Vorwort zur Kritischen Karlstadt-Gesamtausgabe (KGK), Teil IV

Der hier vorgelegte vierte Band der Karlstadtedition umfasst die Schriften und Briefe des Jahres 1521. In diesem Jahr spielte Karlstadt insbesondere als Verfasser zahlreicher Disputationsthesen, in denen konkrete Veränderungen des kirchlichen Lebens erwogen wurden – zur Gelübde- und zur Zölibatsfrage; zur Gestaltung der Messe –, eine Schlüsselrolle innerhalb des Wittenberger Diskursmilieus. Nicht zuletzt die Abwesenheit Luthers, der nach seinem spektakulären Auftritt auf dem Reichstag zu Worms auf der Wartburg untertauchte, trug dazu bei, dass eine vielstimmige Diskussionslage entstand und immer neue Handlungsvorstöße unternommen wurden. Im Ganzen gehörte Karlstadt zunächst eher zu den moderateren Kräften; das ex post, vor allem durch Luther, produzierte Zerrbild des Aufrührers und Bilderstürmers ist zu korrigieren.

Auch unter den erschwerten Arbeitsbedingungen der Pandemie haben die Kolleginnen und Kollegen, deren unermüdliche Arbeitsleistungen in diesen Band eingeflossen sind (Dr. Stefania Salvadori; Dr. Harald Bollbuck; Dr. Alejandro Zorzin; Prof. Dr. Ulrich Bubenheimer; Wolfgang Huber; Timo Janssen; Niklas Henning, Pia Dieling und Antje Marx), ihr Interesse an Karlstadt nicht verloren und Wege gefunden, über weite Entfernungen hinweg zu kommunizieren und den Zusammenhalt des Unternehmens zu wahren. Dr. Jennifer Bunselmeier hat die digitale Präsentation unserer Edition (Kritische Gesamtausgabe der Schriften und Briefe Andreas Bodensteins von Karlstadt) stetig verbessert und den wachsenden Standards digitaler Editionen angepasst.

Thomas Kaufmann, im Frühjahr 2022

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