1.
Michael Carnovianus aus Freiburg im Breisgau an Johann Hess in Breslau, [Anfang 1534?]: »Novarum rerum nihil nisi quod Doctor Carolstadius magnam contra Lutherum de sacramento libris officinam habet instructam, qui brevi, sicuti ipse mihi retulit, contra praedictum virum in lucem prodibunt.«1
Literatur:
- Barge, Karlstadt 2, 451.
2. Entstehung und Inhalt
In einem langen Brief, der wahrscheinlich Anfang 1534 verfasst wurde, berichtete Michael Carnovianus seinem Gönner Johannes Hess über seine Reise, die er in den Monaten zuvor unternommen und die ihn offenbar auch nach Zürich geführt hatte, wo er Karlstadt traf.2 Carnovianus schildert das Treffen und berichtet, dass Karlstadt mehrere Schriften für ihn bereithielt.3 Als erstes erwähnt er die Schriften gegen Luther »de sacramento«, d.h. über die Abendmahlslehre.4 Keine dieser Schriften ist erhalten, und es gibt keine anderen Quellen, die von ihrer Existenz berichten. Es ist nicht auszuschließen, dass Karlstadt wie im Juni 1532 (siehe KGK 334) auch 1533 eine eigene Antwort auf Luthers Angriffe gegen ihn und die Zürcher Kirche verfasst hatte, sie dann aber nicht zum Druck brachte, auch wenn er Carnovianus deren baldige Veröffentlichung ankündigte. Offensichtlich stehen diese heute verschollenen Schriften gegen Luther vor dem Hintergrund der längeren Diskussionen und Auseinandersetzungen über die Problematik, ob mit den Lutheranern eine Konsensformel in der Abendmahlsfrage zu finden sei.5
KGK 340
