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      <titleStmt>
        <title type="main">Themata istaec Deo propitio disputabimus Basileae, diebus quos jovis
          vocant in auditorio theologorum</title>
        <title type="short">TODO</title>
        <title type="quote_title">TODO</title>
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          <persName>Stefania Salvadori</persName>
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          <resp>TEX to TEI transformation</resp>
          <persName>Jennifer Bunselmeier</persName>
          <persName>Moritz Laeger</persName>
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          <persName>Moritz Laeger</persName>
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      <publicationStmt>
        <publisher>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ptr type="link" target="http://www.hab.de"/>)</publisher>
        <date type="created" when="2025"/>
        <distributor>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</distributor>
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          <p>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ref type="copyright" target="http://diglib.hab.de/?link=012">copyright information</ref>)</p>
        </availability>
      </publicationStmt>
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        <bibl>
          <author>Andreas Karlstadt</author>
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          <date when="1538-03">1538, März</date>
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      <p>Zeichen aus der Private Use Area entsprechen MUFI 3.0 (http://mufi.info)</p>
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        <p>
                    <ref type="homepage" target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000216/start.htm">Kritische
            Gesamtausgabe der Schriften und Briefe Andreas Bodensteins von Karlstadt</ref>
                </p>
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        <div type="history_of_the_work">
          <head level="1">Überlieferung</head>
          <listBibl type="sigla">
            <biblStruct type="imprint" xml:id="sigle_A">
              <monogr>
                <title>THEMATA ∥ ISTÆC, DEO PROPITIO ∥ diſputabimus, Baſileæ, diebus quas ∥ Iouis
                  uocant,in auditorio ∥ Theologorum. ∥ [Am Ende:] BASILEAE apud Lucam Schouberium ∥
                  AN. M. D: XXXVIII. ∥</title>
                <author>Karlstadt, Andreas Bodenstein von</author>
                <imprint>
                  <pubPlace>
                                        <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs>
                                    </pubPlace>
                  <publisher>
                                        <rs type="person" ref="#schauber_lukas">Lukas Schauber</rs>
                                    </publisher>
                  <date when="TODO:1538">1538</date>
                </imprint>
                <extent>8°, 16 Bl., a<hi rend="super">4</hi>–c<hi rend="super">4</hi> (fol. c4<hi rend="super">r–v</hi> leer); pag. 1--29 (letzte Seite falsch paginiert 22 statt
                  30).</extent>
              </monogr>
              <idno type="siglum">A</idno>
              <note type="copies">
                                <list>
                  <item n="editionsvorlage">
                                        <label>UB Basel</label>
                                        <idno type="signatur">DH III 8:4
                      (hsl. Eintrag auf Titelseite: Est lepusculus_sebastianSeb. Lepusculi B.; hsl.
                      Notizen von der Hand karlstadt_andreasKarlstadts).</idno>
                                    </item>
                  <item>
                                        <label>ZB Zürich</label>
                                        <idno type="signatur">III N 150,16</idno>
                                    </item>
                  <item>
                                        <label>ZB Zürich</label>
                                        <idno type="signatur">S 44, 65a (Dr.
                    1).</idno>
                                    </item>
                </list>
                            </note>
              <note type="references">
                                <listBibl>
                  <rs type="bibl" ref="#vd16"> ZV 27699</rs>
                  <rs type="bibl" ref="#freys_barge_1904">, Nr. 154</rs>
                  <rs type="bibl" ref="#zorzin_flugschriftenautor_1990">, Nr. 83</rs>
                </listBibl>
                            </note>
              <note>
                                <p>Das <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Exemplar der hier edierten
                  Thesenreihe ist Teil eines Sammelbandes mit Schriften verschiedener Autoren aus
                  dem Besitz von <rs type="person" ref="#lepusculus_sebastian">Sebastian
                    Lepusculus</rs>.<anchor type="footnote" xml:id="a1" ref="#n1" n="1"/> Von dessen
                  Hand findet sich in dem hier als Vorlage verwendeten Exemplar nur ein kurzer
                  Besitzvermerk auf dem Titelblatt.<anchor type="footnote" xml:id="a2" ref="#n2" n="2"/> Dasselbe enthält zahlreiche Anmerkungen, Unterstreichungen und
                  Markierungen in schwarzer und roter Tinte von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Hand.<anchor type="footnote" xml:id="a3" ref="#n3" n="3"/>
                                </p>
                            </note>
            </biblStruct>
          </listBibl>
          <listBibl type="literature">
            <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905"> 2, 465–472</rs>
            <rs type="bibl" ref="#bubenheimer_consonantia_1977">, 257–280</rs>
          </listBibl>
        </div>
        <div type="contents">
          <head level="1">Entstehung und Inhalt</head>
          <p>In seinem Entwurf zu einer Studienreform von 1536 schlug <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> die Wiedereinführung von Disputationen zu
            Übungszwecken vor, die donnerstags abgehalten werden sollten.<anchor type="footnote" xml:id="a4" ref="#n4" n="4"/> Im Hinblick auf diese Disputationen legte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> im März 1538<anchor type="footnote" xml:id="a5" ref="#n5" n="5"/> die hier edierte, in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> bei <rs type="person" ref="#schauber_lukas">Lukas/Lux
              Schauber</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a6" ref="#n6" n="6"/> gedruckte
            Thesenreihe vor. In deren Zentrum stehen die ersten acht Kapitel des Buches Exodus, über
            die <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> parallel eine Vorlesung
              hielt.<anchor type="footnote" xml:id="a7" ref="#n7" n="7"/> Anders als die Anfang 1535
            eingereichten und diskutierten Thesen zur Aufnahme in die Theologische Fakultät (<ptr type="wdb" target="kgk_365_introduction.xml"/>) sind die Thesen von 1538 nicht
            systematischer, sondern exegetischer Art<anchor type="footnote" xml:id="a8" ref="#n8" n="8"/> und zeichnen sich durch eine ausgesprochen enzyklopädische Neigung aus. Damit
            wird ein Grundgedanke, der sich bereits in den <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee310">
                            <term type="title">Axiomata</term>
                        </ref> (<ptr type="wdb" target="kgk_365_introduction.xml"/>) abzeichnet, umgesetzt: Man muss sich in allen
            anderen Disziplinen – von Geschichte zu Geographie, von Botanik zu Rechtswissenschaft –
            auskennen, um sich dem Studium der Schrift widmen zu können. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> selbst macht diese Forderung in der Vorrede
            deutlich. Seine Leser – und vor allem seine Studenten – sind eingeladen, sich mit dem
            vorgestellten Material, das dem Buch Exodus entnommen und thematisch gegliedert wurde,
            auseinanderzusetzen und die hier begonnene Arbeit zu vollenden. Dialektische Methoden
            und <quote>prophetische</quote> – d.h. allegorische – Schriftauslegung seien zu
            verwenden, um den tiefen Zusammenhang zwischen den scheinbar so heterogenen Materialien
            zu erkennen.<anchor type="footnote" xml:id="a9" ref="#n9" n="9"/> Bei den hier edierten
              <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee321">
                            <term type="title">Themata</term>
                        </ref> geht es
            aber nicht darum, bloße Allegorien zu formulieren. Mit einem kritischen Hinweis auf <rs type="person" ref="#origenes">Origenes</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a10" ref="#n10" n="10"/> macht <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
            deutlich, dass der historische Kontext den Allegorien, deren Wert nicht bestritten wird,
            nicht geopfert werden solle. Vielmehr muss der geschichtliche Zusammenhang der in der
            Bibel geschilderten Ereignisse in ihrer ganzen Breite erfasst werden, um daraus
            Argumente abzuleiten. Um die eigenen Thesen auf der Basis der Heiligen Schrift besser zu
            vertreten und die Gegner zu widerlegen, bietet <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> auch Hinweise auf weitere Quellen und Autoren
            aus allen Wissensbereichen in den Marginalien.</p>
          <p>Die im Widmungsbrief formulierten Hinweise werden in den folgenden 213 Thesen<anchor type="footnote" xml:id="a11" ref="#n11" n="11"/> ausführlich umgesetzt. Sie sind in
            acht Blöcke aufgeteilt, die den ersten acht Kapiteln des Buches Exodus entsprechen. Der
            Abschnitt, der dem dritten Kapitel des 2. Buchs Mose gewidmet ist, enthält ein
            Unterkapitel mit dem Titel <quote>De vocatione Moseos</quote>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a12" ref="#n12" n="12"/>; ein weiteres Unterkapitel im siebten Block markiert
            einen Abschnitt, der über die formale Unterteilung in Kapitel hinausgeht und einen
            inhaltlich kohärenten, auf die zehn Plagen in <rs type="place" ref="#aegypten">Ägypten</rs> bezogenen Thesenkomplex umfasst.<anchor type="footnote" xml:id="a13" ref="#n13" n="13"/> Die in <rs type="biblical" cRef="Ex_1,0">2. Mose 1–8</rs>
            geschilderten historischen Ereignisse geben somit die allgemeine Struktur der
            Thesenreihe vor, die jedoch keine systematische Argumentationsstruktur entwickelt,
            sondern – wie mit dem von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> im
            Widmungsbrief gezeichneten Bild von Ästen und einem Baum angedeutet<anchor type="footnote" xml:id="a14" ref="#n14" n="14"/> – vielmehr eine enzyklopädische
            Zusammenstellung von Argumenten bietet, welche von einer einheitlichen historischen
            Linie des Buchs Exodus ausgehen und sich dann stellenweise autonom voneinander
            entwickeln. Dies lässt sich durch den Umfang und die Vielfalt der außerbiblischen
            Quellen belegen, die <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in den
              <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee321">
                            <term type="title">Themata</term>
                        </ref> – sowohl
            im Druck als auch in den handschriftlichen Glossen – zitiert. Der am häufigsten
            angeführte Autor ist <rs type="person" ref="#josephus_flavius">Flavius Josephus</rs> mit
            seinen <term type="title">Antiquitates Iudaicae</term> als Referenz insbesondere für die
            Kontextualisierung der in den Thesen thematisierten historischen Ereignisse. Weitere
            antike Autoren – vom Kirchenvater <rs type="person" ref="#origenes">Origenes</rs> zu den
              <term type="title">Antiquitates Biblicae</term> des (Pseudo-)Philo, von Klassikern der
            Naturwissenschaften und Geographie wie <rs type="person" ref="#plinius_secundus_maior">Plinius</rs>, <rs type="person" ref="#strabo">Strabo</rs>, <rs type="person" ref="#theophrastus_eresos">Theophrastus von Eresos</rs> oder <rs type="person" ref="#columella">Columella</rs> bis zu zeitgenössischen Autoren wie <rs type="person" ref="#sabellico_marcantonio">Marcantonio Sabellico</rs>, <rs type="person" ref="#ziegler_jakob">Jakob Ziegler</rs> und <rs type="person" ref="#pellikan_konrad">Konrad Pellikan</rs> – werden ebenfalls herangezogen.<anchor type="footnote" xml:id="a15" ref="#n15" n="15"/> Zahlreiche Verweise auf Textstellen aus dem <term type="title">Corpus Iuris Civilis</term> – sowohl in den gedruckten Marginalien als
            auch in den nachträglichen handschriftlichen Notizen – dienen der exegetischen Klärung,
            aber auch der Behandlung rechtshistorischer Probleme, die über gelegentlich diskutierte
            einzelne Exodus-Passagen hinausgehen. Eher sporadisch und nur in den handschriftlichen
            Annotationen finden sich Hinweise auf das kanonische Recht, insbesondere auf das <term type="title">Decretum Gratiani</term>.<anchor type="footnote" xml:id="a16" ref="#n16" n="16"/> Die Verwendung dieser juristischen Quellen sind vor dem Hintergrund der in
            den <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee321">
                            <term type="title">Themata</term>
                        </ref>
            zugrundeliegenden enzyklopädischen Zusammenstellung von Belegen – sowie der
            Zusammenarbeit <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> mit dem
            Juristen <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Bonifacius Amerbach</rs> bei
            Rechtsstreitigkeiten im Konsistorium der <rs type="place" ref="#basel_universitaet">Universität</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a17" ref="#n17" n="17"/> – zu
              interpretieren.<anchor type="footnote" xml:id="a18" ref="#n18" n="18"/>
                    </p>
          <p>Nach einleitenden Überlegungen zu Titel und Proömium des Buches (Th. 1–3) kombiniert
            der Block zu <rs type="biblical" cRef="Ex_1,0">2. Mose 1</rs> (Th. 1–31) Thesen mit rein
            historischem Inhalt – der Bedrückung Israels in <rs type="place" ref="#aegypten">Ägypten</rs> – und Thesen zur durch alt- und neutestamentliche Belege eröffneten
            Bedeutung dieser historischen Ereignisse: So wird die Vermittlerrolle Christi (Th. 6),
            die Verfolgung der Kinder Gottes (Th. 8), der Kampf gegen den Satan, dem man nicht
            dienen kann, ohne Gott zu verleugnen (Th. 11 und 26), oder – mit Bezug auf <rs type="biblical" cRef="Ex_1,15">2. Mose 1,15–20</rs> – das Verhältnis der Geschlechter
            nach <rs type="biblical" cRef="1Cor_0,0">1. Kor</rs> und <rs type="biblical" cRef="Eph_5,0">Eph 5</rs> (Th. 21) sowie die Barmherzigkeit Gottes (Th. 23)
            thematisiert. Einige Thesen führen Besonderheiten und Unklarheiten (z.B. Th. 27) aus der
            jüdischen Tradition an. Sowohl im Druck als auch in den handschriftlichen Marginalien
            weist <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> auf das römische Recht
            hin, z.B. beim Bericht über die Zwangsarbeit der Juden unter den Ägyptern in <rs type="biblical" cRef="Ex_1,13">2. Mose 1,13f.</rs>, wo die im <term type="title">Corpus Iuris Civilis</term> definierte <term type="term">damnatio in metallum</term>,
            d.h. die Verurteilung zur Zwangsarbeit, erwähnt ist.<anchor type="footnote" xml:id="a19" ref="#n19" n="19"/>
                    </p>
          <p>Eine ähnliche Struktur findet sich auch im nächsten Thesenblock zu <rs type="biblical" cRef="Ex_2,0">2. Mose 2</rs> über die Geburt des <rs type="person" ref="#moses">Mose</rs> und seine Errettung durch die Tochter des Pharaos (Th. 32–64) sowie über
            die Flucht <rs type="person" ref="#moses">Moses</rs> nach <rs type="place" ref="#midian">Midian</rs> (Th. 65–79). Auch in diesem Block werden Thesen, die sich der biblischen
            Erzählung widmen, von Thesen flankiert, in denen theologische Überlegungen angestellt
            werden (Th. 58–63 unter Bezugnahme auf <rs type="biblical" cRef="Ex_2,11">2. Mose
              2,11–15</rs> zur Prügelstrafe und körperlichen Züchtigung der Kinder und Schüler, auch
            in Anlehnung an das römische Recht<anchor type="footnote" xml:id="a20" ref="#n20" n="20"/>). Hinzu kommen Thesen mit philologischen Überlegungen – u.a. zum Namen <rs type="person" ref="#moses">Moses</rs>, zu dem <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> nicht nur Hypothesen aufstellt, sondern auch
            eine eigene Deutung formuliert (Th. 49–51) –, zahlreiche geographische Überlegungen –
            vor allem im zweiten Teil des Blocks, der der Flucht nach <rs type="place" ref="#midian">Midian</rs> gewidmet ist (Th. 66–69; 80) – und juristische Ausführungen aus dem <term type="title">Corpus Iuris Civilis</term> und <term type="title">Canonici</term> – vor
            allem zum Gebrauch von Gemeingütern und Eigentum (Th. 72–74) nochmals mit Bezug auf das
            römische Recht.<anchor type="footnote" xml:id="a21" ref="#n21" n="21"/>
                    </p>
          <p>Der größte Thesenblock ist dem dritten Kapitel gewidmet (Th. 80–144). Die ersten acht
            Thesen beziehen sich auf die Anfangsverse von <rs type="biblical" cRef="Ex_3,0">2. Mose
              3</rs>, mit geographischen (Th. 81) und vor allem botanischen (Th. 84–85)
            Ausführungen. Es folgt dann unter dem Untertitel <quote>De vocatione</quote> ein
            Thesenblock zur Berufung <rs type="person" ref="#moses">Moses</rs>. Ausgehend vom
            Bibeltext stellt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> diesen in den
            Zusammenhang mit anderen alttestamentlichen und neutestamentlichen Bibelstellen, um zu
            verdeutlichen, wie sich der Mensch Gott nähert und Gott sich ihm offenbart und ihn
            heiligt (Th. 89–102). Die nachfolgenden Thesen gehen auf das Zögern des <rs type="person" ref="#moses">Mose</rs> ein, die ihm erteilte prophetische Aufgabe
            anzunehmen, und auf die Art und Weise, wie Gott ihn von seiner Furcht befreit (Th.
            103–107). Ein großer Abschnitt beschäftigt sich – ausgehend von <rs type="biblical" cRef="Ex_3,14">2. Mose 3,14</rs> – mit dem Gottesnamen (Th. 108–117), wobei auch
            philologische Überlegungen einbezogen werden (Th. 109 oder 115). Die anschließenden
            Thesen 118–126 nehmen Bezug auf <rs type="biblical" cRef="Ex_3,18">2. Mose 3,18</rs>, um
            eine Reihe von Angaben und Überlegungen zu den Entfernungen, Orten und der Dauer der von
            den Israeliten in der Wüste unternommenen Wanderungen einzufügen. In den Thesen 127–138
            bleibt das dritte Kapitel des Buches Exodus der Hintergrund, um mit einer Reihe von
            Querverweisen zwischen Altem und Neuem Testament das Verhältnis vom menschlichen Willen
            und göttlicher Allmacht und Allwissenheit zu thematisieren. Die letzten 6 Thesen dieses
            Blocks (Th. 139–143) knüpfen an <rs type="biblical" cRef="Ex_3,21">2. Mose 3,21f.</rs>
            an und umfassen mit juristischen Bezügen – nochmals zum römischen Recht – das Thema
            Eigentumsrecht und Diebstahl.</p>
          <p>Der Thesenblock zum vierten Kapitel ist ähnlich aufgebaut, aber weniger umfangreich
            (Th. 145–159). Neben Thesen, die sich direkt auf <rs type="biblical" cRef="Ex_4,0">2.
              Mose 4</rs> in Zusammenhang mit anderen alttestamentlichen Bibelstellen beziehen,
            finden sich Thesen, die umfassendere theologische Fragestellungen reflektieren – z.B.
            über Vor- und Wunderzeichen (Th. 147f.), über die Erkenntnis Gottes durch seine
            Propheten (Th. 150–153), scheinbar marginale Besonderheiten (Th. 154, mit einem Hinweis
            auf den in <rs type="biblical" cRef="Ex_4,20">2. Mose 4,20</rs> vorkommenden Esel) oder
            juristische Überlegungen (Th. 155 erneut zum Eigentumsrecht mit Bezug auf das römische
            Recht). Ebenso kurz fallen die zwei darauffolgenden Abschnitte aus, in denen die
            historischen Ereignisse aus <rs type="biblical" cRef="Ex_5,0">2. Mose 5</rs> (Th.
            161–168) und <rs type="biblical" cRef="Ex_6,0">2. Mose 6</rs> (Th. 169–172) knapp
            thematisiert werden und in denen sich weitere Thesen mit juristischem Inhalt (Th.
            162–164 zum Verbot, sich an den Gesandten der Feinde – <quote>legatum hostium</quote> –
            zu vergreifen, wiederum mit Verweis auf das römische Recht<anchor type="footnote" xml:id="a22" ref="#n22" n="22"/>) oder mit Überlegungen zum Namen Gottes (Th. 170f.)
            finden.</p>
          <p>Die Thesen zu dem siebten (Th 173–191) und achten Kapitel (Th 192–213) sind mit
            Ausnahme des ersten Abschnitts (Th 177–185), in dem die Verstockung des Herzens des
            Pharaos und allgemein die von Gott durch falsche Zeichen und Propheten verordnete
            Verstockung der menschlichen Herzen ausführlich erörtert werden, unter dem Untertitel
              <quote>De plagis et poenis</quote> zusammengefasst. Dieses Unterkapitel ist der
            Beschreibung der ersten von Gott über <rs type="place" ref="#aegypten">Ägypten</rs>
            hereinbrechenden Plagen gewidmet. Wie in den vorangegangenen Abschnitten finden sich
            aber auch in diesem Abschnitt Thesen zu geographischen oder zoologischen Details (z.B.
            Th. 193, 200 oder 207).</p>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="crit_app"/>
      <div type="footnotes">
        <note type="footnote" xml:id="n1" ref="#a1" n="1">Zu <rs type="person" ref="#lepusculus_sebastian">Lepusculus</rs> siehe die Einleitung zu <ptr type="wdb" target="kgk_378_introduction.xml"/> mit <ptr type="wdb" target="kgk_378_introduction.xml#n378i_200n"/>. Die erste Schrift des Sammelbands ist
          ein mit hsl. Widmung an <rs type="person" ref="#lepusculus_sebastian">Lepusculus</rs>
          gerichtetes Werk von <rs type="person" ref="#paracelsus_theophrastus_bombast">Paracelsus</rs>, herausgegeben von <rs type="person" ref="#bodenstein_adam">Adam von
            Bodenstein</rs> (Nr. 1: <rs type="bibl" ref="#vd16"> P 449</rs>); es folgt ein Text zum
          Tod von <rs type="person" ref="#morus_thomas">Thomas Morus</rs> mit Besitzvermerk von der
          Hand des <rs type="person" ref="#lepusculus_sebastian">Sebastianus Lepusculus</rs> (Nr. 2:
            <rs type="bibl" ref="#vd16"> E 4732</rs>), ein Text von <rs type="person" ref="#muenster_sebastian">Sebastian Münster</rs> ebenfalls mit Besitzvermerk von der
          Hand des <rs type="person" ref="#lepusculus_sebastian">Sebastianus Lepusculus</rs> (Nr. 3:
            <rs type="bibl" ref="#vd16"> M 6645</rs>), zwei Hochzeitsgedichte mit hsl. Widmung an
            <rs type="person" ref="#lepusculus_sebastian">Lepusculus</rs> (Nr. 5 und 6), ein kurzer
          Text zu <rs type="person" ref="#erasmus_von_rotterdam">Erasmus'</rs>
          <term type="title">Novum Testamentum</term> mit Besitzvermerk von der Hand des <rs type="person" ref="#lepusculus_sebastian">Sebastianus Lepusculus</rs> (Nr. 7: <rs type="bibl" ref="#vd16"> K 262</rs>) und eine Abschrift von <rs type="person" ref="#cicero">Ciceros</rs>
          <term type="title">Officia</term> und andere Schriften (Nr. 8: <rs type="bibl" ref="#vd16"> C 3175</rs>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n2" ref="#a2" n="2">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_377_transcript.xml#cn_377t_101tk"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n3" ref="#a3" n="3">Wenn nicht anders angegeben handelt es
          sich bei den im textkritischen Apparat dieser Edition dokumentierten Unterstreichungen,
          Korrekturen und Ergänzungen um Autographen <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>. Prof. Ulrich Bubenheimer (Reutlingen) sei hier für seine Unterstützung
          bei der Transkription herzlich gedankt.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n4" ref="#a4" n="4">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_373_transcript.xml#_373t_102"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n5" ref="#a5" n="5">Die Vorrede ist datiert auf den 20. März
          1538; <ptr type="wdb" target="kgk_377_transcript.xml#_377t_102"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n6" ref="#a6" n="6">Zu ihm siehe <rs type="bibl" ref="#reske_buchdrucker_2007">, 74</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n7" ref="#a7" n="7">Vgl. in der Vorrede, <ptr type="wdb" target="kgk_377_transcript.xml#_377t_103"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n8" ref="#a8" n="8">Vgl. <rs type="bibl" ref="#bubenheimer_consonantia_1977">, 259</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n9" ref="#a9" n="9">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_377_transcript.xml#_377t_104"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n10" ref="#a10" n="10">
                    <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> zitiert aus Orig. HEx 1,5 – siehe <ptr type="wdb" target="kgk_377_transcript.xml#n377t_105n"/>. Zur Allegorese als
          Auslegungsmethode bei <rs type="person" ref="#origenes">Origenes</rs>, um über die
          Oberfläche des geschichtlichen Literalsinn hinaus den tieferen Sinn erforschen zu können,
          siehe – auch für weiterführende bibliographische Angaben – <rs type="bibl" ref="#tzvetkova_glaser_origenes_2016"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n11" ref="#a11" n="11">Im <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Druck weist die Nummerierung der Thesen einige Ungenauigkeiten auf. In der
          vorliegenden Edition wurde die numerische Reihenfolge korrigiert und in der Einleitung auf
          dieselbe hingewiesen.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n12" ref="#a12" n="12">S. u. <ptr type="wdb" target="kgk_377_transcript.xml#_377t_106"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n13" ref="#a13" n="13">Die hier edierten Thesen befassen sich
          nur mit den in <rs type="biblical" cRef="Ex_7,0">2. Mose 7f.</rs> berichteten Plagen; s.u.
            <ptr type="wdb" target="kgk_377_transcript.xml#_377t_107"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n14" ref="#a14" n="14">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_377_transcript.xml#_377t_108"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n15" ref="#a15" n="15">Es lässt sich nicht genau feststellen,
          welche zeitgenössischen Ausgaben <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
          heranzog; die vorliegende Edition bietet dennoch bibliografische Hinweise auf die in jenen
          Jahren – v.a. in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> – veröffentlichen Ausgaben der
          von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> zitierten Quellen.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n16" ref="#a16" n="16">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_377_transcript.xml#n377t_109n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n17" ref="#a17" n="17">Vgl. die Einleitung zu <ptr type="wdb" target="kgk_379_introduction.xml"/>; siehe auch die Einleitung zu <ptr type="wdb" target="kgk_384_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n18" ref="#a18" n="18">Zur Verwendung dieser juristischen
          Quellen siehe auch <rs type="bibl" ref="#bubenheimer_consonantia_1977">, 263f.</rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n19" ref="#a19" n="19">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_377_transcript.xml#n377t_110n"/>. Zu dieser Textstelle siehe auch <rs type="bibl" ref="#bubenheimer_consonantia_1977">, 259f.</rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n20" ref="#a20" n="20">Zu diesen Thesen siehe auch <rs type="bibl" ref="#bubenheimer_consonantia_1977">, 260f.</rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n21" ref="#a21" n="21">Zur Interpretation und
          Kontextualisierung dieser Thesen siehe <rs type="bibl" ref="#bubenheimer_consonantia_1977">, 261f.</rs>: <quote>Eine deutliche sozialkritische Spitze gegen gewisse feudale
            Vorrechte des Adels enthalten einige Thesen (Th. 72–74), in denen <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> das nach dem Bauernkrieg heikle Thema der
            Allmenderechte berührt. Interessant daran ist, daß sich <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> im Unterschied zu den Bauern trotz sachlich
            ähnlicher Forderungen nicht wie jene auf Bibel und althergebrachtes Recht, sondern neben
            der Bibel auf das römische Recht beruft, gegenüber dem die Bauern überwiegend ablehnend
            eingestellt waren. An <rs type="biblical" cRef="Ex_2,16">2. Mose 2,16f.</rs> knüpft <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> zunächst die Erwägung, dass der
            fürstlichen Gewalt (<quote>regia dignitas</quote>) kein Vorrecht auf Gewässernutzung
            zustand. Ebenso wird das herrschaftliche Wildbannrecht in Frage gestellt.
            Gleichberechtige gemeinsame Nutzungsrechte an diesen Allmendegütern werden von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> aus dem Okkupationsrecht der
            Digesten abgeleitet, wonach man Eigentümer einer herrenlosen Sache durch Aneignung
            (occupatio) wird, wozu im römischen Recht tatsächlich der Wildfang gehört. Eigentümlich
            an <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Argumentation ist dabei,
            daß er dies mit dem Gedanken des Gemeingebrauchs (usus publicus) in der Weise verbindet,
            daß man gewissermaßen durch ständige occupatio die Nutzungsrechte am öffentlichen
            Eigentum ausübt. Die Forderung gleichberechtigter Nutzung der Allmendegüter wird
            schließlich noch dadurch hervorgehoben, daß <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> die Begründung der römisch-rechtlichen occupatio im ius gentium und
            der ratio naturalis in seine Bemerkungen zum Jagd- und Wassernutzungsrecht übernimmt,
            wobei er <quote>ratio naturalis</quote> durch <quote>ius naturale</quote> ersetzt. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> führt übriges neben dem
            römischen Recht noch die im Liber Sextus enthaltene Rechtsregel <quote>Qui prior est
              tempore, potior est iure</quote> an.</quote>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n22" ref="#a22" n="22">Auch hierzu vgl. <rs type="bibl" ref="#bubenheimer_consonantia_1977">, 262</rs>: <quote>Nach dem römischen Recht verletzt
            derjenige das Völkerrecht, der sich an einem legatus hostium vergreift. Desto mehr
            verstoßen – nach <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> – diejenigen
            gegen das ius gentium, die die Kinder Gottes, die ihre (christliche) Freiheit
            zurückverlangen, verfolgen und töten. Der verbindende Gedanke besteht darin, daß <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> jene Kinder Gottes als die
            Gesandten Gottes bezeichnet. Daß <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> konkretere Zeitverhältnisse im Auge hat, zeigt die Klage über die
              <quote>ungeheure Gewalttätigkeit</quote> der Zeitgenossen.</quote>
                </note>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>