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        <title type="main">Abhandlung zur Abendmahlslehre</title>
        <title type="short">Abhandlung zur Abendmahlslehre</title>
        <title type="quote_title">Abhandlung zur Abendmahlslehre</title>
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          <persName>Harald Bollbuck</persName>
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          <resp>TEX to TEI transformation</resp>
          <persName>Jennifer Bunselmeier</persName>
          <persName>Moritz Laeger</persName>
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          <resp>Post-processing of TEI encoding</resp>
          <persName>Moritz Laeger</persName>
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        <publisher>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ptr type="link" target="http://www.hab.de"/>)</publisher>
        <date type="created" when="2025"/>
        <distributor>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</distributor>
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          <p>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ref type="copyright" target="http://diglib.hab.de/?link=012">copyright information</ref>)</p>
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        <bibl>
          <author>Andreas Karlstadt</author>
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          <date notBefore="1528-04-01" notAfter="1528-05-31">
            <supplied>1528, April/Mai</supplied>
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      <p>Zeichen aus der Private Use Area entsprechen MUFI 3.0 (http://mufi.info)</p>
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        <p>
          <ref type="homepage" target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000216/start.htm">Kritische
            Gesamtausgabe der Schriften und Briefe Andreas Bodensteins von Karlstadt</ref>
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      <div type="introduction_codex_lost">
        <div type="reference">
          <head level="1"/>
          <p>
                        <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Andreas Karlstadt</rs> an <rs type="person" ref="#brueck_gregor">Gregor Brück</rs>, 12. August 1528: <quote>
                            <gap/> darauff war ich
              als ein geprandts kind forchtsam/ und wolte m<ex>einem</ex> g<ex>nedig</ex>sten
                h<ex>errn</ex> andere tzulassung och vor erlangen/ welche mir E<ex>uer</ex>
                achtpar<ex>keit</ex> in nehst verschiner fasten gegeben deß ich mich dienstlich
              bedanck. Hirauff hab ich ein refutation und ein argument eingelegt.</quote>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a1" ref="#n1" n="1"/>
                    </p>
        </div>
        <div type="evidence">
          <head level="1">Inhaltliche Hinweise</head>
          <p>Laut eigener Darstellung hatte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> nach Erlangung einer neuerlichen kurfürstlichen Erlaubnis über <rs type="person" ref="#brueck_gregor">Gregor Brück</rs> in der Fastenzeit 1528 (zwischen
            26. Februar und 12. April) eine zweite Abhandlung zu seiner Abendmahlsauffassung
            verfasst, zu deren Niederlegung er von <rs type="person" ref="#luther_martin">Martin
              Luther</rs> aufgefordert worden war.<anchor type="footnote" xml:id="a2" ref="#n2" n="2"/> In wesentlichen Punkten setzte sich <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>, wie hier und andernorts gezeigt wird, mit <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> im März 1528 gedruckter Schrift <term type="title">Vom Abendmahl Christi Bekenntnis</term> auseinander, sodass von einer Abfassung
            seiner Abhandlung im April oder Mai 1528 auszugehen ist.<anchor type="footnote" xml:id="a3" ref="#n3" n="3"/> Wie seine Abendmahlsartikel vom Sommer 1527 (<ptr type="wdb" target="kgk_306_introduction.xml"/>) bestand die Abhandlung aus einer
            Widerlegung (<quote>refutation</quote>) der Lehre <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> und einem <quote>argument</quote>, d.h. thesenartigen Begründungen der
            eigenen Lehrauffassung.</p>
          <p>Inhaltliche Hinweise liefert <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
            im als Referenz angegebenen Brief an <rs type="person" ref="#brueck_gregor">Brück</rs>.
            Dort schildert er den gesamten Hergang der neuen Abendmahlsdebatte mit <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> seit der Aufforderung zur Darlegung seiner
            Anschauungen durch den Amtmann (Landvogt) <rs type="person" ref="#metzsch_hans">Hans von
              Metzsch</rs> und der kurfürstlichen Zulassung für die Niederschrift im Sommer
              1527,<anchor type="footnote" xml:id="a4" ref="#n4" n="4"/> sodass nicht immer klar
            ist, ob er sich inhaltlich auf die in diesem Zusammenhang entstandenen Abendmahlsartikel
              (<ptr type="wdb" target="kgk_308_introduction.xml"/>), auf die hier behandelte
            Abhandlung vom Frühjahr 1528 oder zusammenfassend auf die gesamte Lehrauseinandersetzung
            mit <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> bezieht. Einige Passagen
            verdeutlichen aber, dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> die
            im Brief angegebene Gliederung der Abhandlung in Widerlegung (der Lehre <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs>) und Argument (Begründung der eigenen
            Lehre) wiedergibt und sich somit im Wesentlichen an ihrem Aufbau und Inhalt zu
            orientieren scheint.<anchor type="footnote" xml:id="a5" ref="#n5" n="5"/>
                    </p>
          <p>Demnach suchte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Abhandlung
              <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> Abendmahlslehre in drei
            wesentlichen Punkten zu widerlegen: 1) der leiblichen Speisung im Abendmahl (bzw. der
            leiblichen Präsenz Christi), 2) der Sündenvergebung durch das Trinken aus dem Kelch, 3)
            dem Brechen des Leibes Christi im Abendmahl.</p>
          <p>1) Der Lehre von Christus im Brot des Abendmahls als leiblicher Speise, die von
            Priestern gereicht werde, setzte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> mit Verweis auf <rs type="biblical" cRef="Io_6,32">Joh
              6,32–35</rs>.<rs type="biblical" cRef="Io_6,47">47f.</rs> die Vorstellung einer allein
            geistlichen Speise, die nur von Gott gegeben werden könne, im Sinne eines
            Erinnerungsmahl an den Kreuzestod Christi entgegen.<anchor type="footnote" xml:id="a6" ref="#n6" n="6"/> Eine leibliche Speisung lasse sich in der Bibel nicht finden, <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs>, der nur eine literale Exegese der
              <quote>klaren</quote> Schrift gelten läßt, wird einer falschen Lesung oder
            symbolischen Interpretation geziehen.<anchor type="footnote" xml:id="a7" ref="#n7" n="7"/> In überaus genauer Beachtung des biblischen Wortgebrauchs in <rs type="biblical" cRef="1Cor_11,26">1. Kor 11,26</rs> (<quote>donec veniet</quote>) stellt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> heraus, dass die Gläubigen das
            Brot solange essen, bis Christus (in der Parusie) wiederkehre, er daher leiblich bis zum
            Jüngsten Gericht nicht auf Erden sei.<anchor type="footnote" xml:id="a8" ref="#n8" n="8"/> Eine leibliche Präsenz im Abendmahl widerspreche grundsätzlich der biblischen Rede
            vom himmlischen Sitz Christi (zur Rechten Gottes) seit seiner Himmelfahrt. Zur
            Begründung führt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
            <rs type="biblical" cRef="Rm_10,6">Röm 10,6f.</rs> an.<anchor type="footnote" xml:id="a9" ref="#n9" n="9"/> Es sei nicht nur unstatthaft, Christus vom Himmel
            herabholen zu wollen, sondern eine geradezu ketzerische Anmaßung gegenüber dem Handeln
            Gottes.</p>
          <p>2) <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> wendet sich sodann gegen
            eine – <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> unterstellte – Verbindung des
            Trinkens des leiblichen Blutes Christi aus dem Kelch im Abendmahl mit der Vergebung der
              Sünden.<anchor type="footnote" xml:id="a10" ref="#n10" n="10"/> Tatsächlich hatte <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> aber nur eine Heilszusage in den
            Zusammenhang gebracht. Beide, <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> und <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>, berufen sich auf die
            Gemeinschaft des Leibes und Blutes Christi gemäß <rs type="biblical" cRef="1Cor_10,16">1. Kor 10,16</rs>, die aber für <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> nur eine geistliche sein kann.<anchor type="footnote" xml:id="a11" ref="#n11" n="11"/> In Rekurs auf <rs type="biblical" cRef="Mc_14,23">Mk 14,23f.</rs>
            begründet er eine zeitliche Abfolge des Gründonnerstagsmahles.<anchor type="footnote" xml:id="a12" ref="#n12" n="12"/> Die Jünger tranken (<quote>biberunt</quote>,
            Perfekt), erst danach sprach Jesus vom Blut im Kelch des neuen Testaments.<anchor type="footnote" xml:id="a13" ref="#n13" n="13"/> Daher tranken sie nicht konsekrierten
            Wein. Beim Abendmahl sei deshalb kein leibliches Blut im Kelch. Stattdessen müsse man
            von einem Kelch als Testament im Blut sprechen, der eine Erinnerung an den Kreuzestod
            Jesu darstelle.<anchor type="footnote" xml:id="a14" ref="#n14" n="14"/> Da die
            Bibelstelle <rs type="biblical" cRef="Mc_14,23">Mk 14,23f.</rs>
            <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> Lehrmeinung widerspreche, wolle der
            sie aus dem Textkanon <quote>kratzen</quote>,<anchor type="footnote" xml:id="a15" ref="#n15" n="15"/> also tilgen oder emendieren – ein schwerer Vorwurf der
            Verfälschung des Gotteswortes.</p>
          <p>3) Schließlich widerlegt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> die
            Rede vom im Abendmahl gebrochenen Brot als Leib Christi an Hand des hebräischen
            Wortgebrauchs in <rs type="biblical" cRef="Is_53,5">Jes 53,5</rs>.<rs type="biblical" cRef="Is_53,10">10</rs>.<anchor type="footnote" xml:id="a16" ref="#n16" n="16"/> Würde
            der Leib erst im Abendmahl gebrochen, sei er nicht für unsere Laster am Kreuz gebrochen
            worden. Der leibliche Tod am Kreuz und die Passion Christi seien aber Voraussetzung für
            die Rechtfertigung des Sünders und die Vergebung seiner Sünden. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> überführt die Vorstellung vom Brechen des
            Brotes als Leib Christi in ein reales Szenario, um ihre Unsinnigkeit zu erweisen.<anchor type="footnote" xml:id="a17" ref="#n17" n="17"/>
                    </p>
          <p>An diese Refutation der Lehre <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs>
            scheint <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> Argumente zum Beweis
            der eigenen Anschauung angeschlossen zu haben. Sie enthalten die Behauptung, dass
            Christus beim Aussprechen des Satzes <quote>hoc est corpus meum</quote> auf sich und
            somit seinen Leib gezeigt habe, dass Brotspende und Zeigegeste in zeitlicher Abfolge
            erfolgten (wie im Fall der Kelchspende) und dass das Pronomen <term type="term">hoc</term> und das Nomen <term type="term">panis</term> grammatisch inkongruent
            seien, sodass <term type="term">hoc</term> nur auf <term type="term">corpus</term>
            verweisen könne.<anchor type="footnote" xml:id="a18" ref="#n18" n="18"/> Diese Argumente
            hatte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> schon seit 1524 in die
            Abendmahlsdiskussion eingebracht. Angesichts des falschen syntaktischen Anschlusses von
              <term type="term">hoc</term> und <term type="term">panis</term> (und des gleichzeitig
            richtigen von <term type="term">hic</term> und <term type="term">sanguis</term>) beruft
            er sich hier allerdings auf den rechten literalen Sinn der Bibelstelle und versucht, <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> auf dessen ureigenem Gebiet zu
              besiegen.<anchor type="footnote" xml:id="a19" ref="#n19" n="19"/>
            <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> bibeltreue Exegese stehe
            gegen <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> Glossen.<anchor type="footnote" xml:id="a20" ref="#n20" n="20"/>
                    </p>
          <p>Ausweislich des Befundes, der sich aus den Darlegungen in <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Brief an <rs type="person" ref="#brueck_gregor">Gregor Brück</rs> vom 12. August 1528 ergibt, scheint die
            Abhandlung zur Abendmahlslehre aus dem Frühjahr des Jahres die – in <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Augen abgebrochene – Diskussion des Jahres
            1525 wieder aufzunehmen. Die geistliche Deutung des Trinkens aus dem Kelch und dessen
            Bezeichnung als <quote>neues Testament im Blut</quote> zur Erinnerung an den Kreuzestod
            knüpft an Argumentationen der Schrift <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee250">
                            <term type="title">Von dem neuen und alten Testament</term>
                        </ref> (<ptr type="wdb" target="kgk_290_introduction.xml"/>) vom Frühjahr 1525 an, auch der Einsatz von <rs type="biblical" cRef="Mc_14,23">Mk 14,23f.</rs> zur Begründung einer Abfolge des
            Gründonnerstagsmahls findet sich bereits dort.<anchor type="footnote" xml:id="a21" ref="#n21" n="21"/> Doch sind gerade diese Äußerungen als unmittelbare Reaktion auf
              <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> jüngsten Abendmahlstraktat <term type="title">Vom Abendmahl Christi Bekenntnis</term> zu verstehen.<anchor type="footnote" xml:id="a22" ref="#n22" n="22"/> Dort hatte <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> nochmals auf die richtige <quote>ordnung</quote> der
            Abfolge des Mahls am Gründonnerstag und auf die Deutung der Wendung vom <quote>Kelch im
              Blut</quote> als erlösendes neues Testament verwiesen, die gemäß hebräischem
            Wortgebrauch im Trinken des leiblichen Bluts bestehe.<anchor type="footnote" xml:id="a23" ref="#n23" n="23"/> Eindeutigkeit erhält der unmittelbare Bezug durch <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Empörung über <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> Plan, in <rs type="biblical" cRef="Mc_14,22">Mk
              14,22f.</rs> eine Texttilgung bzw. -korrektur vorzunehmen. Ebenso nimmt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
            <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> Versuch auf, <rs type="biblical" cRef="Mt_26,28">Mt 26,28</rs> und <rs type="biblical" cRef="Mc_14,23">Mk 14,23f.</rs>
            auf der einen Seite und <rs type="biblical" cRef="Lc_22,20">Lk 22,20</rs> und <rs type="biblical" cRef="1Cor_10,16">1. Kor 10,16</rs> auf der anderen unterschiedlichen
            Überlieferungssträngen bzw. Deutungsschulen zuzuweisen und in deutender Lektüre
            miteinander zu ergänzen und zu korrigieren.<anchor type="footnote" xml:id="a24" ref="#n24" n="24"/>
            <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> bevorzugt die Lesung
              <quote>funditur</quote> (<rs type="biblical" cRef="Lc_22,20">Lk 22,20</rs>), um den
            einfachen Prozess des Ausgießens von Wein aus dem Kelch bei der Abendmahlsfeier zu
            belegen, während <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
            <quote>effunditur</quote> (<rs type="biblical" cRef="Mc_14,23">Mk 14,23</rs>) vorzieht,
            da er im Abendmahl eine Erinnerung an die Besprengung der Gläubigen mit dem geistlichen
            Blut Christi (im Sinne der Ausschüttung des Heiligen Geistes) erkennt.<anchor type="footnote" xml:id="a25" ref="#n25" n="25"/> Beide, <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> und <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>, beschäftigten sich nochmals mit der Frage, ob der Wein, den die
            Jünger im Gründonnerstagsmahl tranken, bereits konsekriert war.<anchor type="footnote" xml:id="a26" ref="#n26" n="26"/> Schließlich hatte <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> noch einmal dezidiert verkündet, dass das Brechen des
            Brotes nichts anderes als seine Austeilung sei und diese Abendmahlshandlung nichts mit
            einer Erinnerung an die Kreuzigung Christi zu tun habe.<anchor type="footnote" xml:id="a27" ref="#n27" n="27"/>
            <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> Rekurs auf den hebräischen
            Wortgebrauch (im Fall der Wendung <quote>Kelch im Blut</quote>)<anchor type="footnote" xml:id="a28" ref="#n28" n="28"/> mag <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> bewogen haben, zum Beweis seiner Position die in der Bibel verwendeten
            hebräischen Formen von <quote>gebrochen</quote> aufzusuchen, um ein Brechen des Leibes
            Christi als den historischen Akt der Kreuzigung nachzuweisen.<anchor type="footnote" xml:id="a29" ref="#n29" n="29"/> Eine wirkliche Auseinandersetzung mit <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> im Kontext der jüngsten Dynamik des
            Abendmahlsstreits mit <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> und <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs> entwickelten Christologie und
            Vorstellung von der Gegenwart des Leibs Christi im Abendmahl auf Grund seiner Ubiquität,
            die in der <term type="term">unio personalis</term> der beiden Naturen Christi
              gründe,<anchor type="footnote" xml:id="a30" ref="#n30" n="30"/> erfolgt jedoch nicht.
            Auffällig ist die Erwähnung des von <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs>
            verwendeten Begriffs der Synekdoche, den <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> aber nicht inhaltlich bearbeitet.<anchor type="footnote" xml:id="a31" ref="#n31" n="31"/>
                    </p>
          <p>
                        <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Abhandlung zur
            Abendmahlslehre bildet seinen letzten Versuch, mit <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> in eine theologische Diskussion zu treten. Nachdem
            sein Brief an <rs type="person" ref="#schwenckfeld_caspar">Caspar Schwenckfeld</rs> und
              <rs type="person" ref="#krautwald_valentin">Valentin Krautwald</rs> vom 17. Mai 1528
              (<ptr type="wdb" target="kgk_313_introduction.xml"/>) in <rs type="place" ref="#wittenberg">Wittenberg</rs> abgefangen worden war, ließ <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs>
            <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> eine Nachricht überbringen,
            die auf seine Ausführungen lakonisch reagierte, die Debatte abbrach und den Kontakt der
            beiden beendete.<anchor type="footnote" xml:id="a32" ref="#n32" n="32"/>
                    </p>
        </div>
      </div>
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        <note type="footnote" xml:id="n1" ref="#a1" n="1">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_222"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n2" ref="#a2" n="2">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_223"/>. Vordem schon am Ende des Briefes vom 29.
          Januar 1528; siehe <ptr type="wdb" target="kgk_311_transcript.xml#_311t_210"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n3" ref="#a3" n="3">Zur Niederschrift und Drucklegung der
          Lutherschrift vgl. auch <ptr type="wdb" target="kgk_313_introduction.xml#n313i_205n"/>; zu
          ihrem Einfluss auf <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Abhandlung
          vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_315_introduction.xml#n315i_200n"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_315_introduction.xml#n315i_201n"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_315_introduction.xml#n315i_202n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n4" ref="#a4" n="4">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_224"/>. Den Konnex zur Weigerung, eine Schrift
          gegen <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> und <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs> zu verfassen, erwähnt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in dem auf denselben Tag datierten Schreiben an
            <rs type="person" ref="#johann_i_sachsen">Kfst. Johann</rs> (<ptr type="wdb" target="kgk_316_transcript.xml#_316t_200"/>) und in einem späteren Brief Ende 1529 an
            <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs> (siehe <ptr type="wdb" target="kgk_308_introduction.xml#n308i_200n"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_308_introduction.xml#n308i_204n"/>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n5" ref="#a5" n="5">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_206"/>; <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_225"/>; <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_205"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n6" ref="#a6" n="6">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_226"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n7" ref="#a7" n="7">Gerade in der Debatte mit Zwingli und
          Oekolampad hatte <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> gegen deren
          signifikative und metaphorische Deutungen polemisiert, die wiederum mit dem Vorwurf
          konterten, dass Luthers leibliche Nießung biblisch nicht gedeckt sei. Vgl. <rs type="bibl" ref="#hilgenfeld_elemente_1971">, 150–153; 166–182</rs>; <rs type="bibl" ref="#zwingli_werke_1905"> 5, 555–557 u. 706,5–11</rs>. Ob <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> die Schriften dieser aktuellen Debatte
          rezipierte, ist ungewiss.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n8" ref="#a8" n="8">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_227"/>. Über dieses Argument machte sich <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> in einer letzten Nachricht an <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> lustig; vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_314_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n9" ref="#a9" n="9">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_228"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n10" ref="#a10" n="10">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_229"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n11" ref="#a11" n="11">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_230"/>. Vgl. hierzu Luther, <term type="title">Wider die himmlischen Propheten</term>: <quote>Was ist die gemeynschaft aber des leybs
            Christi? Es mag nicht anders seyn, denn das die jenigen, so das gebrochen brod, eyn
            iglicher seyn stuck, nemen, ynn dem selben den leyb Christi nemen.</quote> (<rs type="bibl" ref="#wa"> 18, 168,18–20</rs>); siehe weiter <rs type="bibl" ref="#wa"> 26,
            487,11–16; 490,19–491,16; 492,17–25</rs> u. <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#n315t_231n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n12" ref="#a12" n="12">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_232"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n13" ref="#a13" n="13">Diese zeitliche Abfolge des
          Gründonnerstagsmahls taucht bei <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
          erstmals in <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee236">
                        <term type="title">Ob man mit Hl.Schrift
              zu erweisen vermag, dass Christus im Sakrament sei</term>
                    </ref> (<ref type="print">KGK
            VII, Nr. 278, S. 554, Z. 1 u. 5–7</ref>) auf.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n14" ref="#a14" n="14">Anknüpfung an die Schrift <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee250">
                        <term type="title">Von dem neuen und alten
              Testament</term>
                    </ref> aus dem Jahr 1525 (<ptr type="wdb" target="kgk_290_introduction.xml"/>); zum Trinken des noch nicht konsekrierten Weins
          vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_290_transcript.xml#_290t_218"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n15" ref="#a15" n="15">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_233"/>. Zum Bezug siehe <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#n315t_234n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n16" ref="#a16" n="16">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_235"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n17" ref="#a17" n="17">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_236"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n18" ref="#a18" n="18">
                    <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> verwendet den Begriff des Solözismus, der für
          eine falsche syntaktische Konstruktion steht. Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_237"/>. Zum Solözismus vgl. <rs type="bibl" ref="#rummel_god_1987"/> und <rs type="bibl" ref="#hwr_2015"> 8, 959–990</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n19" ref="#a19" n="19">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_238"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n20" ref="#a20" n="20">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_239"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n21" ref="#a21" n="21">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_290_transcript.xml#_290t_205"/>. Vorher bereits in <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee236">
                        <term type="title">Ob man mit Hl.Schrift zu erweisen vermag, dass
              Christus im Sakrament sei</term>
                    </ref> (<ref type="print">KGK VII, Nr. 278, S. 554, Z.
            5–7</ref>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n22" ref="#a22" n="22">Das Manuskript dieser Schrift hatte <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> am 25. Februar 1528 fertiggestellt; am
          28. März gab er Exemplare des Buches nach <rs type="place" ref="#nuernberg">Nürnberg</rs>
          mit; vgl. <rs type="bibl" ref="#wa"> 26, 245f.</rs>; <rs type="bibl" ref="#wa_b"> 4,
            435,1f. Nr. 1247</rs>. Im Brief an <rs type="person" ref="#schwenckfeld_caspar">Schwenckfeld</rs> und <rs type="person" ref="#krautwald_valentin">Krautwald</rs> vom
          17. Mai 1528 erwähnt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> diese als
          eine neu erschienene Schrift <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> (siehe
            <ptr type="wdb" target="kgk_313_transcript.xml#_313t_205"/> mit <ptr type="wdb" target="kgk_313_transcript.xml#n313t_206n"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_313_introduction.xml#n313i_205n"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_313_introduction.xml#n313i_204n"/>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n23" ref="#a23" n="23">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_315_introduction.xml#n315i_200n"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_315_introduction.xml#n315i_205n"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_315_introduction.xml#n315i_206n"/> sowie <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#n315t_240n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n24" ref="#a24" n="24">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_315_introduction.xml#n315i_200n"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_315_introduction.xml#n315i_205n"/>; <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#n315t_241n"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#n315t_242n"/> u. <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#n315t_240n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n25" ref="#a25" n="25">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_243"/> mit. Vgl. auch <ptr type="wdb" target="kgk_290_transcript.xml#_290t_207"/>. Zur Diskussion um die Lesarten von
            <quote>funditur</quote> und <quote>effunditur</quote> siehe <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#n315t_244n"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#n315t_245n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n26" ref="#a26" n="26">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_315_introduction.xml#n315i_206n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n27" ref="#a27" n="27">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#n315t_248n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n28" ref="#a28" n="28">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_315_introduction.xml#n315i_205n"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#n315t_240n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n29" ref="#a29" n="29">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_246"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n30" ref="#a30" n="30">
                    <rs type="bibl" ref="#wa"> 26,
            326,20–25; 340,22–31; 343,22–34</rs>. Vgl. hierzu <rs type="bibl" ref="#hilgenfeld_elemente_1971">, 366–368</rs>. Die Rezeption der aktuellen Werke <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwinglis</rs> und <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampads</rs> durch <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> läßt sich durch Quellenbefund nicht erhärten, allerdings stimmt <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> in seiner <term type="title">Amica
            exegesis</term> (Frühjahr 1527) in vielen Positionen mit <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> überein, den er – bei aller Kritik an einer
          mangelhaften Ordnung und fehlerhaftem Usus – gegen <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> Polemik in der Schrift <term type="title">Wider die himmlischen
            Propheten</term> verteidigt. Vgl. <rs type="bibl" ref="#zwingli_werke_1905"> 5,
            631–646</rs> und <ptr type="wdb" target="kgk_308_introduction.xml"/> mit <ptr type="wdb" target="kgk_308_introduction.xml#n308i_205n"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_308_introduction.xml#n308i_206n"/>. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> selbst äußerte Ende 1529 in einem verschollenen
          Brief gegenüber <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs>, dass er die Anwürfe
            <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> gegen die beiden Schweizer
          Reformatoren geprüft und als falsch klassifiziert habe. Dies kann eine Lektüre
          voraussetzen; möglicherweise meint <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> aber auch, nur <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs>
          Schriften gelesen und dessen Argumente als falsch befunden zu haben. Vgl. hierzu <ptr type="wdb" target="kgk_308_introduction.xml#n308i_207n"/>. Der verschollene Brief
          Karlstadts wird in KGK IX ediert.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n31" ref="#a31" n="31">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_210"/> mit <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#n315t_247n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n32" ref="#a32" n="32">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_313_introduction.xml"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_314_introduction.xml"/>.</note>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>