Cund und offenbar sey fur jeder menniglich daß
wir beyde Ich Andreß Botenstein Carolstat genent
und ich Anna sein eelichs weib1 dem ersamen
Valentin Geisendorffer2 volle machte gegeben
haben und in
krafft disses briffes geben/ unser hauß
zu Orlamund welchs unß ein erbar und ersam Rath
und gemein geschenckt und in die gewehr oder possess〈ion〉a
eingereumbt. und mit
al〈?〉 drinnen verbauet
mit zu thun und lassen als sein eigen
wehr.
Alßo daß er das hauß auffs beste er vermagk
verkauffen/ zalung dafur
nemen und quitiren
sol aller form und gestald/ als/ ab es sein eign
und solich
gelt/ was er fur gedachte behausung
erlangen wirt/ an der schuld behalten magk
und sich fur daß gelt/ welchs er unß beiden ge-
lihen oder sonst
furgestreckt3/ sol lassen
genugen
und geben im soliche krafft und machte in der besten
form als wir
zuangeben4 schuldig und wellen
es
stets und vheste und unverbrechlich halten〈.〉
A〈lßo〉b
zu
urkunth haben wir unser b〈et〉schafft au〈ff〉c
gedruckt an disen/ volmachts briff/
der zu
Segren5 gegeben ist freytag nach der dreyen
konigen im xxvi iar6
Die blosen7 sol obgnanter Valendin auch haben.
Bearbeitet von Stefanie Fraedrich-Nowag
1Anna
von Mochau, seit dem 20. Januar 1523 mit Karlstadt verheiratet; zu ihr und der Eheschließung siehe KGK V,
Nr. 215 S. 80f., Anm. 8.
2Zu ihm siehe KGK 303 (Anmerkung).
3Wann und in welchem Zusammenhang Geisendorffer zum Gläubiger Karlstadts und Annas geworden war, ist unbekannt.
5Seegrehna.
612. Januar 1526. Unterhalb des Datums
befindet sich das Petschaft Karlstadts und
seiner Frau; hierzu siehe KGK 303.
KGK 302
Einleitung
