Nr. 341
Verschollen: Verschollen: Schriften gegen Luther
[1533, Ende?]

Einleitung
Bearbeitet von Stefania Salvadori

1.

Michael Carnovianus aus Freiburg im Breisgau an Johann Hess in Breslau, [Anfang 1534?]: »Novarum rerum nihil nisi quod Doctor Carolstadius magnam contra Lutherum de sacramento libris officinam habet instructam, qui brevi, sicuti ipse mihi retulit, contra praedictum virum in lucem prodibunt.«1

Literatur:

2. Entstehung und Inhalt

In einem langen Brief, der wahrscheinlich Anfang 1534 verfasst wurde, berichtete Michael Carnovianus seinem Gönner Johannes Hess über seine Reise, die er in den Monaten zuvor unternommen und die ihn offenbar auch nach Zürich geführt hatte, wo er Karlstadt traf.2 Carnovianus schildert das Treffen und berichtet, dass Karlstadt mehrere Schriften für ihn bereithielt.3 Als erstes erwähnt er die Schriften gegen Luther »de sacramento«, d.h. über die Abendmahlslehre.4 Keine dieser Schriften ist erhalten, und es gibt keine anderen Quellen, die von ihrer Existenz berichten. Es ist nicht auszuschließen, dass Karlstadt wie im Juni 1532 (siehe KGK 334) auch 1533 eine eigene Antwort auf Luthers Angriffe gegen ihn und die Zürcher Kirche verfasst hatte, sie dann aber nicht zum Druck brachte, auch wenn er Carnovianus deren baldige Veröffentlichung ankündigte. Offensichtlich stehen diese heute verschollenen Schriften gegen Luther vor dem Hintergrund der längeren Diskussionen und Auseinandersetzungen über die Problematik, ob mit den Lutheranern eine Konsensformel in der Abendmahlsfrage zu finden sei.5


2Zu diesem Brief, seinem historischen Kontext, seiner Datierung und dem Treffen zwischen Carnovianus und Karlstadt siehe KGK 340.
3Cosack, Speratus, 409: »Novarum rerum nihil nisi quod Doctor Carolstadius magnam contra Lutherum de sacramento libris officinam habet instructam, qui brevi, sicuti ipse mihi retulit, contra praedictum virum in lucem prodibunt; scripsit in libros Aristotelis, qui magnam partem continent de verbis coenae Domini, item magnum volumen de lege naturae et Evangelio; homo, sicuti in familiari colloquio comperi, gestis et verbis repuerascit, opinionem suam de sacramento litteris D. T. significavit, quas cum fidelissimo nuncio litteris Buceri annexis destinavi […].«. Zu diesem Brief siehe nochmals KGK 340. Es erscheint unwahrscheinlich, dass die von Carnovianus zuerst genannten Schriften gegen Luther, deren baldige Veröffentlichung Karlstadt angekündigt hatte, mit den beiden unmittelbar danach genannten Schriften über Aristoteles (KGK 342) und über Naturrecht und Evangelium (KGK 343) identisch sind.
4Siehe den hier als Referenz für diese verschollene Einheit aufgeführten Text.
5Siehe für den allgemeinen historischen Kontext und die Spannungen zwischen Zürich und Straßburg im Sommer 1533 auch KGK 339.

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