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      <titleStmt>
        <title type="main">De usura</title>
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        <title type="quote_title">TODO</title>
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          <persName>Stefanie Fraedrich-Nowag</persName>
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          <persName>Jennifer Bunselmeier</persName>
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          <persName>Moritz Laeger</persName>
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        <publisher>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ptr type="link" target="http://www.hab.de"/>)</publisher>
        <date type="created" when="2025"/>
        <distributor>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</distributor>
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          <p>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ref type="copyright" target="http://diglib.hab.de/?link=012">copyright information</ref>)</p>
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        <bibl>
          <author>Andreas Karlstadt</author>
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          <date when="1540">1540</date>
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      <p>Zeichen aus der Private Use Area entsprechen MUFI 3.0 (http://mufi.info)</p>
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        <p>
                    <ref type="homepage" target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000216/start.htm">Kritische
            Gesamtausgabe der Schriften und Briefe Andreas Bodensteins von Karlstadt</ref>
                </p>
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      <div type="introduction">
        <div type="history_of_the_work">
          <head level="1">Überlieferung</head>
          <listBibl type="sigla">
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              <msIdentifier>
                <repository>UB Basel</repository>
                <idno type="signatur">A V 54n</idno>
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                  <idno type="signatur">a</idno>
                </altIdentifier>
              </msIdentifier>
              <msContents>
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                  <locus>fol. 1<hi rend="super">r</hi>–5<hi rend="super">r</hi>
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              </msContents>
              <physDesc>
                <p>Bei dem vorliegenden Traktat handelt es sich um eine Abschrift aus dem Nachlass
                    <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Bonifacius Amerbachs</rs>,<anchor type="footnote" xml:id="a1" ref="#n1" n="1"/> angefertigt von der Hand seines
                  Amanuensis <rs type="person" ref="#schiesser_wiprecht">Wiprecht
                    Schiesser</rs>
                                    <anchor type="footnote" xml:id="a2" ref="#n2" n="2"/>, die dieser
                  anhand des heute verschollenen <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadtschen</rs> Originals vorgenommen haben könnte.<anchor type="footnote" xml:id="a3" ref="#n3" n="3"/> Einzelne Textstellen sind – ebenfalls durch die
                  Schreiberhand – durch Unterstreichungen oder Markierungen (Längsstriche,
                  Asterisci) am Rand hervorgehoben. Hier befinden sich auch immer wieder Verweise
                  auf den Inhalt, die wohl der Orientierung im Text dienen sollen und in der Edition
                  als Marginalien wiedergegeben sind.</p>
              </physDesc>
            </msDesc>
          </listBibl>
          <listBibl type="editions">
            <rs type="bibl" ref="#Hasse_traktat_1990">, 317–328</rs>
          </listBibl>
          <listBibl type="literature">
            <rs type="bibl" ref="#Hasse_traktat_1990">, 310–317</rs>
          </listBibl>
        </div>
        <div type="contents">
          <head level="1">Entstehung und Inhalt</head>
          <p>Die hier edierte, 1540 verfasste Schrift <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee330">
                            <term type="title">De usura</term>
                        </ref> gehört zu den wenigen schriftlichen Zeugnissen
            aus <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> letzter Schaffensperiode.
            Der genaue Zusammenhang ihrer Abfassung lässt sich jedoch nur schwer nachvollziehen, da
            in den bekannten Quellen zu dieser Zeit kaum Hinweise auf eine intensive Beschäftigung
            mit Zins bzw. Wucher zu finden sind, lediglich im Zusammenhang mit der Frage nach dem
            Umgang mit Stiftsgütern wird das Thema am Rande gestreift.<anchor type="footnote" xml:id="a4" ref="#n4" n="4"/> Möglich wäre, dass die vorliegende Schrift im
            Zusammenhang mit der <rs type="place" ref="#basel">Baseler</rs> Synode im Januar 1540
            entstanden ist, deren Akten heute verschollen sind und als deren zentrales Thema
            lediglich die Beschäftigung mit der Zensur vermutet wurde.<anchor type="footnote" xml:id="a5" ref="#n5" n="5"/> Es ist aber keineswegs ausgeschlossen, dass die in den
            vorherigen Synoden durch die Prädikanten aufgebrachte Kritik am in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> und v.a. in den zugehörigen Landpfarreien praktizierten
            Zinswesen wiederaufgegriffen und <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> um ein diesbezügliches Gutachten gebeten wurde. <anchor type="wdb" xml:id="_384i_200" spanTo="#_384i_200_end" place="start" subtype="span"/>Die
            Prädikanten hatten 1537 ihre Kritik zunächst gegen den Korn- und Weinzins
              gerichtet<anchor type="footnote" xml:id="a6" ref="#n6" n="6"/>, sich im Juni 1538 aber
            auch dezidiert gegen das Rentwesen (Gült) gewandt.<anchor type="wdb" xml:id="_384i_200_end" place="end" subtype="span"/>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a384i_201n" ref="#n384i_201n" n="7"/> Diesen Punkt hatte der Kirchenrat<anchor type="footnote" xml:id="a8" ref="#n8" n="8"/> in seiner Antwort nicht
              behandelt.<anchor type="footnote" xml:id="a9" ref="#n9" n="9"/> Im Jahr 1539 fand
            keine Synode statt, sodass das Thema des <quote>unzimblichen wuchers</quote> bzw. die
            Kritik der Kirchenvertreter daran weiterhin ungelöst geblieben sein dürfte und somit
            erneut ein Thema für die Synode gewesen sein könnte. Möglich wäre auch ein Zusammenhang
            mit der Universitäts- und Studienreform 1538/39,<anchor type="footnote" xml:id="a10" ref="#n10" n="10"/> die die Frage einer breiteren Finanzierung der Universität durch
            Heranziehung von Kirchengütern und ihrer Zinseinnahmen berührte.<anchor type="footnote" xml:id="a11" ref="#n11" n="11"/> Sowohl <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> als auch <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs> und <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> hatten – möglicherweise vor dem
            Hintergrund der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> aber auch der 1537 virulenten
            reichspolitischen Diskussion – Gutachten zum Umgang mit aufgehobenen Kirchengütern
            verfasst – ob diese miteinander und mit <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee330">
                            <term type="title">De usura</term>
                        </ref> in Verbindung zu setzen sind, ist unklar.<anchor type="footnote" xml:id="a12" ref="#n12" n="12"/> In beiden Fällen erscheint es
            plausibel, dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> seinen Traktat
            dem Juristen <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Amerbach</rs> zur Kenntnis
            gebracht haben könnte; wie die Überlieferung durch dessen Nachlass nahelegt, waren beide
            einander nicht nur auf beruflicher, sondern auch auf persönlicher Ebene verbunden. So
            waren beide Mitglieder der Universität<anchor type="footnote" xml:id="a13" ref="#n13" n="13"/> und als Teil der Regenz auch am Ausschuss zur Reform der Universität
            beteiligt gewesen und standen nachweislich in persönlichem Briefkontakt.<anchor type="footnote" xml:id="a14" ref="#n14" n="14"/> Die Vermutung liegt also nahe, dass
            sie sich auch über juristische Fragestellungen ausgetauscht haben, die vorliegende
            Abhandlung könnte also durchaus vor dem Hintergrund dieses Austausches entstanden sein.
            Zu welchem Zweck sie jedoch verfasst wurde – als internes Gutachten für Universität oder
            Synode oder als Manuskript für eine Veröffentlichung – muss allerdings offen
              bleiben.<anchor type="footnote" xml:id="a15" ref="#n15" n="15"/>
                    </p>
          <p>Mit seinem Text legte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> eine
            wissenschaftliche Untersuchung zum Begriff <term type="term">usura</term> vor, dem er
            ein breites Bedeutungsspektrum zumisst. Damit unterscheidet sich diese Schrift deutlich
            von den meisten anderen zur Reformationszeit erschienen Flugschriften zu diesem Thema,
            welche <quote>die Praxis des Wuchers und den Missbrauch des Zinsnehmens schildern und
              verurteilen.</quote>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a16" ref="#n16" n="16"/> Zum
            Nachweis der verschiedenen Bedeutungen und zur Untermauerung seiner Argumentation greift
              <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> hierbei auf Bibelstellen,
            aber auch auf antike Autoren (<rs type="person" ref="#lukan">Lukian</rs>, <rs type="person" ref="#terentius_publius">Terenz</rs>, <rs type="person" ref="#terentius_varro">Varro</rs>, <rs type="person" ref="#aristophanes">Aristophanes</rs>, <rs type="person" ref="#nonius_marcellus">Nonius</rs>), Lexika und
            Wörterbücher sowie die römischen und kanonischen Rechtstexte (CiCiv und CiCan) zurück.
            Dies entspricht dem auch in seinen anderen bekannten Schriften dieser Zeit angewandten
            enzyklopädischen Vorgehen bei der Beschäftigung mit theologischen Themen, das sich
            analog bei den 1538 erschienenen <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee321">
                            <term type="title">Themata</term>
                        </ref> findet.<anchor type="footnote" xml:id="a17" ref="#n17" n="17"/>
                    </p>
          <p>Die Darstellung gliedert sich in fünf klar voneinander abgegrenzte Abschnitte,<anchor type="footnote" xml:id="a18" ref="#n18" n="18"/> beginnend mit der allgemeinen
            Definition des Wortes <term type="term">usura</term>, das sich sowohl auf Personen als
            auch auf Dinge beziehen kann und dabei eine Vielfalt an Bedeutungen abdeckt. So kann
              <term type="term">usura</term> sowohl im Zusammenhang mit Darlehensgeber oder Wucherer
              (<term type="term">foenerator</term>) als auch – neutraler – Gläubiger (<term type="term">usurarius creditor</term>) bzw. Schuldner (<term type="term">usurarius
              debitor</term>) genutzt werden. In Bezug auf Sachen wird nahezu die gesamte Bandbreite
            an Bedeutungen von <quote>Gewinn</quote> und <quote>Frucht/Ertrag</quote> abgedeckt –
            sowohl im weltlichen Bereich, angewendet auf zeitlichen Gewinn sowie auf Zins- und
            landwirtschaftliche Erträge, als auch im spirituellen Bereich in Bezug auf das
            fruchtbringende Wort Gottes sowie die (ebenfalls fruchtbringenden) guten Werke (<term type="term">usurae operum</term>).</p>
          <p>In einem zweiten Schritt widmet sich <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> der philologischen Bestimmung des Wortes. Hierzu identifiziert er
            zunächst vier mögliche hebräische Begriffe für das lateinische <term type="term">usura</term>:<anchor type="footnote" xml:id="a19" ref="#n19" n="19"/> (1) <foreign xml:lang="heb-Hebr">\heO{x}{\char133}\hebre</foreign> (= Bedrückung), entweder
            abgeleitet von dem präpositional gebrauchten constructus <foreign xml:lang="heb-Hebr">x\char211{}F\char192{}\hebre</foreign> von <foreign xml:lang="heb-Hebr">\heT{x}{\char132}\heF{F}{\char130}\char192{}\hebre</foreign> (= mittig, zwischen,
            innerhalb) oder aber von <foreign xml:lang="heb-Hebr">XK\char92{}\hebre</foreign> (=
            bedrücken, mit Füßen treten), (2) <foreign xml:lang="heb-Hebr">LFAX\hebre</foreign>,<anchor type="footnote" xml:id="a20" ref="#n20" n="20"/>
            abgeleitet von <foreign xml:lang="heb-Hebr">LFE\hebre</foreign> (= leihen), (3) <foreign xml:lang="heb-Hebr">\heA{M}{\char131}\heR{T}{\char135}\heA{b}{\char128}JX\hebre</foreign> (= Mehrzahl)
            bzw. <foreign xml:lang="heb-Hebr">\heT{X}{\char131}\heR{T}{\char135}\heA{b}{\char128}JX\hebre</foreign> (= Zins,
            Aufschlag), abgeleitet von <foreign xml:lang="heb-Hebr">TBE\hebre</foreign> (=
            vermehren, zahlreich sein) und (4) <foreign xml:lang="heb-Hebr">\heA{N}{\char130}\heG{V}{\char130}\char192{}\hebre</foreign> (= Biss), abgeleitet von
              <foreign xml:lang="heb-Hebr">NW\char92{}\hebre</foreign> (= beißen), eine auch im
            Lateinischen vorkommende Übersetzung. Danach wendet er sich vergleichsweise kurz
            zunächst dem Griechischen, das lediglich den Begriff <foreign xml:lang="grc-Grek">t'okoc</foreign> für <term type="term">usura</term> kennt, und schließlich dem
            Lateinischen zu. Hier leitet sich das Wort <term type="term">usura</term> von <term type="term">usus</term>, das Wort <term type="term">foenus</term> (Zinsen i.S.v.
            Wucher) von <term type="term">foetus</term> ab.<anchor type="footnote" xml:id="a21" ref="#n21" n="21"/>
                    </p>
          <p>Auf Basis dieser Darstellung folgt als dritter Schritt die Betrachtung der Wertung der
            dargestellten Bedeutungen, die sich nach <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> zunächst alle unter der neutralen Definition zusammenfassen lassen,
            wonach <term type="term">usura</term> allgemein das Betreiben beschreibt, Gewinn aus
            geliehenem Kapital hervorzubringen. Im Anschluss geht er auf die Frage ein, in welcher
            Bedeutung <term type="term">usura</term> in der Heiligen Schrift abgelehnt wird und
            definiert dies folgendermaßen: <quote>Illa usura est accessio noxia, usu mutuo datae
              peccuniae, veniens</quote>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a22" ref="#n22" n="22"/> –
            es handelt sich aus seiner Sicht also in erster Linie um Gewinne aus dem Geldverleih,
            die <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> mit dem hebräischen
              <foreign xml:lang="heb-Hebr">\heR{T}{\char130}\heA{R}{\char131}H\hebre</foreign>
            abgeleitet von <foreign xml:lang="heb-Hebr">TRH\hebre</foreign> (= töten, morden, hier
            eher im Sinne von schädigen) bzw. <term type="term">turpis lucrum</term> umschreibt. Für
            diese Unterscheidung bedient er sich der im kanonischen Recht und bei den Kirchenvätern
            gegebenen Definitionen von <term type="term">usura</term>, aus welchen sich die
            ablehnende Haltung der Päpste und Kirchenväter zum Zinsnehmen ergibt.<anchor type="footnote" xml:id="a23" ref="#n23" n="23"/>
                    </p>
          <p>In einem vierten Schritt geht <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
            dann auf die Frage ein, unter welchen Voraussetzungen das Zinsnehmen, das nach der Bibel
              (<rs type="biblical" cRef="Lc_6,35">Lk 6,35</rs>) verboten, nach weltlichem Recht aber
            erlaubt ist, zugelassen werden kann. Demnach können belegt und legitimiert durch das
            römische Recht vier monatlich zu zahlende Zinssätze unterschieden werden – <term type="term">Centesima</term> (1%), <term type="term">Semissis</term> (0,5%), <term type="term">Quincunces</term> (0,41%), <term type="term">Trientes</term> (0,33%). Den
            höchsten Zinssatz bildet demnach die <term type="term">Centesima</term>, die auch so
            definiert werden kann, dass im hundertsten Monat nach der Aufnahme des Darlehens dessen
            Gesamtsumme abgegolten ist.<anchor type="footnote" xml:id="a24" ref="#n24" n="24"/> Von
            diesem Ganzen (<term type="term">As</term>)<anchor type="footnote" xml:id="a25" ref="#n25" n="25"/> leiten sich die anderen genannten Zinssätze ab, die <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> anhand von Beispielen aus dem
            kanonischen Recht darstellt, das darüber hinaus auch noch andere (geringere) Methoden
            der Aufteilung oder Verzinsung kennt. <term type="term">Usura</term> kann aber auch als
            Teil einer Gesamtmasse verstanden werden, wie <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> nochmals mit Blick auf das römische Recht, aber auch auf <rs type="biblical" cRef="Gn_47,24">1. Mose 47,24</rs> darlegt. Hier zieht Joseph den
            fünften Teil des Getreides als Zins ein<anchor type="footnote" xml:id="a26" ref="#n26" n="26"/> und kann damit keinesfalls von der Sünde freigesprochen werden.<anchor type="footnote" xml:id="a27" ref="#n27" n="27"/>
            <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> beschließt diesen Absatz mit
            einem Merksatz des <rs type="person" ref="#accursius">Accursius</rs> zu den oben
            definierten Zinssätzen.<anchor type="footnote" xml:id="a28" ref="#n28" n="28"/>
                    </p>
          <p>All diese Arten des Zinsnehmens sind – so <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> erneut unter Verweis auf <rs type="biblical" cRef="Lc_6,35">Lk
              6,35</rs> – durch Christus verboten, vielmehr soll man leihen, ohne zu hoffen, etwas
            dafür zu bekommen. Die Definition des kanonischen Rechts, wonach <term type="term">usura</term> die Hoffnung auf einen über die ursprüngliche Summe hinausgehenden
            Zuwachs bezeichnet, leitet sich von diesem Verbot ab. Noch treffender müsste diese
            Bibelstelle aber dahingehend verstanden werden, dass man nicht nur die Hoffnung auf
            Gewinn, sondern vielmehr insgesamt die Hoffnung auf Wiedererlangung des geliehenen
            Kapitals aufgeben müsse. Dieses biblische Gebot dürfe nicht zugunsten der Gläubiger
            gebeugt werden – Zinsnehmen ist und bleibt aus der Sicht <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> eine Sünde, die sich aber mit Blick auf die
            biblischen Aussagen über das Maß der Sünde relativieren bzw. rechtfertigen lässt, indem
            man den <quote>kleinen Biss (morsus)</quote> – also das Zinsnehmen zu einem geringen
            Zinssatz – mit dem größerem – dem Wucher – vergleicht.<anchor type="footnote" xml:id="a29" ref="#n29" n="29"/>
                    </p>
          <p>Der hier behandelte Traktat nimmt in <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Werk thematisch eine recht isolierte Stellung ein, lediglich im
            Zusammenhang mit der Neuordnung des städtischen Armenwesens in seiner Wittenberger Zeit
            sind einzelne Aussagen hierzu zu finden – so hatte er sich 1522 für zinslose städtische
            Darlehen für in Not geratene Handwerker ausgesprochen;<anchor type="footnote" xml:id="a30" ref="#n30" n="30"/> die von ihm mitverfasste <term type="title">Wittenberger Stadt- und Kirchenordnung</term> sah vor, den Zinsfuß auf 4% zu
              begrenzen.<anchor type="footnote" xml:id="a31" ref="#n31" n="31"/> Mit der intensiven
            Rezeption nicht nur theologischer, sondern auch antiker Werke und römischer und
            kanonischer Rechtstexte sowie der philologischen Analyse des Begriffs <term type="term">usura</term> knüpft er in der vorliegenden Schrift ebenfalls an seine universitäre
            Tätigkeit aus Wittenberger Tagen an, in der er bereits versucht hatte, Theologie und
            Jurisprudenz in Zusammenhang zu setzen, zum anderen finden sich hier Parallelen zur Form
            des reformatorischen Humanismus, wie er in <rs type="place" ref="#zürich">Zürich</rs>
            praktiziert wurde und wie ihn <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
            in seiner Zeit in der Limmatstadt kennengelernt hatte.<anchor type="footnote" xml:id="a32" ref="#n32" n="32"/> Die Schrift zeugt außerdem von seiner
            breitgefächerten Kenntnis der antiken Schriften und Rechtstexte, in der nicht nur seine
            juristische Bildung als Doktor beider Rechte, sondern möglicherweise auch seine
            Tätigkeit als Verantwortlicher für die Neuordnung der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Universitätsbibliothek<anchor type="footnote" xml:id="a33" ref="#n33" n="33"/>, aber auch seine freundschaftliche Verbindung zum Juristen <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Amerbach</rs> deutlich zu Tage tritt. Insgesamt rückte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> juristisches Interesse in
            seiner Schweizer Zeit wieder deutlicher in den Blick, in <rs type="place" ref="#zürich">Zürich</rs> hatte er wohl zeitweise auch Vorlesungen im weltlichen Recht gehalten
            sowie eine heute verschollene Schrift <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee291A">
                            <term type="title">De lege naturae et Evangelio</term>
                        </ref> (<ptr type="wdb" target="kgk_343_introduction.xml"/>) verfasst.<anchor type="footnote" xml:id="a34" ref="#n34" n="34"/>
                    </p>
          <p>Im vorliegenden Text dienen die Rechtstexte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in erster Linie jedoch als Definitionsgrundlage und Basis seiner nach
            außen hin neutralen wissenschaftlichen Darstellung zur Bedeutungsvielfalt des Wortes
              <quote>usura</quote>,<anchor type="footnote" xml:id="a35" ref="#n35" n="35"/>
            inhaltlich lehnt er das Zinsnehmen als Sünde ab. Dabei argumentiert er allein auf
            Grundlage des biblischen Textes.<anchor type="footnote" xml:id="a36" ref="#n36" n="36"/>
            Dennoch tritt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> als implizites
            Fazit seiner Ausführungen von der Durchsetzung des Zinsverbotes zurück, indem er das
            Zinsnehmen zwar nicht legitimiert, es durch die Verurteilung des Wuchers aber zumindest
              relativiert.<anchor type="footnote" xml:id="a37" ref="#n37" n="37"/> Damit trug er der
            allgemeinen politischen und gesellschaftlichen Praxis Rechnung, indem er im Wissen um
            das biblische Verbot, mit Blick auf die Praxis die Abschaffung des Zinsnehmens als
            unrealistisch ansah und sich daher lediglich gegen ein Verbot des Wuchers und für eine
            Begrenzung des Zinses auf ein Mindestmaß einsetzte.<anchor type="footnote" xml:id="a38" ref="#n38" n="38"/>
                    </p>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="crit_app"/>
      <div type="footnotes">
        <note type="footnote" xml:id="n1" ref="#a1" n="1">Hierzu und zu einer ausführlichen
          Beschreibung des Manuskriptes siehe <rs type="bibl" ref="#Hasse_traktat_1990">, 310f</rs>.
          Zu <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Amerbach</rs> siehe <ptr type="wdb" target="kgk_374_introduction.xml#n374i_101n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n2" ref="#a2" n="2">Zu ihm siehe <rs type="bibl" ref="#Hasse_traktat_1990">, 311 Anm. 5</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n3" ref="#a3" n="3">
                    <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> und <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Amerbach</rs> standen
          nachweislich in engem Kontakt, so dass es plausibel erscheint, dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
          <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Amerbach</rs> sein Manuskript zu <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee330">
                        <term type="title">De usura</term>
                    </ref> zur Kenntnis
          brachte; vgl. <rs type="bibl" ref="#Hasse_traktat_1990">, 311</rs>. Zum Verhältnis
          zwischen <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> und <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Amerbach</rs> siehe <ptr type="wdb" target="kgk_379_introduction.xml#n379i_300n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n4" ref="#a4" n="4">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_355_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n5" ref="#a5" n="5">Hierzu siehe <rs type="bibl" ref="#burnett_kilchen_2006">, 57f.</rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n6" ref="#a6" n="6">So auf der Herbstsynode 1536 (vgl. StA
          Basel, Kirchenakten A 9, fol. 170<hi rend="super">r–v</hi>) und der Frühjahrssynode 1537
          (vgl. StA Basel, Kirchenakten A 9, fol. 173<hi rend="super">v</hi>–174<hi rend="super">r</hi>). Zur auf der Synode geübten Kritik der Prädikanten am Zinswesen siehe auch <rs type="bibl" ref="#burnett_kilchen_2006">, 52–55</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n384i_201n" ref="#a384i_201n" n="7">Vgl. StA Basel,
          Kirchenakten A 9, fol. 186<hi rend="super">v</hi>: <quote>Zum 6. wurt der wucher
            unzimblich gebrucht, man last sich nit eins gulden von 20 gulden vermügen sonder licht
            man ein anderen gelt uff güter, die werden also mit schaden des armen mans, deß die
            güter sind, von dem licher gnutzt das es zuvil wucher ist nit das darin gesehen
            were.</quote> Es war üblich, sich des Instruments der Rente zu bedienen, um das
          kirchlichen Zinsvebot zu umgehen, da diese Art der Schuldverschreibung nicht als Darlehen
          angesehen wurde; vgl. <rs type="bibl" ref="#hls">, s.v. Gült</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n8" ref="#a8" n="8">Hierbei handelt es sich um ein Gremium,
          dass sich in Vertretung des großen und kleines Rates um die geistlichen Angelegenheiten in
          der Stadt kümmerte, vgl. <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_erneuerung_1896">,
            456 mit Anm. 1</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n9" ref="#a9" n="9">Zu dieser Antwort siehe StA Basel,
          Kirchenakten A 9, fol. 188<hi rend="super">r</hi>–193<hi rend="super">r</hi>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n10" ref="#a10" n="10">Zur Universitätsreform bzw. zum darüber
          entbrannten Streit siehe <ptr type="wdb" target="kgk_379_introduction.xml"/> und <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_erneuerung_1896">, 457–478</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n11" ref="#a11" n="11">Zur Diskussion über den Umgang mit den
          Kirchengütern und die Finanzierung der Universität sowie zu den Versuchen von <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Bonifacius Amerbach</rs>, der Universität feste
          Einnahmen zu sichern, siehe <ptr type="wdb" target="kgk_355_introduction.xml"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_379_introduction.xml"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_383_introduction.xml"/> und <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_erneuerung_1896">, 416–448. </rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n12" ref="#a12" n="12">Zu den beiden Gutachten siehe <ptr type="wdb" target="kgk_355_introduction.xml"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_379_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n13" ref="#a13" n="13">
                    <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> als Professor und Dekan der Theologischen
          Fakultät, <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Amerbach</rs> als Professor und
          Dekan der Juristischen Fakultät und zeitweise als Rektor.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n14" ref="#a14" n="14">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_374_introduction.xml"/>; <ptr type="wdb" target="kgk_375_introduction.xml"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_382_introduction.xml"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_336_introduction.xml"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_339_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n15" ref="#a15" n="15">Vgl. <rs type="bibl" ref="#Hasse_traktat_1990">, 314 Anm. 12</rs>. Dieser lehnt die Möglichkeit eines
          internen Gutachtens jedoch mit der Begründung ab, dass in diesem Fall der Anlass zumindest
          angedeutet sein müsse.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n16" ref="#a16" n="16">
                    <rs type="bibl" ref="#Hasse_traktat_1990">, 312</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n17" ref="#a17" n="17">Vgl. hierzu <ptr type="wdb" target="kgk_377_introduction.xml"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_385_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n18" ref="#a18" n="18">Zum Folgenden siehe auch die
          ausführliche Inhaltsangabe von <rs type="bibl" ref="#Hasse_traktat_1990">,
          311–314</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n19" ref="#a19" n="19">Zur philologischen Bestimmung v.a. der
          hebräischen Begriffe durch <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> und
          ihrer Analyse siehe <rs type="bibl" ref="#Hasse_traktat_1990">, 312 u. 319–322 nebst
            Anmerkungen</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n20" ref="#a20" n="20">Zu diesem Wort und seiner Herleitung
          durch <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> siehe <ptr type="wdb" target="kgk_384_transcript.xml#n384t_307n"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n21" ref="#a21" n="21">Zu dieser Herleitung siehe auch <rs type="bibl" ref="#georges_handwoerterbuch_2013">, 4898 s.v. usus und 2114f. s.v.
            foetus.</rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n22" ref="#a22" n="22">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_384_transcript.xml#_384t_316"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n23" ref="#a23" n="23">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_384_transcript.xml#_384t_318"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n24" ref="#a24" n="24">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_384_transcript.xml#_384t_319"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n25" ref="#a25" n="25">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_384_transcript.xml#n384t_313n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n26" ref="#a26" n="26">Hiermit nimmt er einen Zinssatz von 20
          Prozent, was sogar den nach weltlichem Recht legitimen Zins widersprechen würde; vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_384_transcript.xml#n384t_307n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n27" ref="#a27" n="27">Vgl. <rs type="bibl" ref="#Hasse_traktat_1990">, 313</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n28" ref="#a28" n="28">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_384_transcript.xml#_384t_314"/> mit <ptr type="wdb" target="kgk_384_transcript.xml#n384t_315n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n29" ref="#a29" n="29">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_384_transcript.xml#_384t_320"/>. Hierzu siehe auch <rs type="bibl" ref="#Hasse_traktat_1990">, 313f u. 316</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n30" ref="#a30" n="30">Vgl. <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee182">
                        <term type="title">10 Conclusiones de iubileo et anno
              remissionis</term>
                    </ref> (<ref type="print">KGK V, Nr. 214, S. 74, Z.
          6f</ref>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n31" ref="#a31" n="31">Vgl. <ref type="print">KGK V, Beilage
            zu Nr. 219, S. 185, Z. 1–15</ref>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n32" ref="#a32" n="32">Vgl. <rs type="bibl" ref="#bubenheimer_consonantia_1977">, 254</rs>. Damit fügt sich der Traktat <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee330">
                        <term type="title">De usura</term>
                    </ref> durchaus in
            <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>
          <quote>reformatorisch-humanistische Phase</quote> in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> ein. Vgl. <rs type="bibl" ref="#Hasse_traktat_1990">, 314</rs>; zu dieser
          Beurteilung von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>
          <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Zeit siehe <rs type="bibl" ref="#bubenheimer_consonantia_1977">, 254–264</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n33" ref="#a33" n="33">Hierzu siehe <ptr type="wdb" target="kgk_354_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n34" ref="#a34" n="34">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_330_introduction.xml"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_343_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n35" ref="#a35" n="35">Hierzu im Detail siehe <rs type="bibl" ref="#Hasse_traktat_1990">, 315f</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n36" ref="#a36" n="36">Deutlich wird dies in Bezug auf die
          Auslegung von <rs type="biblical" cRef="Lc_6,34">Lk 6,34f.</rs> Hier geht <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Interpretation über das
          kanonische Recht hinaus, da aus seiner Sicht nicht einmal auf die Rückgabe des geliehenen
          Kapitals gehofft werden darf; vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_384_transcript.xml#_384t_321"/>. Vgl. auch <rs type="bibl" ref="#Hasse_traktat_1990">, 316</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n37" ref="#a37" n="37">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_384_transcript.xml#_384t_322"/>. Vgl. auch <rs type="bibl" ref="#Hasse_traktat_1990">, 316</rs>. Zur Zinsdiskussion in der Reformation insgesamt
          siehe auch <rs type="bibl" ref="#ramp_zinsproblem_1949"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n38" ref="#a38" n="38">Inwieweit er hierbei auch sich selbst
          bzw. die teilweise Legitimierung seines eigenen Verhaltens im Blick hatte – er besaß
          mehrere Zinsbriefe, die mit 5% verzinst wurden (siehe <ptr type="wdb" target="kgk_393_introduction.xml"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_388_introduction.xml"/>) – muss offen bleiben.</note>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>