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        <title type="main">Andreas Karlstadt an Heinrich Bullinger</title>
        <title type="short">Karlstadt an Bullinger</title>
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          <persName>Stefania Salvadori</persName>
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          <persName>Jennifer Bunselmeier</persName>
          <persName>Moritz Laeger</persName>
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          <resp>Post-processing of TEI encoding</resp>
          <persName>Moritz Laeger</persName>
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        <publisher>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ptr type="link" target="http://www.hab.de"/>)</publisher>
        <date type="created" when="2025"/>
        <distributor>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</distributor>
        <availability status="restricted">
          <p>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ref type="copyright" target="http://diglib.hab.de/?link=012">copyright information</ref>)</p>
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          <author>Andreas Karlstadt</author>
          <placeName>Basel</placeName>
          <date notAfter="1538-01-17">1538, <supplied>vor 17.</supplied> Januar</date>
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      <p>Zeichen aus der Private Use Area entsprechen MUFI 3.0 (http://mufi.info)</p>
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        <p>
                    <ref type="homepage" target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000216/start.htm">Kritische
            Gesamtausgabe der Schriften und Briefe Andreas Bodensteins von Karlstadt</ref>
                </p>
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          <head level="1">Überlieferung</head>
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              <msIdentifier>
                <repository>StA Zürich</repository>
                <idno type="signatur">E II 336</idno>
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                  <idno type="signatur">a</idno>
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              <msContents>
                <msItem>
                  <locus>fol. 37<hi rend="super">r–v</hi> (Autograph; mit roten Unterstreichungen
                    und Notizen von anderer Hand; fol. 37<hi rend="super">v</hi> Siegelspur)</locus>
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            <msDesc xml:id="sigle_2b">
              <msIdentifier>
                <repository>ZB Zürich</repository>
                <idno type="signatur">S 37, 134 (Nachschrift aus der Sammlung Johann Jakob Simlers;
                  2 ungez. Bl.; falsch datiert auf 1535)</idno>
                <altIdentifier type="siglum">
                  <idno type="signatur">b</idno>
                </altIdentifier>
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            <rs type="bibl" ref="#hbbw_1972"> 8, 25–27 Nr. 1087</rs>
          </listBibl>
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        <div type="contents">
          <head level="1">Entstehung und Inhalt</head>
          <p>
                        <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> bekennt in dem hier edierten
            Brief, dass er <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> sehr viel
            schulde und es als Fehler ansehe, seinen Bitten und Wünschen nicht nachzukommen;
            zugleich habe er eine Aufgabe nicht erfüllen können, zwar nicht aus eigener
            Verantwortung, sondern weil sein Zögling <rs type="person" ref="#stapfer_heinrich">Heinrich Stapfer</rs> sich unwillig gezeigt habe.<anchor type="footnote" xml:id="a1" ref="#n1" n="1"/> Er habe <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>
            Haus verlassen und Bücher und andere Gegenstände mitgenommen. Es sei schwierig, ihn zu
            einer Rückkehr zu bewegen; <rs type="person" ref="#stapfer_heinrich">Stapfer</rs> könne
            denken, er solle nur zurückkehren, damit <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> mehr Geld aus ihm herausholen könne. Er habe ähnliche Vorwürfe schon
            früher gegen <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Frau und Kinder
            erhoben, als seien sie auf sein Geld angewiesen. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> weiß, dass er die – auf Bitten <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullingers</rs> und anderer – investierten
            Gelder nicht zurückerhalten wird, und wirft <rs type="person" ref="#stapfer_heinrich">Stapfer</rs> vor, zunächst jede Bequemlichkeit einzufordern und sich danach über das
            geforderte Honorar zu beschweren.</p>
          <p>Ein besonderer Anlass habe schließlich zum Bruch geführt. Die Frau und die Tochter des
            Arztes <rs type="person" ref="#sinckeler_sebastian">Sebastian Sinckeler</rs> seien bei
              <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Frau zu Besuch gewesen, die
            gesundheitlich angeschlagen war. Als <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> das Zimmer betrat, um sie zu empfangen, habe er seinen Zögling, der am
            einzigen Tisch im Raum saß, gebeten, Platz für die Gäste zu machen. Als <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> zurückkehrte, habe er ihn an
            derselben Stelle wie zuvor vorgefunden und ihn erneut getadelt. <rs type="person" ref="#stapfer_heinrich">Stapfer</rs> habe geantwortet, die Frau des Arztes habe ihm
            erlaubt, dort zu bleiben; kurz darauf habe er angefangen, <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> mit dem Geruch von Bitumen zu belästigen. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> habe ihn daraufhin noch heftiger
            gescholten – <rs type="person" ref="#stapfer_heinrich">Stapfers</rs> Verhalten sei nicht
            nur gegen die Heilige Schrift, sondern auch gegen die Naturgesetze, d.h. gegen das gute
            Zusammenleben, gewesen. Der Zögling habe seinerseits scharf reagiert und <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> beschimpft, der ihn daraufhin
            habe gehen lassen. <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> könne sich
            gut vorstellen, welche Probleme sich ergeben hätten, wenn <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
            <rs type="person" ref="#stapfer_heinrich">Stapfer</rs> aufgehalten hätte. Es sei wohl
            besser, sie blieben voneinander fern. Wäre <rs type="person" ref="#stapfer_heinrich">Stapfer</rs> geblieben, hätte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> gerne auf den Rat des <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs>
            Antistes gehört. Der Brief schließt mit den üblichen Grüßen und Höflichkeiten.</p>
          <p>Dieser Brief gibt nur den Monat und das Jahr der Abfassung an: Januar 1538. Seine
            Datierung kann jedoch genauer eingegrenzt werden. Nach der Ankunft in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> durch die Vermittlung von <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs> im September 1535<anchor type="footnote" xml:id="a2" ref="#n2" n="2"/> und dem Aufenthalt bei <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a3" ref="#n3" n="3"/> hatte <rs type="person" ref="#stapfer_heinrich">Heinrich Stapfer</rs> bereits
            am 17. Januar 1538 in <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> einen neuen
            Förderer gefunden. Dies ist der <term type="term">terminus ante quem</term> für den hier
            edierten Brief. <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> antwortete auf
            einen heute verschollenen Brief <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullingers</rs>, der wohl darum gebeten hatte, besser über die Situation informiert
            zu werden. <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> verteidigte <rs type="person" ref="#stapfer_heinrich">Stapfer</rs> gegen die gegen ihn erhobenen
            Verleumdungen, empfahl, ihn unter die Betreuung von <rs type="person" ref="#hospinian_leonhard">Leonhard Hospinian</rs> zu stellen, und riet davon ab, ihn
            zu <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> zurückzuschicken.
            Letzterem, der als <quote>caput irritabile</quote> (leicht reizbarer Mensch) bezeichnet
            wurde, riet <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs>, besser nichts zu
            sagen, um Spannungen innerhalb der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Kirche zu
              vermeiden.<anchor type="footnote" xml:id="a4" ref="#n4" n="4"/>
                    </p>
        </div>
      </div>
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      <div type="footnotes">
        <note type="footnote" xml:id="n1" ref="#a1" n="1">Wir wissen nicht, ob und wann <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs>
          <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> bat, sich um <rs type="person" ref="#stapfer_heinrich">Stapfer</rs> zu kümmern. Zur Entsendung von Studenten zwischen
            <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs> und <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs>
          siehe aber <ptr type="wdb" target="kgk_370_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n2" ref="#a2" n="2">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_376_transcript.xml#n376t_102n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n3" ref="#a3" n="3">Es ist nicht genau bekannt, wann <rs type="person" ref="#stapfer_heinrich">Stapfer</rs> bei <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> aufgenommen wurde. <rs type="bibl" ref="#myconius_briefwechsel_2017">, 331 Nr. 321</rs> bietet eine mögliche
          Identifizierung der nicht namentlich erwähnten Personen in einem Brief von <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> an <rs type="person" ref="#amerbach_bonifacius">Bonifacius Amerbach</rs> und vermutet dabei, dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> um den Sommer 1535 Kostgeber von
            <rs type="person" ref="#stapfer_heinrich">Heinrich Stapfer</rs> wurde.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n4" ref="#a4" n="4">Der Brief des <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> an <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> vom 17. Januar 1538 ist ediert in <rs type="bibl" ref="#hbbw_1972"> 8,
            36f. Nr. 1093</rs>.</note>
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