ewig laͤben wirt. Das zeyget uns an unser
Herr/ da er sagt: Dann waͤrden die grechten/ wie die Sonn inMatt. 13.
ires vatters rych/ lüchten.253 Item/ da er sagt: Sye waͤrdend wieLuc. 20.
die engel Gottes.254 Und da er zů den schaafen spricht: KommendMatt. 25.
haͤr/ und besitzend das rych/ das üch bereyt ist von anfang der
welt.255 Luc. 20.Item: Sye begebend sich nimme in die ee/ dann sye sind un-
sterblich
.256 Und Daniel/ Welche geleert sind/ und die ouch soDan. 12.
andere bericht hand/ waͤrdend dahaͤr schynen/ wie der schyn
des firmaments/ und die jhenigen die/ die menge zů der fromm-
keit
gewisen/ waͤrdend wie die sternen schynen yemmer257 und ewig-
lich
.258 Item Paulus: Eyn andere klarheit hat die Sonn/ eyn 1.Cor.15.ande-
re
der Mon/ und eyn andere klarheit hand die sternen/ denn eyn
stern übertrifft den anderen nach der klarheit/ also ouch ge-
schichts
in der ufferstentnusj der todten.259 Item: Und der Herr2. Thes. 1.
wirt wundersam in synen heilgen syn.260 Aber dise gestalt unnd
art ist der gegenwirtigen welt gar unglich und ungemaͤß. Der
halben ouch das zweyerley ist von diser welt/ unnd von der zů-
künfftigen
welt syn. Die boͤck und verdampten waͤrdend vil
meer glichnussen und gemeynsame mit diser welt haben/ denn
ir lyb ist bloͤd/ und vaͤhig261 der straffen/ wie unsere lychnam. Es
wirt ouch sie der todt mit allerley bitterkeit/ angst und not ke-
stigen
262 und blagen/ als uns. Und wie eynem ist der am tod betth
ligt/ und keyn hoffnung zům loͦben hat. Also ist inen ouch/ ja wie-
der
die grusame des todes schmeckt/ der mit gebundnen hen-
den
ußhin zům todt vom hencker gefuͤrt wirt/ und weißt das
er sterben můß/ und aber nit gern stirbt/ also ist ouch den ver-
dampten
zů můt/ als geschriben stadt: Der todt wirt sie Psal. 48.wey-
den
/263 nach dem geistlichen sinn gered. Paulus truckts klar ußher:
Buchsymbol fehlt Das der Herr mit ewiger verderbnus pynigen waͤrde.264 Was
aber verdirbet/ nimbt ab und vergaat/ in diser welt. So ist nun
eyn verderbnus in den verdampten/ und der tod ligt uff in/ wie
eyn grusames thier ob einem menschen ligt/ denen es bysset und
frisset. Und in allen disen dingen hand die verdampten ein gemey-
nes
lyden mit unß/ in arbeitsaͤligem schwachen und krancken
lyb. Ir würm bissend und aͤngstigend sie/ wie unß/ unnd das
führ brennet sie/ wie unß. Aber unser lyden unnd kranckheyt
nimbt uns hinwaͤg/ unnd wenn uns der tod marteret/ so staͤr-
bend
wir/ unnd so wir im führ brennend so verbrennent wir.
Aber die verdampten lidend die angst des tods unnd staͤrben
nit/ verderbend unnd vergand nit/ wie doben265 gesagt/ denn ir
straaff ist ewig/ ist die straaff ewig/ so můß der lyb/ der die
straaff lydet/ ewig bliben. Es waͤr sunst nit müglich das eyn
pyn ewig waͤret/ wenn der/ der gepyniget wird/ under der pyn
sturbe/ und also syn pyn entlüde/ Sie wünschend wol das die
berg uff sie fielend/ und sie ertrucktend/ und sie also der marter
abkemendt/ aber es geschychtMat. 24. nit.266 Drumb brennent sie und ver-
brennent
k nit. Denn ir führ ist ewig.267 Und tragend ir verderbnus/2. Thes. 1.
und verdaͤrbend nit/ denn ir verderbnus ist ewig.268 Also gesaͤhenEsa. 66.
ich das die verdampten ouch eyn sonderbare gestalt hand/ wie-
wol
sie unserm waͤsen vil glicher ist/ denn die herrligkeyt deren/
die zům laͤben ufferstond. Das ist nun ein ursach derhalben die
gschrifft etwan die ufferstentnus von den todten/ den kindern
Gottes allein zůmysset/ als gschryben: Und ich wird in am Ioan. 6.jün-
gsten
tag ufferwecken/269 gerad sam270 woͤlte der Herr alleyn die uff-
erwecken
/ die syn fleisch und blůt alhie niessend. Item: WelcheLuc. 20.
wirdig syn waͤrdend der künfftigen welt/ und der ufferstentnus
von den todten/ die werdend nit staͤrben sonder den Englen
glich syn/271 gerad sam stuͤnde nit eyner uß den verdampten uff
von den todten/ und das hat gůt ursach. Diewyl die verdam-
pten
die not und angst des todes ewiglich tragen muͤssend. Da-
rumb
stond sie meer zům tod uff/ denn vom todte. Und farent
meer zůn todten denn sie von todten uffstond. Aber nit deßmin-
der
Buchsymbol fehlt waͤrdend sie mit iren seelen und iren lychnamen ufferston/
dann Daniel spricht heytter von denen/ so im stoub der aͤrdenDan. 12.
ligend/ das die selbigen werdend ufferston/ etliche zům laͤ-
ben
/ die andere zůr schand.272 Welche schlaffent aber in dem
stoub der aͤrden? Nit deren lyb die drinnen vergraben sindt?
Wie vom Lazaro geschriben/ das er in grab geschlaffen?273
dem ist des Herrn urteyl haͤll unnd klar/ da er also spricht: Sie
waͤrdent herfürgon/ uß den graͤberen/ die gůts than hand zůrIoan. 5.
ufferstaͤndnus des laͤbens. Aber die boͤßes than hand waͤrdend
herfürgon zůr ufferstendnus des gerichtes.274 Hat aber der Herr
mit diser leer die ufferstentnus aller todten nit ordelich beschri-
ben
? Stat nit zweyerley ufferstentnus all da? Ist das dunckel
die gůts hand than/ waͤrdend herfürgon zůr ufferstentnus
des laͤbensl? Die boͤses aber than haͤnd/ zür ufferstentnus des ge-
richtes
? Das gericht ist das gegenteyl des laͤbens/ und aͤben die
verdamnus und ewiger todt. Demnach ist es gar one zwyfel/
das die Gottlosen/ mit irem unglouben unnd boͤsem wandel/
waͤrdend herfürgon zůr ufferstentnuß des gerichtes. Unnd
werdend ouch ir welt besitzen/ in welcher jamer und not/ liden
und tod herschen wirt.275 Diewyl ich nun dahaͤr kommen/ das
ich von der herligkeit der ufferstentnus der kinder Gottes hab
muͤssen reden/ uff das ich des frommen Jobs meynung erlüt-
terte
der da spricht. Das er sinen erloͤser werde in synem fleisch
saͤhen/ und wenn er also komme/ wie die anschouwer des Herrn
kommen waͤrdend/ so kemme er nit uffer und kumpt doch uffer/
Er kumpt mit synem fleisch und kumpt nit mit voriger bloͤdi-
keyt
. Nach dem duncket mich nit boͤß syn zů sagen/ waͤr der
selb erloͤser sie/ und von wem der Heylig Job und andere kinder
Gottes soliche hymmlische gaben und herrligkeyt verhoffend ne-
men
. Und weis das gott unser vatter im himmel der ursprünglich
erloͤser syn waͤrd/ der synem Sun allen gewald/ aller ding/ in
hymmel und aͤrden gegeben/276 wie der Herr selbs und Daniel Mat. ult.betzü-
gend
/ im ouch die machte/ eyn zůkünfftig welt zů gebaͤren Dan. 7.ge-
ben
Buchsymbol fehlt hab/ und der Herr vom vatter/ die vatterschafft entpfan-
gen
hab/ das er eyn zůbereiter unnd macher unnd gebaͤrer zů-
künfftiger
welt syn solt.277 Syttemal der Prophet Esaias denEsa. 9.
Messiahn eynen vatter der zůkünfftigen welt nempt/278 Unnd
lan mich nit abschüchen279/ das etlich andere in280 eynen vatter der
ewigkeyt bnamsend281/ und wellend verneynen das er eyn vatter
künfftiger welt sie282. So doch der vatter synem Sun die Heb. 2.kunffti-
ge
welt underhan hat/283 und eyns so recht ist als ander und gildt
ouch glich/ man sage. Christus ist ein vatter der ewigkeit/ und
Christüs ist eyn vatter künfftiger welt/ diewyl die ewigkeyt
das unvergenglich waͤsen zů künfftiger welt ist.284 Wie nun
Christus unser Herr die künfftige welt mache unnd schaffe/ ge-
baͤre
und modele wil ich kürtzlich anzeygen/ zům ersten mit des
Herren eygenen worten/ als wir tützschen285 sie hand. Und also
lutend. Wie der vatter das laͤben in im selber hatt/ Also hatIoan. 5.
er dem Son gaͤben, das laͤben von im selber zu haben.286 Und
doben also. Dann wie der vatter die todten uffwecket/ und
machet sie laͤbendig/ also ouch der Sun macht laͤbendig wel-
che
er will/ und hat im macht gaͤben ouch das gericht zůhal-
ten
/ darumb das er des menschen Sun ist. Verwunderend
üch des nit/ denn es kumpt die stund/ in welcher alle die in den
greberen sind/ werdend syn stymm hoͤren. Und waͤrdend her-
fürgon
/ die gůtes gethan hand zůr ufferstentnus des laͤbens.287

Das ist die leer Christi/ mit welcher der Herr synen vatter
so gaar nit ußschlüßt von der schoͤpfung und geburd der
künfftigen neüwen welt/ das er im die oberiste machte und
eer zů mysset/ und verijcht288 das es eyn werck beyder perso-
nen
sie289/ todten uffwecken. Das thůt ouch Paulus/ der al-
so
sagt: So nun der geyst/ des/ der Jesum von todten Rom. 8.uff-
erweckt
hatt/ in eüch wonet/ so wirt ouch derselb/ der Chri-
stum
ufferwecket hatt/ eüwere sterbliche lybe laͤbendig ma-
chen
/ umb des willen/ das syn geyst selber in eüch wonet.290
Also hoͤrend wir das der Vatter die todten in greberen ouch
Buchsymbol fehlt uffwecket/ unnd das die uffweckung der todten eyn gemeyn
waͤrck des vaters und Suns ist. Derhalben hat Christus flissi-
glich
fürgedingt291. Das der vatter das laͤben in im selber habe/
und die todten laͤbendig mache/ und er gliche krafft und mach-
te
vom vatter und mit dem vatter besitze/ so offt er todten uffer-
wecke
. Also ist Christus die ufferstentnus/ drumb das er Ioan. 6.uffwe-
cket
von todten/ und ist das laͤben/ das er ouch uff dise wyß laͤ-
bendig
machet/ und also doͤnet der Herr mit syner stymm/ wenn
er die todten uß den groͤberen beruͤfft/ welche wol hoͤren waͤr-
dend
/ und keyner/ so thum syn wirt/ der sie nit hoͤre/ unnd mag
keyner syne oren also verschupfen292/ das die stymm nit durch hin
drünge/ und in nit uffwecke/ und nit uffrichte/ und nit ußertribe293
alle todten/ in den greberen/ das ist das erste namlich die uff-
weckung
/ die wire frommen und boͤßen gemeyn syn/ denn sie alle
mit eynander ußhergon muͤssend.294 Aber mit underscheyd/ denn
etliche mit herrligkeyt/ etliche mit grusamlicher schmach und
schand waͤrdend ufferston/ als Daniel in obangezognem Dan. 12.capi-
tel
leeren thůt295 und der Herr selber/ da er spricht: Die gůtes thanIoan. 5.
hand waͤrdend herfür gan zůr ufferstent〈n〉us des laͤbens/ unnd
die zů v〈e〉rstentnus der verdamnus/296 ec. Wie der Herr aber syne
diener senden/ und mit was herrligkeyt die selbige waͤrt bekley-
den
und zieren/ ist doben zům teyl ouch geredt/ aber wie mag
ich nit maͤlden/ das der heilig Paulus zů den Philipperen ge-
schriben
/ der do spricht. Wir wartend des heylandes unsersPhil. 3.
Herren Jesu Christi/ welcher wirt erklaͤren den lyb unserer
kleynheit. Das er glichfoͤrmig waͤrde/ dem lyb syner klarheit/
nach der würckung/ mit deren er mag ouch alle ding under-
thon
machen.297 Dise red han ich nit moͤgen übersaͤhen. Sitte-
mal
sie den vatter künfftiger nüwer welt/ klaͤrlich abconter-
feyt
und fürstelt. Do er spricht: Christus wirt unseren kleyn-
fuͤgigen
298 lychnam verklaͤren/ das ist. Er wirt eyn klarheyt schaf-
fen
/ und wirt unser lychnam nach der herrligkeyt synes lybs ge-
stalten
und wirt das uß der macht thůn/ die im über alles und
alle ding in hymel und erden ist gegeben/299 und also wirt der Herr
Buchsymbol fehlt sich in synen heiligen verklaͤren/ wenn er inen gliche herrligkeyt2. Thes. 1.
zů dienet und schaffet und mit teylet/300 und also wirt er auch wun-
dersam
uff den tag in allen gloͤubigen/ dise glichfoͤrmigkeyt ist
nit eyn kleyner theyl des untzergenglichen unnd unbefleckten
erbs/ welchs nymermeer waͤlck wirt/ sondern im hymmel be-
halten
ist. Das ist die wirde und grosse herrligkeit die in diser1. Pet. 1.
welt nit schynet an den kinden Gottes unnd aber zů der letzten1. Ioan. 3.
zyt erschynen wirdt/ in der zyt der erkickung301/ welche von dem
angesicht des Herrn wird kommen.302 Da der Herr alle traͤhenActo. 3.
von syner heyligen ougen abwüschen/ und alle betruͤbnus sichEsa. 25.
enden/ und ewige/ stanthafftige und volkomne froͤüd ufgon und
in ewigkeit bliben wirt.303Apoc. 21 Deren hohen hymlischen guͤteren uß-
spender
304 und schoͤpfer ist der Sun/ und also eyn vatter der herr-
lichen
künfftigen welt. Wie aber der Herr ist kommen zů be-
halten
und selig zůmachen alle die in annaͤmend.305 Also wirt er
ouch denen/ die in yetzt nit annemend/ eyn ruher306 Richter/ eyn
ernster und gestrenger fürst syn/ sie zůr understen hell und ewi-
gen
jamer uffzůwecken/ und wirt das mit der stercke syner herr-
ligkeyt
thůn/ und waͤrdend die ungloͤubigen/ und die/ so Got-
tes
diener duraͤchtend307 aͤben308 von dem angesichte des Herrn und
von syner herrliche stercke/ ewige pyn unnd ewigs verderben/2. Thes. 1.
entpfahen.309 Wie die gloͤübige vom angesichte des Herrn waͤr-
dend
erkickung310 und hymelische herrligkeit erlangen.311 Wie ouchActo. 3.
die ewige Gottes warheyt den gloͤübigen eyn gschmack ist2. Cor. 2.
zům laͤben/ den ungloͤübigen widerumb eyn gschmack des to-
des
/312 unnd wie Christus gaͤben ist zůr ufferstentnus viler/ alsoLuc. 2.
ouch zům faal viler. Unnd eyn ecksteyn zům laͤben ist allen/ so
mit warem glouben zůhingond/1. Pet. 2. und eyn steyn des anstoß al-
len
ungloͤübigen.313 Also wird syn am jüngstentag. Wenn nun
schon eyner uß den verdampten wider in syn huß keme/ so koͤm
er ouch nit und keme doch. Diewyl er in ein andere welt gehor-
te
und mit eyner art angezogen waͤr/ die der art diser welt unge-
maͤß
waͤre/ Aber es kumpt keyner herruff/ das betzüget die pa-
rabel
/ von dem Rychen der in die flammen der nidersten helle
Buchsymbol fehlt vergraben ist.314 Wenn aber die verdampte uffstond/ so werdent sieLuc.10.315
zům gestrengen richter muͤssen keren/ und sich/ und alles ir laͤ-
ben
lassen urteylen/ und glich vom richter ins üsserste finster-
nus
und ewig führ gon. Aber die ußerwelten Gottes heili-
gen
werdend mit dem Herrn uffhin inn hymmel faren/ und wird
der Herr sin usserwelten/ mit nüwer aͤrden/ nüwen himmlen ent-
pfahen
/ der Mon wirt schinen wie die Sonn/ und die Sonn
sibenfaͤltiger klarer und schoͤner dann vor.316 Nit darumb dasEsa. 66.
soͤliche geschoͤpfte liechter dem nüwen menschen zünden oder
schynen müssend/ wie sie alhie in diser welt than hand/317 sonderGen. 1.
alleyn zů lob unnd bryß der heiligen/ deren lychnam ouch alsoDeu. 4.
werdend glasten318/ darumm in nit not319 soͤliche creaturisch liechterMatt. 3.
zů bruchen/ alleyn zů eeren wirt es gescheen/ wie man vil thůt/
nit das notwendig syge320/Esa. 12. sonder das ziere und pryse.321 Der Herr
aber wirt selbs aller heyligen liecht syn/322 und im Goͤtlichen Esa. 30.unge-
schoͤpften
liecht waͤrdend sie Gott anschouwen/323 ja da oben im
hymmel/ der ir huß ist/ und der recht Tabernackel den heiligenHeb. 9.
Gottes gebüwet/324 da vil unnd genůgsame wonungen sind/
welche der vatter2. Cor. 5. künfftiger welt ouch hat zůbereitt.325 Da-
selbst
hin farend die heiligen/ wenn sie uffstond von todten undIoan. 14.
kumment nit wider in vorige statt noch huß/ und wenn der Herr
das werck wirt zů handen naͤmen/Acto. 3. so wirt ouch alles volkom-
lich
erstattet/ was Gott der Herr durch syne Propheten hatt
gewyssagt als Petrus schribet.326 Denn wirt der Herr die sünd3. Reg. 17
vertilgen wie eyn wolcken/ denn wirt keyn jamer mer erfun-
den
/ denn wirt der mensch volkomlich erloͤset/ denn kumpt der
erloͤset und vernüwert mensch recht in syn vatterlandt in das
groß liechts und hüpsches huß/ da won unnd froͤligkeyt von
ewigkeit zů ewigkeit syn wird. Hiemit hoff ich/ ist ange-
zeygt
und geantwortet/ was der innhald und sinn seim des heili-
gen
Job/ da er spricht. Welcher hinnunder ins grab faaret
der kumpt nit wider heruff.327 Aber es stond uns etliche exem-
pel
noch im weg/ des alten und nüwen Testaments/ in wel-
chen
wir laͤsennd/ das etliche von den todten ufferweckt zů
Buchsymbol fehlt den iren wider kommen sind/ Ehe aber ich daruff antworte/
wil ich die exempel darstellen/3. Re. 17. Elias hatt eyner frowen iren
son vom todte ufferweckt/ und ir wider gaͤben.328 Heliseus hat4. Re. 4.
ouch kind vom todte uffgeweckt/ unnd syner můter behendi-
get
.329 Unser Herr hat zů Naim eyn todten im todtenboum330 Luc. 7.uff-
erweckt
/ und syner můter überlüfferet.331 Er hat ouch eyn to-
chter
ufferweckt/ und iren elteren zů gestelt/ und empfolhet sieIoan. 11.
zů spysen.332 Item: Den viertaͤgigen und stinckenden im grab
Lazarum hat der Herr uffgeweckt/ der hernach ouch mit demIoan. 12.
Herren/ und by anderen ist zů tisch gesessen.333 Es sind ouchMatt. 28.334
vil koͤrpel der todten uffgestanden/ nach des Herrn ufferstent-
nus
/ und in die statt gegangen/ und sich vilen erschynet.335 Zů demActo. 9.
hat Petrus eyn wyb vom tod erweckt/ und sie laͤbendig darge-
stellet
.336 Das sind aber ougenschinliche bewernussen337/ das die
todten uß den greberen wider heruffer kommen sind zů den
iren/ uff dise gegenwürff gibt man gewonlich dise antwort/
Das der Her etlich ding thůt nach ordnung von im uffgsetzt/
etliche wider die ordenungn. Das erst thůt er zů lob und pryß
syner fürsichtigkeyt338. Das ander zů bewisen syne allmechtig-
keit
. Als das der hymmel staͤtz louffe/ die Sonn nimmer still
stande/ und das sie ir liecht habe/ das geschicht noch Goͤtlicher
ordenung. Aber er hat im vorbehalten das er soͤliche orde-
nung
braͤchen moͤge/ so offt er wil/ und wo er wil/ und wenn er
zů der Sonnen sagt: Stand still/ so stadt sie. Leßt er sie aber imIob.
gegebner natur unnd ordenung bliben/ so stadt sie nimmer still.339Ios. 10.
Der erden hat der Herr eyn natur unnd gesatz geben/ das sie in
mittel aller hymlen hange/ das niemand sorgen gedar340/ das sie
dahar oder doͤrthin falle/ darumb wo sie hin fůl/ da fiel sie ob-
sich
/ wider ir natur und art. Aber wenn der Herr zů ir spraͤ-
che
/ butz dich341/ oder gang do oder doͤrthin/ so thaͤt sie es/ und
würde bezügen/ das der Herr vollen gewalt altzyt über sie ha-
be
/ sie an eynander ort zůfuͤgen/ ja das er sie auch widerumb
zů nüt moͤchte machen/ wie sye uß nüt gemachet ist.

Buchsymbol fehlt

Also ist es ouch alhie/ der Herr hat geordnet/ und das uß syner
fursichtigkeyt/ das die lychnam/ so ins grab farind/ nit wider
kemend. Biß uff gemeynen vom Herrn erkendtem tag/ in wel-
chem
sie der Herr will ufferwecken. Aber der Herr will etwann
wundertzeichen thün/ unnd synen gewald unnd macht/ durch
wundertzeichen offenbaren/ darumb wecket er etliche uff/ oder
laßt sie in synem namen uffwecken/ damit der gloub in synem
namen befestiget waͤrde.342 Diß glichnus so ich yetzt fürgestellt Act. 3. und 4be-
züget
das gespraͤch/ welches der Herr und Martha ob dem ver-
grabnem
Lazaro und syner ufferstentnus gehebt hand. Da Je-
sus
saͤyte: Hebend den steyn vom grab/ sprach zů im MarthaIoan. 11.
Herr er stinckt schon/ denn er ist viertaͤgig343. Jesus aber sprach:
Hab ich dir nit gesagt/ so du gloubest/ du soltest die herrligkeit
Gottes saͤhen?344 Daruß schynet ye das Martha gloubt hab/
das ir brůder Lazarus wol würde ufferston/ aber am jüngsten
tag/345 in gemeyner aller menschen ufferstentnus/ nit yetzt. Der
halben es in ir und ouch in uns allen also soll ston. Das der Herr
die ufferstentnus aller menschen uff den jüngsten tag bestimbt
und geordenet hab/ Wie er sunste andere syne werck eyn yegli-
ches
zů siner zyt346 und ampt erachtet hatt. Und das es in wunder-
barlicher
wyß geschaͤch/ was wider die gesatzte ordenung und
vor der zyt geschicht. So ist das nun eyn wunder/ das etliche
todten erweckt sind vorm jüngsten tag/ und ist aber soͤliche er-
weckung
eyn bewaͤrnuß347 gesyn/ der leer/ oder sendung oder dien-
ste
deren die todten ufferweckt haͤnd. Aber das wunder ist nit
alleyn der zyt halben wider gemeyne ordenungen/ so von Gott
angesaͤhen sind/ sonder ouch umm der art/ wyß/ und gestalt wil-
len
/ in deren die ufferweckten gesaͤhen sind. Sittemal die ge-
schrifft
/ wie doben348 vermeldet/ offentlich antzoͤügt/ das sie nit
me sterben waͤrdind/ noch mit den lüten essen/ nach gemeynsa-
me
haben. Aber alle alten yetzt gezelte personen mit bloͤden/ und
staͤrblichen lychnam ufferstanden/ und ouch darnach gestorben
sind. Denn waͤr Lazarus nit sterblich gesyn, nach dem er uffer-
standen
was/ hettend die hohen Byschoffen nit trachtet/ dasIoan. 12.
Buchsymbol fehlt sy in ouch toͤdtind/ wie er ouch hernach verstorden und vergra-
ben
worden.349 Und ist unloͤugbar/ das der Lazarus/ und an-
dere
oben verzelten/ in herrlicher und hymlischer krafft/ ange-
legt
/ soltend ufferstanden syn/ wenn sy nach gemeyner und von
Gott verordneter regel waͤrend ufferstanden. Es ist ouch eyn
wunder by den ungelerten/ wenn irgent eyner ufferstadt/ ja das
Christus erstanden/ das was den Apostelen/ ehe sie die gschrifft
verstůndend/ eyn seltzamen maͤer: Sie hand ouch durch irenLuc. 23.350
zwyfel/ da die wyber die ufferstendnus Christus verkündig-
tend
/ gnůgsam verjaͤhen351/ das sie es waͤder verstanden noch
gegloubt hand.352 Da aber der heilig geyst die Apostlen in erkant-
nus
Goͤttlicher warheyt ingefuͤrt hat/ unnd dise reed: MynAct. 2.
fleisch wird die verwaͤsung nit gsaͤhen/353 grecht und wol erkant-
tind
/ da waar es inen nit mer seltzam. Zů dem allem ist das
ouch eyn wunder das die obertzelten verstorbnen/ als sie uffer-
weckt
sind/ zů den iren ynkeret/ mit inen allerley gemeynsame/
als vor354/ gehalten haͤnd/ als wir das in der geschrifft laͤsend/
Das aber sy vom staat355 der verstorben yemants unnderwyset
hand/ find ich nyena356/ und ist ouch nit billich sy drumb fragen/
und ist tüfelisch etwas annemenn das der geschrifft widerig/
dann Gottes wort ist die warheyt: Welcher wider die warheitIoan. 8.
redt/ der ist eyn lugner/ und der tüfel syn vatter/ der eyn vatter
der lugen ist/357 so sind ouch alle/Hier. 7. zůloser358 und anhenger der luge-
nen
verfluͤcht:359 Und wir soltend also in der warheit stan/ das/Gal. 1.
ob schon eyn engel vom hymmel keme/ und gestiß sich uns etwas
zů leeren wider Gottes warheyt/ das wir in und syne leere ver-
achtetend
/ ja ouch vermüpfftend360 und verschupfftend361 wie ey-
nen
grüwel/ das radet und heysset unß der heylig Paulus/ und
der Herr hats ouch durch eyn parabel362 angetzeygt des Richen
der in die hell vergraben/ der do begaͤret von Abraham das er
eynen welte in syn huß senden/ und syne bruͤder lassen warnen.
Den er antwortet: Sye hand Mosen und die Propheten/ denLuc. 19.363
selben soͤllend sie losen. Da aber der rych sagte: Nein vatter
Abraham/ wenn eyner uß den todten ufferstuͤnd/ so wurdend
sie baß364 thůn. Antwortet Abraham. Wenn sie dem Mosen unnd
Buchsymbol fehlt den Propheten nit losend/ waͤrdend sie ouch nit glouben dem/
der uß den todten ufferstuͤnde und zů in keme.365 Da soltend wir
ye züm ersten verstan/ das der Rych nit begaͤret hat/ das eyner
anders leerte denn Moyses und Propheten geleert hand〈.〉 Aber
wie vil findend wir yetzt soͤlicher lüten/ die wünschtent/ das ey-
ner
eyn andere leere braͤchte? Die boͤser denn der verdampt rycho
man zůachten sind. Für das ander soltent wir ouch bedrachten.
Das der Herr soͤliche botten nit wil zů uns senden/ unnd das
wir von inen/ und sie von uns nit soltend lernen.

Und er kumpt nit wider in syn husz.366Iob. 7.

Diser sententz ist zwar uß vorgehandtleter rede der massen
erlüteret/ das ichs wol haͤtt darby bliben lassen. Aber den eyn-
feltigen
zů hilff und gůtem/ ist zů mercken. Das er zwo ußle-
gung
hatt/ eyne ist. Er dencket nit in syn huß/ die andere. Er
kumpt nit personlich in syn huß. Es sitzt eyner dick367 an eynem
ort lyblich/ und ist am andern ort geystlich/ als mit synen begir-
den
/ hertzen und gemuͤt. Als Paulus zů den Corinthiern schribt.
Ich zwar/ als der mit dem lyb nit da bin/ doch mit dem geyst
gegenwürtig/ mit eüch versamlet:368 Und er sagt ouch das unser1. Cor. 5.
wandel doben im himmel sy. Also stirbt meniger369 der dannocht in
syn huß gedenckt und begaͤret das drinnen wol gieng. Also ist der
verdampt rych in syn huß mit syner begerung kommen/ da er be-
gaͤret
/ das Abraham einen in syns vatters huß sandte der syne
bruͤder/ der er noch fünff hatte/ warnete/ zůr bůß.370 So er nun
das begaͤrt/ villicht das syn pyn sich nit groͤsserte/ so ist er
in syn huß mit dem gemuͤt kommen. Aber personlich dahin
kommen/ ist er so gewyß gesyn/ das unmüglich was/ das er
nye gesagt/ vatter Abraham laß mich oder eynen uß mynem
ort in myn huß gon/ sonder das eyner uß der schooß Abra-
hams hingieng. Da naͤben wol zů achten ist/ was grosser
falsch im Bapsthumm ligt/ da man noch uff dise stund die Pol-
der
geyster für gepynigte seelen prediget/ unnd spricht das
sie in straff und pyn ligend/ unnd durch unser gůte werck/
ja mit Seelmaͤssen moͤgend erloͤßt werden.371 Ist das nit offen-
lich
wider das byspil Christi/ der da uns den verdampten ry-
chen
Buchsymbol fehlt man mit besserem verstand ynbildet/ und redlicher dar ge-
stelt
hat/ dann dise prediger. Dann der rych ist nit so toub gesyn/
noch so unredlich/ das ers in synn gefaßt in eygner person zů er-
scheynen
/ oder durch einen der in glicher pyn gfangen waͤr/ son-
der
durch ein Seel die in der schooß Abrahe372 růwete/ aller straf
und pyn fry und ledig waͤr/ aber des hat im Abraham ouch ab-
geschlagen
. So ist yetzet Abraham doben mit den synen im hy-
mel
. Drumb sinds nit seelen/ die achtzgent373/ und umb hilff an-
ruͤffent
/ sonder drughafftige boͤse geister. Mit wünschen ge-
ston
ichs/ das sie wol fast begaͤrend der iren bůß und besserung/
es ist aber nit eynerley wünschen/und sin/ an einem ort mit dem
gemuͤt und dancken sin/ und ouch lyblich da selbst syn. So aber
nun die verdampten umm ires nutzes oder minder schadens wil-
len
/ begaͤrend in ir huß/ das sich die iren besserdten welcher
wolt das den heyligen abstricken374? In sonders so wir laͤsend/
das die bywoner Gottes im hymmel sich froͤwent/ wenn sich ein
sünder bekeret/ und das groͤsser froͤüd im himmel ist/ über eynenLuc. 15.
ungerechten/ der sich enderet und besseret/ denn über 99 gerech-
ten
.375 Die wyl nun die im hymmel wünschend/ das wir vom boͤsen
abstandind376/ und fromm waͤrdind/ so sind sie by unß in unseren
hüseren mit irem gemuͤt/ aber personlich sind sy im hymmel.
Das ist allein Gottes/ da syn377/ da378 sin gemůt ist/ und ist darumm got-
tes
/ das er unendlich ist/ aber die creaturen sind endlich/ und ha-
bend
ir end/ und ist by inen zweyerley/ an eynem ort waͤselich und
personlich und mit gedancken unnd begirden sin. Sie moͤgend
wol by einander syn/ in eynem ort geistlich und lyblich syn/ wenn
aber sie geteylt werdend so geschichs/ wie geredt ist. Da lan ich
nun zů/ das Job uß der schoß Abrahe gwünscht hab/ das sich
die syne/ ja alle menschen so laͤbtent zů Gott bekartind379/ unnd
das er also ins huß widerkomen sie/ und so offt/ als offt er syne
gedancken dahin gerichtet. Das er aber personlich/ und mit siner
seel waͤselich von dannen ins irdisch huß kommen sige380/ volgt so
gar nit/ als wenig ouch volgt/ das die engeln und heiligen im
himmel/ uns vorm vatter vertraͤttent oder gedoͤrend381 vertraͤtten/
wenn sie wünschend/ das wirs laͤben enderend und besserend/ denn
es ist wyt von peynand mit demp gemuͤt wünschen und vor Got
Buchsymbol fehlt dem vatter ston/ und die welt oder eynen menschen vertraͤtten.
Das ist das ampt des aller hoͤchsten Gottes Sun und priester〈.〉1. Tim. 2.
Er hett ouch das ampt nit/ wenn er nit waͤr für uns gestorben/382He. 9. 10.
und unß dürch synen todt nit haͤt gerechtferget. Lan Daniel/
laß Job/ laß Hieremiam/ ja zů den Mosen bitten/ so bittend sie
nit uß oder umb irer gerechtigkeit willen/ als Christus. Das be-
züget
Moses der nyemands vor Gott unschuldige syn Exo. 32.urtey-
let
.383 Das bekennet Daniel/ der spricht: unser gebaͤt bringent wirDan. 9.
nit in unser geraͤchtigkeit384 ec. Und ob nun etwan eyn heilig/ als
David/ gegen dem Saul geschaͤtzt/ sich geraͤcht achtet/ und uff
soͤlich syn unschuld/ umb Gottlich hilff den Herrn hatt ange-
langet
/ so spricht er doch: Das keyn mensch vor Gott gerechtPs. 142.
sie.385 Christus aber alleyn ist one schuld allwaͤgen erfunden und er
hat der welt sünd uff sich gladen/ am crütze dafür gnüg than1. Pet. 2.
und unß gegen Gott versoͤnd/386 unnd er alleyn der aller hoͤchste
Priester ist/ dem alleyn getzimbt/ vor Gott/Heb. 7.9. in dem aller heilige-
sten
heyligthumb zů ston/ und für uns zů bitten.3871. Ioan. 2.

Das hab ich nit vergebens/ als eyn glichnus angetzogen/388 uffIoan. 11.e
das nyemandes irrig waͤrd/ uß diser rede/ so ich gesagt/ das
die heyligen in Gott verstorben etwan begaͤrent/ die iren fromm-
glich
im Herren wandlen/ unnd also uff eyn wyß Gott bit-
tend
uff das man dem Herrn Jesu in syn ampt nit griffe/ und
im syn eer niemands schmaͤlere/ das aber geschaͤch/ wenn wir
meer fürbitter oder vertraͤtter/389 nebend den herrn satztend und ist
also angezeygt/ welcher massen die verstorben in ire hüser kom-
mend
und nit kommend. Das aber etliche sagend. Die verstor-
bend
kommend zů den iren umb hilffe/ und ziehend disen spruch
des heiligen Job an: Erbarmend eüch myn/ erbarmend eüchIob. 19.
myn/ ir myne fründ/ denn die hand Gottes hat mich geruͤrt/390
unnd ist nit groß wunder das etlich unbesonnen in anziehend
diewyl er in den Vigilien und fast in aller gewychten mul391 klin-
get
/ aber es solt meniglich Gottes wort/Hier. 23. als Gottes wort re-
den
/ und nit unnützlich in mund naͤmen/392 sondern ein ernstlichenExo. 20.
flyß han/ des Herrn wort in dem sinn fassen/ in welchems der
Herr geredt/ so wurdend wir allenthalben der sachen bald eyn-
haͤllig
Buchsymbol fehlt/ also ouch eyn sinn der geschrifft ist. Woͤlt man yetzt an-
gezogen
wort des heyligen Job/ wie er sye gesetzt hatt/ annem-
men
/ so fiel der falsch bruch schnell hernider/ unnd wurde key-
ner
sagen oder singen/ das die seelen uß dem fegfür oder uß der
under helle/ ja ouch nit uß dem grab zů iren fründen schryent/
oder zů in kommen und si mit soͤlichen worten anlangend. Er-
barmend
üch myn/ erbarmend üch myn/ o myn fründ/ dann
die hand des herren hat mich gerůrt.393 Denn es stond wider disen
falsch und müßbruch/ zum ersten der houpthandel und das ly-
den
Jobs/ zum andern die vorgeende wort/ zum driten die
nachvolgende wort/ zum vierden des Jobs ander wol gesetzte
fulment394 und gründe.395 Der houpthandel stadt/ so vil das yetzig
ort erforderet/ in dem grossen bittern lyden/ welches Job hie uff
aͤrden/ und nit in der hell/ noch im fegfür/ noch in der grůben
erlytten hat/ das ist offenlich/ unnd welcher das nit weißt/ der
weißt ouch nüt von aller leer des Jobs. Fürs ander spricht
Job mit runden worten/ Myne naͤchsten hand sich entzogen/Iob. 19.
und myne fründ hand mynen vergessen: Myne hußgenossen
und myne maͤgt achtent mich für froͤmbd. Myn wib schühet396 ab
mynem athem. Ich můß floͤhen397 den kindern mynes lybs. Allen
mynen getrüwen gruset398 ab mir/ ec. Myne gebeyn hangend an
myner hut und fleisch/ und kan myne zaͤn mit der hut nit bede-
cken
.399 Das sind ye klare und offenbare reeden/ das der Job von
synem wyb/ kinden und diensten redte/ und klage das sie in in
syner kranckheit also verlassen/ ja ab im400 eyn grüwel hand. Hat
aber der standthafftig Job das alles in synem huß/ oder in der
hell erlitten? Hat ims mul401 in der hell oder in synem huß gestun-
cken
? Hant in syn wib und syne kinder und syne maͤgt in der hell
oder in synem huß verlassen? Hand sie in nit als eyn grüwel/ in
syner kranckheyt/ da er voller gschwaͤren unnd eytteraͤchtig402
was und noch in synem huß was/ geschühet? Oder sind sie alle
mit im in der hell gesyn? Oder im fegfür? Oder im grab? Oder
wo hat den hußgenossen ab dem Job gegruset? Nit im huß?
Nit in synem laͤben? Oder sind sie mit dem Job in der grůben/
oder im faͤgfür oder in der hell verschlossen gewaͤsen? Nun
woͤlt ich doch ouch gern wissen/ an welchem end der fromm
Buchsymbol fehlt Job syne zaͤn403 nit hat moͤgen mit der hut bedecken/ und wo syne
gebeyn an der hut ghangen sind. So aber das alles nyenen404 ge-
schehen
ist/ dann im laͤben und huß des duldtmuͤttigen Jobs/ so
gesicht man wol/ den grossen unflyß oder druck deren/ die soͤ-
lichs
geschrey (Erbarmend eüch myn/ erbarmend euch myn
ir myne fründ) verkündigen/ sam405 waͤr es in der hell oder im
faͤgführ oder im grab geschehen.406 Das er dise klaͤgte in synem
huß und staͤrblichem laͤben than hab/ betzügent ouch fürs drit-
te
dise nachvolgende wort die also luttend. Warumb vervol-
gend
ir mich glych so wol als Gott? Moͤgent ir eüch nit ab my-
nem
fleisch ersettigen?407 Dise wort zeygend heydter408 an das syn
wyb/ kinder/ und diensten/ den frommen Job ouch geblagt haͤnd/
und den betruͤbten/ betruͤbt haͤnd/ und den geletzten/ geletzt409/ und
schmertzen zů schmaͤrtzen gehüffet haͤnd. Das aber wider Gott
und wider alle billigkeyt ist. Der Herr wil ye nit/ das wir die be-
truͤbten
/ betruͤbend/ sondern unß mit inen betruͤben soͤllend. Und
die krancken besůchen mit hilff/ die betruͤbten troͤsten soͤllend.
Die blossen bekleyden/ die hungerichte spysen sollend.410 Und der
Her macht einen arm/ den andern rych/ das der rych dem armen
haͤlffe.411 Und stoßet etwan einen in hunger/ in kranckheit/ in Deut.15.aller-
ley
not/ uff das im die andere zů springend mit spyß und mit al-
lerley
bystand/ und fasset dise beyde ding mit eynem willen/ und
wil das wir den gesund machind/ den er kranck gemacht/ den
uff kupfind412 den er nider geworffen/ den spysent/ dem er die
spyß abgeschniden/ den hübschlich wüschind und trochnind/
und ouch heylind/ welchen er mit gschwaͤren und eyssen413/ eyter
und wůst414 über schütt haͤt.415 Und welcher das übersicht der soll
synem Goͤtlichen willen üßersaͤhen han. Das er schynet im by-
spil
vom Rychenman unnd Lazaro416/ das leeret die geschrifft/
die Propheten verkündigents/ der Herr Jesus wills achten
glych/ als waͤr es im selber gschehen/ so eyner eynem kranckenDeut.15.
hilff thůt oder nit thůt.417 Darumb spricht der fromm Job/ Esa.58.wol-
tend
ir mich glich wie Gott plagen?418 Weltend ir also spraͤchen.
Der Herr hatt dich geschlagen darumb woͤllend ouch wir zů
schlahen? Oder also dencken/ der Herr hat dich verwund/ und
mit schmaͤrtzen beladen/ so wellend wir raͤcht thůn was Gots
Buchsymbol fehlt thůt/ und synen willen vollenden/ unnd dich baaß419 verwun-
den
/ und schmertzen zů dynem schmaͤrtzen setzen? Nein/ das
heißt nit noch Gottes willen laͤben. Darumb soltend ir eüch
die arbeytsaͤligkeyt420 mynes fleisches lassen ersettigen/ und er-
bermbd
mit mir han/ mir spyß und dranck zů rechter zyt gaͤben
mir hilff und rath thůn. Oder also/ drumb soltend ir eüch mit
mynem fleisch nit lassen ersettigen keynen v〈e〉rdrutzq421 ab mir schoͤ-
pffen
. Das ist/ ir soltent mir keins leyd thůn/ waͤder mit spaͤtz-
len
422/ noch verachten/ noch mich verlassen. Das alles wo hats
statt gehebt denn im huß des dultigen Jobs/ und in der zyt sy-
nes
schmaͤrtzens/ da im hilff not was/ oder warend des Jobs
wyb/ kind und dienste mit dem Job in der grůben? In dem
faͤgführ? Oder in der helle? Oder plagtend sie da selbist den ge-
plagten
? Mag aber niemands reden/ das dise geschichte im
grab oder im faͤgführ oder in der hell geschehen sind/ so mag
ouch keyner sagen/ das der fromm Job dise klage. Erbarmend
eüch myn/ ir mine fründ/ in dem grab/423 im faͤgführ oder in der
hell gefuͤrt hab. Was bedarffs doch eyniger befestigung? So
dise klagwort offenlich maͤlden/ das die hand des Herrn denIob 1.et 2
Job hab angeruͤrt/424 das ist in mit eysen425 und eyter gschlagen/ und
im andern grossen schaden zůgfuͤgt/ welcher ist der das dem
Job zů schriben gdarff im grab in der hell oder faͤgführ? Wel-
cher
ist so toub unnd unsinnig? So wird nun volgen/ das der
fromm Job nit uß dem faͤgführ und nit uß der hell/ ouch nit uß
dem grab zů synen fründen geruͤfft hab umm hilff und bystand/
das er ouch gar nit begaͤrd hab hilff und rath von synen frün-
den
/ als er vergraben. Denn ob schon der rych verdampt manLuc.16.
uß der hell umb hilff hat den Abraham angeruͤfft/ so stat doch
nit geschriben/ das er zů synen bruͤdern geschryhen/ unnd hilf
von inen begaͤrt hab.426 Ja er was witziger dann die/ die soͤliche
klagred in den Vigilien singend/427 denn er ouch nit von Abraham
mee hilff geforderet/ nach dem er horte/ das keyner uß Abra-
hams end zů im/ noch keyner uß synem ort zů Abra-
hams ort
gan moͤchte.428 Das aber wellend etliche waͤder von Abraham
noch von andern annaͤmen/ wiewol sie selber verjaͤhend429/ das
keyn hilff den verdampten zů gůtem beschuͤsse430/ und das die/ so
Buchsymbol fehlt in Abrahams schoß warend/ keiner hilff von pynen431 bdorfftent/
noch begaͤrt hand. Das aber die verstorben von den laͤben-
digen
nüts laͤrnend/432 und ouch widerumm die laͤbendigen von den
verstorben nüts soͤllend leernen/ betzüget die geschrifft. Wel-
che
under anderen lasteren des künig Sauls ouch das verzelet
das Saul den frommen und geliebten Propheten gottes Samuel/1.Re.28.
der verscheiden was/ durch eyn warsagerin ließ uffwecken/ uff1.Par.10.
das er in raths fragte/ wie es im/ wider die Philistiner zů strit-
ten
/ wurde gelingen.433 Das aber die laͤbendige den laͤbendigen
by stan/ und rath und that thůn soltend/ und nit die verstorb-
nen
/ zeiget Moses an des orts/ do er den Herren trüwlich bitt/
das er dem volck eyn fürsten woͤlte gaͤben/ ehe er sturbe/ derNu.27.
dem volck nach synem tod trüwlich unnd wyßlich fürgieng434/
sie leydete/ und ins gelobt land braͤchte.435 Im nüwen Testament
laͤsend wir/ das Abraham gesagt hab. Sie hand Mosen unndLuc.16.
Propheten.436 Das ist Moses und der Propheten buͤcher/ unnd
das der Herr die yhene/ so fragtend/ was sie thůn soltend/ da-
mit
sie in Gottes rych kemind/ zům gesatz fůrte/ und riethe
das sie das selbe erkundigend und thaͤtend.437 Item: Das PaulusPhil. 1.
klaͤrlich ußtruckt/ das er umb deren willen/ die er larte/ begaͤr-
te
lenger im fleisch/ das ist in disem staͤrblichem laͤben/ zů bli-
ben
/ uff das er mit synem werck und predigen in438 fruchte braͤ-
chte
/ und nutzbar syn moͤchte.439 Bewyset mit diser rede/ durcha contrario sensu
den gegen sinn/ der in allem raͤchten starck ist/ das er waͤder die
Philippern nach andere leeren moͤcht/ so er von diser welt waͤr
abgescheiden. warumm doch hat ers noͤtiger geachtet im fleisch
zů bliben? Spricht er nit umm üwertwillen? Warumm umb der le-
bendigen
willen? Das er in440 eyn fruchte des werckes gebaͤren
moͤchte. Was ist das? Ich hoff sagt er das ich by eüch bliben
waͤrde zů fürderung des evangelii und des gloubens/ der gloub
ist uß dem gehoͤrt/441 das ich üch eyn geistliche gnad mitteyle. DasRom.10.
ich üch pflantze oder besprenge und der Herr das wachsen gaͤbe.442
Umb solicher ußspendung der leer des wercks und fürderung1.Cor.3.
des gloubens willen/ hats der heilige Paulus/ notwendig syn er-
kent
in disem laͤben zů bliben. Ists aber noͤtig/ so kan es nit sin: das
ein todter Apostel uns lere/ troͤste/ vermane und der glichen thuͤye〈.〉
Buchsymbol fehlt Welche es nun über das dafür achtend/ das uns Paulus/ Pe-
trus/ Joannes oder eyn ander etwas leeren oder helffen moͤge/
die gloubend nit/ das der heilige Paulus allhie schribt/ also Phil.1.sa-
gent
: Welte ich eüch leeren/ und fruchtbar syn/ und mit mynem
werck üch gůts thůn/ und das wort lenger mit teylen/ durch
welches der gloub gepflantzet im hertzen/ und gespyßt und un-
derhalten
wirt/ so muͤste ich nit sterben/ wiewol sterben myn
gewyn waͤre/443 denn ich khemme vil baaß und naͤher zům Herrn denn
Job vor der zůkunfft Christi/ der ouch die finsternus der grů-
ben
drumb so grusam gmacht hat/ das er da zůmal nur in die
schoß Abrahe fůr. Ich aber würde zů mynem Herrn faren/ der
myn kron und laͤben ist/ von welchem wir alle/ yetzt durch den2 Cor.5.
glouben wandlend.444 Aber vmb üwert445 willen welten ich soliches
nützes lenger manglen/ und im fleisch bliben/ denn es not waͤr im
fleisch zů bliben/ so ich üch welte leeren/ oder sunst nütz syn.
Wil nun yemandes one nachteyl vom heiligen Paulo geleert
werden der laͤß syn werck und buͤcher/ die er uß Gottes geyst
alhie geschriben/ und hinder im gelassen. Welcher das nit wil/
der würde dem heiligen Paulo ouch nit yetzt glouben/ noch so
er von todten wider keme/ wie er im ouch das nit gloubt/ da er
spricht/ Es ist notwendig/ das ich im fleisch umb üwert wil-
len
blibe/446 Also stat der ußspruch Sant Job der hinnunder fa-
ret
kumpt nit wider in syn huß.447

Volgt im Text.Und es wird in syn ort oder end nit
me kennen.448

Das ist/ die syne waͤrdent in nit annemen noch erkennen/ wiewol
er in im laͤben wol bekant was. Also solts by aller welt ston/ und
keyn fründschafft begaͤren/ das die todten zů in kemind/ unnd
bescheyd gaͤbend des stats der todten. Denn das eyn starck kunt-
schafft
gibt/ das sie der geschrifft nit gloubend noch dem Herr
der die gschrifft geben hat/ so von todten wellend bericht syn.
Aber wie vil sind ir/ so den Polder geystern und erdichten seelen
grossern glouben/ den449 der gschrifft/ dorstend450 gaͤben?451 Darumb
Buchsymbol fehlt ist das ein reed452/ wie ir in der gschrifft vil/ und nit wenig in bur-
gerlichen
gespraͤch vermerckt werdend. Syn volck wirt in nit
me erkennen/ das ist es solt in nit erkennen/ noch begeren das
Gottes ordnung zwischen dem staat der laͤbendigen/453 und zwi-
schen
dem staadt der verstorbnen gestalt/ verruckt wurde. So
lieb solt in Gott syn/ und syn wyßheit so gnuͤgsam/ das sie es
nit anders noch besser wunschtent. Uff dise wyß spricht die ge-
schrifft
: Frag dyn vatter und můter und dyne eltesten die Deu.32.wer-
den
dirs sagen:454 Nit das dise personen alwegen so geschickt455
sind/ das sie antwurten vermoͤgend. Denn gar vil ungeleerte
Priester und eltesten gewaͤsen sind/ so der haͤndel Gottes we-
der
urteyl noch bericht geben vermoͤcht hand/ das klagent die
Propheten Esa'ia'. Hiere'mia'. Ose und Malachias traͤffenlich.456 Wa-
rumb
spricht denn die geschrifft/ Sie werdend dirs sagen? Da-
rumb
das sie beide parteyen underwysen thůt den frager. Wel-
chen
er fragen sol/ und die alten (damit ich eltern und Priester/
Bischoffen und Propheten verfasse457) erynneret/ was kunst sie
haben muͤßtend woltend sie irem ampt glich syn/ unnd wie sie
gůten bscheyd meniglichen der leer und haͤndel Gottes zůgeben
pflüchtig sind. Uff dise wyß spricht man/ der Richter rich-
tet
/ so ers schon krum macht.458 Und also/ Der Richter spricht
recht. So er doch unrecht spricht.459 Und ist so vil gesagt/ Syn
ampt erforderetz das er recht spraͤche/ und er sitzet ye darumb
da. Also spricht Job: Syn volck oder ort wirt in nimer mee er-
kennen
/460 dwyl sie solten spraͤchen: Er ist dahyn/ wir muͤssend2.Re.12.
nahin461/ und er kumpt nit wider zů uns/462 ist aber eyn volck un-
gloͤubig
und begaͤrt/ das er wider kumme zů in/ so wil dise reede/
soͤlichs volck solts nit begeren. Das wil der fromm Job leeren.
Das hat der gůt knecht Gottes Moyses463/ lang nach dem from-
men
Job gschriben/ fast mit solichen und so vil worten als Job
sagent: Der menschen laͤben ist wie eyn hoͤw464 und als eyn Psal.102.faͤld-
blum
blüyet es/ so bald ein ruher465 wind übergadt/ so ist er nüt.466

Und syn ort wird in nit me annemen/467 etc.

die letzte wort han ich mit grossen bůchstaben vertzeichnet/ uff
das der laͤser saͤhe/ wie glich dise rede sie/ unser reed/ so wir yetz
Buchsymbol fehlt ußlegend und des heiligen Job ist. In Hebreischer zungen sind
sie so gaar eynerley/ das es eyn můtmassung gibt.468 Der ander
habe des ersten sententz von wort zů wort woͤllen anden469/ unnd
mit soͤlicher wideraͤfferung470 unß vermanen/ das wir solichen
sententz des heiligen Jobs mit beiden oren/ und mit begirigem
hertzen fassen soltend. Diewyl khom471 eyn artickel ist/ in wel-
chem
der mensch fürwitziger472 ist. Denn es wil yeglicher gern wis-
sen
/ wie es in yhener waͤlt stande/ und wil aber nyemands Got
glouben/ der uns solichen stadt schon hat offenbaret in synem
wort. Das Hebreisch wort Jakirennu473 heyßt/ das widerumb er-
kennen
was eynem vorbekant gewesen ist. Als wenn eyner eyn
gesellen oder bůch/ oder etwas anders erkennet/ und als erkennt
achtet/ das er vormals erkennet hat. Darumb han ichs anne-
men
vertutscht nach gelegenheit dises orts. Da man widerumm
das handlen und heben474 wil/ das man vor475 gehandlet hat. Aber
der fromm Job wil das wir uns die verstorben nit/ als wie sie
im laͤben by uns sind gwaͤsen/ annemend/ weder mit radt noch
mit hilff. Der wegen er soliche reed/ Erbarmend eüch myn ir
myne fründ476 keyns wegs von im geredt wil haben/ nach dem
er verstorben/ und nach dem lyb im grab/ nach dem geist in Abra-
hams schoß was/ und es ist offenlich wider syne leere und synn
glouben/ und kan es keyner sagen/ das es eyn geschrey der tod-
ten
zůn laͤbendigen sie/ sonder der schwachen und krancken der
geaͤngstigten und betruͤbten menschen in disem laͤben zů dem
gegenwürtigen. Zů yetzt obgehandletem sententz moͤcht ey-
ner
ouch dise reed fuͤgen. Der mensch ist fleisch und eyn geyst/
der dahin gaadt und nit widerkumpt:477 Diewyl sie aber ouch Psal.77ey-
nen
andren sinn hat. Namlich daz der geyst des menschen sich
vergon mag und fallen mag/ und von im selber nit uffstan. Wie
ouch der gerecht mensch/ der am tag siben mal falt/ durch die
krafft Gottes uffstadt/478 so laß ichs also bliben/ unnd es ist ouch
nun mee gnůg noch der lenge vom sterben des menschen g〈s〉agtr
wie der selbe vergaadt/ gar veraͤnderet/ und der nit blibt der er
vor was. Ouch wie eyn grosser unnderscheyd zwyschen dem
stadt der laͤbendigen und verstorbnen ist. Was herrlichen waͤ-
sen
Buchsymbol fehlt die gerechten erlangen waͤrdent/ was unerlich schandtlich
und jemerlich waͤsen die ungerechten wurd überfallen und
engstigen. Und das der Herr syn krafft in beiden bewisen waͤrd.
Das ouch die laͤbendigen den todten/ noch widerumb die tod-
ten
den laͤbendigen nit vermoͤgend zů hilff kommen/ und in was
gefaͤrden479 die sind/ so von todten begaͤrend underwyset waͤr-
den
. Der Herr erbarm sich unser/ und erlüchte unsere ougen/
uff das wir in/ und syn Goͤttliche warheit erkennend und lie-
bend
/ und der ufferstentnus der gerechten vaͤhig erfunden480 waͤr-
dend
. Amen.


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c-cin Antiqua
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iType ausgefallen
jvom Editor verbessert aus uffrerstentnus
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ofolgt Trennstrich
p-pTextverlust Exemplar Basel
qfehlendes e ergänzt
rType ausgefallen

2Verwandtschaft, Sippe, aber auch die Gesellschaft von Verwandten und Freunden. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 1307f. s.v. Fründschaft Nr. 2 u. 3.
3Leutpriester, Pleban, besetzt eine Stelle mit pfarrlichen Rechten (hinsichtlich Seelsorge und Einnahmen), ohne Pfarrer sein zu müssen.
4Leichengeleit. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 810 s.v. Folg Nr. 1.
5Die Toten- bzw. Seelenmessen sind ohne Grundlage in der Heiligen Schrift.
6Totenwachen und -gebete.
7Leichenzug, hier nicht das schmucklose Leichengeleit im neuen Sinn der Basler Kirche, sondern die mit Musik, mitgetragenen Heiligenstatuen, Blumen etc. ausgeschmückte Pompa funebris.
8übergeben. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 799 s.v. e(n)tfëlchen Nr. 3. D.h. auf dem Leichengeleit solle der Leutpriester für die ihm übergebene Gemeinde der Hinterbliebenen zu deren Nutzen eine Predigt auf Grundlage der Heiligen Schrift halten. Die Predigt ist nicht wie die katholische Totenmesse an den Verstorbenen gerichtet.
9Absetzen der neuen protestantischen Totenbegehung (Leichengeleit) mit einer Totenpredigt von papistischen Ritualen der Messe, Totenwache und des Leichenzugs.
10Karlstadt gibt an, dass er zuerst die dem Text zugrundliegende Predigt gehalten hatte und von einem anwesenden Freund zu ihrem Druck aufgefordert wurde.
11Der Text ist gegenüber der Predigt vermehrt und mit biblischen Belegstellen am Rand versehen.
12desto mehr, desto besser.
13Hiob 7,9f. Der biblische Text ist in Gotica mit einer größeren Type gesetzt, der Kommentar Karlstadts kleiner in Schwabacher.
14ausmalen, darstellen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 11, 2004 s.v. usstrichen Nr. 1b.α.2.
15erklären, eröffnen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 12, 1215 s.v. e(n)tdecken Nr. b.β und γ.
16Kontext.
17Unterscheidung verschiedener Formen biblischer Gleichnisse: Metapher für sich oder für andere Teile der Schrift (Synekdoche, pars pro toto bzw. totum pro parte).
18schaden. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 3, 1556 s.v. letzen Nr. 2.
19Zeugnis, Kenntnis. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 3, 353 s.v. Chundschaft Nr. 2 u. 3.
22schauen.
23weit.
24Interpretation, Einführung in eine Kenntnis. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 3, 1492 s.v. Inleitung.
25klare, offenbare. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 2, 1769 s.v. heiter Nr. 3.
26entgegenstehe.
27zunichte.
28gefährlich.
29bedenklich. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 7, 1320 s.v. sorglich Nr. 1b.
30Schaden.
31wenn man danebenschlägt und verfehlt, was man treffen soll.
32etwas richtig zu gebrauchen.
33So.
34zunichte.
35Vgl. Hiob 36f. u.ö.
36Feuchtigkeit.
37Scheidewand bzw. Firmament, das nach 1. Mose 1,6f. die irdischen und himmlischen Wasser voneinander trennt, vgl. DWb 24, 1778f. s.v. unterschlacht Nr. 1 u. 6.
39haufenartig, im Haufen.
40Bezug auf Hiob 29 unsicher. Vgl. dagegen Hiob 26,8; 37,11.
42mit Brettern verschlagen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 12, 532 s.v. tafelen Nr. 1.
46begründet, befestigt.
48Wohl erneut Verweis auf Spr 30,4, siehe o. KGK 380 (Anmerkung). Zur Wolkensäule vgl. 2. Mose 13f.; 31; darüber hinaus zu Wolken, die die Herrlichkeit Gottes verdecken, Hiob 22,14; 26,9; Ps 96(97),2; Klgl 3,44; Mk 9,7 par u.ö.
50Karlstadt wendet sich gegen sinnlose Stellenvergleiche zur Erklärung von Metaphern, sondern setzt sich für eine inhaltlich-kontextuelle Begründung ein.
51Feuer, Gewitterblitz. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 940 s.v. für Nr. 1.
53herab. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 2, 1560 s.v. abher.
54Donnerschlag. Vgl. zum Sprichwort Wander, Sprichwörter-Lexikon 1, 406 s.v. Blitz Nr. 18.
55zusammendrängen, quetschen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 4, 1638 s.v. bërzen Nr. 2.
56abgießen. Vgl. DWb 12, 386 s.v. läutern Nr. 1a.
58Karlstadt folgt den biblischen Beschreibungen; siehe o. KGK 380 (Anmerkung).
59Tau und Reif.
60nach dem Regen scheint die Sonne, vgl. Wander, Sprichwörter-Lexikon 3, 1575 s.v. Regen Nr. 69f.
61läutern; aufklaren, sich lichten, vgl. FWB s.v. läutern Nr. 2.
62Glanz. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 2, 650 s.v. Glast Nr. 1.
63Gemeint ist: Aus deinem Glanz oder Schein sind die Wolken hervorgegangen; vgl. Ps 17(18),13.
64Ihre (der Wolken) Stelle, wo sie gestern gestanden haben.
65Karlstadt verweist die Auflösung des Gleichnisses vorwegnehmend (siehe KGK 380 (Anmerkung)) auf die Flüchtigkeit der Naturerscheinungen (Wolken, Wasserwege, Vogelflug) als Synonym für die Flüchtigkeit des menschlichen Lebens.
66Teile.
67vergangenen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 8, 827 s.v. verschine(n) Nr. 2a.
68dienlich.
69schlicht.
70Das Vergehen der Wolke als Gleichnis für das Vergehen des Menschen.
71Die Bildworte des Alten Testamentes haben in ihrer Einleitung nicht das für die Gleichnisse Jesu charakteristische Einleitungspartikel »wie«.
72einprägen.
73Dieser Vergleich findet sich auch in Hiob 10,16.
74erwähnter. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 17, 994 s.v. angezogen Nr. 3.
76Hölle, vgl. FWB s.v. 2helle Nr. 1.
77Karlstadts Attacke gegen eine Lesung der Textstelle als Hölle und Ort ewiger Verdammnis könnte sich auf eine jüngst veröffentlichte Schrift beziehen, die aus der Feder eines lutherischen Autors stammt: Brenz, Job (1538), fol. 61v–62r. Hebraica Biblica (1535) 2, fol. 661v übersetzt »sepulchrum«. Ähnlich Pellikan, Commentaria Bibliorum 4 (1534), fol. Bbb3r, der zudem eine Lesart des Höllenfeuers angibt, die der Karlstadts im Sinne innerweltlicher Prüfungen nahekommt: »Nomine autem inferni hoc loco sepulchrum, vel mortem corporis intelligit. Sed et inferni ignes aliquando dicuntur electorum probationes, quibus tentantur ad dei gloriam, et hominum vanitas declaratur, ut hoc loco videri potest.«
78Unterwelt, Toten- bzw. Schattenreich, vgl. Gesenius, Handwörterbuch, 1306 s.v. שְׁאוֹל; WiBiLex s.v. Jenseitsvorstellungen (AT).
79häufig, mehrfach, oft. Vgl. FWB s.v. dik II Nr. 1.
80Vgl. 1. Mose 37,35 Vg »descendam ad filium meum lugens in infernum.«; 1. Mose 44,29–31.
81Vgl. Ps 138(139),8 Vg »[…] si iacuero in inferno ades«.
82neu belebe, stark mache, von den Toten belebe. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 3, 122f. s.v. erkecken/erkicken.
83häufige Dunkelheit.
84Hiob 10,20–22 Vg »[…] brevi dimitte ergo me ut plangam paululum dolorem meum antequam vadam et non revertar ad terram tenebrosam et opertam mortis caligine terram miseriae et tenebrarum ubi umbra mortis et nullus ordo et sempiternus horror inhabitans.« In ähnlicher Übersetzung auch Luther, vgl. WA.DB 10.I, 28,13–16.
85Wiederholung von bereits Gesagtem, vgl. DWb 29, 896f. s.v. wi(e)deräferung; FWB s.v. äferung Nr. 1; FWB s.v. äfern Nr. 1 u. 4.
86Vgl. KGK 380 (Anmerkung) (»terram tenebrosam et opertam mortis caligine terram miseriae et tenebrarum ubi umbra mortis«).
87Bezug auf Johannes Reuchlins De arte cabalistica, der die Höllenbeschreibung des Joseph Gikatilla aus dessen Portae Lucis folgendermaßen übersetzt: »Duae species gehanam sunt, superior et inferior, una ad corpus in mundo isto, una ad animam in mundo venturo post istum. Et locus comprehendens omnia haec est vocatus arka, quoniam in eo sunt gehanam et portae mortis et umbra mortis et puteus interitus et lutum faecis et perditio et fovea. Hucusque Ioseph Castiliensis. Iam haec vincula, hic carcer, hae compedes, haec servitus, haec captivitas peccata noxiorum manent tam corporum in mundo praesenti quam animarum in mundo futuro […].« (Reuchlin, Werke 2.1, 134,12–21).
88Mühseligkeit. Vgl. DWb 1, 544 s.v. Arbeitseligkeit. Vermutlich ist damit die »servitus« bei Reuchlin gemeint; s.o. KGK 380 (Anmerkung).
89sehr.
90Möglicherweise ein Bezug auf Johannes Bugenhagen, der seit 1533 von Wittenberg aus als Ober-Superintendent des rechtselbischen Kurkreises wirkte. Bugenhagen war für seine Ausarbeitungen lutherischer Kirchenordnungen bekannt; in Wittenberg übernahm er die Aufsicht über die Ordinationen. All diese Tätigkeiten mögen für Karlstadt den Charakter bischöflicher Aufgaben besessen haben. Die Referenz könnte damit erhärtet werden, dass Bugenhagen in seinem Hiobkommentar von 1527 das Land der Finsternis in Hiob 10,21 als Unterwelt bezeichnete, was Karlstadt hier ausdrücklich ablehnt. Vgl. Bugenhagen, In Hiob annotationes (1527), fol. B7r: »Ad terram tenebrosam) ad inferos […].«
91verkehrt. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 3, 1549–1555 s.v. lëtz.
92Rabbi Joseph Gikatilla (1248–1325), Kabbalist und Philosoph. Erneut Referenz auf die Übersetzung Johannes Reuchlins in dessen De arte cabalistica. Siehe o. KGK 380 (Anmerkung).
93irgendwo. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 594 s.v. etwann Nr. 5.
94Angelehnt an Vorstellungen von der Schule Gottes ist die Schrift und der Heilige Geist der Lehrmeister, der Gläubige ihr Lehrling. Vgl. KGK V, Nr. 232, S. 313 u. S. 322, Z. 4f.
95sehr dunkel; vgl. KGK 380 (Anmerkung).
96schädigte. Siehe o. KGK 380 (Anmerkung).
97Hiob 10,22 Vg »[…] et sempiternus horror inhabitans.«
98Schauderung; Zustand des Schauderns, Horror, vgl. DWb 14,2309f. s.v. Schauderung.
99Vgl. auch Ps 138(139),12.
100x\char211{}\heG{Q}{\char131}P\hebre ist Jussiv von יפע vgl. Gesenius, Handwörterbuch 480 s.v. יפע.
101Vermutlich Bezug auf die erst einige Jahre zuvor erschienene Übersetzung von Sebastian Münster: »Terram obscuram, caligine similem, et umbra mortis (opertam) et ubi ordines (temporum) non sunt, sed caligine conspicua est.« (Hebraica Biblica (1535) 2, fol. 663v). Vgl. auch Pellikan, Commentaria Bibliorum 4 (1534), fol. Bbb6v: »Antequam vadam, et non revertar, ad terram tenebrosam, et opertam mortis caligine, terram miseriae et tenebrarum, ubi umbra mortis et nullus ordo, sed sempiternus horror inhabitat, (et cuius lux sicut caligo.).« In der von Paulus Ricius vorgenommenen Übersetzung heißt es: »[…] ac profundam gehennam idest inferni habitacula, quae tenebrarum caligine nox appellari solent […].« (Gikatilla/ Ricius, Portae Lucis (1516), fol. L4r).
102Grausen, vgl. FWB s.v. grausen.
103Die übliche Übersetzung, u.a. in der auch von Karlstadt verwendeten Biblia (1514), fol. 219r: »[…] sed sempiternus horror inhabitans.«
104schaut.
105lautet, klingt.
106in der Art.
107Die Marginalie ist zu korrigieren zu Mt 6,23.
108wie ein Stück Kohle.
109erscheint ihm.
110Welche Freude haben wir?
111sich zeigen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 140 s.v. eräugen.
113So steht es um die toten Körper.
114Erde.
116ihnen.
117Wohl Bezug auf Vorstellungen vom Eingang zur Hölle am bzw. im Vulkan Hekla auf Island, also hinter Norwegen, die im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit kursierten. Münster, Cosmographia (1544), fol. 520v überliefert die Legende von Ertrunkenen, die am Hekla als Verstorbene wieder erschienen seien und die es, trotz Aufforderung, wieder heimzukommen, erneut ins Innere des Vulkans gezogen habe. Dieser Bericht findet sich auch bei Olaus Magnus, dessen Historia de gentibus septentrionalibus erst 1555 in Rom erschien; allerdings wurde bereits 1539 in Venedig eine deutsche Frühfassung veröffentlicht (Ain kurze Auslegung und Verklerung der neuuen Mappen von den alten Goettenreich und andern Nordlenden sampt mit den uunderlichen Dingen in land und uasser darinnen begriffen). Karlstadt konnte diese Schrift zum Zeitpunkt der Publikation der Erläuterung von Hiob 7,9f. noch nicht kennen.
118Eine solche Textstelle konnte in Reuchlins Verweisen auf Rabbi Joseph Gikatilla nicht nachgewiesen werden.
119Die damals gängige Beschreibung von Polarnacht und Polartag, die den tatsächlichen Phänomenen durchaus nahekommt, findet sich bei Mela, Cosmographia (1512), fol. E1v: »In ea quod sol longe occasurus exurgit breves utique noctes sunt: sed per hyemem sicut alibi obscure, estate lucide: quod per id temporis iam se altius evehens: quamquam ipse non cernatur/ vicino tamen splendore proxime illustrat, per solstitium vero nulle: quod tum iam manefestior non fulgore modo: sed quoque partem maximam ostentat.« Vgl. auch Plin. nat. 2, 150f.
120Vgl. 1. Mose 3, bes. 22.24.
124Preis.
126Unklar. Wohl untertänig.
127Niedergeschlagenen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 14, 822 s.v. verdruckt Nr. 3b.
128Vgl. Hiob 29,13–16 sowie ergänzend Hiob 1,1.8.22; 23,10–12; 27,1–6; 31 u.ö.
129trefflich. Vgl. FWB s.v. treffenlich Nr. 5 u. 7.
130geschadet, verletzt. Siehe o. KGK 380 (Anmerkung).
131eine Hölle genannt.
132Hiob 19,25 Vg »Scio enim quod redemptor meus vivat et in novissimo de terra surrecturus sim.«
133rundheraus.
134Vgl. Hiob 14,13 Vg »Quis mihi hoc tribuat ut in inferno protegas me ut abscondas me donec pertranseat furor tuus […].«
137Erde.
139vorher.
140Haut.
144Vgl. Phil 3,5; auch Apg 23,6.
145vertilgt. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 2, 357 s.v. zergangen Nr. 1c.
146Bedeutung nicht klar, möglicherweise »zwiefach« als Analogbildung zu »einet«, dies aber im Sinn von fortwährend. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 278 s.v. einet.
148Haut.
149Vgl. Hiob 19,25–27 Vg »scio enim quod redemptor meus vivat et in novissimo de terra surrecturus sim et rursum circumdabor pelle mea et in carne mea videbo Deum quem visurus sum ego ipse et oculi mei conspecturi sunt et non alius reposita est haec spes mea in sinu meo.«
150dolmetschen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 12, 1745f. s.v. tolmatschen a.
151zerquetschen, zermalmen. Vgl. DWb 31,711 s.v. zerknütschen.
152bekennen. Vgl. DWb 25,607f. s.v. verjehen.
153verwest.
154lautet.
156vorher.
157Vgl. Joh 17,3 Vg »Haec est autem vita aeterna ut cognoscant te solum verum Deum et quem misisti Iesum Christum.«
158daroben, droben. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 12, 13 s.v. daoben a.
161Vgl. erneut Hiob 19,25.
163Vgl. freilich mit allein positiver Konnotation Ps 15(16),10; Apg 2,31.
164Vgl. erneut Hiob 17,14.
165Zum ewigen Feuer vgl. Mt 18,8; 25,41; Offb 20,10.
166Zähneklappern. Vgl. Mt 22,13.
167Vermutlich »helligen« im Sinne von quälend, peinigend. Vgl. DWb 10, 974 s.v. helligen.
168Vgl. erneut Hiob 19,25 sowie allenfalls Hiob 12,9f., vermutlich eher Satzfehler bei erneutem Verweis auf Hiob 17.
170Vgl. Joh 5,29 sowie im Folgenden thematisch das gesamte Kapitel.
171vertrauen.
172Vgl. Mt 7,15–21 sowie ähnlich Joh 15,1–7.
177Ritter im ironischen Sinn als ein sich heldisch gebender Fürsprecher einer hier sinnlosen Interpretation, die der Auferstehung des Leibes widerspricht. Vgl. DWb 14, 1054 s.v. Ritter Nr. 2c: »[…] ironisch von leuten, die gleich mit der waffe bei der hand sind […].«
178Pellikan, Commentaria Bibliorum 4 (1534), fol. Bbb3r wendet sich in seinem Kommentar zu Hiob 7,9f. gegen Philosophen, die von einer Seelenwanderung sprechen oder von einer Wiederauferstehung des Menschen auf naürlichem Wege: »Id autem dicitur contra philosophos, qui vel transanimationes comminiscuntur, vel post annorum multa curricula per viam naturae homines resuscitandos vel renascituros falso docent.« Hintergrund ist vermutlich ein Bezug auf Lucr. 3,717–759, der sich damit befasst, ob nach dem Tod die Seele in die den Leib zernagenden Würmer übergehe, und warum nach der Seelenwanderungslehre nur die Seele eines Menschen in die eines anderen wandere, nicht aber in die von Löwen oder Rehen. Gemäß seiner atomistischen Lehre plädiert er daher für das Ende der Seele nach dem Tod des Leibes. 1531 erschien in Basel eine Lukrez-Ausgabe, die Karlstadt gekannt haben könnte; vgl. Lucretius, De rerum natura (1531), fol. 61v–62r. Eine Abwehr von Vorstellungen, dass die Seele von einem Tier, das den Leib eines Toten frisst, auf das nächste übergehen müsste (mit Erwähnung eines Wolfs in der Nahrungskette), findet sich bereits im Ezechiel-Kommentar Gregors des Großen. Vgl. Gregorius I., Opera (1540) 2, fol. 98v–99r. Eine radikale Interpretation von Hiob 7,9 als Verneinung der Auferstehung, da es dort heiße, dass diejenigen, die gestorben und ins Grab gefahren sind, nicht zurückkämen, bei dem Talmudisten Raba bar Josef bar Chama (um 270/280–352) in Bava Batra 16a (Bava Batra ist die hintere Pforte bzw. der 3. Mischnatraktat des babylonischen Talmud). Vgl. Ehrlich, Hiob, 11. Gegen eine solche Vorstellung, die Hiob gegen die Idee einer Auferstehung liest, spricht sich explizit Pellikan, Commentaria Bibliorum 4 (1534), fol. Bbb3r aus: »Supernaturalem autem ressurectionem generalem ad diem iudicii, et ad vitam immortalem non negat, sed in posterioribus asseverat.«
179gleichsam, wie.
181ihnen.
182Der Satz meint: Nicht wahr (gelt), das schmeckt ihnen töricht.
183genüge, gehorsam sein.
185in Kürze.
186Wohl ein Textfehler. Dem Zitat gemäß müsste hier die Mutter genannt werden.
188Grube, vgl. Gesenius, Handwörterbuch, 1344f. s.v. שַׁחַת; bzw. verderben, zugrunde richten, vernichten, vgl. Gesenius, Handwörterbuch, 1343f. s.v. שׁחת.
190Diese Unterscheidung scheint angesichts des Quellenbelegs konstruiert. Vgl. Hiob 17,14 Vg »Putredini dixi pater meus es, Mater mea et soror mea vermibus.«
191trägt.
192Bibelbeleg unklar.
193pflügt, angeht, schwer arbeitet. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 5, 1246 pflügen Nr. 2.
194Etwa: dessen Geist schwer gegen sich selbst arbeitet (gegen das Selbst im Sinne der Gelassenheitstheologie), dessen Würmer verschwinden (der wird aus der Finsternis des Grabes erweckt). Zu Karlstadts Gelassenheitstheologie vgl. KGK VI, Nr. 241, S. 94–98. Es ergibt sich eine Nähe zu seinen 15 Jahre vorher entwickelten Vorstellungen vom Fegefeuer, das als Kampf des Geistes gegen das Selbst zur Erlangung der Gelassenheit gedeutet wurde. Vgl. KGK V, Nr. 233, S. 331f.
195bedächtig. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 2, 966 s.v. hübschlich.
196bekennt. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 3, 9 s.v. verjāchzen.
197Vermutlich: ganz umgekehrt, verdreht; abgeleitet von twerch bzw. übertwerch. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 14, 1830 s.v. twërchig; Lexer, Handwörterbuch 2, 1599 s.v. twërch, dwërch.
198Ein Bezug auf die Verstreuung von Reliquien.
199zuweilen, leicht, gern. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 12, 1243f. s.v. dick B.1b.
200Nicht ganz deutlich, vermutlich entweder ein Streit in einem Gasthaus (von dem für Gasthäuser geläufigen Namen »Zum Mohr«) oder um eine Frau (in despektierlicher Bezeichnung). Vgl. Schweizerisches Idiotikon 4, 376f. s.v. Mōr I Nr. 2b und Mōr II Nr. 2.
201Meilen.
202unpassend, dumm. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 8, 527 s.v. ungeschickt.
203gedenkst du.
204Vgl. Jer 23,23, allerdings mit der Ergänzung, dass Gott nicht nur nahe, sondern auch fern sei.
205Die Vorstellung der göttlichen Omnipräsenz.
206Lynkeus, mythologische Figur, Bruder des Idas, hatte so scharfe Augen, dass er ins Erdinnere schauen konnte. Siehe Cic. fam. 9,2,2; Hor. sat. 1,2,90. Vgl. PRE 261, 2469–2471 s.v. Lynkeus Nr. 1; Roscher, Mythologie 2.2, 2208f. s.v. Lynkeus Nr. 2.
207Vermutlich Bezug auf Hiob 39,29. Das Kapitel beschäftigt sich mit den Besonderheiten verschiedener Tiere, die Gott genau so geschaffen hat; in dem Vers werden die scharfen Augen des Adlers erwähnt. In der Mareschal-Bibel, die Karlstadt in Sachsen besessen hatte (vgl. KGK III, Nr. 150, S. 175, Z. 14f. mit Anm. 432), ist die Stelle im Textabschnitt D zu finden: Biblia (1514), fol. 226r (Paragraph D).
208mühselig. Vgl. DWb 1, 544 s.v. arbeitselig.
210Der Verweis ist inhaltlich unklar. In 5. Mose 32,10 schließt der Herr die Nachkommen Jakobs in seine Arme und bewahrt sie wie seinen Augapfel.
212besser.
213gleichsam als.
215Schwäche. Vgl. DWb 2, 142 s.v. Blödigkeit; Schweizerisches Idiotikon 5, 28 s.v. Blödigkeit.
218Erde.
220dürren (knochigen).
221gebleichten.
223gleichsam wie.
224Vgl. zum sog. Sündenfall 1. Mose 3.
225solcher. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 7, 906 s.v. sämlicher Nr. 1.
229Die Verneuerung (Erneuerung) im Sinne der reparatio als Wiederherstellung in Form des neuen Menschen.
230nichts. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 4, 868 s.v. nütset.
231verneint. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 4, 872 s.v. vernüten b.
233Zustand.
234Lk 24,44, nicht, wie marginal angegeben, Lk 22.
236Vgl. erneut Lk 24,44.
242Mauern. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 4, 381 s.v. Muren Nr. 1.
243Vgl. Lk 20,34–36; Mt 22,30 (nicht, wie in der Marginalie angegeben, Mt 20).
245Verstoßenen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 8, 1088 s.v. verschupft Nr. 1.
251Feinden.
253Vgl. erneut Mt 13,43.
257immer.
261berechtigt, bestimmt. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 724 s.v. fähig Nr. 3 u. 4.
262züchtigen, strafen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 3, 541 s.v. kästigen.
264Erneuter Bezug auf 2. Thess 1,9.
267Mt 25,41.45 statt marginal angegeben Mt 24; Jes 66,24.
270als.
272Vgl. erneut Dan 12,2; siehe KGK 380 (Anmerkung).
275Karlstadt formuliert eine Art Umkehrung von Offb 21,4.
277Vgl. auch Offb 21,5.
278Jes 9,6(5) Vg »[…] Pater futuri saeculi […]«.
279davon abbringen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 8, 139f. s.v. abschuchen Nr. 2.
280ihn.
281nennen.
282sei.
283Vgl. Hebr 2,5–10 mit 1. Kor 15,25–27 als Auslegungen von Ps 109(110),1.
285deutschen.
288bekennt. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 3, 6 s.v. verjechen.
289sei.
291ausbedungen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 13, 583 gedingen Nr. 1.
292verstopfen. Vgl. DWb 25, 1181f. s.v. verschupfen Nr. 3.
293heraustreibe.
294Vgl. Joh 5,25–30 bes. 28 sowie das Ich-bin-Wort Joh 11,25.
295Vgl. erneut Dan 12,2.
298gering. Vgl. DWb 11, 1108f. s.v. kleinfügig.
301Belebung. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 3, 122 s.v. erkicken.
304Austeilender, Spender. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 10, 354 s.v. usspenden Nr. 1.
305Vgl. im Zusammenhang Joh 12,37–50, bes. V. 47f. sowie darüber hinaus Lk 19,10; 1. Tim 1,15; Hebr 7,25.
306Vermutlich rügender.
307trachten, streben.
308nur, geradezu. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 45 s.v. eben Nr. II.4 u. 5.
309Vgl. erneut 2. Thess 1,9.
310Belebung.
314Vorgreifend das Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus bei Lk 16,19–31; s. KGK 380 (Textstelle) mit KGK 380 (Anmerkung).
315Korrekt: Lk 16; siehe KGK 380 (Anmerkung).
318glänzten. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 2, 650 s.v. glasten.
319es ist nicht nötig für ihn.
320sei.
321Vgl. allgemein den Lobpreis Gottes Jes 12. Der Herr spricht aus dem Feuer in 5. Mose 4,11f.15. Möglicher Bezug auf Mt 3,16f. Hier spricht Gott aus dem Himmel (wie in der Deuteronomiumstelle).
322Vgl. Jes 60,19; vgl. auch Offb 22,5.
324Vgl. Hebr 9.
326Vgl. die Predigt des Petrus in Apg 3,12–18, bes. V. 18, sowie ergänzend die Erzählung von der Auferweckung eines Kindes durch Elia, vgl. 1. Kön 17.
329Vgl. zu Elischa, der als Nachfolger Elias ein vergleichbares Wunder tut 2. Kön 4,8–37.
330Totenbaum, Sarg. Vgl. FWB s.v. totenbaum.
332Vgl. eher Mk 5,22–24.35–43 sowie parallel Lk 8,40–42.49–56, bes. 54f.; Mt 9,18.23–25. Zur Erzählung von Lazarus siehe die folgende Anm.
334Korrekt wäre Matt. 27 (siehe KGK 380 (Anmerkung)).
336Gemeint ist Tabita, Apg 9,36–43, bes. V. 40f.
337Rüstungen, Beschirmungen, Unterstützung. Vgl. DWb 1, 1776f. s.v. bewehren; Schweizerisches Idiotikon 16, 952 s.v. beweren.
338Voraussicht, Fürsorge. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 7, 267 s.v. Fürsichtigkeit.
340wagen, sich getrauen. Vgl. DWb 4, 1982 s.v. gedar.
341schaff dich fort, pack dich. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 4, 2016 s.v. butzen Nr. 3c; DWb 2, 592–595 s.v. butzen Nr. 7.
343gemeint ist: er ist bereits vier Tage tot.
344Vgl. zum folgenden Gesamtzusammenhang Joh 11,1–45. Hier zitiert Joh 11,39f.
346Allusion auf Pred 3,1.
350Korrekt: Luc. 24. Siehe KGK 380 (Anmerkung).
351bekennen. Siehe o. KGK 380 (Anmerkung).
354wie vorher.
355Zustand.
356nirgends. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 4, 761 s.v. niener Nr. 1.
358Zuhörer. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 3, 1448 s.v. zuelosen.
359Vgl. Jer 7,4–15, bes. 8; hier und zum folgenden Gal 1,8f.
360verächtlich behandeln. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 4, 352 s.v. vermupfen.
361verachten. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 8, 1084 s.v. verschupfen.
362Vgl. zum Folgenden Lk 16,19–31.
363Korrekt: Luc 16; siehe KGK 380 (Anmerkung) und KGK 380 (Anmerkung).
364besser.
367zuweilen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 12, 1243f. s.v. dick B.1b.
369mancher.
371Zu Karlstadts Vorstellung von umherziehenden Geistern, für die Seelmessen gehalten werden, vgl. seinen Sermon vom Fegefeuer (KGK V, Nr. 233, S. 342, Z. 31 – S. 344, Z. 4; S. 360, Z. 5 – S. 361, Z. 2).
372In dieser Schrift auch die Sammlung der Geister in Abrahams Schoß. Vgl. KGK V, Nr. 233, S. 353, Z. 10–13.
373Unklar, möglicherweise ächzen.
374verwehren.
376abstehen.
377dort sein.
378wo.
379bekehren.
380sei.
381wagten.
383Vermutlich Verweis auf 2. Mose 34,7.
385Ps 142(143),2. Nach traditioneller Auslegung betet David Ps 142(143) in der Zeit der Verfolgung durch König Saul.
388Gemeint ist die Auferweckung des Lazarus vor der Zeit (vor der Auferstehung der Toten); Joh 11,43f. Diese Verse befinden sich in der Mareschal-Bibel (siehe o. KGK 380 (Anmerkung)) allerdings im Abschnitt F; vgl. Biblia (1514), fol. 441v (Paragraph F).
389Kritik an römischer Heiligenverehrung und Fürbitt-Litaneien.
391geweihte Mäuler, also Priestermünder. Die Totenfürbitten, mit denen die Vespergebete oftmals endeten, bezogen sich meist auf Ps 108(109)–112(113). Das Buch Hiob war für sie nicht zentral, vgl. zum Aufbau der mittelalterlichen Seel- und Totenfürbittmessen Jungmann, Missarum solemnium 2, 288–300. Dennoch bildeten die Fürbitte in Hiob 42,8–10 und die Totenwache in Hiob 21,32 häufig thematische Referenzen. Zudem stellte die Figur des Hiob als Dulder von Leid ebenso wie die vielen Passagen zu Tod, Sterben und Leiden inhaltliche Bezüge für Totenfürbitten und Predigten zu Leichenbegängnissen her.
392Vgl. das Gebot 2. Mose 20,7.
394Füllmund, Fundament. Vgl. DWb 4, 519 s.v. Füllmund.
395Karlstadt stützt sich auf drei argumentative Schritte: 1. Herausarbeiten des Skopus (»houpthandel«), 2. Beachtung des unmittelbaren stofflichen Zusammenhangs, 3. Beachtung des inhaltlichen Gesamtkontextes.
396ekelt, empfindet Widerwillen gegen, scheuet. Vgl. DWb 14, 2613–2618 s.v. scheuen Nr. 3.
397fliehen.
398grauset.
400ob ihm, seinetwegen.
401Maul.
402eitrig.
403Knochen.
404nirgends.
405als.
406Brenz, Job (1538), fol. 61v–62r interpretierte die Textstelle so, dass das Grab die Hölle sei, in die Gott »seine auserwelten durch höllischen feur bewert«, d.h., dass er sie nach ihrem Tod in einer Art Zwischenhölle oder Fegefeuer zum Verständnis der ewigen Verdammnis führe.
408klar, deutlich. Vgl. DWb 10, 921 s.v. heiter; Schweizerisches Idiotikon 2, 1769 s.v. heiter Nr. 3.
409verletzt. Vgl. DWb 12, 802–807 s.v. letzen Nr. I.3.
411Vgl. 5. Mose 15,7f.11; 1. Sam 2,7. In seiner Schrift Von Abtuung der Bilder hatte Karlstadt diese Textstelle prominent verwendet. Siehe KGK V, Nr. 219, S. 169, Z. 11–14 mit Anm. 249 u. S. 172, Z. 1–4 mit Anm. 266.
412Gemeint ist »aufhelfen« oder »aufheben«, daher möglicherweise Druckfehler.
413Eiterbeulen, Abszesse. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 530 s.v. Eiss.
414Verunreinigung, Wunden. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 26, 2168 s.v. Wuest Nr. 3c.
415Verweis auf Hiob 7,5.
417Vgl. die Gesetze zum Schuldenerlass und der Großzügigkeit gegenüber dem Nächsten in 5. Mose 15,1–18; das rechte Fasten als Befreiung der Sklaven und Hilfe für die Armen in Jes 58,6f.
418Vgl. erneut Hiob 19,21f.
419tiefer, mehr.
420Mühseligkeit. Vgl. DWb 1, 544 s.v. Arbeitseligkeit.
421Verdruss.
422sticheln. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 10, 658 s.v. spätzlen II.
425Abszesse, siehe o. KGK 380 (Anmerkung).
426Vgl. erneut Lk 16,19–31.
429bekennen. Siehe o. KGK 380 (Anmerkung).
430gereiche. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 8, 1414 s.v. beschiessen Nr. 1b.α.
431Pein, Leiden.
432Im Gegensatz dazu hatte Karlstadt im Sermon vom Fegefeuer die These aufgestellt, dass die Geister der Verstorbenen noch lernten, und zwar das Evangelium Christi aus den rechten Predigten der wahrhaftigen Christen, also Lebender. Vgl. KGK V, Nr. 233, S. 332f. und S. 358, Z. 28 – S. 359, Z. 1.
433Vgl. 1. Sam 28,3–25; 1. Chr 10 bietet den Tod Sauls, nicht jedoch die Passage zur Beschwörung des toten Samuel.
434voranging.
438ihnen.
440ihnen.
441Wohl Bezug auf Röm 10,17.
442Abwandlung von 1. Kor 3,5.
443Vgl. Phil 1,21–24 (in freier Paraphrase).
445euret.
446Vgl. erneut Phil 1,22.
449denn, als.
450dürften. »Dorsten« oder »torsten« als Prät. Ind. von tören. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 13, 1513 s.v. dörfen, tören II Nr. 1.
451Erneute Ablehnung des Geisterglaubens, dem viele mehr als dem christlichen Glauben an Gott und die Heilige Schrift anhängen würden. Siehe o. KGK 380 (Anmerkung) und KGK 380 (Anmerkung).
452Aussage, Wendung.
453Bei Aug. civ. 14,9,6 (CCSI 48, 429,141–430,163) gibt es die civitas Dei, wo die göttlichen Vorschriften herrschen, und die societas impiorum, die nicht nach diesen Vorschriften lebt. Möglicherweise mengte Karlstadt eine talmudische Vorstellung ein. Bei Reuchlin heißt es: »Iusti etiam in morte sua dicuntur viventes et maligni etiam in vita sua dicuntur mortui.« (Reuchlin, Werke 2.2, 134,29f.).
455geeignet, befähigt, gelehrt. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 8, 513f. s.v. geschickt Nr. 2a.β u. 2c.β.
457umfasse.
458Unbekanntes Sprichwort.
459Unbekanntes Sprichwort. Beide Sprichwörter möglicherweise mit Bezug auf Hiob 8,3.
460Nochmals angelehnt an Hiob 7,10.
461nachher.
4622. Sam 12,23 zum Tod des Sohnes von David und Batseba.
463Aus der Bezugnahme auf Moses in Ps 102(103),7 leitet Karlstadt dessen Autorschaft für den Psalm ab.
464Heu.
465rauer.
468Die betreffenden Stellen in Hiob 7,10 und Ps 102(103),16 sind im Hebräischen identisch. Hiob 7,10 »לֹא־יָשׁוּב עוֹד לְבֵיתוֹ׃ וְלֹא־יַכִּירֶנּוּ עוֹד מְקֹמוֹ«; Ps 102(103),16 »כִי רוּח עָבְרָה־בּוֹ וְאֵינֶנּוּ׃ וְלֹא־יַכִּירֶנּוּ עוֹד מְקֹוֹמוֹ׃«.
469anzeigen, ankündigen. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 301 s.v. anden I Nr. 2.
470Wiederholung, Nachahmung.
471kaum.
472neugieriger. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 16, 2384 s.v. fürwitzig Nr. 1.
473Hifil Imperfekt 3. Maskulinum Singular; vgl. Gesenius, Handwörterbuch, 818f. s.v. נכר.
474haben.
475vorher.
479Gefahr. Vgl. Schweizerisches Idiotikon 1, 878 s.v. Far Nr. 2.
480befunden.

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