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      <titleStmt>
        <title type="main">Heinrich Pantaleon an Andreas Karlstadt und Oswald Myconius</title>
        <title type="short">Pantaleon an Karlstadt und Myconius</title>
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          <persName>Harald Bollbuck</persName>
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          <persName>Jennifer Bunselmeier</persName>
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          <persName>Moritz Laeger</persName>
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        <publisher>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ptr type="link" target="http://www.hab.de"/>)</publisher>
        <date type="created" when="2025"/>
        <distributor>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</distributor>
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          <p>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ref type="copyright" target="http://diglib.hab.de/?link=012">copyright information</ref>)</p>
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        <bibl>
          <author>Andreas Karlstadt</author>
          <placeName>Heidelberg</placeName>
          <date when="1541-09-20">1541, 20. September</date>
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      <p>Zeichen aus der Private Use Area entsprechen MUFI 3.0 (http://mufi.info)</p>
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        <p>
                    <ref type="homepage" target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000216/start.htm">Kritische
            Gesamtausgabe der Schriften und Briefe Andreas Bodensteins von Karlstadt</ref>
                </p>
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        <div type="history_of_the_work">
          <head level="1">Überlieferung</head>
          <listBibl type="sigla">
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              <msIdentifier>
                <repository>UB Basel</repository>
                <idno type="signatur">O III 28a</idno>
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                  <idno type="signatur">a</idno>
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              <msContents>
                <msItem>
                  <locus>fol. 85<hi rend="super">r</hi>–86<hi rend="super">r</hi>
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                </msItem>
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              <physDesc>
                <p>Eine Abschrift von <rs type="person" ref="#pantaleon_heinrich">Pantaleons</rs> Hand.</p>
              </physDesc>
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          </listBibl>
          <p>Der Band ist ein von <rs type="person" ref="#pantaleon_heinrich">Pantaleon</rs>
            autograph verfasstes Studienbuch. Es umfasst eine Sammlung von akademischen Texten und
            Abschriften von Briefen an und von <rs type="person" ref="#pantaleon_heinrich">Pantaleon</rs>. Der Titel auf dem Copperteinband ist nachträglich aufgetragen:
              <quote>Expositio <rs type="person" ref="#pantaleon_heinrich">Heinrici Pantaleonis</rs>
              ante Magisterium fit sunt declamationes, disputationes, Assumptiones, praefationes et
              Epistolae.</quote> Allein der Name ist von seiner Hand. Der Band enthält die
            Beweisführung seines Bakkalaureatsthemas (fol. 7<hi rend="super">r</hi>–9<hi rend="super">r</hi>), Deklamationen (fol. 13<hi rend="super">r</hi>–22<hi rend="super">r</hi>), ausführliche Darstellungen einiger seiner Disputationen (fol. 27<hi rend="super">r</hi>–48<hi rend="super">v</hi>), eine Vorrede zu seiner Persius-Lektion
            und eine Ermahnung zum Studium der Eloquenz (fol. 49<hi rend="super">r</hi>–66<hi rend="super">v</hi>) sowie die Briefabschriften (fol. 81<hi rend="super">v</hi>–96<hi rend="super">r</hi>).</p>
          <listBibl type="editions">
            <rs type="bibl" ref="#myconius_briefwechsel_2017">, 616 Nr. 678</rs>
          </listBibl>
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        <div type="contents">
          <head level="1">Entstehung und Inhalt</head>
          <p>Der spätere Polyhistor und Mediziner <rs type="person" ref="#pantaleon_heinrich">Heinrich Pantaleon</rs> (1522–1595) hatte fast zwei Jahre lang zwischen 1538 und
            Frühjahr 1540 in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> studiert, hielt sich dann
            kurzzeitig in <rs type="place" ref="#ingolstadt">Ingolstadt</rs> auf, bevor er im
            Oktober 1540 in <rs type="place" ref="#heidelberg">Heidelberg</rs> immatrikuliert
              wurde.<anchor type="footnote" xml:id="a391i_204n" ref="#n391i_204n" n="1"/> Aus der
              <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Zeit rührt seine Verbindung zu <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Oswald Myconius</rs> und <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Andreas Karlstadt</rs>, den Adressaten dieses Briefes.<anchor type="footnote" xml:id="a2" ref="#n2" n="2"/> Vermutlich wollte er bereits seine
            Rückkehr nach <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> vorbereiten. <rs type="person" ref="#pantaleon_heinrich">Pantaleon</rs>, der schon am 21. Juni 1541 in <rs type="place" ref="#heidelberg">Heidelberg</rs> zum Baccalaureus artium promoviert
            worden war, ist aber erst am 10. Juni 1542 in der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Matrikel mit diesem Titel wieder zu finden. Vermutlich hatten die durch
            die Pestseuche hervorgerufenen Turbulenzen ihn an einer früheren Rückkehr gehindert.</p>
          <p>Am Anfang des Briefes steht eine weit ausgebreitete <term type="term">captatio
              benevolentiae</term>. Sein Brief an die in allen Wissenschaftsdisziplinen
            hochberühmten beiden Männer sei unverschämt, dennoch wage er es zu schreiben, obwohl sie
            bemerken werden, dass er bisher keine Beziehung zu den Musen gepflegt habe. Dieses
            Understatement konterkariert <rs type="person" ref="#pantaleon_heinrich">Pantaleon</rs>
            sogleich mit einer vertraulichen Anspielung auf eine Aussage des <rs type="person" ref="#theophrast_eresos">Theophrastus von Eresos</rs>, nach der auch weniger Gebildete
            hochgelehrten und beredten Männern schreiben dürften, wenn sie es in Treue und planvoll
              tun.<anchor type="footnote" xml:id="a3" ref="#n3" n="3"/> Durch die Gaben der beiden
            Männer, die sie <rs type="person" ref="#pantaleon_heinrich">Pantaleon</rs> zuteil
            gelassen haben, sei er andererseits schon so sehr an sie gebunden, dass er es kaum
            zurückzahlen könne. <rs type="person" ref="#pantaleon_heinrich">Pantaleons</rs>
            Studienfreund <rs type="person" ref="#bechius_philipp">Philipp Bechius</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a391i_205n" ref="#n391i_205n" n="4"/> habe ihm brieflich
            mitgeteilt, dass (der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Rektor) <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Simon Grynaeus</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a5" ref="#n5" n="5"/> an der Pest verstorben sei.<anchor type="footnote" xml:id="a391i_200n" ref="#n391i_200n" n="6"/> Er betrauert, dass er nun von <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs> nichts mehr lernen könne. Gerne
            hätte er ein Lied für ihn gesungen (d.h. ein Trauergedicht geschrieben); es sei
            bedauerlich, dass er (angesichts der Pestsituation) nicht angemessen betrauert werden
            könne. <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs> habe keine Monumente seiner
            Tugenden hinterlassen, aber seine Wohltaten (als Lehrer) machten ihn unsterblich. Auch
            die <rs type="place" ref="#heidelberg">Heidelberger</rs> Akademie habe mit einem großen
            Verlust zu kämpfen: <rs type="person" ref="#wolff_johannes">Johannes Wolff</rs> aus <rs type="place" ref="#rohrbach">Rohrbach</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a7" ref="#n7" n="7"/>, Leibarzt des <rs type="person" ref="#ludwig_v_pfalz">Kurfürsten
              Ludwig V.</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a8" ref="#n8" n="8"/>, sei verstorben.
            Doch seien die Ratschlüsse Gott am jüngsten Tag anheimzustellen. <rs type="person" ref="#pantaleon_heinrich">Pantaleon</rs> versichert <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> und <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> seiner Treue und bittet sie im Gegenzug um Aufrechterhaltung ihrer
            Patronage. Der Brief endet mit sechs Versen aus <rs type="person" ref="#ovidius_publius">Ovids</rs> Tristien, in denen der Dichter dem Patron seine Schuld als ins Herz
            geschrieben festhält und sich diesem erneut in Treue unterstellt.<anchor type="footnote" xml:id="a9" ref="#n9" n="9"/>
                    </p>
        </div>
      </div>
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      <div type="footnotes">
        <note type="footnote" xml:id="n391i_204n" ref="#a391i_204n" n="1">Vgl. <rs type="bibl" ref="#matrikel_basel_1951"> 2, 21</rs>; <rs type="bibl" ref="#matrikel_heidelberg"> 1,
            576</rs>. Nach seiner Promotion zum Magister 1544 wird <rs type="person" ref="#pantaleon_heinrich">Pantaleon</rs> Professor der lateinischen Sprache, 1548 der
          Rhetorik, 1553 Doktor der Medizin in <rs type="place" ref="#valence">Valence</rs>, 1557
          Professor der Physik wieder in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs>, 1585/86 Rektor
          ebenda. Vgl. auch <rs type="bibl" ref="#buscher_pantaleon_1946"/>; <rs type="bibl" ref="#hbls"> 5, 373</rs>; <rs type="bibl" ref="#thommen_geschichte_1989">, 271–277</rs>
          mit etwas verschwommenen Angaben. Siehe auch <ptr type="wdb" target="kgk_394_transcript.xml#n394t_200n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n2" ref="#a2" n="2">
                    <rs type="person" ref="#pantaleon_heinrich">Pantaleon</rs> besaß ebenfalls eine engere Verbindung zu <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Simon Grynaeus</rs>, dessen Tod er in diesem Brief
          erwähnt. Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_391_introduction.xml#n391i_200n"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_391_transcript.xml#_391t_200"/>. Vgl. dazu <rs type="bibl" ref="#thommen_geschichte_1989">, 271</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n3" ref="#a3" n="3">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_391_transcript.xml#n391t_201n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n391i_205n" ref="#a391i_205n" n="4">Der Briefüberbringer <rs type="person" ref="#bechius_philipp">Philipp Bechius</rs> (1521–1560) war unter dem
          Rektor <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> 1537/38 in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> immatrikuliert worden. Nach dem Bakkalaureat 1541
          wechselte er 1542 nach <rs type="place" ref="#wittenberg">Wittenberg</rs>, dabei
          überbrachte er die Briefe von <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Oswald
            Myconius</rs> und <rs type="person" ref="#mochau_anna">Anna von Mochau</rs> mit der
          Todesnachricht <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> (vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_394_introduction.xml"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_395_introduction.xml"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_396_introduction.xml"/>). 1545 in <rs type="place" ref="#leipzig">Leipzig</rs> zum Magister artium, 1550 zum Baccalaureus med. und 1553 zum Licentiatus
          med. promoviert. Mit der Rückkehr nach <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> im selben
          Jahr Professor für griechische Sprache, dann für Logik; 1558 Aufnahme in die medizinische
          Fakultät. Vgl. <rs type="bibl" ref="#matrikel_basel_1951"> 2, 17</rs>; <rs type="bibl" ref="#foerstemann_album_1841"> 1, 195</rs>; <rs type="bibl" ref="#matrikel_leipzig_1895"> 2, 685, 81f.</rs>; <rs type="bibl" ref="#thommen_geschichte_1989">, 359</rs>. <rs type="person" ref="#bechius_philipp">Bechius</rs> wurde zum Freund <rs type="person" ref="#pantaleon_heinrich">Pantaleons</rs> während dessen ersten Studiums an der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität Basel</rs> zwischen 1538 und 1540.
          Vgl. <rs type="bibl" ref="#matrikel_basel_1951"> 2, 21</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n5" ref="#a5" n="5">
                    <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs> als Gegner <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>,
          verstorben am 1. Juli 1541 im Amt des Rektors, das er seit seiner Wahl Anfang Mai ausgeübt
          hatte. Vgl. <rs type="bibl" ref="#matrikel_basel_1951"> 2, 26</rs>. Zum zerrütteten
          Verhältnis zu <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> siehe <ptr type="wdb" target="kgk_379_introduction.xml"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_383_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n391i_200n" ref="#a391i_200n" n="6">Der Brief, datiert auf den
          15. August 1541, ist in <rs type="person" ref="#pantaleon_heinrich">Pantaleons</rs>
          Abschrift überliefert: UB Basel, O III 28a, fol. 81<hi rend="super">v</hi>–82<hi rend="super">v</hi>. <rs type="person" ref="#bechius_philipp">Bechius</rs> berichtet
          (fol. 82<hi rend="super">r</hi>) vom Tod des <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Simon
            Grynaeus</rs>. Seine Leiche wurde, da er an der Pest verstorben war, verbrannt. Auf
          Grund der Sommerhitze passierte alles sehr schnell, sodass keine Trauerfeier stattfand.
            <rs type="person" ref="#pantaleon_heinrich">Pantaleon</rs> antwortete <rs type="person" ref="#bechius_philipp">Bechius</rs> am 22. November 1541, also nach dem vorliegenden
          Brief (UB Basel, O III 28a, fol. 83<hi rend="super">r</hi>–84<hi rend="super">v</hi>). In
          der Reaktion auf die Todesnachricht wiederholt er das bereits hier gegebene griechische
          Zitat.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n7" ref="#a7" n="7">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_391_transcript.xml#n391t_202n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n8" ref="#a8" n="8">
                    <rs type="bibl" ref="#mbw"> 14,
            204–206</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n9" ref="#a9" n="9">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_391_transcript.xml#n391t_203n"/>.</note>
      </div>
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