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        <title type="main">Andreas Karlstadt an Landgraf Philipp von Hessen</title>
        <title type="short">Karlstadt an Lgf. Philipp</title>
        <title type="quote_title">Karlstadt an Lgf. Philipp</title>
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          <persName>Stefanie Fraedrich-Nowag</persName>
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          <persName>Jennifer Bunselmeier</persName>
          <persName>Moritz Laeger</persName>
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          <resp>Post-processing of TEI encoding</resp>
          <persName>Moritz Laeger</persName>
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      <publicationStmt>
        <publisher>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ptr type="link" target="http://www.hab.de"/>)</publisher>
        <date type="created" when="2025"/>
        <distributor>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</distributor>
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          <p>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ref type="copyright" target="http://diglib.hab.de/?link=012">copyright information</ref>)</p>
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        <bibl>
          <author>Andreas Karlstadt</author>
          <placeName>Oldersum</placeName>
          <date when="1529-08-19">1529, 19. August</date>
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      <p>Zeichen aus der Private Use Area entsprechen MUFI 3.0 (http://mufi.info)</p>
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        <p>
          <ref type="homepage" target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000216/start.htm">Kritische
            Gesamtausgabe der Schriften und Briefe Andreas Bodensteins von Karlstadt</ref>
        </p>
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        <div type="history_of_the_work">
          <head level="1">Überlieferung</head>
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              <msIdentifier>
                <repository>HStAM Marburg</repository>
                <idno type="signatur">3, 245</idno>
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                  <idno type="signatur">a</idno>
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              <msContents>
                <msItem>
                  <locus>fol. 38<hi rend="super">r</hi>–39<hi rend="super">r</hi>
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                  <title/>
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              <physDesc>
                <p> Eine Abschrift von unbekannter Schreiberhand; fol. 39<hi rend="super">r</hi>
                  Dorsalvermerk: <quote>19 Augusti Anno 1529 <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Carlstad</rs> bit umb sicher geleidt zum
                    colloquio</quote>. </p>
              </physDesc>
            </msDesc>
          </listBibl>
          <listBibl type="editions">
            <rs type="bibl" ref="#neudecker_urkunden_1836">, 127–131 Nr. XLIV</rs>
          </listBibl>
          <listBibl type="literature">
            <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905"> 2, 407f.</rs>
          </listBibl>
        </div>
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          <head level="1">Entstehung und Inhalt</head>
          <p>Zum Zeitpunkt des vorliegenden Schreibens hielt sich <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> nach seiner Vertreibung aus <rs type="place" ref="#holstein">Holstein</rs> seit Mitte April 1529 in <rs type="place" ref="#ostfriesland">Ostfriesland</rs> auf, wo er Zuflucht in <rs type="place" ref="#oldersum">Oldersum</rs> bei <rs type="person" ref="#dornum_ulrich">Ulrich von
              Dornum</rs> gefunden hatte.<anchor type="footnote" xml:id="a1" ref="#n1" n="1"/> Hier
            kam ihm Ende Juli / Anfang August auf ungeklärtem Wege zu Ohren, dass der hessische <rs type="person" ref="#philipp_i_hessen">Landgraf Philipp</rs> plante, in <rs type="place" ref="#marburg">Marburg</rs> ein Religionsgespräch abzuhalten, um einen
            Ausgleich zwischen den widerstreitenden Strömungen im reformatorischen Lager in v.a.
            Bezug auf die Abendmahlsfrage zu erreichen. Von der Überwindung der theologischen
            Differenzen versprach sich <rs type="person" ref="#philipp_i_hessen">Philipp</rs>
            überdies eine Vereinfachung der politischen Zusammenarbeit innerhalb des evangelischen
            Lagers, die durch die erneute Inkraftsetzung des <rs type="place" ref="#worms">Wormser</rs> Edikts an Notwenigkeit zugenommen hatte. <rs type="person" ref="#philipp_i_hessen">Philipp</rs> schwebte in diesem Zusammenhang die Bildung eines
            militärisch-politischen Verteidigungsbündnisses vor, in das er auch die schweizerischen
            und oberdeutschen Städte einzubinden gedachte.<anchor type="footnote" xml:id="a2" ref="#n2" n="2"/> Bereits im April 1529 hatte man am <rs type="place" ref="#marburg">Marburger</rs> Hof daher begonnen, die führenden Vertreter der verschiedenen
            reformatorischen Richtungen – <rs type="person" ref="#luther_martin">Martin Luther</rs>,
              <rs type="person" ref="#melanchthon_philipp">Philipp Melanchthon</rs> und <rs type="person" ref="#jonas_justus">Justus Jonas</rs> aus <rs type="place" ref="#wittenberg">Wittenberg</rs>, <rs type="person" ref="#osiander_andreas">Andreas
              Osiander</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a3" ref="#n3" n="3"/> aus <rs type="place" ref="#nuernberg">Nürnberg</rs>, <rs type="person" ref="#brenz_johannes">Johannes Brenz</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a4" ref="#n4" n="4"/> aus <rs type="place" ref="#schwaebisch_hall">Schwäbisch Hall</rs> und <rs type="person" ref="#agricola_stephan">Stephan Agricola</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a5" ref="#n5" n="5"/> (in Vertretung für <rs type="person" ref="#rhegius_urbanus">Urbanus
              Rhegius</rs>) aus <rs type="place" ref="#augsburg">Augsburg</rs> auf der einen sowie
              <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Ulrich Zwingli</rs>, <rs type="person" ref="#oecolampad">Johannes Oekolampad</rs> und die <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburger</rs>
            <rs type="person" ref="#bucer_martin">Martin Bucer</rs> und <rs type="person" ref="#hedio_caspar">Kaspar Hedio</rs>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a6" ref="#n6" n="6"/> auf der anderen Seite – für den 29. September (Michaelis) nach <rs type="place" ref="#marburg">Marburg</rs> einzuladen.<anchor type="footnote" xml:id="a7" ref="#n7" n="7"/>
                    </p>
          <p>Mit dem vorliegenden Schreiben begrüßte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> den Vorstoß des <rs type="person" ref="#philipp_i_hessen">Landgrafen</rs> und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, ein solches Gespräch werde
            die Situation zwischen den beiden Lagern befrieden. Gleichzeitig ersuchte er <rs type="person" ref="#philipp_i_hessen">Landgraf Philipp</rs>, ebenfalls an dem
            geplanten Religionsgespräch teilnehmen und Rechenschaft seiner Abendmahlslehre ablegen
            zu dürfen und den <rs type="person" ref="#philipp_i_hessen">Landgrafen</rs> aufgrund der
            Belege aus der Schrift überzeugen zu können. Sollte er aus der Schrift heraus des
            Irrtums überführt werden, solle er in göttlicher Wahrheit unterwiesen werden; wenn er
            kein Gehorsam gegen göttliche Wahrheit zeige und seine Meinung nicht schriftgemäß
            vortrage, wollte er sich nicht nur der Strafe des <rs type="person" ref="#philipp_i_hessen">Landgrafen</rs> unterwerfen und seine Weisung annehmen,
            sondern auch die Weisungen <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> und
            anderer annehmen, die etwas gegen seine Lehre vorzubringen hätten.<anchor type="footnote" xml:id="a8" ref="#n8" n="8"/> Abschließend bat er um Zusicherung
            freien Geleits, das ihm der <rs type="person" ref="#philipp_i_hessen">Landgraf</rs>
            durch den Überbringer des Schreibens zugehen lassen möge.</p>
          <p>Eine Teilnahme an dem geplanten Religionsgespräch war für <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> von existenzieller Bedeutung, bedeutete sie
            doch die Gelegenheit, im Rahmen einer persönlichen Auseinandersetzung auf Augenhöhe
            seine theologischen Ansichten zum Abendmahl darzulegen und gegenüber seinen Gegnern zu
            verteidigen, was in den letzten Jahren lediglich schriftlich stattgefunden hatte,<anchor type="footnote" xml:id="a9" ref="#n9" n="9"/> und damit gleichsam eine Rehabilitation
            seiner Person durch die gleichberechtigte Rückkehr in die Reihen der <quote>vornembsten
              der gelerten</quote> – so <rs type="person" ref="#philipp_i_hessen">Landgraf
              Philipp</rs> über die geladenen Personen<anchor type="footnote" xml:id="a10" ref="#n10" n="10"/> – zu erreichen. Damit eröffnete sich für <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> gleichzeitig auch die Möglichkeit, seiner
            immer noch angespannten finanziellen und persönlichen Situation zu entkommen und ein
            dauerhaftes Betätigungsfeld und damit ein Auskommen für sich und seine Familie zu
            finden. Seine prekäre Lage unterstreicht er im vorliegenden Schreiben durch die
            Verwendung der Selbstbezeichnung <quote>armß wurmlin</quote>,<anchor type="footnote" xml:id="a11" ref="#n11" n="11"/> mit der er indirekt nochmals an die Barmherzigkeit
            des <rs type="person" ref="#philipp_i_hessen">Landgrafen</rs> appelliert.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
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      <div type="crit_app"/>
      <div type="footnotes">
        <note type="footnote" xml:id="n1" ref="#a1" n="1">Zu <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Aufenthalt in <rs type="place" ref="#ostfriesland">Ostfriesland</rs> siehe <ptr type="wdb" target="kgk_317_introduction.xml"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_318_introduction.xml"/> sowie <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905">
            2, 398–406</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n2" ref="#a2" n="2">Zu den Bündnisplänen <rs type="person" ref="#philipp_i_hessen">Landgraf Philipps</rs> siehe auch <rs type="bibl" ref="#kaufmann_reformation_2009">, 538–540</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n3" ref="#a3" n="3">Zu ihm siehe <rs type="bibl" ref="#osiander_reformation_2008"/>; <rs type="bibl" ref="#ndb"> 19, 608f.</rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n4" ref="#a4" n="4">Zu ihm siehe <rs type="bibl" ref="#weismann_johannes_brenz_1999"/>; <rs type="bibl" ref="#ndb"> 2, 598f.</rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n5" ref="#a5" n="5">Zu ihm siehe <rs type="bibl" ref="#ndb">
            1, 104f.</rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n6" ref="#a6" n="6">Zu ihm siehe <rs type="bibl" ref="#ndb">
            8, 188f.</rs>; <rs type="bibl" ref="#mbw"> 12, 241f.</rs>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n7" ref="#a7" n="7">Zum <rs type="place" ref="#marburg">Marburger</rs> Gespräch insgesamt siehe <rs type="bibl" ref="#koehler_zwingli_1953">
            und Luther</rs> und <rs type="bibl" ref="#mariotte_philipp_2018">, 82–88</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n8" ref="#a8" n="8">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_320_transcript.xml#_320t_303"/>. Damit zeigte er sich implizit bereit, die
          Lehre <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> anzunehmen, wenn auch nur für
          den Fall, dass er des Irrtums überführt werde.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n9" ref="#a9" n="9">Zur Auseinandersetzung über das
          Abendmahlsverständnis zwischen <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
          und <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> in den Jahren 1527/28 siehe <ptr type="wdb" target="kgk_311_introduction.xml"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_312_introduction.xml"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_313_introduction.xml"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_314_introduction.xml"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_315_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n10" ref="#a10" n="10">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_321_transcript.xml#_321t_301"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n11" ref="#a11" n="11">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_320_transcript.xml#_320t_301"/>. </note>
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