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        <title type="main">Artikel zur Abendmahlslehre</title>
        <title type="short">Abendsmahlsartikel</title>
        <title type="quote_title">Abendmahlsartikel</title>
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          <persName>Harald Bollbuck</persName>
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          <persName>Jennifer Bunselmeier</persName>
          <persName>Moritz Laeger</persName>
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          <persName>Moritz Laeger</persName>
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        <publisher>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ptr type="link" target="http://www.hab.de"/>)</publisher>
        <date type="created" when="2025"/>
        <distributor>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</distributor>
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          <p>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ref type="copyright" target="http://diglib.hab.de/?link=012">copyright information</ref>)</p>
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        <bibl>
          <author>Andreas Karlstadt</author>
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          <date notAfter="1527-08-18">
            <supplied>1527, vor 18. August</supplied>
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      <p>Zeichen aus der Private Use Area entsprechen MUFI 3.0 (http://mufi.info)</p>
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        <p>
          <ref type="homepage" target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000216/start.htm">Kritische
            Gesamtausgabe der Schriften und Briefe Andreas Bodensteins von Karlstadt</ref>
        </p>
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      <div type="introduction_codex_lost">
        <div type="reference">
          <head level="1"/>
          <p>
                        <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Andreas Karlstadt</rs> an <rs type="person" ref="#brueck_gregor">Gregor Brück</rs>, 18./19. August 1527: <quote>Deinde duos
              articulos, destinavi autem tres, quorum ultimum eousque continebo mente, donec
              evocarit princeps illustrissimus, duos itaque iam mitto, quorum primus totus in
              deprecatione et confutatione est positus, atque obiter in retorsione et telorum et
              omnium denique armorum, quibus me sunt adorti, qui non tam mei, quam veritatis hostes
              putantur.</quote>
                        <anchor type="footnote" xml:id="a1" ref="#n1" n="1"/>
                    </p>
        </div>
        <div type="evidence">
          <head level="1">Inhaltliche Hinweise</head>
          <p>
                        <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> war vom <rs type="place" ref="#wittenberg">Wittenberger</rs> Amtmann <rs type="person" ref="#metzsch_hans">Hans
              von Metzsch</rs>, der vermutlich auf Anregung <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> und <rs type="person" ref="#bugenhagen_johannes">Bugenhagens</rs>
            handelte, aufgefordert worden, seine Abendmahlsauffassung niederzuschreiben.<anchor type="footnote" xml:id="a2" ref="#n2" n="2"/> Offenbar hatte sich <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> verdächtig gemacht, da er sich vordem
            verweigert hatte, eine gegen die Lehren <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Huldrich Zwinglis</rs> und <rs type="person" ref="#oecolampad">Johannes
              Oekolampads</rs> angemahnte Schrift zu verfassen.<anchor type="footnote" xml:id="a308i_200n" ref="#n308i_200n" n="3"/> Es steht nur zu vermuten, ob <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> damit <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Position im aktuellen Abendmahlsstreit der
            Wittenberger mit den Schweizer Theologen ermitteln wollte. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> kam dem Verlangen erst nach der kurfürstlichen
            Erlaubnis, seine Lehre frei darlegen zu dürfen, nach, die er bei einem Besuch bei
            Kanzler <rs type="person" ref="#brueck_gregor">Gregor Brück</rs> in <rs type="place" ref="#torgau">Torgau</rs> (wahrscheinlich im Juli oder August 1527) erlangt
              hatte.<anchor type="footnote" xml:id="a308i_204n" ref="#n308i_204n" n="4"/>
                    </p>
          <p>Am Tag nach der Rückkehr von dieser Reise begann <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> nach eigener Aussage mit der eiligen
            Ausarbeitung seiner Abendmahlsartikel, wurde dabei jedoch von Alltagstätigkeiten
              aufgehalten.<anchor type="footnote" xml:id="a5" ref="#n5" n="5"/> Am 18. August 1527
            hatte er die Artikel fertiggestellt und legte sie einem Brief an <rs type="person" ref="#brueck_gregor">Brück</rs> (<ptr type="wdb" target="kgk_310_introduction.xml"/>)
            bei, begleitet von einigen Blättern (<quote>paginas</quote>) für <rs type="person" ref="#johann_i_sachsen">Kurfürst Johann von Sachsen</rs>, die wahrscheinlich das
            Zustandekommen der Abendmahlsartikel erklärten. Diese Artikel sind heute verschollen.
            Nach <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Aussage bestanden sie
            aus zwei Teilen. Der erste Teil enthielt eine Für- oder Abbitte
              (<quote>deprecatio[ne]</quote>) und eine Widerlegung (wohl der Lehre <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs>);<anchor type="footnote" xml:id="a6" ref="#n6" n="6"/> an anderer Stelle spricht <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
            auch von Beweisen seiner Sätze bzw. thesenartigen Argumenten (<quote>probationes et
              sentenciarum mearum munitiones</quote>).<anchor type="footnote" xml:id="a7" ref="#n7" n="7"/> Die Aussagen über den zweiten Teil der Artikel sind im Brief an Brück vom
            18./19. August 1527 unklar. Er spricht von törichten Dingen, die er unfreiwillig und
            nicht aus eigenem Beschluss, sondern entflammt durch den Wahn anderer geschwätzt habe,
            doch nützten sie anderen inskünftig zum Heil.<anchor type="footnote" xml:id="a8" ref="#n8" n="8"/> Ein Jahr später, am 12. August 1528, beklagt er sich in den beiden
            Schreiben an <rs type="person" ref="#brueck_gregor">Brück</rs> und <rs type="person" ref="#johann_i_sachsen">Kurfürst Johann</rs> bitter über einen Anhang zu seiner
            Abendmahlsabhandlung, in dem er <quote>mit dem Maul</quote>, also rein äußerlich, sein
            Einverständnis mit <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> Lehre von der
            Realpräsenz Christi gegeben und dem eigenen angeblichen Irrtum widersprochen hätte, doch
            offenbarten seine Schriften eine gegenteilige innere Überzeugung.<anchor type="footnote" xml:id="a9" ref="#n9" n="9"/> Ob es sich bei diesem Anhang um den hier genannten
            zweiten Artikel handelt, in dem er Törichtes behauptet habe, ist nicht zu klären.
            Schließlich deutet <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> noch einen
            dritten Artikel (bzw. Teil) an, den er aber nur im Geist parat habe und erst liefern
            würde, wenn der <rs type="person" ref="#johann_i_sachsen">Kurfürst</rs> eine weitere
            Erläuterung verlange.<anchor type="footnote" xml:id="a10" ref="#n10" n="10"/>
                    </p>
          <p>Die Bezeichnung der Abendmahlsabhandlung changiert: An mehreren Stellen – zumal in
            zeitlicher Nähe, in dem Brief vom 18./19. August 1527 (<ptr type="wdb" target="kgk_310_introduction.xml"/>) – verwendet <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> den Begriff <term type="term">articuli</term>,<anchor type="footnote" xml:id="a11" ref="#n11" n="11"/> sodass sich
            die Edition für die Übernahme dieses Terminus entschieden hat. Im deutschen Brief an <rs type="person" ref="#brueck_gregor">Gregor Brück</rs> vom 12. August 1528 (<ptr type="wdb" target="kgk_315_introduction.xml"/>) benutzt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> als Bezeichnung auch <quote>grunde</quote> im
            Sinne von Begründungen in einer akademischen <term type="term">causa</term>.<anchor type="footnote" xml:id="a12" ref="#n12" n="12"/> Dies kann auf einen längeren Traktat
            deuten, der Widerlegungen der Lehre <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs>
            (im Sinne von <term type="term">refutationes</term> bzw. <term type="term">contradictiones</term>)<anchor type="footnote" xml:id="a13" ref="#n13" n="13"/> und
            Ausführungen und Prüfbelege der womöglich thesenartig dargelegten eigenen
            Abendmahlsauffassung (im Sinne von Begründungen bzw. <term type="term">probationes</term>) umfassen könnte. Einige Male spricht <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in diesen Briefen auch von seinem
              <quote>buch</quote> bzw. <quote>buchlin</quote>,<anchor type="footnote" xml:id="a14" ref="#n14" n="14"/> was übersetzt als <term type="term">libellus</term> auf eine mehr
            oder weniger umfassende handschriftliche Abhandlung deutet – handschriftlich schon
            deshalb, weil <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in Kemberg weder
            Zugang zu einer Druckerpresse hatte noch eine Erlaubnis zum Druck seiner Werke besaß.
            Ihr Umfang ist nicht einzuschätzen. Die ausführliche Reaktion <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> (<ptr type="wdb" target="kgk_311_introduction.xml"/>) und dessen Beschwerden über die Weitschweifigkeit <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> müssen aber nicht allein Polemik sein,<anchor type="footnote" xml:id="a15" ref="#n15" n="15"/> zumal <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> selbst bekennt, die von <rs type="person" ref="#johann_i_sachsen">Kurfürst Johann</rs> angemahnte Kürze verfehlt zu haben, da er
            den Gegenstand genauer und daher ausführlicher habe darstellen müssen.<anchor type="footnote" xml:id="a16" ref="#n16" n="16"/>
                    </p>
          <p>Im Brief an <rs type="person" ref="#brueck_gregor">Brück</rs> vom 18./19. August 1527
            bittet <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> um Entschuldigung, dass
            die Abhandlung nicht sauber abgeschrieben und voller Fehler sei; zudem habe er sich
            nicht immer der Polemik enthalten können. Seine miserablen Lebensumstände erlaubten ihm
            nicht die Anstellung eines Kopisten. Daher bittet er um eine Abschrift samt Tilgung von
            Fehlern und Angriffen, bevor die Artikel dem <rs type="person" ref="#johann_i_sachsen">Kurfürsten</rs> vorgelesen würden.<anchor type="footnote" xml:id="a17" ref="#n17" n="17"/> Ob dieser Bitte stattgegeben wurde, ist unbekannt. <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Wunsch war es, dass die Artikel einem
            unparteiischen Schiedsrichter zur Begutachtung und Beurteilung vorgelegt würden.<anchor type="footnote" xml:id="a18" ref="#n18" n="18"/> Sollte er widerlegt werden, was er
            angesichts seiner biblisch belegten Beweisführung kaum glauben wollte, würde er sich
            selbstverständlich einer christlichen Unterweisung ergeben.<anchor type="footnote" xml:id="a19" ref="#n19" n="19"/>
                    </p>
          <p>Von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> selbst gibt es in diesem
            Brief nur eine Aussage zum Inhalt der verschollenen Artikel. Demnach habe er sich auf
            die Kreuzestheologie gestützt.<anchor type="footnote" xml:id="a20" ref="#n20" n="20"/>
            Daher ist ihr Inhalt nur über <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs>
            Antwort vom Januar 1528 (<ptr type="wdb" target="kgk_311_introduction.xml"/>) in
            Grundzügen rekonstruierbar. Diese Rekonstruktion birgt das Problem, dass <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> methodische Fehler Karlstadts
            möglicherweise wie in einem Brennglas vergrößerte; dadurch entstand ein relatives
            Ungleichgewicht in der Wiedergabe des Inhalts der Artikel. Sie erscheinen chaotisch,
            undurchdacht, verbohrt. Dagegen wirkt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Kurzfassung seiner Anschauungen im Brief an <rs type="person" ref="#brueck_gregor">Brück</rs> vom 12. August 1528 (<ptr type="wdb" target="kgk_315_introduction.xml"/>), also im folgenden Jahr, stringenter und
            kohärenter.</p>
          <p>Im Wesentlichen scheint <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in
            seinen Artikeln vom Sommer 1527 an den Stand der Abendmahlsdebatte von 1524/25
            angeknüpft zu haben. Seine Ausführungen kreisten weiterhin um das Pronomen <term type="term">hoc</term>/<foreign xml:lang="grc-Grek">to=uto</foreign> in den
            Spendeworten (<quote>dies [ist mein Leib]</quote>), das sich nicht auf das Brot, sondern
            auf den tatsächlichen Leib Christi beziehe.<anchor type="footnote" xml:id="a21" ref="#n21" n="21"/> Methodisch hatte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> den Stellenvergleich zur Erläuterung herangezogen und eine rein
            geistliche Interpretation nach <rs type="biblical" cRef="Io_6,63">Joh 6,63</rs> auf die
            Abendmahlsthematik angewandt.<anchor type="footnote" xml:id="a22" ref="#n22" n="22"/>
            Dementsprechend deutete er Christi Leib ausschließlich geistig als Seelenspeise.<anchor type="footnote" xml:id="a23" ref="#n23" n="23"/>
            <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> Antwortbrief vom Januar 1528 zufolge
            hatte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in seinen
            Abendmahlsartikeln eine große Zahl an Stellenvergleichen geboten, die die Regeln des
            Vergleichs, nach denen mit einer klaren Stelle eine unklare erklärt werde, nicht
            eingehalten hätten.<anchor type="footnote" xml:id="a24" ref="#n24" n="24"/>
                    </p>
          <p>Das augenscheinlich einzig neue Argument <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> in der Diskussion bezieht sich auf eine Unterscheidung der in der
            biblischen Rede angewandten Tempora. Verweise doch das bei der Brotvergabe an die Jünger
            benutzte Verb <term type="term">dedit</term> im Perfekt auf eine abgeschlossene
            Vergangenheit, das anschließende <term type="term">dicens</term> als Partizip Präsens
            Passiv jedoch, mit dem die Spendeworte <quote>hoc est corpus meum</quote> verbunden
            sind, auf die Gegenwart.<anchor type="footnote" xml:id="a25" ref="#n25" n="25"/> Diese
            Diskrepanz im Tempus beweise, dass Christus den Jüngern zuerst das Brot gegeben habe und
            erst danach mit dem Demonstrativpronomen <quote>dies</quote> (<term type="term">hoc</term>/<foreign xml:lang="grc-Grek">to=uto</foreign>) auf seinen tatsächlichen
            Leib und nicht auf das Brot gezeigt habe. In Bezug auf <rs type="biblical" cRef="1Cor_10,16">1. Kor 10,16</rs> handele es sich beim Abendmahl also nur um das
            Brechen von Brot, nichts weiter.<anchor type="footnote" xml:id="a26" ref="#n26" n="26"/>
            Christus selbst habe am Kreuz seinen Leib gegeben, Priester oder Gläubige könnten dies
            niemals tun.<anchor type="footnote" xml:id="a27" ref="#n27" n="27"/> Das Abendmahl hat
            für <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> eine allein kommemorative
            Funktion, es ist ein Gedächtnisakt an den Kreuzestod Christi, ohne Zeichenhaftigkeit von
            Brot und Kelch und ohne eine Heilsfunktion.<anchor type="footnote" xml:id="a28" ref="#n28" n="28"/> Der leibliche Tod Christi am Kreuz, der dort gebrochene
              Leib,<anchor type="footnote" xml:id="a29" ref="#n29" n="29"/> ist die Voraussetzung
            von <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Heilslehre, denn die
            Erinnerung an das Kreuz und Christi Leiden begleitet den Christen auf dem Pfad der
            Gelassenheit hin zur Vereinigung mit Gott im Seelengrund. Die Vorstellung einer
            leiblichen Präsenz im Abendmahl wird somit zur Ketzerei.</p>
          <p>Nicht aus dem Antwortschreiben <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs>,
            aber aus einem Brief <rs type="person" ref="#melanchthon_philipp">Melanchthons</rs> an
              <rs type="person" ref="#brueck_gregor">Gregor Brück</rs> vom 26./27. September 1527
            geht hervor, dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in seinen
            Artikeln auch die Frage diskutiert haben muss, ob Christus den Himmel und seinen Platz
            neben Gott verlassen müsse, wenn er leiblich im Abendmahl konsumiert werde.<anchor type="footnote" xml:id="a308i_201n" ref="#n308i_201n" n="30"/> Sie wurde bereits in
            der ersten Abendmahlsdebatte mit <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs>
            1524/25 diskutiert, der eine solche <quote>lokal-restringierende Deutung</quote>
            ablehnte und daraufhin, in Auseinandersetzung mit <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwinglis</rs> Vorstellungen, seine Lehre von der Ubiquität
            und der Einheit der beiden Naturen Christi entwickelte, die sich im Abendmahl in der
            Verschränkung von leiblicher und geistlicher Gabe des Leibes und Blutes Christi
              ausdrücke.<anchor type="footnote" xml:id="a308i_202n" ref="#n308i_202n" n="31"/> An
            einer Stelle der Antwort auf <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>
            Artikel gibt <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> eine Kostprobe seiner
            weiterentwickelten <term type="term">communicatio</term>-Lehre,<anchor type="footnote" xml:id="a32" ref="#n32" n="32"/> ohne dass <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Position dazu erkennbar wäre. Zur Vermittlung seiner christologischen
            Vorstellungen bediente sich <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> des
            Begriffs der Synekdoche, einer eigentlich rhetorischen Figur, die eine Ersetzung eines
            Begriffs durch einen anderen (Teils für das Ganze oder umgekehrt) aus dem gleichen
            Begriffsfeld bedeutet (Kiel für Schiff etc.), in der Spätantike aber in der Theologie
            angewandt wurde. <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> nutzte sie als
            Erklärungsmodell für die <term type="term">unio personalis</term> im Sinne eines <term type="term">totum pro parte</term>: durch die personale Vereinigung in Christus ist
            sowohl die göttliche wie menschliche Natur an allen die Person betreffenden Handlungen
            real beteiligt.<anchor type="footnote" xml:id="a308i_203n" ref="#n308i_203n" n="33"/> Im
            Abendmahl wird mit dem Leib Christi zugleich dessen göttliche Natur kommuniziert.<anchor type="footnote" xml:id="a34" ref="#n34" n="34"/> Erstmals verwendete <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> den Begriff 1525 in der Schrift <term type="title">Wider die himmlischen Propheten</term>, allerdings nur ein einziges Mal;<anchor type="footnote" xml:id="a35" ref="#n35" n="35"/> gehäuft und mit Bezug auf die <term type="term">unio personalis</term> und das Abendmahl im Traktat <term type="title">Vom
              Abendmahl Christi Bekenntnis</term>,<anchor type="footnote" xml:id="a36" ref="#n36" n="36"/> der im Februar 1528 fertiggestellt und in Druck gegeben wurde.<anchor type="footnote" xml:id="a37" ref="#n37" n="37"/> Da in <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> Antwortbrief auf <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Artikel (<ptr type="wdb" target="kgk_311_introduction.xml"/>) der Begriff der Synekdoche nicht fällt, ist die
            Begriffsverwendung durch <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> im
            Brief an <rs type="person" ref="#brueck_gregor">Brück</rs> vom 12. August 1528 ein
            deutlicher Hinweis auf eine zweite, im Frühjahr 1528 verfasste Abhandlung <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> (<ptr type="wdb" target="kgk_312_introduction.xml"/>) in Reaktion auf <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> jüngstes Werk.<anchor type="footnote" xml:id="a38" ref="#n38" n="38"/>
                    </p>
          <p>Laut diesem Befund scheint sich <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Abendmahlsauffassung nicht der symbolischen Lehre <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwinglis</rs> und <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampads</rs> angenähert zu haben und rein kommemorativ geblieben zu sein. Bis auf
            einen neuen, grammatisch unterlegten Beweisversuch verblieb <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Argumentation weitestgehend auf dem Stand der
            Abendmahlsdiskussion von 1524/25.<anchor type="footnote" xml:id="a39" ref="#n39" n="39"/> Die substantiellere Debatte fand nun zwischen <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs>, <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> und <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs> statt.<anchor type="footnote" xml:id="a40" ref="#n40" n="40"/>
            <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> wehrte in erster Linie deren
            signifikative und metaphorische Deutungen des Abendmahls ab (<quote>est</quote> als
              <quote>significat</quote> bei <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs>,
            der Leib Christi als eine Figur bzw. Zeichen des Leibes bei <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs>) und zog sich auf eine literale Exegese der
            Bibelworte zurück. Gegenüber <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs>
            erwähnt <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> Antwortschreiben (<ptr type="wdb" target="kgk_311_introduction.xml"/>) diese zentralen Aussagen der beiden
            Gegner und stellt sie wie <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>
            Interpretationen als der Bibel fremd und aufgepropft dar.<anchor type="footnote" xml:id="a41" ref="#n41" n="41"/> Vor allem hatte sich aber der Streit zwischen <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs>, <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> und <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs> auf Fragen der Christologie, der Ubiquität Christi und der Einheit
            von Gott und Mensch im eucharistischen Akt verlagert.<anchor type="footnote" xml:id="a42" ref="#n42" n="42"/> Ob <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> auf dem Stand dieser neuerlichen Eskalationsdynamik war, ist aus den
            vorliegenden Texten nicht ersichtlich. Es gibt einige Parallelen zu <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwinglis</rs> im März 1527 erschienener <term type="title">Amica exegesis</term>, die <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs>
            Reaktion auf <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Abendmahlslehre
            in <term type="title">Wider die himmlischen Propheten</term> behandelte und inhaltlich
              ablehnte.<anchor type="footnote" xml:id="a308i_205n" ref="#n308i_205n" n="43"/> Dies
            betrifft das Abendmahl als Akt eines rein geistlichen Gedächtnisses an die Kreuzigung
            Christi, die Ablehnung der leiblichen Präsenz Christi im Abendmahl, für die die
            Unmöglichkeit einer Rückkehr des Leibes Christi aus dem Himmel für seine
            Abendmahlsnießung auf Erden als Begründung angeführt wird, sowie die Verneinung der
            Vorstellung vom Zerteilen des Leibes im Brotbrechen des Abendmahls.<anchor type="footnote" xml:id="a308i_206n" ref="#n308i_206n" n="44"/> Es wurde aber gezeigt,
            dass Karlstadt alle diese Argumente schon 1524/25 verwendet hatte. Zwar befand Karlstadt
            später, in einem Brief an <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs> Ende 1529,
            die Argumente <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> gegen die Schriften
              <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwinglis</rs> und <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampads</rs> als untauglich, was zumindest eine Grundkenntnis
            von deren Argumenten voraussetzt.<anchor type="footnote" xml:id="a308i_207n" ref="#n308i_207n" n="45"/> Doch ist eine Rezeption ihrer Abendmahlsdebatte durch <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> in den Jahren 1527/28 an Hand
            der Quellen nicht eindeutig nachweisbar.<anchor type="footnote" xml:id="a46" ref="#n46" n="46"/>
                    </p>
          <p>
                        <rs type="person" ref="#melanchthon_philipp">Melanchthon</rs> riet in seinem Schreiben
            vom 26./27. September 1527 dazu, dass <rs type="person" ref="#johann_i_sachsen">Kurfürst
              Johann</rs> die Auseinandersetzung den Theologen überlassen solle.<anchor type="footnote" xml:id="a47" ref="#n47" n="47"/>
            <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> antwortete im Januar 1528 <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> direkt mit dem bereits erwähnten
            Brief auf dessen Ausführungen zum Abendmahl und forderte ihn zu einer weiteren Antwort
              auf.<anchor type="footnote" xml:id="a48" ref="#n48" n="48"/> Diese erfolgte
            augenscheinlich im Frühjahr 1528;<anchor type="footnote" xml:id="a49" ref="#n49" n="49"/> sie ist ebenfalls verschollen (<ptr type="wdb" target="kgk_312_introduction.xml"/>).</p>
        </div>
      </div>
    </body>
    <back>
      <div type="crit_app"/>
      <div type="footnotes">
        <note type="footnote" xml:id="n1" ref="#a1" n="1">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_310_transcript.xml#_310t_200"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n2" ref="#a2" n="2">Vgl. zu den Vorgängen auch <ptr type="wdb" target="kgk_310_introduction.xml"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_311_introduction.xml"/>, <ptr type="wdb" target="kgk_315_introduction.xml"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_316_introduction.xml"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n308i_200n" ref="#a308i_200n" n="3">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_316_transcript.xml#_316t_200"/>. <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs> referiert in einem Brief an <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> am 15. Januar 1530 aus einem (verschollenen) Schreiben <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>, dass ihn zwei Tage zuvor erreicht hatte:
            <quote>Magnis minis me adigebant, ut adversus te ac dominum ac fratrem meum Zwinglium
            scriberem.</quote> Dieser Briefabschnitt wird in <ref type="print">KGK IX</ref> als
          verschollenes Stück ediert.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n308i_204n" ref="#a308i_204n" n="4">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_200"/>. Den direkten Zusammenhang mit seiner
          Ablehnung, gegen <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> und <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs> zu schreiben, stellt <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> Ende 1529 in dem in Anm. 3 erwähnten Schreiben
          an <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs> heraus, wo auch die kurfürstliche
          Erlaubnis erwähnt ist: <quote>Quod ubi nolui, et postquam dixi impossibile onus mihi,
            praeterea, si possem, neminem mihi consulturum, quandoquidem Lutherus antesignanus et
            princeps laboraret, ob hoc coegerunt, ut fundamenta mea exponerem, quod feci, impetrato
            ad hoc electoris consensu.</quote> (<rs type="bibl" ref="#zwingli_werke_1905"> 10,
            400,2–6 Nr. 958</rs>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n5" ref="#a5" n="5">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_310_transcript.xml#_310t_201"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n6" ref="#a6" n="6">Siehe die hier als Referenz zu dieser
          Einheit angeführte Textstelle und <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_201"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n7" ref="#a7" n="7">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_310_transcript.xml#_310t_202"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n8" ref="#a8" n="8">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_310_transcript.xml#_310t_203"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n9" ref="#a9" n="9">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_202"/>. Möglicherweise wurde ein Einverständnis mit
          Luthers Lehre und ein Widerruf des eigenen Irrtums mit der Möglichkeit, die eigene
          Auffassung darzulegen, und einer Garantie für seine Niederlassung in <rs type="place" ref="#sachsen_kurfuerstentum">Kursachsen</rs> verknüpft.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n10" ref="#a10" n="10">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_310_transcript.xml#_310t_204"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n11" ref="#a11" n="11">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_310_transcript.xml#_310t_205"/>; <ptr type="wdb" target="kgk_310_transcript.xml#_310t_211"/> und auch <ptr type="wdb" target="kgk_316_transcript.xml#_316t_201"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n12" ref="#a12" n="12">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_204"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_203"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n13" ref="#a13" n="13">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_205"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_206"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n14" ref="#a14" n="14">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_207"/>; <ptr type="wdb" target="kgk_316_transcript.xml#_316t_202"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_316_transcript.xml#_316t_203"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n15" ref="#a15" n="15">Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_311_transcript.xml#_311t_211"/> u.ö.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n16" ref="#a16" n="16">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_310_transcript.xml#_310t_206"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n17" ref="#a17" n="17">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_310_transcript.xml#_310t_207"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n18" ref="#a18" n="18">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_310_transcript.xml#_310t_208"/>; <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_208"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n19" ref="#a19" n="19">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_310_transcript.xml#_310t_209"/>; ähnlich <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_209"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n20" ref="#a20" n="20">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_310_transcript.xml#_310t_210"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n21" ref="#a21" n="21">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_311_transcript.xml#_311t_200"/>. Karlstadt warf diese These erstmals im <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee237">
                        <term type="title">Dialogus von dem Missbrauch des
              Sakraments</term>
                    </ref> (<ref type="print">KGK VII, Nr. 277, S. 456, Z. 9–11 u. S.
            462, Z. 18</ref>) auf; dann in <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee236">
                        <term type="title">Ob man mit Hl.Schrift zu erweisen vermag, dass Christus im Sakrament sei</term>
                    </ref>
            (<ref type="print">KGK VII, Nr. 278, S. 571, Z. 23 – S. 578, Z. 14 u. bes. S. 566, Z.
            3–5</ref>) und in der <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee239">
                        <term type="title">Auslegung
              der Abendmahlsworte Christi</term>
                    </ref> (<ref type="print">KGK VII, Nr. 279, S. 605,
            Z. 19 – S. 606, Z. 5</ref>). <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs>
          These wurde bereits 1525 in <rs type="place" ref="#strasbourg">Straßburg</rs> in einer <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucer</rs> zugeschriebenen, pseudonym veröffentlichten
          Schrift rezipiert: <rs type="bibl" ref="#russ_antwurt_1525">, fol. A2<hi rend="super">r</hi>–A3<hi rend="super">r</hi>
                    </rs>; sowie in <rs type="person" ref="#bucer_martin">Bucers</rs> im Januar 1526 erschienenen Ausführungen zu <rs type="biblical" cRef="Ps_111,0">Ps 111(112)</rs> in <rs type="person" ref="#bugenhagen_johannes">Bugenhagens</rs> Psalter (<rs type="bibl" ref="#bucer_schriften_1960"> 2,
          219,27f.</rs>). Vgl. <rs type="bibl" ref="#kaufmann_schriften_1990">, 181 mit Anm.
            146</rs>. <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> stand ihr neutral
          gegenüber. Vgl. <rs type="bibl" ref="#zwingli_werke_1905"> 5, 555</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n22" ref="#a22" n="22">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_311_transcript.xml#_311t_201"/>. Die geistliche Interpretation des
          Abendmahls nach <rs type="biblical" cRef="Io_6,63">Joh 6,63f.</rs> als zentraler
          Bibelstelle zuerst im <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee237">
                        <term type="title">Dialogus
              von dem Missbrauch des Sakraments</term>
                    </ref> (<ref type="print">KGK VII, Nr. 277, S.
            475, Z. 20</ref>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n23" ref="#a23" n="23">Zum Verständnis des geistlichen Essens
          auf Basis von <rs type="biblical" cRef="Io_6,63">Joh 6,63</rs> siehe ebenso den <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee237">
                        <term type="title">Dialogus von dem Missbrauch des
              Sakraments</term>
                    </ref> (<ref type="print">KGK VII, Nr. 277, S. 476, Z.
          23</ref>)</note>
        <note type="footnote" xml:id="n24" ref="#a24" n="24">Möglicherweise gibt <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> mit den beiden (oder einer der beiden) Sentenzen
            <quote>Esse locos scripturae per collationem aliorum locorum exponendos</quote> und
            <quote>Locus per locum exponi debet</quote> Formulierungen aus Karlstadts
          Abendmahlsartikeln wieder. Siehe <ptr type="wdb" target="kgk_311_transcript.xml#_311t_202"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_311_transcript.xml#_311t_203"/> mit <ptr type="wdb" target="kgk_311_transcript.xml#n311t_212n"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_311_transcript.xml#n311t_213n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n25" ref="#a25" n="25">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_311_transcript.xml#_311t_204"/> mit Bezug auf <rs type="biblical" cRef="Lc_22,19">Lk 22,19</rs> Vg <quote>Et accepto pane gratias egit et fregit et dedit
            eis dicens <gap/>.</quote>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n26" ref="#a26" n="26">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_311_transcript.xml#_311t_205"/>. Vgl. hierzu auch die rhetorischen Fragen in
          der <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee249">
                        <term type="title">Erklärung von 1. Kor
              10,16</term>
                    </ref> (<ptr type="wdb" target="kgk_289_transcript.xml#_289t_200"/>). <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> lobte <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> für seine Absage an eine Zerteilung des Leibes
          Christi im Abendmahl ausdrücklich. Vgl. <rs type="bibl" ref="#zwingli_werke_1905"> 5,
            556</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n27" ref="#a27" n="27">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_311_transcript.xml#_311t_206"/>. Zu dieser Position <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> siehe <ref type="print">KGK VII, Nr. 278, S.
            577, Z. 9–18; S. 578, Z. 5–7</ref>; <ptr type="wdb" target="kgk_290_transcript.xml#_290t_200"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_313_transcript.xml#_313t_201"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n28" ref="#a28" n="28">Auch für <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> ist das Abendmahl in erster Linie Erinnerungsmahl
          und Bekenntnisakt des einzelnen Gläubigen. Vgl. <rs type="bibl" ref="#zwingli_werke_1905">
            5, 557</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n29" ref="#a29" n="29">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_311_transcript.xml#_311t_207"/>. Das Abendmahl als geistliche Erinnerung an
          den am Kreuz gebrochenen Leib Christi (<rs type="biblical" cRef="1Cor_11,24">1. Kor
            11,24</rs>) zuerst im <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee237">
                        <term type="title">Dialogus
              von dem Missbrauch des Sakraments</term>
                    </ref> (<ref type="print">KGK VII, Nr. 277, S.
            479,10 – S. 480,26</ref>); <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> reagierte
          in <term type="title">Wider die himmlischen Propheten</term> (<rs type="bibl" ref="#wa">
            18, 168,18–20; 172,18–21 u. 198,18–200,19</rs>); <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> wiederum darauf in der <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee249">
                        <term type="title">Erklärung von 1. Kor 10,16</term>
                    </ref> (<ptr type="wdb" target="kgk_289_transcript.xml#_289t_201"/>).</note>
        <note type="footnote" xml:id="n308i_201n" ref="#a308i_201n" n="30">Vgl. <rs type="bibl" ref="#mbw_T_TEMP"> 3 169,5–170,11 Nr. 596</rs>: <quote>Christus sedet ad dextram patris;
            oportet igitur eum certo loco esse, nec potest simul in coelo et terris esse.</quote>
          <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> befasste sich mit dieser Frage
          u.a. im <ref type="wdb" target="kt_kgk_ee237">
                        <term type="title">Dialogus von dem
              Missbrauch des Sakraments</term>
                    </ref> (<ref type="print">KGK VII, Nr. 277, S. 489, Z.
            16–19 mit Anm. 583 u. S. 496, Z. 23f. mit Anm. 677</ref>). Die Wiederkehr Christi
          erfolge erst in der endzeitlichen Parusie, daher sei er nicht leiblich im Sakrament. Vgl.
          dazu <rs type="bibl" ref="#ponader_abendmahlslehre_1993">, 123–126</rs>. Für <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> war der Leib des auferstandenen
          Christus begrenzt, seine göttliche Natur dagegen nicht. In den Himmel wurde der Mensch
          Christus aufgenommen, als Gott könne er nicht in dieser Weise in Raum und Zeit gepresst
          werden. Alles andere sei Markionitismus. Vgl. <rs type="bibl" ref="#zwingli_werke_1905">
            5, 556</rs>. In diesem Zusammenhang betonte er, dass Christus für die leibliche
          Anwesenheit im Sakrament seinen Ort zur Rechten Gottes verlassen müsse, während <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadt</rs> allgemein von der Himmelsstatt
          sprach. Vgl. <rs type="bibl" ref="#hilgenfeld_elemente_1971">, 369f.</rs> Augenscheinlich
          vermischte <rs type="person" ref="#melanchthon_philipp">Melanchthon</rs>
          <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwinglis</rs> Formulierungen mit <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> Ausführungen in dessen
          Abendmahlsartikeln.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n308i_202n" ref="#a308i_202n" n="31">Zur Ubiquitätslehre
          Luthers siehe bes. <rs type="bibl" ref="#wa"> 18, 205,1–20</rs> und auch <rs type="bibl" ref="#wa"> 23, 131,7–20; 133,19–135,21</rs>. Dazu vgl. <rs type="bibl" ref="#hilgenfeld_elemente_1971">, 369–373</rs> u. <rs type="bibl" ref="#henschen_erniedrigung_2010">, 23</rs> (dem das vorstehende Zitat entnommen ist).
          In den Schriften <term type="title">Dass diese Worte<quote>Das ist mein Leib</quote>noch
            fest stehen</term> und <term type="title">Vom Abendmahl Christi Bekenntnis</term>
          breitete <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> 1527/28 diese Gedanken weiter
          aus. Vgl. <rs type="bibl" ref="#lienhard_zeugnis_1980">, 149–157; 163–166</rs>; <rs type="bibl" ref="#henschen_erniedrigung_2010">, passim</rs>. <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> warf <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> die Vermischung der beiden Naturen Christi vor. Nach <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> erleide Gott, was nur die menschliche Natur erlitt.
          Zudem sei <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> inkonsequent, wenn er die
          Anbetung der Hostie ablehne, enthalte sie doch nach dessen Lehre den Gott-Mensch Christus.
          Für <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> ist die menschliche Natur
          circumskribiert (beschnitten, begrenzt), die göttliche dagegen ubiquitär. Er nutzte die
          rhetorische Figur der <term type="term">alloiosis</term>, um zu zeigen, dass dort, wo
          Christi Leib ist, auch seine Gottheit sei, aber nicht umgekehrt. <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> geht selbstverständlich auch von der Einheit der
          beiden Naturen aus, begrenzt sie aber funktionell und trennt sie in ihren Eigenschaften.
          Vgl. <rs type="bibl" ref="#zwingli_werke_1905"> 5, 679–701</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n32" ref="#a32" n="32">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_311_transcript.xml#_311t_208"/>. Vgl. hierzu <rs type="bibl" ref="#henschen_erniedrigung_2010">, 377–385</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n308i_203n" ref="#a308i_203n" n="33">
                    <rs type="bibl" ref="#wa"> 26, 321,28–322,2; 322,15f.23f.32f.; 444,1–5; 444,22–38</rs>. Vgl. <rs type="bibl" ref="#hilgenfeld_elemente_1971">, 357f. u. 360–367</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n34" ref="#a34" n="34">Vgl. <rs type="bibl" ref="#henschen_erniedrigung_2010">, 68–72; 235–248</rs>; <rs type="bibl" ref="#lienhard_zeugnis_1980">, 154–157</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n35" ref="#a35" n="35">
                    <rs type="bibl" ref="#wa"> 18,
            187,16</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n36" ref="#a36" n="36">Siehe oben <ptr type="wdb" target="kgk_308_introduction.xml#n308i_203n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n37" ref="#a37" n="37">
                    <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> hatte das Manuskript am 25. Februar 1528 fertiggestellt und am 28. März
          Druckexemplare nach <rs type="place" ref="#nuernberg">Nürnberg</rs> gesandt; vgl. <rs type="bibl" ref="#wa"> 26, 245f.</rs>; <rs type="bibl" ref="#wa_b"> 4, 435,1f. Nr.
            1247</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n38" ref="#a38" n="38">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_210"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n39" ref="#a39" n="39">Zur Abendmahlsdebatte von 1524/25 vgl.
            <ref type="print">KGK VII, Nr. 275–279</ref> und <ref type="print">KGK VIII, Nr. 289 u.
            290</ref>
                </note>
        <note type="footnote" xml:id="n40" ref="#a40" n="40">Zum Abendmahlsstreit zwischen <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs>, <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs> und <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampad</rs> 1527/28 siehe <rs type="bibl" ref="#koehler_zwingli_1953">,
            462–562</rs>; <rs type="bibl" ref="#hilgenfeld_elemente_1971">, passim</rs>; <rs type="bibl" ref="#lienhard_zeugnis_1980">, 151–166</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n41" ref="#a41" n="41">
                    <ptr type="wdb" target="kgk_311_transcript.xml#_311t_209"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n42" ref="#a42" n="42">In beiden im März 1527 veröffentlichten
          Schiften (<term type="title">Amica exegesis</term> und <term type="title">Freundliche
            Verglimpfung über die Predigt Luthers</term>) betont <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwingli</rs>, dass der Glaube nur der göttlichen Natur
          entgegengebracht werde, das Menschsein Christi begrenzt und nur ein Unterpfand der Gnade
          sei. Für <rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> endete dieses Menschsein nie;
          seine Christusvorstellung basierte auf dem Konzept der Ubiquität. Zu <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> Antwort im Traktat <term type="title">Vom Abendmahl
            Christi Bekenntnis</term> vgl. <rs type="bibl" ref="#lienhard_zeugnis_1980">, 155</rs>;
          zum gesamten Zusammenhang <rs type="bibl" ref="#lienhard_zeugnis_1980">, 151–166</rs>. Zu
            <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwinglis</rs> Christologie siehe auch oben
            <ptr type="wdb" target="kgk_308_introduction.xml#n308i_201n"/> und <ptr type="wdb" target="kgk_308_introduction.xml#n308i_202n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n308i_205n" ref="#a308i_205n" n="43">Zur Auseinandersetzung
            <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwinglis</rs> in der <term type="title">Amica
            exegesis</term> (März 1527) mit den Angriffen auf Karlstadt in <term type="title">Wider
            die himmlischen Propheten</term> vgl. <rs type="bibl" ref="#zwingli_werke_1905"> 5,
            631–646</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n308i_206n" ref="#a308i_206n" n="44">Vgl. auch die einführende
          Zusammenfassung der in der <term type="title">Amica exegesis</term> vertretenen Positionen
          in <rs type="bibl" ref="#zwingli_werke_1905"> 5, 554–557</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n308i_207n" ref="#a308i_207n" n="45">
                    <quote>Postremo scripsi
            electori non esse in universis libris, quos Lutherus pro assertione suae opinionis
            contra Oecolampadium et Zwinglum scripsit, sed brevem versiculum, quo commoveat, ut eam
            in Lutheri sententiam <gap/>.</quote> Zu dem Schreiben siehe o. <ptr type="wdb" target="kgk_308_introduction.xml#n308i_200n"/>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n46" ref="#a46" n="46">
                    <rs type="person" ref="#karlstadt_andreas">Karlstadts</rs> finanzielle Lage in <rs type="place" ref="#kemberg">Kemberg</rs> war desolat, sodass er sich kaum eigene Exemplare von Werken
            <rs type="person" ref="#zwingli_huldreich">Zwinglis</rs> oder <rs type="person" ref="#oecolampad">Oekolampads</rs> kaufen konnte, doch scheint er nicht von den
          Kommunikationsströmen abgetrennt gewesen zu sein, sodass ihm Berichte über den Stand der
          Diskussionen oder gar Bücher zur Lektüre gebracht worden sein können.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n47" ref="#a47" n="47">
                    <rs type="bibl" ref="#mbw_T_TEMP"> 3,
            170,12–14 Nr. 596</rs>.</note>
        <note type="footnote" xml:id="n48" ref="#a48" n="48">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_311_transcript.xml#_311t_210"/>. </note>
        <note type="footnote" xml:id="n49" ref="#a49" n="49">Vgl. <ptr type="wdb" target="kgk_315_transcript.xml#_315t_211"/>. </note>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>