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				<title type="main">Andreas Karlstadt an Kurfürst Friedrich III. von Sachsen </title>
				<title type="short">Karlstadt an Friedrich III.</title>
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					<persName>Martin Keßler</persName>
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					<persName>Ulrich Bubenheimer</persName>
					<persName>Martin Keßler</persName>
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				<publisher>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ptr type="link" target="http://www.hab.de"/>)</publisher>
				<date type="created" when="2013"/>
				<distributor>Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel</distributor>
				<availability status="restricted">
					<p xml:id="p1">Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (<ref type="copyright" target="http://diglib.hab.de/?link=012">copyright information</ref>)</p>
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			<sourceDesc>
				<bibl>
					<author>Andreas Bodenstein von Karlstadt</author>
					<placeName>Wittenberg</placeName>
					<date when="1517-03-31">1517, 31. März</date>
				</bibl>
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			<p>Zeichen aus der Private Use Area entsprechen MUFI 3.0 (http://mufi.info)</p>
			<projectDesc>
				<p>
					<ref type="homepage" target="http://diglib.hab.de/edoc/ed000216/start.htm">Kritische Gesamtausgabe der Schriften und Briefe Andreas Bodensteins von
						Karlstadt</ref>
				</p>
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					<term/>
				</keywords>
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	<text>
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			<div type="introduction">
				<div type="history_of_the_work">
					<head level="1">Überlieferung</head>

					<listBibl type="sigla">
						<msDesc xml:id="sigle_a">
							<msIdentifier>
								<repository>ThHStA Weimar</repository>
								<idno type="signatur">EGA, Reg. O 209</idno>
								<altIdentifier type="siglum">
									<idno type="siglum">a</idno>
								</altIdentifier>
							</msIdentifier>
							<msContents>
								<msItem>
									<locus>fol. 51<hi rend="super">r</hi>–52<hi rend="super">v</hi>
										(gestempelte Zählung)</locus>
									<title/>
								</msItem>
							</msContents>
							<physDesc>


								<p>Autograph.</p>

							</physDesc>
						</msDesc>
					</listBibl>
					<p xml:id="p5">Der Brief ist flüchtig geschrieben und weist mehrere Korrekturen
						auf. Karlstadt entschuldigt sich damit, dass er den Brief eilig schreiben
						musste, da ihm dafür nur eine halbe Stunde zur Verfügung gestanden habe.</p>
					<p xml:id="p6">Der Brief war versiegelt. Da Karlstadt die Adresse nach dem
						Verschließen des Briefs teilweise auf das Siegelpapier geschrieben hatte,
						wurde die Adresse beim Öffnen des Briefs durchgeschnitten. Das Siegelpapier
						befindet sich bei fol. 52<hi rend="super">v</hi>.</p>
					<listBibl type="literature">
						<rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905">, 62f. mit Anm. 82<ptr type="digitalisat" target="http://archive.org/stream/andreasbodenstei01barg#page/62/mode/2up"/>.</rs>
						<rs type="bibl" ref="#waehler_orlamuende_1920">, 47–49.</rs>
						<rs type="bibl" ref="#wentz_brandenburg_1941">, 91.</rs>
					</listBibl>
				</div>
				<div type="contents">
					<head level="1">Inhalt und Entstehung</head>
					<p xml:id="p7">Karlstadt antwortet mit vorliegendem Brief auf zwei Schreiben des
							<rs type="person" ref="#friedrich_iii_sachsen">Kurfürsten</rs>. Zunächst
						geht er auf ein anzunehmendes Schreiben ein, in dem <rs type="person" ref="#schurff_hieronymus">Hieronymus Schurff</rs> und ihm der Auftrag
						erteilt wurde, ein <quote>Ansuchen</quote> derer von Thümen, eines
						brandenburgischen Adelsgeschlechts, zu bearbeiten (<rs type="person" ref="#friedrich_iii_sachsen">Friedrich III.</rs> an <rs type="person" ref="#schurff_hieronymus">Hieronymus Schurff</rs> und Karlstadt, <ptr type="wdb" target="kgk_053_introduction.xml"/>). Karlstadt weist den
						Auftrag mit Dank zurück. Es zieme sich, dass er diese Angelegenheit dem
						sachkundigeren <rs type="person" ref="#schurff_hieronymus">Schurff</rs>
						überlasse. Ferner bedankt er sich für die ihm während der voraufgegangenen
						Pestzeit im <rs type="place" ref="#wittenberg_schloss">Schloss</rs>
						eingeräumte Wohnung. Er verzichtet nun auf diese, da er in der Nähe der <rs type="place" ref="#wittenberg_allerheiligenstift_kirche">(Schloss-)Kirche</rs> eine Wohnung gemietet habe.<anchor type="footnote" xml:id="a1" ref="#n1" n="1"/>
                    </p>
					<p xml:id="p8">Sodann antwortet Karlstadt auf das die <rs type="place" ref="#uhlstaedt">Uhlstädt</rs>-Affäre betreffende Reskript des <rs type="person" ref="#friedrich_iii_sachsen">Kurfürsten</rs> vom 8. März
							(<ptr type="wdb" target="kgk_051_transcript.xml"/>). Aus seiner Sicht
						schildert Karlstadt nochmals den Verlauf der Ereignisse und des bisherigen
						Austausches mit dem <rs type="person" ref="#friedrich_iii_sachsen">Kurfürsten</rs>. So habe es für ihn zum Zeitpunkt seiner Präsentation
						des Pfarrers keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass die Vakanz am
						kurfürstlichen Hof bekannt gewesen sei. Dass der <rs type="person" ref="#friedrich_iii_sachsen">Kurfürst</rs> das Präsentationsrecht schon
						eher bei dem <rs type="place" ref="#orlamuende">Orlamünder</rs> Pfarrer und
						nicht dem Wittenberger Lehnsherrn sehe, möchte Karlstadt gerne zugestehen.
						Von seinem früheren Rechtsstandpunkt, den er <quote>ym Latin</quote>
						ausgearbeitet habe (<ptr type="wdb" target="kgk_052_transcript.xml"/>,
						Gutachten Karlstadts an das <rs type="place" ref="#wittenberg_allerheiligenstift">Allerheiligenstift</rs> vom
						16. 3. 1517), ist Karlstadt nach wie vor überzeugt. Er erbittet juristische
						Belehrung, falls seine Ausführungen nicht zuträfen. Faktisch fordert er
						damit eine Prüfung seines am selben Tag vom <rs type="place" ref="#wittenberg_allerheiligenstift">Kapitel</rs> an den <rs type="person" ref="#friedrich_iii_sachsen">Kurfürsten</rs>
						weitergeleiteten juristischen Gutachtens zu der umstrittenen Angelegenheit
						vom 16. März (<ptr type="wdb" target="kgk_052_transcript.xml"/>).</p>
					<p xml:id="p9">Die Weiterleitung von Karlstadts Brief und Gutachten vom 16. März
						war von einem Brief des <rs type="place" ref="#wittenberg_allerheiligenstift">Kapitels</rs> an den <rs type="person" ref="#friedrich_iii_sachsen">Kurfürsten</rs> vom 31. März
						begleitet. Gleichzeitig ging vorliegender Brief Karlstadts an den <rs type="person" ref="#friedrich_iii_sachsen">Kurfürsten</rs> ab. Das <rs type="place" ref="#wittenberg_allerheiligenstift">Kapitel</rs> führte in
						seinem Brief, Karlstadt unterstützend, zu den Vorgängen Folgendes aus: <seg xml:id="cit1" type="citation">
							<quote>
                                <rs type="person" ref="#friedrich_iii_sachsen">Euer
										Churf<ex>urstlichen</ex> g<ex>naden</ex>
                                </rs> beger und
								meynung/ haben wir dem hochgelerten Eren Andres Carolstadt doctor
								unßerm Archidiacon/ undertheniglichen erkennen geben/ der uns
								darauff diße hirinne vorslossen unterrichtung/ an <rs type="person" ref="#friedrich_iii_sachsen">ewer Churf<ex>urstliche</ex>
										g<ex>naden</ex>
                                </rs> gelangen zu lassen/ ubirgeben Und ist
								auff sein ersuchen unßer underthenig demutig bete <rs type="person" ref="#friedrich_iii_sachsen">Euer Churf<ex>urstlich</ex>
										g<ex>nad</ex>
                                </rs> wolle inen und sein pfarr <rs type="place" ref="#orlamuende">Orlamunde</rs> bei altenn
								herkommen freiheiten bleiben lassen/ dan es were zubesorgen/ das
								die/ und andere eingeleibte Pfarren/ wo inen soliche freiheite
								enthzcogen/ do durch vast geringert wurden Wir haben auch das Statut
								anders nit vornummen/ dan das der selben Pfarren Prelat dy
								nomination/ an ewer <rs type="person" ref="#friedrich_iii_sachsen">Churf<ex>urstliche</ex> g<ex>naden</ex>
                                </rs> allein haben
								solt/ <rs type="person" ref="#friedrich_iii_sachsen">Euer
										Churf<ex>urstliche</ex> g<ex>naden</ex>
                                </rs> wir die des
								interesse haben auch demutigs vleises undertheniglichen bitten <rs type="person" ref="#friedrich_iii_sachsen">Eu<ex>er</ex>
										Churf<ex>urstliche</ex> g<ex>nad</ex>
                                </rs> wolle uns der
								Pfarre halben alhy/ zu <rs type="place" ref="#wittenberg">Wittenbergk</rs> bei alter unßer gerechtikeit gnediglich
								bleiben lassen/ In ansehung das es uns/ ßo man den pfarner dem
								Bischoffe zu <rs type="place" ref="#brandenburg">Brandenburgk</rs>
								hinfurt Presentiren wurdt/ Ein neue einfurung/ die bisher nicht
								gewest brechte/ Wollen aber nit derweniger trachten die pfar nach
								bequemikeit zubesorgen/ und konnen die einem/ ßo wir bei im vleis
								und nutz spuren wol ad vitam lociren/ das dan an abbruch der
								Pfarkirchen exemption und unßer freiheiten Auch wollen wir nue
								trachten (die weil der Erwirdig unßer herre Probst widerkommen und
								List) die statut zuvolzcihen.</quote>
							<anchor type="footnote" xml:id="a2" ref="#n2" n="2"/>
                        </seg>
                    </p>
					<p xml:id="p10">Deutlich wird abermals, dass das <rs type="place" ref="#wittenberg_allerheiligenstift">Kapitel</rs> Karlstadts Anliegen
						mit dem eigenen Wunsch verband, alte Rechte im Zuge der Statutenrevision zu
						erhalten. Ausdrücklich schloss sich das <rs type="place" ref="#wittenberg_allerheiligenstift">Kapitel</rs> Karlstadts Gesuch an,
						die überkommene Präsentationspraxis beibehalten zu dürfen.</p>
				</div>
			</div>
		</body>
		<back>
			<div type="footnotes">
				<note n="1" type="footnote" ref="#a1" xml:id="n1">
                    <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905"> 1, 62</rs>
					<ptr type="digitalisat" target="http://archive.org/stream/andreasbodenstei01barg#page/62/mode/2up"/>
					interpretierte den Passus dahingehend, dass Karlstadt das betreffende Angebot
					des Kurfürsten ausgeschlagen habe. Anhaltspunkt dürfte für ihn der anschließende
					Hinweis auf die neue Wohnung gewesen sein, die Karlstadt gemietet habe. Die
					damit vorauszusetzende Aufgabe einer anderen Unterkunft, der Wortlaut von
					Karlstadts Formulierung und die Chronologie der Wittenberger Pest sprechen
					jedoch nicht gegen, sondern für die Annahme, dass Karlstadt das kurfürstliche
					Angebot angenommen hatte. Die chronologische Entwicklung der Epidemie läßt sich
					gut an <rs type="person" ref="#luther_martin">Luthers</rs> Briefwechsel ablesen.
					Demnach hatte die Pest <rs type="place" ref="#magdeburg">Magdeburg</rs> am
					25. September 1516 erreicht; s. hierfür <rs type="bibl" ref="#wa_b"> 1, Nr. 22,
						58,66–68</rs>. Am 8. Oktober 1516 befahl <rs type="person" ref="#staupitz_johannes">Staupitz</rs>
					<rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs> die Flucht <quote>aus dem
						verseuchten <rs type="place" ref="#wittenberg">Wittenberg</rs>
                    </quote>; <rs type="bibl" ref="#wa_b"> 1, Nr. 28, 74 Anm. 17</rs>. Am 25. Oktober erklärte
						<rs type="person" ref="#luther_martin">Luther</rs>, nur auf mehrfachen
					Befehl des <rs type="person" ref="#friedrich_iii_sachsen">Kurfürsten</rs>
					fliehen zu wollen; <rs type="bibl" ref="#wa_b"> 1, Nr. 28, 73,34–37</rs>.
					Karlstadts Hinweis auf seinen Umzug in eine Wohnung neben der <rs type="place" ref="#wittenberg_allerheiligenstift_kirche">Kirche</rs> liegt somit ein
					halbes Jahr, nachdem die Pest <rs type="place" ref="#wittenberg">Wittenberg</rs>
					erreicht hatte. Der Umzug in die ungeschütztere Innenstadt lag damit am Ende,
					nicht am Anfang der Pestepidemie.</note>
				<note n="2" type="footnote" ref="#a2" xml:id="n2">ThHStA Weimar, EGA, Reg. O 209,
						55<hi rend="super">v</hi>, 55<hi rend="super">r</hi> (gestempelte Zählung);
					für das Zitat s. 55<hi rend="super">r</hi>. Das Schreiben wird erwähnt bei <rs type="bibl" ref="#barge_karlstadt_1905"> 1, 61 mit Anm. 78</rs>
                    <ptr type="digitalisat" target="http://archive.org/stream/andreasbodenstei01barg#page/61/mode/2up"/>. Der Propst war an der Abfassung des Schreibens nicht beteiligt. Das
					Schreiben ist unterzeichnet von Dekan, Senior und Kapitel.</note>
			</div>
		</back>
	</text>
</TEI>