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        <title type="main">Andreas Karstadt an Oswald Myconius</title>
        <title type="short">Karlstadt an Myconius</title>
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          <persName>Stefania Salvadori</persName>
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          <persName>Jennifer Bunselmeier</persName>
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          <persName>Moritz Laeger</persName>
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        <publisher>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ptr type="link" target="http://www.hab.de"/>)</publisher>
        <date type="created" when="2025"/>
        <distributor>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</distributor>
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          <p>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ref type="copyright" target="http://diglib.hab.de/?link=012">copyright information</ref>)</p>
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          <author>Andreas Karlstadt</author>
          <placeName>Zürich</placeName>
          <date when="1534-06-08">1534, 8. Juni</date>
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      <p>Zeichen aus der Private Use Area entsprechen MUFI 3.0 (http://mufi.info)</p>
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                    <ref type="homepage" target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000216/start.htm">Kritische
            Gesamtausgabe der Schriften und Briefe Andreas Bodensteins von Karlstadt</ref>
                </p>
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        <div type="history_of_the_work">
          <head level="1">Überlieferung</head>
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              <msIdentifier>
                <repository>ZB Zürich</repository>
                <idno type="signatur">Ms. F 80</idno>
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                  <idno type="signatur">a</idno>
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                  <locus>fol. 357<hi rend="super">r–v</hi>
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              </msContents>
              <physDesc>
                <p>Ein Autograph; Notizen von unbekannter Hand am Rand, die den Inhalt des Briefes
                  in Stichworten zusammenfassen; fol. 357<hi rend="super">v</hi> Adresse und
                  Siegelspur.</p>
              </physDesc>
            </msDesc>
          </listBibl>
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              <msIdentifier>
                <repository>ZB Zürich</repository>
                <idno type="signatur">S 36, 5</idno>
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                  <idno type="signatur">b</idno>
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              </msIdentifier>
              <physDesc>
                <p>Eine Nachschrift aus der Sammlung Johann Jakob Simlers.</p>
              </physDesc>
            </msDesc>
          </listBibl>
          <listBibl type="editions">
            <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905"> 2, 596f.</rs>
            <rs type="bibl" ref="#myconius_briefwechsel_2017">, 294 Nr. 270</rs>
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          <listBibl type="literature">
            <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905"> 2, 457f.</rs>
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        <div type="contents">
          <head level="1">Entstehung und Inhalt</head>
          <p>Nachdem <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Entlassung – und
            damit sein Wechsel nach <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a1" ref="#n1" n="1"/> – durch den kleinen und großen <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Stadtrat am 30. Mai abgelehnt worden war, wandte sich
            dieser in dem hier edierten Brief vom 8. Juni erneut an <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs>.<anchor type="footnote" xml:id="a2" ref="#n2" n="2"/> Darin wiederholt er sein Erstaunen über die Entscheidung der <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Obrigkeit und bedauert, keine andere Strategie gewählt zu
              haben.<anchor type="footnote" xml:id="a3" ref="#n3" n="3"/> Um sich gegen den Vorwurf
            zu verteidigen, undankbar oder gierig zu sein, erklärt er, dass sein Wunsch, nach <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> zu ziehen, viele Gründe gehabt habe. Er weist
            darauf hin, dass seine finanziellen Umstände in <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs> so prekär waren, dass er gezwungen gewesen sei, seine Güter zu verkaufen,
            die Unterstützung anderer anzunehmen, fünfmal in der Woche und jeden zweiten
              Sonntag<anchor type="footnote" xml:id="a4" ref="#n4" n="4"/> zu predigen und einige
            Schüler privat zu unterrichten.<anchor type="footnote" xml:id="a5" ref="#n5" n="5"/> Er
            habe es jedoch nicht gewagt, vor dem <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Rat
            seinen Wunsch, nach <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> zu ziehen, offen
            auszusprechen, da ihm gesagt worden sei, dass die städtischen Behörden es vorzögen, wenn
            er bliebe. Im letzten Teil seines Briefes berichtet <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>, dass er von den beiden <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Gesandten <rs type="person" ref="#ryhiner_heinrich">Heinrich
              Ryhiner</rs> und <rs type="person" ref="#supper_rudolf">Rudolf Supper</rs>, die wohl
            (auf dem Weg zur Tagsatzung) in <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs> Halt gemacht
            hatten, wohlwollend empfangen worden sei.<anchor type="footnote" xml:id="a6" ref="#n6" n="6"/> Er bedankt sich dann für den Brief von <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs>,<anchor type="footnote" xml:id="a7" ref="#n7" n="7"/> grüßt seine <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Kollegen und kündigt an,
            dass er bereit sei, zu weiteren Gesprächen nach <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs>
            zu reisen, falls keine Einigung erzielt werden könne.<anchor type="footnote" xml:id="a8" ref="#n8" n="8"/>
                    </p>
          <p>Dieser Brief <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> zeugt von der
            Ungewissheit über seine Zukunft in jenen Wochen, die inzwischen auch zu Unstimmigkeiten
            zwischen <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> und <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> geführt hatte. Von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in einem Brief vom 30. Mai (<ptr type="wdb" target="kgk_347_introduction.xml"/>) über die Ablehnung seiner Entlassung informiert,
            schrieb der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Professor und Pfarrer <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> am 5. Juni an den <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Antistes <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> und brachte seine Verärgerung zum Ausdruck.<anchor type="footnote" xml:id="a9" ref="#n9" n="9"/> Warum wurde von den Zürchern der Namen <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> vorgeschlagen,<anchor type="footnote" xml:id="a10" ref="#n10" n="10"/> wenn nie die Absicht bestanden habe, ihn den <rs type="place" ref="#basel">Baslern</rs> zu überlassen? <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> macht sodann <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> für die Ablehnung durch den <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Rat verantwortlich, wobei er möglicherweise von einigen
            von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> brieflich vorgetragenen
            Überlegungen beeinflusst war,<anchor type="footnote" xml:id="a11" ref="#n11" n="11"/>
            und berichtet verärgert, dass die <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> eine neue
            Gesandtschaft hätten schicken müssen, damit ihr Gesuch in <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs> angenommen oder zumindest diskutiert würde.<anchor type="footnote" xml:id="a12" ref="#n12" n="12"/> Schließlich fordert er <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> in hartem Ton auf, alles zu
            tun, damit die Berufung <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>
            genehmigt werde, wenn er nicht den Zorn der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs>
            auf sich ziehen wolle.<anchor type="footnote" xml:id="a13" ref="#n13" n="13"/>
                    </p>
          <p>Als er diese Zeilen schrieb, hatte <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> wahrscheinlich noch keine Kenntnis von dem Brief gehabt, den <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> ihm am Vortag geschickt hatte
            und in dem er den Grund für die Ablehnung der Entlassung <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> durch den <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Stadtrat angab: Die Berufung sei nicht offiziell vom <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Rat beantragt worden, sondern durch einen Brief der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Theologen an ihre <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Kollegen. <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> berichtete auch, dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Gehalt erhöht worden sei.<anchor type="footnote" xml:id="a349i_104n" ref="#n349i_104n" n="14"/> Schon am 10. Juni genehmigte der <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Rat <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Versetzung nach <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs>.<anchor type="footnote" xml:id="a15" ref="#n15" n="15"/>
                    </p>
          <p>Nach seiner Rückkehr nach <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs> nahm <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> sein im April 1531 übernommenes
            Amt als Diakon am <rs type="place" ref="#zuerich_spital">Spital</rs> wieder auf,<anchor type="footnote" xml:id="a16" ref="#n16" n="16"/> das ihm auch während seiner
            Versetzung nach <rs type="place" ref="#altstaetten">Altstätten</rs> zwischen September
            1531 und Mitte Januar 1532 vorbehalten geblieben war.<anchor type="footnote" xml:id="a17" ref="#n17" n="17"/> In welchem Umfang <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> als Diakon in <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs> 1532–1534 gepredigt hat, bleibt jedoch offen.</p>
          <p>Der Kustos des <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünsterstiftes</rs>,
              <rs type="person" ref="#utinger_heinrich">Heinrich Utinger</rs>, beschrieb im Jahr
            1532 in einem <quote>Libell</quote> die Rollen der <quote>notwendigen personen die man
              an dem stift [= <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünsterstift</rs>]
              han muß</quote>, folgendermaßen:</p>
          <p rend="center">
                        <p rend="center">
                            <anchor type="wdb" xml:id="_349i_116" spanTo="#_349i_116_end" place="start" subtype="span"/>Zum ersten muoss man ha(be)n
              zwen predicanten und ein(en) diacon oder helfer, dass der ein(t) predicant versehe den
              Sunntag am morgen und abend, den Frytag und Samstag am morgen und Samstag z'abind, die
              Mittwuchen umb die nüni und alle fyrtag am morgen. Der ander aber versehe die
              mittelpredig am Sunntag, it(em) Mittwuch und Donnstag am morgen, und so der vorder
              prediger am Samstag z'abind gehindret, ouch dieselben für in tüeje, it(em) den Zinstag
              umb die viiij und alle fyrtag am abend. 3) Zuo denen zweien bedarf man eins diacons,
              der die obernämpten, wenn einer oder si bed krank wurden oder in notwendigen gschäften
              verhaft, verrsehe und inen sunst mit predigen beholfen sye und insunders den
              prediginen diene, die täglich umb die viiij vormittag gehalten werdend; it(em) der die
              kinder toufe, die e(h)en bstäte, die kranken und verurteilten tröste etc.<anchor type="footnote" xml:id="a349i_114n" ref="#n349i_114n" n="18"/>
                            <anchor type="wdb" xml:id="_349i_116_end" place="end" subtype="span"/>
                        </p>
                    </p>
          <p>Zusammenfassend sollte der erste Prädikant also sechs Predigten pro Woche halten, der
            zweite Prädikant weitere fünf Predigten und bei Bedarf den ersten Prädikanten am
            Samstagabend vertreten. Zu ihrer Unterstützung war ein <quote>diacon</quote> vorgesehen,
            der u.a. täglich um 9 Uhr predigen und falls notwendig die zwei Prädikanten vertreten
              sollte.<anchor type="footnote" xml:id="a19" ref="#n19" n="19"/> Angesichts dieser
            Berichte <rs type="person" ref="#utinger_heinrich">Utingers</rs> und der Aussage <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> in dem hier edierten Brief (er
            solle fünfmal in der Woche und jeden zweiten Sonntag predigen)<anchor type="footnote" xml:id="a20" ref="#n20" n="20"/> wurde seine Tätigkeit mal mit der des
              <quote>diacon</quote>,<anchor type="footnote" xml:id="a21" ref="#n21" n="21"/> mal mit
            der des zweiten <quote>Prädikanten</quote> – eine Rolle, die <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> mit <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus Schmid</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a349i_101n" ref="#n349i_101n" n="22"/> geteilt hätte – identifiziert.<anchor type="footnote" xml:id="a23" ref="#n23" n="23"/> Da aber <rs type="person" ref="#schmid_hans_zuerich">Hans Schmid</rs> zu
            jener Zeit als <quote>diacon</quote> fungierte<anchor type="footnote" xml:id="a24" ref="#n24" n="24"/> und die Quellenlage keine eindeutige Aussage erlaubt,<anchor type="footnote" xml:id="a25" ref="#n25" n="25"/> bleibt jeder Versuch, einen
            Predigtplan <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> zu postulieren,
            rein hypothetisch.<anchor type="footnote" xml:id="a349i_115n" ref="#n349i_115n" n="26"/>
            Vor allem soll der hier angeführte Abschnitt aus dem Bericht <rs type="person" ref="#utinger_heinrich">Utingers</rs> in der besonderen Situation kontextualisiert
            werden, in der sich die <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Kirche in jenen
            Jahren befand. Im Gegensatz zum <rs type="place" ref="#zuerich_fraumuenster">Fraumünster</rs> und den anderen Klöstern wurde das <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs> nach Einführung der Reformation nicht
            säkularisiert, sondern umorganisiert, damit seine Finanzen für das kirchliche Leben und
            die Bildung der neuen <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Kirche verwendet
            werden konnten.<anchor type="footnote" xml:id="a27" ref="#n27" n="27"/> Diese Reform
            führte von Anfang an zu einem Konflikt zwischen den Chorherren, die alle ihre Mittel im
            Stift einsetzen wollten, und der weltlichen Macht, die sie stattdessen verwalten wollte.
            Besonders radikal wurde diese Opposition nach der Niederlage der Reformierten bei <rs type="place" ref="#kappel">Kappel</rs> im Oktober 1531: Während <rs type="person" ref="#jud_leo">Leo Jud</rs> zu einer direkten Auseinandersetzung mit dem Stadtrat zu
            tendieren schien,<anchor type="footnote" xml:id="a349i_103n" ref="#n349i_103n" n="28"/>
            bemühte sich <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs>, der als
            Nachfolger des im Kampf gefallenen <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> eingesetzt worden war, durch intensive Vermittlungsbemühungen die
            Ressourcen und damit die Unabhängigkeit des <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünsterstifts</rs> zu bewahren.<anchor type="footnote" xml:id="a29" ref="#n29" n="29"/> Vor diesem Hintergrund sind auch die
            vom Kustos <rs type="person" ref="#utinger_heinrich">Heinrich Utinger</rs> ab Februar
            1532 in dem auszugsweise oben zitierten <quote>Libell</quote> zusammengestellten
            Dokumente zu interpretieren, in denen nicht nur der bereits im Jahr 1523 eingeleitete
            Reformprozess, sondern auch die vor der Niederlage bei <rs type="place" ref="#kappel">Kappel</rs> getroffenen Vereinbarungen mit dem Stadtrat und alle nachfolgenden
            Veränderungen im <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünsterstift</rs>
            festgehalten werden sollten.<anchor type="footnote" xml:id="a30" ref="#n30" n="30"/> Das
            Ziel <rs type="person" ref="#utinger_heinrich">Utingers</rs> dürfte es also gewesen
            sein, durch seinen Bericht vor dem Stadtrat die Notwendigkeit zu begründen, dem <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs> und seinen Chorherren
            weiterhin die Verwaltung der Pfründe zu gestatten, um einen angemessenen kirchlichen
            Dienst und eine hochwertige theologische Ausbildung zu gewährleisten. Genau das ist der
            Zweck der erwähnten Beschreibung der <quote>notwendigen personen die man an dem stift [=
                <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünsterstift</rs>] han
              muß</quote>,<anchor type="footnote" xml:id="a31" ref="#n31" n="31"/> die die bereits
            erwähnten Verpflichtungen des ersten und zweiten Prädikanten sowie des Diakons
              festhält.<anchor type="footnote" xml:id="a32" ref="#n32" n="32"/> Ob und inwieweit
            diese Aufgabenteilung – von <rs type="person" ref="#utinger_heinrich">Utinger</rs> eher
            als grobes Programm zur Neustrukturierung des Stifts denn als Beschreibung einer bereits
            bestehenden Organisation skizziert – in den folgenden Monaten oder Jahren tatsächlich
            umgesetzt wurde, lässt sich nicht feststellen. Die Zukunft des <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünsterstifts</rs> selbst blieb lange Zeit ungewiss.
            Der Bericht aus der Tigurinerchronik <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullingers</rs> – eine nachträgliche Beschreibung des tatsächlichen Predigtplans am
              <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs> – scheint jedoch zu
            belegen, dass die von <rs type="person" ref="#utinger_heinrich">Utinger</rs> skizzierte
            Aufteilung der Aufgaben unter den am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs> tätigen Predigern nie vollständig umgesetzt wurde.</p>
          <p>Nur wenige direkte Hinweise auf <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> damalige Predigttätigkeit sind überliefert. Unmittelbar nach der
            Beschreibung der <quote>Abteylung der predigen</quote> gibt <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> auch eine Liste der am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs> tätigen Prediger an:</p>
          <p rend="center">
                        <p rend="center">So vil nun die personen belangt die allen disen dienst
              dieser kylchen mitt gottes gnad und hilff versaͤhen/ ist hievor gemeldet von dem
              pfarrer m[eister] <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Heinrychen
                Bullingern</rs>/ wenn und wie er an m[eister] <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Ulrychen Zwinglis</rs> statt erwoͤllt und geordnet worden.
              Der hat von anfang in dieser kylchen wenig hilff gehept/ und dorum der wuchen ettwan 4
              / 5 und 6 predigen thůn muͤssen. Underwylen halff m[eister] <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Eraßmus Schmid</rs>. Von dem <rs type="place" ref="#zuerich_fraumuenster">Frowenmünster</rs> halff imm ettwan der diacon h[err]
              Rodolff Dumysen/ und von S[ant] Petter m[eister] Leo Iudae. Imm <rs type="place" ref="#zuerich_spital">spital</rs> was anfangs herr Iohans Buman/ geweßner pfarrer zů
                <rs type="place" ref="#altstaetten">Altstetten</rs>. Und nach imm doct[or] Anderes
              Bodenstein Carlstatt. Den man aber ungern hort/ von waͤgen siner saxischen froͤmden
              spraach. Nach imm kam h[err] Batt Gerung von Münster im Argoͤw/ geweßner pfarrer zů
              Dietiken. <gap/>. Wol were man zů hilff kummen der pfarr/ mit predicanten. Aber diewyl
              noch keine pfruͤnden ledig/ were abbruch beschaͤhen den ersten studenten. Das wolt
              aber <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> nitt/ und namm lieber
              uff sich/ der selben zyt/ me arbeit etc.<anchor type="footnote" xml:id="a33" ref="#n33" n="33"/>
                        </p>
                    </p>
          <p>
                        <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> taucht damit am Ende einer
            Reihe von Predigern auf, die den Pfarrer anscheinend unterstützt haben. <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> zur Seite standen der bereits
            erwähnte <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus Schmid</rs>, der Diakon des
            Frauenmünsters <rs type="person" ref="#dumysius_rudolf">Rudolf Thumysen</rs>,<anchor type="footnote" xml:id="a34" ref="#n34" n="34"/>
            <rs type="person" ref="#jud_leo">Leo Jud</rs> von St. Peter und schließlich der Diakon
            am <rs type="place" ref="#zuerich_spital">Spital</rs> – das Amt, das <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> zwischen 1532 und 1534 inne hatte. Von diesem
            berichtet <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> allerdings, dass
            man ihm wegen seines Dialekts nur schwer zuhören konnte. Am Ende des Abschnitts wird
            daran erinnert, dass man den Pfarrer gerne mit <quote>predicanten</quote> unterstützt
            hätte, da die Mittel jedoch knapp waren und er die Gelder für die Studenten nicht
            angreifen wollte, zog <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> es vor,
            mehr Arbeit auf sich zu nehmen – er hielt deswegen vier, fünf oder sogar sechs Predigten
            pro Woche und passte sich offensichtlich damit den Bedürfnissen am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs> an.<anchor type="footnote" xml:id="a35" ref="#n35" n="35"/> Erst 1539 sei <rs type="person" ref="#megander_kaspar">Megander</rs> als erster Archidiakon eingestellt worden.<anchor type="footnote" xml:id="a36" ref="#n36" n="36"/>
                    </p>
          <p>Nach dieser Beschreibung der <quote>Abteylung der predigen</quote> bietet die
            Tigurinerchronik <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullingers</rs> die Liste
            der Nachfolger <rs type="person" ref="#megander_kaspar">Meganders</rs> und unmittelbar
            danach die kurze Textpassage zu <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus
              Schmid</rs>, der <quote>ouch <gap/> mitt predigen und diensten der pfarr behulffen
              was</quote>. Als <rs type="person" ref="#fries_johann_jakob">Johann Jakob Fries</rs>
            (1546–1611) nachträglich mit einer Randanmerkung die Rolle des <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus Schmid</rs> als <quote>concionator secundus</quote>
            bezeichnet, wollte er das von <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Schmid</rs> – und
            nicht von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> – ab 1538 versehene
            Amt als zweiter Archidiakon verdeutlichen.<anchor type="footnote" xml:id="a37" ref="#n37" n="37"/> Auch anhand dieser Angaben ist es also nicht möglich, die
            Predigttätigkeit <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> zu
            rekonstruieren und die Aussagen in dem hier edierten Brief (er sollte fünfmal in der
            Woche und jeden zweiten Sonntag predigen) zu bestätigen.</p>
          <p>Die von <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> angedeuteten
            Schwierigkeiten <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> mit dem
            Oberdeutschen bestätigt auch <rs type="person" ref="#utinger_heinrich">Utinger</rs> in
            einem weiteren Rechenschaftsbericht – dem bereits erwähnten <quote>Libell</quote>, in
            dem er die Verteilung der Pfründen am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünsterstift</rs> im Juni 1533 beschreibt. Hier betont er, wie schwierig es sei,
            die unterschiedlichen Aufgaben der <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Kirche –
            v.a. in Bezug auf die Predigten – mit den wenigen Mitarbeitern abzudecken, sodass der
            Rat auf keinen Fall die verfügbaren Mittel in Frage stellen sollte.<anchor type="footnote" xml:id="a38" ref="#n38" n="38"/> Neben <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> – dessen sechs Wochenpredigten bestätigt
            werden – ist auch <rs type="person" ref="#jud_leo">Leo Jud</rs>, der neben seiner
            Tätigkeit in der Kirche St. Peter mit Vorlesungen, Predigten und sogar am Ehegericht
            aushalf, erwähnt. Als weiterer Pfründeninhaber folgt <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus Schmid</rs>, dessen Verpflichtungen nur partiell
            beschrieben sind – nämlich für die beiden Predigten, die er am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs> nicht halten konnte, da er in Zollikon
            war. In diesem Zusammenhang ist auch <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> genannt.<anchor type="footnote" xml:id="a39" ref="#n39" n="39"/> Seine
            Aufgaben beschreibt <rs type="person" ref="#utinger_heinrich">Utinger</rs> wie
            folgt:</p>
          <p rend="center">
                        <p rend="center">Doctor <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Andreas Bodenstein von Carlstadt</rs> ist ein frommer, wol gelerter mann in
              göttlichen gschriften und beiden rechten. Den hat ein ersamer R. angenommen und in
              (den) <rs type="place" ref="#zuerich_spital">spital</rs> verordnet, ouch zuo den armen
              siechen. Darzuo hat er im Münster an der canzel gedienet und (ist) guotwillig gsin zuo
              allen ziten mit guoter, wol gegründter leer; <anchor type="wdb" xml:id="_349i_117" spanTo="#_349i_117_end" place="start" subtype="span"/>aber sin sprach ist nit
              jedermann verständig,<anchor type="wdb" xml:id="_349i_117_end" place="end" subtype="span"/> desshalb er hinfür, den <rs type="place" ref="#zuerich_spital">spital</rs> und die siechen zuo versechen, ist verordnet, wie obgemeldt, da man wol
              von im verguot hat. Sunst ist er in göttlichen händlen, als gespräch und disputation
              ze halten, deren man vom pabstumb täglich wartend, ouch ze schriben und (zuo) raten
              notwendig und wol behulfen. <anchor type="wdb" xml:id="_349i_102" spanTo="#_349i_102_end" place="start" subtype="span"/>Wyter so wirt er in weltlichen
              rechten lesen, wer das begert ze hören, darus geschickt rät uud lichter wurdind<anchor type="wdb" xml:id="_349i_102_end" place="end" subtype="span"/> erzogen.<anchor type="footnote" xml:id="a40" ref="#n40" n="40"/>
                        </p>
                    </p>
          <p>Damit ist zwar bestätigt, dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> tatsächlich am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs> predigte und sich bei Gelegenheit zur Verfügung stellte. Unklar
            bleibt aber, in welchem Umfang <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
            mit dem Predigtdienst im <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs>
            und damit innerhalb der <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Kirchenlandschaft
            betraut war. Angesichts seines für die <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs>
            schwer verständlichen Dialekts<anchor type="footnote" xml:id="a41" ref="#n41" n="41"/>
            wurde er ins <rs type="place" ref="#zuerich_spital">Spital</rs> beordert. Seine
            Kenntnisse der Heiligen Schrift und beider Rechte dürften höchstwahrscheinlich auf
            andere Weise angewendet worden sein: in Disputationen – vor allem über das Papsttum –
            oder zur schriftlichen Beratung;<anchor type="footnote" xml:id="a42" ref="#n42" n="42"/>
            erwähnt werden in <rs type="person" ref="#utinger_heinrich">Utingers</rs> Bericht zudem
            seine Vorlesungen im weltlichen Recht, die auch mit dem in diesem Brief erwähnten
            Privatunterricht identifiziert werden könnten. Auch zu diesen Aufgaben sind uns aber
            keine weiteren Hinweise überliefert.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="crit_app"/>
      <div type="footnotes">
        <note type="footnote" xml:id="n1" ref="#a1" n="1">Zur Berufung <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> nach <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs>
          siehe <ptr type="wdb" target="kgk_347_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n2" ref="#a2" n="2">Siehe den Brief <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> an <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> vom selben Tag, ediert in <ptr type="wdb" target="kgk_347_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n3" ref="#a3" n="3">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_349_transcript.xml#_349t_101"/>. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> bezieht sich hier vielleicht auf die Überlegung, wenigstens eine
          vorübergehende, einen Zeitraum von wenigen Jahren umfassende Versetzung nach <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> zu beantragen, die <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> in einem heute verschollenen Schreiben begrüßt
          hatte; vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_348_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n4" ref="#a4" n="4">Für die Sonntagspredigt, berichtet <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>, habe er alternativ eine
          Vertretung bezahlen müssen.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n5" ref="#a5" n="5">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_349_transcript.xml#_349t_102"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n6" ref="#a6" n="6">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_349_transcript.xml#_349t_103"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n7" ref="#a7" n="7">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_348_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n8" ref="#a8" n="8">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_349_transcript.xml#_349t_104"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n9" ref="#a9" n="9">Der Brief ist ediert in <rs type="bibl" ref="#hbbw_1972"> 4, 203f. Nr. 389</rs> (= <rs type="bibl" ref="#myconius_briefwechsel_2017">, 293 Nr. 269</rs>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n10" ref="#a10" n="10">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_347_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n11" ref="#a11" n="11">Siehe vor allem <ptr type="wdb" target="kgk_346_transcript.xml#_346t_103"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n12" ref="#a12" n="12">Es ist nicht bekannt, wer dem <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Theologen die Sendung einer neuen Gesandtschaft
          vorgeschlagen hatte; es kann ausgeschlossen werden, dass es <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> mit seinem Brief vom Vortag (s.u. <ptr type="wdb" target="kgk_349_introduction.xml#n349i_104n"/>) war, da <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> angibt, dass er auf seinen Brief vom 30. Mai noch
          keine Antwort erhalten habe (= <rs type="bibl" ref="#hbbw_1972"> 4, 196f. Nr. 386</rs>);
          vgl. <rs type="bibl" ref="#hbbw_1972"> 4, 203,22 Nr. 389</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n13" ref="#a13" n="13">Vgl. z.B. <rs type="bibl" ref="#hbbw_1972"> 4, 203,10–15 Nr. 389</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n349i_104n" ref="#a349i_104n" n="14">Vgl. <rs type="bibl" ref="#hbbw_1972"> 4, 202,30–36 Nr. 388</rs>: <quote>Mich will beduncken, eß habend min
            herren die rädt ze verdrieß angenommen (ich red alein uß argwhon), daß ein ersammer radt
              <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> inen nitt, sunder ir unß alein geschryben.
            Hatt deßhalb Carlstatten nitt wöllen erlouben, sunder imm sin pfrůnd bessert mit 10
            eymer wyn und 10 müt kernen. Vor hatt er 80 gl. alein, daß sy jetzund imm die 20 stuck
            zů den 80 geschöpfft, daß es 100 worden. Doch wirt ich sunders darvon sust
            schryben.</quote> Zu <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Gehalt
          siehe auch <ptr type="wdb" target="kgk_329_introduction.xml#_329i_113"/>. Es gibt keinen
          Hinweis darauf, dass <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs>, wie er
          selbst angekündigt hatte, in jenen Tagen darüber gesondert an <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> geschrieben habe.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n15" ref="#a15" n="15">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_350_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n16" ref="#a16" n="16">Zur Anstellung <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> als Diakon im <rs type="place" ref="#zuerich_spital">Spital</rs> siehe <ptr type="wdb" target="kgk_329_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n17" ref="#a17" n="17">Belege ediert in <rs type="bibl" ref="#hasse_aufenthalt_1991">, 369 mit Anm. 15</rs>. Original in StA Zürich G I 1 fasc.
          136.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n349i_114n" ref="#a349i_114n" n="18">Hier zitiert aus <rs type="bibl" ref="#egli_actensammlung_1879">, 891 Nr. 2003</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n19" ref="#a19" n="19">
                    <rs type="bibl" ref="#hasse_aufenthalt_1991"> 370f.</rs> mit Verweis auf <rs type="bibl" ref="#weisz_quellen_1939">, 72</rs>, wo wiederum auf die oben zitierte Textpassage aus
            <rs type="bibl" ref="#egli_actensammlung_1879">, 891 Nr. 2003</rs> (wie <ptr type="wdb" target="kgk_349_introduction.xml#n349i_114n"/>) verwiesen wurde.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n20" ref="#a20" n="20">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_349_transcript.xml#_349t_105"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n21" ref="#a21" n="21">
                    <rs type="bibl" ref="#bubenheimer_consonantia_1977">, 253 Anm. 9</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n349i_101n" ref="#a349i_101n" n="22">Zu <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus Schmid</rs> und zur Rezeption der Schriften <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> siehe <rs type="bibl" ref="#vasella_schmid_1956">, 353–366</rs>, wo auch <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Schmids</rs> Bemerkungen in seinen Exemplaren von <ref type="print">KGK III, Nr. 161 und 162</ref> mitediert sind. Ein Exemplar von <ref type="print">KGK IV, Nr. 203</ref> (<rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Ausgabe
          von <rs type="person" ref="#petri_adam">Adam Petri</rs>) mit hsl. Widmung unbekannter Hand
          an <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus Schmid</rs> in ThULB Jena, Wartburg
          Stiftung Eisenach Th 414.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n23" ref="#a23" n="23">
                    <rs type="bibl" ref="#hasse_aufenthalt_1991">, 371–373</rs>. S. u. <ptr type="wdb" target="kgk_349_introduction.xml#n349i_115n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n24" ref="#a24" n="24">
                    <rs type="bibl" ref="#hasse_aufenthalt_1991">, 371 und Anm. 22</rs> (mit Verweis auf <rs type="bibl" ref="#weisz_quellen_1939">, 65–90, hier 71</rs>), wo die Rolle des <quote>diacon</quote>
          mit der des Diakons in der Leutpriesterei identifiziert wird. Siehe auch die ähnliche
          Beschreibung der Anstellung von <rs type="person" ref="#schmid_hans_zuerich">Hans
            Schmid</rs> in <rs type="bibl" ref="#egli_actensammlung_1879">, 886 Nr. 2002</rs>. <rs type="person" ref="#schmid_hans_zuerich">Hans Schmid</rs> ist eindeutig als
            <quote>diacon zum Münster</quote> in der Synode vom 21. Oktober 1533 identifiziert; vgl.
            <rs type="bibl" ref="#egli_actensammlung_1879">, 875 Nr. 1988</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n25" ref="#a25" n="25">Die Bezeichnung der Vormittagspredigten
          für die Prädikanten in dem Bericht <rs type="person" ref="#utinger_heinrich">Utingers</rs>
          ist unscharf (mal allgemein <quote>am morgen</quote>, mal genau <quote>umb die
            nüni</quote> oder <quote>umb die viiij</quote>) und erschwert einen Vergleich mit den
          fehlenden zeitlichen Angaben zu den Aufgaben des Inhabers der Spitalpfründe (siehe <ptr type="wdb" target="kgk_329_introduction.xml#_329i_114"/>). Wenn man den Bericht <rs type="person" ref="#utinger_heinrich">Utingers</rs> mit den genaueren Zeitangaben in <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullingers</rs> Beschreibung der Predigten am
            <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs> (<rs type="bibl" ref="#bullinger_tigurinerchronik_2018"> 2.II, 1286,17–1287,2</rs>; auch in <rs type="bibl" ref="#weisz_quellen_fortsetzung_1940">, 192</rs>) spezifiziert und den
          Predigtplan am Großmüster mit den dem Diakon des <rs type="place" ref="#zuerich_spital">Spitals</rs> zugewiesenen Predigten vergleicht, hätte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> sonntags sowohl den ersten Prädikanten (in der
          Morgenpredigt) als auch den zweiten Prädikanten (in der Predigt um 11 Uhr) ersetzen
          können. Mittwochs und donnerstags konnte er die dem zweiten Prediger zugewiesene
          Elf-Uhr-Predigt ersetzen. So bleibt die Frage offen, ob die Predigten sonntagmorgens,
          dienstags um 9 Uhr sowie mittwochs, donnerstags und freitags vom ersten Prädikanten oder
          vom Diakon gehalten wurden. Darüber hinaus fehlt die im Bericht <rs type="person" ref="#utinger_heinrich">Utingers</rs> erwähnte Predigt am Samstagabend in der
          Darstellung <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullingers</rs>. Anhand solcher
          unklaren und teilweisen divergenten Hinweise erscheint es sehr problematisch, einen
          Predigtplan <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> zu
          postulieren.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n349i_115n" ref="#a349i_115n" n="26">
                    <rs type="bibl" ref="#hasse_aufenthalt_1991">, 371–373</rs> vergleicht die von ihm vermutete
          Predigttätigkeit <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> als Diakon im
            <rs type="place" ref="#zuerich_spital">Spital</rs> – wöchentlich drei Predigten am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs> (Sonntag, Mittwoch und
          Donnerstag) und eine Predigt im <rs type="place" ref="#zuerich_spital">Spital</rs>
          (Sonntag nach der Predigt am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs>); vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_329_introduction.xml#_329i_114"/> –
          mit der hier zitierten Beschreibung <rs type="person" ref="#utinger_heinrich">Utingers</rs> der für den <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs>
          <quote>notwendigen personen</quote>. Hasse stellt so eine Überschneidung sonntags,
          mittwochs und donnerstags fest. Auf der Grundlage dieser Angaben schlägt er einen
          hypothetischen Zeitplan vor, nach dem <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> von 1532 bis 1534 insgesamt sechs Predigten pro Woche gehalten hätte:
          Sonntagmittag am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs>; Sonntag
          (nachmittag?) in der Spitalkapelle; dienstags um 9 Uhr am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs>; mittwochs die Frühpredigt am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs>; donnerstags die Früh- oder
          9-Uhr-Predigt am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs> und
          Samstagabend am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs>. Dies sieht
          Hasse auch durch die Aussagen <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>
          in den hier edierten Brief an <rs type="person" ref="#myconius_oswald">Myconius</rs> vom
          Juni 1534 bestätigt. Obwohl Hasse selbst den hypothetischen Charakter dieser These betont,
          schlägt er vor, <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> als
            <quote>concionator secundus</quote> neben <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> einzustufen, da er ein Drittel der Predigten am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs> übernahm. Diese Rolle hätte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> mit <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus Schmid</rs> zusammen innegehabt. Zur Untermauerung dieser
          These bietet Hasse mehrere Argumente. <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus
            Schmid</rs> sei Inhaber einer Chorherrenpfründe am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs>, aber auch für die Pfarrei Zollikon
          zuständig gewesen, wo er sonntags und mittwochvormittags predigte, so dass er mittags
          nicht im <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs> anwesend sein
          konnte; außerdem sei er gesundheitlich so schwach gewesen, dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> wahrscheinlich seine Vertretung übernommen habe.
          Diese These ist allerdings zu relativieren, da sie voraussetzt, dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> neben den ihm zustehenden Predigten als Diakon
          im <rs type="place" ref="#zuerich_spital">Spital</rs> auch die Mehrheit der Predigten des
            <quote>concionator secundus</quote> abdeckte und sich nur sonntags eventuell mit <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus Schmid</rs> abwechselte. Letzterer dürfte
          aber angesichts seiner Verpflichtungen in Zollikon am Sonntag kaum am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs> gepredigt haben (zur – ab 1532 leicht
          veränderten – Leitung der Filiale des <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünsters</rs> in <rs type="place" ref="#zollikon">Zollikon</rs> siehe <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullingers</rs> Chronik <term type="title">Von
            der Reformation der Propsty oder kylchen zu dem Großen Münster zu Zürych
            1523–1574</term> in <rs type="bibl" ref="#weisz_quellen_fortsetzung_1940">, 185</rs>).
          Unter der Woche – mit Ausnahme des Mittwochs, an dem er wieder in Zollikon war – ist
          hingegen unklar, warum <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus Schmid</rs> weder
          am Dienstag oder Donnerstag noch am Samstagabend nicht hätte predigen können. Unklar ist
          auch, warum <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> die dem zweiten
          Prädikanten zugewiesene Predigt am Freitagabend nicht hätte übernehmen und gerade diese
            <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Schmid</rs> überlassen sollen. Obwohl <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus Schmid</rs> im Bericht von 1533 als
            <quote>am lyb zum teil bresthaft</quote> (<rs type="bibl" ref="#egli_actensammlung_1879">, 884 Nr. 2002</rs>) bezeichnet wurde, behielt er seine Chorherrenpfründe und seine
          Rolle als Pfarrer in Zollikon bis 1535 bei, bevor er nach <rs type="place" ref="#reichenweier_elsass">Reichenweier</rs> im Elsass wechselte und schließlich 1538
          als Archidiakon am <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünster</rs> nach <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs> zurückkehrte, wo er 1564 starb. Es scheint daher
          unwahrscheinlich, dass er zwischen 1532 und 1534 aus gesundheitlichen Gründen nicht in der
          Lage war, die mit seinem Amt verbundenen Predigtverpflichtungen zum Großteil zu erfüllen.
          Insgesamt wäre eine enge Zusammenarbeit zwischen ihm und <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> aber nicht verwunderlich, nicht zuletzt
          angesichts der für die Jahre 1521/22 nachgewiesenen intensiven Lektüre der Schriften <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> durch <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Schmid</rs>. Wie eine mögliche Zusammenarbeit zwischen beiden
          tatsächlich ausgesehen haben könnte, lässt sich jedoch nach den heutigen
          Quellenkenntnissen nicht feststellen. Eine Randnotiz in <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullingers</rs> Tigurinerchronik, die Hasse zur Untermauerung
          seiner These herangezogen hatte, kann nach der neuen kritischen Edition dieser Quelle
          dieser Argumentation nicht mehr dienen; vgl. <rs type="bibl" ref="#hasse_aufenthalt_1991">, 372 mit Anm. 25–27</rs>, der behauptete, <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> habe am Rande einer kurzen Erinnerung an die Rolle von <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus</rs> und <rs type="person" ref="#schmid_hans_zuerich">Hans
            Schmid</rs> zunächst <quote>M. <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus
              Schmid</rs>
                    </quote> notiert und kurz darauf <quote>concionator secundus, vnd mitt
            Carlistatt</quote> hinzugefügt. <rs type="bibl" ref="#bullinger_tigurinerchronik_2018">
            1.2, 1289,21 mit Anm. 3</rs> bestätigt, <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> selbst habe am Rande der kurzen Erinnerung an die Rolle von <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus</rs> und <rs type="person" ref="#schmid_hans_zuerich">Hans Schmid</rs>
          <quote>M. <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus Schmid</rs>
                    </quote>, <rs type="person" ref="#fries_johann_jakob">Johan Jakob Fries</rs> aber kurz darauf
            <quote>concionator secundus, / vnd nitt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Carilstatt</rs>
                    </quote> hinzugefügt.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n27" ref="#a27" n="27">Vgl. <rs type="bibl" ref="#baschera_anfaenge_2025"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n349i_103n" ref="#a349i_103n" n="28">Vgl. <rs type="bibl" ref="#frei_jud_1943">, 223–227</rs>. Siehe auch den Bericht vom Juli 1532 über <rs type="person" ref="#jud_leo">Juds</rs> Predigten gegen den Stadtrat in <rs type="bibl" ref="#egli_actensammlung_1879">, 806–808 Nr. 1864</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n29" ref="#a29" n="29">Zur Reform des <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünsterstifts</rs> und dessen Umorganisierung nach dem
          Zweiten Kappeler Krieg siehe nochmals <rs type="bibl" ref="#baschera_anfaenge_2025"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n30" ref="#a30" n="30">
                    <rs type="bibl" ref="#weisz_quellen_1939">, 65f.</rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n31" ref="#a31" n="31">In <rs type="bibl" ref="#egli_actensammlung_1879">, hier v.a. 891 Nr. 2003</rs> (dennoch falsch datiert
          1533). Dieser Abschnitt folgt der kurzen Darstellung der Stiftsreform von 1523 und bietet
          eine Liste der 18 Personen, unter denen die Stiftsgüter aufgeteilt sind. In der ebenfalls
          in <rs type="bibl" ref="#weisz_quellen_1939">, 70f.</rs> wiedergegebenen Liste werden nach
            <rs type="person" ref="#frey_felix">Felix Frey</rs>, <rs type="person" ref="#hagnower_hans">Hans Hagnower</rs>, <rs type="person" ref="#wyss_erhard">Erhard
            Wyss</rs> von Höngg, <rs type="person" ref="#goeldi_hans_heinrich">Hans Heinrich
            Göldi</rs>, <rs type="person" ref="#utinger_heinrich">Heinrich Utinger</rs>, <rs type="person" ref="#wyss_nyklaus">Nyklaus Wyss</rs> und <rs type="person" ref="#nuescheler_heinrich">Heinrich Nüscheler</rs> sowohl <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus</rs> als auch <rs type="person" ref="#schmid_hans_zuerich">Hans/Johannes Schmidt</rs> unter den neun alten Chorherren, die nach der Einführung der
          Reformation noch amtierten, genannt. Die Beschreibung ihrer Aufgaben lautet wie folgt:
            <quote>8. Meister <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus Schmid</rs> ist ein
            diacon und diener des gotsworts. Prediget zur wuchen einen tag nach der lection. Und wo
            man hilf bedarf, da vertritt er die lugken der kranken, oder so sy ze schaffen habend.
            9. H. <rs type="person" ref="#schmid_hans_zuerich">Hans Schmid</rs> hat sich lange zu
              <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs> wol gehalten, insonders 1519 in der
            pestilentz menglichem trostlich und dienstlich, und noch hüt bytag. Darum ihn ein
            ersamer rat mit eines Chorherren pfrund begäbet. Versieht jetz die lütpriestery, touft
            kind, führt die elüt in und die verurteilten uß. Und was der kilchen diensten sind,
            versieht er trülich.</quote> Es folgen die Personen, die mit Predigten, Vorlesungen oder
          anderen kirchlichen Aufgaben betraut waren: <rs type="person" ref="#pellikan_konrad">Konrad Pellikan</rs> – zuständig für die Lehre des Hebräischen – <rs type="person" ref="#ammann_johann_jakob">Johann Jakob Ammann</rs> und <rs type="person" ref="#ambuehl_rudolf">Rudolf Ambühl</rs>, genannt Collinus – zuständig für die Lehre des
          Griechischen und Lateinischen – <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Heinrich
            Bullinger</rs> – beschrieben als <quote>predicant, hat jede wuchen 6 predigen zu
            tun</quote> – <rs type="person" ref="#bibliander_theodor">Theodor Bibliander</rs> – 1532
          in <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs> angekommen – und <rs type="person" ref="#binder_joerg">Jörg Binder</rs> – als langjähriger Schulmeister. Die Pfründen von
            <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> und <rs type="person" ref="#walder_anton">Anton Walder</rs> – beide starben in der Schlacht bei <rs type="place" ref="#kappel">Kappel</rs> – scheinen vakant zu sein. Ein letzter Teil ist
          dem <quote>keller und camerer</quote> gewidmet. Vgl. <rs type="bibl" ref="#weisz_quellen_1939">, 72f.</rs>
          <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> wird in dieser Liste nicht
          erwähnt. Die Verringerung der Pfründen auf 18 mit der Einführung der Reformation ist auch
          durch <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullingers</rs> Chronik bestätigt; vgl.
            <rs type="bibl" ref="#weisz_quellen_fortsetzung_1940">, 190</rs>. Vgl. auch die Reaktion
          des Stadtrates im Februar 1532 in <rs type="bibl" ref="#egli_actensammlung_1879">, 779f.
            Nr. 1814</rs>, in der festgelegt wird, dass jährlich ein Bericht über die Nutzung der
          Pfründe des <rs type="place" ref="#zuerich_grossmuenster">Großmünsters</rs> zu erstellen
          sei.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n32" ref="#a32" n="32">S. o. <ptr type="wdb" target="kgk_349_introduction.xml#_349i_116"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n33" ref="#a33" n="33">
                    <rs type="bibl" ref="#bullinger_tigurinerchronik_2018"> I.2, 1288,7–22</rs> (auch in <rs type="bibl" ref="#weisz_quellen_fortsetzung_1940">, 193</rs>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n34" ref="#a34" n="34">Er war auch bei der Wahl <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Heinrich Bullingers</rs> als Nachfolger <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwinglis</rs> dabei; vgl. <rs type="bibl" ref="#buesser_bullinger_2004"> 1, 93</rs>. Er ist also nicht in der Schlacht bei <rs type="place" ref="#kappel">Kappel</rs> im Jahr 1531 gefallen, wie in <rs type="bibl" ref="#hls"> s.v. Rudolf Thumysen</rs> vermutet.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n35" ref="#a35" n="35">Es folgte die Liste der Nachfolger <rs type="person" ref="#megander_kaspar">Meganders</rs> und unmittelbar danach die kurze
          Textpassage zu <rs type="person" ref="#schmid_erasmus">Erasmus Schmid</rs>, der
            <quote>ouch <gap/> mitt predigen und diensten der pfarr behulffen was</quote>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n36" ref="#a36" n="36">
                    <rs type="bibl" ref="#bullinger_tigurinerchronik_2018"> I.2, 1288,23</rs>: <quote>Aber imm iar Christi
            1539 ward der erst predicant [= erster Archidiakon] imm zůgaͤben/ der was h[err] Caspar
            Großmann (<rs type="person" ref="#megander_kaspar">Megander</rs>) der hievor caplan und
            predicant imm spittal/ vor der <rs type="place" ref="#bern">Berner</rs> disputation/
            gewesen/ darnach der kylchen zů <rs type="place" ref="#bern">Bern</rs> zu predicanten
            gaͤben ward.</quote> (auch in <rs type="bibl" ref="#weisz_quellen_fortsetzung_1940">,
            193</rs>). Der Archidiakon sollte den Antistes (damals <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs>) unterstützen. <rs type="person" ref="#megander_kaspar">Megander</rs> war im Februar 1538 nach <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs> zurückgekehrt.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n37" ref="#a37" n="37">Diese Randbemerkung hatte <rs type="bibl" ref="#hasse_aufenthalt_1991"/> zur Untermauerung seiner These herangezogen;
          s.o. <ptr type="wdb" target="kgk_349_introduction.xml#n349i_115n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n38" ref="#a38" n="38">
                    <rs type="bibl" ref="#egli_actensammlung_1879">, 885 Nr. 2202</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n39" ref="#a39" n="39">Hier folgt die Liste der weiteren 12
            <quote>personen [die] zuo dieser zyt verpfruendt uf dem stift</quote> sind; <rs type="bibl" ref="#egli_actensammlung_1879">, 884–886, hier 886</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n40" ref="#a40" n="40">
                    <rs type="bibl" ref="#egli_actensammlung_1879">, 884f. Nr. 2002</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n41" ref="#a41" n="41">Vgl. auch <ptr type="wdb" target="kgk_323_introduction.xml#n323i_107n"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_328_introduction.xml#_328i_104"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n42" ref="#a42" n="42">Vgl. z.B. <ptr type="wdb" target="kgk_338_introduction.xml"/>.</note>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>