Nr. 22
Andreas Karlstadt an Kurfürst Friedrich III. von Sachsen
Rom, 1515, 13. November

Text
Bearbeitet von Martin Keßler

Buchsymbol11v
Dem durchleuchtigistem
hochgebornen fursten undh
Hern Friderichen des heilig'en'
〈Romi〉schen Reichs Erzmar-
〈scha〉lck Churfurste zu Sach-
〈s〉en Landtgraven in Do-
ringen Margsgraffen
zw Meyssen meynem g'nedig'sten h'ern'a

Buchsymbol11r

Durchleuchtigister hochgeborner Churfurst Gnedigister H'err'〈.〉
Ewren Churf'urstlichen' g'naden' sein meyn innig gebethe und williche
dienste mit hochstem vermugen zuvor bereit〈.〉

G'nedig'ster
Churf'urst' und H'err'〈.〉 Ich bin alhie in maynung1 zu studiren
in hoffenung das meyn gute furnhemen und angefangen
studium E'wren' churf'urstlichen' g'naden' beistendich gotlicher furfurung zw
lobe ere und nucz gereichen sol〈.〉 E'wre' churf'urstlichen' g'naden'
derhalb bithe wuldtenn mir umb oberczelt
ursachen die fruchten meynes archidiaconats so
mir von recht gebueren/ und teglich presencz
auß gnaden/ geben und vulgen lassen
Domit ich also gefurdertb E'wren' churf'urstlich' g'naden' dester ge-
schickter heimkum〈.〉 Das will ich umb E'wr' churf'urstlich'
g'naden' zu verdienen alzeit gewertich und getrew
erfunden werden und mich alhie und doheim
also erczeigen/ das E'wr' churf'urstlich' g'naden' gethaner gnaden
gevallen haben wiert〈.〉 E'wren' churf'urstlichen' g'naden' hiemit
vleissig bevolh'en'〈.〉 geben zu Rom auff xiii tag
Novembris im xv jar〈.〉


E'wr' churf'urstlichen' g'naden'

willicher capellan
Andres Bodenstein
Archidiacon etc〈.〉

Die burden der Kirchen
mir obligendte/ wil
ich bequemlich bestellen
so mir E'wr' churf'urstlich' g'naden' antwort giben hatt〈.〉

aVon anderer Hand hinzugefügt: »Karlstat Anno 15«
bKorrigiert im r

1»Plan, Ansinnen, Absicht«; Götze, Glossar, 157.

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