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        <title type="main">Erläuterung dieser Rede Hiob 7,9f. Welcher hinunter ins Grab fährt, der
          kommt nicht wiederum herauf. Item: Von der künftigen und neuen Welt</title>
        <title type="short">TODO</title>
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          <persName>Harald Bollbuck</persName>
          <persName>Niklas Henning</persName>
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          <persName>Jennifer Bunselmeier</persName>
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          <persName>Moritz Laeger</persName>
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        <publisher>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ptr type="link" target="http://www.hab.de"/>)</publisher>
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        <distributor>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</distributor>
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          <p>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ref type="copyright" target="http://diglib.hab.de/?link=012">copyright information</ref>)</p>
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          <author>Andreas Karlstadt</author>
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          <date noteBefore="1539-01-01" notAfter="1539-03-01">1539, <supplied>Anfang</supplied>
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      <p>Zeichen aus der Private Use Area entsprechen MUFI 3.0 (http://mufi.info)</p>
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                    <ref type="homepage" target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000216/start.htm">Kritische
            Gesamtausgabe der Schriften und Briefe Andreas Bodensteins von Karlstadt</ref>
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        <div type="history_of_the_work">
          <head level="1">Überlieferung</head>
          <listBibl type="sigla">
            <biblStruct type="imprint" xml:id="sigle_A">
              <monogr>
                <title>Erlüterung dißer reed ∥ IOB VII. ∥ welcher hinunder insz grab faart ∥ der
                  kumpt nit widerumb heruff. ∥ Item ∥ Von der künfftigen und ∥ niiwen welt. ∥
                  Andreas Carolstat. ∥ Zů Basel Lux Schouber, ∥ An.M.D.XXXIX. ∥</title>
                <author>Karlstadt, Andreas Bodenstein von</author>
                <imprint>
                  <pubPlace>
                                        <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs>
                                    </pubPlace>
                  <publisher>
                                        <rs type="person" ref="#schauber_lukas">Lux Schauber</rs>
                                    </publisher>
                  <date when="TODO:1539">1539</date>
                </imprint>
                <extent>8°, 22 Bl., a<hi rend="super">4</hi>–d<hi rend="super">4</hi>, e<hi rend="super">6</hi>.</extent>
              </monogr>
              <idno type="siglum">A</idno>
              <note type="copies">
                                <list>
                  <item n="editionsvorlage">
                                        <label>UB Basel</label>
                                        <idno type="signatur">UBH Falck
                      848:11 (Bogen e unten abgeschnitten, daher fol. e2r und e5r mit
                      Textverlusten).</idno>
                                    </item>
                  <item>
                                        <label>ÖNB Wien</label>
                                        <idno type="signatur">20.Dd.1586.</idno>
                                    </item>
                </list>
                            </note>
              <note type="references">
                                <listBibl>
                  <rs type="bibl" ref="#vd16"> ZV 27700</rs>
                  <rs type="bibl" ref="#freys_barge_1904">, Nr. 155</rs>
                  <rs type="bibl" ref="#zorzin_flugschriftenautor_1990">, Nr. 84A</rs>
                </listBibl>
                            </note>
              <note>
                                <p>Es sind nur die beiden hier aufgeführten Exemplare nachweisbar. Der Drucker
                    <rs type="person" ref="#schauber_lukas">Lux Schauber</rs> stellte zwischen 1535
                  und 1539 in seiner Offizin in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> nur
                  insgesamt 16 Werke her, darunter die beiden Karlstadttitel <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee321">
                                        <term type="title">Themata</term>
                                    </ref> (<ptr type="wdb" target="kgk_377_introduction.xml"/>) und <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee322">
                                        <term type="title">Erläuterung von Hiob 7,9f.</term>
                                    </ref>
                                    <anchor type="footnote" xml:id="a1" ref="#n1" n="1"/> Das <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Exemplar weist einige Textverluste auf Grund von Beschädigungen
                  auf. Der Text ist in Schwabacher-Typen gesetzt; auffällig ist, dass <rs type="person" ref="#schauber_lukas">Schauber</rs> zwei unterschiedliche Typen
                  für das <quote>ß</quote> verwendete.</p>
                            </note>
            </biblStruct>
          </listBibl>
          <listBibl type="literature">
            <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905"> 2, 500f.</rs>
            <rs type="bibl" ref="#schmidt_basel_1980">, 113–119</rs>
            <rs type="bibl" ref="#oehmig_fegefeuer_1998">, 90f.</rs>
          </listBibl>
        </div>
        <div type="contents">
          <head level="1">Entstehung und Inhalt</head>
          <p>Der Widmungsbrief der Schrift ist auf den 2. Dezember 1538 datiert, der Druck selbst
            trägt das Jahr 1539 auf dem Titelblatt. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> gibt in der Widmungsvorrede an die <quote>geliebten brüder</quote> den
            Skopus der Veröffentlichung an. Seine Auslegung der Bibelstelle <rs type="biblical" cRef="Iob_7,9">Hiob 7,9f.</rs>, der sich der vorliegende Traktat widmet, sei für das
            Leichengeleit bestimmt, das die Leutpriester auf Bitten der Hinterbliebenen
            durchführten. Das evangelische Leichengeleit sei scharf von den katholischen
            Begräbnisritualen – der Messe, die keine Grundlage in der Heiligen Schrift besitze, den
            Vigilien (hier als Totenwachen) und dem aufwendigem Leichenzug – zu unterscheiden.
            Leutpriester würden zur Gemeinde (der Hinterbliebenen) sprechen, nicht für den
            Verstorbenen wie in der römischen Seelenmesse.<anchor type="footnote" xml:id="a2" ref="#n2" n="2"/>
            <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> habe auf einem Leichengeleit
            über die Hiobstelle gepredigt. Den Anlass für die Veröffentlichung habe ein anwesender
            Freund gegeben, der ihn um die Drucklegung gebeten habe. Für den Druck habe er den
            Predigttext argumentativ und inhaltlich weiter ausgebreitet, zudem Bibelbelege am Rand
            ergänzt.</p>
          <p>Ausgangspunkt der Auslegung ist der Vers <rs type="biblical" cRef="Iob_7,9">Hiob
              7,9</rs>: <quote>Wer ins Grab fährt, kommt nicht wieder herauf.</quote>
            <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> hat den Satz selbst übersetzt.
            Seine Erläuterung ist in drei Argumentationsschritte untergliedert: (1.) Bestimmung des
            Gleichnisses, (2.) Erklärung der Worte, (3.) Erläuterungen zur Gestalt des erwähnten
            Grabes.</p>
          <p>(1.) An erster Stelle sei eine Beschäftigung mit den vielfältigen Gleichnissen der
            Schrift vonnöten. Es stelle sich die Frage, ob das hier zu diskutierende Gleichnis für
            sich stehe oder für etwas anderes. Die richtige Erkenntnis sei notwendig, da Christus
            überraschend wiederkehren werde und Fehler in der Interpretation der Erlösung schaden
            könnten. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> zeigt zunächst ein
            Interesse an einer naturwissenschaftlichen Erklärung der Wolkenentstehung,<anchor type="footnote" xml:id="a3" ref="#n3" n="3"/> spricht dann aber den auf mehrere Seiten
            ausgedehnten Ausführungen die Relevanz für diese Auslegung ab, da <rs type="person" ref="#ijob">Hiob</rs> vom Vergehen der Wolken als Gleichnis für das Ende des Menschen
            gesprochen habe. Ebensowenig führe es weiter, sich damit zu beschäftigen, wie Gott seine
            Herrschaft im Himmel kundtue und dass Wolken seine <quote>Kleider</quote> seien.<anchor type="footnote" xml:id="a4" ref="#n4" n="4"/> Hier müssten stattdessen genau die
            richtigen Verweisstellen zur Entleerung der Wolken herangezogen werden.<anchor type="footnote" xml:id="a5" ref="#n5" n="5"/> Letztlich besage das biblische
            Gleichnis, dass der Mensch mit seinem Tod und dem Begräbnis vollkommen von uns gehe und
            verschwinde wie die Spur einer Wolke, die Flugbahn eines Vogels am Himmel oder die
            Fahrspur eines Schiffs auf dem Wasser. (2.) Im Anschluss geht Karlstadt auf die
            Bedeutung des im Gleichnis verwendeteten Wortes <quote>Grab</quote> ein, deren bisherige
            Erklärungen an falschen Übersetzungen litten. <rs type="person" ref="#ijob">Hiob</rs>
            spreche nicht von der Hölle, wie die Papisten meinten, sondern einfach vom Grab: der
            hebräische <rs type="place" ref="#scheol">Scheol</rs> sei für <rs type="person" ref="#jakobus_at">Jakob</rs> und <rs type="person" ref="#david_koenig">David</rs>
            nicht der Ort der Verdammnis, sondern die Grabesstätte.<anchor type="footnote" xml:id="a6" ref="#n6" n="6"/> (3.) Schließlich sei im Hiobtext<anchor type="footnote" xml:id="a7" ref="#n7" n="7"/> selbst die Gestalt des Grabes beschrieben. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> führt unterschiedliche
            Bibelübersetzungen auf und referiert sogar eine Deutung des Rabbi <rs type="person" ref="#gikatilla_joseph">Joseph Gikatilla</rs>, den er höchstwahrscheinlich über <rs type="person" ref="#reuchlin">Johannes Reuchlin</rs> rezipierte.<anchor type="footnote" xml:id="a8" ref="#n8" n="8"/> Weder in den Auslegungen noch im
            biblischen Bericht selbst sei von einem Ort der ewigen Verdammnis die Rede, sondern von
            Dunkelheit. Für die im Grab Liegenden wirke jeder Lichtschein wie die Dunkelheit. In
            diesem Dunkel sei es unmöglich, eine Ordnung der Dinge und der Welt herzustellen. Daher
            hätten die Verstorbenen auch keine Erkenntnisfähigkeit.<anchor type="footnote" xml:id="a380i_201n" ref="#n380i_201n" n="9"/>
                    </p>
          <p>Da <rs type="person" ref="#ijob">Hiob</rs> eine große Kenntnis Gottes besaß, habe er
            gewusst, dass die Menschheit durch den Sündenfall <rs type="person" ref="#adam">Adams</rs> die Dunkelheit des Todes erleiden musste. Der Leib als Tempel Gottes, die
            Ohren als Eingang des Wortes in die Seele – all diese Sinne fehlten dem toten Leib. Die
            Trauer darüber mündete in <rs type="person" ref="#ijob">Hiobs</rs> Klage. Doch blieben
            ihm das Bewusstsein und der Glaube, dass der Erlöser ihn aus der Dunkelheit des Grabes
            erwecken werde. Daher könne das Grab theologisch niemals die Hölle der Verdammten sein,
            sondern das Vergehen des Leibes zu Staub.</p>
          <p>Der irdische Leib vergeht also, aber wird das Fleisch in seiner irdischen Gestalt
            auferstehen? Wenn es heißt, dass <rs type="person" ref="#ijob">Hiob</rs> Gott aus oder
            im Fleisch sehen werde,<anchor type="footnote" xml:id="a10" ref="#n10" n="10"/> sei wohl
            eher die Erkenntnis Christi als ewiges Leben gemeint. Die Aussagen vom Vater als Grab
            und Mutter als Verwesung<anchor type="footnote" xml:id="a11" ref="#n11" n="11"/> deuten
            darauf hin, dass Gott die Verstorbenen nicht wieder zu Fleisch erstehen lässt wie bei
            der ersten Schöpfung, sondern zur Verdammnis in der Hölle oder zum ewigen Leben im
            Himmel erweckt. Ohne Vertrauen in Gott sei der Mensch ein böser Baum, ohne Glauben, ohne
            Frucht und böse. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> wehrt sich
            daraufhin ausführlich gegen Skeptiker, die meinten, dass sich das Fleisch nach dem Tod
            in Gras, Würmer und andere (es fressende) Tiere verwandele und der auferstandene Leib –
            ebenso wie bei den in Reliquien überall auf der Welt verteilten Heiligen – sich gar
            nicht mehr zusammensetzen lasse.<anchor type="footnote" xml:id="a12" ref="#n12" n="12"/>
            Doch auf Grund seiner Allmacht und Allgegenwart gelte für Gott das physische Konzept der
            begrenzten Erde nicht, denn er halte die Welt in seiner Hand, umfasse sie und sei allem
            gleichzeitig; seine Benennungen entsprechen dem Wesen der Dinge. Nach <rs type="person" ref="#paulus">Paulus</rs> bedeute die Auferweckung die Überwindung der
              Sterblichkeit<anchor type="footnote" xml:id="a13" ref="#n13" n="13"/> und mache die
            Toten wieder lebendig.<anchor type="footnote" xml:id="a14" ref="#n14" n="14"/> Die
            Auserwählten kämen also wieder in Geist und Fleisch, und doch in einer anderen Gestalt.
            Wie <rs type="person" ref="#ijob">Hiob</rs> sagte: Sie kehrten daher nicht wieder, wie
            sie waren.</p>
          <p>Das nächste Kapitel seiner Auslegung widmet <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> der bei <rs type="person" ref="#ijob">Hiob</rs> angesprochenen
            künftigen Welt. Sie verheißt Unsterblichkeit in einem neuen Leib und Licht für die
            einen, ewige Pein und Strafe für die andern. Das bedeutet für <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>, dass die Verdammten nicht vergehen und ihr
            Leib ewig bleibt. Die Hölle ist also ein ewiges Leben mit dem leidenden, irdischen,
            gequälten Leib. <rs type="person" ref="#ijob">Hiobs</rs> Gleichnis bedeute also, dass
            wir sterben und in Finsternis gehalten werden bis zum Gericht Christi. Was aber ist von
            den biblisch bezeugten Totenerweckungen weit vor dem Tag des Gerichts zu halten?<anchor type="footnote" xml:id="a15" ref="#n15" n="15"/> Auf Grund seiner Allmacht kann Gott
            nach Karlstadts Meinung auch Dinge außerhalb der Ordnung aus eigener, den Menschen nicht
            einsichtiger Voraussicht tun. Der regelhafte Lauf der Welt beruhe auf natürlicher,
            göttlich bestimmter Ordnung, auch die Auferstehung am Jüngsten Tage gehöre dieser
            Ordnung zu. Die Auferweckung von Toten jenseits dieser Regelhaftigkeit sei möglich,
            werde aber mit Wunderzeichen angekündigt. Da die Menschen aber den göttlichen Plan nicht
            kennen und der Todesmoment überraschend kommen könne, ruft <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> dazu auf, Gottes Lehre zu achten und die
            Heilige Schrift als Mahnung zu nehmen.<anchor type="footnote" xml:id="a380i_200n" ref="#n380i_200n" n="16"/>
                    </p>
          <p>Im folgenden Abschnitt befasst sich <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> mit der Aussage, dass der Verstorbene nicht wieder aus dem Grab in
            sein Haus zurückkehren werde.<anchor type="footnote" xml:id="a17" ref="#n17" n="17"/> Es
            gebe zwei mögliche Auslegungen: (1.) dass er keinen Gedanken daran hege, (2.) dass es
            keine persönliche Wiederkehr gebe. Im ersten Fall sei davon auszugehen, dass jemand
            geistlich nicht am selben Ort sei wie sein Leib.<anchor type="footnote" xml:id="a18" ref="#n18" n="18"/> Als Beispiele führt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> zum einen erneut die biblische Figur des Reichen an, der <rs type="person" ref="#lazarus">Lazarus</rs> nicht half und nach seinem Tod Geister aus
              <rs type="person" ref="#abraham">Abrahams</rs> Schoß in sein Haus schicken lassen
            möchte, um seine Brüder vor der Hölle zu warnen;<anchor type="footnote" xml:id="a19" ref="#n19" n="19"/> zum anderen die nach Vorstellung papistischer Priester
            umherziehenden Poltergeister.<anchor type="footnote" xml:id="a20" ref="#n20" n="20"/>
            Doch gebe es auch fromme Seelen in unseren Häusern, um uns zu bessern, die tatsächlich
            im Himmel seien. Auf jeden Fall ende die Identität des Menschen mit dem Tod, der Leib
            bleibe im Grab, die Seele ginge in Himmel oder Hölle. Die Bitte nach Rückkehr ins eigene
            Haus, wie sie <rs type="person" ref="#ijob">Hiob</rs> ausspricht, sei allein an Gott und
            Christus zu richten. Heiligenanrufungen, Vigilien, Totengebete, Seelenmessen und
            Fürbitten, die Gottes Wort inflationär gebrauchten, seien dagegen als Eingriff in das
            Amt Jesu strikt abzulehnen. <rs type="person" ref="#ijob">Hiobs</rs> Schrei um
              Erbarmen<anchor type="footnote" xml:id="a21" ref="#n21" n="21"/> käme aber nicht aus
            dem Grab und der Unterwelt. Diese Vorstellung widerlegt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in drei argumentativen Schritten: (1.)
            arbeitet er den Skopus (<quote>houpthandel</quote>) des Satzes heraus und stellt fest,
            dass <rs type="person" ref="#ijob">Hiob</rs> sein Leiden auf Erden beschreibt, nicht in
            der Hölle; (2.) stellt er einen unmittelbaren stofflichen Zusammenhang her; (3.) in der
            Beachtung des inhaltlichen Gesamtkontextes hebt er hervor, dass <rs type="person" ref="#ijob">Hiob</rs> seine Klage auf Erden in einem Umfeld ohne Nächstenliebe
            ausgestoßen habe.<anchor type="footnote" xml:id="a22" ref="#n22" n="22"/> Der Fall Hiobs
            steht so als Gleichnis für in Not geratene Menschen, auf dass die Christen ihnen ihre
            Fürsorge und Nächstenliebe spenden, und vermittelt somit ein zentrales Element
            christlichen Handelns, das im Verständnis des göttlichen Willens (dem Gehorsam gegen
            Gott) und der Bibel angelegt sei. Die Erretteten in <rs type="person" ref="#abraham">Abrahams</rs> Schoß bedürften keiner Hilfe vor der Pein durch die Lebenden (bzw.
            durch deren Gebete).<anchor type="footnote" xml:id="a23" ref="#n23" n="23"/> Lebende
            aber sollen Lebenden beistehen, nicht den Toten.<anchor type="footnote" xml:id="a24" ref="#n24" n="24"/> Selbst <rs type="person" ref="#paulus">Paulus</rs> habe sich ein
            längeres Leben gewünscht, um die Lebenden länger unterrichten zu können.<anchor type="footnote" xml:id="a25" ref="#n25" n="25"/> Seine Lehre sei aber, die biblischen
            Bücher zu lesen. Ein toter <rs type="person" ref="#paulus">Paulus</rs> als Heiliger sei
            nutzlos.</p>
          <p>Das vorletzte Kapitel hat den Halbvers zum Thema, dass der Ort den Verstorbenen nicht
            mehr wiedererkennen würde.<anchor type="footnote" xml:id="a26" ref="#n26" n="26"/>
            Grundsätzlich sei die Scheidung der Welten notwendig, damit die Ordnung des Staats der
            Lebenden und des Staats der Toten nicht angegriffen werde. Zugleich weist <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> darauf hin, dass die Stelle im
            Hebräischen identisch mit <rs type="biblical" cRef="Ps_102,16">Ps 102(103),16</rs>
              sei.<anchor type="footnote" xml:id="a27" ref="#n27" n="27"/> Das hebräische
            Wiedererkennen könne auch mit <quote>annehmen</quote> übersetzt werden. <rs type="person" ref="#ijob">Hiobs</rs> Klage um Erbarmen fordert daher die Gläubigen
            auf, sich der Kranken, Schwachen und Ungetrösteten anzunehmen, nicht der Toten. Nur im
            Glauben an Gott könne der Geist des Menschen wieder erstehen. Die Schlusskonklusion
            führt die Gedanken des Traktats zusammen. Der herrlichen Stadt der Gerechten stehe der
            jämmerliche Ort der Ungerechten in der künftigen Welt gegenüber. Die Lebendigen kämen
            weder den Toten zu Hilfe noch umgekehrt, der Glaube an die Kraft der Toten gefährde den
            christlichen Glauben.</p>
          <p>
                        <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> verwendet den Namen <rs type="person" ref="#ijob">Hiob</rs> in seiner Auslegung fast immer mit einem Attribut,
            meistens <quote>heilig</quote> oder <quote>fromm</quote>, seltener auch
              <quote>gerecht</quote> und je einmal mit <quote>duldmütig</quote>,
              <quote>dultig</quote> und <quote>Sankt</quote>. Damit hebt er die hohe Stellung des
            biblischen Zeugen <rs type="person" ref="#ijob">Hiob</rs> hinsichtlich der Vorstellungen
            vom Jenseits auf Grund seines großen Wissens von der göttlichen Ordnung hervor, dessen
            duldsamen Gehorsam gegen Gottes Willen. Wie <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in der Vorrede beschreibt, entstand der Traktat in seiner Tätigkeit
            als Leutpriester bzw. Prediger an <rs type="place" ref="#basel_st_peter">St. Peter</rs>.
            Ziel ist es, das schlichte, evangelische Leichengeleit mit einer Predigt auf Grundlage
            einer schriftnahen Auslegung des biblischen Textes von der römischen Totenfeier
            abzuheben. Der Text begründet zugleich die Ablehnung von Toten- und Heiligenanrufung.
            Lebende und Tote sind getrennt, sie können sich nichts sagen und gegenseitig anrufen.
            Der Mensch vergeht und ruht im dunklen Grab in Erwartung der Auferstehung, eine
            Zwischenwelt wie ein Fegefeuer gibt es nicht. Nur Gott und Christus bieten Trost in der
            Hoffnung auf ein gütiges Jenseits. Zur Begründung zieht Karlstadt inhaltliche und
            sachliche biblische Kontexte sowie hebräische Worterklärungen heran, wagt aber auch
            Ausflüge in christliche Kabbala und Naturwissenschaft.</p>
          <p>Obwohl <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> nicht den direkten
            Bezug angibt, kann seine <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee322">
                            <term type="title">Erläuterung von Hiob 7,9f.</term>
                        </ref> zugleich eine Reaktion auf den jüngst im
            elsässischen <rs type="place" ref="#hagenau">Hagenau</rs> erschienenen Hiobkommentar des
              <rs type="person" ref="#brenz_johannes">Johannes Brenz</rs> in deutscher Übersetzung
            gewesen sein.<anchor type="footnote" xml:id="a28" ref="#n28" n="28"/>
            <rs type="person" ref="#brenz_johannes">Brenz</rs> interpretiert das Grab in <rs type="biblical" cRef="Iob_7,9">Hiob 7,9</rs> als Zwischenhölle, in die Gott die
            Verstorbenen unmittelbar nach ihrem Tod als <quote>urteyl</quote> führt, <quote>damit er
              [Gott] seine auserwelten durch höllischen feur bewert</quote>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a29" ref="#n29" n="29"/>, gleichsam zum Verständnis der ewigen Höllenqualen.
            Der zentrale Punkt in <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Schrift
            besteht in einer dezidierten und mehrfach wiederholten Ablehnung dieser
              Vorstellung.<anchor type="footnote" xml:id="a30" ref="#n30" n="30"/>
            <rs type="person" ref="#bugenhagen_johannes">Johannes Bugenhagens</rs> Hiobkommentar von
            1527 übergeht zwar <rs type="biblical" cRef="Iob_7,9">Hiob 7,9f.</rs> völlig, bezeichnet
            aber die in <rs type="biblical" cRef="Iob_10,21">Hiob 10,21</rs> von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> zur Beschreibung des Grabes herangezogene
            Stelle, die vom Land der Finsternis spricht, als Unterwelt.<anchor type="footnote" xml:id="a31" ref="#n31" n="31"/> Auch gegen diese Interpretation spricht sich <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> vehement aus. So bekommt seine
            Auslegung neben der antirömischen zusätzlich eine gegen Deutungen von explizit
            lutherischen Theologen gerichtete Wendung.</p>
          <head level="1">
                        <term type="term">Kurzer Exkurs zu Karlstadts Predigttätigkeit in
              Basel</term>
                    </head>
          <p>Es sind nur wenige Hinweise überliefert, die anzeigen, über welche Themen, wie oft, wo
            und wann überhaupt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> gepredigt hatte. Nach den Beschlüssen der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Bannherren zur rätlichen Anstellung <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> vom 28. Juni und 1. Juli 1534
            sollte er – neben der Lektion über das Alte Testament an der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> – morgens und abends Predigten halten,
              <quote>ob er dem volck anmütig sin welt</quote>, also gleichsam probehalber.<anchor type="footnote" xml:id="a32" ref="#n32" n="32"/> Nach <rs type="person" ref="#phrygio_paul">Paul Phrygios</rs> Fortgang nach Tübingen übernahm <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> auch dessen Predigtstelle an <rs type="place" ref="#basel_st_peter">St. Peter</rs>, zudem scheint er auch <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Oswald Myconius</rs> am Münster vertreten zu
              haben.<anchor type="footnote" xml:id="a33" ref="#n33" n="33"/> Schon am 15. September
            1534, etwa zehn Wochen nach der Ankunft in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs>,
            berichtet er neben dieser Vertretung davon, alle zwei Wochen über das Buch Deuteronomium
            zu lesen und in der dritten Woche zu predigen – worüber, ist unklar.<anchor type="footnote" xml:id="a34" ref="#n34" n="34"/> Am 6. Oktober 1534 lässt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> gegenüber <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Heinrich Bullinger</rs> verlauten, dass er bereits über 20
            Predigten zum Thema der doppelten Natur Christi gehalten habe, insbesondere zu <rs type="biblical" cRef="Io_1,14">Joh 1,14</rs>.<anchor type="footnote" xml:id="a35" ref="#n35" n="35"/> Allerdings kann er diese Menge an Predigten kaum in seiner <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Zeit gehalten haben.</p>
          <p>In der Vorrede der <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee322">
                            <term type="title">Erläuterung
                von Hiob 7,9f.</term>
                        </ref> erklärt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>, dass die Grundlage des Textes auf eine Predigt zurückgeht, die er bei
            einem Leichenbegängnis gehalten habe.<anchor type="footnote" xml:id="a36" ref="#n36" n="36"/> Damit liefert die vorliegende Editionseinheit die ausführlichsten
            inhaltlichen Anhaltspunkte für eine von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in Basel gehaltene Predigt, allerdings mit der Einschränkung, dass der
            Text für die Drucklegung eine umfangreiche Überarbeitung erfahren hat, über den
            ursprünglichen Text der Predigt liegen also keine Informationen vor.</p>
          <p>Schließlich gibt es noch Hinweise darauf, dass Karlstadt Mischformen von Predigt und
            Vorlesung abhielt, denen er mit geographischen, historischen und möglicherweise auch
            juristischen Exkursen eine wissenschaftliche Anlage gab. Überliefert sind zwei
            briefliche Aussagen von <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Oswald Myconius</rs>
            über Karlstadts Predigtvorlesungen über <rs type="biblical" cRef="Ios_13,0">Jos
              13–21</rs>, abgehalten vor dem 29. Oktober 1539, die diese Methode belegen. <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs>, der auf Grund der von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> unterstützten Unterstellung der
            Pfarrer unter die Universitätsordnung<anchor type="footnote" xml:id="a37" ref="#n37" n="37"/> diesem mittlerweile feindlich gegenüberstand, beklagte im Brief an <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> vom 29. Oktober 1539 den
            Zustand der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Kirche und ihre durch den Streit
            eingeschränkten Freiheiten. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
            habe sich in seinen <rs type="person" ref="#josua">Josua</rs>-Predigten zwei ganze Tage
            lang mit der Aufteilung der jüdischen Länder durch <rs type="person" ref="#josua">Josua</rs> aufgehalten<anchor type="footnote" xml:id="a38" ref="#n38" n="38"/> und
            betont, wie wichtig es für den Christen sei, die Geographie der biblischen Länder zu
            kennen. Daher spreche er mehr über Geographie und Kosmographie, sodass der christliche
            Hörer – so <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> ironisch – seinen
            Trost aus der Wissenschaft ziehen müsse.<anchor type="footnote" xml:id="a39" ref="#n39" n="39"/> Am 9. November 1539 berichtete <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs>
            <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs>, dass auf Grund der genannten
            geographischen Spielereien <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>
            Hörerschaft täglich abnehme. Dennoch spiele <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> eine große Rolle in der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs>
            Kirche und <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs>; zudem rühme er
            sich der Freundschaft zum Bürgermeister (Adalbert) <rs type="person" ref="#meyer_adalbert">Meyer</rs>.<anchor type="footnote" xml:id="a40" ref="#n40" n="40"/> Mit dieser Art des Predigens setzte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> seine – schon seit den im Frühjahr 1538
            entstandenen <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee321">
                            <term type="title">Themata</term>
                        </ref>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a41" ref="#n41" n="41"/>
            beobachtbare – humanistisch anmutende Methode fort, zur Exegese vermehrt
            naturwissenschaftliche, geographische u.a. Erklärungen heranzuziehen. Überraschend ist
            aber, dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> diese
            Bibelauslegung augenscheinlich nicht nur im universitären Kontext vornahm.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="crit_app"/>
      <div type="footnotes">
        <note type="footnote" xml:id="n1" ref="#a1" n="1">Zu <rs type="person" ref="#schauber_lukas">Schauber</rs> vgl. <rs type="bibl" ref="#reske_buchdrucker_2015">, 79</rs>. Die Werke
          wurden über das VD 16 ermittelt.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n2" ref="#a2" n="2">Zur römischen Vorstellung von der
          vorgeblichen Erlösung der Seelen aus dem Fegefeuer durch Seelenmessen, während die
          Verstorbenen tatsächlich in <rs type="person" ref="#abraham">Abrahams</rs> Schoß weilten,
          vgl. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Ausführungen im <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee198">
                        <term type="title">Sermon vom Fegefeuer</term>
                    </ref>
            (<ref type="print">KGK V, Nr. 233, S. 342, Z. 31 – S. 344, Z. 4</ref>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n3" ref="#a3" n="3">Seine Erklärung, dass die Feuchtigkeit der
          Erde verdunstet zum Himmel steige und sich mit Staub zu Wolken verbinde, klingt
          erstaunlich modern, akkumuliert letztlich aber das Wissen verschiedener Bibelstellen (<rs type="biblical" cRef="Iob_36,0">Hiob 36f.</rs>; <rs type="biblical" cRef="Ps_134,7">Ps
            134(135),7</rs>; <rs type="biblical" cRef="Ps_148,4">148,4</rs>; zur Wolkenbildung <rs type="biblical" cRef="Iob_26,8">Hiob 26,8</rs> u. <rs type="biblical" cRef="Iob_37,11">37,11</rs>; <rs type="biblical" cRef="Ps_103,2">Ps 103(104),2f.</rs>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n4" ref="#a4" n="4">Vgl. <rs type="biblical" cRef="Dt_33,26">5. Mose 33,26</rs>; <rs type="biblical" cRef="Ps_7,35">Ps 67(68),35</rs>; <rs type="biblical" cRef="Ps_88,7">88(89),7</rs>. Die Wolken als Kleider Gottes wohl als
          Verweis auf <rs type="biblical" cRef="Prv_30,4">Spr 30,4</rs>. Vgl. dagegen zur
          Wolkensäule <rs type="biblical" cRef="Ex_13,0">2. Mose 13f.</rs>; <rs type="biblical" cRef="Ex_31,0">31</rs>; darüber hinaus zu Wolken, die die Herrlichkeit Gottes verdecken
            <rs type="biblical" cRef="Iob_22,14">Hiob 22,14</rs>; <rs type="biblical" cRef="Iob_26,9">26,9</rs>; <rs type="biblical" cRef="Ps_96,2">Ps 96(97),2</rs>; <rs type="biblical" cRef="Lam_3,44">Klgl 3,44</rs>; <rs type="biblical" cRef="Mc_9,7">Mk
            9,7</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n5" ref="#a5" n="5">Dennoch macht sich <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> die Mühe, Wolken zu unterteilen in solche, die
          Regen, Schnee, Hagel und Feuer (Gewitter) tragen und führt Tau und Reif als Wolkenarten
          auf.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n6" ref="#a6" n="6">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_380_transcript.xml#n380t_200n"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_380_transcript.xml#n380t_201n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n7" ref="#a7" n="7">Bezug auf <rs type="biblical" cRef="Iob_10,22">Hiob 10,22</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n8" ref="#a8" n="8">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_380_transcript.xml#n380t_202n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n380i_201n" ref="#a380i_201n" n="9">Eine völlig andere
          Vorstellung herrschte in <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>
          <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee198">
                        <term type="title">Sermon vom
          Fegefeuer</term>
                    </ref>. Dort können auch die Seelen nach dem leiblichen Tod ihres Trägers
          noch lernen. Vgl. <ref type="print">KGK V, Nr. 233, S. 358, Z. 28 – S. 359, Z. 1 und S.
            332f.</ref> (Einleitung).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n10" ref="#a10" n="10">
                    <rs type="biblical" cRef="Iob_19,25">Hiob 19,25–27</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n11" ref="#a11" n="11">
                    <rs type="biblical" cRef="Iob_17,14">Hiob 17,14</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n12" ref="#a12" n="12">Vermutlich Bezug auf Lucr. 3,717–759,
          möglicherweise auch Anklang an <rs type="bibl" ref="#pellikan__commentaria_bibliorum_1534">, fol. Bbb3<hi rend="super">r</hi>
                    </rs>, dort allerdings ohne die expliziten
          Schilderungen. Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_380_transcript.xml#n380t_203n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n13" ref="#a13" n="13">Bezug auf <rs type="biblical" cRef="1Cor_15,42">1. Kor 15,42–44</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n14" ref="#a14" n="14">Mit Verweis auf <rs type="biblical" cRef="Ez_37,1">Hes 37,1–14</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n15" ref="#a15" n="15">
                    <rs type="biblical" cRef="3Rg_17,0">1.
            Kön 17</rs>; <rs type="biblical" cRef="Io_11,43">Joh 11,43–12,2</rs>; <rs type="biblical" cRef="Lc_7,11">Lk 7,11–17</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n380i_200n" ref="#a380i_200n" n="16">Zur Illustration nimmt
            <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> mehrfach Bezug auf <rs type="biblical" cRef="Lc_16,19">Lk 16,19–31</rs> (die Erzählung von dem Reichen, der <rs type="person" ref="#lazarus">Lazarus</rs> nicht half und aus der Hölle von <rs type="person" ref="#abraham">Abraham</rs> vergeblich verlangte, seine Brüder auf Erden
          zu warnen).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n17" ref="#a17" n="17">
                    <rs type="biblical" cRef="Iob_7,10">Hiob 7,10</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n18" ref="#a18" n="18">Verweis auf <rs type="biblical" cRef="1Cor_5,3">1. Kor 5,3f.</rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n19" ref="#a19" n="19">Siehe o. <ptr type="wdb" target="kgk_380_introduction.xml#n380i_200n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n20" ref="#a20" n="20">Zu <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> früheren Vorstellungen von umherschweifenden
          Seelen und Poltergeistern vgl. <ref type="print">KGK V, Nr. 233, S. 332 u. S. 360, Z. 5 –
            S. 361, Z. 2</ref>; <ref type="print">KGK V, Nr. 225, S. 234, S. 236, Z. 4 u. S. 237, Z.
            4</ref> (bes. Thesen 1 u. 11).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n21" ref="#a21" n="21">
                    <rs type="biblical" cRef="Iob_19,21">Hiob 19,21</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n22" ref="#a22" n="22">
                    <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> erstellt einen inhaltlichen Zusammenhang mit <rs type="biblical" cRef="Iob_19,14">Hiob 19,14–22</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n23" ref="#a23" n="23">Verstorbene lernten nichts von
          Lebenden, Lebende nichts von Verstorbenen. Im <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee198">
                        <term type="title">Sermon vom Fegefeuer</term>
                    </ref> ist es den Seelen nach dem Abscheiden
          vom Leib (dem leiblichen Tod) noch möglich, von Christus belehrt zu werden, auch durch die
          Predigten Lebender. Siehe oben <ptr type="wdb" target="kgk_380_introduction.xml#n380i_201n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n24" ref="#a24" n="24">Die Stoßrichtung ist gegen die
          Seelenmessen bei Leichenbegängnissen.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n25" ref="#a25" n="25">
                    <rs type="biblical" cRef="Phil_1,22">Phil 1,22</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n26" ref="#a26" n="26">
                    <rs type="biblical" cRef="Iob_7,10">Hiob 7,10</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n27" ref="#a27" n="27">Vgl. hierzu <ptr type="wdb" target="kgk_380_transcript.xml#n380t_204n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n28" ref="#a28" n="28">
                    <rs type="person" ref="#brenz_johannes">Brenz</rs> war der lutherische Reformator der theologischen Fakultät der Universität
            <rs type="place" ref="#tuebingen">Tübingen</rs>; aus <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> war <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Simon Grynaeus</rs> auf
          Vermittlungswunsch der <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs>
          <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Wolfgang Capito</rs> und <rs type="person" ref="#bucer_martin">Martin Bucer</rs> entsandt worden, um ein oberdeutsches Gegengewicht
          gegen den großen lutherischen Einfluss zu formen. Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_362_introduction.xml#n362i_105n"/>. Gegenüber dem Wittenberger <rs type="person" ref="#neobolos_jodocus">Jodocus Neobolus</rs> hatte <rs type="person" ref="#brenz_johannes">Brenz</rs> in einem Brief vom 10. Januar 1538 <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> zwar attestiert, sich dem Willen der anderen <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Theologen zunehmend unterzuordnen, doch sei er
          irrtümlich nach <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> berufen worden, wo er nun
          schlecht bezahlt werde. Vgl. <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905"> 2, 483f. Anm.
            228</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n29" ref="#a29" n="29">
                    <rs type="bibl" ref="#brenz_job_1538">,
            fol. 61<hi rend="super">v</hi>–62<hi rend="super">r</hi>
                    </rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n30" ref="#a30" n="30">Ein inhaltlicher Bezug auf den nur
          handschriftlich überlieferten Hiobkommentar <rs type="person" ref="#oecolampad">Johannes
            Oekolampads</rs> ist nicht nachweisbar. Aber auch er spricht in seiner Exegese von <rs type="biblical" cRef="Iob_7,9">Hiob 7,9f.</rs> explizit von einem
            <quote>sepulchrum</quote> (UB Basel, A IX 50, fol. 55<hi rend="super">v</hi>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n31" ref="#a31" n="31">
                    <rs type="bibl" ref="#bugenhagen_hiob_1527">, fol. B7<hi rend="super">r</hi>
                    </rs>: <quote>Ad terram
            tenebrosam) ad inferos <gap/>.</quote> Auch hier spricht <rs type="person" ref="#oecolampad">Johannes Oekolampad</rs> wie <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> vom <quote>sepulchrum</quote> (UB Basel, A IX
          50, fol. 86<hi rend="super">r</hi>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n32" ref="#a32" n="32">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_354_transcript.xml#_354t_200"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n33" ref="#a33" n="33">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_354_transcript.xml#_354t_102"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_399_transcript.xml#n399t_200n"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n34" ref="#a34" n="34">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_357_transcript.xml#_357t_200"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n35" ref="#a35" n="35">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_361_transcript.xml#_361t_101"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n36" ref="#a36" n="36">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_380_transcript.xml#_380t_206"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n37" ref="#a37" n="37">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_383_introduction.xml"/>. Vgl. <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_erneuerung_1896">, 476</rs>; <rs type="bibl" ref="#myconius_briefwechsel_2017"> 1, 27–32</rs>; <rs type="bibl" ref="#burnett_kilchen_2006"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n38" ref="#a38" n="38">Die Aufteilung des Heiligen Landes ist
          Thema von <rs type="biblical" cRef="Ios_13,0">Jos 13–21</rs>; weitere geographische
          Bestimmungen (wie der Landtag zu <rs type="place" ref="#sichem">Sichem</rs>) in <rs type="biblical" cRef="Ios_22,0">Jos 22–24</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n39" ref="#a39" n="39">
                    <rs type="bibl" ref="#hbbw_1972"> 9,
            244,22–26 Nr. 1324</rs>: <quote>Quid ille [= <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>]? Lapsis diebus concionatus est, ut divisa sit terra Iudęis ab <rs type="person" ref="#josua">Iosue</rs>; hic consumpsit duos dies cum hac exaggeratione.
            Haec scire christianum oporteret, ea autem postquam geographia et cosmographia docerent,
            etiam his artibus opus esse christiano. Sic consolatur in domino conscientias hac misera
            tempestate.</quote> (Vgl. auch das Regest in <rs type="bibl" ref="#myconius_briefwechsel_2017"> 1, 531 Nr. 572</rs>; Original: StA Zürich, E II 343,
          154).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n40" ref="#a40" n="40">Siehe <rs type="bibl" ref="#burnett_basel_2016">, 316 Anm. 54</rs>: <quote>Id quod ad haec valet, ut numerus
            auditorium eius in dies minuatur et ex concionibus eius omnibus flagitiis aperiatur
            ianua. Nugatur enim, praeterea nihil; Exempli gratia. Nuper duos dies consumpsit in
            terra promissionis dividenda, dum interim exposuit quam his opus fuerit Geographiae et
            Geometriae cognitione, quanquam nemo Christianus illas artes deberet ignorare.</quote>
          (Regest in: <rs type="bibl" ref="#myconius_briefwechsel_2017"> 1, 531–533 Nr. 573</rs>;
          Abschrift: AM Strasbourg, 1 AST 43, 339f. Nr. 112. Bibliographisch verzeichnet in: <rs type="bibl" ref="#millet_correspondance_1982">, 253f. Nr. 718</rs>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n41" ref="#a41" n="41">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_377_transcript.xml#_377t_200"/>. Die Thesen 118–126 erläutern in Bezug auf
            <rs type="biblical" cRef="Ex_3,18">2. Mose 3,18</rs> die dort erwähnten Orte und
          befassen sich mit den geographischen Entfernungen, die das Volk Israel bei der Wanderung
          durch die Wüste zurücklegte.</note>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>