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        <title type="main">Verschollen: Andreas Karlstadt an Martin Bucer</title>
        <title type="short">Karlstadt an Brucer</title>
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          <persName>Stefania Salvadori</persName>
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          <persName>Jennifer Bunselmeier</persName>
          <persName>Moritz Laeger</persName>
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          <resp>Post-processing of TEI encoding</resp>
          <persName>Moritz Laeger</persName>
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        <publisher>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ptr type="link" target="http://www.hab.de"/>)</publisher>
        <date type="created" when="2025"/>
        <distributor>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</distributor>
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          <p>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ref type="copyright" target="http://diglib.hab.de/?link=012">copyright information</ref>)</p>
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        <bibl>
          <author>Andreas Karlstadt</author>
          <placeName>
                        <unclear>Basel</unclear>
                    </placeName>
          <date notBefore="1530-05-15" notAfter="1530-05-19">
                        <supplied>1530, zwischen 15. und 19.
              Mai</supplied>
                    </date>
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      <p>Zeichen aus der Private Use Area entsprechen MUFI 3.0 (http://mufi.info)</p>
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        <p>
                    <ref type="homepage" target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000216/start.htm">Kritische
            Gesamtausgabe der Schriften und Briefe Andreas Bodensteins von Karlstadt</ref>
                </p>
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      <div type="introduction_codex_lost">
        <div type="reference">
          <head level="1"/>
          <p>
                        <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Andreas Karlstadt</rs> an Martin <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs>, 19. Mai 1530 (<ptr type="wdb" target="kgk_324_introduction.xml"/>): <quote>Graciam Dei per Jesum Christum. Quae sub
              iuglande per nuncium ad te scripsi aut accepisti aut brevi accipies.</quote>
                    </p>
          <listBibl type="literature">
            <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905"> 2, 420</rs>
          </listBibl>
        </div>
        <div type="evidence">
          <head level="1">Inhaltliche Hinweise</head>
          <p>Nach einem etwa dreimonatigen Aufenthalt musste <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
            <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> wieder verlassen und begab sich nach
              <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs>, von wo aus er am 19. Mai an <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs> schrieb. Darin bezieht er sich auf ein
            Schreiben, das er wahrscheinlich einige Tage zuvor, während seiner Reise, über einen
            Boten verschickt hatte und das der <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs>
            Reformator in Kürze erhalten werde, sofern es nicht schon angekommen sei. Dieser heute
            verschollene Brief ist also vor dem 19. Mai und nach dem am 15. Mai verfassten und an
              <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> gerichteten
            Empfehlungsschreiben <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capitos</rs> für <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> zu datieren.<anchor type="footnote" xml:id="a1" ref="#n1" n="1"/>
                    </p>
          <p>Wann genau <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> eintraf, bleibt unsicher.
            Höchstwahrscheinlich dürfte es jedoch nach dem 15. Januar 1530<anchor type="footnote" xml:id="a2" ref="#n2" n="2"/> und vor Ende Februar 1530 gewesen sein.<anchor type="footnote" xml:id="a323i_103n" ref="#n323i_103n" n="3"/> Nicht klar ist, was <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs> meinte, als er <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> am 3. Februar 1530 aufforderte, darüber
            nachzudenken, was hinsichtlich <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>s zu antworten sei.<anchor type="footnote" xml:id="a323i_103-1n" ref="#n323i_103-1n" n="4"/> Es ist nicht auszuschließen, dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> zu diesem Zeitpunkt <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> bereits erreicht hatte, wo er sich in den darauf
            folgenden Monaten für die oberdeutsch-zwinglianisch orientierte Gemeinde in <rs type="place" ref="#ostfriesland">Ostfriesland</rs> einsetzte. <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampads</rs> Erwähnung der hinreichenden Tragödien und der
            Autorität der neuen Fürsten könnte ein Verweis auf <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Lebensweg und auf die kirchenpolitische
            Situation in <rs type="place" ref="#ostfriesland">Ostfriesland</rs> nach den durch den
            neuen Grafen <rs type="person" ref="#enno_ii_ostfriesland">Enno II.</rs> zwischen Ende
            1529 und Anfang 1530 eingeleiteten Reformen sein.<anchor type="footnote" xml:id="a5" ref="#n5" n="5"/>
                    </p>
          <p>Bei seiner Ankunft in <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> – bereits nach
            Mitte Januar oder im Laufe des Februars – überbrachte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> den oberdeutschen Reformatoren Gesuche und
            Schriften seiner Glaubensgenossen, vor allem seines Gönners <rs type="person" ref="#dornum_ulrich">Ulrich von Dornum</rs>. Am 9. März 1530 bat <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs>
            <rs type="person" ref="#philipp_i_hessen">Landgraf Philipp von Hessen</rs>,
            höchstwahrscheinlich auf Drängen der durch <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> sensibilisierten <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs>,
            er möge sich bei <rs type="person" ref="#enno_ii_ostfriesland">Enno II.</rs> für ihre
            Sache einsetzen: Dieser habe unter dem Druck <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> und <rs type="person" ref="#osiander_andreas">Osianders</rs> alle
            Prediger ausgewiesen, die eine figurative Sakramentenlehre teilten; der Eingriff des
            Landgrafen sei geboten – so <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> –,
            damit das Wort Gottes nicht mit der <quote>Gewalt der Sachsen</quote> (d.h. der <rs type="place" ref="#wittenberg">Wittenberger</rs>), sondern mit der <quote>Gewalt des
              Geistes</quote> (<rs type="biblical" cRef="Rm_15,18">Röm 15,18</rs>) verteidigt
              werde.<anchor type="footnote" xml:id="a6" ref="#n6" n="6"/>
            <rs type="person" ref="#philipp_i_hessen">Philipp von Hessen</rs> muss dieser
            Aufforderung sofort nachgekommen sein, da <rs type="person" ref="#enno_ii_ostfriesland">Enno II.</rs> ihm bereits am 25. März eine lange Antwort schickte.<anchor type="footnote" xml:id="a323i_106n" ref="#n323i_106n" n="7"/> Laut eines Briefes <rs type="person" ref="#dornum_ulrich">Ulrichs von Dornum</rs> vom 23. Mai 1530 hatten im
            Frühling 1530 jedoch nicht nur <rs type="person" ref="#philipp_i_hessen">Philipp von
              Hessen</rs>, sondern auch der <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs> Rat
            und andere gelehrte Männer an <rs type="person" ref="#enno_ii_ostfriesland">Enno
              II.</rs> geschrieben, die sogar dessen Einstellung etwas mäßigen konnten.<anchor type="footnote" xml:id="a8" ref="#n8" n="8"/> Die Mobilisierung der Schweizer und
            oberdeutschen Theologen gegen die Lutheraner in <rs type="place" ref="#ostfriesland">Ostfriesland</rs> ist sicherlich – zumindest teilweise – auf die von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> während seines dreimonatigen
            Aufenthalts in <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> und weitgehend in
            Übereinstimmung mit <rs type="person" ref="#dornum_ulrich">Ulrich von Dornum</rs>
            betriebene Propaganda zurückzuführen.<anchor type="footnote" xml:id="a9" ref="#n9" n="9"/>
                    </p>
          <p>Über den Aufenthalt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> in <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> ist bisher nur wenig bekannt. Er
            erreichte die Reichsstadt allein. Spätestens Ende Februar folgte ihm seine
              Familie.<anchor type="footnote" xml:id="a10" ref="#n10" n="10"/> Zu dieser Zeit
            berichtete <rs type="person" ref="#gerbel_nikolaus">Gerbel</rs>
            <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> von der freundlichen Aufnahme <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>;<anchor type="footnote" xml:id="a11" ref="#n11" n="11"/> wer ihm half, ist nicht bekannt, sicher ist nur, dass
            auch <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucers</rs> Frau ihm gegenüber während seines
            Aufenthaltes Großzügigkeit zeigte.<anchor type="footnote" xml:id="a12" ref="#n12" n="12"/> Vor allem äußerte <rs type="person" ref="#gerbel_nikolaus">Gerbel</rs> seine
            Befürchtung, dass der kürzlich Zugereiste angesichts der Auseinandersetzungen zwischen
              <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> und <rs type="place" ref="#wittenberg">Wittenberg</rs> viele neue Beleidigungen gegen <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> und seine Anhänger verbreiten könnte.<anchor type="footnote" xml:id="a13" ref="#n13" n="13"/> Parallel zu seinen Bemühungen, seine
            ostfriesischen Freunde zu unterstützen, dürfte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> seine Kritik gegen die <rs type="place" ref="#wittenberg">Wittenberger</rs> in jener Zeit verschärft haben. In den
            darauffolgenden Monaten wurde seine Anwesenheit in der Stadt nicht nur unmittelbar mit
            den Täufern in Verbindung gebracht,<anchor type="footnote" xml:id="a323i_106-1n" ref="#n323i_106-1n" n="14"/> sondern von den <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburgern</rs> auch als eine Quelle ständiger Angriffe angesehen.<anchor type="footnote" xml:id="a15" ref="#n15" n="15"/> Außerdem spitzte sich der
            Abendmahlsstreit wieder zu, diesmal vor allem in einer Auseinandersetzung mit <rs type="person" ref="#melanchthon_philipp">Melanchthon</rs>. Dieser hatte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> bereits zwischen Januar und
            Februar 1530 im Widmungsbrief an <rs type="person" ref="#myconius_friedrich">Friedrich
              Myconius</rs> zu seiner Schrift <term type="title">Sententiae veterum de coena
              domini</term> heftig angegriffen.<anchor type="footnote" xml:id="a16" ref="#n16" n="16"/>
            <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> wiederum plante im April eine
            Erwiderung auf <rs type="person" ref="#melanchthon_philipp">Melanchthons</rs>
              Angriff,<anchor type="footnote" xml:id="a323i_105n" ref="#n323i_105n" n="17"/> die er
            dann jedoch <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs> überließ.<anchor type="footnote" xml:id="a18" ref="#n18" n="18"/> Die Anwesenheit <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> in der Reichsstadt, in der er auch gepredigt
              hatte,<anchor type="footnote" xml:id="a19" ref="#n19" n="19"/> führte schnell zu
            Spannungen und zur offenen Kritik von Seiten <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs>.<anchor type="footnote" xml:id="a20" ref="#n20" n="20"/> Die dadurch
            möglicherweise entstehenden Konflikte mit dem sächsischen Kurfürsten beunruhigten den
              <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs> Rat, der am 9. Mai beschloss, <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> solle durch zwei Verordnete
            aufgefordert werden, nach <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> oder <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs> zu gehen.<anchor type="footnote" xml:id="a323i_104n" ref="#n323i_104n" n="21"/> Der Aufenthalt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> in <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> – der allerdings
            bereits im März nicht selbstverständlich gewesen zu sein scheint<anchor type="footnote" xml:id="a323i_100n" ref="#n323i_100n" n="22"/> – endete wenige Tage später. Vor seiner
            Abreise gaben <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs> und <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> ihm zwei Briefe für <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> mit, in denen sie <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in den höchsten Tönen lobten und den <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Reformator baten, ihn aufzunehmen.</p>
          <p>Den ersten, am 14. Mai datierten Brief verfasste <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs>. Da es nicht möglich sei, ihn in <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> zu halten, werde <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> nach <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs> geschickt.<anchor type="footnote" xml:id="a23" ref="#n23" n="23"/>
            <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs> erinnert <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> an die vielen Qualen, die <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> erlitten habe, und versichert, er könne
            sorglos aufgenommen werden. <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs> verschweigt
            zugleich nicht, wie unbändig (<quote>feroculus</quote>) <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> bei Ausbruch des ersten Abendmahlsstreits
            gewesen sei, betont jedoch, dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">er</rs> nach
            den vielen Verfolgungen so sehr gezähmt und von der Erkenntnis Christi durchdrungen sei,
            dass <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> ihn bewundern werde. Seine
            dogmatische Stellung – auch in der Frage der Taufe – erwecke keine Sorge. <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs> weist ferner darauf hin, dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
            <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> persönlich erklären werde, warum
            er 1524 bei seinem ersten Aufenthalt in der Stadt an der Limmat den <rs type="place" ref="#zuerich">Zürcher</rs> Reformator nicht getroffen habe, er habe ihn aber nicht
            missachten und noch weniger der sich damals gerade entwickelnden Partei der Täufer
            Zuneigung zeigen wollen.<anchor type="footnote" xml:id="a24" ref="#n24" n="24"/>
            Stattdessen erinnert <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs> daran, dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> die abergläubischen Irrlehren
            über das Abendmahl zwar nicht bedächtig, aber tapfer und als erster angegriffen und
            deswegen unendlich gelitten habe und daher von überall vertrieben worden sei. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> müsse mehr als jeder andere als
            Freund und mit größtem Verständnis aufgenommen werden.<anchor type="footnote" xml:id="a25" ref="#n25" n="25"/> Am Ende seines Briefes bittet <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs>
            <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs>, <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> bei der Abfassung seiner Widerlegung der
            lutherischen Lehre zu helfen. Er überlässt <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> die Aufgabe, die notwendigen Korrekturen an dieser, wahrscheinlich
            bereits im April geplanten Schrift <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> gegen <rs type="person" ref="#melanchthon_philipp">Melanchthon</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a26" ref="#n26" n="26"/> zu
            beaufsichtigen sowie dafür zu sorgen, dass er eine Anstellung finde, die es ihm
            ermögliche, sich und seine Familie zu ernähren. <anchor type="wdb" xml:id="_323i_102" spanTo="#_323i_102_end" place="start" subtype="span"/>Am nächsten Tag, dem 15. Mai,
              <term type="term">terminus post quem</term> des in dieser Einheit dokumentierten
            verlorenen Briefes <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>, verfasste
              <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> ein ebenfalls an <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> gerichtetes Empfehlungsschreiben,
            das im Wesentlichen <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucers</rs> Argumente
              wiederholt.<anchor type="wdb" xml:id="_323i_102_end" place="end" subtype="span"/> Die
              <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs> Theologen hätten <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>, der wegen des Abendmahlsstreits ins Exil
            gezwungen worden sei, sorgfältig geprüft und seine Anschauungen letztlich bewilligt. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Seine</rs> Sinnesart und Natur schienen zwar
            hart zu sein, sein Wesen jedoch gut und nutzbringend, ohne zu sektiererischem Geist zu
            neigen. Sein Glaube sei durch das Kreuz, das er ertragen habe, gewachsen. <rs type="person" ref="#capito_wolfgang">Capito</rs> schloss den Brief mit der Bitte, <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> möge für <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> eine Stelle finden, da er mittellos sei,
            überreich bedacht nur mit dem Hass der Lutheraner. Der <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs> Reformator schloss mit der Bemerkung, eine
            Verbesserung der eigenartigen Mundart <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> sei noch nicht aussichtslos.<anchor type="footnote" xml:id="a323i_107n" ref="#n323i_107n" n="27"/> Mit diesen zwei Empfehlungsschreiben
            für <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> reiste <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> mit seiner Familie in Richtung <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> ab.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="crit_app"/>
      <div type="footnotes">
        <note type="footnote" xml:id="n1" ref="#a1" n="1">S. u. <ptr type="wdb" target="kgk_323_introduction.xml#_323i_102"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n2" ref="#a2" n="2">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_322_introduction.xml"/>. Der <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs>
          <rs type="person" ref="#oecolampad">Reformator</rs> selbst, der <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> einen Auszug aus dem Brief mitteilte, scheint
          keine Hinweise auf <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>
          bevorstehende Ankunft zu haben.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n323i_103n" ref="#a323i_103n" n="3">Vgl. den Brief von <rs type="person" ref="#gerbel_nikolaus">Nikolaus Gerbel</rs> an <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> von etwa Ende Februar 1530, in dem er über die Ankunft
            <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> und den freundlichen Empfang
          desselben in der Stadt berichtet, vgl. <rs type="bibl" ref="#wa_b"> 5, 245–247 Nr. 1533,
            hier insbesondere 246,34–42</rs>: <quote>Die enim Lunae ad nos venit <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Carolstadius</rs>, humaniter et sedulo a nostris exceptus, et
            quoniam prior ignis, quem superioribus annis incendit, nondum satis arsit, alium forsan
            est excitaturus. Quamquam vero ab illorum sodalitio prorsus sum exclusus, neque mecum
            quicquam communicant, id quod satis mihi commodum est, tamen vereor, ne te veteri odio
            et recenti nostrorum in te indignatione <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Carolstadius</rs> apud hos multis oneret contumeliis. Sed benedictus Deus, qui animum
            tibi dedit, haec atque alia fortiter perferendi.</quote>. Anfang März übermittelt <rs type="person" ref="#melanchthon_philipp">Melanchthon</rs> auch <rs type="person" ref="#aquila_kaspar">Caspar Aquila</rs> laut <rs type="bibl" ref="#mbw_T_TEMP"> 4/1,
            66,4–8 Nr. 871</rs> die Nachricht von der Ankunft <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> und seiner Familie in <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> – was darauf hindeutet, dass diese schon im Februar
          stattfand. Am 12. März 1530 wird <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
          von <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> eindeutig in <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> nachgewiesen, s.u. <ptr type="wdb" target="kgk_323_introduction.xml#n323i_100n"/>. Auch Barge vermutet, dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> im Februar 1530 in <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> eintraf, vgl. <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905"> 2, 411</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n323i_103-1n" ref="#a323i_103-1n" n="4">
                    <rs type="bibl" ref="#oekolampad_briefe_1934">, 2, 416 Nr. 723</rs>: <quote>Vide, quid sit de <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Carolstodio</rs>[!] respondendum! Est, opinor,
            satis tragoediarum, et tamen autoritas novorum ducum conficienda est.</quote>. Vgl. auch
            <rs type="bibl" ref="#capito_correspondence_2005"> 2, 403 Nr. 402</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n5" ref="#a5" n="5">Siehe vorherige <ptr type="wdb" target="kgk_323_introduction.xml#n323i_103-1n"/> und zum kirchenpolitischen Kontext <ptr type="wdb" target="kgk_322_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n6" ref="#a6" n="6">Vgl. <rs type="bibl" ref="#zwingli_werke_1905"> 10, 498,4–499,12 Nr. 992</rs>. <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> kündigt auch einen Brief <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampads</rs> an, der heute verschollen ist.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n323i_106n" ref="#a323i_106n" n="7">Das Original der Antwort
          von <rs type="person" ref="#enno_ii_ostfriesland">Enno II.</rs> an <rs type="person" ref="#philipp_i_hessen">Philipp von Hessen</rs> findet sich im StA Marburg, Bestand 3
          Nr. 2377.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n8" ref="#a8" n="8">Der Brief ist ediert in <rs type="bibl" ref="#bucer_briefwechsel_1979"> 4, 103–105 Nr. 300, hier vor allem 105,1–4</rs> mit
          Verweis auf einen heute verschollenen Brief <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>. Der Inhalt des Briefes ist ausführlich erläutert in <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905"> 2, 413–415</rs> (der Text ist auch als Anlage Nr. 31 dort
          abgedruckt). Zum Briefverkehr zwischen <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> und <rs type="person" ref="#dornum_ulrich">Ulrich von Dornum</rs> in
          jenen Monaten siehe <ptr type="wdb" target="kgk_325_introduction.xml"/>. Ob es
          ausgerechnet die Einschaltung der von <rs type="person" ref="#dornum_ulrich">Ulrich von
            Dornun</rs> und <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> mobilisierten
          schweizerischen und oberdeutschen Reformer war, die das Scheitern der lutherisch gesinnten
          Kirchenreform <rs type="person" ref="#enno_ii_ostfriesland">Ennos II.</rs> bewirkte, wie
            <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905"> 2, 415</rs> zu vermuten scheint, bleibt
          offen. Bereits nach der Verkündigung der neuen Kirchenordnung in <rs type="place" ref="#ostfriesland">Ostfriesland</rs> zwischen Dezember 1529 und Januar 1530 hatte die
          Mehrheit der <quote>zwinglianischen</quote> Prediger, die ihre Stellen verloren hatten,
          wieder eine neue gefunden. <rs type="person" ref="#hoffman_melchior">Hoffman</rs> selbst
          kehrte im Mai 1530 nach <rs type="place" ref="#emden">Emden</rs> zurück und wirkte dort
          monatelang ungestört; siehe <rs type="bibl" ref="#deppermann_hoffman_1979">,
          271–277</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n9" ref="#a9" n="9">In seinem Brief vom 23. Mai an die
          Straßburger stellt <rs type="person" ref="#dornum_ulrich">Ulrich von Dornum</rs> ebenfalls
          fest, dass diese über die Situation in <rs type="place" ref="#ostfriesland">Ostfriesland</rs> informiert gewesen sein müssen – durch <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> oder durch Ulrichs Briefe an <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> (der vermutlich seine Kontaktpersonen in der <rs type="place" ref="#strasbourg">Reichsstadt</rs> über die Korrespondenz aus Friesland
          unterrichtete). Siehe in diesem Zusammenhang <rs type="bibl" ref="#bucer_briefwechsel_1979"> 4, 104,8–10 Nr. 300</rs>. Hier sei auch an <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> Brief an <rs type="person" ref="#cordatus_konrad">Konrad Cordatus</rs> vom 10. Februar 1530 erinnert, in dem sich
          der <rs type="place" ref="#wittenberg">Wittenberger</rs> Reformator über die von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> mittels Briefen verbreiteten
          Vorwürfe beschwert. <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> ging damals aber
          davon aus, <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> sei noch in <rs type="place" ref="#ostfriesland">Ostfriesland</rs>: <quote>
                        <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Carlstadius</rs> resuscitatur a Satana in <rs type="place" ref="#ostfriesland">Frisia</rs>, et agit nobis pro servata vita dignas gratias,
            infernalibus literis passim me et nostros crimitaus. Tu ora contra eum, ut reddat ei
            Dominus statim secundum opera sua. Nulla enim spes est, eum recovari a blasphemiis et
            furiis in Christum posse.</quote> (<rs type="bibl" ref="#wa_b"> 5, 238,11–15 Nr.
            1528</rs>). Siehe dazu auch <ptr type="wdb" target="kgk_325_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n10" ref="#a10" n="10">Anfang März gibt <rs type="person" ref="#melanchthon_philipp">Melanchthon</rs> bereits Nachricht bezüglich <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> mit seiner Familie; siehe die in <ptr type="wdb" target="kgk_323_introduction.xml#n323i_103n"/> zitierte Stelle.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n11" ref="#a11" n="11">S.o. <ptr type="wdb" target="kgk_323_introduction.xml#n323i_103n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n12" ref="#a12" n="12">
                    <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> richtete nach seiner Ankunft in <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> am 19. Mai 1530 ein warmes Dankeswort an sie; vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_324_transcript.xml#_324t_101"/>. Siehe auch die späteren
          Äußerungen von <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Simon Grynaeus</rs> in einem Brief
          an <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs>, datiert zwischen Mitte Oktober und
          12. November 1530, wo es laut Editoren des Bucers Briefwechsels um eine Zahlung geht, die
            <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Grynaeus</rs> im Auftrag <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampads</rs> an <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs>s
          Frau für die Beherbergung <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> und
          seiner Familie geleistet hatte; <rs type="bibl" ref="#bucer_briefwechsel_1979"> 5,
            20,2–21,4 Nr. 348</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n13" ref="#a13" n="13">Siehe den in <ptr type="wdb" target="kgk_323_introduction.xml#n323i_103n"/> zitierten Text. <rs type="person" ref="#gerbel_nikolaus">Gerbel</rs> spezifiziert nicht, an welchem Montag des Monats <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in der Stadt eintraf.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n323i_106-1n" ref="#a323i_106-1n" n="14">In diesem Sinne ist
          auch <rs type="person" ref="#melanchthon_philipp">Melanchthons</rs> Brief an <rs type="person" ref="#beyer_christian">Christian Beyer</rs> vom 31. März 1530 zu lesen, in
          dem er insinuiert, der als Täufer gebrandmarkte Theologe <rs type="person" ref="#campanus_johannes">Johannes Campanus</rs> sei auf dem Weg nach <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs>, um sich <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> und seinen anderen Gleichgesinnten anzuschließen. Im selben Brief
          referiert <rs type="person" ref="#melanchthon_philipp">Melanchthon</rs> einen Bericht aus
            <rs type="place" ref="#nuernberg">Nürnberg</rs>, dass die <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs> und andere das Widerstandsrecht gegen den Kaiser
          propagieren würden, vgl. <rs type="bibl" ref="#mbw_T_TEMP"> 4/1, 111f. Nr. 886</rs>.
          Eindeutig zu erkennen ist hier <rs type="person" ref="#melanchthon_philipp">Melanchthons</rs> Strategie, die nicht nur religiöse, sondern auch politische Argumente
          formuliert.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n15" ref="#a15" n="15">
                    <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> an <rs type="person" ref="#melanchthon_philipp">Melanchthon</rs>, 29. April
          1530: <quote>Adiuro vos, ut nuntium hunc Ionensem iubeatis rursum a nobis litera donum
            recipere. Argentinae quid agant, vide. Sed <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Carlstadius</rs> meam prophetiam veram faciet, qua dixi eum non credere Deum esse;
            sed vadant et faciant.</quote> (<rs type="bibl" ref="#wa_b"> 5, 298,6–9 Nr. 1558</rs> =
            <rs type="bibl" ref="#mbw_T_TEMP"> 4/1, 132,7–133,10 Nr. 893</rs>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n16" ref="#a16" n="16">Vgl. <rs type="bibl" ref="#melanchthon_sententiae_veterum_1530">, Widmungsbrief ediert in MBW.T 4/1, 42–50
            Nr. 863 hier v.a. 48,48–49,78</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n323i_105n" ref="#a323i_105n" n="17">Vgl. <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs> an <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs>, 26. April 1530: <quote>Si <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Carlstadius</rs> Philippicis ineptiis probe responderit, labore sublevabimur; sin
            minus, parata est epistola, quam <rs type="place" ref="#marburg">Marpurgi</rs> illi
            obtuli, quae hunc miselli conatum perdet, pauculis quibusdam additis, nisi tibi secus
            consultum videatur. Respondebit autem <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Carlstadius</rs> consciis nobis.</quote> (<rs type="bibl" ref="#zwingli_werke_1905">
            10, 552,2–6 Nr. 1013</rs>). Dieser wie auch der in <ptr type="wdb" target="kgk_323_introduction.xml#n323i_100n"/> zitierte Brief zeigen, dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> noch während seines Aufenthalts in
            <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> direkten Kontakt zu <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs> und über ihn zu <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> pflegte.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n18" ref="#a18" n="18">Zur Schrift <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampads</rs> gegen <rs type="person" ref="#melanchthon_philipp">Melanchthon</rs> siehe die Einleitung zu <ptr type="wdb" target="kgk_324_introduction.xml"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_324_transcript.xml#n324t_101n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n19" ref="#a19" n="19">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_323_introduction.xml#n323i_104n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n20" ref="#a20" n="20">Siehe den Brief <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> an <rs type="person" ref="#philipp_i_hessen">Landgraf
            Philipp von Hessen</rs>, 20. oder 22. Mai 1530, <rs type="bibl" ref="#wa_b"> 4, 328–332,
            Nr. 1573, hier v.a. 331,66–69</rs>: <quote>Ich will schweigen, wie unfreundlich sie mit
            uns izt fahren: nehmen den <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> zu
            sich, gläuben allen den greiflichen Lügen, so der elend Mensch wider uns erdichtet, und
            muss wohlgetan sein, verteidigen ihn, Gott weiß wie lange.</quote>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n323i_104n" ref="#a323i_104n" n="21">Die bereits in <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905"> 2, 416 Anm. 44</rs> erwähnte Quelle aus dem <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs> Ratsprotokoll ist ediert in <rs type="bibl" ref="#cornelius_geschichte_1860"> 2, 276</rs>: <quote>Mo. p. Jubilate. [9.
            Mai 1530]. Item als der <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Carlstat</rs> hie, so
            in unwillen dem churf. zu Sachsen stat und mhh. viel red darausz entstat, hat auch hie
            gepredigt; erkl.: zwen hh. verordnen, die in beschicken und fürhalten, was mhh.
            sinethalb anlang, und daruf an in begern, mhh. und im zu gut sich hinweg zu thun, es sei
            gen <rs type="place" ref="#basel">Basel</rs> oder <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs>, do er sicher sin mag.</quote>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n323i_100n" ref="#a323i_100n" n="22">Vgl. den Brief <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwinglis</rs> an <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs> vom 12. März 1530: <quote>De Carolostadio arbitror te
            nunc et a nobis et ab illo accepisse literas. Mihi magis videtur, ut Argentorati
            maneat.</quote> (<rs type="bibl" ref="#zwingli_werke_1905"> 10, 511,10f.</rs>). Wir
          haben keine Hinweise darauf, ob und welche Briefe <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs> von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> erhielt.
          Sicher scheint jedoch zu sein, dass in den Monaten, in denen <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> war, der Briefwechsel mit dem <rs type="place" ref="#basel">Basler</rs>
          Reformator – der als Vermittler zwischen <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> und <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> agierte –
          nie abbrach. Vgl. auch oben <ptr type="wdb" target="kgk_323_introduction.xml#n323i_105n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n23" ref="#a23" n="23">Der Brief ist neu ediert in <rs type="bibl" ref="#bucer_briefwechsel_1979"> 4, 97–100 Nr. 298, hier v.a. 98,2–28 und
            100,5–14</rs> (= <rs type="bibl" ref="#zwingli_werke_1905"> 10, 574f. Nr. 1023, hier
            v.a. 574,2–575,22 und 577,7–16</rs>): <quote>Quandoquidem apud nos nulla sit spes huic
            fratri nostro prospiciendi, visum est eum ad te mittere, cui obtigit messis amplior.
            Oramus igitur te, ut illum commendatum habeas tanquam non solum cruce probatissimum, sed
            etiam vita et moribus sic nobis exploratum, ut non dubitemus in nos recipere, te Christi
            gloriae egregie inserviturum, si eum ecclesiae ministerio inserveris. Feroculus olim
            erat, ut ferebat, et <rs type="person" ref="#luther_martin">Lutheri</rs> ferocissimi
            convictus et incredibilis insolentium ceptorum successus, qui quemlibet modestum
            insolescere facere potuit. Iam diutina persequutione et gravissimorum casuum tolerantia
            ita fractus et cicuratus est, tum Christo dignissimis opinionibus imbutus, ut certo
            sciamus eum admirationi tibi futurum. Nec est, quod dogmatum in eo peregrinitatem
            verearis; per omnia <foreign xml:lang="grc-Grek">&lt;om'oyhoc ka&gt;i
              &lt;om'odoxoc</foreign> est, etiam circa baptisma. Quod te insalutato <rs type="place" ref="#zuerich">Tiguro</rs> discesserit, cum ante aliquot annos ilic fuisset, eam
            causam dicet, ex qua satis intelliges, nequaquam id factum tui fastidio, multo minus
            factionis, quae tum suppullulabat, studio. Iam non dubitamus haud leve apud te momentum
            habiturum, quod cum primis renati evangelii adsertoribus operam admodum strenuam
            navavit, tum praecipue, quod primus et si non tam consulto quam fortiter, basim omnis
            superstitionis, errorem illum circa eucharistiam, expugnare adortus est; eaque causa
            hactenus ea pertulit et, quod unice urere solet, a fratribus, quae nemo verbis satis
            explicaverit. Certe, si quisquam Christi nomine amice nobis et benigne excipiendus est,
            hic excipiendus est tum amantissime tum prolixissime, hac maxime aetate, tam constanti
            et syncera pietate, tot crucibus exercitus et propter Christum ubique gentium fere exul,
            odio denique flagrans maiore quam quisquam alius, etiam apud eos, qui Christo in primis
            ordinibus merere sibi videntur. Sed haec satis superque tibi, qui etiam Christiani
            exercitus calones, nedum talem triarium, benevolentia inusitata accipere et fovere
            soleas. <gap/> Unum praeterea te magnopere oro, innocenti huic fratri nostro adisis, quo
            scripto publico depellat calumniam Lutheranorum, qui illum passim periurii infamant,
            quasi iurasset principi, inscio et invito ipso ditionem eius non eggressurum, quod
            purum, putum mendacium est. De reliquo scripto vos curabitis. Si uxor eius cum liberis
            non tam mature advenisset, moderati ipsi illud fuissemus, ne quis iure eo potuisset
            offendi, sicque moderatum vestrae quoque censurae idem obtulissemus. Nunc cum visum sit
            maturis ad vos concedere, si forsam citius ipsi dominus prospecturus sit, quo contingat,
            unde uxorem et liberos alat, oramus, et hanc in re adsitis.</quote>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n24" ref="#a24" n="24">Gemeint ist <rs type="person" ref="#grebel_konrad">Konrad Grebels</rs> Kreis, mit dem <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> während seines ersten Aufenthalts in <rs type="place" ref="#zuerich">Zürich</rs> in Herbst 1524 Kontakte hatte, siehe <ref type="print">KGK VII, Nr. 281, S. 666</ref>; zu den ersten Kontakten Karlstadts mit <rs type="person" ref="#grebel_konrad">Grebel</rs> (und seinem Kreis) siehe <ref type="print">KGK VII, Nr. 268</ref>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n25" ref="#a25" n="25">Siehe auch die Argumentation des <rs type="person" ref="#grynaeus_simon">Simon Grynaeus</rs> in seinem Brief an <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> von etwa Mitte Juni 1530 in <ptr type="wdb" target="kgk_326_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n26" ref="#a26" n="26">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_323_introduction.xml#n323i_105n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n323i_107n" ref="#a323i_107n" n="27">Der Brief ist ediert in
            <rs type="bibl" ref="#zwingli_werke_1905"> 10, 580–582 Nr. 1025, hier v.a. 580, 2–6 und
            582,12–17</rs>: <quote>
                        <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Carolstadium</rs>
            exulem autoritate <rs type="person" ref="#luther_martin">Lutheri</rs> propter assertam
            etiam nunc veritatem eucharistie, apud nos per hos dies conversatum, non potuimus non
            vehementer probare. Ingenio et natura duriore apparet, sed animo putamus equo et ad
            edificationem, non ad sectas spectanti. Tantum potest crucis usus, quo plurimum illi
            fides adolevit. <gap/> Ad finem, rogo, amplectaris <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Carolstadium</rs>, dispicias, ubi vitam degat, donec in
            ministrum verbi inaugurari possit. Inops rerum est, odio Lutherano plus satis abundans
            et gravatus maiorem in modum <rs type="place" ref="#wittenberg">Wittenbergensium</rs>
            autoritate. Quod ad linguam attinet, non est omnino desperatum. In sententiis erit
            concors. Erudivit eum durus magister, adversa toties experientia.</quote> Vgl. auch <rs type="bibl" ref="#capito_correspondence_2005"> 2, 421 Nr. 410</rs>.</note>
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