Nr. 306
Dialogus von demfremden Glauben, Glauben der Kirche, Taufe der Kinder
1527, [März/April, vor 7. Juni] Entstehung: [Orlamünde, 1524, August/September]

Text
Bearbeitet von Wolfgang Huber

Buchsymbol fehlt Dyalogus.
von Fremdem glauben.
Glauben der kirchen.
Tauff der Kinnder.
Jetzund neu außgangen.1
M. D. XXvij.


Buchsymbol fehlt

Personen so reden/ seind Prosper und Felix.2

PRO'sper'.

Lieber brůder/ ich werde verursacht dir mein gmůt zů entdecken/3 dann ich eynen grossen zweifell hab/ von wegen ettlicher Artickell/4 welche nahe zů Gott gehen5 unter den vermeynten hochgelerten.

FE'lix'.

Sage die selben artickel her.

P'rosper'.

Eyner ist Ob frembder glaub selig mach/6 Der ander: Was frembder glaub sei. der dritt: Ob die unvernunfftige kinder in irer Patten glauben selig werden. Der vierd: Ob die kinder den glauben haben moͤgen?7

F'elix'.

Lieber Prosper/ wo komestu8 zů der frag/ die jederman fuͤr gewiß helt?

P'rosper'.

Die neu teutsch gedruckte buͤcher9 geben mir ursach an vilen articklen zů zweiflen/ welchs10 die hochgelerten fuͤr schlußred11 setzen und mit iren zaͤnen vertedigen.12

FE'lix'.

Du solt es lieber nitt lesen.13

P'rosper'.

Gott wolt uns grosse und sunderliche gnad Buchsymbol fehlt erzeygen/ und gab uns sein gesetz und wort/ und wolt das wir seinem wort tag und nacht nachforscheten/14 derhalben wißt ich nichts zů schonen/ ich hab gelesen und bin voller zweiffels worden.

FE'lix'.

Du solt glauben.15

P'rosper'.

Der glaub setzt sich nicht auf ror16 noch menschen/17 sonder auff eynen harten und sichtlichen velsen.18 Das machet das ich der menschen erklaͤrungen nit glauben geb/ ehe ich die lauter warheyt ansehe.

F'elix'.

Du soltst den verstendigen billich19 glauben.

P'rosper'.

Eyn narr ist behend und leichtfertig jedem zů glauben/20ich aber wil deß Herrn radt volgen/ und sein als eyn schlang/21 thorheit ist verthuͤmlich/22 deßhalb wil ich nit jedem glauben/ auch sihe ich das die hochgelerten eyn rede Gottes wol in dreierley weyse außlegen/23 derhalben darf ich in24 nit wol vertrauen/ so weyß ich auch wol das Got eym unachtbaren ehe ettwas offenbarn thůt denn25 den achtbarn.

F'elix'.

Du soltest deinen zwei Buchsymbol fehlt fel bei dir behalten.

P'rosper'.

Mir nit/ ich moͤcht26 vor grosser angst vergehen/27 wer kranck ist der suchet artznei.28

F'elix'.

Ich rathe halt deinen zweiffel.29

PR'osper'.

Ich můß außreden30 und kan nit schweigen/ wem ich zů nahe bin/ kan ers/a so still er mich31 mit gesuͤndern worten.

F'elix'.

Was sein das fuͤr wort?

P'rosper'.

Goͤtliche/ von welichen Paulus spricht: Eyn Bischoff sol also gelert sein/ das er die widersprecher mitt heylsamer leer uberwinde/32 oder die ungelerten/ als ich bin/ mit goͤtlichen worten underweise.

F'elix'.

Ich wolt du hettest eynen andern angsprochen.

PR'osper'.

Du můst fuͤrt faren33 mit mir/ und mich so vil berichten als du vermagst/ mehr begehr ich nit.

FE'lix'.

Das frembder glaub selig mach/ ist meins verstands vast liecht34 unnd unleugbar/ dem/ der die schrifft liset/ wie du dich ruͤmest.35

P'rosper'.

Ich ruͤme mich nit meins lesens/ sonder klag meinen zweifel und unverstand/ und sag nachmals/ das mirs Buchsymbol fehlt fast36 schwer ist zů glauben/ ob der frembde glaub in Gots reich bringen moͤg.37 Das du sagst: Es ist mir fast liecht: hab ich auch bei andern vernommen/ das liecht aber das sie38 sol gwunnen haben/ ist bei mir nit so starck das michs auff euern won39 bring. Nů es sei deß liechts oder meinerb augen schuld/ so halt ich an und bit dich du woͤllest mir die liecht schrifften fuͤr40 meine augen stellen.

F'elix'.

Wie offt stehet geschriben: Dein glaub hat dich selig gemacht.41

P'rosper'.

Dadurch verstehe ich/ das der glaube eynen jeglichen selig mach/ der sich darinne ubet/ und nit also/ das dein glaub eynen andern selig mache/ als wenn ich zů dir spreche: Dein pferdt hat dich her getragen/ das kuͤnd ich also nit vernemen: dein pferd hat eynen andern her gebracht.

F'elix'.

Mich dunckt du woͤllst die sach zů sehr außegken.42

P'rosper'.

Neyn/ laß aber uns beyd der warheyt nacheilen.

F'elix'.

Ich wil schriften gnůgsam fuͤren/43 das der frembde Buchsymbol fehlt glaub eynen andern selig mache.

P'rosper'.

Trag fuͤrher bald44 was du weyst.

F'elix'.

Ich nem das namhafftig geschicht deß heydnischen weiblins/ welch durch iren eygen glauben irer unglaubigen tochter gesuntheyt erwarb.45

P'rosper'.

Du můst klar reden.

F'elix'.

Dise antwurt Christi ist klar unnd hell: O weib/ dein glaub ist groß/ dir geschehe wie du wilt.46 Sihe die tochter hett eynen boͤsen teuffel und war unglaubig/ und ist keyn ander anzeyg vorhanden/ denn das sie von Gott gewuͤntscht hab deß teuffels ledig zů werden/ jedoch erwarbe ir die můtter durch iren eygen glauben/ welcher der tochter frembd war das Christus ire tochter vom teufel entledigt. Merck auff das Christus spricht: Dir geschehe wie du wilt/ der frembd glaub kan alles erwerben das er wil.

P'rosper'.

Dise wort: wie du wilt:47 bedeutten nit eyn wilden glauben/ der uf nichts achtung hat/ sonder einen glaubhaftigen willen48 oder willigen glauben/ Buchsymbol fehlt der ettwas im sinn und hertzen gefasset hat.

F'elix'.

Was?

P'rosper'.

Die frau wollte das ire tochter erloͤßt wuͤrde von dem teuffel/ und ir will war im glauben auff außtreibung deß teuffels gerichtet/ und Christus sprach: Dir gschee wie du wilt/ das deine tochter werde deß teufels ledig/ und in der selbigen stund ist die tochter gesundt worden wie der text sagt.49 Dem auch ist gleich das Christus sprach zů zweyen blinden/ euch geschehe nach euerm glauben.50

F'elix'.

Gleich wol hat das der frembd glaub vermocht/ dann Christus zelet51 der frauen glauben darumb groß/ das sie im glauben Christum uberwand/ alß52 Jacob Gott zů Bethel.53

P'rosper'.

Wo stehet aber geschrieben/ das der frembd glaub selig mach.

F'elix'.

Stehts nit alhie: dir geschehe wie du wilt?54

P'rosper'.

Heyßt das selig machen?

F'elix'.

Nů/ ich sehe das du der sonnen liecht am hellen tag begerest/55 darumb wil ich dir gar helle wort fuͤrlegen.

P'rosper'.

Ich wart Buchsymbol fehlt deiner.

F'elix'.

Eyn weib het den blůtgang zwoͤlff jar und greyff deß Hern saum an und ward selig/ Christus sprach: biß56 getroͤst/ dein glaub hat dich selig gemacht.57

P'rosper'.

Ich zweifel aber in zweyen stucken/ nemlich/ das du von dem eygen glauben redst/ und soltest mir eynen unverdeckten text zeygen/ von frembdem glauben/ das er selig mache. Fuͤr das ander gefellt mir Martini dolmetschen58 am besten/ der also die zungen59 verteutscht hat/ dein glaube hat dir geholffen/60 helffen und seligmachen ist zweyerley.

F'elix'.

Luther ist auff meiner seitten.

P'rosper'.

Das laß ich menigklich erkennen.61

F'elix'.

Die griechische zunge helt also: Dein glaub hat dich selig gemacht.62

P'rosper'.

Was ligt mir dran? bring mir unverwickelte schriften.63

F'elix'.

Das eyn seligkeyt im glauben stehet64 der zeitliche gesundtheyt erwirbet/ lert diser text Christi/ der von dem blinden saget den er sehend machet: Dein glaub hat dich selig gemacht.65 Buchsymbol fehlt Das auch frembder glaub selig machet/ bekent Jairus eyn fuͤrst66 der Juden/ der zů Jesu bittend kam und saget: Herr kom und leg dein hand auf sie/ auff das sie selig sei und lebe.67

PR'osper'.

Wie aber wenn ich sagte/ das dise wort ungericht68 sind/ und das du nach nit beweiset69 hast das der Jairus wol geredt hab.

F'elix'.

Wie auch/ so70 ich spreche der Jud ist geschickter71 dann du christ.72

P'rosper'.

Red nur goͤtliche warheyt/ der ich vast weiche73 und begirig bin.

F'elix'.

Christus spricht selbs: Glaub nur so wirt sie selig.74 Christus sprach das zů jetzt genantem Jairo das er glauben solte/ so wuͤrde sein tochter selig/ weliche tod war und keynen glauben hett.

PR'osper'.

Du redest mir vil von selig werden/ und von der seligkeyt frembds glaubens/ ich aber sag das Martinus also verteutscht hat: Glaub nur/ so wirt sie gesund/75Gesund werden und selig werden ist zweyerley/ Das beweißt die hystori von den x. aussetzigen/ der76 ix. Buchsymbol fehlt gesund und nit selig wurden.77

F'elix'.

Luther hat die kriechische zung můtwilliglich unrecht verteutscht.

P'rosper'.

Das verguͤndet ich dem Martino.78

F'elix'.

Es ist war.

P'rosper'.

Wie aber dem allen/ werde ich dennocht sagen/ das der frembde glaub nit seligen kan/ von warhafftiger seligkeyt zů reden.79

F'elix'.

Was ist denn fuͤr eyn seligkeyt/ von welicher wir bißher geredt haben?

P'rosper'.

Eyn gemeyne80 seligkeyt/ von welcher geschriben steht: Du wirdst menschen unnd vihe seligen.81

F'elix'.

Ist dise seligkeyt nichtes?

P'rosper'.

Es ist eyn seligkeyt der seligen die vil unseligkeyt haben/ und deren eyn teyl nimmermer selig werden.

FE'lix'.

Nenn sie.

P'rosper'.

Ochsen und pferd/ ecker und wisen/ lufft und wasser/ haben eyn solich seligkeyt/ wenn sie ir natuͤrlich wesen fuͤrn/ und werden dannocht nit selig. Auch gibet Gott zů zeitten den unglaubigen solche seligkeyt/ nach der ler Christi: Mein vatter laßt seine Sonn uber gůtt und boͤse scheinen/ Buchsymbol fehlt Er laßt auch seinen regen zů gleich/ auff der gotlosen und gotverstendigen aͤcker und wisen trieffen.82

F'elix'.

Seind der etlich unglaubig?

P'rosper'.

Ja/ unnd also greulich wider Gott/ das sie zů holtz und steynen/ und zů den feldteuffeln83 lauffen/ und sprechen zů dem holtz oder steyn: Du bist mein vatter/ Du hast mich erhalten/ du hast mich gespeiset/84 und unkeuschen mit den verfluchten goͤtzen/85 in welchen weder geist nach athem ist/86 das thůnd sie aus irer ottergallen und trachen blůtt.87

F'elix'.

Du wuͤlt mir auff die deutten/88 von welichen der prophet Osea vil klagt und beschuldigt sie/ sagende: Ich hab sie gesundt gemacht/ und sie verstehen mich nit/89 Ich hab sie erloͤset/ und sie reden luͤgen wider mich/90 Ich lere sie und sterck ire arm/ und sie sagen boßheyt von mir.91

P'rosper'.

Mir ist es unmuͤglick zů glauben das eyn solicher selig sei.

F'elix'.

Eyn solcher ist warhafftiglich unseliger dann der unselig esel Jesa. i92 Buchsymbol fehlt

P'rosper'.

Weil nun Gott nichts minder solichen bůben93 ir leben/ speiß und kleyder bescheret/94 so macht er sie mit solicher vergencklicher und viehischer95 seligkeyt selig.

F'elix'.

Es ist war.

P'rosper'.

Gesuntheyt ist auch eyn soliche seligkeyt/ weliche Gott frommen und boͤsen bescheret.

F'elix'.

Ich můß das zůgeben.

P'rosper'.

Darumb soltestu nit durch soliche exempel beweisen/ das der frembde glaub selig mach.

F'elix'.

Die weil das wort selig/ in der schrifft stehet/ wißt ich nichts daran zů schonen.96

P'rosper'.

Wenn du diese wort (dein glaub hat dich selig gemachet) gruͤndtlich ansehest/ wirdestu finden/ das dise seligkeyt fuͤr nichts ist zů rechnen/ die eusserlich stehet in vergengklichem leben/ narung/ gesundtheyt/ kleyder/ etc. gegen dem erkantnuß im glauben/ dadurch Gottes gunst erkant wirt.

F'elix'.

Was ist das gesagt?97

P'rosper'.

Das der glaub gibt dem menschen eyn groͤssere seligkeyt/ wenn der mensch verstehet das Got alleyn Buchsymbol fehlt hilfft und helffen wil/ denn/98 wenn er huͤlff erlangt. Was ist das/ das Meuler99 und pferd von Gott selig werden so sie on verstand bleiben/ und nichts erkennen.100Gott beklagt sich deß gar vil/ das er seine suͤn erhoͤcht/101 und das sie inen102 nit erkennen/103 derhalben ist das erkaͤntnuß der gaben edler und besser und Gott behaͤglicher/104 denn die gaben.105

F'elix'.

Ich bin noch ungsetiget.106

P'rosper'.

Wenn Gott gesundt macht auff frembden glauben/ so entpfaͤht der eygen glaub mehr dann der frembd.107

FE'lix'.

On exempel lern ich heut nichts.

PR'osper'.

Die den wassersuͤchtigen und gichtbruͤchigen in irem glauben zů Christo brachten/108 die erlangten mehr in irm eygen glauben denn109 die zwen krancken die Christus gesundt machte inn frembdem glauben.110

F'elix'.

Was?

P'rosper'.

Die trugen und sahen das Christus von ires glaubens wegen was thet/ die wurden versichert das ir glaub rechtgschaffen war/ das vil mehr war dann eyn leipliche Buchsymbol fehlt gesundtheyt/ alß auch Christus sein macht auch durch eyn eusserliche gesundtheyt/ die minder was/ beweyß/111 das er suͤnd vergeben kuͤnd. Wilt du eyn gefuͤglicher exempel112 haben/ so nim das von der purpurkraͤmerinn Lydia genant/ die sprach: Weil ir es dar fuͤr achtet das ich glaubig bin/ so kommet inn mein hauß.113

FE'lix'.

So hoͤre ich das der zůgang und zůnam deß innerlichen eygnen glaubens besser ist denn die eusserliche seligkeyt.

PRO'sper'.

Ja/ dann Petrus spricht/ das Gott mit eusserlicher seligkeyt den namen Jesus befesten114 thůt/ das Jesus namen alleyn der ist/ inn welchem eyn jeglicher selig wirt/ der in anrůfft/115 darauß je116 volget/ das die eusserlich gesundtheyt deß lamen/ der viertzig jar lam war/ den Petrus gerad macht/117 eyn zeychen unnd beweisung war/ das inn dem namen/ Jesus/ warhafftige seligkeyt dem anrůffenden bescheeret wuͤrde.

FEL'ix'.

Buchsymbol fehlt Was ist warhafftige seligkeyt?

P'rosper'.

Vergebung der suͤnd/ kunst118 Gottes/ alß Zacharias sagt/c zů geben die kunst deß heyls/ etc.119

F'elix'.

Petrus zeucht das alles auff den namen Christi.

PR'osper'.

Recht.

FE'lix'.

Ich verstehe es nit.

PR'osper'.

Der namen Christi ist eyn bruͤnstig120 erkantnuß Christi/ der das hat/ der můß selig werden.121

F'elix'.

Du sagst/ das alle die jhene in irem eygen glauben gebessert werden/ die andern leutten etwas durch iren glauben erwerben.

P'rosper'.

Ja/ wenn sie nichts erlangten dann eyn volle freud/ es wer dennocht ettwas grosses/ das die engelische freud leret/ so sich die engel von wegen eyns bekerten suͤnders erfreuen.122

F'elix'.

Gleich wol bestehet/ das der frembde glaub andern leuten etwas erwerben kan.

P'rosper'.

Warumb nit? Bitten wir doch umb regen/ graß/ und allerley/ und Gott gibt unsern aͤckern und wissen das gewaͤchß/ und dem viehe gesuntheyt/123 der doch keyns eyn warhafftige Buchsymbol fehlt seligkeyt an sich nemen kan.

F'elix'.

aber uns zů gůt.

P'rosper'.

Verstehen wir Gotts guͤte/ so ists uns zů gůt und innerlicher seligkeyt/ verstehen wirs nit/ so ists uns nit mehr nutz denn den aͤckeren und kaͤlbern/ So ists mit der gesundtheyt/ die Gott offt on frembden und eygen glauben gibt.

F'elix'.

Alß124 dem blinden den Christus on glauben sehen macht/125 und dem geboren lamen den Petrus gerad macht/ wie wol der lam auf golt hoffet.126

P'rosper'.

Das ist recht. Ich halt das Christus den eynigen sun der verstorben war eyner witwen/ on frembden und eygenen glauben/ aufferweckt.127

P'rosper'.

Laß mich darnach sehen.

F'elix'.

Also wolt ich dein meynung kurtzlich außreden:128 Frembder glaube kan wol gemeyne und schlechte129 seligkeyt erlangen/ das aber der frembde glaub eynen andern mag Got behaͤglich oder angnem und zům freund machen/ wiltu nit glauben.

PRO'sper'.

Bewegt dich gar keyn schrift zu dieser Buchsymbol fehlt meynung.

F'elix'.

Ja.

P'rosper'.

Welche?

F'elix'.

Diese:dDie augen Gots sehen an den glauben/130 dann alß131 wenig ich deinem leben lebe/ so wenig kan ich in deim glauben gerecht sein/ in meim eygen glauben leb ich und bin gerecht/ und eyn jeglicher ist inn seinem glauben fuͤr Gottes augen angenem/ lebendig unnd gerecht/ alß geschriben stehet: Der gerecht wirt in seinem glauben leben. Dein gerechtigkeyt fleußt aus deim glauben132 der in dir ist und dein eygen ist/ und nit mein oder eyns andern.

PR'osper'.

Hett Gott die tochter deß Chananeischen weiblins kuͤnden133 gesund machen in dem glauben irer můter/ und darzů die tochter hassen?134

F'elix'.

Warumb nit? wol/ hetten wir zeit/ wolten wir wol exempel her legen aus der Biblien/ das Got den boͤsen gůt thůt unnd auch irer verschonet hat umb der glaubigen willen.135

P'rosper'.

Aber Gottwirdigkeyt beyder seiten/ gschihet136 nit on lieb und glauben.

F'elix'.

Das ist ein unbekante sprach.137

P'rosper'.

Sie ist e Buchsymbol fehlt vangelisch/ und bedeutt/ das keyner Gott annimpt dann in seinem eygen glauben/ in seiner eygen lieb/ Wider umb wil Gott auch keynen annemen der inen138 nit erkent und liebt/ wie im anfang gsagt ist.139 Imm propheten Ezechiel lesen wir: Wenn Noha/ Daniel und Job imm mittel stuͤnden/ und wolten die boßhafftigen erloͤsen/ das sie weder ire suͤn noch toͤchter wuͤrden erloͤsen/ sonder sie moͤchten sich in irer eygen gerechtigkeit erloͤsen.140Ist aber das war/ můß das auch war sein/ das frembder glaub weder den kinderne nach141 andern dienen kan/ sie von irer boßheyt zů bringen.

F'elix'.

Mich wundert fast der frembden gleuber/142 die sovil feiertage und wunderthat143 dem frembden glauben zůschreiben/ das sie nit Christus wort betrachten: welcher nit an mich glaubt der ist gericht/ welicher aber glaubt der wirt nit gerichtf.144 Wie mags gesein das er seinen sun/145 der eyn kind deß zorns ist geboren/146 selig machet/ Buchsymbol fehlt wenn sein Patte nit glaubet. Ist es auch muͤglich das eyner on den eygen glauben an Christum/ Christus freund und brůder werd?147

P'rosper'.

Deß bin ich gewiß/ das eyn jeglicher der selig wil werden/ der můß das sehen in Christo das die Apostel sahen.148 Aber die unmuͤndigen kinder sehen mit augen und verstehen nit das sie sehen/ in der summ: sie seind alle unweise so vil ir ist/149 wenn sie Gott nit wunderbarlich weiß und klůg machet/ als Johannem den teuffer in můtter leib/150 Jeremiam151 und etlich andere/ Darumb ist ir keyns geschickt zům eingang in Gotts reich.152

F'elix'.

Das ist erschrecklich und unglaublich/ das die getauffte kinder in frembdem glauben nit in Gottes reich gehen.

P'rosper'.

Das aber ist war.

F'elix'.

Werden sie verthuͤmbt/153 die sterben vor auffthůung irer vernunfft?g

P'rosper'.

Neyn/ ehe sie aber eyn gewaͤchß Christih werden/154 muͤssen sie aller irer kraͤfften sich schemen/ und in grossen haß eygner selen Buchsymbol fehlt komen.155

F'elix'.

Das seind je156 die wort Christi/ aber dise red Christi steht mir im wege: Es sei dann das ir werdt als der jung/157 den Christus ins mittel stellt/ so kuͤndt ir nit in Gotts reich gehen/158 Sollen wir alten159 anfaͤncklich werden als eyn junges kind/160 so haben die unmuͤndigen eynen grossen vorteyl zůvor/ die bereyt sind als wir alten161 werden muͤssen.

P'rosper'.

Die alten muͤssen aus bedacht/ fuͤrsatz162 unnd gůtem willen werden als kinder/ die von iren kraͤfften nichts halten nach verstehen moͤgen/163 das ire kraͤfft kraͤftig seind.

FE'lix'.

Dise red bedarff eyns liechts.

P'rosper'.

Die alten muͤssen in die hoͤchste tieffe/ und allerkleynste kleynheyt und niderkeyt aller kraͤften steigen/ und sich drinnen nidersetzen ehe sie sich auffrichten oder auffstehen/ zů gehen in Gotts reich.164

F'elix'.

Nů hoͤr ich das wir abnemen muͤssen und kleyn werden ee165 wir groß werden/ und das die aller geringste und mindste/ die aller achtparsten unnd Buchsymbol fehlt groͤsten sind in Gots reich/ wie dann das Christus selber geredt hat.166

P'rosper'.

Das ist war/ fasse dise wort: Es sei dann das ir euch umbkeret und werdet wie die kinder/ so werdet ir nit in das himelreich komen/167 Das wort umbkern will eynen haben/ der sich aus goͤtlicher weißheyt und gůtem willen umbkert.168 Deßgleichen das wort: und werdent wie die kinder/ die auch eygen verstandt und willen darzů haben.

F'elix'.

Seitenmal169 im text volgt: wer nun sich selbs nidert/ alß diß kind/ der ist der groͤste im himelreich.170 Aber mein Prosper/ ich stehe in tieffem zweiffel/ was fuͤr eyn kind das gewest sei von dem Christus redt.

P'rosper'.

Daz weyß Christus am besten. Es moͤcht sein das Christus eyn kind ins mittel171 der Apostel gestellet hett/ und seinen Aposteln eyn exempel geweißt/172 daraus sie eyn gleichniß nach dem teyl und nit nach dem gantzen ziehen solten.

F'elix'.

Das wil ich ferner hoͤrn.

P'rosper'.

Das heyß ich eyn gleich Buchsymbol fehlt nuß nach dem teyl/ das in eym stuck oder zweyen gleich ist/ aber nit durchaus oder allenthalben/ Der aber haben wir vil. Christus hat uns die schlangen und tauben zům gleichnuß nach teylen gesetzt/173 und nit nach dem gantzen/ das teyl dem wir gleich werden sollen in der schlangen/ ist fuͤrsichtigkeyt174 oder gescheidigkeyt/ in der tauben eynfeltigkeyt/175 weitter haben wir nit zů suchen/ Wir wuͤrden auch betrogen wenn wir der schlangen eynfeltigkeyt und andere sitten ansehen und annemen woͤlten/ deß gleichen doͤrffen wir in der tauben nit mercken ire gescheidigkeyt/ dann wir wuͤrden betrogen/ und volgten der leer und gleichniß Christi nit nach. Der ursach halben sind vil exempel und gleichnuß in der schrift nach teyln und nit nach irem gantzen/ so auch moͤcht uns Christus eyn gleichnuß von eym kind geben han/i nit das176 wir allerley sitten und eigenschaften der kinder teylhafftig werden sollen/ Buchsymbol fehlt sonder eben hoͤren das stuck und den artickel den uns Christus benennt/ und zů eynem exempel fuͤrhelt/ dem nach wer es nit gůt wenn wir unverstendig wuͤrden als177 kinder/ alß uns nit ungůt wer/ so wir alß kleyn kraftloß/ unfuͤrsetzige178 kinder wuͤrden/ denn es stehet geschriben/ ir solt nit kinder werden im sinn und verstandt/ sonder kinder in der boßheit/179 das ist/ on boßheyt unnd arge list/ alß kinder seind. Das alles hab ich nit gesagt/ das das kind/ welchs Christus ins mittel gestellt/ unweiß und unglaubig gewesen sei/ dann das stell ich dem anheym der das beruͤfft.180

FE'lix'.

Das hoͤr ich vil lieber/ denn wo du schlecht181 geschlossen hettest/ dieweil ich im text sehe geschriben/ das Jesus eym kind rieff/ darauß flecht ich/182 das das kind nitt unmuͤndig gewest oder unverstendig/ sonder ettwas auffgewachsen/ das gehoͤrt hat.183

P'rosper'.

Ich betracht auch das/ das Christus dem selbigen kind den Buchsymbol fehlt glauben zůmisset/ wiewol verdeckt.

F'elix'.

Du meynst dise red Christi: Wer eyn solich kind auffnimpt inn meim namen/ der nimpt mich auff/ wer aber aͤrgert diser geringsten eynen die an mich glauben etc.184

P'rosper'.

Ja/ dann aus disen worten nem ich ab185 und vermůt / das das kind glaubig ist gewest/ und das es sein vernunfft gebraucht hab sonst hetts niemant aͤrgern moͤgen/186 Derhalben/ achte ich/ das Christus von der warhafftigen demůt und aller geringsten niderkeyt geweißt hab alß er eyn kind hiesch und ins mittel stellet/187 Dadurch ist ungezweifelt der groß bitter außgang188 aller kraͤfften und verzicht aller staͤrck angezeygt/ von welcher Moses und Christus und Paulus an vil enden189 und offt reden/190

F'elix'.

Recht/ Was sagstu aber dazů/ das Christus dannest191 eyn gemeyne192 rede gesetzt hat/ nemlich dise: Es sei denn das ir werdt wie die kinder/ so wer. etc.193 Item: Wer der geringsten eynen aͤr Buchsymbol fehlt gert/ etc.194 Dise wort lauten in gemeyne auff alle kinder.

PROSP'er'.

Was hindert das/ weils klar ist das Christus von dem freiwilligen umkeren und neuer kindtheyt/ und selbs erwoͤlter niderkeyt redt/ aller kinder die da seind/ als195 das kind war das er ins mittel196 stellet.

F'elix'.

Seind alle kinder also.

P'rosper'.

O neyn/ dann ettliche seind in můtter leib verstossen/ ettliche werden in iren tagen197 voller boßheyt/ und verlassen sich auf ire inwendige glider/ alß ist ire vernunfft/ weißheyt/ subtilheyt/198 will/ sterck/ rath/ unnd dergleichen. Christus erkante alle personen jung und alt/ und war im199 nit von noͤten/ das im eyn mensch durch gezeugnuß gelobet und beweret200 werd. Er wißt wol was im menschen war darumb hat sich keyner aus seinenn jungern oder Aposteln understanden der gleichen zů thůn/ das Christus gethan hat. Die auch unmuͤndige kinder zů Gottes reich annemen/201 die Buchsymbol fehlt greiffen Christo in seine freiheyt/ und in sein sunderliche202 macht/ und woͤlten auch wissen was in andern menschen ist/ wie wol sie sich selbs nit so wol erkennen/ das sie wißten was inn inen ist.

F'elix'.

Verstehe ich dich recht/ so hast du disen verstand/ das keyn kind vor gebrauch seiner vernunft/ das ist/ ee es hoͤren/ vernemen und glauben kann/j zů der tauff solte zůgelassen werden/ obs gleich hundert patten hett. Du wilt auch/ das diser nechstgehandelt text den kinderteuffern keynen grund ires thůns gibt.

P'rosper'.

Das wil ich.

FE'lix'.

Sie aber haben eynen andern text/ nemlich: Lasset die kleynen zů mir kommen/ dann das reich Gottes ist ir.203

PRO'sper'.

Es seind drei stuck/ weliche Martinus Luther gemachet hat/ die mich uber die maß verdriessenn/ under welichen ist eyns/ wiewol das geringeste/ das Martinus Luther die geschrifft unbestendigklich einfuͤret/204 dann inn dem so sehe ich eben Buchsymbol fehlt sein unbestendigkeyt/ das er jetzt gemelten text wider den grossen loͤffel Coclyres205 in der meynung gebraucht alß hett Christus befolhen/ das man die unmuͤndigen kinder/ die weder gehen/ noch hoͤren oder vernemen/ und glauben moͤgen/206 solt zů der tauff lassen komen/207 Aber darnach legets der Luther also aus: Lasset die kinder zů der schůl komen und drei zungen leren.208

F'elix'.

Ist es nit eyn eyniger und bestendiger sinn/209 wenn er spricht: Laßt die kinder oder kleynen zůr tauff komen/ unnd zů der schůlen komen.

P'rosper'.

Zů der Papistischen tauff/210 welche die kinder so211 frisch aus můtter leib kriechen/ taufft/ darff212 man weder eygen sinn noch vernunft noch willen haben/ Aber zů entpfahen Gotsreich/213 můß man Christum erkennen.

FE'lix'.

Das were wider Petrum214 unnd Paulum und alle Apostel/215 und sonderlich wider / der die tauf durchs absterben unsers eygenthums außlegt.216 Buchsymbol fehlt Auch machten wir inn der weiß eyn gespoͤtt aus der tauff/ das aͤrger und groͤsser were dann Simon der zauberer/217 aber das laß biß zů seiner zeit berůwen/218 und sag mir ob die kinder etwas mehr zů der schůl denn zůr tauf bedoͤrffen.219

P'rosper'.

Mein taglang hab ich nie gesehen/ das eyner eyn kind frisch geboren in eyn schůl hett lassen tragen/ ettwas drinnen zů lernen/ wens220 aber eyner thet/ wuͤrd jederman eyn gespoͤtt ab im221 haben/ und er wuͤrd allen unkost und muͤhe verlieren.222

FE'lix'.

Du thůst dem Luther unrecht/ denn er schreibt je223 nit das wir unsere kinder in die schůle schicken sollen ehe sie anfahen224 verstehen und underscheiden/ wenn aber die kindlin vernemen moͤgen/225 alß dann hab Christus gesagt: Laßt die kinder zů mir komen.226

PR'osper'.

Das ist das ich klag/ nemlich/ das Martinus bestendiglich das alter der kinder in den fuͤrgelegten worten Christi solt außgelegt haben/ und nit227 eyn Buchsymbol fehlt mal also/ das ander mal anderz darvon reden/ wens228 die tauff belangt so sollens unmuͤndige kinder sein/ die vor ettlichen stunden oder tagen inn die welt komen sein.229 Es ist je greulich zů hoͤren das er230 inn den sachen so den glauben und lieb Gottes betreffen so leichtfertigklich schreibet und voller wanckelnus231 ist. Mich befrembdt auch das er Christum zů eym schůlmeyster der jungen kinder machen will der das a. b. c. sol gelert haben.232 Ich hab es bißher darfuͤr gehalten/ das Christus gearbeyt hab mitt seinem vermeynten vatter Joseph/ welcher eyn zimmerman war/233 Als aber Christus angfangen hat zů leren/ da hat er seiner sendung nach/ Gott den vatter offenbar gmacht.234

F'elix'.

Es laut so hin/235 wenn eyn christ sich laßt feindschaft uberwinden/236 und braucht sein schwert/ das ist/ Gots wort237 unredlich/ und schleget mit luͤgen oder betriegniß238 und nit mit heylsamer ler.239

P'rosper'.

Ich wolt/ dem Buchsymbol fehlt Luther gegoͤnt und gwuͤntscht haben das er imm buͤchlin wider Hans loͤffeln240 das alter der kinder nach der zeit hett außglegt/ als ers241 imm buͤchlin von den schuͤlen außlegt.242

F'elix'.

Durch welchen grund ward Martinus bewegt zů schreiben/ das man die kleynen frischgeboren kindlin teuffen moͤcht.243

P'rosper'.

Durch disen/ das Christus sprach: das himelreich ist solcher.244 Luther heyßt das tauffen/ das Christus also redt (laßt sie zů mir komen).245 Die ursach aber/ das die kindlin zů Christo mochten getragen werden/ das ist/ das sie getaufft werden moͤgen/246 steht in dem/ das Gots reich solcher ist.247

F'elix'.

Das ist mir neu und unerfarn/248 das eyn ding ist249 zů Christo komen und von Christo getaufft werden.

P'rosper'.

Legt inen doch Christus sein haͤnd auff.

F'elix'.

Du solst auch wol narrn250 und sagen das ein ding ist/251 haͤnd uff eyn kind legen und eyn kind tauffen.

P'rosper'.

ich achts fuͤr weißheyt und keyn torheyt.252

F'elix'.

Sihe/ so wiltu das Christus getauft hat/ Buchsymbol fehlt wider den text Johannis/ der do spricht: Jesus tauft nit.253 Laß uns auf unser ban fort gehen/ und uns von der ursach besprechen/ nemlich von dem himelreich oder reich Gots alß254 Lucas redet.255

P'rosper'.

Rede du/ ich wil zůhoͤren.

F'elix'.

Luther sagt: Ist Gotes reich der kindlin/256 so haben sie den glauben/ so mag man sie redlich tauffen.257

P'rosper'.

Ich meyn das Martinus abermals wider sich selbs sei.

F'elix'.

Wie so?

P'rosper'.

Wenn die kindlin den glauben selbs haben/ und eyn jeglichs sol auff den glauben getaufft werden der in im ist/ so wirt das258 fallen/ das Martinus sunst saget/ das die kindlin auff den frembden glauben irer patten sollen tauft werden/ und koͤnnen den eingang in reich Gottes erlangen durch frembden glauben.259

FE'lix'.

Wo er so wancken woͤlt/ und alle reden Gottes beugen als wachs/ wer es mir faͤrlich hinfuͤrter260 auff den Luther zů bauen.

PR'osper'.

Sihe die blosse warheyt an/ und bau Buchsymbol fehlt auff Gott/ der ist redlich und unbetruͤglich.261 Nun wolt ich aber gern seinen grund besser verstehen.

F'elix'.

Es ist klar/ das Gottes reich solcher ist.262

P'rosper'.

So hoͤre ich263 das Gottes reich aller kinder ist die zů der tauff kommen/ woltstu das reden/ wolt ich dich wol mit tausent schrifften264 uberwinden/ das du inn halß luͤgest/265 Künd nit eyn můtter zů gleich zwey kindlin tragen/ eyns zů dem verthümnuß/266 das ander zům reich Gottes/ alß267 Rebecca Esau und Jacob trůg/268 unnd kuͤnd geschehen/ das sie beyde getaufft wurden/ woltestu sie beyde selig machen? wider das: Wee euch/ die ir die ungerechten gerecht machet.269

FE'lix'.

Jetzt ist es zůvil und hoch/ Ich glaub dir das die tauff nit selig macht/ dann es ist eyn eusserlichs arms bad/ wo der glaub nit in der selen steckt/ der270 auch die erloͤsung dem wasserbad gebe/k271 der wuͤrde das leiden Christi zerstoͤren unnd auffheben/272 Ich wil dir aber sagen/ Buchsymbol fehlt wenn sie glauben und sterben so bleiben sie lebendig.273

P'rosper'.

Das ist warlich war/ wenn die unmündigen kindlin glaubten so blieben sie in Gott lebendig wiewol sie im fleysch abgangen/274 aber da ligt der knodt/275 ob die unvernünfftigen kindlin glauben.

F'elix'.

Gottes reich ist nur der die es glauben/ ist es der kinder gewest die man zů Christo trůg/ so haben sie eynenn rechten glauben gehabt.

P'rosper'.

Alle die sich wolten lassen tauffen in der Apostelzeit die můsten iren glauben eusserlich/ durch verkuͤndigung Christi zeugen und die Apostel wolten auch keyn unvernunfftig kind teuffen/276 als darauß zů verstehen ist/ das sie den glauben von denen forderten die sie taufften.

FEL'ix'.

Luther saget das die unvernuͤnfftige kinder iren glauben durch heulen und weynen/ essen unnd trincken anzeygen.277

PRO'sper'.

Ja gleich alß278 die alten vetteln reden/279 wenn die kindlin im schlaf lachen/ so sehen sie die Buchsymbol fehlt engel und kurtzweilen mit inen.280

FE'lix'.

Was spottestu/ ich meyn du schwermest.281

PR'osper'.

Wenn Martinus wider mich schrib/ oder ich wider in/282 unnd wolte durch obeneingefürte schrifft/ nemlich dise: solicher ist Gots reich283 beweisen/ das die unvernünfftigen kinder eynen rechten glauben hetten wuͤrd er bald sprechen: Es stehet nit geschriben das reich Gotts ist ir/ sonder: solicher. Nun seind es zweyerley woͤrtlin (ir/ unnd: solicher) Ich aber laß es in der feddern bleiben/284 und sage noch/ das die Apostel keyn unmündig kind getauft haben/285Wenn aber sie gewißt hetten/ das sie Christus durch soliche wort: Lasset die kinder zů mir kommen/ gewoͤlt hett das sie unvernünfftige kinder tauffen sollten weren sie on zweifel Christo gefolgig worden.286

F'elix'.

Christus hat schaͤrpfer augen gehabt und in die inwendigkeyt gesehen/287 als Got in můter leib sihet ob in288 eyner erkent/ das vermocht keyn apostel.289 Buchsymbol fehlt

P'rosper'.

Da redestu recht/ darumb sollten wir auch die tauff nit schenden/290 und on underscheyd und on erkuͤndigung deß glaubens291 tauffen.

F'elix'.

Wo der glaub ist da beweiset er sich/ wenn er die stimme deß breutgams hoͤret/292 alß Johannes der teuffer in můtter leibe aus freuden auffsprang/ da er den grůß Marie erhoͤret.293

P'rosper'.

Derhalben solten die teuffer zůuor sich deß glaubens erkuͤnden in dem den sie teuffen woͤlten/ ehe sie in taufften.294

F'elix'.

An eynem andern ort lese ich/ das Christus spricht: Du hast es den unmuͤndigen offenbart/295 Ich achte aber das die unmuͤndigkeyt desselben orts296 thorheyt bedeutte/ alß297 lateinisch heysset man die ungelerten und unweisen/ infantes.298

P'rosper'.

Far fort.

FE'lix'.

Im griechischen ist eyn woͤrtlin: Nipios/ das bedeutt eynen unmündigen oder kleynen/ und ist noch heuts tags zů vermůten/ das Christus von den leuten rede/ die dabei der welt kindisch/ kleyn/ geringe/ Buchsymbol fehlt eynfeltig und naͤrrisch seind/299 wie auch Paulus sagt/ das Gott die naͤrrischen und schwachen diser welt erwelet hab/300 So wuͤrd es sich noch dahin ziehen/ das Christus eynfeltige und naͤrrische kinder gemeynt hab/ wie auch Christus der prophecien Jesaie brauchet/ und spricht: Ich werd die weißheyt der weisen verderben/301 Wil mans aber auff die unmuͤndigkeyt deß alters oder jugent ziehen/ wirt klerlich volgen/ das die kinder durch iren eygen glauben/ Gott und Christum erkennen302 und selig werden.

P'rosper'.

Wie moͤchten303 wir aber erfaren/ das sie glaubig oder nit glaubig seind?

FE'lix'.

Es kost vil muͤhe und arbeyt.

P'rosper'.

Es ist unsicher und betrieglich/304 dann die süne diser welt/ künden je305 nit süne Gottes geberen/ seitenmal306 Gottes süne aus Gott/ und nit aus fleysch oder blůt/ noch aus deß menschen willen geboren werden.307

F'elix'.

Ich riet das wir verzügen308 biß die kinder auffwüchsen/ Buchsymbol fehlt und anzeygten/ wie sie inwendig gesund sind/ sunst muͤssen wir als309 Paulus und andere Apostel theten/310 unser eygen wasserbad versprechen inn denen311 die nit vonn Christo wißten/ als wir sie312 taufften/ Dann wir sehen das die kinder inn grosser unwissenheyt und boßheyt auffwachsen und haben weder wort nach geperden313 die das erkantnuß und glauben an Christum anzeygen.

P'rosper'.

Du nennest die tauf eyn wasserbad.

F'elix'.

Billich/314 weil die tauff eyn bad ist/ und wasser tauf eyn wasserbad ist/ und feur tauff eyn feur bad ist.315

P'rosper'.

Spoͤtlich.316

FE'lix'.

Ist es spoͤtlich? so laß ich den Luther darfuͤr antwurten/ der die tauff eyn wasserbad nennet.317

P'rosper'.

Wir haben von dem eygen und frembden glauben der unmündigen kindlin uns besprochen/ und seind deß einig worden/ das wir nit wissen welche unmündige kindlin den glauben haben/ unnd welche nit/ das wir derhalben soliche kinder Buchsymbol fehlt nitt tauffen solten/ so wenig sich die apostel understanden haben irgent eyn kindlin zů tauffen/ Dann wir lesen je/318 das Petrus von den jungeren angesprengt319 ward/ der tauff halben Cornelij/ und welcher form sich Petrus außredet/ das Cornelius Gottes gab vorm tauff/ wie sie auch/ entpfangen hatt.320 Und ist allen küntlich was das ist/321 im namen Christi tauffet werden/ wie der Christum erkennen sol/ der sich imm namen Christi tauffen laßt/ wie man sünd vor322 verstehen sol/ was grosser gschicklicheyt323 darzů gehoͤrt.

FE'lix'.

Wie Paulus gen Epheso kam/ unnd ließ ettlich auffs neu widerumb tauffen/ nur darumb/ das sie nit eyn gnůgsam erkantnuß Gottes hetten/324 ist auch am tag und wie er uns lernet/325 das wir nit leichtfertig sein sollen mitt der tauff/ damit wir nitt zůrucktretten muͤssen/ unnd die Tauff deß unnverstands Buchsymbol fehlt halben der getauften/ eyn katzenbad oder schellenbad muͤssen halten.326

P'rosper'.

Du hast das recht eyn schellenbad genennt/ dann ich weyß/ das du schellen glocken nennest/ welche unsinnige bischoͤf jetzt tauffen.327

FE'lix'.

Sie thůn es Gott/ Christo/ unnd der gantzen gemeyn Christi zů spott und hon.

PR'osper'.

Villeicht haben solch zweyhoͤrnichte ochsen328 die kinder tauff erdicht.329

FE'lix'.

Paulus legt die tauff aus und sagt wie sie unser absterben aller gelider/ kraͤfften und lebens bedeut/ das wir inn tod Christi getaufft seind/330 das je nit uns331 im schlaf oder denn widerferet/ wenn wir maulginen/332 dann der tod unnsers eÿgenthumbs333 můß inn uns gepruͤfft werden/ und wir muͤssen eynen rechten und bittern tod unserer kraͤfften schmecken/334 und die sauren fruͤcht deß tods anbeissen/335 das den kindern nit widerfert/ oder je336 wenigen. Nun solte die eusserlich figur337 der innerlichen warheyt nachvolgen/ und Buchsymbol fehlt nit vorgehen/ wenn sie on gleißnerei338 ist.

PR'osper'.

Es sei mit der kinder glaub wie es sei und ist/ so weiß ich das mich das druckt/ das Christus Gott seinen vatter lobet/ derhalben/ das er den unmuͤndigen kindern die ding offenbaret die er den weisen verbirgt/339 wo die offenbarung der hohen himelischen dingen ist/ da ist gewiß der glaub oder kunst340 Christi und Gottes/ Dann ich sehe auff das/ das Christus eyn sun Gottes ist/341 und der Israelitisch kuͤnig/342 oder sehe/ das mehr ist/ die engel Gottes auff dem sun deß menschen ab und auff steigen/343 So weyß ich/ das ich der keyns in der warheyt und im geyst344 sehen kan on den rechten glauben oder kunst Gottes/ Wer das nů den frischgeboren kindlin zůschantzt345 der hat in346 warlich ettwas groß geben. Ich halt es aber darfuͤr/ das die unmuͤndigen kindlein durch den uberfluß und bruͤnst solicher kunsten347 zeugen muͤsten und offentlich verkün Buchsymbol fehlt digen was sie innwendig von Gott wissen/ alß geschriben steet: Aus dem mund der unmuͤndigen/ hastu dein lob volkoͤmlich gemacht/348 Darumb werd ichs nit glauben das sie die gab deß heyligen geysts haben/ bis ich solche kinder sehe oder hoͤre Gottes herrligkeyt verkuͤndigen.349 Jetzt wil ichs darfuͤr halten/ das Christus von solichen unmuͤndigen kindern geredt/ als350 die waren/ von welchen er jetztgemeldten verß erfuͤr bracht/ und hieß sie unmuͤndige kinder/ die gehen und lauffen/ vernemen unnd verstehen kunden/ und sungen: Gelobet sei der da kompt.351 Soliche kinder unnd ir gleichen/ sie seien alt oder jung/ wolt ich inn dem namen Christi tauffen/ auff iren eygen verstand und glauben.

F'elix'.

Was woltstu aber auff den frembden glauben thůn etc.?

P'rosper'.

Auff den glauben der gemietten Patten/ die zeitten352 durch ir eygen geschefft in iren kuchen/ keller/ eckern oder wisen353 stecken/ Buchsymbol fehlt und haben weder sinn noch gedanckenl auff deß kinds seligkeyt/ den auch nichtes an deß kinds gesuntheyt ligt/ ich schweig an seiner seligkeyt.

F'elix'.

Ja ich meyne die selben/ zů welichen der pfaff354 sagt: Sprech/ ich glaub/ Ist es nit euer ernst/ so thůts dem armen kindlin zů dienst/ und sprecht: ich glaub.355

P'rosper'.

Ja von dem frembden und erbettelten glauben/ den mancher schand halb eusserlich verheyßt/356 sehstu357 aber ir hertz/ du wuͤrdst vil unwillen und reu deß pattengelds358 halben darinn sehen.

F'elix'.

Auff eynen solchen glauben wolt ich mein katz nit tauffen.359

P'rosper'.

Jedoch sind die leÿische christen so naͤrrisch/ das sie sich affen360 lassen/ und ire kinder auf solchen stroͤern361 glauben Gott befelen/ wern sie klůg/ so wuͤrden die eltern selbs ir kinder tauffen oder heben/ oder die nehsten und gottfoͤrchtigsten erweln.

F'elix'.

So vernem ich jetz/ das du dem frembden glauben was gibst.362

P'rosper'.

Neyn/ wenn aber frembder glaub selikeyt erlangte Buchsymbol fehlt so wolte ich vil lieber den frembden glauben der eltern oder nechsten freunden oder anderer die die kinder lieben/ suchen/ denn363 den glauben der unwilligen leutt mieden/364 die gelt zůgeben muͤssen/ und ire sinn zů andern sachen verstreuet haben.

F'elix'.

Was gibest du365 dem waren frembden glauben.

PR'osper'.

Das ich dem gebett geb in dem glauben.

F'elix'.

Das gebett kan keynem Gottes reich erwerben on desselben glauben/ das ist/ er můß selbst glauben der inm Gottes reich eingehen wil/ alß366 Christus spricht: Es sei dann das eyner von oben herabher aus Gott geboren sei/ so kan er nit Gottes reich besehen/367 Darumb wil ich wol sagen/ das der frembd glaub eynem andern den glauben auch erwerben kan/ wenn der selb deß glaubens begeren were/368 und hett verlangen zů goͤtlicher weißheyt/ aber Gotts reich kan keyn frembder glaub in ewigkeyt eynem andern erlangen/ als wenig als369 eyn anderer in Buchsymbol fehlt meinem glauben leben und gerecht sein kan/ Sihe/ alß wenig daß muͤglich ist/ das eyn andrer inn meinem gebett bete/ und in meinem glauben glaube/ so wenig ist es muͤglich/ das eyn andrer in meinem glauben selig werd.

P'rosper'.

So wuͤrd volgen das sie all liegen/370 die kinder auf frembden glauben tauffen/ dann sie verheyssen ihn371 Gotts reich/ auff den gemieten glauben/372 und liegen und betriegen. Wie wuͤrd es aber mit den ungetaufften kindern zů gehen/ die on tauf versterben.373

F'elix'.

Wie es jetzt374 zůsteht.

P'rosper'.

Auf dein und meine meynung stehts nit alß wol als375 man geredt hat/ denn wir schliessen das der frembd glaub nichts hilfft zům eingang in Gottes reich/ wenn er allenthalben gerecht ist/ wie vil weniger wens eyn außerbetleter und frondinstpar glaub376 ist/ Darumb halten wirs beyde darfuͤr/ das die kindlin in frembdem glauben getaufft377 durch solchen glauben nit eingangen Buchsymbol fehlt seind in Gots reich/ So ist das dem wasserbad zů hoch und zůvil/ ins himelreich zů bringen/378 Weil aber auch der eygen glaub nit gespuͤrt ist/379 in dem merer teyl der getaufften kinder/ ist der selben keyns selig worden.380

F'elix'.

Der frembd und woltüchtig381 glaub schaffet nichts/382 eym andern Gottes reich zů erlangen/ von dem reich zů reden dasn selig macht mit himelischer/ nitt gemeyner seligkeyt/ Als383 aůch das gebett im glauben/ das eynem andern Gots gnad nit kan erwerben/ wenn der ander nit begert.384 Wo finden wir aber zeychen der begerung inn den frischgeboren kindern? die so unverstendig seind/ das sie ire fleyschliche eltern nit kennen.

PRO'sper'.

Sag mir aber weitter/ ob die getauffte kinder on eygnen glauben verstorben/ verthuͤmet385 seind?

FE'lix'.

Ich verthüme niemants/386 so kan ich auch niemants selig machen.

P'rosper'.

Ich frag nit was du thůst/ sonder wie der glaublosen ver Buchsymbol fehlt storben kinder stand stehet.

FE'lix'.

Ich halt es das keyn mensch verthümet wirt ehe im387 Christus geprediget ist/ wenn Christus und Gott gepredigt ist/ und die gepredigte geyster388 Gotts gerechtigkeyt nit annemen/ so ist denn die zeit deß verthümniß.389 Es můß je390 beschehen/ das Christus niemandts on sein wort richtet/ alß391 er selber spricht/392 Derhalben spricht Petrus: Die froͤlich bottschafft von Christo/ můst auch den todten gepredigt werden/ auff das sie gericht wuͤrden.393

P'rosper'.

Mich duncket es sei dein meynung/ das die verstorbnen eyn gesellschafft haben mit iren selen oder geystern/ und das eyner mit dem andern rede/ und eyner dem andern predige/ das auch bei ihnen etliche Gottes euangelion annemen/ ettliche nit/ das aber alles ist mir frembd und neu.394

FE'lix'.

So ist dir auch das euangelion vom reichen fresser und armen Lazaro395 frembd und neu.

P'rosper'.

Ich hab wol da gelesen/ das der Buchsymbol fehlt reich schlemmer in der hell sein augen auffhůb/ und sahe Lazarum in der schoß Abrahe sitzen/ und redt Abraham an.

F'elix'.

Wolt dirs nit eingehen396 das Christus spricht/ das der verthümet397 schlemmer Lazarum sahe und Abraham anredet? das du daraus vernomen hetst/ das die selen eynander sehen koͤnnen und anreden?

PR'osper'.

Ich torste nit.398

FE'lix'.

Warumb?

PR'osper'.

Das Martinus den selben text zů eyner gantzen figur399 unnd deutnuß machet.400

FE'lix'.

Du unseliger Prosper/ weistu nit das du nitt an eynem ror401 solt lernen gehen: und dich auff keynn fleyschlichen arm verlassen?402 Christus hat den stand der geyster recht entdecket/403 und besser dann keyn404 prophet.

P'rosper'.

Wilt du denn405 das die unmuͤndigen kinder von ettlichen dort gepredigt und gelernt406 werden?

FEL'ix'.

Ich weyß daß war ist.

P'rosper'.

Setz mir zů diser oberzelten schrifft407 eyn andere/ so wil ich dir glauben.

FE'lix'.

Den Jesaiam408 Buchsymbol fehlt wolt ich dir fuͤr dein augen legen/ ich weyß aber das die Wittemberger iren eingetragnen sinn und wohn409 fester dann silber und golt halten/ und toͤrsten410 wol vil verlieren ehe sie sich von irem gefasseten wohn411 liessen abscheuhen.

P'rosper'.

Ich wil jetzt tod sein gegen allen menschen/ unnd nur oren haben Gotts wort zů hoͤren/ Bring eyn schrifft/412 das die geyster der verstorbnen menschen predig hoͤren.

FE'lix'.

Petrus erzelet mitt liechten worten/ das Christus alß er tod war in seiner lebendigen sele/ die Petrus seinen geyst nennet/ hinab zů den geystern steyg/ der leutte halb die in der zeit Noah lebten und in unglauben sturben/ und inen geprediget hab.413 Daraus liederlich414 ist zů mercken/ das Christus sele andern selen gepredigt hat/ das auch eyn sele die andern troͤsten oder erschrecken kan/ und das jetzt den todten das Euangelion gepredigt werden můß/o wo sie anders Gott richten wolte.415 Buchsymbol fehlt

P'rosper'.

Fast416 gern hoͤr ich von diser materien/ dann mich zeucht das geschicht Petri/ das Christus vom himel dem unbekerten Paulo in hebraischer rede rieff und saget im417 wo er hin gehen solte/418 auch das/ das die eltisten im himel vorm lamb niderfallen/ und singen im lobsang/419 aber ich wil dise muͤhe auff eyn andere zeit sparen. Jetzt sage mir endtlich ob die kinder frisch geborn420 getaufft oder ungetaufft/ erwoͤlte oder verworffene/ so lang geprediget werden/ biß sie entweders glaubig oder unglaubig werden.

F'elix'.

Das ist jetzt gesagt/ dann Petrus saget zů gleich von allen todten sie seien jung oder alt/ das sie geprediget werden muͤssen/ wo sie anders Gott richten wolt.421 Nun lieber Prosper/ meynestu das Paulus sach erger sei worden? oder das er nit im tod unnd schlaf seines fleysches verkuͤndigen Gottis sterck/ und verschweige den/ deß halb er gern sturb/422 auff das er mit Buchsymbol fehlt gewinn bei im were/423 die todten habe Mosen/ Propheten/ Christum und Aposteln gleich so wol als wir. Wir aber bedürffen irer bottschafft nitt/ als auch sie widerumb unser botschafft nit behůfen.424

P'rosper'.

Ich fall dir ettwas zů/425 wil aber gleichwol diser ungehoͤrter sach weitter nochsinnen.426 Eyns hab ich uberhoͤrt oder vergessen.

F'elix'.

Was ist das?

PR'osper'.

Von dem glauben der kirchen.

F'elix'.

Hast du nitt genůgsam gehoͤrt von den patten?427

P'rosper'.

Achtestu dieselbigen fuͤr die kirchen?

F'elix'.

Gib mir andere anwaͤlde428 der kirchen.

P'rosper'.

Ich halte ettliche erbettelte patten fuͤr eyn kirchen deß boßhafftigen/429 die offentlich liegen/430 wenn sie das kind nennen/431 und sprechen: Ich glaub/432 und wissen fürwar/ das das kinnd die artickel/ welche der teuffer pfaff erzelet/433 nit verstehet nach434 glaubet/ So wol435 sie wissen das das kind nit betet.

F'elix'.

Du bist nahe bei dem zil.436

P'rosper'.

Wer ist die kirchen?

FE'lix'.

Die ver Buchsymbol fehlt samlung Gotsforchtsamer geyster/437 welche in Gottes willen leben.438

PR'osper'.

So halt ich das die kirch nichts für nimpt/439 denn das/ deß440 sie eyn woͤrtlich anzeyg hat in der schrift/ daraus will ich setzen/441 das die kirch nit glaubt fuͤr die kinder/ bitten mag sie wol fuͤr sie442 aber der teufflischen untugent/ nemlich/ der vermessenheyt/ das sie sich unterstuͤnd443 eynen frembden/444 durch iren eygnen glauben/ gůt/ frumm/ heylig und selig zů machen/ lasset445 eyn solich goͤtlich gmeyn.446

F'elix'.

Ich straf dich nit/ dann soliche geyster wissen eben/ das sie keynen gůt/ frum oder gerecht/ heylig oder selig machen koͤnnen.

P'rosper'.

Wenn du mir nur ein exempel oder schrifft447 gebest.

F'elix'.

Das exempel ist oben geben/ dann Noa448 Job449 und Daniel versamlet/450 macht auch eyn christelich versamlung oder kirchen/ noch sagt Gott/ ob sie gleich ire eygen kinder/ freund/ oder Jsraelitisch volck/ durch ire gerechtigkeyt wolten recht Buchsymbol fehlt fertigen/ das sie es nit vermoͤchten/ sonder das eyn jeglicher in seiner gerechtigkeyt gerecht und selig werde.451Das ist das exempel/ dann was Got von der kleynenp heyligen kirchen spricht/ das ist von der gantzen heyligen kirchen gesprochen. Schrifft hastu aber/ das Gott von eynem jeglichen eygnen glauben/ eygene lieb/ fordert/ und das er oft sagt: Der sun wirt deß vatters gerechtigkeyt nit geniessen/ noch ungerechtigkeyt entgelten.452 Auch ist eyn soliche versamlung nit so frevelich/453 das sie jemandts anders oder frembde unnd ungeladen geyst454 inn Gottes reich brecht/ inn Gottes willen bleibt die kirch.

PR'osper'.

Ich stehe bei dir455 all dweil du bei Gott stehest/ Mich hat auch vil bekuͤmmernuß gehalten/ das die hochgelerten von dem glauben der kirchen so vil feiertag stellen/456 unnd reden doch on hilf der schrifft/ Ich meynt es wer der glaube der kirchen vast457 starck/ auch wol Buchsymbol fehlt gepreiset/ wenn er die kirch durch Christum für458 Gott unstraͤflich und on mackel mach/459 und das zů vil ist/ wenn sie dem glauben das geben und zůlegen/460 deß sie keynen grundt habenn.

FELIX.

Recht und wol.

PROSPER.

Jedoch461 were ettwas weitter hievon zů handlen wir aber woͤllens bei diser kürtz bleiben lassen. Gott verleihe uns sein weißheyt/462 AMEN.


aVirgel vom Editor sinngemäß ergänzt
bvom Editor verbessert für meinr
cVirgel vom Editor sinngemäß ergänzt
dDoppelpunkt vom Editor sinngemäß ergänzt
evom Editor verbessert für kinden
fvom Editor verbessert für gricht
gPunkt vom Editor sinngemäß durch Fragezeichen ersetzt
hvom Editor verbessert für Christo
iVirgel vom Editor sinngemäß ergänzt
jVirgel vom Editor sinngemäß ergänzt
kVirgel vom Editor sinngemäß ergänzt
lvom Editor verbessert für gdancken
mvom Editor sinngemäß ergänzt
nvom Editor verbessert für die
oVirgel vom Editor sinngemäß ergänzt
pvom Editor verbessert für kleyner

1Zum gescheiterten ersten Versuch der Drucklegung der Schrift Ende Oktober / Anfang November 1524 in Basel siehe KGK VII, Nr. 280, S. 643–650.
2Zu den gewählten, fiktiven Namen Prosper und Felix siehe KGK 306 (Anmerkung).
3meine Einstellung, Haltung zu eröffnen.
4Artikel, Themen.
5welche Gott unmittelbar betreffen, Gottes Ehre verletzen (können).
6Vgl. die Artikel, genannt von Luther, über die sich vermutlich Christoph Hoffmann (um 1495–1553) bei Karlstadt erkundigt hatte; KGK V, Nr. 230, S. 295.
7können. – Zu Karlstadts Verständnis des Glaubens vgl. den Traktat Wie sich Glaube und Unglaube halten (KGK VII, Nr. 274, S. 313–353).
8wie kommst du.
9Mit den neuen deutschsprachigen Publikationen, die Prosper Anstoß bereiteten, sind insbesondere die von Luther und seinen Anhängern (den »hochgelerten«) veröffentlichten Bücher zur evangelischen Gottesdienstpraxis gemeint, welche die aus dem Spätmittelalter überkommenen liturgischen Formen äußerlich konservierten. Im Blick standen wohl vor allem das Taufbüchlein verdeutscht (WA 12, 38–48) sowie die Formula missae et communionis (WA 12, 197–220), die beide im Jahr 1523 erschienen; siehe auch Wider die alte und neue papistische Messe (KGK VII, Nr. 275, S. 363; S. 371 mit Anm. 1 u. 3; S. 374 mit Anm. 33).
10welches. – Gemeint ist wohl das Buch (vorher Plural).
11Gemeint: als ihre abschließenden Worte zum Thema; vgl. DWb 15, 872f. s.v. Schluszrede.
12Gemeint: hartnäckig vertreten. – Zur Aufnahme von Luthers Taufbüchlein verdeutscht vgl. Strübind, Eifriger, 275f.
13Vgl. Luthers Schreiben (vermutlich) an Christoph Hoffmann, mit der Mahnung, solche Fragen besser zu unterlassen; WA.B 2, 549–551; vgl. KGK V, Nr. 230, S. 295.
14Vgl. Ps 1,1f. Vg »[…] beatus vir qui […] in lege eius meditabitur die ac nocte«.
15Vgl. Karlstadts Dialogus von dem Missbrauch des Sakraments: »oportet credere« (KGK VII, Nr. 276, S. 451, Z. 7).
16Rohr. – Vgl. Mt 11,7.
17Vgl. 1. Petr 2,6 u.ö.
18Vgl. Mt 7,24.
19berechtigterweise, wie es sich gehört.
21wie eine Schlange. – Vgl. Mt 10,16.
22Vgl. als Hintergrund Pred 10,12.
23Gemeint ist keine konkrete Bibelstelle, sondern die Klage darüber, dass die »Gelehrten« sich im Verständnis uneins des Gotteswortes sind.
24ihnen.
25einem gering geschätzten, wenig angesehenen (Menschen) eher etwas offenbart (betont) als. – Vgl. als Hintergrund Mt 11,25; Lk 10,21.
26Gemeint: Ich kann sie nicht für mich behalten, ich könnte sonst.
27Vgl. Jes 6,5.
28Vgl. Mk 2,17 par. Vgl. Wander, Sprichwörter-Lexikon 2, 1566 s.v. krank Nr. 19.
29Gemeint: Halte deinen Zweifel (für dich).
30Ich muss es aussprechen.
31stille, mache er mich zufrieden.
32Vgl. als Hintergrund Tit 1,9 und 1. Tim 1,10 (kombiniert).
33fortfahren.
34sehr klar.
35Generell zum Thema der »fides aliena« im Unterschied zur »fides propria« im Zusammenhang der Kindertaufe siehe Luthers Brief an Melanchthon vom 13. Januar 1522 (WA.B 2, 424–428, Nr. 450 bzw. 1, 433–439, Nr. 20).
36sehr.
37vermöge, könne. – Vgl. Luthers Predigt vom 7. September 1522 (vgl. KGK 306 mit KGK 306 (Anmerkung)): »so sage ich unnd merck das wol, das kainer durch andern und fremden glauben und werck kan selig werden. Aber das kann wol geschehen, das ich durch frembden glauben kan zů aignem glauben kommen […] Nain, es sey dann das du selb ain aigen glauben schoͤpffest auß gotes guͤtigkait und barmhertzigkait, so wirst du nicht selig. Also můß es geen, sunst hilfft kain frembder glaub noch werck, auch nicht Christus […]« (WA 10.III, 306,19–28).
38Gemeint ist wahrscheinlich die »fides aliena«, der »fremde Glaube«.
39es (das Licht) mich auf euren Wahn, Einbildung, Meinung.
40lichten, klaren (Belege aus der Hl.) Schrift vor.
42ausbreiten. – Vgl. DWb 1, 849 s.v. ausecken.
43genügend Belege aus der Hl.Schrift anführen.
44trage gleich vor. – Vgl. DWb 1, 1082f. s.v. bald, Nr. 3.
45Mt 15,21–28 (Die kanaanäische Frau).
48Gemeint: einen Willen, Wunsch, der Glauben enthält. – Vgl. DWb 7, 7888 s.v. glaubhaft Nr. 1.
50Mt 9,29 (Heilung zweier Blinden).
51achtet.
52wie.
53Vgl. 1. Mose 32,27 (Stätte Penuel, nicht Bethel).
55Gemeint: Du fragst nach dem, was selbstverständlich / überdeutlich vor Augen liegt.
56sei.
58Gemeint ist die Bibelübersetzung Martin Luthers. Zum sog. Septembertestament 1522 vgl. Kaufmann, Anfang der Reformation, 91–97.
59die (fremde) Sprache.
60Mt 9,22 Septembertestament (WA.DB 6, 45).
61Gemeint: Das werde ich jedermann erkennen lassen.
62Wörtlich: <h p'istic sou s'eswk'en se; Mt 9,22; 18,52; Mk 5,34; Lk 18,42.
63Gemeint: Liefere mir klare Belege aus der Hl.Schrift!
64Dass eine Seligkeit im Glauben für den besteht […]
65Mt 18,52; Lk 18,42 (Heilung eines Blinden bei Jericho).
66Vorderster, Vorsteher (der Synagoge).
68ungerichtet, nicht genau treffend.
69dass du noch nicht bewiesen.
70wenn.
71der Jude (Jairus) spricht zielgerichteter, präziser.
72als du, der du ein Christ bist (also einen)
73sehr (gern) nachgebe.
75Lk 8,50. – Vgl. Luthers sog. Septembertestament (WA.DB 6, 250).
76deren, von denen.
77Lk 17,11–19 (Sohn der Witwe zu Nain).
78Gemeint (ironisch): gestehe ich dem Luther zu.
79Gemeint: wenn wir im eigentlichen Sinne von Seligkeit reden wollen.
80Gemeint: Seligkeit, verstanden im allgemeinen, gewöhnlichen, diesseitigen Sinne (nämlich als Wohlergehen, Gesundheit, zeitliches Glück).
81Ps 35(36),7 Vg »[…] homines et iumenta salvabis Domine.«
82Vgl. Mt 5,45.
85Vgl. Jer 3,9.
86Vgl. Jer 10,14 Vg.
88Du willst mich auf die hinweisen.
93Übeltätern.
94Vgl. als Hintergrund Mt 6,45.
95Gemeint (ironisch): kreatürlicher.
96Gemeint: wüsste ich nicht, warum ich es in einem besonderen Sinn verstehen soll. – Vgl. DWb 15, 1495–1504 s.v. schonen.
97Was ist damit gesagt, was heißt das?
98als.
99Maultiere.
101seine Söhne erhöht. – Gemeint: seine Menschenkinder; vgl. Ps 8,6–8.
102ihn (Gott).
104Gott gefälliger.
105Es handelt sich um eine von Karlstadt wiederholt formulierte Ansicht; z.B. siehe De legis litera et spiritu (KGK IV, Nr. 197, S. 411, Z.11–15).
106Gemeint: ich habe noch nicht genug (verstanden).
107Gemeint ist: Der Glaubende, dessen Gebet (für einen anderen) erhört wird, empfängt etwas Mehr als der Kranke mit seinem Gesundwerden.
108Vgl. Lk 14,1–6 (Heilung eines Wassersüchtigen am Sabbat); Mt 9,1–8; Mk 2,1–12; Lk 5,17–26 (Heilung eines Gelähmten).
109als.
110Zu diesen Beispielen vgl. Luther, De captivitate Babylonica ecclesiae (1520) (WA 6, 538,11–13).
111durch eine äußere Heilung, die geringer war, bewies.
112passenderes Beispiel.
114befestigen, bestätigen. – Vgl. DWb 1, 1257 s.v. befesten.
116doch, gewiss.
118Erkenntnis.
120inbrünstige, leidenschaftliche.
123Vgl. als Hintergrund Ps 104(105),10–24.
124Wie.
125Vgl. Mk 8,22–26 (Heilung eines Blinden).
126Vgl. Apg 3,1–8 (Heilung eines Gelähmten).
127Vgl. Lk 7,11–17 (Sohn der Witwe zu Nain).
128Gemeint: kurz in diese Worte fassen.
129allgemeine und schlichte.
130Vgl. Jer 5,3 Vg »Domine oculi tui respiciunt fidem«.
131so.
132Röm 1,17 (Sätze umgestellt) mit Hab 2,4.
133können.
134Vgl. Mt 15,21–28 (Die kanaanäische Frau); vgl. oben KGK 306 (Textstelle).
136Gemeint: »Gottwürdigkeit« (das Gott entsprechende Wesen und Handeln) beider Seiten (Aspekte) geschieht. Der Begriff wird im Folgenden erläutert.
137Gemeint: (bisher) unbekannte Rede.
138ihn.
139Gemeint ist vermutlich der »Anfang« dieser Überlegung, oben KGK 306 (Textstelle).
140Vgl. Hes 14,14 Vg »[…] et si fuerint tres viri isti in medio eius Noe Danihel et Iob ipsi iustitia sua liberabunt animas suas«.
141noch.
142Ich wundere mich sehr über die, die den »fremden Glauben« vertreten.
143Gemeint sind die Festtage und Wundertaten der Heiligen, die nach der überkommenen Lehre der Kirche mit ihrem Glauben und ihren Werken verdienstlich für andere wirken. Vgl. hierzu auch WA 10.III, 308,10f. Zum Zusammenhang vgl. LThK3 4, 1293–1295 s.v. Heiligenfeste.
145Wie kann es sein, dass er (Gott) seinen Sohn, seine Tochter.
149Gemeint: so viel in ihren natürlichen Kräften, ihrer Fähigkeit steht.
153verdammt.
154Vgl. als Hintergrund Joh 15,5.
155Vgl. als Hintergrund Joh 12,25; Lk 17,33 par. Zum Gedanken des Hassens der eigenen Seele und der Selbstentäußerung des »Ich«, um Christus zu entsprechen, vgl. z.B. Karlstadts Traktat Was gesagt ist: Sich gelassen (1523) (KGK VI, Nr. 241, S. 138, Z. 4 – S. 141, Z. 21; S. 135, Z. 22–24 (mit Hinweisen auf Seuse); S. 146, Z. 19–25 u.ö.); vgl. auch Ursachen seines Stillschweigens und von rechter Berufung (1523) (KGK VI, Nr. 248, S. 288, Z. 23f.).
156gewiss.
157wie das Kind.
159Gemeint: wir Erwachsenen.
161bereits sind, wie wir Erwachsenen (noch).
162Vorsatz.
163noch verstehen können.
164Vgl. Karlstadts Traktat Wie sich Glaube und Unglaube halten (1524) (KGK VII, Nr. 274, S. 332, Z. 11–13; zudem S. 334, Z. 21 – S. 335, Z. 8 sowie S. 335, Z. 23 – S. 336, Z. 2 Verbindung mit »Anfechtung«); außerdem vgl. Ursachen seines Stillschweigens und von rechter Berufung (1523) (KGK VI, Nr. 248, S. 291, Z. 15–20). Vgl. auch den Traktat Was gesagt ist: Sich gelassen (1523) (KGK VI, Nr. 184, S. 135, Z. 1–5 mit Hinweis auf Tauler).
165ehe, bevor.
169Sintemal, zumal ja.
171in die Mitte.
172gewiesen, gezeigt.
174Gemeint: vorausbedenkende Klugheit. – Vgl. DWb 4, 822–824 s.v. Fürsichtigkeit.
175Gemeint: Unterscheidungsfähigkeit in der Einfachheit, Arglosigkeit der Tauben. – Vgl. DWb 5, 3851f. s.v. Gescheidigkeit, und DWb 3, 174 s.v. Einfältigkeit.
176einem Kind gegeben haben, nicht dass.
177wie.
178ohne Vorsatz, ohne festen Willen.
180Gemeint ist Christus (der das Kind mit seinem Ruf in die Mitte stellt).
181schlicht, einfach.
182flechte, schließe ich (weiter). – Vgl. DWb 3, 1740 s.v. flechten, Nr. 3.
183Gemeint: so aufgewachsen, entwickelt, dass es hören, verstehen konnte.
185Gemeint: fasse ich auf, verstehe ich.
186ärgern, Anstoß bereiten können.
187herbeirief und in die Mitte stellte. – Mk 9,36.
188das schmerzhafte Ausgehen, Enden.
189an vielen Stellen (der Bibel).
191dennoch. – Vgl. DWb 2, 748 s.v. dannest.
192allgemeine.
193Mt 18,3 (»Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.«).
195wie.
196in die Mitte.
197Gemeint: in den Tagen ihres Lebens.
198Spitzfindigkeit. – Vgl. DWb 20, 829 s.v. Subtilheit.
199ihm.
200durch ein (äußeres) Zeugnis gerühmt und bewährt, beglaubigt, nachgewiesen. – Vgl. DWb 1, 1763f. s.v. bewähren.
201Gemeint ist: zur Taufe annehmen.
202sonderliche, ihm (Christus) allein zustehende.
204sich auf unhaltbare Weise die Hl.Schrift anführt, sich auf die Hl.Schrift bezieht.
205Gemeint ist Luthers Schrift Adversus armatum virum Cokleum (WA 11, 295–306). Sie erschien im Februar 1523. Auch eine deutsche Übersetzung kam heraus: »Wider den gewaffneten Mann Cochlaeum schöner Bescheid vom Glauben und Werken« (siehe KGK 306, KGK 306 (Anmerkung)). Der hier gebrauchte Spottname »Coclyres« spielt wohl darauf an, dass der oft spöttisch »Kochlöffel« genannte papstkirchliche Theologe Johannes Cochläus (1479–1552) zum Schluss seiner polemischen Schrift Adversus cucullatum Minotaurum (siehe KGK 306, KGK 306 (Anmerkung)) ein Gebet in der Art eines Psalms bot. Nach verbreiteter Vorstellung wurde der Psalmengesang ursprünglich mit der Lyra (Leier) instrumental begleitet.
206können.
207Vgl. Luther, Adversus armatum virum Cokleum (WA 11, 301,22–36). Das angesprochene Christuswort (Mk 10,14; Mt 19,14) zur Begründung der Taufe von Kleinkindern (»parvuli«) wird zitiert bei Luther, Von Anbeten des Sakraments des heiligen Leichnams Christi (1523) (WA 11, 452,34–453,9) sowie Taufbüchlein verdeutscht (1523) (WA 12, 45,3–8): Lesung Mk 10,13–16.
208drei Sprachen lernen. – Vgl. Luthers Sendschreiben An die Ratsherren aller Städte, dass sie christliche Schulen aufrichten sollen (WA 15, 36,6–9) zum Erlernen der drei Sprachen Lateinisch, Griechisch und Hebräisch. Luthers Schrift erschien wohl im Februar 1524; vgl. WA 15, 9; Brecht, Luther 2, 140–142.
209Ist es nicht ein einziger und beständiger Sinn. – Gemeint: Bedeutet es nicht zweifellos dasselbe.
210Gemeint: Zur Taufe, wie sie die Anhänger des Papstes verstehen.
211die (Relativpronomen).
212bedarf, braucht.
214Vgl. 1. Petr 3,21; vgl. das Zitat bei Luther, Adversus armatum virum Cokleum (WA 11, 300,40–301,9).
215Vgl. Luther, Adversus armatum virum Cokleum (WA 11, 301,9f.) mit Zitat Hebr 4,2. Für einen prägnanten Überblick über die vielfältige Sicht der Taufe im NT vgl. TRE 32, 663–674.
218Gemeint: diese Frage soll bis zu gegebener Zeit beruhen.
219Gemeint: etwas mehr (an mitgebrachten Voraussetzungen) benötigen zum Schulbesuch als zur Taufe.
220wenn es.
221an ihm.
222Gemeint: aller Aufwand und Mühe wären vergeblich gewesen.
223doch, gewiss.
224Ergänze sinngemäß: zu.
225Vernunft anwenden, verstehen können.
227Rhetorische Verneinung, die die Bestätigung der Aussage hervorrufen möchte: beklage ich, dass Martinus (Luther) beständig das Alter der Kinder in den vorgelegten Worten Christi sollt ausgelegt haben, und (etwa) nicht einmal also, das ander mal anders.
228Wenn es.
229Vgl. Luther, Adversus armatum virum Cokleum (WA 11, 301,23–36), wo tatsächlich von den »parvuli« die Rede ist. Zu Luthers differenzierter Sicht der Taufe von Kleinkindern – im Unterschied zu Cochläus, der die Taufe auf den herkömmlichen römischen Kirchenbrauch gründete, und Karlstadt, der die Taufe von Kleinkindern bestritt und dabei gegen Luther polemisierte – vgl. Huovinen, Fides infantium, 161–167; Boomgaarden, Säuglinge.
230Gemeint ist Martin Luther.
231Wankelmut.
232Es ist nicht ganz klar, auf welche Luther-Stelle sich der Sprecher hier (polemisch) bezieht; vgl. aber die Äußerung in Luthers Sendschreiben An die Ratsherren aller Städte, dass sie christliche Schulen aufrichten sollen (WA 15, 33,17–24), wo das warnende Jesuswort Mt 18,6f. als Ermahnung zur Einrichtung von Schulen verstanden wird.
235Gemeint: Es (deine Rede) klingt so.
238Betrügereien.
240Gemeint ist Luthers Schrift gegen Johannes Cochläus Adversus armatum virum Cokleum (1523) (WA 11, 295–306); zur Kindertaufe siehe hierin besonders WA 11, 301,23–36.
241Gemeint ist: das Alter der Kinder genau erklärt, wie er es (das Alter).
242Gemeint ist Luthers Sendschreiben An die Ratsherren aller Städte, dass sie christliche Schulen aufrichten sollen (WA 15, 27–53), hierin z.B. WA 15, 31,14–16; 35,1–5.
243taufen könnte.
245Vgl. Mt 19,14; Mk 10,14; Lk 18,16. – Luther hatte in seinem Taufbüchlein verdeutscht (WA 12, 45,2–8) die traditionelle Abfolge der Lesung des Kinderevangeliums (Mt 10,13–16) in seiner Stellung zwischen dem Taufexorzismus sowie der Kollekte und dem »Ephataritus« sowie der anschließenden »Abrenuntiatio diaboli« beibehalten.
246können.
248bisher nicht begegnet.
249dass es ein Ding, gleichbedeutend ist.
250ein Narr sein. – Vgl. DWb 13, 366f. s.v. narren Nr. 1.
251dass (es) eine Sache ist, gleichbedeutend ist.
252Vgl. als Hintergrund 1. Kor 1,18–31.
254wie.
255Lk 18,16; vgl. Mk 10,14 (»Reich Gottes«); vgl. Mt 19,14 (»Himmelreich«).
256Gemeint: Gehört das Reich Gottes den Kindern. Vgl. Lk 18,16; Mk 10,14; vgl. Mt 19,14.
257Gemeint: so kann man ihre Taufe verantworten. Vgl. Luther, Von Anbeten des Sakraments des heiligen Leichnams Christi (WA 11, 452,34–453,9); vgl. Brinkel, Lehre, 38f.
258das (Argument).
259Vgl. Luther, De captivitate Babylonica ecclesiae (1520) (WA 6, 538,4–11). Luther spricht hier allerdings auch von der »fides infusa« bei dem getauften Kleinkind, durch den dieses »verändert, gereinigt und erneuert« würde.
260wäre […] gefährlich, hinfort weiter.
263Gemeint: so verstehe ich dich (dass du meinst).
264Schriftbelegen.
265Gemeint: zutiefst lügst. – Vgl. Wander, Sprichwörter-Lexikon 3, 271 s.v. lügen Nr. 163.
266Verdammnis.
267wie.
270Gemeint: Wer (theologisch argumentiert).
271die Erlösung dem Wasserbad hinzuordne. – Vgl. als biblischer Hintergrund Eph 5,26.
272Gemeint: den Schatz des Leidens Christi vernichten und in seiner Gültigkeit aufheben. Tatsächlich hatte Luther gegenüber Missverständnissen bei den Böhmischen Brüdern in der Schrift Von Anbeten des Sakraments des heiligen Leichnams Christi mit Nachdruck bekräftigt, dass »die sacrament sollen und kunden on glawben nicht empfangen werden«; es müsse »tzuvor odder yhe tzugleych glawbe da seyn […], wenn man teufft« (WA 11, 452,31–453,1).
273Gemeint: bleiben sie (die Seelen) lebendig (im ewigen Leben). – Vgl. als Hintergrund Joh 11,25.
274auch wenn sie im Fleisch (in diesem Leben) sterben.
275liegt der Knoten, das Problem (das kundig aufzulösen ist). – Vgl. Wander, Sprichwörter-Lexikon 2, 1441 s.v. Knoten Nr. 11; DWb 11, 1499 Nr. 14 e a.
276Dafür findet sich kein überzeugender biblischer Beleg; vgl. aber Apg 2,38.41; 10; 19,5.
277Der Bezug auf Luther ist unklar; vgl. aber Luthers Predigt am 7. September 1522 (WA 10.III, 310,15–22).
278wie.
279Gemeint (abwertend, etwa): wie die alten Waschweiber zu sagen pflegen.
280treiben Kurzweil, spielen mit ihnen. – Vgl. Wander, Sprichwörter-Lexikon 2, 1314 s.v. Kind Nr. 949.
281vertrittst haltlose, irre Gedanken. – Vgl. DWb 15, 2288 s.v. schwärmen, Nr. 4b.
282Hinter dieser Aussage scheint sich also tatsächlich Karlstadt zu verbergen; siehe KGK 306, KGK 306 (Textstelle).
284Gemeint: lasse es bleiben, an dieser Stelle darüber zu schreiben. – Vgl. zu dieser Unterscheidung, über deren willkürlichen Gebrauch durch die Radikalen sich Zwingli beschwerte, vgl. Strübind, Eifriger, 304f.
285Tatsächlich findet sich kein ntl. Beleg, der Kleinkinder von der Taufe ausschließt, auch wenn die Kindertaufe in der Urkirche in der Regel nicht geübt wurde; vgl. TRE 32, 673,31–40.
286Vgl. dagegen Apg 16,15.33.
287Vgl. Joh 1,47f. u.ö.
288ihn.
289Gemeint: Dazu war kein Apostel fähig.
290nicht schänden, nicht verächtlich machen.
291Ergänze sinngemäß: nicht.
294Vgl. als Beleg der Überzeugung, dass der Glaube der Taufe vorausgehen muss, Mk 16,16; Apg 10,44–48; für die »Erkundung« des Glaubens vor der Taufe Apg 19,1–7 vgl. auch unten KGK 306 (Textstelle).
295Mt 11,25 Vg »[…] abscondisti haec a sapientibus et prudentibus et revelasti ea parvulis.«
296an derselben Stelle (der Bibel).
297wie.
298Vgl. Spr 9,6; 1,22 u.ö. Vgl. Georges, Handwörterbuch (1995) 2, 227f. s.v. infans. Vgl. Zorzin, Karlstadts Dialogus, 45 mit Anm. 50; Zorzin, Wirkungsgeschichte, 152f. mit Anm. 48, mit Hinweis auf Luther, Fastenpostille (1525): »leybliche kleine kinder« (WA 17.II, 83,22f.).
299Mt 11,25; vgl. 1. Thess 2,7; vgl. Bauer, Wörterbuch NT, 1063f. s.v. n'hpioc.
302Vgl. Joh 17,3; Kol 2,2 u.ö.
303könnten.
304betrügerisch. – Vgl. DWb 1, 1717 s.v. betrieglich, betrüglich.
305doch, gewiss.
306sintemal, zumal ja.
308Ich würde dazu raten, dass wir (die Taufe) verzögen, aufschöben.
309wie.
310getan haben. – Karlstadt unterstellt, dass Paulus und andere Apostel keine Kleinkinder getauft haben.
311Gemeint: unserer eigenen Taufe absagen gegenüber denen. – Vgl. DWb 25, 1469f. s.v. versprechen Nr. II 1.
312Gemeint sind die kleinen, unmündigen Kinder.
313noch Gebärden. – Gemeint: äußeres Verhalten.
314Mit Recht (wird sie Wasserbad genannt).
316Spöttisch (sprichst du von der Taufe als Wasserbad).
317Vgl. Luther, Sermon von dem Sakrament der Taufe (1519) (WA 2, 727,4–6); vgl. Luther, De captivitate Babylonica ecclesiae (1520): »mersio in aquam« (WA 6, 531,27).
318doch, gewiss.
319heftig angegangen, getadelt. – Vgl. DWb 1, 470 s.v. ansprengen, Nr. 4.
321allen offensichtlich, bekannt, was das bedeutet.
322vorher.
323(umfangreiche) Vorbereitung (zur Taufe).
325er (Paulus) uns lehrt.
326Gemeint ist mit der Katze ein vernunftloses, das Wasser scheuendes Tier bzw. mit der Glocke ein lebloser Gegenstand. Zu diesen beiden polemischen Ausdrücken vgl. auch Luthers Brief von Anfang März 1526 an Nikolaus von Amsdorf, in dem er von der Taufe des Sohnes von Andreas Karlstadt in Seegrehna berichtete (WA.B 4, 36,5–10 mit Anm. 2). Er merkte dabei an, Karlstadt hätte vor nicht einmal einem Jahr – noch vor seiner Rückkehr nach Kursachsen – die Taufe von Kleinkindern ein »balneum caninum« (Hundebad) genannt. Bei dem Taufkind – der Wortlaut deutet auf die Nachholung der Taufe eines bereits vor längerem geborenen Kindes (»heri Carolstadio filium baptisavimus, vel baptisma potius rebaptisavimus«) – handelte sich vermutlich um Karlstadts zweitgeborenen Sohn mit Namen Andreas, der wohl zu Jahresanfang 1525 noch in Orlamünde, in Abwesenheit des Vaters, zur Welt kam. Zu den Kindern Karlstadts siehe KGK 285 (Textstelle) mit KGK 285 (Anmerkung); vgl. Barge, Karlstadt 2, 518f. Zum Topos der Verunglimpfung der Kindertaufe bei den Täufern vgl. Strübind, Eifriger, 302f. Vgl. auch die Rede von einem »vihischen affenspiel«, das aus der Taufe geworden sei, bei Thomas Müntzer, Protestation oder Erbietung (MSB 228,14; TMA 1, 272,11).
327Zur mittelalterlichen Glockenweihe, bei der die Glocke innen und außen durch (»unsinnige«, also irregeleitete Bischöfe) mit Weihwasser gewaschen wurde, vgl. Heinz, Bedeutung, 52–54.
328Gemeint sind polemisch die Bischöfe (mit ihrer Mitra).
329erdichtet, erfunden.
331das uns gewiss nicht.
332dann widerfährt, wenn wir (träge) gähnen. – Vgl. DWb 12, 1805 s.v. maulginen.
333Gemeint: unseres eigenen Wesens.
335Vgl. 5. Mose 29,17. – Zu dieser Aussage vgl. Karlstadts Traktat Von Mannigfaltigkeit des einen Willens Gottes (1523) (KGK VI, Nr. 239, S. 62, Z. 20–29).
336doch.
337das äußere Abbild.
338Gleißnerei, Scheinheiligkeit. – Zu diesem Gedanken vgl. Karlstadts Traktat Von Mannigfaltigkeit des Willens Gottes (KGK VI, Nr. 239, S. 71, Z. 13 – S. 72, Z. 12); vgl. auch Karlstadts Traktat Von dem Sabbat (KGK VII, Nr. 252, S. 72, Z. 9f.; S. 79, Z. 15–17; S. 81, Z. 12–15, S. 88, Z. 6–10).
340Kenntnis, Erkenntnis.
345zuschanzt, zuweist. – Gemeint ist hier sehr wahrscheinlich in erster Linie Luther, der auch bei der Taufe von Kleinkindern, bei der Christus selbst mit seinem Wort anwesend ist, schlicht den Glauben voraussetzte; vgl. unten KGK 306 (Anmerkung).
346ihnen.
347(Feuers-)Brunst solcher Erkenntnis.
348Mt 21,16; Ps 8,3 Vg »ex ore infantium et lactantium perfecisti laudem«.
349Nach traditionellem Verständnis wird mit der Taufe der Hl.Geist an den Getauften gegeben; vgl. Mt 3,11; Mk 1,8; Lk 3,16; Joh 1,33.
350wie.
352zuzeiten, bisweilen, manchmal.
353Beschäftigungen in ihren Küchen, Kellern, Äckern oder Wiesen.
354Gemeint ist der die Taufe durchführende Pfarrer.
355Zu dieser Karikatur der Patenfrage bei der auf herkömmliche Weise durchgeführten Taufe vgl. Luther, Wie man recht und verständlich einen Menschen zum Christenglauben taufen soll (1523) (WA 12, 51,20–52,1); vgl. auch Luther, Taufbüchlein verdeutscht (1523) (WA 12, 45,20–31). Zur Taufpraxis und der Rolle der Paten im Mittelalter vgl. Angenendt, Geschichte, 463–476 u.ö.; LMA 6, 1779 s.v. Patenschaft; LMA 8, 498–501 s.v. Taufe; Jordahn, Taufgottesdienst, 412–415.
356Gemeint: den mancher Pate schändlicherweise äußerlich zusagt.
357siehst du.
358Von den Paten wurden jährliche Geschenke an die Patenkinder erwartet.
359Gemeint (ironisch): diese Wassertaufe ist nicht einmal wert, an einer Katze vollzogen zu werden.
360gleichsam zum Affen machen. – Vgl. DWb 1, 183 s.v. affen.
361strohernen. – Gemeint: unbeständigen, wertlosen; vgl. als biblischer Hintergrund 1. Kor 3,12.
362Gemeint: etwas zuschreibst.
363als.
364mieten. – Gemeint sind die fremden, gemieteten Paten, die die Aufgabe für Geld übernehmen.
365Gemeint: Was gibst du, schreibst du zu?
366wie.
368wenn derselbe (dieser) den Glauben begehren würde.
369so wenig wie.
370alle lügen.
371ihnen.
372gemieteten (fremden) Glauben (der Paten).
373Vgl. als Hintergrund Mk 16,16.
374Vermutlich liegt ein Lesefehler des Setzers vor für: ihnen.
375so gut wie.
376wenn es ein auserbettelter und frondienstbarer Glaube.
377dass die im fremden Glauben getauften Kleinkinder.
378Gemeint ist: Eine Taufe ohne den eigenen Glauben des Getauften stellt nur ein »Wasserbad« dar, das den Getauften eben nicht in das »Himmelreich« bringen, also selig machen kann.
379Gemeint: nicht wahrgenommen werden kann.
380Zu diesen und den folgenden Argumenten vgl. dagegen Luther, Von Anbeten des Sakraments des heiligen Leichnams Christi (WA 11, 453,2–12).
381überaus tüchtige (hier ironisch gemeint). – Vgl. DWb 30, 1191 s.v. wohltüchtig.
382schafft es nicht.
383Wie.
384Luther argumentierte damit, dass bei der Taufe eines Kleinkindes durch das Verheißungswort Christi im Evangelium sowie das Gebet der Kirche und der Paten der Glaube des Kindes »erweckt« werde; vgl. Brinkel, Lehre, 41–43.
385verdammt.
386verdamme niemanden.
387bevor ihm.
388die mit einer Predigt angesprochenen (Menschen-)Seelen.
389der Verdammnis.
390doch, gewiss.
391wie.
394Zum Thema siehe Karlstadts Sermon vom Fegefeuer (KGK V, Nr. 233, S. 323–361).
395Lk 16,19–31 (Von dem reichen Mann und dem armen Lazarus).
396beeindrucken.
397verdammte.
398Ich wage (es) nicht (das anzunehmen, mir vorzustellen). – Vgl. DWb 2, 1749f. s.v. dürsten.
399Zum Begriff »figura« siehe KGK VI, Nr. 249, S. 307 Anm. 54.
400Gemeint: allegorisch deutet. – Luther deutete in seiner Predigt die Gleichnisperikope Lk 16,19–31 für die Haltungen des Glaubens und Unglaubens: »Denn der Glaube hat die Art, daß er sich zu Gott alles Guten versieht und sich allein auf ihn verläßt.« (WA 10.III, 182,23f.)
401Rohr (das leicht einknickt). – Vgl. 2. Kön 18,21; Hes 29,6f.
402Vgl. 2. Chr 32,8; Jer 17,5. – Vgl. Karlstadts Vorrede zum Dialogus von dem Missbrauch des Sakraments (KGK VII, Nr. 277, S. 443, Z. 9f.).
403recht wohl aufgedeckt, gezeigt. – Gemeint ist wohl das bereits genannte Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus (Lk 16,19–31).
404und (zwar) besser als jeder.
405Willst du denn (damit sagen) […]
406von etlichen (Geistern, Verstorbenen) dort (im jenseitigen Totenreich) mit Predigten belehrt.
407oben genannten Schriftstellen (1. Petr 4,6; Lk 16,19–31).
408Vgl. Jes 29,9–14.18–21; vgl. Karlstadts Sermon vom Fegefeuer (1522): »Es wirt ihnen aber ain stund schwinder und schwerer […]« (KGK V, Nr. 233, S. 359, Z. 16 – S. 360, Z. 2); vgl. Zorzin, Karlstadts Dialogus, 57 Anm. 80.
409(in den Bibeltext) hineingetragenen Sinn und Wahn.
410wagen es, nehmen in Kauf. – Vgl. DWb 2, 1749 s.v. dürsten.
411Wahn, Einbildung, Illusion.
412einen Beleg aus der Hl.Schrift.
414leicht, einfach.
415wenn Gott sie überhaupt richten wollte. – Vgl. 1. Petr 4,6. Zur Höllenfahrt Christi siehe Karlstadts Sermon vom Fegefeuer (KGK V, Nr. 233, S. 359,3f.).
416Sehr.
417ihm.
420neu geborenen Kinder.
424bedürfen, brauchen. – Vgl. DWb 1, 1343f. s.v. behufen.
425stimme dir etwas zu.
426weiter über dieses nicht gehörte (nicht besprochene) Thema (nämlich des Glaubens der Kirche) nachsinnen.
427Gemeint sind die Taufpaten, die bei der Taufzeremonie für den unmündigen Täufling die Fragen nach dem Glauben und der eigenen Entscheidung beantworten; siehe oben KGK 306 (Textstelle).
428Sachwalter, Vertreter (für). – Vgl. DWb 1, 513 s.v. Anwalt.
430offenkundig lügen.
431(stellvertretend) den Namen des Kindes nennen (auf die Frage des taufenden Priesters: »Wie heißt du«).
432Die Paten beantworten bei der Taufzeremonie für den unmündigen Täufling die Glaubensfragen mit dem Bekenntnis »Ich glaube«; siehe oben KGK 306 (Anmerkung). Zur Abfrage der Glaubensartikel bei der Taufe vgl. Luther, Taufbüchlein verdeutscht (1523) (WA 12, 45,20–31).
433die der die Taufe durchführende Pfarrer benennt.
434noch.
435(genau) so gut wie sie.
436Vgl. als Hintergrund der Formulierung Mk 12,34.
437Seelen.
438Vgl. als Hintergrund Mt 7,21; Hebr 10,36; 13,21 u.ö. – Zu dieser Bestimmung der Kirche siehe insgesamt Karlstadts Traktat Von Mannigfaltigkeit des einen Willens Gottes (1523) (KGK VI, Nr. 239, S. 13–86).
439halte ich fest, behaupte ich, dass die Kirche nichts vornimmt.
440als das, wofür.
441Gemeint: daher will ich feststellen.
442bitten (im Gebet) vermag, kann sie wohl für sie (die Kinder).
443sich unterstehe, es wage.
444Gemeint: eine fremde, andere Person.
445(unter-)lässt, darauf verzichtet.
446Gemeint: eine Gemeine (Kirche), die zu Gott gehört, Gott entspricht.
447Beispiel aus der Hl.Schrift.
448Zur Figur des Noah siehe 1. Mose 6–9.
449Zur Figur des Hiob siehe besonders Hiob 1–3; 42.
450zusammen. – Zur Figur des Daniel siehe besonders Dan 2–6.
453frevelhaft. – Vgl. DWb 4, 176 s.v. frevelich.
454Gemeint: nicht eingeladene (Menschen-)Seelen.
455ich bin ganz deiner Meinung.
456Gemeint sind die in der Zahl ausufernden Feiertage der spätmittelalterlich-römischen Kirche, vor allem die Tage der Heiligen, deren vorbildhaftem Glauben und Verdienst schaffenden Handeln im Martyrium man sich anvertrauen sollte; siehe oben KGK 306 (Anmerkung).
457sehr.
458vor.
460zuweisen und zuschreiben.
461Doch gewiss.
462Vgl. Spr 2,6; Eph 1,17 u.ö.

Downloads: XML · PDF (Druckausgabe)
image CC BY-SA licence
»