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      <titleStmt>
        <title type="main">Sechs Artikel zur Reform der Universität Basel</title>
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        <title type="quote_title">TODO</title>
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          <persName>Stefania Salvadori</persName>
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          <persName>Jennifer Bunselmeier</persName>
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          <persName>Moritz Laeger</persName>
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        <publisher>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ptr type="link" target="http://www.hab.de"/>)</publisher>
        <date type="created" when="2025"/>
        <distributor>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</distributor>
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          <p>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ref type="copyright" target="http://diglib.hab.de/?link=012">copyright information</ref>)</p>
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        <bibl>
          <author>Andreas Karlstadt</author>
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                        <supplied>Basel</supplied>
                    </placeName>
          <date notBefore="1538-07-28" notAfter="1539-03-01">
                        <supplied>1538, nach 28. Juli -- 1539, vor 1. März</supplied>
                    </date>
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      <p>Zeichen aus der Private Use Area entsprechen MUFI 3.0 (http://mufi.info)</p>
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        <p>
                    <ref type="homepage" target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000216/start.htm">Kritische
            Gesamtausgabe der Schriften und Briefe Andreas Bodensteins von Karlstadt</ref>
                </p>
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  <text>
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      <div type="introduction">
        <div type="history_of_the_work">
          <head level="1">Überlieferung</head>
          <listBibl type="sigla">
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              <msIdentifier>
                <repository>UB Basel</repository>
                <idno type="signatur">C VIa 70, 19–25 (von der Hand des Universitätsnotars <rs type="person" ref="#salzmann_adalbert">Adalbert Salzmann</rs>, auf S. 19
                  Überschrift: <quote>Allerley ordnung ∥ und Ratschlag die ∥ universitat be∥langende
                    etc.</quote>; Seite 20 leer)</idno>
                <altIdentifier type="siglum">
                  <idno type="signatur">a</idno>
                </altIdentifier>
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              <msIdentifier>
                <repository>StA Basel-Stadt</repository>
                <idno type="signatur">Erziehung X 2 (4 Bl. unfoliiert, unpaginiert, auf fol. 1<hi rend="super">r</hi>: <quote>Concepta pro instauranda ∥ Universitate
                  1538</quote>; fol. 1<hi rend="super">v</hi> und 4<hi rend="super">v</hi>
                  leer)</idno>
                <altIdentifier type="siglum">
                  <idno type="signatur">b</idno>
                </altIdentifier>
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          <listBibl type="sigla">
            <msDesc xml:id="sigle_3c">
              <msIdentifier>
                <repository>UB Basel</repository>
                <idno type="signatur">H IV 16, 151–154 (spätere Abschrift von unbekannter Hand; auf
                  S. 151 Überschrift: <quote>Senatus Academici notellae, ad do<ex>minos</ex>
                    Deputatos datae, de ∥ Convenienti modo docendarum disciplinarum ∥ Anno 1539
                      Calend<ex>is</ex> Mart<ex>ii</ex>
                                    </quote>)</idno>
                <altIdentifier type="siglum">
                  <idno type="signatur">c</idno>
                </altIdentifier>
              </msIdentifier>
            </msDesc>
          </listBibl>
          <p>Der Text ist in drei handschriftlichen Fassungen erhalten. Die erste enthält eine kurze
            Vorrede und die sechs Artikel zur Reform der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität Basel</rs> sowie am Ende die Erklärung des mit der Ausarbeitung der
            Artikel beauftragten Ausschusses, der sich zu weiteren Diskussionen bereit
              erklärt.<anchor type="footnote" xml:id="a1" ref="#n1" n="1"/> Sie befindet sich im
            Nachlass der Familie Amerbach<anchor type="footnote" xml:id="a2" ref="#n2" n="2"/> und
            wurde vom Universitätsnotar <rs type="person" ref="#salzmann_adalbert">Adalbert
              Salzmann</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a3" ref="#n3" n="3"/> niedergeschrieben.
            Diese Handschrift a ist nicht datiert, aber man kann davon ausgehen, dass sie die
            älteste ist; sie dient deshalb als Vorlage für die hier vorliegende Edition.<anchor type="footnote" xml:id="a4" ref="#n4" n="4"/> Die Abschrift b von unbekannter Hand
            enthält die kurze Vorrede und die Reformartikel wie a mit leichten grammatikalischen und
            lexikalischen Abweichungen, es fehlt jedoch die Schlusserklärung des Ausschusses;
            stattdessen folgt unmittelbar nach den sechs Reformartikeln ein kurzes Protokoll der
            Regenzsitzung vom 1. März 1539, in der die Artikel diskutiert und genehmigt wurden. Eine
            kurze Passage aus diesem Protokoll wurde nachträglich am Rand eingefügt.<anchor type="footnote" xml:id="a5" ref="#n5" n="5"/> Die dritte handschriftliche Fassung
              c<anchor type="footnote" xml:id="a379i_101n" ref="#n379i_101n" n="6"/>, die von einer
            späteren, unbekannten Hand verfasst wurde, bietet im Wesentlichen denselben Text wie b.
            Eine weitere, ebenfalls unbekannte Hand gibt am unteren Blattrand auch die in a
            enthaltene Erklärung des Ausschusses wieder, wobei die einzige Abweichung darin besteht,
            dass ein Name in der Liste der mit der Ausarbeitung der Artikel beauftragten
            Ausschussmitglieder fehlt, was wahrscheinlich auf ein Transkriptionsversehen
            zurückzuführen ist.<anchor type="footnote" xml:id="a7" ref="#n7" n="7"/> Abgesehen von
            den oben erwähnten Unterschieden enthalten die drei Fassungen im Wesentlichen die
            gleiche Version der kurzen Einleitung und der Reformartikel; die syntaktischen und
            lexikalischen Textabweichungen sind deutlich erkennbar, aber nicht umfangreich und
            fallen inhaltlich nicht ins Gewicht.</p>
          <listBibl type="literature">
            <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_erneuerung_1896">, 457–461</rs>
            <rs type="bibl" ref="#burnett_kilchen_2006"/>
          </listBibl>
        </div>
        <div type="contents">
          <head level="1">Entstehung und Inhalt</head>
          <p>Der Beitrag <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> zur neuen
            Organisation der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität Basel</rs> nach
            der Einführung der Reformation wurde bisher mit seiner Beteiligung am Streit um die
            akademischen Grade (1534 und 1538/39) verbunden<anchor type="footnote" xml:id="a8" ref="#n8" n="8"/> und fast ausschließlich anhand der Korrespondenz seiner Gegner
            rekonstruiert. Die Rolle <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> in
            diesem Streit zu beurteilen, bleibt weiterhin schwierig, da viele Dokumente, die für die
            Rekonstruktion jener Jahre unerlässlich wären, heute verschollen sind.<anchor type="footnote" xml:id="a9" ref="#n9" n="9"/> Es gibt einige ältere, auf Quellenbasis
            erstellte, nützliche Darstellungen zur Geschichte der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität Basel</rs> in den 1530er Jahren, die jedoch
            nicht das gesamte vorhandene Archivmaterial auswerteten;<anchor type="footnote" xml:id="a10" ref="#n10" n="10"/> eine aktuelle und wissenschaftlich zusammenhängendere
            Bearbeitung und Analyse der in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> aufbewahrten
            handschriftlichen Materialien bleibt ein Desiderat.<anchor type="footnote" xml:id="a11" ref="#n11" n="11"/> Die vorliegende Edition thematisiert nur die Beteiligung <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> zur Ausfertigung der zwischen
            Juli 1538 und März 1539 verfassten und diskutierten Reformvorschläge und des auf den 8.
            Oktober 1539 datierten Protokolls zur Neugestaltung der Verhältnisse zwischen <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Stadtrat, <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> und Geistlichkeit (<ptr type="wdb" target="kgk_383_introduction.xml"/>).</p>
          <p>Die Eingliederung <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> in die <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität Basel</rs> erfolgte sukzessiv. Am
            28. Juni und am 1. Juli 1534 war er formell in die <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Kirche und <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs>
            aufgenommen und seine Aufgaben umrissen worden.<anchor type="footnote" xml:id="a12" ref="#n12" n="12"/> Wie und wann <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> diese im folgenden Herbst/Winter tatsächlich wahrnahm, lässt sich nur
            schwer rekonstruieren. In den ersten Monaten seiner <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Tätigkeit hatte er gepredigt,<anchor type="footnote" xml:id="a13" ref="#n13" n="13"/> und nicht nur <rs type="person" ref="#phrygio_paul">Paul
              Phrygio</rs> auf dem alttestamentlichen Lehrstuhl mit Vorlesungen über das Buch
            Deuteronomium unterstützt, sondern auch <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Oswald
              Myconius</rs> bei dessen Abwesenheit kurz vertreten; auch hatte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> den anderen Pfarrern Vorlesungen über die
            Dialektik des <rs type="person" ref="#aristoteles">Aristoteles</rs> gehalten.<anchor type="footnote" xml:id="a14" ref="#n14" n="14"/> Seine offizielle Aufnahme in die
            theologische Fakultät erfolgte jedoch erst zwischen dem 11. Januar und dem 5. März 1535
            mit der öffentlichen Disputation der <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee310">
                            <term type="title">Axiomata</term>
                        </ref> (<ptr type="wdb" target="kgk_365_introduction.xml"/>). Deren Abfassung und Disputation hatte der
            Stadtrat am 31. Dezember 1534 mit einem heute verschollenen Beschluss angeordnet, in dem
            auch die Einführung akademischer Grade vorgesehen wurde. Zu den akademischen Graden ist
            die einzige, bisher bekannte direkte Aussage <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> aus dem Jahr 1535 eine These seiner <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee310">
                            <term type="title">Axiomata</term>
                        </ref>, die besagt, dass sie
            an sich kein Übel seien.<anchor type="footnote" xml:id="a15" ref="#n15" n="15"/> Obwohl
            Anfang Mai 1535 ein Kompromiss zwischen dem Stadtrat und <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs>, der sich erbittert gegen die Einführung von
            akademischen Graden gewehrt hatte, gefunden worden war,<anchor type="footnote" xml:id="a16" ref="#n16" n="16"/> muss die Entscheidung <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>, der bereits den Doktortitel besaß, sich
            einer öffentlichen Disputation zu unterziehen,<anchor type="footnote" xml:id="a17" ref="#n17" n="17"/> als deutliche Positionierung zugunsten der vom Stadtrat
            vorgeschlagenen Reformversuche der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> erschienen sein.</p>
          <p>Im Januar 1535 spielte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> noch
            keine entscheidende Rolle im <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> akademischen
            Leben: Er war noch nicht Inhaber des Lehrstuhls für das Alte Testament, den er offiziell
            im späten Frühjahr desselben Jahres mit dem Weggang von <rs type="person" ref="#phrygio_paul">Phrygio</rs> nach <rs type="place" ref="#tuebingen">Tübingen</rs>
              übernahm.<anchor type="footnote" xml:id="a18" ref="#n18" n="18"/> Erst im Juli 1535,
            während des Rektorats von <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Bonifacius
              Amerbach</rs>,<anchor type="footnote" xml:id="a19" ref="#n19" n="19"/> wurde <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> aktives Mitglied der
              Regenz<anchor type="footnote" xml:id="a20" ref="#n20" n="20"/> und des
              Consistoriums,<anchor type="footnote" xml:id="a379i_300n" ref="#n379i_300n" n="21"/>
            zweier Gremien, die für die Verwaltung der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität Basel</rs> und für ihre Beziehungen zum Stadtrat entscheidend
              waren.<anchor type="footnote" xml:id="a22" ref="#n22" n="22"/>
            <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Tätigkeit war also von diesem
            Zeitpunkt an intensiv mit der Neuorganisation der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs>, aber auch mit den immer wiederkehrenden
            Spannungen zwischen der Hochschule, den <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs>
            Predigern und der weltlichen Obrigkeit verwoben.<anchor type="footnote" xml:id="a23" ref="#n23" n="23"/> Anscheinend hatte der Anfang 1535 ausgebrochene Streit um die
            Doktortitel zunächst keine Konsequenzen nach sich gezogen. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> nahm am 11. August 1535 an der Synode teil,
            über deren Bedeutung er dort referierte.<anchor type="footnote" xml:id="a24" ref="#n24" n="24"/> In den folgenden Jahren gibt es keine Anzeichen für besondere Spannungen
            zwischen <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> und seinen Kollegen
            an der theologischen Fakultät. In der Korrespondenz von <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> – der ihn in den ersten Monaten des Jahres 1535
            massiv angegriffen hatte<anchor type="footnote" xml:id="a25" ref="#n25" n="25"/> –
            finden sich kaum Hinweise auf das Wirken <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> zwischen Sommer 1535 und Ende 1537. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> wird fast ausschließlich im Zusammenhang mit
            seiner Mission erwähnt, gemeinsam mit <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs> in <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> die Konkordie zu
              verhandeln.<anchor type="footnote" xml:id="a26" ref="#n26" n="26"/> Auch sein
            Gutachten über die Verbesserung der Lehrpläne an der Theologischen Fakultät der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> von 1536 (<ptr type="wdb" target="kgk_373_introduction.xml"/>) scheint unter den <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Lehrern und Predigern keine besondere Kritik hervorgerufen zu haben.
            Ferner ist auch keine Reaktion des Stadtrats – der allein die Neuorganisation der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> leiten und umsetzen
              konnte<anchor type="footnote" xml:id="a27" ref="#n27" n="27"/> – auf dieses vermutlich
            inneruniversitäre Reformvorhaben bekannt.</p>
          <p>Der von der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> 1538 initiierte
            Versuch, ihre Statuten von 1532<anchor type="footnote" xml:id="a28" ref="#n28" n="28"/>
            zu ändern, führte stattdessen zu einem radikalen Bruch nicht nur innerhalb der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> selbst, sondern auch innerhalb
            der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Kirche – nicht zuletzt, da mehrere der
            Protagonisten des Streits zugleich Professoren und Pfarrer waren. Die Prämissen dieses
            Streits lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Die Regenz der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> wollte ihre nach der Einführung der
            Reformation geschaffene finanzielle und rechtliche Abhängigkeit vom Stadtrat reduzieren
            und strebte eine größere Autonomie in der inneren Verwaltung an.<anchor type="footnote" xml:id="a379i_103n" ref="#n379i_103n" n="29"/> Sie wurde aber mit ihrem Reformvorhaben
            schnell in einen Konflikt zwischen der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs>
            Geistlichkeit und dem Stadtrat verwickelt,<anchor type="footnote" xml:id="a30" ref="#n30" n="30"/> indem sie u.a. vorschlug, alle <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Pfarrer und Kirchendiener in die <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> einzubinden und deren Ordnungen zu
              unterstellen.<anchor type="footnote" xml:id="a31" ref="#n31" n="31"/> Die <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Pfarrer wollten sich dagegen von der über sie
            ausgeübten Macht des Magistrats befreien, der Synodalbeschlüsse durchsetzte und die
            Kirchenzucht durch verbindliche Maßnahmen aufrechterhielt.<anchor type="footnote" xml:id="a32" ref="#n32" n="32"/> Vor dem Hintergrund dieses komplexen Zusammenhangs
            von Interessen und Machtgefügen ist das hier edierte Stück zu sehen.</p>
          <p>Wie der kurzen Vorrede zu den Reformartikeln zu entnehmen ist, hatte die <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> unter dem Rektorat von <rs type="person" ref="#artolphus_hieronymus">Hieronymus Artolph</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a379i_104n" ref="#n379i_104n" n="33"/> am Sonntag, den 28.
            Juli 1538 (<term type="term">terminus post quem</term> zur Datierung der vorliegenden
            Einheit), gegenüber dem Stadtrat erneut den Wunsch geäußert, ihre Statuten zu ändern.
            Sie sollte – so die Antwort des Stadtrats – ihre Vorschläge schriftlich
              einreichen.<anchor type="footnote" xml:id="a34" ref="#n34" n="34"/> Daraufhin wurde
            ein Ausschuss bestehend aus Regenz-Mitgliedern eingesetzt, der wohl schon im Sommer 1538
            seine Arbeit aufnahm und sechs Punkte formulierte, die auf der Basis eigener Erfahrung
            und am Beispiel anderer Universitäten zur allgemeinen Nutzung des Studiums und der Stadt
            selbst zu berücksichtigen seien.</p>
          <p>Der erste Artikel fordert die Selbstverwaltung in allen <quote>anligen der hohen schul
              und künsten anhengig</quote>. Der zweite Artikel verlangt, dass die Besoldung der
            Professoren fest und nicht von der Zahl der Studenten abhängig sein sollte, und dass der
              <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs>
            <quote>ein jehrliche inkommen</quote> zugesichert werde.<anchor type="footnote" xml:id="a35" ref="#n35" n="35"/> Der dritte Artikel schlägt vor, nicht nur die
            Professoren, Regenten und Studenten, sondern auch diejenigen, die <quote>so mit den
              frigen [= freien] künsten, oder inn heiliger geschrifft umbgand und sich doruß erneren
              wellen</quote> – also auch die Pfarrer und Diakone, die ihr Auskommen durch Predigt
            der Heiligen Schrift erwerben –, in die <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> einzubinden und deren Statuten zu unterstellen, <quote>damit ein
              yeder siner ler [= Lehre] <gap/> rechenschafft zgeben verbunden</quote> sei. Der
            vierte Artikel sieht vor, dass alle <quote>die lectores, yeder inn siner
              facultet</quote> – d.h. alle, die an der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> lehren – <quote>den gradum hab[en]</quote> sollten; wer den
            Doktorgrad nicht besaß, sollte <quote>furderlichsten entpfahe <gap/> dieselben gradus ze
              erlangen</quote>. Dieser Artikel legt allgemeine Regeln fest, damit die Einführung der
            akademischen Grade nicht missbraucht werde, sondern der Förderung des Studiums diene.
            Der fünfte Artikel strebt die Gründung eines Pädagogiums an, welches <quote>die mittel
              schul zwischen den minderen schulen, und der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">universitet</rs> sin wirt</quote>. Nur Studenten mit
            angemessenen Vorkenntnissen in lateinischer Grammatik seien zugelassen und ein
              <quote>oberister Preceptor oder Regent</quote> solle das Pädagogium leiten. Der letzte
            Artikel ist der Neuordnung des niederen Schulwesens gewidmet.<anchor type="footnote" xml:id="a36" ref="#n36" n="36"/>
                    </p>
          <p>Nach der Formulierung der sechs Reformartikel erklärte der Ausschuss in der hier als
            Vorlage verwendeten Handschrift, die Regenz habe ihn angewiesen, <quote>da diese Artikel
              viel Ursache hand</quote>, mit den Stadtdeputaten<anchor type="footnote" xml:id="a37" ref="#n37" n="37"/> zu verhandeln. Es folgen die Namen der Mitglieder des Ausschusses:
            neben dem Rektor <rs type="person" ref="#artolphus_hieronymus">Hieronymus Artolph</rs>
            war ein Professor jeder Fakultät vertreten – <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Andreas Karlstadt</rs> für die theologische, <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Bonifacius Amerbach</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a38" ref="#n38" n="38"/> für die juristische, <rs type="person" ref="#baer_oswald">Oswald Bär</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a379i_108n" ref="#n379i_108n" n="39"/> für die medizinische und <rs type="person" ref="#wissenburg_wolfgang">Wolfgang Wissenburg</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a40" ref="#n40" n="40"/> für die philosophische Fakultät; neben ihnen wohnte
            der städtische Rechtskonsulent <rs type="person" ref="#brieffer_nikolaus">Nikolaus
              Brieffer</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a379i_109n" ref="#n379i_109n" n="41"/>
            dem Ausschuss bei.</p>
          <p>Wann genau die hier edierte Fassung entstanden ist und welche Bearbeitungsstufe der
            Reformartikel zwischen Juli 1538 und März 1539 sie repräsentiert, lässt sich anhand der
            Quellenlage nicht genau rekonstruieren, ebenso wenig wie der Beitrag <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>. Sicher ist jedoch, dass bereits im Herbst
            1538 ein Streit unter den <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Professoren und
            Predigern entbrannt war und daraufhin die Meinung der <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs> Theologen eingeholt wurde. <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> und <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs> hielten sich
            zwischen dem 20. September und dem 3. Oktober 1538 in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> auf, am Tag ihrer Abreise verlasen sie vor dem Stadtrat ein Gutachten über
            die Verteilung der (aufgehobenen) Kirchen- und Klostergüter.<anchor type="footnote" xml:id="a379i_110n" ref="#n379i_110n" n="42"/> Es ist unklar, ob dieses Gutachten im
            Zusammenhang mit der Abfassung der Reformartikel oder deren Bewertung stand – u.a. des
            zweiten Artikels, der sich mit der Besoldung der Professoren befasste und an dem <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> später Kritik übte, als er <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> über die drohende Entfremdung
            von Kirchengut zugunsten der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs>
              berichtete.<anchor type="footnote" xml:id="a43" ref="#n43" n="43"/> Sicherlich waren
            sich <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> und <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs> bereits Anfang Oktober der Spannungen bewusst, die
            zwischen <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Amerbach</rs> und den anderen
            Mitgliedern des Ausschusses auf der einen und <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> und <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs> auf der
            anderen Seite, die vor allem die in den Reformartikeln vorgeschlagene Unterordnung der
            Geistlichkeit gegenüber der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs>
            als einen Frontalangriff auf die <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Kirche<anchor type="footnote" xml:id="a44" ref="#n44" n="44"/> und die Einführung der Doktorgrade
            als Pflicht für alle Lehrer als persönlichen Angriff interpretierten,<anchor type="footnote" xml:id="a45" ref="#n45" n="45"/> entstanden waren.<anchor type="footnote" xml:id="a46" ref="#n46" n="46"/>
                    </p>
          <p>
                        <anchor type="wdb" xml:id="_379i_103" spanTo="#_379i_103_end" place="start" subtype="span"/>Am 14. Oktober nahm <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> in einem Brief an Rektor <rs type="person" ref="#artolphus_hieronymus">Artolph</rs> und die anderen Mitglieder des Ausschusses auf die ersten vier
            Reformartikel Bezug.<anchor type="footnote" xml:id="a47" ref="#n47" n="47"/> Dabei
            zitierte er zunächst kurze Textpassagen aus dem ersten und dritten Artikel. Ihm lag also
            offensichtlich bereits in jener Zeit ihre definitive Fassung vor.<anchor type="footnote" xml:id="a379i_105n" ref="#n379i_105n" n="48"/>
            <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capitos</rs> Brief zeigt, dass bereits im
            Oktober 1538 die strittigsten Punkte zwischen den Predigern und der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Basler Universität</rs> deutlich geworden waren und eine
            besorgte Reaktion aus <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> hervorgerufen
            hatten. Nach Rücksprache mit <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs> beschloss
              <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> mit seinem Brief zu den
            Reformartikeln Stellung zu nehmen. Er forderte die Empfänger des Schreibens zunächst
            auf, die von <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> und <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs> vorgebrachten Einwände zu beachten,
            über die die Straßburger sich offenbar während ihres Aufenthalts in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> mit den dortigen Theologen ausgetauscht hatten.<anchor type="footnote" xml:id="a49" ref="#n49" n="49"/>
            <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> äußerte jedoch die Hoffnung, dass
            sich die Streitparteien versöhnen könnten, da sie alle das Gemeinwohl anstrebten. Er
            machte daher einige Vorschläge zur Verbesserung der Reformartikel. Nach einem kurzen
            Zitat aus dem ersten Reformartikel<anchor type="footnote" xml:id="a50" ref="#n50" n="50"/> bietet er einen Formulierungsvorschlag, der den Inhalt des ersten Artikels zwar
            beibehält, aber weniger radikal klingt. Zum zweiten Artikel über die Besoldung der
            Professoren berichtet er nur, er habe die Angelegenheit bereits mit den <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Deputaten besprochen und kündigt an, er werde an <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs> gesondert darüber schreiben.</p>
          <p>Daraufhin kommt <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> zu den strittigen
            Punkten. Er zitiert die Passage des dritten Artikels, in der vorgeschlagen wurde, dass
            sich auch die Geistlichkeit der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> unterwerfen solle, und schlägt vor, dass die <quote>pfarer und
              helffer</quote>, da sie <quote>ein höhern und notwendigern befelch, und so gar ein
              geschefftenigen dienst haben, das sy nit mogen ordnungen und gebotten der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">universitet</rs> füglich nachkommen, <gap/>
              den mandaten der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">universitet</rs>
              unverstrickt bliben</quote>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a51" ref="#n51" n="51"/>
            sollen. <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> gibt allerdings zu, dass
            sich eine Verflechtung von Pfarramt und theologischer Fakultät auch positiv für die
            Kirchendiener auswirken könne: Pfarrer, Gehilfen und Verordnete der Kirche sollen
            bedenken, zu welchen Lektionen oder Vorlesungen ein jeder Helfer herangezogen werden
            könne und sie darauf verpflichten; dabei sollen die Pfarrer und Verordneten darauf
            achten, dass der Kirchendienst dabei nicht vernachlässigt werde.<anchor type="footnote" xml:id="a52" ref="#n52" n="52"/> Auch zum vierten Artikel – alle an der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> Lehrenden müssen einen
            Doktortitel erwerben – äußert <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs>
            Einwände. Obwohl er die möglichen Vorteile der akademischen Grade nicht bestreitet,
            sollen die Argumente des <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> und <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs> beachtet werden. Diese warnten vor
            dem möglichen Missbrauch dieser akademischen Titel, mit denen sich manchmal auch
            ungebildete Männer schmückten, und argumentierten weiter, Universitäten
              (<quote>gymnasia</quote>) seien bisher Institutionen außerhalb der Kirche gewesen und
            ein <quote>Profanus</quote> könne einem Geistlichen nichts geben, denn nur die Kirche
            könne ihren Mitgliedern etwas verleihen.<anchor type="footnote" xml:id="a53" ref="#n53" n="53"/> Damit wolle <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> nicht alle
            Doktorgrade in der theologischen Fakultät abschaffen. Er führe die Argumente von <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> und <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs> an, damit deutlich werde, dass sie gut gemeint
            seien und deshalb nicht verunglimpft werden sollten. Der <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs> Theologe legt danach seine eigene Meinung dar. Er
            betrachtet die Universität als <quote>honestam portionem in ecclesia</quote>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a54" ref="#n54" n="54"/> – was man als Stellungnahme für eine
            Unterordnung der Universität unter die Autorität der Kirche interpretieren kann. Die
            Kirche regiere wie eine Herrin über ihre beiden <quote>ministeria</quote>, zur Erbauung
            des Volkes und der Studierenden. Die Amtsträger der Kirche, die auch die Lehrer der
            Jugend seien, könnten daher auch Grade verleihen, die ein Zeugnis <quote>de moribus et
              eruditione</quote> seien und eine Art <quote>praesentationes ad futurum
              ministerium</quote> darstellten.<anchor type="footnote" xml:id="a55" ref="#n55" n="55"/> Diese Art von <quote>Gradus</quote> sei früher durch Handauflegung erteilt worden,
            wie man im Talmud lesen könne. Daraufhin schlägt <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs>, nachdem er die Korrespondenten an die
            unbestreitbaren Verdienste von <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs>
            und <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs> (beide ohne
              Doktortitel)<anchor type="footnote" xml:id="a56" ref="#n56" n="56"/> sowohl für die
            Kirche als auch für die <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Basler
              Universität</rs> erinnert hat, eine Kompromisslösung vor. Als Mitglieder der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> – dennoch befreit von den
              <quote>ordnungen und gebotten</quote> derselben, wie zuvor in dem Änderungsvorschlag
            zum dritten Artikel formuliert – müssten alle Pfarrer der Stadt einer Prüfung der
            Theologen beiwohnen. Dabei handele es sich jedoch um eine Prüfung nicht allein der
            Kirchenlehre, sondern auch der frommen Sitten.<anchor type="footnote" xml:id="a57" ref="#n57" n="57"/> Auf diese Weise könnte die umstrittene Annahme der Doktortitel
            innerhalb der Kirche geregelt werden, ohne dass sich Laien einmischen würden.
            Schließlich schlug er vor, <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs> durch
            Handauflegung in einer offiziellen Veranstaltung zum Doktor der Theologie zu ernennen
            oder ihm einen gleichwertigen Titel wie <quote>perpetuus Decanus</quote> zu
              verleihen.<anchor type="footnote" xml:id="a58" ref="#n58" n="58"/>
            <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> hingegen hätte <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> in Anbetracht seines Einsatzes für das Wohl der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Kirche und seiner Autorität <quote>inter
              pios</quote> ein Ehrenamt (<quote>honestum locum</quote>) der Universität verleihen
            lassen, wie es in der frühen Zeit einstimmig den Bischöfen zuerkannt wurde.<anchor type="footnote" xml:id="a59" ref="#n59" n="59"/>
                        <anchor type="wdb" xml:id="_379i_103_end" place="end" subtype="span"/>
                    </p>
          <p>Der Brief betont die Bedeutung der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität Basel</rs> für die Förderung des Theologiestudiums, da <rs type="place" ref="#wittenberg">Wittenberg</rs> zu weit entfernt sei, <rs type="place" ref="#tuebingen">Tübingen</rs> keinen Kanzler habe und daher keine akademischen Grade
            verleihen könne,<anchor type="footnote" xml:id="a60" ref="#n60" n="60"/>
            <rs type="place" ref="#marburg">Marburg</rs> nicht die <quote>privilegia pro
              Theologis</quote>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a61" ref="#n61" n="61"/> und <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> nicht die Voraussetzungen für die
            Einrichtung einer Hochschule besäßen. Die <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität Basel</rs> sei also ein Geschenk Gottes für die Jugend, die dorthin
            geschickt werden solle.<anchor type="footnote" xml:id="a62" ref="#n62" n="62"/>
                    </p>
          <p>Zwischen Herbst 1538 und Frühjahr 1539 wurde der Streit über die Unterordnung der
            Geistlichen gegenüber der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs>
            und über die Einführung obligatorischer Doktorgrade für alle Lehrenden immer heftiger;
            die Vermittlungsversuche der <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs>
            Theologen scheiterten.<anchor type="footnote" xml:id="a63" ref="#n63" n="63"/> Wie das
            Protokoll in zwei der überlieferten Handschriften belegt,<anchor type="footnote" xml:id="a64" ref="#n64" n="64"/> wurden die sechs Reformartikel am 1. März 1539 (<term type="term">terminus ante quem</term> ihrer Abfassung) in der Regenzsitzung verlesen
            und von der Mehrheit der Anwesenden genehmigt. Nur <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs> habe vehement protestiert.<anchor type="footnote" xml:id="a65" ref="#n65" n="65"/>
                        <anchor type="wdb" xml:id="_379i_102" spanTo="#_379i_102_end" place="start" subtype="span"/>Nach späteren Angaben <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capitos</rs> habe <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs> zunächst dem Ausschuss angehört, sich dann aber
            der <quote>Arbeit halb</quote> zurückgezogen.<anchor type="footnote" xml:id="a66" ref="#n66" n="66"/> Ob dies zutrifft oder ob der Theologe an informellen Gesprächen
            vor der Einsetzung des Ausschusses beteiligt war, ist nicht bekannt.<anchor type="footnote" xml:id="a67" ref="#n67" n="67"/>
                        <anchor type="wdb" xml:id="_379i_102_end" place="end" subtype="span"/> Dass er bei der Ausarbeitung der
            sechs Artikel nicht anwesend war und sie erst nach ihrer Fertigstellung erhielt – mit
            dem Vorschlag zu den Doktortiteln, der ihn persönlich benachteiligt hätte – darf jedoch
            nicht als alleiniger Grund für seinen in der Regenz-Sitzung vom 1. März 1539 erhobenen
            Protest angesehen werden. Es war vielmehr das Ergebnis einer bereits vor Mitte Oktober
            1538 begonnenen heftigen Diskussion über die Beziehungen zwischen <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Stadtrat, <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> und Kirche.<anchor type="footnote" xml:id="a68" ref="#n68" n="68"/>
                    </p>
          <p>Mit der Genehmigung durch die Regenz am 1. März wurden die Reformartikel kurz danach
            den Deputaten<anchor type="footnote" xml:id="a69" ref="#n69" n="69"/> vorgelegt. Diese
            verfassten am 12. April einen Gesetzesvorschlag, in dem die Vereinigung der
            Geistlichkeit mit der theologischen Fakultät noch klarer thematisiert wurde.<anchor type="footnote" xml:id="a70" ref="#n70" n="70"/> Die beiden umstrittenen Artikel
            wurden bestätigt: Alle <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Geistlichen sollten der
            theologischen Fakultät angehören und sich dem Dekan unterstellen. Alle Professoren
            sollten einen akademischen Grad besitzen oder unverzüglich erlangen. Die Reformartikel
            waren somit zum Gegenstand einer direkten Konfrontation zwischen <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Kirche und städtischen Behörden geworden. Gegen diesen
            Gesetzesvorschlag organisierte <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> im
            Mai 1539 eine Generalversammlung aller Pfarrhelfer. Aus ihr ging eine schriftliche
            Stellungnahme hervor, in der die <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Geistlichkeit
            die Ablehnung ihrer Unterstellung unter die <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> begründete, die Verleihung von akademischen Graden nur auf
            freiwilliger Basis billigte und deren Wert in der Kirche nicht anerkannte.<anchor type="footnote" xml:id="a379i_120n" ref="#n379i_120n" n="71"/> Da die Parteien – unter
            der Führung <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius'</rs> standen die <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Geistlichkeit sowie fast alle an der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> lehrenden Theologen,<anchor type="footnote" xml:id="a72" ref="#n72" n="72"/> aber auch andere Professoren wie <rs type="person" ref="#oporinus_johannes">Oporinus</rs> der Regenz und dem Ausschuss, der
            die sechs Artikel verfasst hatte, gegenüber – sich nicht einigen konnten, hielt sich
            eine Delegation aus <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> vom 12. bis 20.
            Juli in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> auf.<anchor type="footnote" xml:id="a73" ref="#n73" n="73"/> Erneut scheiterten die Vermittlungsversuche.<anchor type="footnote" xml:id="a74" ref="#n74" n="74"/> Am 26. Juli 1539 erließ der
            Bürgermeister <rs type="person" ref="#meyer_adalbert">Adalbert Meyer</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a75" ref="#n75" n="75"/> im Auftrag des Stadtrats die neuen
            Universitätsstatuten, in denen die vom Regenzausschuss erarbeiteten Reformartikel im
            Wesentlichen übernommen wurden.<anchor type="footnote" xml:id="a76" ref="#n76" n="76"/>
            Am 30. Juli wurden die Statuten der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> und der Geistlichkeit vorgelegt.<anchor type="footnote" xml:id="a77" ref="#n77" n="77"/> Aber auch in den darauffolgenden Wochen und Monaten ließ der
            Streit zwischen der Geistlichkeit, der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> und dem Stadtrat nicht nach.<anchor type="footnote" xml:id="a78" ref="#n78" n="78"/>
                    </p>
          <p>Bereits im Frühjahr/Sommer 1539 war <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> zum Hauptziel der polemischen Kritik der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Theologen geworden. Insbesondere die Korrespondenz von <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> zeigt, wie dieser keine Gelegenheit ausließ,
            seinen Korrespondenzpartnern – vor allem aus <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a79" ref="#n79" n="79"/> – den Gegner als
            Quelle allen Übels, das die <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Kirche
            erschüttere, zu präsentieren. Unter Berücksichtigung der persönlichen Spannungen
            zwischen <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> und <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>, die sicher auch Ton und Inhalt der Äußerungen
            des <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Antistes beeinflussten, ist es schwierig,
            aus den heute vorhandenen Dokumenten auf die genaue Position <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> in der Auseinandersetzung von 1538/39 zu
            schließen. Es existieren weder persönliche Stellungsnahmen von ihm, noch ist bekannt, in
            welchem Umfang und in welcher Form er an der inhaltlichen Formulierung der Reformartikel
            beteiligt war. In den Reformartikeln wird immer wieder betont, dass ihr Hauptzweck darin
            bestehe, das städtische Bildungssystem effizienter, solider und auch für (ausländische)
            Studenten attraktiver zu gestalten. So sollte die Einführung des Doktorgrades nicht nur
            die wissenschaftliche Qualität der angebotenen Ausbildung sichern, sondern auch dazu
            beitragen, <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> zum bevorzugten Studienort für junge
            Reformierte zu machen – und damit das Prestige der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> und der Stadt erhöhen. Langfristig führten
            die vorgeschlagenen Reformen zu genau diesen Ergebnissen.<anchor type="footnote" xml:id="a80" ref="#n80" n="80"/> Gleichzeitig ist nicht zu übersehen, dass die
            Rhetorik, mit der die Reformartikel formuliert, vorgeschlagen und dann in die neuen
            Universitätsstatuten vom Juli 1539 integriert wurden, dem Stadtrat einen wirkungsvollen
            Ansatzpunkt bot, um die <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Kirche zu überwachen.
            Damit kam es zu einem durch die Einführung der Reformation allgemein notwendig
            gewordenen Prozess der Neuformulierung des Verhältnisses zwischen weltlicher und
            geistlicher Obrigkeit, der abhängig von der jeweiligen politischen und kirchlichen
            Struktur der einzelnen Städte und Territorien unterschiedliche Lösungen finden musste.
            Die Besonderheiten der Reformation in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> – wo sich
            nach dem Tod <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampads</rs> anders als in <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs> mit <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> als Nachfolger <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwinglis</rs> keine klare Leitung durchgesetzt hatte – und
            das Vorhandensein einer traditionsreichen Universitätsstruktur, die nicht frei von der
            Beziehung zu den Altgläubigen war und einer allmählichen Reform bedurfte und nicht einer
            Neugründung wie die <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Bibelschule – setzten
            präzise Voraussetzungen für die Verhandlungen, die für den Stadtrat günstiger waren als
            für die Kirche. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> konnte dafür
            nicht verantwortlich gemacht werden. Dass er allerdings als einziger Theologe Mitglied
            des Ausschusses, der die Reformartikel entwarf, war und diese – höchstwahrscheinlich –
            nachdrücklich unterstützte, erregte verständlicherweise den Zorn seiner
            Fakultätskollegen.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="crit_app"/>
      <div type="footnotes">
        <note type="footnote" xml:id="n1" ref="#a1" n="1">Zum mit der Ausarbeitung der Artikel
          beauftragten Ausschuss, zur Kontextualisierung und inhaltliche Wiedergabe des Texts
          s.u.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n2" ref="#a2" n="2">Der Nachlass der Familie Amerbach (15.–17.
          Jh.) ist in der UB Basel unter der Signatur UBH C Via-b aufbewahrt.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n3" ref="#a3" n="3">Zu <rs type="person" ref="#salzmann_adalbert">Adalbert Salzmann</rs> siehe <ptr type="wdb" target="kgk_378_transcript.xml#n378t_224n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n4" ref="#a4" n="4">Zur Datierung s.u.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n5" ref="#a5" n="5">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_379_transcript.xml#cn_379t_101tk"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n379i_101n" ref="#a379i_101n" n="6">
                    <rs type="bibl" ref="#thommen_geschichte_1989">, 22 Anm. 1</rs> erwähnt das Exemplar mit Signatur
            <quote>R. II. A (St. A.) Privil. et statuta univers. p. 152</quote>; <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_erneuerung_1896">, 461 Anm. 1 und 3</rs> erwähnt dasselbe
          mit der Signatur: <quote>Univ. Bibl. F. III. 41</quote>. Heute trägt das Protokoll die
          Signatur UB Basel, H IV 16 (Privilegia, Statuta etc. Universitatis Basiliensis,
          1460–1659), 151–154.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n7" ref="#a7" n="7">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_379_transcript.xml#cn_379t_102tk"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n8" ref="#a8" n="8">Zur ersten Phase dieses Streits in den
          ersten Monaten des Jahres 1535 siehe <ptr type="wdb" target="kgk_364_introduction.xml"/>,
            <ptr type="wdb" target="kgk_365_introduction.xml"/> und<ptr type="wdb" target="kgk_366_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n9" ref="#a9" n="9">Z.B. der Beschluss des Stadtrates vom 31.
          Dezember 1534; siehe <ptr type="wdb" target="kgk_364_introduction.xml"/>. Es liegen auch
          keine von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> verfassten
          Stellungnahmen bezüglich der in dieser Einheit thematisierten Diskussion vor, was die
          Rekonstruktion seiner Position und Rolle erheblich beschwert. Die von <rs type="bibl" ref="#burnett_kilchen_2006">, 62</rs> formulierte Annahme, <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> sei der Urheber eines <quote>new understanding
            that emphasized the supreme authority of the magistrate over the church and its
            clergy</quote>, muss offen bleiben. S. u.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n10" ref="#a10" n="10">Siehe v.a. <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_erneuerung_1896"/>; <rs type="bibl" ref="#thommen_geschichte_1989"/>; <rs type="bibl" ref="#bonjour_universitaet_1960"/>.
          Diese alten Historiographien der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität
            Basel</rs> beruhen auf einer gründlichen, wenn auch oft selektiven Lektüre der Quellen;
          deren Identifizierung ist heute vielmals problematisch, weil im Staatsarchiv Basel in der
          Zwischenzeit – ohne Erstellung eines Konkordanzsystems – neue Signatursysteme eingeführt
          wurden. S. o. <ptr type="wdb" target="kgk_379_introduction.xml#n379i_101n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n11" ref="#a11" n="11">Wie ergiebig eine neue Erschließung und
          Analyse der handschriftlichen Quellen sein kann, beweisen die Aufsätze <rs type="bibl" ref="#burnett_kilchen_2006"/> und <rs type="bibl" ref="#burnett_ausbildung_2011"/>, die
          allerdings nur am Rande die Geschichte der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> im engeren Sinne berühren. Anspruchsvoll ist ein solches Desiderat
          auch angesichts der Breite der damaligen Diskussion um die Reform der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität Basel</rs>, an der auch die <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs> Theologen direkt und massiv beteiligt waren; viele
          der von ihnen verfassten Dokumente sind – mit einer ausführlichen Einleitung – in <rs type="bibl" ref="#bucer_schriften_1960"> 12, 541–598</rs> ediert. Auch hier fehlt es
          jedoch an einer Kontextualisierung dieser Dokumente vor dem Hintergrund einer kohärenten
          Geschichte der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität Basel</rs> auf der
          Grundlage der im StA Basel-Stadt und in der UB Basel erhaltenen handschriftlichen Quellen.
          Die von <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> verfassten Dokumente und
          Gutachten sind ebenfalls noch nicht ediert. Zur Beteiligung von <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> und <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs>
          an den Diskussionen der Jahre 1538/39 s.u.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n12" ref="#a12" n="12">Vgl. Beilage zu <ptr type="wdb" target="kgk_354_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n13" ref="#a13" n="13">Bei seiner Aufnahme in die Kirche und
            <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität Basel</rs> vom 28. Juni / 1. Juli
          1534 hieß es ganz allgemein, dass er morgens und abends predigen dürfe, vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_354_introduction.xml"/>. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> berichtete in seinem Brief an <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> vom 15. September 1534, er predige in einem
          dreiwöchigen Rhythmus (<ptr type="wdb" target="kgk_357_transcript.xml#_357t_106"/>). Am 6.
          Oktober schrieb er an <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs>, er habe
          20 Predigten über die beiden Naturen Christi gehalten (<ptr type="wdb" target="kgk_361_transcript.xml#_361t_101"/>). Zu <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Predigttätigkeit in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> siehe die Einleitung zu <ptr type="wdb" target="kgk_380_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n14" ref="#a14" n="14">Zu diesen Vorlesungen siehe <ptr type="wdb" target="kgk_357_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n15" ref="#a15" n="15">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_365_transcript.xml#_365t_116"/>. Eine ähnliche Position vertrat <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> sowohl Anfang 1535 (siehe die
          Einleitung zu <ptr type="wdb" target="kgk_364_introduction.xml"/> und siehe <rs type="bibl" ref="#kittelson_capito_1975">, 215f.</rs>; <rs type="bibl" ref="#vant_spijker_disputation_1980"/>), als auch in seinem Gutachten vom 14. Oktober
          1538 (s.u. <ptr type="wdb" target="kgk_379_introduction.xml#_379i_103"/>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n16" ref="#a16" n="16">Vgl. die Einleitung zu <ptr type="wdb" target="kgk_367_introduction.xml"/> mit <ptr type="wdb" target="kgk_367_introduction.xml#n367i_101n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n17" ref="#a17" n="17">
                    <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> begründete seine Entscheidung auch mit
          praktischen Gründen: Er habe Angst, seine Stelle zu verlieren. Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_366_transcript.xml#_366t_103"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n18" ref="#a18" n="18">Zu <rs type="person" ref="#phrygio_paul">Phrygio</rs> siehe <ptr type="wdb" target="kgk_354_introduction.xml#n354i_101n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n19" ref="#a19" n="19">Zu ihm siehe <ptr type="wdb" target="kgk_374_introduction.xml#n374i_101n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n20" ref="#a20" n="20">Zur Regenz siehe <ptr type="wdb" target="kgk_354_introduction.xml#n354i_103n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n379i_300n" ref="#a379i_300n" n="21">Zum Konsistorium siehe
            <rs type="bibl" ref="#thommen_geschichte_1989">, 38 Anm. 2</rs>: <quote>Als Gerichtshof
            für Schuldklagen wird das Konsistorium ausdrücklich bezeichnet.</quote> Siehe auch – als
          Ergänzung zu <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905"> 2, 475</rs> – <rs type="bibl" ref="#bubenheimer_consonantia_1977">, 256</rs>: <quote>Im Jahre 1535/36 bildete er [=
              <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>] mit dem Juristen <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Bonifacius Amerbach</rs> und einem weiteren
            Kollegen das Konsistorium, eine Art Universitätsgericht, das für Rechtsstreitigkeiten
            unter Akademikern und zwischen Akademikern und Bürgern zuständig war.</quote>
          Wahrscheinlich im universitären Umfeld, wo sie Kollegen waren und 1535/36 in der Regenz
          und im Konsistorium gemeinsam arbeiteten, entwickelte und festigte sich die Freundschaft
          zwischen <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> und <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Bonifacius Amerbach</rs>. Sie teilten sicherlich auch
          juristische Interessen.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n22" ref="#a22" n="22">
                    <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_erneuerung_1896">, 425</rs>; vgl. auch <rs type="bibl" ref="#thommen_geschichte_1989">, 37f.</rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n23" ref="#a23" n="23">Zu den komplexen Beziehungen zwischen
          dem Stadtrat und den <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Predigern nach der
          Einführung der Reformation sowie der Rolle, die die <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> – nach ihrer Wiedereröffnung administrativ
          und finanziell weitgehend vom Stadtrat abhängig, aber gleichzeitig mit den führenden <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Theologen in ihren Reihen – bei den Verhandlungen
          zwischen beiden spielte, siehe <rs type="bibl" ref="#burnett_kilchen_2006"/> und <rs type="bibl" ref="#burnett_ausbildung_2011"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n24" ref="#a24" n="24">Aus dem Protokoll des Synodus von 1535
          in StA Basel-Stadt, Kirchenakten A9, fol. 155<hi rend="super">r</hi>: <quote>Unnd
            erstlich, hat her Doctor <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Andreas
              Carolostad</rs>, inn gemein, mit einer langenn red, was der sinodus, sye, worumb, und
            uß was ursach, ouch das er billich uß heilger göthlicher unnd biblischer gscbrifft
            gehaltenn werdenn solle, angezoigt, Zum andern, das man im Sinodo leren, die schäffle,
            in wort gottes weyden, ouch die irrigen leeren unnd opinionen, wo einige fürgefallenn,
            ableynen, und wiederumb zu Recht leyten und wisen sol.</quote> Zitiert auch bei <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905"> 2, 487 Anm. 237</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n25" ref="#a25" n="25">Vgl. nochmals die Einleitungen zu <ptr type="wdb" target="kgk_364_introduction.xml"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_366_introduction.xml"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_367_introduction.xml"/>
            und<ptr type="wdb" target="kgk_368_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n26" ref="#a26" n="26">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_372_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n27" ref="#a27" n="27">Zur administrativen und finanziellen
          Abhängigkeit der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität Basel</rs> vom
          Stadtrat nach der Einführung der Reformation und zu den Versuchen der ersten, ihre
          vorreformatorischen Freiheiten wiederzugewinnen, siehe <rs type="bibl" ref="#thommen_geschichte_1989">, 1–94</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n28" ref="#a28" n="28">Diese ersten Statuten sind ediert in
            <rs type="bibl" ref="#thommen_geschichte_1989">, 312–316</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n379i_103n" ref="#a379i_103n" n="29">Als die <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> 1532 wiedereröffnet wurde, hatte sie einen
          großen Teil der Autonomie verloren, die sie vor der Reformation besaß. Zur Abhängigkeit
          der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> vom Stadtrat, v.a.
          hinsichtlich ihrer Finanzen, aber auch der Berufung neuer Professoren, die dem Stadtrat
          oblag, siehe <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_erneuerung_1896">, 416–448</rs>.
          Durch die Verhandlungen von 1538/39 wurde es der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> erlaubt, bei der Berufung der Professoren
          mitzuwirken, wie es die Statuten vom 26. Juli 1539 vorsahen; vgl. <rs type="bibl" ref="#thommen_geschichte_1989">, 325</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n30" ref="#a30" n="30">Vgl. hier <rs type="bibl" ref="#burnett_kilchen_2006">, 55–61</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n31" ref="#a31" n="31">Siehe hier auch <ptr type="wdb" target="kgk_383_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n32" ref="#a32" n="32">Siehe hier ausführlich <rs type="bibl" ref="#burnett_teaching_2006">, 68–77</rs>; <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_erneuerung_1896">, 449–457</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n379i_104n" ref="#a379i_104n" n="33">Hieronymus Artolph
          (gestorben 1541), aus Chur. 1509/10 immatrikuliert an der Universität Basel, 1519
          Schulmeister an der Münsterschule, 1538 Rektor der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs>, 1540 Professor für Logik. Zu ihm siehe <rs type="bibl" ref="#hbls"> 1, 450</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n34" ref="#a34" n="34">
                    <rs type="bibl" ref="#thommen_geschichte_1989">, 22</rs>; <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_erneuerung_1896">, 457f.</rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n35" ref="#a35" n="35">Zu den finanziellen Schwierigkeiten der
            <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität Basel</rs> in jenen Jahren und
          ihrer Abhängigkeit vom Stadtrat sowie zu den Versuchen von <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Bonifacius Amerbach</rs>, der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs> feste Einnahmen zu sichern, siehe <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_erneuerung_1896">, 424–448</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n36" ref="#a36" n="36">Zu diesem letzten Artikel siehe <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_geschichte_1889">, 25f.</rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n37" ref="#a37" n="37">Zu den Deputaten siehe <ptr type="wdb" target="kgk_354_introduction.xml#n354i_107n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n38" ref="#a38" n="38">Zu ihm siehe nochmals <ptr type="wdb" target="kgk_374_introduction.xml#n374i_101n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n379i_108n" ref="#a379i_108n" n="39">
                    <rs type="person" ref="#baer_oswald">Oswald Bär</rs> (1482–1567), Studium in Wien und Freiburg, kam um
          1510 nach Basel; 1512 Dr. med., 1528 Stadtarzt,1534 Professor der praktischen Medizin,
          1532 und 1544 Rektor.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n40" ref="#a40" n="40">Zu ihm siehe <ptr type="wdb" target="kgk_362_transcript.xml#n362t_112n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n379i_109n" ref="#a379i_109n" n="41">
                    <rs type="person" ref="#brieffer_nikolaus">Nikolaus Brieffer</rs> (um 1484–1548), Sohn des <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Ratsherrn <rs type="person" ref="#brieffer_bartholomaeus">Bartholomäus Brieffer</rs>. Imm. 1500 in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs>, <term type="term">Bakkalaureus</term> 1501, <term type="term">Magister</term> 1504. Er hielt juristische Vorlesungen und amtierte als Dekan der
          Artistenfakultät (1513, 1516, 1519) und als Rektor der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität Basel</rs> (1511, 1520, 1523, 1539). Seit 1512 saß
          er im Chorherrenstift zu St. Peter, dessen Dekan er 1526 wurde. Er stand Januar 1528 als
          einer der Präsidenten der <rs type="place" ref="#bern">Berner</rs> Disputation vor. Nach
          der Einführung der Reformation verließ <rs type="person" ref="#brieffer_nikolaus">Brieffer</rs>
          <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs>, studierte 1533–1535 an der Universität <rs type="place" ref="#orleans">Orléans</rs> und erlangte ein juristisches Lizentiat. 1536
          kehrte er nach <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> zurück und wurde 1538 städtischer
          Rechtskonsulent. Er stand in Kontakt mit <rs type="person" ref="#rhenanus_beatus">Beatus
            Rhenanus</rs>, <rs type="person" ref="#muenster_sebastian">Sebastian Münster</rs>, <rs type="person" ref="#tschudi_aegidius">Ägidius Tschudi</rs> und <rs type="person" ref="#stumpf_johannes">Johannes Stumpf</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n379i_110n" ref="#a379i_110n" n="42">
                    <rs type="bibl" ref="#millet_correspondance_1982">, 242 Nr. 689</rs>: StA Basel-Stadt Deputaten A 2, n.
          3 / Kirchenakten B 1, pp. 135–167. Laut <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_erneuerung_1896">, 420 Anm. 1</rs>: <quote>Das Gutachten vom
            3. Oct. 1538 ist im Staatsarchiv: Deputatenacten NN 3; es wurde dem Rat vorgetragen von
              <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> und <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs> in Gegenwart von <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs>, <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Carlstadt</rs>, <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs>, <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Amerbach</rs>, <rs type="person" ref="#wissenburg_wolfgang">Wissenburg</rs>. Die Geistlichen <rs type="place" ref="#basel">Basels</rs> gaben schriftlich ihre Zustimmung, die beiliegt.</quote> Vgl.
          auch <rs type="bibl" ref="#bucer_schriften_1960"> 12, 545</rs>. Zu diesem Gutachten siehe
          auch <ptr type="wdb" target="kgk_355_introduction.xml#_355i_205"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n43" ref="#a43" n="43">Vgl. <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius'</rs> Brief an <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> vom 6. Dezember 1538 in <rs type="bibl" ref="#hbbw_1972"> 8, 284–286 Nr. 1205</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n44" ref="#a44" n="44">Vgl. hier auch <ptr type="wdb" target="kgk_383_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n45" ref="#a45" n="45">Weder <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> noch <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs> (der 1536 <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> am
          Lehrstuhl für Neues Testament ersetzte) besaßen den Doktortitel; beide weigerten sich den
          Titel zu erlangen.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n46" ref="#a46" n="46">Vgl. <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> an <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Amerbach</rs>, 12. Oktober 1538, in <rs type="bibl" ref="#amerbachkorrespondenz_1942">
            5, 124 Nr. 222</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n47" ref="#a47" n="47">Original in StA Basel-Stadt,
          Universitätsarchiv I 1, 3 ungezählte Blätter. Eine Folierung wird in der vorliegenden
          Edition erschlossen und in eckigen Klammer hinzugefügt. Regest in <rs type="bibl" ref="#millet_correspondance_1982">, 242 Nr. 691</rs>. Der Brief wurde von einem
          Schreiber geschrieben, die Unterschriften sind autograph. Am Rand befinden sich einige
          Anmerkungen. Eine Hand ist anscheinend die von <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Bonifacius Amerbach</rs>. Die zweite Hand – die auch leichte
          Korrekturen am Text vornimmt – ist die von <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> selbst, wie Ulrich Bubenheimer festgestellt hat, dem an dieser Stelle
          gedankt sei.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n379i_105n" ref="#a379i_105n" n="48">Die Abweichungen zwischen
          den im Brief <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capitos</rs> angeführten Zitaten und
          unserer Vorlage a einerseits und den handschriftlichen Fassungen mit dem kurzen Protokoll
          der Regenzsitzung von März 1539 in b und c sind so geringfügig, das nur hypothetisch von
          zwei Stadien der Abfassung der Reformartikel gesprochen werden kann. Das Zitat aus dem
          ersten Artikel in <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capitos</rs> Brief (<quote>In
            primo articulo sic legitur Das yhr regenten gewalt haben alles anligen der hohenschul
            und Kunsten anhengig zuverwalten. des halben auch die jenigen, so irer regyerung syn
            müssent, hierfür billich von einer universitet sollen angenommen werden</quote>, StA
          Basel-Stadt, Universitätsarchiv I 1, [fol. 1<hi rend="super">r</hi>]) entspricht unserer
          Vorlage a (<quote>das Ire regenten gewalt haben alles anligen der hohen schul und kunsten
            anhengig zuverwalten, desshalben auch die jenigen so irer regierung sin mussent hinfur
            billich von einer universitet angenommen sollen werden</quote>; <ptr type="wdb" target="kgk_379_transcript.xml#_379t_103"/>); ein Wort (<quote>jenigen</quote>) fehlt
          dagegen in unseren Vorlagen b und c, vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_379_transcript.xml#cn_379t_104tk"/>. Es ist nicht auszuschließen, dass es
          sich hierbei lediglich um ein Versehen beim Abschreiben handelt und dass daher alle drei
          für diese Edition verwendeten Handschriften zeitgenössisch sind. Es ist auch nicht
          auszuschließen, dass diese kleine Textabweichung ein Indiz dafür ist, dass <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> im Oktober 1538 eine erste Fassung –
          jedenfalls eine halbdefinitive Fassung, denn die Abweichungen zwischen den Handschriften
          sind gering und inhaltlich unbedeutend; s.o. die Beschreibung der Handschriften – der
          Reformartikel vorlag, die unserer Fassung a entspricht; letztere wäre somit auf denselben
          Monat Oktober 1538 zu datieren. Die späteren Fassungen hingegen wurden sicherlich nach der
          Regenzsitzung im März 1539 erstellt.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n49" ref="#a49" n="49">S. o. <ptr type="wdb" target="kgk_379_introduction.xml#n379i_110n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n50" ref="#a50" n="50">S. o. <ptr type="wdb" target="kgk_379_introduction.xml#n379i_105n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n51" ref="#a51" n="51">StA Basel-Stadt, Universitätsarchiv I
          1, [fol. 1<hi rend="super">v</hi>].</note>
        <note type="footnote" xml:id="n52" ref="#a52" n="52">Vgl. StA Basel-Stadt,
          Universitätsarchiv I 1, [fol. 1<hi rend="super">v</hi>]: <quote>so sollen verseher der
            kilchen als pfarer und helffer und verordnete zum kilchen gesthaffen wulich bedencken
            zuo was lection disputation oder sthul lere ein yeder helffer zu ordnen sye, und yhmen
            darzuo verbinden, doch das under des am kilchs dienst nicht versummet werde, darin die
            pfarren und verodneten herren ein flyssig uffsehens haben sollen.</quote>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n53" ref="#a53" n="53">Vgl. StA Basel-Stadt,
          Universitätsarchiv I 1, [fol. 1<hi rend="super">v</hi>–2<hi rend="super">r</hi>]. Auf die
          Gefahr des Missbrauchs von akademischen Graden hatte auch der Ausschuss hingewiesen, der
          die sechs Reformartikel ausgearbeitet hatte, in denen dieses Problem angesprochen
          wurde.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n54" ref="#a54" n="54">StA Basel-Stadt, Universitätsarchiv I
          1, [fol. 2<hi rend="super">r</hi>].</note>
        <note type="footnote" xml:id="n55" ref="#a55" n="55">StA Basel-Stadt, Universitätsarchiv I
          1, [fol. 2<hi rend="super">r</hi>].</note>
        <note type="footnote" xml:id="n56" ref="#a56" n="56">Vor allem <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs>, der 1536 <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> auf dem Lehrstuhl für Neues Testament ersetzte, hätte der vorgeschlagene
          obligatorische akademische Grad für alle Professoren seine Stelle kosten können. Er starb
          im Jahr 1541 an der Pest, als der Streit noch nicht abgeklungen war, ohne den Doktortitel
          erworben zu haben. Zu <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius'</rs> Weigerung,
          bereits 1535 einen akademischen Titel zu erhalten, siehe <ptr type="wdb" target="kgk_364_introduction.xml"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_366_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n57" ref="#a57" n="57">StA Basel-Stadt, Universitätsarchiv I
          1, [fol. 2<hi rend="super">v</hi>]: <quote>Non enim de sola doctrina, sed de vitae
            probitate piisque moribus simul agitur [<gap/>.].</quote>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n58" ref="#a58" n="58">StA Basel-Stadt, Universitätsarchiv I
          1, [fol. 2<hi rend="super">v</hi>].</note>
        <note type="footnote" xml:id="n59" ref="#a59" n="59">StA Basel-Stadt, Universitätsarchiv I
          1, [fol. 2v].</note>
        <note type="footnote" xml:id="n60" ref="#a60" n="60">StA Basel-Stadt, Universitätsarchiv I
          1, [fol. 2v]: <quote>
                        <rs type="place" ref="#tuebingen">Tubinga</rs> caret Cancellario,
            eoque gradus conferre nequuit.</quote> Als Folge der Einführung der Reformation verließ
          der damalige Kanzler <rs type="person" ref="#widmann_ambrosius">Ambrosius Widmann</rs>
          <rs type="place" ref="#tuebingen">Tübingen</rs> und ging nach <rs type="place" ref="#rotterdam">Rotterdam</rs>. In Abwesenheit des Kanzlers wurde die rechtmäßige
          Verleihung akademischer Grade abgestellt. Erst im November 1538 wurde <rs type="person" ref="#widmann_ambrosius">Widmann</rs> von <rs type="person" ref="#ulrich_wuerttemberg">Herzog Ulrich</rs> wegen Ungehorsams abgesetzt und der herzogliche Rat <rs type="person" ref="#scheurer_johann">Johann Scheurer</rs> von Ofterdingen zum neuen
          Propst und Kanzler ernannt. Vgl. <rs type="bibl" ref="#angerbauer_kanzleramt_1972">,
            2f.</rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n61" ref="#a61" n="61">StA Basel-Stadt, Universitätsarchiv I
          1, [fol. 2<hi rend="super">v</hi>]. Zur 1527 gegründeten <rs type="place" ref="#marburg">Marburger</rs> Universität siehe <rs type="bibl" ref="#schneider_marpurgense_2018">,
            119–142</rs>; siehe auch <rs type="bibl" ref="#mueller_anfaenge_1956">,
          164–181</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n62" ref="#a62" n="62">StA Basel-Stadt, Universitätsarchiv I
          1, [fol. 3<hi rend="super">r</hi>].</note>
        <note type="footnote" xml:id="n63" ref="#a63" n="63">Siehe <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_erneuerung_1896">, 465–474</rs>. Zu den
          Vermittlungsbemühungen der <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs> Theologen
          siehe überblicksartig <rs type="bibl" ref="#bucer_schriften_1960"> 12, 541–548
            (Einführung) und 549–598</rs> (<rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs>s Brief
          an <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Bürgermeister von 29. Mai 1539; Gutachten der
            <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs> Prediger zum <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Universitätsstreit, vor dem 23. Juli 1539; Begleitschreiben <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucers</rs>, <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capitos</rs>, <rs type="person" ref="#calvin_johannes">Calvins</rs> und <rs type="person" ref="#sturm_johannes">Sturms</rs> an den <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Rat, vor dem 23. Juli 1539). Siehe auch den Brief <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucers</rs> an <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> und <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Simon Grynaeus</rs> vom 6.
          Februar 1539, in dem der <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs> Theologe die
          Streitigkeiten und Spaltungen innerhalb der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs>
          Kirche bedauert, <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> indirekt als
          Ursache der Unruhe ausmacht und die Korrespondenten tröstet; <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs> berichtet auch, er schreibe <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in milder Weise, rufe ihn aber mit klaren Worten
          zur Buße auf – ob damit ein verschollener Brief gemeint ist, oder ob <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs> hier allgemein spricht, bleibt offen. Original in Zürich
          ZB, Ms F 80, fol. 191<hi rend="super">r</hi>–192<hi rend="super">v</hi> hier v.a. 191<hi rend="super">r</hi> (= <rs type="bibl" ref="#myconius_briefwechsel_2017">, 501 Nr.
            534</rs>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n64" ref="#a64" n="64">Unsere Vorlagen b und c.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n65" ref="#a65" n="65">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_379_transcript.xml#cn_379t_101tk"/>. Das Protokoll schließt mit zwei kurzen
          Vermerken über die nachfolgenden Verhandlungen mit dem Stadtrat.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n66" ref="#a66" n="66">Vgl. <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_erneuerung_1896">, 461</rs>, wo aber die Quelle nicht
          deutlich identifiziert ist. Es handelt sich um einen Brief <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capitos</rs> an den <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs>
          Bürgermeister <rs type="person" ref="#meyer_jacob">Jakob Meyer</rs>, heute in UB Basel,
          KiAr Mscr 25a, fol. 144<hi rend="super">r</hi>–146<hi rend="super">v</hi>, hier 144<hi rend="super">r</hi>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n67" ref="#a67" n="67">S. o. die Liste der Mitglieder des
          Ausschusses.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n68" ref="#a68" n="68">S. o. <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capitos</rs> Brief vom 14. Oktober, <ptr type="wdb" target="kgk_379_introduction.xml#_379i_103"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n69" ref="#a69" n="69">Zu den Deputaten siehe nochmals <ptr type="wdb" target="kgk_354_introduction.xml#n354i_107n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n70" ref="#a70" n="70">Vgl. <rs type="bibl" ref="#ochs_geschichte_1786"> 6, 131–135</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n379i_120n" ref="#a379i_120n" n="71">Vgl. hier die
            <quote>Fratrum gravamina contra universitatem</quote> in StA Basel-Stadt, Erziehung X
          1,4.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n72" ref="#a72" n="72">Vgl. <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> an Matthias Erb, 19. Mai 1539, in <rs type="bibl" ref="#myconius_briefwechsel_2017">, 519 Nr. 556</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n73" ref="#a73" n="73">Dazu gehörten neben <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> und <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs>
          auch <rs type="person" ref="#sturm_johannes">Johannes Sturm</rs> und <rs type="person" ref="#calvin_johannes">Johannes Calvin</rs>, vgl. <rs type="bibl" ref="#bucer_schriften_1960"> 12, 546f.</rs> Siehe auch <ptr type="wdb" target="kgk_382_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n74" ref="#a74" n="74">Zu den Verhandlungen und
          Auseinandersetzungen zwischen Frühling und Sommer 1539 siehe hier nochmals die Darstellung
          in <rs type="bibl" ref="#burckhardt_biedermann_erneuerung_1896">, 462–475</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n75" ref="#a75" n="75">Zu <rs type="person" ref="#meyer_adalbert">Adalbert Meyer zum Pfeil</rs> (1482–1548) siehe <rs type="bibl" ref="#hls"> s.v. Adelberg Meyer (zum Pfeil)</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n76" ref="#a76" n="76">Die Statuten von Juli 1539 sind ediert
          in <rs type="bibl" ref="#thommen_geschichte_1989">, 325–332</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n77" ref="#a77" n="77">Vgl. <rs type="bibl" ref="#ochs_geschichte_1786"> 6, 143</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n78" ref="#a78" n="78">Siehe dazu <ptr type="wdb" target="kgk_383_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n79" ref="#a79" n="79">Vgl. die Briefe <rs type="person" ref="#bibliander_theodor">Biblianders</rs> an <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> vom 26. Mai 1539 und 17. Juni 1539 (Original in StA Zürich, E II 340,142
          = <rs type="bibl" ref="#myconius_briefwechsel_2017"> 1, 520 Nr. 558</rs> und StA Zürich, E
          II 340, 124 = <rs type="bibl" ref="#myconius_briefwechsel_2017"> 1, 523 Nr. 561</rs>); <rs type="person" ref="#bibliander_theodor">Bibliander</rs> wollte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> schreiben und ihn ermahnen; anscheinend hatte er
          einen Brief verfasst, ihn aber nie abgesendet. <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> äußert aber seine Sorge, <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> sei durch <rs type="person" ref="#bibliander_theodor">Biblianders</rs>
          Briefe gegen <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> noch zorniger
          geworden; vgl. <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> an <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs>, 8. Juni 1539, ediert in <rs type="bibl" ref="#hbbw_1972"> 9, 152–154 Nr. 1278</rs> = <rs type="bibl" ref="#myconius_briefwechsel_2017"> 1, 522 Nr. 560</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n80" ref="#a80" n="80">Vgl. <rs type="bibl" ref="#burnett_ausbildung_2011">, 63–68</rs>.</note>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>