Nr. 327
Verschollen: Andreas Karlstadt an Wolfgang Capito und die Straßburger Theologen
[Zürich], [1530, vor 20. Juni]

Einleitung
Bearbeitet von Stefania Salvadori

1.

Wolfgang Capito an Huldrich Zwingli, um 20. Juni 1530 aus Straßburg: »Gaudeo tibi Carolstadium probari. Ad nos scribens amicissime tui commeminit idem.«1

2. Inhaltliche Hinweise

Karlstadt hatte offenbar nicht nur den Baslern (Oekolampad und/oder Grynaeus; siehe KGK 326), sondern auch den Straßburger Theologen über sein Schicksal berichtet. Ein um den 20. Juni 1530 verfasster Brief Capitos an Zwingli lässt vermuten, dass Karlstadt in einem heute verschollenen Schreiben den Straßburgern bestätigt habe, er sei in Zürich geprüft und angenommen worden.2 Obwohl es diesbezüglich nur indirekte Hinweise gibt, blieb der unvermittelte Kontakt zwischen Karlstadt und Straßburg in den folgenden Monaten wohl bestehen.3


1Zwingli, Werke 10, 624,1f. Nr. 1044 (= Capito, Correspondence 2, 424 Nr. 413); Original in StA Zürich, E II 349, 205.
2Zur Datierung des Briefes anhand der erwähnten bevorstehenden Reise Bucers und Capitos zum Augsburger Reichstag siehe Zwingli, Werke 10, 624 Anm. 14 Nr. 1044. Zu Karlstadts Ankunft in Zürich siehe KGK 326.
3Siehe auch den Brief Capitos an Zwingli vom 22. Januar 1531: »Carlstadium tibi commendo« (Zwingli, Werke 11, 316,12 Nr. 1159 = Capito, Correspondence 2, 449 Nr. 433). Siehe auch den Brief Hedios an Zwingli vom 27. Juni 1530 (Zwingli, Werke 11, 316,12 Nr. 1159), in dem sich auch ein Hinweis wahrscheinlich auf Valentin Ickelsamer findet. Dieser sympathisierte spätestens seit Ende 1523 mit den Ideen Karlstadts und zählte zu den wichtigsten Anhängern Karlstadts während seines Aufenthalts in Rothenburg ob der Tauber; hierzu siehe KGK VIII, Nr. 293 und Nr. 295.

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