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      <titleStmt>
        <title type="main">Fürtrag der Züricher Geistlichkeit vor dem Rat der Stadt Zürich gegen
          eine Teilnahme am Türkenzug</title>
        <title type="short">Fürtrag</title>
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          <persName>Stefania Salvadori</persName>
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          <persName>Jennifer Bunselmeier</persName>
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          <persName>Moritz Laeger</persName>
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        <publisher>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ptr type="link" target="http://www.hab.de"/>)</publisher>
        <date type="created" when="2025"/>
        <distributor>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</distributor>
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          <p>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ref type="copyright" target="http://diglib.hab.de/?link=012">copyright information</ref>)</p>
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          <author>Andreas Karlstadt</author>
          <placeName>Zürich</placeName>
          <date when="1532-07-17">1532, 17. Juli</date>
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      <p>Zeichen aus der Private Use Area entsprechen MUFI 3.0 (http://mufi.info)</p>
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                    <ref type="homepage" target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000216/start.htm">Kritische
            Gesamtausgabe der Schriften und Briefe Andreas Bodensteins von Karlstadt</ref>
                </p>
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          <head level="1">Überlieferung</head>
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              <msIdentifier>
                <repository>StA Zürich</repository>
                <idno type="signatur">E II 341</idno>
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                  <locus>fol. 3510<hi rend="super">r</hi>–3511<hi rend="super">v</hi>
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              <physDesc>
                <p>Ein Autograph <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullingers</rs>.</p>
              </physDesc>
            </msDesc>
          </listBibl>
          <listBibl type="sigla">
            <msDesc xml:id="sigle_b">
              <msIdentifier>
                <repository>ZB Zürich</repository>
                <idno type="signatur">Ms S 32, 76 </idno>
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                  <idno type="signatur">b</idno>
                </altIdentifier>
              </msIdentifier>
              <physDesc>
                <p>Eine Nachschrift aus der Sammlung Johann Jakob
                  Simlers; 4 ungez. Bl.; falsch datiert auf 8. Juli.</p>
              </physDesc>
            </msDesc>
          </listBibl>
          <listBibl type="editions">
            <rs type="bibl" ref="#strickler_actensammlung_1878"> 4, 621–624</rs>
            <rs type="bibl" ref="#bullinger_schriften_zum_tage_2006">, 24–33</rs>
          </listBibl>
          <listBibl type="literature">
            <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905"> 2, 444</rs>
          </listBibl>
        </div>
        <div type="contents">
          <head level="1">Entstehung und Inhalt</head>
          <p>Anfang Juli 1532 forderten <rs type="person" ref="#karl_v_kaiser">Kaiser Karl V.</rs>
            und der französische König <rs type="person" ref="#franz_i">Franz I.</rs> auf der
            Tagsatzung in <rs type="place" ref="#baden_aargau">Baden</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a1" ref="#n1" n="1"/> die <rs type="place" ref="#schweiz">Schweizer</rs>
            Stände auf, den Feldzug gegen die Türken, die in jenen Monaten vor <rs type="place" ref="#wien">Wien</rs> standen,<anchor type="footnote" xml:id="a2" ref="#n2" n="2"/> zu
              unterstützen.<anchor type="footnote" xml:id="a3" ref="#n3" n="3"/> Bei dem hier
            edierten Dokument, das <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> in
            einem handschriftlichen Vermerk auf den 17. Juli 1532 datierte,<anchor type="footnote" xml:id="a4" ref="#n4" n="4"/> handelt es sich um einen Fürtrag<anchor type="footnote" xml:id="a5" ref="#n5" n="5"/> mit der Stellungnahme der <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Prediger vor dem Kleinen Rat, die wahrscheinlich
            größtenteils von <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a6" ref="#n6" n="6"/> und <rs type="person" ref="#jud_leo">Jud</rs> verfasst, aber von allen ihren Kollegen, einschließlich <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>, unterzeichnet wurde.</p>
          <p>In ihrem <quote>Fürtrag</quote> thematisieren die <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Theologen – meist indirekt – die Inkonsequenz der beiden Landesherren,
            die zwar behaupten würden, für die Wahrung des christlichen Glaubens kämpfen zu wollen,
            in der Praxis aber nur an ihren persönlichen materiellen Vorteil dächten. Die mangelnde
            Unterstützung für <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs> in der Auseinandersetzung
            mit den Fünf Orten nach dem Zweiten Kappeler Krieg,<anchor type="footnote" xml:id="a7" ref="#n7" n="7"/> die Heiratspolitik, die den Kaiser und den französischen König trotz
            vorangegangener Konflikte kürzlich zu Verwandten gemacht hatte, und vor allem ihre
            blutige Rivalität in den italienischen Kriegen, die – auch durch die Intrigen des
              Papsttums<anchor type="footnote" xml:id="a8" ref="#n8" n="8"/> – den Eidgenossen so
            viel Schaden zugefügt hatte,<anchor type="footnote" xml:id="a9" ref="#n9" n="9"/> nehmen
            einen großen Teil des Textes ein. Die angeführten Beispiele untermauern die Aufforderung
            an den Stadtrat, sich nicht auf ein Spiel einzulassen, dessen Ziele unklar seien. Ein
            solches werde mit Sicherheit zu Schaden an der einfachen <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Bevölkerung führen, deren Männer in ähnlichen Situationen schon vielfach
            in den Tod geschickt worden seien,<anchor type="footnote" xml:id="a10" ref="#n10" n="10"/> weshalb <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs> schon mehrmals für ein Verbot der
            Entsendung von Söldnern ins Ausland gestimmt hatte.<anchor type="footnote" xml:id="a11" ref="#n11" n="11"/> Im letzten Teil ihres <quote>Fürtrags</quote> thematisieren die
            Theologen dann direkt die ungarische Situation, indem sie suggerieren, dass hinter dem
            Vorwand, die Türken zu bekämpfen, vielmehr die persönlichen Ziele von <rs type="person" ref="#ferdinand_i_kaiser">Ferdinand I.</rs>, dem Bruder <rs type="person" ref="#karl_v_kaiser">Karls V.</rs>, stünden, der <rs type="person" ref="#zapolya_johann">Johann Zápolya</rs> die ungarische Königskrone nehmen
              wolle.<anchor type="footnote" xml:id="a12" ref="#n12" n="12"/> Die Ratsherren werden
            daher aufgefordert, zunächst sorgfältig zu prüfen, wer wirklich Anspruch auf dieses Land
            erheben dürfe, und für den Fall, dass <rs type="person" ref="#ferdinand_i_kaiser">Ferdinand</rs> diesen legitim erhebe, sei sorgfältig abzuklären, unter welchen
            Bedingungen Schweizer Soldaten gegen die Türken ins Feld ziehen sollten, denn sie würden
            weit entfernt von der Heimat unter der Führung von Herrschern kämpfen, die die
            evangelischen Schweizer als Ketzer betrachten und sie als Feinde behandeln
              würden.<anchor type="footnote" xml:id="a13" ref="#n13" n="13"/> Die
            Argumentationsstrategie der Schweizer Theologen wird am Ende des Textes deutlich, als
            sie darauf drängen, sich allein an die göttliche Wahrheit zu halten und im Wissen um die
            Strafen, die Gott den Menschen zu Recht auferlegt, alles zu tun, um dem Volk unnötige
            Gefahren und voraussichtlich zu ertragendes Leid zu ersparen.<anchor type="footnote" xml:id="a14" ref="#n14" n="14"/>
                    </p>
          <p>Die Position der <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> stimmt mit derjenigen der
            anderen evangelischen Eidgenossen überein.<anchor type="footnote" xml:id="a15" ref="#n15" n="15"/> Ob <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
            direkt an der konzeptionellen Vorbereitung des hier edierten <quote>Fürtrags</quote>
            beteiligt war, ist nicht bekannt. Seine Unterschrift am Ende dieses Dokuments, im
            Wesentlichen in der gleichen Gruppe von Predigern, die 1532 andere offizielle Dokumente
            verabschiedeten, ist jedoch ein weiteres Indiz für seine Einbindung in die <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Kirche, nicht nur in theologischen und
            kirchlichen Angelegenheiten, sondern auch in außenpolitischen Fragen.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
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      <div type="crit_app"/>
      <div type="footnotes">
        <note type="footnote" xml:id="n1" ref="#a1" n="1">Sie fand vom 9. bis 10. Juli 1532 statt.
            <rs type="person" ref="#bullinger_heinrich">Bullinger</rs> notiert in a die Datierung
          des 8. Juli; siehe <ptr type="wdb" target="kgk_338_transcript.xml#_338t_101"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n2" ref="#a2" n="2">Zum historischen Kontext siehe <rs type="bibl" ref="#schulze_reich_1978"/>; <rs type="bibl" ref="#kaufmann_aspekte_2008">,
            9–26</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n3" ref="#a3" n="3">
                    <rs type="bibl" ref="#strickler_actensammlung_1878"> 4, Nr. 1766, 1767, 1770a und 1770c</rs>. Zum
          historischen Kontext und dem von <rs type="person" ref="#karl_v_kaiser">Karl V.</rs>
          initiierten Feldzug gegen die Türken im Sommer 1532, sowie zur Diskussion über die Türken
          auch auf dem <rs type="place" ref="#regensburg">Regensburger</rs> Reichstag siehe <rs type="bibl" ref="#westermann_tuerkenhilfe_1910"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n4" ref="#a4" n="4">Vgl. <rs type="bibl" ref="#bullinger_schriften_zum_tage_2006">, 26.</rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n5" ref="#a5" n="5">Zur Bedeutung dieses Begriffes siehe <ptr type="wdb" target="kgk_344_introduction.xml#n344i_102n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n6" ref="#a6" n="6">Zu seinem theologischen Kontext siehe <rs type="bibl" ref="#widmer_bullinger_2007">, 593–623</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n7" ref="#a7" n="7">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_338_transcript.xml#_338t_102"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n8" ref="#a8" n="8">Siehe z.B. <ptr type="wdb" target="kgk_338_transcript.xml#_338t_105"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n9" ref="#a9" n="9">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_338_transcript.xml#_338t_103"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_338_transcript.xml#_338t_104"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n10" ref="#a10" n="10">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_338_transcript.xml#_338t_106"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_338_transcript.xml#_338t_107"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n11" ref="#a11" n="11">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_338_transcript.xml#n338t_108n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n12" ref="#a12" n="12">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_338_transcript.xml#_338t_109"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n13" ref="#a13" n="13">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_338_transcript.xml#_338t_110"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n14" ref="#a14" n="14">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_338_transcript.xml#_338t_111"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n15" ref="#a15" n="15">Siehe den Brief der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> Prediger an die <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs>
          Prediger vom 17. Juli 1532 in <rs type="bibl" ref="#hbbw_1972"> 2, 162–164, Nr. 112</rs>,
          in dem die <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs> zahlreiche Bedenken bezüglich des
          Plans von <rs type="person" ref="#karl_v_kaiser">Karl V.</rs> äußerten. Vgl. auch die
          ablehnende Antwort auf die Einladung zur Teilnahme am Feldzug durch die Fünf Orte: Sie
          verfassten im Oktober einen Entschuldigungsbrief an den Kaiser, der die Nichtteilnahme der
          innerschweizer Stände allerdings verständnisvoll zur Kenntnis nahm, vgl. <rs type="bibl" ref="#eidgenoessische_abschiede_1839"> 4/1b, 1420 Nr. 761</rs>. Siehe auch <rs type="bibl" ref="#eidgenoessische_abschiede_1839"> 4/1b, 1384–1386, Nr. 740</rs>.</note>
      </div>
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